Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten,
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kf. Die Pariser Nationalbibliothek mit ihren drei Millionen Bänden wetteifert mit der Bibliothek des British Museum in London um den Ruhm, die reichste Büchersammlung der Well zu sein. Diesen Ruhm mag sie wohl auch verdienen, aber wenn man hinter die Kuliisen der berühmten Pariser Bibliothek schaut, so bieten sich doch allerlei merkwürdige lieber* raschungen. Tie ungeheure Zahl der in der Nationalbibliothek ausbewahrten Bücher sinkt nämlich wesentlich herab, wenn man sich den dort altüberlieferten Brauch vergegenwärtigt, Neuauflagen und Neudrucke derselben Werke in unbegrenzter Zahl in die Büchersächer aufzunehmen und dort auszubewahren. So ist B. der Roman „Tie Million" von Jules Claretie in nicht .reuiger als 36 verschideneu Auflagen vorhanden. Boileau tritt mit 1000 Werken an, und die Ausgaben der Werke Balzacs stellen eine Bibliothek von 1500 Bänden dar. Es gibt eigenartige Spezialwerke, die kaum jemals verlangt werden, z. B. einen Dictionaire de la Gendarmerie: dies Werk hat seinerzeit zwölf Ausgaben und achtzehn Neudrucke erlebt und nimmt daher in der Nationalbibliothek einen erheblichen Raum ein. Tie Zahl dieser Fälle ist aber groß, und die Bückreranhäufung ist schließlich >'o planlos geworden, daß eine Reorganisation unvermeidlich
(Ein unbekannter pokarvolk.
Das Naturgescknchtliche Museum in Network hatte in der nten Hälfte des Jahves 1910 unter der Leitung B. Stefa n n- in s eine Forschungsreise in das Polargebiet Kanadas aus ftudet. Stelannsen behauptet, bei dieser Reise ein unbekanntes dlawolk entdeckt zu haben, und zwar Eskimos, die dem eure stchen Meuschensckstaqe auffallend ähneln und ihm besonders wh ihre Helle Hautfarbe nahe komm en. Einige Mitglieder brr ^.glichen geographischen Gesellschaft Englands, unter ihnen j-emo T. Wei Dill, haben sich nun mit Stesannsen in Ber it>ung setzen lönnen und sind daher, wie der „Standard" an k, in der Lage, nähere Mitteilungen über dieses unbekannte
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Kleinbäuserberg» versteigen: ück mit 25 tzstm. i heiler und -luvk.
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währt, traf diesen bereits in Agonie.
Nur kurze Zeit, etwa von 1907 bis 1909, hat der Ruhm des österreichischen Bismarck, wie Aehrenthal, der bei Wo legenheit des Annexionsdekrets in den Grafenstand erbe ben wurde, seine Anhänger nannten, unangefochten dage standen. Tann fing der Erzl-orzog-Thronsolger und die Militärpartei, auf die sich Aehrenthal bei der Annexionskrise stützte, an, ihm ihre Gunst zu entziehen, weil er, der die Politik Oestcrreich-üingarns als überzeugter Dreibund anhänger führte, nicht dajur zu haben war, durch eine Ber Itärtung der Grenzgarnisonen Italien vor den Kopf zu stoßen. Das führte schließlich zu der bekannten General- stabskrise (Konrad v. Hötzendorff) um die Wende dieses Jahres, in der Aehrenthal noch einmal Sieger blieb.
Bis fn die Zeit seiner Krankheit, ja, sogar noch auf dem Sterbelager selbst, Haden seine Gegner den Grafen Aehrenthal mit ihren giftigen Pfeilen verfolgt. Sie machten ihm, unter dem der Dreibund bis zum Jahre 1916 erneuert wurde, zum Vorwurf, daß er die Beziehungen zwi- l'dycn Lesterreich-Ungarn und Deutschland nicht genügend pflege. Das stimmt ja insofern, als Graf Aehrenthal — ein kühler Rechner — Deutschland gegenüber jeden warmen Herzenston vermissen ließ, wie er z. B. dem Fürsten Bülow Oesterreich-Ungarn gegenüber stets zu Gebote stand. Das stimmt auch insoweit, als er während der Maroilokrise vor den Delegationen das Desinteressement Lesterreich-Ungarns an einem deutsch-enalisch-franzchischen Kriege erklärte. Aber darum kann man den Grasen Aelxrenthal nicht der Unfreundlichkeit gegen Deutschland zeihen. Er wußte, daß, wenn der easus foederis wirklich gegeben, Deutschland also noch von Rußland angegriffen worden wäre, die beiden zlaisermächte sich auch ohne überschwengliche Aeußerungen aufeinander verlassen konnten. Deshalb lag ihm mehr daran, Italien beim Dreibunde festzuhalten. Und das ist ihm auch, als wegen der italienischen Schiffe in der Adria in Oesterreich-Ungarn die Wogen der Entrüstung hoch gingen, gelungen.
Seine Gegner machen ihm aber weiter die schlechten Beziehungen zu Rußland zum Vorwurf. Ja, sind diese nicht ganz naturgemäß aus der Annexionskrise herzuleiten, und
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gelebt, so z. B. annähernd 400 europäische Seeleute, die der Expedition Sir John Franklin angehörten. Daß sich hierbei Weiße mit den Eskimos verrnisckt haben, ist durchaus möglich. Dagegen spricht nur, daß die Ueberliefetung der „weißen Eskimos" von Europäern durchaus nichts weiß, und ebenso ist es kaum denkbar, daß die europäischen Kenntnisse verloren gegangen sein sollen, die die Europäer doch zweifellos mitgebracht haben, Mel- rill hat mit Sicherheft festgestellt, daß die „weißen Eskimos" als inzige Waffen Pfeil, Bogen und Spieße keimen, wobei als Spitzen zehärnrnertes, nicht geschmiedetes Kupfer verwendet wird, daß auch sonst zu Werkzeugen bient.
Alle Kleidungsstücke der „tocifeen Eskimos" werden aus Rentier- und Seehundfell hergestellt, das Haushaltsgerät beliebt aus Holz, Horn des Moschusochsens und weichen Steinarten. Um dieses Rätsel der „weißen Eskimos" zu ergründm, ist gegenwärtig I. Hornby, ebenfalls ein Mitglied der König!. Geographischen Gesellschaft in Kanada, ber sich vielleicht mit Stesannsen oder dem französischen Eskimomissionar Lvuvier zu gemeinsamer Tätigkeit verbunden hat, bemüht.
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— Ter Dichterwettstreit am Hofe des Mikado. Der große Wettstreit in Neujahrsdichtungen, ber alljährlich am japanischen Kaiserhofe abgehalten wird, hat nun stattgefunden. Ter Mikado bestimmt jedesmal das Thema eines Gedichts und jedem japanischen Untenan steht es frei, sich bann zu versuchen. In diesem Jahre wählte der Kaiser als Thema „Ein Kranich auf einer Kiefer" und das Richterkollegium, das die einlaufenden Dichtungen prüft und sondert, hat ein stattliches Werk hinter sich, denn nicht weniger als 29 353 Gedichte über den Kranich aus dem Kieierbaume wurden eingereicht. 58 davon kamen in die engere Wahl und 21 wurden schließlich feierlich im Kaiserschlosse verlesen. Doch außer diesen 21 Variationen über das gleiche Thema wurden auch die Gedichte der Hofdickter, die des Großkanzlers und ber hohen Staatsbeamten und die Verse von Mitgliedern der kaiserlichen Familie rezitiert. Ter feierliche Akt schloß mit der Verlesung des (sKdichtes der Kaiserin, das dreimal Borg (tragen wurde und mit dem des Mikado. Tie Verse des Mikado wurden von ben Hofrezitatoren fünfmal verlesen, während die prächtige Versammlung achtungsvoll mit gesenkten Häuptern lauscht. Auch aus dem AuSlande waren zahlreiche Tötungen eingetroffen, sowohl aus Europa wie aus fast allen Ländern des fernen Ostens. Zur Siegerin in dem Wettbewerb wurde schließlich die Baronin Sono erklärt, die crjtc Hofdame der Kaiserin. Tie Wahl des Themas hat übrigens bei japanischen Naturforschern Anlaß zu mannigfachen Erörterungen gegeben, denn die Zoologen machen geltend, daß der Kranich sich niemals auf einer Kiefer niederzulassen pflegt.
kf. Englische Frauen, die gegen amerika - nischen Tabak eingetauscht werden. Eine englische Wochenschrift hat einen Brief vom 12. August 1621 ausgegraben, den ein englisches Schiff nach Der Neuen Welt beförderte. Dieser Briet enthält folgende Worte „Anbei erhalten Sie eine Witwe und 11 Jungfrauen als Frauen tüt die Bevölkerung von Virginien. Bei ihrer Auswahl ist besondere Sorgfalt angewendet worden, denn sie sind alle nur auf Grund von Empfehlungen zugelassen nwrden: außerdem sind noch beinahe 50 vorhanden, die auch bereit sind zu fahren. Als Gegcmleistung für diese Beförderung wird verlangt,, daß jeder Mann, der eine von ihnen heiratet, 100 Pfund besten Tabak schickt. „Wie man hieraus entnehmen kann, handelt es sich nicht um wirklichen Menschenhandel, fonbern nur um eine etwas merkwürdige Form von Heiratsvermittlung, wie sie ja auch z. T. in unserem Kolonialleben nicht fremb ist.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. In Bonn ist der Hygieniker Professor Finkler im Alter von 59 Jahren gestorben.
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W^olk zu machen.
I Tie „weißen Eskimos" stehen durchaus ntdyt rm Zusammen Arge mit den eigentlichen Eskimovölkern, die ethnologisch reck'. «U bekannt sind. Stefannfen hat sie zwischen dem großen TNrcnfcc und dem Coppermine River autgchinben und sie bahr.
*1 ooppermme-River-Eskimos bezeichnet. Stefannsen selbst frn tr einen Stamm solcher weißen Eskimos mft europäischen G< ifsyiqcn kennen gelernt, aber von diesen gehört, daß weiter ,|p6b ganz ähnliche Eskimos zu finden seien. Nach ihrer
■ tad-e, ihren Waffen und Werkzeugen, ihren sttten und G
>■ tecitcn, selbst nach ihren Sagen und Ueberliefeniugen, unter !; wen sie sich von den anderen Eskimovölkern nickst. Für b:c
- niologcn ist es nun vorläufig ein ungelöstes Rätsel, wie dieser Wüjnlidje Menschenschlag, der viel von den Eskimos, aber auch
von europäischen Volkern an sich hat, zu erklären fet o1
Melvil feststellen konnte, batten diese „weißen Eskrmos
ir davoir gehört, baß im Alden „weiße Menschen" lebten, bu ätzen Eskrmos" jedoch), mit denen Melvill selbst zusammen
i )mincn ist. haben dies immer für ein Märchen gehaltert. Melvill i streikst die weißen Eskimos fast genau so, wie Stesannsen fic ! her geschildert hat: sie haben straffes Mongolenhaar, aber V Vi Helle Gesichtsfarbe, ja die Gesichtsfarbe soll so hell sein
die Eskimobiener der Stefannssck'.n Forschungsexpedilion i< k verschlagene europäische Walsischiäger hielten, ald sie ihrer "T ansichtig wurden. BielleicÄ fonrmt diese Erklärung der • Arbeit ziemlich nahe. Melvill selbst glaubt nickt, baß die >nßen Eskinws" wie einige Ethnologen wollen, die Nachkommen £ §!onvegerkolonie auf Grönland seien, die in ber Mitte des f Jahrhunderts unterging, sondern er hält es für wahr schein pm, daß es sich um ein Misckwolk handelt, und hierfür laß: V manches Beweismaterial beibringen: In der Mitte des neun
das umso mehr, als Graf Aehrenthal den damaligen ruf ft dfen Minister des Auswärtigen, Jswolsli, bei einer Zu ammenlunft auf dem Schlosse von Buchlau so hereingeleg hatte, baß Rußland die Annexion Bosniens und der Herzegowina durch Oesterreich-Ungarn um den Preis der Lei' nung der Dardanellen zugesiand. Dadurch kam Rutzlau in eine recht üble Lage gegenüber den Balkanslaoen und erlitt so eine diplomatische schlapp.' Oesterreich Ungarn uni Graf Aehrenthal dagegen triumphierten. Denn mag auc. Rußland in letzter Linie durch die Erklärung des deutsche: Botschasters in Petersburg, Grafen Pourtalös (März 1901 davon abgehalten worden sein, sein Schwert für die Ser ontenegriner in die Wagschale zu werfen: Oester reich-Ungarn war in eine aktive Lrientpolitik eingctreicn die mit dem Gewinn zweier neuer Provinzen und mit eine Vergrößerung seines Ansehens unter den Mächten endete Das ist die Großtat im Leben des jetzt im 57. Lebensjahre verstorbenen Ministers des Auswärtigen, die ihm trotz der hohen Kosten, die sie Oesterreick)-Ungarn ausbür bete, sein Meifer bis zur letzten stunde gebankt hat, in- bem er erklärte, sich von ihm als Minister niemals trennen zu wollen. Unb so ist es auch gekommen. Denn bas Hand schreiben Kaiser Jranz Josephs, in dem er bem Grafen Aehrenthal feinen Rücktritt unter höchster Auszeichnung ge
nbelte man dem Grafen Aehrenthal nicht zu, alö er Tner- •ei Rußland in einer Weise düpiert', die ihresgleichen suchte, und alS Gewinn Bosnien und die Herzegowina heimbrachte? lud jetzt? Es ist noch die Arbeit A.hrenthals, wenn die slerreick isch-russischen Beziehungen sich in letzter Zeit merk- ich gebessert haben und ein rujsischer Großfürst vor kurzem m der Wiener Ho bürg als Gast wellen konnte. AehrenlhalS Voraussicht, daß Rußland schließlich doch eine Anlehnung an Oesterreich-Ungarn suchen mürbe^ hat jedenfalls gestimmt, aiib es berührt geradezu tragisch, baß er nun nicht mehr )ie Fäden dieser Annäherung weitexjpinnen kann.
Tie Aufrechterhaltung des Dreibundes und die Wieder- l ersteilung eines guten Verhältnisses zu Rußland sind das lolittsche Testament des Grafen Aehrenthal, dessen Aus- ührung durch seinen Nachfolger, den Grafen B e r ch t h o l d, i-m^so gesicherter ist, als der alte Kaiser es als fcineit Willen bezeichnet hat, baß die Aehrenlkfalsche Politik fortgesetzt Derbe. Soweit bas die Verständigung mit Rußland an» »etrifft, ist wohl dazu feiner geeigneter, als Graf Berchlhold, >er von 1900 bis März 1911 in Petersburg Botschafter uar, dann sich auf seine Güter in Ungarn und Mähren ^urückzog, vom Grasen Aehrenthal aber in letzter Zeit wiederholt zu geheimnisvollen Reisen nach Petersburg benutzt wurde. Graf Bkrchthold Hal also die Annäherung zwischen Wien und Petersburg vorbereiten helfen und ist deshalb trotz seines relativ jugendlichen Alters von 49 Jahren der berufene Mann, die österreichisch-russische Verstäw bigung auch zu Ende zu führen.
Der Kaifcr und das Rcichstagspräsidium.
Die „Kölnische Zeitung" meldet: „Der Kaiser hat es abgelehnt, das Reichstagspräsidium zu empfangen. Der Präsident und der zwette Vizepräsident hatten um diesen Empfang nackfgesucht. Der Kaiser hat aber den Empfang dieses unvollständigen Präsidiums abgelehnt. Die Angelegenheit ist als eine persönliche Sache des Kaisers aufzufassen, was schon daraus hervorgeht, baß der Bescheid durch das Oberhofmarschallamt ergangen ist"
Die Frage der Wahl eines Sozialdemokraten ins Reichs- tagspräsldiurn war bisher nicht akut geworden, da die so- Kaldemorratiscke Partei, die zwar gemäß ihrer Stärke oft genug Anspruch auf eine Vertretung im Präsidium gehabt hätte, diese aus doktrinären Gründen immer ablehnte. Es handelt sich dabei um die sogenannten höfischen Verpflichtungen, also vor allem um die persönliche Anzeige im kaiserlichen Schloß, daß der Reichstag sich konstituiert habe, und um die Teilnahme an gewissen Hoffestlichkeiten. Von diesen Repräsentationspslichten ist zwar in der Reichsver- fassung nicht die Rede: es handelt sich hier nur um die Ausübung eines durch eine 40jährige Tradition geheiligten Brauches. Und wenn die Sozialdemokratie auf die Vertretung im Präsidium verzichtete, weil sie in diesen Repräsentationspflichten die Anerteirnung der Monarchie sah, so war das eben ein Doktrinarismus, eine agitatorische Kinderei.
Aber die Zeiten ändern sich. Wie es in Süddeutschland, z. B. im Landtagspräsidium von Elsaß-Lothrinaen, Baden usw., schon jetzt Sozialdemokraten gibt, die auch „zu Hofe gehen", so brachte es die Lage bei den letzten Reichstagswahlen mit sich, baß die Sl^ialdemokratie auch im Rerche auf eine Vertretung im Präsibium des Parlamentes drang.
Gras Aehrenthal f.
Wien, 17. Febr. Der Minister des Aeußern, Gras -Mn Aehrenthal, ist heute abend 9 Uhr 45 Minuten g c Horben. An dem Sterbelager anwesend waren die bei in Brüder, mehrere Verwandte, ferner die Sektionsck>efs H Ministers des Aeußern und andere Herren des Mzni Rrriums.
[ Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht nachstehendes Handschreiben:
j „Lieber Graf Achrcnthal! In Würdigung des Umstandes, gtai :Mcksich1en auf Ihren Gesundheitszustand Sie zu meinem Mdcstesten Bedauern veranlassen, die Enthebung vorn Amte des ■Knittert meines Hauses und des Aeußeren zu erbitten, ge Kbmige ich in Gnaden die von Ihnen erbetene Enthchtmg. Bei Krem Anlasse finde ich mich bestimmt. Sie meines ungesckfmälerten ■rrtrauene nick t nur in Ihre Person, sondern auck in die Politik K versichern, l Verhältnissen mit um
r Initiative verfolgten und die Ihnen eine bleiben . Mrcnde Erinnerung fidicrt. Zugleich spreche ich Ihnen für Ihre Keuen ausgezeichneten Dienste, die Sie mir, meinem Hause und i Irt Monarchie in aufopferirder Weise geleistet haben, meine volle Bhctfcnnunn und meinen wärmsten Dank aus. Zum Zeick>en inner fortdauernden Gewogenheit verleihe ick) Ihnen die Bril ° knien zum Großkreuz meines St. Stepl-ansordens
Wien, 17. Febr. Der neue Minister des Aeußern, •raf Berchtold, wird am Montag vormittag vom Kaiser fcdbiflt.
i Was man lange befürchtete, ist nun eingetreten. Graf Hßebrenthal, der Leiter der auswärtigen österreichisch-un Mtischen Politik, ist seinem schweren Leiden (Scufacmir Wegen, das ihn schon anfangs dieses Jahres zwang, einen Htlbjährigen >irankl)eitsurlaub nachzusuchen. Mau mag Wer die Persönlichkeit des Grafen Alois Lexa von Aehrcn Wal. der einer ursprünglich israelitischen Familie entstammt, buten, wie man will, an bem Politiker hat Oesterreich Inqorn gerabc jetzt, wo sich eine Annäherung an Ruß land vorbereitet, vielleicht viel verloren. Denn mit Par fett des Petersburger Hoflebcns aus seiner bortigen Bor schafrerreit (1899—1906) auss engste vertrant, war er es, «st dessen Hilfe der damalige Minister des Auswärtigen, traf Goluckfowski, bas Mürzstegcr Abkommen über Maze Knien (1903 )mit Rußland abschließen konnte. Auch machte Äaron Aehrenthal, als er auf Empfehlung deA Thronfolgers, tncherzogS Franz Ferdinand, im Oktober 1906 in das Wiinsterium des Auswärtigen am Ballhausplatz überfie- ■te, keinen Hehl daraus, daß er dieses Mkommen zu einer Kitcnte erweitern, ja, vielleicht das alte Dreikaiserbündnis litu erstehen lassen wolle.
Aber daraus wurde nichts. Denn Rußland hatte sich dem Liebeswerben König Eduards VII. nicht verschließen tonnen und bei der Begegnung von Reval ein Ententever- Mlinis mit England über Zentralasien eingeleitet, über bi- die österreichisch-russische Freundschaft in Rücksicht auf die gegen Deutsckstand damals betriebene Einkreisungspolitik ii die Brüche gehen mußte. Aehrenthal sah ein, daß er d:: Schwergewicht Oesterreich-Ungarns anders zur Gelting bringen mußte, als durch eine Annäherung an Ruß- Iinb, unb unternahm burch das Projekt der Sandschakbahn en ii Vorstoß in die Balkanwirrnis. Das führte zum end- altigen Bruch zwischen Oesterreich und Rußland und mußte
geworden ist. Diese Reorganisation ist jetzt beschlossene Sache:
... ___________________o—. __________ man wftl in die Bücherbeitände etwas Logik hineinbringen und
innen Jahrhunderts haben eine ganze Anzahl größerer euro iie auch durchforsten, um Ueberflüniges loszuwerden. Was den —-—<■■*. - ■ — 1 J--- -*• k—n i akalog der Pariser Nationalbibliothek angeht, so ist sein Ab-
: | diluß, wenn die Zahl der Mftarbefter daran nicht vervielfältigt
ihnen haben mehrere Winter hindurch zwischen ben Eskimos' wird, nicht vor dem Jahre 2000 zu erwarten!
Montag, 19. Zebniar 1912
Erster Blatt
162. Jahrgang
Vtznq«vrel»: monnllicbTj VUoiertel- jährlid) Dkt. 2.20. durch ’lbbole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Bost Pft.2.— vierlcl- iäbrt. auSschü BeifeUa. Zeilenoreis: lokal IbPi^ ausivan- 20 BKnmq. 6 lieiredakteur: A Goetz. Peranlivorftich für den politftcheu Teil: August Goeg; für .Jeutlle- lon'. .Peninschles' und ,Genckus>aai": R. 9leu- ratlr. iilt »Stabt und Land": E.Hes; <üt den Auzetgenteck: H. Beck.
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,r «letzener »nzelger ( jpeml taglick. außer tenntane. - Beilagen: iprmnl wöcheuittch
(ltrnr«ramilifnb!l ver
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atlürbtn Kreis 6i<htn i eiistuqundJreuag)-, i itintnl monnil. land-
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ir die «edakt.on 112, f V »»
General-Anzeiger für Gberheffen
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