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Nr. H5
Donnerstag, 20. Zuni 19(2
6it Unt=r Preis
Ter
1500 000 Mk.
4.5V
4.
Prim«
lichcr Berufe schon reichlich vorhanden sind und noch ver
bewilligt werden.
auf
zuwenden.
1.
Artikel 3.
und der Volksschitllchre-
Die Gehalte der Volksschullehrer
2.
3.
iterkleider
Ich
Bewährte Qualitäten. •'
Schulze !
2.
Ich
Ich
3.
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tiutcn IcDkcu Ullvcrgeßlichen Eindruck von der wunocriamen zrer-
der die
277 000
16 000
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Boltsjchullchrern, sowie von ‘2.00 000 Mark aus-
tcrdliebcnen von Staatsbeamten und der Staatsdienstanwärter den Betrag
l-alten ec- politik, i. Frauen, .
dürfen Üochen Putzen Balten
ohne da v Ucbergriffe a u s Ar-
\n braudxn, Vie der Mann seil un>
vor jesl-
580 670 Mk.
50 000 „
998 960 „
25 000 „
335100 „
188 000 „
n Vorteil der All- Staatsocrwal- A c in t e r müssen wie
an Mk.
und warm, zu burdyoateii die Sümpfe, zerrissene Pantalons aus.
dem Manne die kräftigen Suppen, den Kindern die niedlichen Puppen
. var durch?» beherrsch: t iichlerlio. . en werden.
Berechnung: Regierungsvorlage
t und ohne Einsatz
Jacken Ivon 50 Pf. an und Herren nations
mehrt werden können beitsgebiete statt: bcnflidKn Zeiten — 11 gemeinhcit — ausschi tung, geistliche bisher bem Manne l
Damit bat wo! heirateten Frauen einstcllcn mu ;?i::
806 470 „ Rest 1 998 760 Mk.
n
1.25
Meter Mk. 2.50
Zustimmung zu:
dem Wohnungsgelbgesetz finanzieller Effekte
Pensionstähigkeit desselben
Gehalte der Staatsbeamten
Anzeigen des Pensionselals
Gehalte der Bolksjchullchrer
Hierzu Erhöhung der Gehalte um 4%
Dagegen Ablel/nung der Belastung der
Landgemeinden
Ansteigen des Pensionsetats der Lehrer
Aenderung des Witwen- und Waisengeldes der Lehrer
Zivilliste
Staatsdienstanwärter
Pensionen
beantrage:
Erhöhung der Lehrergehalte u » 15% vom reinen Gehalt.
beantrage:
Ablehnung der Belastung der Land-Gemeinden.
Artikel 5.
Insoweit der Mehrbedarf nach Artikel 1 bis 4 nicht durch die Mehreimiahmen aus dem Gesetz über die Aenderung des Urkundenstempels und über die Erhebung von Zuschlägen zur ' Reichserbschaftssteuer und durch sonstige Mehreinnahnien oder Ausgabeersparnisse gedeckt lverden kann, ist er aus dem Bar- Überschuß der Red-nung des ZahreS 1910 ! Kapitel 1 des Haupt - Voranschlags für 1912) und aus den Etatüberschüssen zu ent* nehmen, die unter Kapitel 116 b der Hauptvoranschläge der Staatseinnahmen und -Ausgaben für die Rcchuungs)al-re 1911 und 1912 zur Verfügung der gesetzgebenden Faktoren gestellt worden sind.
Artikel 1.
Die Staatsbeamten erhalten für daS Etatsjahr 1912 Zulagen, wie sie sich aus der Regierungsvorlage Drucks. Nr. 155, den Wohnungsgeldzuschuv und die Gehalle der Staatsbeamten betr., ergeben.
Tie Inhaber von Tienstwohnnngen erhalten für daS Jahr 1912 eine weitere Zulage in Hohe der von ihnen jür den gleichen Zeitraum zu zahlenden Wohnungsmiele.
Während dieses Provisoriums iinb bei Pensionierungen und Todesfällen die Pensionen wie die Witwen- und Waisengelder nad) Maßgabe vorstehender Erhöhungen der Bezüge zu bered)«en.
Artikel 2.
Unsere Regierung ist ermächtigt, für das Rechnungsiahr 1912 zur Aufbesserung der Bezüge der am 1. April 1912 111 RuHeiland befindlichen Staatsbeamten und Vollsschullehrer, der Hin-
। 3. u ßt wert :n sollen, das; die der* einem Male ihre Berufstätigkeit Jiadjbruif liegt wo anders. Wir verständige Tendenz in der Sozial- :,l zu verhindern, das; verheiratete tlichen Not gehord)end, in einem
Eine Lehrerversammlung.
Gießen, 19. Juni.
Im Saale des Hotel Schütz versammelten sich heute nachmittag über 300 Lehrer aus allen Teilen Oberhessens, um Stellung zu nehmen zur B e s^> l d u n g s v 0 r l a g e. Die Referenten waren Koch-Friedberg und L i n k-Rudingshain. Tie Regierungsvorlage habe eine gute Seile für die Beamten, eine schlechte für die Lehrer, sie sehe in Wirklichkeit für die Lehrer nur 9,7 Prozent Aufbesserung vor, da ihnen die Wohnung nicht
Rotationsdruck und Verlag der Vrübl'fchen UniversuätS - Buch- und StembrudercL R. Lange, Dießen.
Ersparnis 277 ö-d Mk.
Zu Artikel 9 Abs 2:
Betrag von 1'/, Mill, ist zu erhöhen 2030000Mk.
unu in. 1 Wirtfuja
sönlichkeit, die in Schiller auf Erden gewandelt; es ist aber auch zugleich ein gutes Beispiel für die treuliche Kunst seines Malers. In den sicheren Linien der Zeichnung, in den luftig-lockeren Farben- iönen offenbart Friedrich August Tischbein hier eine leichte Kühnheit und Beherrschung der Mittel, wie sie wenige Meister seiner Zeit besaßen.
Ter Maler, der 1750 zu Maastricht geboren wurde, war ein Sohn des zweiten Bruders des großen Tisd-öcin, Johann Valentin, und wie sau alle Söhne dieser kinderreichen Familie, ein Schüler seines berühmten Onkel Johann Heinrich. Ein anmutiger (fkift und eine liebenswürdige Natur, fühlte er sich nach Frankreich hingezogen und empfing, nadwem der Onkel ihn das Handwerk gelebrt, seine entscheidenden Einflüsse von Grenze und der Mmc. Bcge-Lebrun, wandte sich dann später auch klassizistischen Einflüssen zu, wie sic ihm fein Freund, der Maler David vermittelte. Bel David wohnte er auch in Rom, wedle dann in Neapel und verkehrte viel mit seinem Vetter Johann Heinrich Wilhelm, dem Freunde Goethes. Nach Teutschtand zurückgekehrt, war er zuerst als Hofmaler seines Gönners, des Prinzen von Waldeck, und bann des Fürsten von Anhalt-Dessau tätig, bis ihn 1800 der Kurfürst von Sachsen zum Direktor der Akademie in Leipzig ernannte. Nächst dem Bilde Schillers ist das Wielands heute am belanmcfien, das den Dichter fitzend zeigt inmitten eines Parks mit einer Vupe in der Hand. Tischbeins Bildnisse zeigen den feinen, tedmifd) so glänzenden Rokoko-Stil der französischen Malerei in einer etwas unpersönlichen Form, mit leisen genrehaften oder klassizistischen Anklängen. Sie zeugen heute im Leipziger, Weimarer, Braunidnveiger, Frankfurter Museum und wo sie noch die Zierde aller Schlösser bilden von oem sicheren Geschmack, der feinen Auffasiungsgabe und der liebenswürdigen Grazie ihres Schöpfers:
ftUnicrftutjimfl b.Xätidr beryarn ynb'Jbctcntmr ne mit beitem Grf;
Blasen- u. Xieren-L Ibol.uy.ur.l bei Stein m> Grieöbilduna. M 1 j iMWNrt'gX 3S?i
Redaktion, Expedition und Druckerei: bchul- straße 7. Expedition und Verlag: fc^51. Redaktion:«E112. TeL-Adru AnzeigerDießen.
beantrage:
zu dem Schuldentilgungsgesetz Artikel 1, Abs. 2 Pos. 2: Herabsetzung von l°o auf ’
Berechnung:
Friedrich Lischdei.', der Maier 5chiller§.
(Zu seinem 100. Todestage, 21. Juni.)
Unter den Künstlersamilien, die im 18. Jahrlmndcrt in
zu decken aus den Reserven.
beantrage, den Zusatz:
Tas Mantclgesetz hat nur Gültigkeit bis 1. April 1913. Bei Pensionierung und Todesfällen sind die Pensionen wie Witiveti- und Waisengelder nad) Maßgabe der in diesem Gesetz vorgesehenen Gehaltserhöhung zu berechnen.
Hierauf aufzurechnen wie in der Regierungsvorlage
gehalten hat. *
Goethe und dar Zohanimseuer von Jena.
Im Juni 1804 war Goethe am Tage vor Johanni von Weimar nach Jena gefahren, wo er erst nach eingebrochener Dunkelheit cintraf und über die aus den Anhöhen der Universitätsstadt in überreicher Zahl ongezündetcn Sonnenwendfeuer nicht wenig entzückt war. Besonders lenkte sich feine Aufmerksamkeit auf em
aber teuer ist uns der Name dieses Friedrich August Fischbein hauptsächlich deswegen, weil er uns Schillers Bild kür;
seinem Ende so trefflich treu und dabei so idealisch groß
Der Ausgleichsfonds wurde durch Beschluß des Ausschusses „. 8 000 000 Mk. festgesetzt. Ferner wurden vom Vorsitzenden folgende AenderungSvortchlage zur Besoldungsordnung etngebracht, die die Zustimmung des Ausidmst'es fanden:
bei 1 */e Schuldentilgung von 64 381 8O> Mk. = 643 818 Mk.
bei •/»•/• 386 .90 ,
rinnen werden für das Rechnungsjahr 1912 um fünfzehn Hundertteile der von ihnen jeweils bezogenen bisherigen Gehaltssätze jeder Stelle erhöht. Hinsichtlid- der PensionSfährgkeit dieser Zulage finden die Bestimmungen des Artikel 1, Absatz 3 Anwendung.
Artikel 4.
Tie „Gletzener FamiliendlStter" werden dem ,91iyeifler* viermal wöchentlich beigelegt, da» „Kreisblau für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlick-. Tie „randwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlick- zweimal.
Ebret die Frauen, sie stricken die Strümpfe. Wollig
- Panther * W Pfund Mk. 2.90. Jakob niaternns u. Srmlkf^.
Antisual
unfehlbares Mittel uichtung der
BLUTLAUS bei Emil Flwhbach.
mit mäßigem Wochengeld Haus.
In dem Wortgut des Programms bei neu gegründeten Bereinigung und der von uns veröffentlichten letzten Zuschrift ftel l aber nichts davon, daß der Frauenbewegung „schematische Gleichstellung voti Mann und Frau" vorge- l-alten werde. Was die weibliche Berufstätigkeit anlangt, so heißt es in dem von uns aufbewahrten Wortlaut des Programms:
Wir wissen, daß die ledigen Frauen Erwerbsgelegenheiten haben müssen, find aber der Ansicht, daß solche in Gestalt weib-
deulsct-cn Kunstnbnng eine große Rolle gespielt haben, stehen Tischbeins an erster Stelle. Richt weniger als 24 Mitglieder dieser Familien waren in der zweiten Halste des 18. Jahrhunderts cis Ma-er lilig und die meisten von ihnen besaßen einen großen Ruf. Der erste, der diesen Warnen zu Ehren brachte, war der Mander Akademiedirektor Johann Heinrich der Aellcre, dessen füm Brüder ebenfalls Maler waren. Ein Sobn des ältesten dieser Brüder iit Iol-ann Heinrich Wilhelm Ttschbein, der Be rühntieste der Familie, der Freilnd Goethes, der ihm in Rom Itabeirnt und dessen Bildnis des Dld-ters inmitten der Eampagna 6U den berühmtesten Goethe Darstellungen gehört.
Aber es gibt nod) einen anderen Tischbein, denen Namen inan wohl ebenso eng mit dem Schillers verknüpsen kann: das ist Johann Friedrid) August Tischbein, den uns die Wiederkehr seines ICO. Todestages in die Erinnerung rüst. Bon ihm ,rammt lenes berühmte Schüler Porträt, das den Dichter in scharlach toter Toga über brauner Tunika als römischen Philosovl-en dar stellt, mic einer Papierrotle in der Hand. Trotz dieser idealen Apoiheose, die den Einfluß des Älassizisten David aus den Maler b errät, ist der Kopf mit so starker realistischer Kratt gegeben, daß dies Werk zu den naiurgetrcucitcn Darstellungen Schillers g chört. Eine besondere Bedelitung gewinnt es nod) dadurch, daß es im Todesjahre Schillers nach der Natur begonnen und im wesentlicl-en vollendet wurde. So steht Schillers Gestalt hier vor uns, schon verklärt in der Hoheit einer beperen Welt, aber
Zügen und Haltung ganz realistisch amgefagt, das beste, natu: 9 iireucüc Bud des Tell-Sd-oviers in seiner bochucn Reise, -ttc ö llnkelroteii Haare sind an der mäa-tig auiiteigenöen1 etirn liark 9 clichtet, die blassen Wangen faltig trotz des leisen Ansatzes zum Doppelkinn: eine tiefe Furche durchschneidet bic k.-angen Mui Kinn hinunter und aud) sonst hat das auatoolle forpcrlid>e IS.-iben deuiliche Spuren in dies Gesicht angcföinirtcH. Aber die Äuge erglühen unter der toeißcn feinen HaiU m einem inunber» 0 ollen seelischen Feuer. Wie gütig, ist der Blick der leuchtenden iliugen, wie beredt und liebensrvürbra der Ausdruck dc^ .Runde--, KXc stolz und großartig die ganze Haltung des Kopses xie»
t-'ili). das in mehreren Exemplaren vorl-anden ist, mietet uns
jei Schlangenbad..
JOH Start gL®’’ $ian gier im Glas. |? mcütuiK___—
Wonnen
:nd ct'orbÄoriid^
Der Kampf um die Frauenbewegung.
Der neue „Deutsche Bund zur Belämp ting der Frauen- emanzipation" hat in der Frauenwelt, und mehr nodi in den politischen Parteien, wirklich wie ein Schlachtruf gewirkt. Einige der Gründer stcidcn denn auch sä-on be- dauert, das; dem Bund der kriegerische Name beigelegt warben ist. Auch der erste Vorsitzende. Pros. Dr. Sicgismund in Weimar, veröffentlichte gestern im „Tag" einen Artikel, in dem er darauf hinweist, das; die „Benennung des neugeborenen Kindes größere Schwierigkeiten gemacht" habe. Nack; dem uitbestritlenen Erfolg, den vor ein paar Monaten der deutsche Frauentag in Berlin gehabt hat, mußte der Anschein, als solle gegen eine maßvolle Frauenbewegung vorgegangen werden, vielfach verstimmend wirken. Wir halten die Entfachung von Parteistreitigkeiten in der Frauenwelt unter mlen Umständen ,ur schädlich, weil unser öffentliches Leben gerade genug au Partei- gegcnsätzen leidet. Ja, lvir sind sogar zu bem Bebenfell gekommen, bas; die Gründung des neuen politischen Verbandes, für die sich Frauen als Mitkämpferinnen melden sollen, ihren eigenen Ladungen widerspricht, in denen cS dock; heißt, das; Die Politisierung der Frau verhindert lverden soll. In dem Aufruf steht, daß die Gründer und Mitglieder „von ihrem Gewissen gedrungen" feien, „diesen Kampf auszunehmeu", und wenn hmzugefügt wird, daß die neue Bereinigung keiner Partei bienstvar sein solle, so ist boch eben unbestreitbar eine neue Partei damit aus dem Plane erschienen.
Tie Grundgedanten des neuen iBundes sind aber unserer Meinung nach nicht schlecht; wir haben sie veröffentlicht, es hat aber keineswegs ui unserem Sinne gelegen, damit zu dein sich entiuidclnocn -rania der fcindlia-en Schwestern etwas beizutragen. Tie str.itdare Gegenpartei in Gießen schickt uns jedoch bereits eine mit Hornern und Zahnen versehene „Entgegnung", von der wir unter Ablehnung einiger Hiebe „gegen oas Philisterium", die für die Sache belanglos sind, das Folgende Mitteilen:
Wenn unter anderem das Programm der Frauenbewegung vorwirst, jie erstrebe „s che m a l 11 cy e Gleichstellung von Mann und Frau, Oie der 'Jiaiur Gewalt antun", so zeigen die Gründer des neuen Bundes, daß sie noch nicht einmal die Grundsorderungen unb die Ziele der Bestrebungen ihres Gegners kennen. Denn ein Blick am Die Satzungen des Bundes Dcutsd-er Fraueilvereine hätte die Herrsa-aiten belehren müssen, daß gerade am die Verschiedenheit der Geschlechter in Ihrem Wesen und in ihren Aufgaben die Ansprüd>e der heutigen dein sd-vn Frauenbewegung sich gründen: Durch gemeinsame Arbeit von Niann und Frau, an her Lösung aller sozialen Probleme will sie jedes der beiden Gcsd-lechier ans eine höhere Stufe freier Menschlichkeit führen und die gesamte Kultur reicher und har- monifdx* gestalten.
Ferner will der „Bund gegen die Frauenemanzipation" die weibliche Berufstätigkeit auf ledige Frauen in den sog. wcib- Lidxn (?) Bcruscn beschränken. Diese Fordcrmig wird durch die einfache Tatsadx widerlegt, daß in Teiitsdstand nahezu 3 Millionen verheiratete Frauen in Hauptberufen tätig find und fein müffelt. Sv grell das Licht and) ist, welches diese Zahl auf die soziale Lage wirst, zu den Augen der Gründer des neuen Bundes scheint noch kein Strahl davon gelangt zu sein Vielleicht aber versenden sic, die dod- so sehr für „Hebung des Fraucnlebens und für soziale Fürsorgetätigkeit" schivarmen, einen zweiten .üriegs- uuf und sammeln durch dessen Berkaus soviel Gelo, daß die Familien dieser 3 000 000 Frauen aud) ohne die berusliche Tälig- teit ihrer Mütter leben können.
Löblichcrweise bekämpft der Bund auch „alle Bestrebungen die geeignet find, die Ehe zu lockern, die FamUee zu sd)ädigen, die Begriffe von Zucht und Sitte zu verwirren und die Beziehungen der beiden Gesdstcchler auf rein ,'inn- lidn? Triele zu gründen". In diesem Punkt kann der Bund der Unterstützung! durch die Frauenbewegung ganz sid-cr sein. Denn für die Reinheit der Ehe und des sexuellen Ledens kämpft die 'Frauenbewegung unablässig. Sie erblickt auch — wie ihr neuer Gegner — „im Manne nicht den Nebenbuhler, sondern den unentbehrlichen Gefährten und Mitarbeiter der Frau". Aber sie tritt tatkräftig Dafür ein, daß die Frau auch luirtlid) als ernster Mitarbeiter des Mannes auf allen Lebensgebieten gesd-ätzt und nicht etwa nad) dem bcfaimtcii Rezept gewürdigt wird:
an der Spitze des Hausberges aufslammendes Feuer, von dem aus sich in zwei auscinanderstrebenden Linien über den Berghang zum Tal hinab Reihen von Feuern sortpflanzten, die ui der Mittleren Höhe des Berges burd) eine ivagrechte Feuerrcihe verbunden waren, so daß deutlich die Gestalt eines flammenden lateinischen A sichtbar wurde, das unzweifelhaft als Anfangsbuchstabe des Namens der Großherzogin-Mutter Amalie gedacht war. »üoethe, der darin eine Huldigung der Studcnlensd-ast vermutete, war nicht wenig erstaunt, aus seine Erkundigung zu vernehmen, daß die Url-cber der prachtigeii '-öergilhiminanon die „Jenenser Mohren" seien, von denen der in allen Angelegenheiten des Großherzogtums so ausgezeichnet Unterrichtete noch nie etwas gehört hatte. Aus weiteres Fragen erhielt er die Auskunft, daß man darunter die Jungen armer Familien verstehe, die sich durch mancher Id kleine Dienste in wohlhabenderen Haushaltungen und durch Botengänge für Studenten kleine Trinkgelder zu verdienen sudsten unb im Volksmunde Mohren hießen, weil sie durch stetes Herumtreiben auf den Gassen von Wind und Wetter braun gebraten und dem Gebrauch von Seife und Handtuch nicht sonderlich hold waren. In besonderer Gunst bei den weiblichen 2icnftbotcn stehend, denen sie auch ohne Geldentlohnung gegen ein Stuck Brot oder sonst etwas Eßbares manche kleine Besorgung abnahmen, genossen sic seil altersher das Gewohnhcilsvorrcdst, daß ihnen von jenen sämtliche Rmenbesen aufgehoben wurden, die sich in den Haushaltungen im Lauie eines Jahres abgenutzt hallen: diese benutzten sie dann am Vorabend des Johannistages zu der Beleuchtung des Hausberges.
Goethe hal das JohanniS'euer einer eingehenden Erwähnung für wert gehalten und erzählt unter anderem Darüber: „Diese lebhafte Erscheinung, bei einem heileren Abendgclage von versammelten Freunden gewährt und bewundert, eignete iich auf alle Fälle, einigen Enthusiasmus zu erregen. Man stieg auf das Wohl der verehrten Fürstin an, und, da schon seit einiger Zeit eine immer ernstere Polizei dergleichen feurige Lustbarkeiten zu verbieten Anitaltcn machte, so bebauerte man, daß eine solche Seelenfreude künftig nicht mehr genofien werden sollre, uno äußerte den Wunsch für die Tauer einer solchen Gewohnheit in oem heiteren Toast:
Johannisseuer seh unverwehrt. Die Freude nie verloren!
Besen werden immer stumpf gekehrt .Und Jungens immer geboren."
Unsere Regierung ist ermack-tigt, für das Rechnungsjahr 1912. die Vergütungssätze der Schulverwalter lBerwalterimien) den Volksschul- und den höheren Bürgerschulen aus 1000 vor bestandener Schlußprüfung und 1100 Mk. nach bestan bener «.chlußprüsung sest-useyen.
zugegeben von der Regierung 250 000 , hierzu obige Ersparnis 277 528 .
Sa. ?u27 Ö2S Mk.
abgerundet aus: 2 030 000 Mk.
Zu Artikel 9 Abs. 3. Belastung des Ausglcichs- unb Tcilungsfonbs aus 6 Millionen Mark.
Eventual-Antrag.
Ich beantrage eventuell
daß WohnungSgclb und Gchaltserböhnng in der von der Regierung vorgeschlagenen Summe ohne Unterscheidung zwischen den beiden Bezügen bewilligt werden,
also in Höhe von 1 579 630 Mk.
25 000 „
1 604 630 Mk.
„Hauptbcius" tätig juto. Denn das geschieht doch meist auf Grund einer Vernachlässigung des Familienlcbcns.
Wir Ijtben diese Punkte hervor, um zu vermeiden, baß sich weiter bie Fäuste zum Kampfe ballen.
Eine Llnigung in der hessischen vesoldungssrage.
bs. Darmstadt, 19. Juni.
Im Gegensatz zu der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses scheint man zu der Ansicht gekommen zu sein, daß sich doch Mittel nnb Wege finden lasten müssen um wenigstens zu einer vorläufigen Einigung zu kommeii. Ter Vorsitzende des Finanz, ausschllst'es Tr. Osann hat 4 Anträge dem Ausschutz überreicht. Tiese Anträge lauten:
Zum Mantelgesetz
Ich beantrage:
Zweites Blatt 162. Fahrgang
Erscheint ISglfch mit Ausnahme deS Sonntags. P
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
4 500 „ 75 000 „ 130 000 „ 125 000 „
2 805 230 Mk.
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