Die heutige Nummer umfaßt 20 Seiten.
politische Wochenschau
Vie Folgen Des Sergarbeiteraurftan-es.
beä tiefen, ewigen Schnees, der in diesem Gebiet die Höhen von um
Zechenbefltzern in die Hände gearbeitet haben, indem sie dtesc durch die Anzettelung des Ausstandes auch auf beut- 'Hem Boden vor der Gefahr bewahrt haben, Absatzgebiete an bte deutsche Konkurrenz zu verlieren.
um etwa 500 Kilometer verschiebt und zieht daraus den Schluß daß seine Erfindung auf 24 Stunden einen Gewittersturm Voraussagen kann.
formen zu bedienen, die sonst in der Gesellschaft üblich sind". Eine ähnliche Zurechtweisung hätte auch der Präsident Korell in der hessischen Kammer dem Abgeordneten Fulda schon nach seinem ersten unparlamentarifchen Sah er» teilen müssen. Das Geschästsordnungsver^ahren reicht völlig ans, wenn es nur immer prompt angewendet wird.
über dreitausend Metern stets bedeckt, trotz der Schwierigkeiten, die ihm die Bewohner, die wilden und noch ganz vrimitiven Lolos, bereiteten, konnte er die Gliederung dieser unbekannten Gebirge genau aufnehmen. Zu Anfang April wandten sich dann die Reisenden der Ausgabe zu, das noch so gut wie unerforschte Tal des Flusses Yalong hinauszuziehen. Legendre widmete sich hier besonders dem Studium der Seidenraupen und der Seidenkultur, während Noiret und Dessirier eine Anzahl von Märschen unter» nabmew um den Laus des Yalong festzulegen und das furchtbare Gebirgckaos näher kennen zu lernen, zwischen dessen gewaltigen Felsmassen der Fluß sich bindurckwühlt. So lernten die Reisen den allmählich ein weites Gebiet kennen, das bis zum 30° n B führt und im Olten durch den Laus des Yalong begrenzt ist Dieses außerordentüch gebirgige Land, dessen höchste Spitzen bis 6000 Meter hoch sind, gehört den Gren^ebieten der Provinz Sze- Tschwan und von Tibet an und ist erst seit einigen Jahren durch die chinesischen Soldaten erobert, die den ursprünglichen Ein wobnern immer mehr an Boden abgewinnen. Im Herbst des Jahres wurden die Reisenden dann bei ihren weiteren Fvv schungen in diesem Gebiet durch die erste Shmbe von der aus brechenden Revolution beunruhigt; Legendre schickte Noiret mir einem^besonderen Auftrage nach Tschengtu und wandte sich selbst nach Sze-Tschwan, das er aber bereits im vollen Aufruhr vor fand. Legendre und Dessirier wurden dann am 24 Oktober von Aufständischen überfallen und entrannen nur mit knapper Not dem Tode.
f., fcn, 15 Marz. Die Konferenz des Gewerkvereins christ- hcher Bergarbeiter stellte fest, daß von den Mitgliedern des Gesverkvereins lediglich einige hundert streiken, etwa 10 Prozeiit feierten unfreiwillig, was jedoch ausschließlich m den Bezirken mit einer sozialdemokratischen Uehermacht der Fall sei.
Bochum, 15. März. Die Vorstände der drei Bergarbeiter- verbände haben omni Aufruf erlassen, in dem sie die Streitenden und die ganze Bevölkerung auffordern, für die Auf- 5? r Haltung der Ordniliig mitzusorgen, damit den --'ckerhettsorganen und dem Militär kein Vorwand zu blu- ligen 'Jngriiren geboten werde. Eine von den Vorständen ab- ge.ialtene Konferenz sprach die Erwartung aus, daß die Sicher» heitsorgane und das Militär besonnen bleiben.
D ü s s e 1 b o r f, 15. März. Tie Regierung hat die Ortsbehör- den angewiesen, die Schulzeiten so einznrichten, daß die Kinder zur Zett des Schichtwesels in den Schulen sind
Gelsenkirchen, 14 März Der „Gelsenkirchener Zeitung' zufolge.,md die von dem Gendarmen Clemens in Sevinghausen erschossenen Angreifer die Bergleute Stein- wann und S t o e tz e l.
Vom fäckstschen Bergdatl.
Zwickau, 15. März. Nachdem das Königliche Berg- amt in ,yretberg aus Antrag der Bergarbeiter sich zur Ber-- m 1 V19 bereit erklärt hat, hat sich die genannte Behörde auch
Werke mit der Anfrage gewandt, ob sie ihrerseits eine solche Vermittlung wünschen. Tie Antwort der Bergwerksver- (Faltungen steht noch aus, doch ist die Hoffnung, dast es zu keinem streik kommt, sehr gering. Die Werke erklären, die For- derungen der Bergarbeiter nicht erfüllen zu können. Tie Be- legimaften sind an eine Kündigungsfrist nicht gebunben Ti» Kohlenpreise haben bereits stark angezogen.
kf. Ein elektrischer Gewittermelder. In der Pariser Akademie der Wissenschaften bat dieser Tage Flageolet vom Observatorium in Lyon feinen „elektrischen Gewittermelder" vorlegen lassen. Flageolet bedient sich eines ^genannten Entdeckers", der die elektrischen Sckwin^ingen, die mit einem' Gewitter verbunden sind, aus der Feme wahrnimmt Der Entdecker" ist eine Art elektrischen Elementes, bei dem Blei'sulsid verwendet ist. Die Versuche mit diesem „Entdecker" sollen äunerft günstige Ergebnisse gehabt haben; in der Nacht vom 4 zum o März tobte zwischen Beauvais und Caen ein mehrstündiges öfageolet mit seiner Erfindung in Lyon etwa 460 Kilometer entfernt, autzeichnen konnte. Flageolet rechnet mm damit, datz ein barometrisches Mit^mum sich in 24 Stunden
die Eisenwerke kommt demnach der Ausstand vorerst tit finanzieller Beziehung kaum in Betracht. Wenn er nicht lanaer als vier Wochen dauert, dürften die Eisenwerke groste Ausfälle nickft erleiden. Für die Kohlenzechen werben die Ausfälle in der Förderung zum großen Teil da- durä, ausgewogen, daß die Kohlen- und Kokslager, welche iw letzten Jahre wohl ausnahmslos sehr stark im Preise abgeschrieben worben sind, zum Versanb gelangen. Der hieraus sich ergebende OKwinn dürfte wenigstens einen Teil der Ausfälle wieder einbringen.
lieber bie Tauerb es Ausstandes läßt sich heute noch nichts sagen. Man nimmt aber allgemein an, baß fd)oit nach 8 vis 10 Tagen ein Abflauen ber Bewegung ein treten wirb In Westfalen beziffert man bie längste Dauer des Ausstandes auf 3 bis 4 Wochen und für diese Zeit hat man sich allgemein gerüstet.
H a mborn, 15. März. Nach den Austritten vom Dienstag ist die Ru h e durch die mit Unterstützung der Stadt Düsseldorf gelungene Verdoppelung ber Polizei k r a f t e s o f o r t s i ch e r g c st e l l t worben. Von ernsthaften Verletzungen von Arbeitswilligen burch bie Ausstandischen im hiesigen Bezirk ist bisher kein Fall bekannt geworden Hiernach scheinen die Berhältnisse bis jetzt im rheinischen An des AusstandSgebietes günstiger zu liegen als im westfalischen.
Die wissenschaftlichen «Erfolge Ser «Expedition Legendre.
Tie französische Expedition Legendre, die im September 1910 im Auftrage der französischen Regierung zur wissenschaftlichen .Erforschung unbekannter Gebiete des inneren Chinas aufbrach, ist bisher hauptsächlich durch den tragischen Zwischenfall bekannt geworden, der sie in die Wirren der dii- nesischen Revolution hineinzog und ihren Arbeiten ein jähes Ende bereitete. Welch bedeutsame wissenschaftliche Ergebnisse die Forschungsreise gezeitigt hat, wird jetzt zum ersten Mal in einem Bericht des „Tcmps" zusammengestellt.
Tas Ziel der Mission, die sich aus dem Dr. Legendre, dem Kapitän Noiret und dem Leutnant Dessirier zu sammensetzte, war die Ersorschung der Provinzen Yün-Nan und Sze-Tschwan, deren geographische Gliederung wegen der Nähe des französischen Asiens Frankreich besonders interessiert. Während Legendre den geologischen, meteorologischen und ethnologischen Teil der Forschung übernahm, widmeten sich Noiret und Dessirier besonders den topographischen Erkundungen. Die Reisenden vernetzen am 5. November 1910 Yünnan-Fu und wandten sich nach Ning--Yüan-Fu, der Hauptstadt von Kientschang. Hier trcnnie nch die Expedition; Legendre und Noiret zogen weiter nach Norden, während Dessirier sich nach Osten wandte, bis Pe-Yen- Tsm und von dort über ein bisher völlig unerforschtes Gebirgs- Massiv nach Tsokio ging. Das Gebiet, das Dessirier hier durck- erwies sich als ein durch größere Bodenerhebungen durchbrochenes Hochland von etwa 2000 Metern Höhe. Tie Bodenerhebungen sind besonders marfant in der Nachbarschaft des Yang- Dse der goldhaltigen Sand mit sich führt. Die Täler und Zbbange sind mit Reisfeldern bedeckt, die Gipfel häufig von !5Uhtenwälderu bekröitt. Die Bevölkerung ist wenig dickt und lehr gemischt; man stößt vielfach auf Leute mit Kröpfen und Mif Kretins.
.^ Nachdem die Mission sich in den ersten Tagen des Januar k ™n. Ning-Düan-Fu wieder vereinigt hatte, blieben Legendre
Noiret bis 5um März in Tsckengtu; sie hatten zwei neue ^vege ausgekundschaftet, die durch die von den Tisons und Lolos oewohnten Länder fuhren. Dessirier unternahm bis zum April eine Forschungsreise nach einer im Südosten von Ning-Yüu Fu ti»k9es.ncn ^kgbnd, die durch die tiefen Täler des Ngan-Ning Ävo des Yanttse eine unruhig zerrissene Gestalt erhält. Trotzt
Tie hessische Zweite Kammer ist in dieser Woche aus den uferlosen allgemeinen Beratungen endlich auf festen Boden gekommen indem sie einzelne Teile des Voranschlags erledigte. Zuvor aber hat es noch einen Austritt gegeben sr* Hbschichte des hessischen Parlaments wohl einzig dasteht: bie persönliche Beschimpfung eines Ministers durch einen sozialdemokratischen Abgeordneten. Man lann es zugeben, bap, die Rebewenbung des Ministers v. Hombergk, er habe wohl nicht viel v.wloren, als er bie Ausführungen bes Jbgcorbnctcn Tr. Fulba versäumte, besser unterblieben wäre Er hat damit wohl sagen wollen, mit ben üblichen sozialbemokrcttifchen Nörgeleien könne er als Minister doch nlct.t viel ansangen. Tr. ^ulba mochte sich bagegen ver wahren, zu so groben persönlichen Beschimpfungen des Ministers durfte er sich aber unter leinen Ümftänben hinreißen
. H"lt er ben Minister für unfähig, so soll er ben Nachweis bafür antreten und seine Amtsführung sachlich mtijieren. Das ist freilich schwerer als Sckimähuiigen au.- zustoßen. Ihr habt allenfalls auch bas Recht, „gesittet Pfui zu fag?n", wiewohl bie beiben fortschrittlichen Reicks- ragspräsibenten in ber Tounerstagssitzung bes Reichstags auch die Pfuirufe als unzulässig bezeichneten. In ber Tat und manche Parlamenteni chen Broucke mit ber Zeit recht abgeplattet. Tie Tonleiter ber Beifalls- ober Mißfalls- unibgcbungen bewegt sich meist nur vom „Sehr richtig" bis zum rabitalcu „Psui"; bazwischeu gibt cs kaum noch einen anbern Ausdruck. Ta der Reichstag ben deutschen Parlamenten tonangebenb zu sein scheint, wäre es eine schöne Ausgabe bes liberalen Präsidiums, barauf Hinzuwirten, bafi ber gute Ton besser gepflegt werde; der Baron Knigge, ber heute im Reichstag den Wahlkreis Schlack an Flatow Dcrtrut, ist bazu nicht in ber Lage. Ter B.zepräsi deut Dove hat dem Genossen Sachse, als er sich gestern bei der Rede des Abgeordneten Behrens ben Zwischen rauf leiftctc „Quatschen Sie boch nicht so", eine ganz hübsche Belehrung erteilt, inbem er iljm sagte, er hübe „sich der Formen zu bebicnen, die sonst in d -------
Trotzdem im rheinisch-westfälischen Revier seit einigen Tagen von einer Belegschaft von 350000 Miann 50 bis 60 Prozent sich im Ausstand befinden, wodurch der tägliche Kohlenversand von 28- bis 30 000 auf 14- bis 15 000 Doppel- Wagen gefallen ist, geht alles seinen bisherigen Gang. Tie Staatsbahnen halten ben Fahrplan ein, auch bie anberen Abnehmer ber Kohlenzechen befinden sich in flottem Betriebe, weil sie sich sozusagen schon seit Jahr und Tag auf diesen Ausstand vorbereitet haben. Die Hochofenwerke Deutschlands haben große Vorräte an Koks angesammelt Auch auf den Zechen lagern außerdem ganz enorme Kokvorrate. Man schätzt sie auf 9 Millionen Tonnen, wie dem Berliner „Borsen-Eourier" von fachmännischer Seite ge- fchrieben wird, und glaubt mit ihnen bie Hochöfen ungefähr sechs Wochen versorgen zu können. Gegenwärtig finben im Kohlensynbikat Berhanblungen statt, um diese Vorräte ben Hüttenwerken zugänglich zu machen. Tas Kohlen synbikat hat außerbem rroch große Lager in Kohlen und Koks, z. B. in Krefeld, Dortmund, Düsseldorf usw unb hllft auch nach besten Kräften von biesen Plätzen aus Für
s® "J1 Tn dre Reichstagsverhandlungen liest, die sich um bie Zentrumsanfrage über ben Ausstanb im Ruhrgebiet brehen, so kommt man zu bemfelben Einbruch, ben man von vornherein hegen konnte. Der Ausstanb, bem berechtigte Fiirberungen ber Arbeiter zugrunde liegen, ist künstlich beschleunigt worden. ©0 nnrb allgemein zugegeben, daß eine Unzufriedenheit der Arbeiter namentlich mit den seit 1907 gc jünfeneii Lohnen schon im vorigen Jahre bestand. Erst im Februar aber reichten bie Veröänbe ihre Forderungen an den Zechenverband ein. Der antwortete etwas ausweichend erlannte ab^: an, baß die Löhne einer Revision bedürften Schon 4 Wochen spater führte bie sozialbcmokratische Leitung nVfK ^kin Ausstand, ohne auch nur ein Ultimatum <u l^"en ober dre Feftlegung einer Frist für sachliche Ver hanblunaen zu bestimmen. Da ist es boch wohl nicht von der Hand- zu weisen, baß es sich um einen Shmpathiestreil eriglischen Ausstänbigen handeln sollte, zumal bie christliche Gewerrfchast an ihrer ablehnenden Haltung keinen Zweifel gelassen hatte. Die Angelegenheit ist am Donnerstag und Freitag sehr gründlich besprochen wor- den, und der sozialdemokrattsche Redner Genosse Sachse hatte Gelegenheit gehabt, bie allgemeine
Stimmung im Publikum, bie gegen ben Aus-
stanb ist, zu tvenden. Er hat es aber nicht vermocht, und leidenschaftlichen Ausbrüche waren nicht beweiskräiiig Auch über bie Notwendigkeit des Schutzes der Arbeitswille gen, ober, wie ber Genosse Sachse bie Dinge barstellte, ber Ausstanbigcn, wirb man nach ben Verhandlungen anberer Neberzeuguug sein als die sozialdemokratischen Fub rer. Manche Berichte über Ausschreitungen der Ausständigen mögen von unverantwortlicken Pressebienern übertrieben worben fein; es steht aber jedenfalls fest, baß arge Beläfti- aungen unb Mißhanblungen Arbeitswilliger, besonders in Hamborn, vorgekommen find unb daß bie Staatsgewalt zum Schutze ber Bebrohten pflichtgemäß einschreiten mußte. Da- fmb alles Dinge, bie nur sozialdemokratisch befangene und gebrillte Eiferer ableugnen können. Trotzbem hätten wir uns bte Antwort bes Regierungsvertreters auf die Frage !?M£bieJRc9imin9 öu tun gebenfe, gern etwas anders ge-
S8..!?9 tn den Ausführungen des Staatssekretärs Dr -belbrurf mehr eine rein politische Note als das Be- den der Allgemeinheit so tiefe Wunden schlagenden Ausstanb bald beseitigen zu helfen. „Ihr habt den Ar beilern die ^uppe emgebrodt, mögt Ihr sie nun auch aus- l?l>eln. xie Haltung ber Regierung richtet sich gegen bie Sozialbemokratie, bereu Niederlage ellatant werden soll Denn daß ein Bermittlungsangebot ber frieblidten Beilegung bes Streites nicht nützen, sonbern nur schaden werbe ift boch wvHk ein sehr angreifbarer Standpunkt. Gewiß war bas Vorgehen der sozialdernokrattschen Führer unverant- wch-tlich und gewissenlos, unb es ist im Grunde auch verständlich, baß man bem Anprall der roten Flut nicht einfach Weichen will. Uns bünft aber, bie Regierung würde noch besonnener handeln, wenn sie an dein gerechten wirtschaftlichen Ausgleich mitarbeiten würde, an bem alle Bergarbeiter des Ruhrgebiets gleichmäßig interessiert sind, lieber turj ober lang muß diese Misgabe doch erledigt werden- sie wäre ja auch ohne die Streikhetze wohl halb gelöst worden. Die Sozialdemokraten im Reichstage mochten sich noch so sehr in Pfuirufen gegenüber bem Redner des Zen ttums und ber Regierung überbieten, sie blieben im Unrecht und sie werben mit dieser Ausiviegelung der Bergarbeiter ihre politischen Ziele nicht fördern. Zu deutlich ift ihnen zu Gemüte geführt worden, daß sie den englischen
Die Bewi-gung in England.
London, 15. März. Die Der h a n b l u n g e n in ber Kohlenstreik-Konferenz haben cingeftanbenermaßen o^her keine F 0 r t s ch r i 11 e g e m a cht. Die unionisti- fchen Blatter melben aus ben Industriebezirken, baß bie Arbeiter sich gegen bie unnachgiebige Haltung ihrer Führer aufzulehnen beginnen. In zwei Gruben in Lanca, 1 h i1 0 ist die Arbeit tatsächlich wieder ausgenommen worden, wie es scheint, hauptsächlich von Nichtorganisierten Arbeitern. Auch im Revier von Sheffield wurde gestern, der Betrieb in einer kleinen Grube wieder eröffnet. — In London hat der Streik, abgesehen von den Eisenbahnen, noch zu keiner nennenswerten Arbeitseinstellung geführt' Die Zahl ber Arbeitslosen i<st geringer als zu ber ent- sprechenben Zeit ber beiden letzten Jahre.
si. Frauennachrichten aus aller Welt. Der Aus- ichutz, den das schwedische Parlament vor einiger Zeit mit ber Untersuchung der Arbe i tsverhä 1 tn i s se verheirateter grauen betraut hat, hat feine Aufgabe jüngst abgeschlossen Es handelt^ sich dabei hauptsächlich um die Frage, ob Mütter, bie in ber Indmtrie beschäftigt seien, eine Art von Pension erhalten Witten. Daß dies nötig ist, gebt aus dem Berichte «des Ausschusses hervor. Ein (^esetzemwuri ift deswegen in Vorbereitung nach dem Arbetterinnen während der Zeit, in der sie wegen ihrer Mutter- mlichten nicht arbetten können, eine staatliche Unterstützung er* l Aten tollen. — In den Vereinigten Staaten hat jüngst in L v 0 n Maiwckuiette) em Mütter- und Lehrer ko ngreß getagt zu Dem über tausend Abgesandte erfdnenen waren. —- Iu Neu- !.‘/?,rvLl’X?cr ^rauenstinimrechtsbund. Der über nicht weniger als 10000 Mitglieder verfügt, an bie Geistlichen herangerreten, ihnen die Kanzeln zu Reben über bas Frauenstimmrecht und bi c ganze Frauenbewegung zur Verfügung zu «teilen, Außerdem verlangen bie Nemiorker Fraueirrechrl er innen, baß bie Geiltttcken am 12. Mai, ihrem auserwählten „Frauentag" über bie .rrauensache predigen sollen. Eine ganze Reihe Geistlicher m hierauf emgegangen. — In Kanada scheint die öftentliche -Aeimmg auf Setten der Frauen zu stehen. Die größte Zeitung m Wrmnpeg, die „Brnnipeg-Tribune", hat nämlich jüngst unter ihreN-Lesern eine Abstimmung darüber angeftellt, ob bie Frauen
das Stimmrecht erhalten sollten ober nicht. 4:1 war das Ver- ttiltnis ber Anhänger ber Frauensache zu ihren Gegnern. — In B 0 st 0 n haben bie Schulbehörden auf Veranlassung ber Frauen junglt verfchiebene Schulreformen eingefübrt. Die wichtigste darunter ist bie Neueinstellung von 300 Lehrern, wodurch die Durchschnittszahl der Schüler in jeder Klasse um 6 vermindert wird. Jim,erbem sind Schulärzte durch die Schulaufsicht angestellt worden, während dies nüber Sache des Gesundheitsamtes war. Andere Rewrmen stehen bevor und werden umso eher durchgesühtt, da auck zu der Schulaufficht, bie früher ausschließlich aus Männern bestaub, zwei Frauen hinzugezogen sind.
fräMÄ /HF /> l62‘ Samstag, 16. März 1912
Sonntags. - Beilagen: M Y » Wff Q Ocinfl«»rei4:
viermal möckentlick Ä /X jrX M A J -nonattich7dP^vlertel-
SietzenerZamilienbläller. B A AI Wl ■ jA A Ak AA Pbdirti -Dir. 2.20; Durdi
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