Ausgabe 
22.8.1912 Zweites Blatt
 
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Nr. 197

Zweites Blatt

162. Jahrgang

Erschein! täglich mit Ausnahme beS Sonntags.

uns

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an der Hardt.

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Inhaber unbltigrnl außerordentlichkn j

wußte die Republik die Stellung behaupten. Unsere materielle und allein unserer Freundschaft Wert dauernde Unterstützung verschaffen

politische Lagerschau.

Ueber d e Nriminalistik im deutschen Heere hHrb uns von militärischer Seite geschrieben:

jemöse undöb ährt ZuhMto

.strasst

moralische Stärke ist es, die verleihen und uns braunen kann. Wir müssen uns also Landes zu erhalten und zu

Donnerstag, 22. August 1912

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'fcheo Universität^ - Buch- und EteinbnidcrtL R. Lange,' Gießen.

DieGießener ZamtliendläNer" werden dem Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Xreisblatt für den Kreis «letzen" zweimal wöchentlich. Tie ..randwirtschaftllchen Lett- tragen" erscheinen monatlich zweimal.

y.2o 'Phon <86

(Eine Heöe poincarez.

Dünkirchen, 20. Aug Der Minister des Innern Steeg begab sich heute vormittag an Bord desConDö" und hatte dort eine lange Utrterrcdung mit dem Mi­nisterpräsidenten Poin carö. Ms beide an Land gingen, wurden, sie mit Salutschüssen und Hochrufen der Menge begrüßt. Die Straßen sind beflaggt. Im Rat­haus fand ein Frühstück zu 150 Gedecken statt, dem

I Reich ausgebaut ist. t t1k

Abg. Ger st enderaer (Ztr.) meint, Volkmar wollte m | her bekannten Art als Revisionist über die Taktik der sozial | Demokratie hinwegtäuschen und habe dasür das Zentrum an- 1 gegrissen. Wenn das Zentrum im Reichstag den Militaretat I cbgelehnt habe, so sei dies lediglich geschehen, rocil es nm mcht I cut sieben Jahre binden wollte. Tas Zentrum roerbe.mil allen 1 Tütteln die Beseitigung des Duells aus dem Heer erNreben.

55 Fälle. Manche dieser Fälle kamen aber noch aus das bürgerliche Konto, d h sie waren vor dem Eintritt in ms Heer begangen worden. Recht erfreuliche Fortschritte hat die Antialkoholbewegung im Heere gemacht Wenn man von einer wirksamen Bekämpfung des Alkohol genusses im Heere nicht sprechen kann, jo laßt sich dock' eine Trink Mäßigkeit konstatieren, der Schnaps wird nur noch selten genossen. Infolgedessen sind die Vergehen, die in der Trunkenheit begangen sind, recht zurückgegangen, von über 400 im Jahre 1905 auf rund 250 im Jahre 1911.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: Redaktion: «^Kl 12. Tel.-Adr.: AnzeigerEietzen.

und mit zahlreichen Hochrufen auf den Ministerpräsidenten ausgenommen.

Paris, 21. Aug. Ministerpräsident Poincarv ist in Begleitung Des Ministers des Innern Steeg heute abend in Paris eingetroffen. ___________________

bemühen, die vitalen Strafte des

vermehren Ich meine damit nicht lediglich das Heer und die Flotte, sondern vor allem ein einheitliä)es, gemeinschaftliches Rational g e f ü h l, das die Gröhe, den Ruhm und die Unsterblichkeit des Volkes ausmackü-

Die Rede wurde vft von lebhaftem Beifall unterbrochen

Poincars beiwohnte.

Während des Frühstücks hielt Poincar6 eine Rede. Nach einem Lobe auf die Offiziere und die Besatzung desCond6", in deren Mitteer, ohne den französischen Boden zu verlassen, die russischen Freunde besuchte, erklärte er, er sei von der Aufnahme, die er in Rußland gefunden, un(d die ich an die ganze befreundete und verbündete Nation ge­richtet habe, tief gerührt. Ms offizieller Vertreter Frankreichs sei er beauftragt, Frankreich die Sym­pathien Rußlands zu übermitteln. Poincars uhr fort:

Tie Gesühle, die wir unseren Verbündeten dauernd bewiesen, linden bei ihnen ein treues Ed)o. Tie Freunbsckxnt beider Länder ist unveränderlich. Die Zeit, weit davon entfernt, sie erkalten zu lassen, gab ihr neue Leb Hastigkeit. Rußland und Frankreich sind in gleicher Weise an der Festigkeit des Bündnisses interessiert, das ihnen gestattet, sich jederzeit zu einer diplomatischen Aktion zusammenzutnn und an der Aufrechterhaltung des Friedens zu- samnunzuarbeiten, indem sie dabei wachsam den sich abipielenden Ereignissen folgen und sich voller Uebereinftimmung gegen die Zufälligkeiten der Zukunft schützen.

Dieses Bündnis wixd durch unsere Entente cordiale mitEnglandvervollständigtunderroeitert. Sicher lich kann niemand in dieser friedlichen Gruppierung der drei besreundeten Mächte Provokation ober Angriffslust er* blicken. Dank ihrer Politik der Stlugheit, Sialtblütigkeit und Würde

Frankreichs in der Welt zu

geröstet, neckend.

'stallen wir Sanuu. einen bend l». Leipzig, über KM n der reisende- 8o 4? leit unserer Verla,

M Psg.

W

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefien

Trotz alljährlicher Vermehrung der deutschen Streit- frdftc sind in den letzten Jahren die Verbrechen und Ber- ,^.l im deutschen Heere langsam zurückgegangen: es i ülerdingS nur ein langsames Zurückwctchen, aber dte,es , Zurücktveichen wächst ständig, während z. B in Frankretck [)ie Kriminalistik im Heere immer mehr wächst und nament» .ich Gehorsamsverweigerungen nichts seltenes sind. Tie tigen, die Anfang 1900 noch mehr als «00 be­trugen, sind jetzt auf rund 500 zurückgegangen Erfreulich nt die Abnahme der Mißhandlungen Unter- (t ebener, 1901 ttoch 678, 1911 338. Die Tiebstahlsvcr- gehen Entwendung des Eigentums von Kameraden Haupt- iidilid) haben sich fast auf gleicher Stufe gehalten m den letzten 10 Jahren rund 1060 im Jahr, obwohl die Zahl der eingestellten Soldaten sich in dieser Zeit erheblich ver- '"ehrt hat. ,

Tätliche Vergehen gegen Borge,etzte kommen tm deut- schen Heere nur selten vor, sie haben fast ganz aurgebort, b«ti einem Hcttbmillionenheerc kommen 50 solcher Fälle kaum ir Betracht. Die bürgerlichen Vergehen halten sich iin ganz u edrigen Grenzen und zeigen ebenfalls absteigende L.cndech.

Am meisten kommen noch K ö r p e r v e r l e tz u n 8.en außer Dienst vor, schwere Fälle kamen im letzten 2-hre etwa 850 zur Aburteilung; mit Urkundentalschungen

zu Verbindern. Ter Vortragende faßte am SclUusje seiner Aus­führungen die großen Vorieile einer Zentralnalion für; zmammen und emp'ahl, diesen Zuiammenick utz konseauent burdtuifübrtn. An den Vorirag icbloh sich eine längere Aussprache, in roeldjrr F räßdorf Tr« sden , Graes ranh'urt a M . Mob n ^Ber­lin und Hin Stuttgart! sich für die Zentralisation auoiinadxn, während u. a liebel Berlin und :H o b I ft o d Breslau) sich als Getier bekannten, wobei namentlich letzterer vor jeVr. Heber- stürzung warnte und hervorbob, daß in einer GroßNadt auch mehrere Mrankenkasjen nebeneinander leistungsfähig bieiben könnten.

Ter Antrag gelangte schließt ich zur Annahme.

Iustizrat Tr Mayer Frankenthal > beridxcte sodann über basVerilcherungSgesetz für Angestellte". Ter Redner legte hierzu einige Leusätze vor, weldie zunächst das llebergangsrecht bei bereits vorhandener Fürsorge für Angestellte in Bezug auf Ruhegehalt und Hinterbliebenunterstützung betreffen. 4. er Vortragende glaubte nickt empfehlen zu können, die bestehende Ruhe- und Hinterbliebenenfurforge ber .Massen so auszubauen, daß tze den Paragraphen der An ieüelltenverslcherung künftig entsprechen. Zum Ausgleich empfahl er, die Angestellten dadurch zu entschädigen, daß ihnen im Versicherungssalle von den Massen die Tüfercty zwischen den Leistungen des An^estelltenversid^rungsgeietzes und der gegenwärtig vertragsntäßig sestgelegten Fürsorge herausbezahlt werde. Nadi dein 1. Januar 1913 sollen alle Angestellten, die kiinstig in den Ttenft her Kranlenkasfen trtten, wenn irgntd rnög- ich, der Angestelltenversikbr-rung unterworfen werden. Ter Vor­stand wird nach dieser RichNtng hm mit den Kassen weiter in Fühlung bleiben

Ta-5 ThemaPraktische Bern, alt ungssragen' wurde von der Tagesordimng abgesetzt iinbjnad) Entgegennahme deck Massenbcrichts als £rt der nächsten Tagung Breslau bestimmt, worauf der Vorsitzende Fräßdors den Kongreß mit Worten des Tankes an die Stabt Köln unb bas Kölner Ortskomitee für ge­schlossen erklärte.

Mit?

I

Der bayerische Hrkgsminiftcr über heeressragen.

München, 21. Aug In der Sitzung ber Kammer >er Abgeorbneten sührte bei ber Beratung des Voranschlags Xi Kriegsministeriums ber M r i e g S m i n i st e r Freiherr Kreß Kreisen st ein u. a. aus:

Tic Einführung ber einjährigen Dienstzeit würde n die bäuerische Armee tief einschneiden; er stehe auf demselben ablehnenden Standpunkt wie ber preußische Kriegs Minister. Er wäre also nickt in der Lage, den Antrag M Landtags auf Einführung ber einjährigen Dienstzeit im Bun betrat zu vertreten, obwohl er »ugede, baß volkswirtschaftlicke iHründe die Einführung der einjährigen Dienstzeit wünschenswert machten. Die Einführung dieser Dienstzeit komme der Ein­führung des Milizheeres gleich. Ein solches System niirc aber unbrauchbar für eine Großmacht wie das beutfdK *id), welches ein sestgesügtes Wasfcnheer haben müsse. Mit der Einführung der einjährigen Tienstzeit würde ber Qualität urb bem inneren Gehalt des Heeres ber schwerste Abbruch getan, unb eine Verflachung müßte einsetzen. Tie Einführung ber iweij ähr igen Dienstzeit für berittene Waffen s-nne von einem für die Schlagfettigkeit der Armee verantwort (üben Kriegsminister niemals zugclassen werden. An der Aushebung des Privilegs ber Einjährig-Freiwilligen lei die Militärverwaltung nicht in erster Linie interessiert, wohl aber die betreffenben Berufskreise. Es sprächen also manche Hrünbe gegen die Beseitigung biefer volkstümlichen Einrichtung Die Zahl ber nad) der Einstellung entlassenen Mannschaften sei im Lause ber letzten fünf Jahre gestiegen. Ties fei zurückzuführeir auf das Bestreben, Mannschaften aus dem Heere zu entfernen, die dienstlichen Anforderungen dauernd nicht aetvadiien seien.

Der Kriegsminister kam sodann auf die Beteranenfür­sorge zu sprechen unb erklärte, baß für bic große Masse ber Kriegsteilnehmer bic Reichsbeihilse in Frage komme. Das Kriegs- minilterium habe keinerlei Einwirkung auf bic Zuerkennung biefer Beihilfe. Ob biefc Beihilfe in Zukunft erhöht werben könne, sei Zache der Reichsrcgicrung. WaS die Offizierspensionie­rungen anlange, so könne ein Vergleich mit Preußen den Anschein erroerfen, als ob in Bayern mehr pens ioniert würde, a l s d o r t. Tas sei ungerechtfertigt. Tie höheren Offiziere seien 'zwar in Bayern jünger a l s in Ärcußcn. Dabei sei aber zu berücksichtigen, daß in Bayern in den letzten Jahren wiederholt unerwartete Abgänge in den höchsten Stellen eingetreten seien. Bei den Pensionierungen (pielte nur das dienstliche Interesse eine Rolle. Er könne ver-

sichern, daß kein Ossizicr abzugehen brauche, weil er durch einen | Ünnzen übergangen werde. Tie Armee rechne es fid) zur Ehre i® an, wenn Angehörige des Königshauses in ihren Reihen bienen, und wenn es sein müsse, and) fechten. In Verfolgung ber Sol- " datenmißhandlungen werde der Mriegs.minister nicht nadp

1 lassen. Was die H c tz i chl äge beim Wisermanöver in Mörckingcn bei der 18. Jnsanteriebrigaoe betreffe, so stellte es sich heraus, daß nidjt Gewaltmärsche unb Ucberanftrcngung bic Schulb trugen, Imbern lediglich die übergroße Hitze unb Schwüle.

Tie Aussprache.

19. Deutscher (Drtstrantenfaffentag.

~ Köln, 21. Aug.

In ber heutigen britlen unb letzten Sitzung des 19. Teutschen OrGttankenkasscntagcs gab zunächst der Vorsitzende Fräßdori iTrcsden ein Telegramm von Prosessor Le nn host Berlin bekannt, in welchem dieser gegen eine ihm zugeschnebene Aeußerung protestiert, wonack der Leipziger Aerzteverdand aus der sozialen Versickerung eine Farce machen werde, wenn seine Wünicke nickt erfüllt würden. Professor Lennhoff beftreitet, eine Derartige Aeußc rung gemacht zu haben.

Ein von Iuunrat Mayer Frankenthal zu dem Punkte Ticnstverhälmis unb Tienstordnung der Mafienan lestellten" vor gelegter Abänderungsantrag fand Annahme, nachdem Reichstags- abgcordneter U c b c l u. a. erklärt hatte, er könne dem Lob, das Iustizrat M a n c r auf die die Angestellten betreffenden Para­graphen ber Reichsverficherungsorbnung angestimmt habe, nicht beipilickten. w .

Ter Vorstanb wurde ermächtigt, im Verein mit dem An- gestelltenverband eine i'hiiterbienitorbnung auszuarbeiten. In seinem Vortrag überZentralisation ber Krankenkassen" ritötete Branbe Magbeburg einen Appell an alle Bchörben, Arbeit geber unb Arbeinrehmer, i'oroeit als irgenb möglich eine Zentra [ifation der Krankenkassen burckzusühren, da hierdurch eine ungeheuere Summe von Arbeitskräften erspart würde Unter den Vorschlägen des Redners, auf welchem Weg am besten dieses tritt erreicht werden konnte, unterstrich er namentlich den, die Bildung von Landktankenkassen unter allen Umständen möglichst

8 FliegerrenDM MM Konzerl

ta8 Schicksal eine? Veteranen.

Jüngst war in Berlin ein Mann auf ber Straße zu- ammengestürzt, von dem es bann in einer Zeitung hieß, er sei Veteran gewesen unb Hungers gestorben, was auf die Regierung ein schlechtes Licht werfe, da sie die ums Vaterland oerbienten Leute so ihrem Sckiicksal überlasse. Heute verbreitet das Wolsssd^c Bureau folgende Meldung:

TL*N orbdeutschc Allgemeine Zeitung" schreib: zu der kürzlich durch die Tagcsprcfse gegangenen Meldung von dem angcblidKn Hungertod des Veteranen Drur, dieser sei nach amtlichen Ermittlungen in seiner Heimat als Trinker, Bett­ler und Landstreidter bekannt. Seit zivanzig Jahren hielt er sich von seinen Angchöngcn fern unb trieb sich von Ort zu Ott umher. Seinen Söhnen sei cs unmöglid) gewtt'cn, für ihn zu sorgen, da alle Bersucke, Trur zuhause zurückzuhalten, vergeb­lich gewesen seien. Von 1889 dis 1911 war Drur nicht loeniget als 7 6 m a ( wegen Bettelei u n dLand st reickrcnsbe st rast. Zwölf Jahre brachte er im Ardcitshaufc zu unb wurde 1911 ivegen gefährlicher Körperverletzung zu zclm Monaten Ge- tängnid vcrutteilt. Bis wenige Wockien vor seinem Tode betanb er sich im Landkrankenhause zu Hanau, wo er seit 1911 auf .Kosten bes Laud-Armenverbandcs verpflegt nmrbc. Unmittelbare 'obesursacke war Herzschlag, der nicht, wie angenommen wurde, auf Entkräftung zurückzuführen ist, da der Verstorbene laut ärztlicher Feststellung sich in gutem Ernährungszustände befunden hätte. Trur hatte seine Lage ganz allein der Trunksudst und seiner unglücklichen Veranlagung zuzusdweiben, die ihn ein ungeregeltes Leben einem sorgenfreien Aufenthalt bei feinen Angehörigen vor­ziehen ließen. Zu besonderem MiUeid lag biernad) jedenfalls kein Anlaß vor. > -

Kaifer unb Srohherzog in Mainz.

N Mainz, 21. Aug.

Mainz hat wieder einen bedeutenden Tag erlebt, aus den c8 ich schon lange mit Freude und Erwartung vorbereitet hat. Kaiser unb Großherzog weilten, wenn auch nur für wenige Stunden, in seinen Mauern, die allerdings burdtbic Sprengung deS Binger- toreö unb bic schon früher erfolgte Wegräumung des Gaulores immer mehr illusorisch werden.

Feste haben die Mainzer von jcljcr gern gefeiert, unb so haben ie denn mit Lust die Gelegenheit wahrgenommen, ihre Stabt gesdnnackvoll unb schön auszuschmücken Tic Große-Bleich^ die der Kaiser biesmal nidst berührte, und die Rheinallcc, burd) die ber Einzug in die Stabt erfolgte, nahmen sich hübsch im Schmuck der Wappen unb Fahnen aus. Besonders prächtig roar tedoch der Tautschhausplatz geziert. Im Schatten der kraftvollen, alten Linbenbäume hatte man in edel en Linien und rouni>er barer Farbcn- znsammenstellung einen wahren Zaubergatten von Blumen unb Blattpflanzen geschaffen, ber von Girlanden- und Palmenfchmuck umsäumt war.

Tas Großherzogspaar, bas gestern noch bett Wagnerfestspieleir in Bayreuth lauschte, traf heute morgen gegen 6 Uhr im Schlosse ein. Tie Begleitung der Herrschaften setzte sich zusammcm auS ber Ehrendame der Großherzogin, Freiin von Bellersheim, den Herrn Generalabjutant Hahn und Hofmarschall von Ungcrn-Stern* berg, dem diensttuenden .Kammerherrn Freiherrn von Leonhardi, Rittmeister von Massenbach und dem Oberleutnant von Schröder. Im .Kraftwagen begaben sich die hohen Herrschaften nach dem! Frühstück zum Bahnwätterhaus Nr. 39, wo sie bic Ankunft des Kaisers erroarteten, der mit Begleitung im Automobil gegen (>s Uhr über die Straßenbrücke fuhr Aus der Hochheimer Chaussee gab das Fußart.-Reg Begrüßungsschüsse ab. In ber Begleitung des Kaisers befanben sich Generalabjutant Generaloberst v. Plessen, General der Insanlerie Freiherr von Lynker, Oberstallmcister Freiherr von Rciscltackt, $ er tretet bes auswärtigen Amtes Frei­herr von Icnifck, Hofmarschall Freiherr von Platen-Hallermund, Flügcladjutant Oberstleutnant von Muteus, Flügelabjutant Major von Caprivi, Rittmeister Gras von Westsalen, Hauptmann Zeyß unb Leibarzt Oberstabsarzt Tr. Niebner.

Ter Kaiser, der die Uniform seines Leibrcgirnents Nr. 116 trug, traf um 7 Uhr am Bahnivärterhaus Nr. 39 ein unb begrüßte den Großherzog burd) Kuß und Händeschütteln, alsdann den kom­mandierenden (General von Eichhorn, den Gouverneur Graf von Schliessen und den Provinzialdirektor Geheimrat Tr. Breibett. Hierauf begab fid) der Kaiser in das Zelt, vor bem ein Unter» Offizier Toppelpostcn stand, unb bestieg sein Pserb. Tort melbcte sich Oberleutnant Wehrheim vom Ins-Reg. Nr. 116 als Orbon- nanzofsizier. Tanack begrüßte der Kaiser die Großherzogin unb Prinzessin Friedrich .Karl, die in Uniform ihrer Regimenter er­schienen waren, den Prinzen tzriedttch Karl und die Kronpttnzessin vchp Griechenland.

Ter Kaiser nahm noch einige Meldungen entgegen und ritt bann m Begleitung der Fürstlichkeiten und des Gefolges über den Sand, wo ihn die dort ausgestellten Schüler jubelnd begrüßten.

To-5 Garde-Tragoner-Regiment Nr. 23 stand schon zum Exer­zieren bereit, unb ritt, währenb der tast cinftünbigen Ucbung, mehrere wundervolle Attacken. Hieran schloß sich die Gesechts- übung, zu der Generalleutnant Scholtz die Aufgabe gestellt hatte. Beteiligt an bem Gei eckte waren die Infanterie Regimenter Nr 81, A7 unb S8, das Füsilier-Regiment von Gersborsf Nr. 80, vier Eskadronen des Magdeburger Tragoner-Regiments Nr. 6 und 2 Batterien des FeldarttUerie Regiments Nr. 27.

Nad) dem Gefecht hielt der Kaiser Kritik, an ber bic Generale, Reglinentssuhrer und die an ber Uebung beteiligten, berittenen Offiziere teilnahmen. Währenddessen stellten sich die Truppen zum Parademarsch auf.

Nack Beendigung ber Kritik ritt ber Kaiser die Fronten ob unb nahm den Frontrapport des Paradeletters, des Generalleut­nants Sckoltz, entgegen.

An bem Parademarsch nahmen teil: Stab ber 21. Division unb der 41. Infanterie Brigade, 1. Nassauisches Ins.-Regt Nr. 87, 2 Nasfauisckes Inf.-Regt Nr. 88, Stab ber 42. Insanterie- Brigad'. Füsilier-Regt von Gcrsbott't Nr. 80, 1. Kurhcssisches Inf -Regt Nr. 81, Leibgarbe-Ins -Regt Nr 115, Le ihre gi- m c n t Kaiser Wilhelm Nr 116, Ins.-Regt. Nr 168, Ins.- Lcibrcglmenl Eftoßherzogin Nr. 117, Unteroffizierschulc Biebttch, 2. Pionier Inspeklion, Fußatt Regt l^eneral'eldzeugmeister Nr. 3, 1. Nass. Pionler-Bolaifton Nr 21, 2. Nass Pionier Bataillon Nr. 25, Magoeburgisches Trag Regt Nr. 6, Garde-Tragoner-Regt. Nr. 23, 1 Nass. Fcldattillcric Regt Nr 27, Regimentsstab und 2 Abteilung des Nass. Felbart.-Regts Nr. 63 unb zwei bespannte Batterien des Drandenburgischen Fußattillette-Regts. Nr. 3.

Ter erste Vorbeimarsch erfolgte bei den Fußtruppen in Kom- pagnicfronten, bei ber Kavallerie in Eskadronsrontcn, bei ber Feldarttllette in Abteilungsfronten unb bei den 'bespannten Batte­rien in Danette,romen Ter zwefte Vorbeimarsch sand bei bet Infanterie in Regnnentskolonncn statt.

Die anschließende Krink. zeigte die vollste Zufttckenhttt des Kaisers, der sich an der Hartenbergstraße an die Spitze ber Fahnen- kompagnie, 6. Komp, des Ins.-Leibregts. Nr. 116, setzte unb bann in bic Stabt einzog.

Ter Weg bis zum schloß war von Zuschauern bicht gefüllt, die bem obersten Kriegsherrn unb bem iSanbedfürften freubig zujauchzten. Im Schlosse empfing Oberhürgermeister Dr. Got-.

v. Volkmar (Sozialbemokrat) erklärte barauf, bic Sozial »nofratic setze alles Daran, baß der Friede erhalten werde, enn dies nicht gelinge, sowürbenauchbieSozialbcmo- traten alles andere hinter der Not bes Vater- lenbes zurücktreten lassen unb bem fianbe ihre Dienste leisten. Sie würden nicht die schlechtesten Ver- hnbiger des Vaterlandes sein. Die Bewilligung des Militär- " etatö fei eine Vettrauenssache. Die Sozialdemokratie könne den M Dunbesregieriingcn, die die Sozialdemokratie als den inneren IM stiiiid bezeichnen, nid)t das Vertrauen geben, daß sic ihnen das M Instrument zur Verteidigung des Landes anocrtrauc. Ter Redner P rornbet sich scharf dagegen, daß man die Reserveoffiziere, die bei t ' bei Wahl für einen sozialdemokratischen Kandidaten stimmten, Tr. d affet mann liberal) bedauert, das; der Erlab des Sonntag, 25. Au». jäheren .Kriegsministers v Horn, daß Reserveoffiziere mckl nachm. 4 uir» |ä |llr gonalbcmokateii agitieren dürfen, vielfach Dentmziationen hn PnnHllllllN. nizieren zur Folge gehabt habe. Wenn die Sozialdemo

I WWWkralie den Heercsetat ablehne, handle fte allerdings ungesetzltch u 3 : >;ick den U> .11 III en pateioti I ct)eII W 0 r t en B o 11 marfl fl M scheine die Ablehnung aber nur eine politische Demonstratton

II Altlin ' sein, die in deni Mtgenblick wegfalle, wo die ^ozialdeinolrane kIIIIIIU Ibie Mehrheit und die Verantwortung habe. Deutschland könne n i ih t abrüsten Es wäre dies ein Niedergang des Wohnten wirtschaftlichen Aufschwunges. Tic Verhandlungen über hey Militäretat seien um io bedeutender, a l S irn Ausland gewisse Kreise, besonders icnseits der Bogefcn, glauben, ber Reichsgedanke könnte südlich d e s, M a i n s und des Taunus da unb dort einen Riß bekommen unb Bayern sei nur notgebrungen ein Glieb des Tcutfdwn Reiches. Dieses Märchen müsse enbgültig zerstört werben Wir wollen bem Reid, bic Wehrmacht geben, bie eS braucht, unb »csthalten cn bem Funbamcnt unterer Heeresvett'assung, auf bem bas deutsche

Grosser Preis von Giessei Dauerrennen s Motorscbrittinacnen

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