Ausgabe 
18.10.1912 Erstes Blatt
 
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Freitag, 18. Gttover 19|2

162. Jahrgang

Erstes Blatt

Die heutige Nummer umfahl 12 Seiten.

Mephisto und Margarete Conrad al-? GretchenIPflaumenbranntwein (Rakija); wenn es gut geht, ein paar Eier: en, die über alles Leben hinweg ins Ewige zeigten. | mehr ist in solcher Schenke kaum zu haben. Toch die Gäste, die ein künstlerischer Erfolg zustande, wie ihn das hier einkehren, sind anspruchslos. Besser als anderswo lernt

Dialektik als

Volksheldcn finden.

schufen Gestalten,------------------ _

Und so kam ein künstlerischer Erfolg zustande, wie ihn das Altonaer Stadttheater noch selten erlebt hat.

Kurt Küchler.

Kriegserklärung an die Türkei übersandt und sie den Großmächten notifiziert.

Tie Agence d'A thönes meldet: Serbien hat der Türkei zuerst den Krieg erklärt, Bul­garien folgte. Griechenland, das sich von seinen Verbündeten nicl't absondern will, hat seinen Gesandten in Konstantinopel beauftragt, der Pforte die Kriegser­klärung zu übermitteln, indem es gleichzeitig den ver­bündeten Nationen brüderliche Grüße sendet.

K o n st a n t i n o p e l, 17. Okt. Der griechischc G c - sandte besuchte den Minister des Aeußern Noradüng -- hi an und erklärte, wenn der Grund für die Nichtzustellung seiner Pässe darin liege, daß die Pforte keine griechische Note erhielt, so sehe Griechenland eine der ser­bischen und bulgarischen identische Note als überreicht an. Der Minister erwiderte, der Beschluß, dem bulgarischen und dem. serbischen Gesandten ihre Pässe zuzustellen, sei im gestrigen Ministerrat gefaßt worden. Ta die erwähnte Erklärung Griechenlands u a ch d e r S i tz u n g des M i n i st e r r a t s erfolgte, werde die Frage in dem

D i e größte Briefmarkenausstellung der Welt. Gegen 300000 seltene Briefmarken, die einen Werl von etwa 6 Millionen Mark darstcllen, sind auf der soeben eröffneten internationalen Ausstellung in L o n d o n zu sehen. Tiefe Ausstellung, die die großartigste Ausstellung ihrer Art ist, hat Philatelisten aus allen Weltteilen angezogen und beichaf- tigt alle Kreise Englands, vom König, der cm begeisterter Bnes- markensammler ist, bis zu den Schuljungen, die ihre Marken tauschen. Ungeheure Werte sind hier unter Glas zu schauen; die bunten Papierstückchen sind versichert, werden aus das sorg­samste bewacht und nachts in sichere Safes eingeschlossen, xer Stolz der Ausstellung ist die Platte, von der die Pennys- und Zweipennys-Mauritius-Marken gedruckt werden: ihr Wert wird auf 100 000 Mark geschätzt. Tic Marken selbst, von denen nur 27 Stück bekannt sind, kosten 70000 Mark das Paar. Zu den größten Seltenheiten gehört eine Serie von, Uruguay-Marken. Tie seltenste Briefmarke, die vorhanden ist, ist aber eine grüne chinesische Marke für Expreßbricie, die aus vier durchlocktcn Ab­teilungen besteht. Wer in China Eilbriefe versendet, bekommt von dieser Marke nur eine Abteilung, während die chinesische Post die übrigen drei zu^ückbehält und jeden, der sich ^n ihren Besitz setzt, mit schwerer Strafe bedroht, xcm englischen Sammler Darte-Lovelace gelang es, während der chinesischen Rcvolutwn sich in den Besitz einer vollständigen Marke SU versetzen, der einzigen, die es bisher außerhalb Chinas gibt. 40 000 Mark ist eine Zweieent-Missionarmarke von Hawai wert, die in den fünf­ziger Jahren des 19. Jahrhunderts von den Missionaren Hawais verwendet wurde und außerordentlich selten ist.

B o s n i s ch e G a st l i ck k e i t. Im Orient steht auf jedem wegsamen Paß ein San. Freilich ist der San in seiner ursprüng­lichen Einsackheit nun meist durch Gasthäuser oder gar votels verdrängt worden, aber abseits der vielbetrctenen Touristenwcgc können wir diese primitiven Stätten orientalischer Gastlichkeit noch häufig finden. Sie besteht in einer niederen, unscheinbaren Hütte, mitunter auch nur in einem Flugdach, das notdürftig von Strohwändest gehalten wird. Nie aber fehlt darin der Kauec- herd, auf dem Tag und Nacht die Kohlen glimmen. Eine Taste türkischen Kaffees, selbstverständlich mit Bodensatz; landesüblicher

rotrren.

Ter offizielle Friedensschlus; zwischen Italien und der Türkei wird nunmehr sehr beschleunigt. Ter Sultan und >5Vnig Viktor Emanuel haben der Bevölkerung von Tripoli- tanien und der Eyrenaika bereits die neue Wandlung der Tinge in besonderen Erlassen ,nitgeteilt. Italien will ein liberales Regime einschlagen und der einheimischen Bevölkerung Teilnalfme an den Verwaltungs ges chüften ge­statten.

ler vruch der Türkei mit Serbien und Bulgarien.

Konstantinopel, 17. Oft. In der heute vormittag am 9 Uhr den Gesandten Serbiens und Bul­gariens überreichten Note erklärt die Pforte:

Die bulgarische und serbische Note ist eine Einmi­schung in die inneren Angelegenheiten der Türkei und die Mobilisierung der beiden Staaten und die täglichen Scharmützel haben den Frieden weiter­hin unmöglich gemacht. Die Gesandten werden da- Ijer aufgesordert, das türkische Gebiet sofort zu verlassen. Dies wird als eine Kriegserklärung betrachtet.

Konstantinopel, 17. Okt. Der Marinemini-- st er und Brigadegeneral Mahmud Mukter Pascha, welcher das Kommando der Division in K-irk Kilisse übernahm, soll unverzüglich abreisen. Der Bautenminister General Salih leitet interimistisch das Marinemim- sterium. ES scheint sich zu bestätigen, daß der frühere Sultan Abdul Hamid sofort nach dem Ausbruch des ifriegeS nach Konstantinopel üb er geführt wird. Die Ueberführung soll angeblich notwendig sein, um einem etwaigen Versuch der Albaner vorzubeugen, bei dem Passie­ren Salonikis nach der türkisch-griechischen Grenze Abdul Hamid zu befreien. Es verlautet, daß der frühere Sultan aus diesem Anlaß drei Millionen für die Armee in Aus­sicht stellte.

Die Krkgscrfläruna der BoHanftoatcn.

Belgrad, 17. Oft. Die Negierung hat heute nach- ttrittag dem serbischen Gesandten in Konstantinopel die

monatlich 76 Ul., viertel- läbrhcb Mk. 2.20, durch 'Ibbole- il Zweigstellen monatlich 65 l<i.. durch die Post P!'.2.oiertel- idhrl. ausicdl. Ueitefiq. ZetlenpreUi: lokal 15 UU auswärts 20 Pteuntq. Cbe>redakteur: dl «Äoetz. Verautivortttch hli Den polutichen Teil August Goey. lih .Feuille­ton'. .Bernnfcbtes' und .Genciusiaal^ R. Neu- ratb. iüi .Stadt und Land" E.Hes. iüx den Änzeiaenteil £> Beck

Line neue ZaustSnszenierung.

Aus Hamburg, 17. Oktober, wird uns geschrieben: , Ter Faust" ist das bevorzugte Lieblingskind der modernen Regis,eure. Martersteig hat seinen Faust, Baron Berger hatte den seinen, Karl Hagemann hat sich um einen besonderen Stil für die Faust- mfjenierung bemüht, und nun hat sich auch der neue Herr der vereinigten Hamburg Altonaer Stadtthealer an einer neuen Faust­einrichtung versucht. Ter Regiegedanke, durch den Tr. Hans L o e w c n s c l d das Problem der Faustinszenierung lösen wollte, war der einer konsequenten Stilisierung. Stilisierung heißt künst­lerische Vereinfachung, heißt bewußte Unterordnung des schau spielerischen Temperanients und des Tekorationswerks unter den Geist der Tichtung, heißt, den schauspielerischen und szenischen Ausdruck mit dem besonderen Stil der Dichtung in strengste Kon­gruenz zu bringen.

Zrn Faust herrscht der Gedanke. Soll er rein und groß und ohne Hemmung zu uns kommen, so muß ihn die Buhne durch möglidft einfache und eindeutige Bilder unterstützen. Loewen- fcld baute m die erste Gaste feiner Altonaer Bühne einen cm- jachen und einfarbigen, in gotnierenben Linien gehaltenen portal- artigen Raum hinein Zugängen von rechts und links: eine . feststehende Borderbülme für sämtliche Szenen. Em breiter, vier­eckiger Ausschnitt gab dann einen Teil der zweiten Gaste frei, auf dem man einfache, aber ungemein ckmrakteristiiche und bild hafte Dekorationen aufstellte, die der junge Ewald T u l b e r g mit Meisterhand und mit feinstem omn für das Wesentliche ge­schaffen hatte Ter denkbar kleinste Raum, am dem lieb alle Szenen abspielten, verbot eine dekorative Ueberladimg von vorn­herein und so läßt siä, als Gewinn dieser neuen Inszenierung konstatieren, das; der Geist der Faustdichtung weder durch eine opernhaste Ausmachung überwuchert noch durch allzu wert ge­triebene Primitivität verdunkelt wurde, ^ast iedes Bild bedeutete vielmehr eine Potenzierung des dichterischen Gedankens Nur beim Osterspaziergang und auch in den Gretck>en,zencn waren Hemmimgen spürbar. Hier, wo lebendiges Wc,en uberquellend Nutet, erwies c< sich, daß nur das rein Dialogische uich Gedankliche eine weid gebenbe Stilisierung verträgt, daß sie aber Itörenb wirken mutz, iüo sich die bunten Erscheinungen sinnlichen ~ebenx> breit ent- jalten sollen. . .

Mit großer Kunst fügten sich die L>ckau,vieler durch ein schönes und schlichtes Spiel, das ottemgroßen Theater glücklich ans dem Weg? ging, dem Geist die,er Inszenierung em. Friedrich Traeger Ls Faust, Arthur W.ehrlin mit ,einer glanzenden

tzeneral-Anzeiger für Gbechesfen

Rotationsörud und Verlag der vrühl'schen Univ. Buch- und Stcinörudcrei R. Lange Redaktion, Erpeditton und D ruderet: Zchulstratze 7- Bübingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße l6r

Der Krieg aus der ganzen Linie!

Tie Kriegserklärungen der Balkanstaaten sind nunmehr rrfofat, nachdem die Pforte auf die letzte gemeinsame Note mit der Abberufung ihrer Botschafter geantwortet hatte. Serbien hat die Kriegserklärung in Konstantinovcl zuerst überbringen lassen. Bulgarien folgte. Griechenland, dessen Gesandten von der Türkei noch nicht die Pae zu- clestellt worden waren, tzat sich zuguterletzt der bekannten herausfordernden Note der Balkanmächte angeschlosscn und hat sich auch wieder einmal auf seine kriegerische Vergangen­heit besonnen. Es rühmt sich sogar, den ersten Schritt ul den Feindseligkeiten bereits getan zu haben. Zwei griechische Manoncnboote>nt> durch bi: von türkischen <>orts bewachte Meerenge von Prevesa in den Golf von Arta geflüchtet und sollen nach dem griechischen .Hafen von Bonitsa unterwegs sein. Doch dieses Heine, ziemlich be­deutungslose Katz- und Mausspiel zur See wird sehr bald vor den Ereignissen zu Lande zurücktreten. Tie -rurten selten schon über' die bulgarische Grenze gedrungen sein und die Stadt Warna bombard-ert haben. Auch von dem montenegrinischen Kingsschauplatz werden heute Siege der Türkcii gemeldet, wonach anzunehmen ist, daß die montenegrinischen Siegesmeldungen weit übertrieben

Ta8 Gefecht vor Brrana.

TaS Reutersche Bureau meldet aus Podgoritza vom 16. Oktober, 9 Uhr abendS: Vor Beran a fand gestern abend ein hitziges Gefecht statt. Tie^ Monte nee griner stürmten zwei wichtige Stellungen. Sie nahmen zwei türkische Kruppgeschütze mit Munition Sie befestigten sich nachts und setzten morgens den Kmnpf fort, während General Swoiwoditsch östlich Die türkischeste!- lung durchbrach und die Stadt einschloß. Um 11 Uhr vor­mittags wurde die w e i ß e F a h n e sichtbar. N o ch n a ch t s batten s i ch d i e 4 0 0 0 M a n n reguläre Truppen und 3000 mohammedanische Albanesen zu­rückgezogen. In der Stadt verblieben 700 Nizams und 500 Redifs. Vor dem Einzug in die Stadt besuchte General Lukotitsch mit seinem Stabe zwei in der nächsten Umgebung liegende aus der alten serbischen Geschichte be- anntc serbische Klöster, wo Gottesdienste für die Gesund, heit des Königs und den Sieg des Heeres stattfanden. Der König beglückwünschte Wulotitsch telegraphisch zu dem Siege.

Durchfahrt cred)ifrf)er Kanonenboote durch die Meerenge von prevesa.

Athen, 17. Okt (12.15 Uhr nachm.) Das Marine- ministerium teilt mit, daß die Kanonenboote A und D heute früh um 21/, Uhr in die Meerenge von Prevesa und Altium eingedrungen und um 41/» Uhr vor Vonitza ein- getroffen seien. Es gelang den Türken trotz der zahlreich vorhandenen Sperrforts nicht, die Durchfahrt zu verhindern.

Kämpfe zwischen Albaner und Serben.

Konstantinopel, 17. Ott. Der Manesenführer Bolietinaz ist in Serbien eingedrungen.

Belgrad, 17. Oft. Nach einer Privatmeldung sand gestern bei Prepolac ein Kampf zwischen Albanesen und serbischen Truppen statt. Die Serben eröffneten ein Geschützfeuer: sie hatten zehn Tote und 40 Verwun­dete. Tie Albanesen sollen 200 Tote haben. Die Zahl der Verwundeten ist unbekannt.

Amtlich wird in Belgrad bestätigt, daß bei Prepolac ein Kampf stattfand, der sich gegen die Forts des Berges Kopaonik richtete. Der Angriff erfolgte von tut- kiseber Seite, während sich die Serben in der Defensive hielten. Ter türkische Vorstoß wurde durch das Artilleric- feuer der Serben zum stehen gebracht. .

Der Kronprinz ist mit dem Stab nach Nr sch ab- gcreist.

Deuschland an der Seite Oesterreichs.

Der BerlinerLok.-Anz." meldet aus Wien: Der Berliner Botschafter Oesterreich-Unaarns wird am 19. ds. Mts. vormittags von Kaiser ,yran5 Josef in besonderer Audienz empfangen. In ihr wird der Botschafter dem Kaiser über seine letzte Unterredung mit dem deutschen Reichskanzler Mitteilung machen. Ter Botschafter soll dem Monarchen erneut die Erklärung über- , bringen, daß Teutschland unter allen Umständen in der gegenwärtigen Krise an der Seite Oesterreichs stehen wird. , Oesterreich-Ungarn hält eine Sondergarantie wegen des Sandschaks für überflüssig, nachdem die Großmächte . sich ohnehin zur Aufrechterhaltung des Statusquo auf dem Balkan verpflichtet haben.

Tas serbische Regierungsblatt fragt zu der ö st e r* reichischcn Gegnerschaft gegen eine serbische Ge­bietserweiterung, was es der großen. Toppelnwnarcküe vor- fcllagen würde, wenn bas schwache Serbien sich von drei auf fünf ' Millionen Einwohner vermehren und einen schmalen Zu - ' gang zur See erhalten würde. Was fÖnne Oesterreich be­wegen, den Sandsck)ak lieber in der Hand der Türken als in der

man im türkischen Hau Art und Wesen des Volkes kennen. Reber bas Leben und Treiben in einer solchen Schenke plaubert Alexanber Svaits in einem illustrierten Aufsatz des Oktoberheftes von Westermanns Monatsheften": Ein gut Stück Weges, gewiß eine halbe Tagereise über beschwerliche Gebirgspfade hat der Berg­bewohner zurückgelegt, ehe er sich im Han eine Rast gönnt. Tas schwerbeladene Tragtier bleibt draußen stehen, bas mag sich selber fein spärliches Futter auf der nächsten Wiese suchen. Mit kurzem Gruß, der je nach der Gegend verschieden lautet, tritt der Gast über die Schwelle, reicht dem Wirte die Rechte und stellt bann seine Schuhe unter die breite hölzerne Pritsche, die als Sitz- unb Schlafgelegenheit bient. Die Leute, bie sich hier treffen, sind zumeist Bekannte. Doch auch der Fremde wird mit der FrageKako si?" (Wie geht es dir?) begrüßt. Manchmal fragt man auch weiter:Wie geht es deinen Kühen, deinen Kindern?" Und hat man einen ganz Intimen getroffen, so wird diese Frage mit einemUnd wie geht es noch?" beschlossen, das heißt nämlich: Wie geht es deiner Gattin?, ein Wort, das strenggläubige Moslems niemals aussprechen. Nach solchen Redensarten setzt, sich der Gast mit untergeschlagenen Beinen auf die Pritsche. Ist es eben Gebetszeit, so wäscht er sich bie Hände unb das Gesicht, breitet seinen Teppich aus unb verrichtet unbekümmert um bie übrigen seine stille Anbacht. Was uns geräuschvollen Westeuropäern vor allem auffällt, ist bie vornehme Ruhe, bie unter biefen schlichten Menschen herrscht, llnaufgeforbert hat ber Wirt bem Gaste eine Tasse Kastee gebracht, hat ihm ber Nachbar schweigsam seine Tabaksbose überlassen, doch niemanb wirb ben Ankömmling mit weiteren Fragen belästigen. Mittag- unb Abenbbrot führt ber Reisende selbst in ber Torba mit: Schafkäse unb immer nrieber Schafkäse mit einem Stück Brot. Manchmal läßt er ben Käse in einer Pfanne über bem Feuer zerrinnen unb mengt ihm etwas Hammelfett bei, was bie Speise nach unseren Begriffen freilich kaum schmackhafter macht. Messer unb Gabel finb ziemlich un­bekannt, dagegen wäscht sich ber Bosniake, wie jeber Mohamme­daner nach der Mahlzeit die Hände, wie er denn auch sonst auf Reinlichkeit hält. Kreist zuweilen die Rakijaflasche in der Runde, bann beginnt wohl auch ein Gesang, unb es erklingen bie schwer­mütigen ilavischen Lieber, in benen sich nicht selten historische Reminiszenzen aus ben Zeiten bes Ban Kulin unb anderer

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ter Siebener Hnjelget erschein« täglich, anyer sonntags. - Beilagen viermal wöchentlich »iebenerSamilienblätter. zweimal ivöd)cntl.Ktei$> blatt für ben Kreis 6iefcen (Dienstag undreitaq). zweimal monatl Land- airt|d}aftlid)e3ellfrag<n ?enilpied) - ilnfctjlune: ffn die Redaktion 112, t'erlag 11. Expedition 51 Adieste Hit Tepefctien:

Anzeiger ««eilen.

Zunahme von Zinkigen hii die Zages minimer bi6 vormittag» 9 Uhr.

heutigen Ministerrat vorgelcgt werden.

TieNeue Freie Presse" meldet aus Kanea: Heute nacht gehen drei Kompagnien kretische Soldaten nach Griechenland, 100 Freiwillige nach Mazedonien.

Die Politik Sasonows.

Aus Petersburg wird demTemps" gemeldet: Der Zar werde zwar die.Politik Sasonows, welcher unbe­kümmert um die kriegerische öffentliche Mei­nung R u tz l a n d s , durch Aufrechterhaltung.dec- Friedens den wahren Interessen seines Landes dienen wolle, 111 diesem Augenblick nicht mißbilligen. Aber Sasonow konnte der u n a u s h ö r l i ch e n P r e s s e a n g r 1 f f e 111 udc wer­den und sich freiwillig zurückziehcn. Gerüchtweise wird bereits als fein möglicher Nachfolger der rus­sische Botschafter in Tokio Ntalewskt) genannt. Im russischen Ministerium des Aeußern wird fedoch erllärt, das; Sasanow nicht zurücktreten werde.

Der türkische Botschafter in Petersburg dementiert die Gerüchte von einer Konzentration großer Mengen russischer Truppen an der Grenze. Die Vertreter der Türkei in England, Frank­reich und Rußland werden heute diesen Mächten eine Note überreichen, in welcher gegen die .Zulassung der kreti­schen Deputierten zur griechischen Kammer, welche den früheren Versicherungen der .Mächte wider­spreche, protestiert wird.

Bulgarien gibt seine Hoffnung aus russische Hilfe noch nicht auf. Ter bulgarische Unterrichtsminister B e b - tschow begibt sich nach einer Meldung aus Sofia zur Uebernahme des Gesandtenpostens nach Petersburg. Der Minister des Innerii L u d s t a n 0 w reist in geheimen "Aufträgen gleichfalls nach Petersburg.

Tic letzten Kämpfe.

Paris, 17. Okt. Die Agence Havas meldet aus Kon­stantinopel, daß die Türken bei Podgoritza einen großen Sieg überdie Montenegriner davon­getragen und mehrere Geschütze erbeutet haben.

Konstantinopel, 17. Okt. Seit gestern sind Kämpfe im Gange zwischen den Türken und Mon­tenegrinern am Tara, einem Zufluß des Trin, vor Plevlje soivie beim Plava-See.

Eine griechische Bande hat bei Philates im Vilajet Janina einen türkischen Munitionstrans­port überfallen und weggenommen.

DasBerl. Tagebl." meldet aus Konstantinopel: Die Türken drangen vier Stunden weit in Bul­garien vor. Warna soll bombardiert sein.