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3.9.1912 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

207

162. Jahrgang

8scheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag».

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Die Gpelwerke und ihre Geschichte.

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Dienstag, 5. September 1912 gtotatwntfrnicf und vertag der drübffchen Unwersuäl« - Such- und ettmbrudcrcL R. Lange, Lieden.

2,e ..»letzeucr Seellknblitttr" werden dem ttnzrigcr' viermal wöchentlich beigelegt, bat Krtisblott flr tcn Kreis Siehe»" zweimal wöchentlich. Dieraudwinfchaftllchen Seit- tragen" ericheinen monatlich zweimal.

flUS16 >e von 6«it 11 itiitiiik wr- Uhr.

DerToS»

Redaktion. Expedition und Druckerei: Scknk- strahe 7. Expedition und Verlag: 51.

StebafLome^llS. rel.-Adr>Airze,ger Lieven.

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tij ginbtt.

Allgemeiner Richlertag.

~ Wien. 2. September.

politische Tagesschau.

Gegen verschiedene Lücken im Warenzeichenqeskh

et sich mit Sd)ärfc dieSüddeutsche labafjcitun^"; bat sie kürzlich darauf hirwewiesen, das; durch (hn« Zungen von kombinierten SBoriv'idim, in tzsncn eine Lbezeichnung vorkommt, für Firmen, welche nicht in t betreffenden Ort wohnen, wie z. B. die durch das serliche Patentamt erfolgte Eintragung vonAlt Ham- rp" für eine inländische farma, eine Täuschung des pblikums hervorgernsen werden kann und daß daher fr Eintragung eigentlich nach 8 4 Ziffer 3 des Waren

eng es etzes nicht zulässig ist. Soeben ist nun wiederum $ ^ähnliches Wortzeichen und zwarHamburger U n v tefität" für Masse 38 < Tabakindustrie einer we st - älischcn Zigarrenfabrik gcselncht worden Im Interesse jn wesamttabakbranäre fühlt sich genanntes Fachblatt Der- loht, nochmals gegerr derartige Eintragungen vorstellig werden. Wcrnbc Hamburger Zigarren seien im Volks rb als Spezialität bekannt Es fei deshalb ein unerkl ir- es Berl>altcn, wenn das Patentamt, das sonst auf die

ehrsanschauungen die weitgehendste Rücksicht zu nch- 1 pflegt, derartigen Anmeldungen stattgibt

Auch hinsichtlich der Zurückerstattung der Gebühr für idn eingetragene Warenzeichen ist das Warenzeichengeseh r lückenhaft. DieSüddeutsche Tabakzeitung" sagt hier- nicht mit Unrecht:

nken heriL it u. Frj

i 5tanbc*an(idcgcnbcitcii in moderner großzügiger Weiie aus- ;ubauen. T,e Berlreter der AuslandSvereine banhen^in ihren I Antworten für die ircunbltdx Begrünung - eVür den^Tcattdirnl fRuhtcrbimb dankte dessen Vorsitzender L'anbgeridjternt xr. Vceb '.Tj'oburg , der an der Spitze von etwa 80 beul'wen Richtern > erschienen war Unter ihnen befanden sich brr Abgeordnete Land I des Preus:« dj« n Rchterverenis und Land; ricl ispräsident wthiimerl Cbcrr.ifiiuat Tr vagen Gera,. LandgericktSral Tr Lc.b roie-51 vorübergehendes Ereignis bilden dürfe, sondern sich wiederholen I müsse: er nab der Hoffnung Ausdruck, daß, wie bet anderen I Bereinigungen so audi hier, die Bildung eine« internationalen 1 Rickterbureaus als Mittelpunkt und Sammelstelle für die gemein I iame Stanbcsarbeu uis Leben gerufen werbe.

Tie eigentlichen Verhandlungen deS Kongresses begannen I heute vormittag tm Fein aale der Wiener UniDcriuat Hierzu I batten lief» als Vertreter des österreichischen Iutti,)Ministeriun:sl der Minister Tr. v. Höchen burger, der Ehe, des Wiener Gcrichtsiprengels Oberlcmbcsgerichtspräsibent xr v. B 11 o^re11 i. ai-3 Vertreter der Universität der Tekan der jurntnrtrn Hal ul tat Prosessor Tr Freiherr v. Schtvind, al- Vertreter der me- meinte Wien der Bürgermeister Tr. v. Neumaner und schnei; lid) Tclegicrtc der Adookaten' und Notariatskammer eingcfunbcn, die auf die Ansprache des Vorsitzenden der CcitcrrcidnidKn "iiditerDerciniguna ihrem Danke und dem Wunsche nach einem fruchtbringenden Verlaufe der Tagung Ausdruck gaben. _ 1

Hierauf wurde in die Tagesordtiung eingetreten, xer erfte Verhandlungsgegenstand betraf die Frage

Geschworenen- ober Schöffengericht e.

Ter Vortragende zu diesem Thema war Lande :erichtsrat Tr. alt mann Wien Er stellte folgende Leitsätze auf:

1 Tie Laiengerichtc sind geeignet. das Vertrauen in die Rechtsprechung zu heben; sie bieten ein storrgegen Nabmetts und reuigen den Berufssuristen zur Anspannung aller Kiner Kräfte, wodurch sie zur Erhöhung seines Bildungsniveaus bet-

tragen. . . . c

2 Aus diesen (Gründen behalten die modernen Geietzentwurfe die Laien,,eriel tsbarkcit in Strafsachen bei. zumal die 3nftitution noch zu langen Tatuni? ist, um uon den Parlamenten deren Be­seitigung erwarten zu dürfen. .

Tic im Schwurgerichtsveriahren ;u Lage ge­tretenen M äugel sind feine Folien dieses ^nititutd, icmbcrn suid auf Mängel int materiellen Rechte amb auf die Art der Zu­sammensetzung der Geschworenengerichte zurückzuführcn.

4 Tic Erweiterung der Mitwirkung von Laren an der Strasrechtsp siege von Schöffengerichten bezw. der teilweise Ersatz der Schwurgerichte durch solche ist nicht zu be­fürworten: sie verlangsamen und verzögern die ^usttz, ohne

BD-Ql: rtenß,.* en

Nachdem in den 80er Jahren dasPelocipcd" auch in Teutsch- land bekannt wurde, war es Adam Opel, der a«s emer der eriten die Bedeutung des Fahrrades erkannte und leine <yabn tauen aufnahm. Im Fabre 1886 wurde rn Rüsselsheim das erste Fahrrad erbaut und schon im rolgmoen_3afrre »eben wir in Rüsselsheim diese neue Industrie mifblüfrn. xem englischen Vor­bild cnt'vrcchend, wurden zunächst Hochräder bergendIt, und am Gnbe des Jahres 1887 wurde bereit3 mit ^ber Fabrckat^n von i iederrädern und Dreirädern begonnen, xer ungeheure *lut-

fjoWt werden "

Diese Bcstimmmtg im Warenzeichengesch bedarf in der ftt dringend» der Aendcrung: hat doch für Fehler des Hhmtamta der Gesck)äftsmann Opfer zu bringen.

, Wenn daS Patentamt aus Eirund längerer Auseinander gen und einqclKnber Schriftsätze, die dem Patentamt allster »Zeitlich viel Mühe, Arbeit und Auslagen veiursad .n, zu dem Jlriiltat kommt, dost ein angcmclbete» Scid'cn nid t CiNtragSsahig jüt, fj vergütet eS dem Inhaber 20 Mark von den fingeuililh 10 Mark zurück. Tas ist eine gesetzliche Vorschrift. Trägt da tpen das Patentamt viel lei äst gar ohne lange Bemühungen und urteningcn ein angeureldetes Wareirzridien ein, welches inu

ni bereits früher eingetragenen Zeichen identisch ober v r hüungSsähig ist, und erhebt der Besitzer des früheren Waren ch-ns bicfcrlKilb beim Patentamt Beschwerde, so legt bas Patent t hem Besitzer des jüngeren Zeichens nahe, fein infolge Irrtums £* Patentamts eingetragenes Zeichen wieder losdien zu Iahen, bei einer infolge «läge des älteren Zeichen ui haberS Natt toenben gerichtlichen Lösdmng, dem Besitzer des jüngeren Zeichens

tr der Lösdmng nock» ttoften erwachsen würden.

(Mebt nun der Besitzer deS jüngeren Zeidieiis baraui ein, i 3cid)cn, das ihm infolge Irrtums des Patentamts emge Seen ist, wieder löschen zu lassen, so zahlt das Patentamt keine

War! zurück. Im Warcuzeichengesetz fehlt nämlich eine dies JalidK ViTrsckirift Bedenkt man aber, das; der Besitzer eines ,lae Irrtums des Patentamts eingetragenen Z ei dien 4, das ihm Vt wieder gelöfdit luirb, außer ordeMIich groste Unamiehmlidi fit und Höften haben kann, da er das Zeichen, sobald er die \ nbc darüber in Händen hat, in Dielen Fällen sofort für eine f uachung für feine Waren benutzt, so must man es als eure r groste Harte bezeichnen, dast ihm and? noch bic 20 Mark

^Patentamt verweigert werden, die jri»em, der em nid>t cm tt ii sfähigeS Zcidien zur Anmeldung bringt, anstandslos aus­

werden konnte. . ,__M

Teil Leitern des Hauses Opel konnte bei ihrer sportlichen w- sinnung und bei ihrem glühenden Ehrgeiz, auch selbst Fortschritte zu macken, bic ruhige Entwicklung der Mhmasdnnen- und Fahr- rad-Industtie auf bic Tauer nidit zu sagen Aus Reisen hatte man bereits von einer automobilen Fortbewegung etwas gesehen, allein die Ansänge, bic allerorts vorhanden waren, waren eben nur Anfänge. Im Jahre 1898 waren in Teutfdjianb nur zwei namhafte Fabriken, die Automobile herftellten und zwar b,e Firma Benz in Mannheim und die F-irma Tarmker in Eannstatt bei Stuttgart, später in Untcrtürkhcim.

In den FusttatLen der ersten Firma marschierte rin Ingenieur Lutzmann in Tessau, der feil 1892 daselbst eine Heine Fabrik betrieb bet Motorwagen herstellte. Aus dem El>aos ber .Uonstruk- tionen galt es nun mit kritischem Auge das Richtige zu finden, und da man nid)t lange suchen wollte, so cntfdHof; man sich kurzer­hand und kaufte die Firma Lutzmann in Tessau mit ihrer ganzen Fibrikation und allen ihren Patenten und Erfindungen auf und verlegte beren Betrieb im Winter 1898/99 von Tessau icach , Rüsselsheim. Taburd) war man in die Lage versetzt, von heute aus morgen Motorwagen berausrnbringen, und im Fruchahr 1899 kam bereits der erste in Rüsselsheim fabrizierte ateiit^Motor-

nagen, Snstem Lutzmann, auf den Itlarft. Die Nachfrage nach Btotorwagen wurde nach und nach in Deutschland so bedeutend, dost man bei den erheblichen Schwierigkeiten, bic bic Fabrikatton non Motorwagen verursachte unb verursachen mustte, nicht damit redmen konnte, für die nächste Zeit allat Anforderungen gerecht zu werden, und darum entschied man sich noch die Vertretung enter bctcutcnben sraniösisdien Motorwagensabr,k zu übernehmen, um dadurch Zeit für die eigene Entwicklung zu geunnnen. Mit der Firma Louis Renault in Paris wurden Verträge geschlossen, be- i'onders wurde aber mit der Firma A. Tarracq in Suresnes 11ir has Jahr 1902 ein Abkommen getroffen, wonach das Haus Spei die Alleinvertretung für Teutschland und Oesterreich-Ungarn für die Erzeugnisse der Finna Tarracq erhielt.

Mit den Fortschritten der Autonwhiltcchmk hielt die Firma Opel gleichen Schritt, und die Erfolge ihrer Fabrikate haben den Lpclwerken einen Weltruf verschafft, wie er zu den Sriten- hcitcn gehören dürfte. Der Name Opel ist in der Automobilisten- I n eli t ockgechrt. Bei den Herkomer-FahNcn 1905, 1900 und 1907 finden wir Opel Wagen an der Spitze. Bei der »neuen Prinz-Hemrick-Fahrt im Jahre 1909 trugen die Opri-Werke einen emzig dastehenden Erfolg davon. Nicht nur, dast Wilhelm Opel Ihn Sieg errang, sondern auch der dritte, fünfte, sechste und -zehnte Platz wurde von Opel-Wagen belegt. Auch in ber Fahrt von 1910 war ein Opel Wagen der schnellste von allen. Ebenso i)t ta* Jahr 1911 reich an Erfolgen gewesen, denn bei der Prmz- | Heinrich Fahrt 1911, jener bekannten GesellschaftSfahrt nach Eng­land. war es roiei-cr ein Opel Wagen, der den eriten Preis für den schönsten deutschen Sagen erhielt und dadurch den.,von der nonig-.ii von England gefristeten Preis errang. D^r Sauer sowie der Grostherzog von Hessen-Darmstadt benutzen Opel-Wagen. Auch viele andere Fürsten vertrauen sich dem Opri-Auto <m.

In bei 92adn zwischen dem 19. und 20. Augwt 1911 brach Jein Riesenbrand in den Opel-Werken aus, der fast alle altat Teile ! der Fabrik emäsch^rte. Tic Uriache der Entstehung desBrandes konnte nicht fcftgcftcIK werden: aur icben Fall lag dn Brandherd im Herzen eines sehr verwundbaren Teiles der Fabrik, da, wo schon seit vielen Iabrzbhnten in ihrer Art veraltete Webaube einer schnellen Ausbehnung bes Feuers günstige Nnhrstng boten, 'inner! 21b weniger Stunden waren alle aulidifeüen, b,e bereit« viele Jahre dem Sturm der Zeit widerstand geleistet hatten- von dem verheerenden Element oemid^ei. Nun nmstten dick nötigen Sckrme getan werden, um den bedeutenden Schaden ausiugleichen Man stand vor der Aufgabe entweder ber 92äh- maicfr.ncn oder Fahrrad Abteilung, da die Aufrichtung der Näh­maschinen und der Fahrradabtrilungen aus Platzmangel ein Ting der Unmöglichkeit wat. und da war es denn die ernte Nähmaschine, ölc 49 Jahre lang des Hanfes Opel gewinnbringendes Fabrikat war, oie nicht mehr hergestellt werden sollte. Am 1. September

''"Vin * Seviember 1895 starb Adam Opel, der in den 32 Jahren seiner 01csd)äftsi>ihrung eine Tatkraft entwickelt h-stte. wie fic >vohl selten ;u beobachten ist, der mit trleiB und ttzciducklichkeit, gepaart mit ben reellsten E'-esdLstsprinzipicn. seine kleine Fabnk zu einem Weltgesd-äft emporhob. Er kränkelte sdwn längere 3<it an den Folgen einer überstandenen Typhus STankhett, die er sich aus einer (einer Eesd>ästsrriscn nach Belgien und Holland zuge­zogen hatte. Am 10. September trug man ihn hmons zur ewigen Ruhe. t

Ter Verstorbene batfc seine Frau unb ferne fum ju Erben eingesetzt Tas HauS Opel wurde als offene - schäft mit den eingetragenen (Gesellschaftern Sophie Opel Wwe., Ear! und Wilhelm Opel weitergeführt.

Troy des allgemeinen AmfchwungeS, bat die (Vobrrno- Industrie nahm, sollten aber auch schlechtere Zeiten kommen. 'In den Jahren 18981900 erfolgte nun eine Falwrad-^riistS, bic im Hause Opel zwar auch gespürt wurde, aber doch.verschmerzt

sie zu verbessern.

Landgerichtsrat Tr. Wehli (Wien) sprach hieraus über die Stellung des Richters im Zivilprozcst.

Ter Redner führte aus: Tic 1898 angeführte neue öfter rcicknfcke Zlviivrozcstvrdittmq brachte eine wesentlich. Beschleuni­gung des Recktsgangcs. Tic Ursache hicnür liegt m der von (Mrunb aus geänderten Stellung, welche der Mitd)tcr_ m bicicm I Proze'i'c emnunnit. Tcm Richter obliegt die »lelbcivuntc Leitung bcc Prozesses, d h. er sorgt einerseits in der Verhandlung durch tätiges Eingreifen dafür, dast die Erörterung des Rechtsmlles eine und ii.i' a if die für die vnt|d ;

Punkte beschränkt Turd) passende, an die Parteien gerichtete Fragen trägt der Richter wefciitlich zur .Stiärung des ^fltöDtrhali.- bei. Andererseits sorgt der Richter schon vor der Vahcnidlimg dafür, dast alles notwendige Material bei der Verhandlung zur Stelle fei, damit Veitagungcn möglichst vermieden werden, xabei hat der öHcrrcidtifdK Prozctz keineswegs inquifitorifdxn Eharakter, I wenn er auck den Parteien die Verpflidstung auserlegt, die Tat- iacken der Wahrheit cntt'pred>ciid anzugeben. Tic Vorschriften über die Prozcstleittmg sind im österreichischen Efcfetzc nirf/t roefenri lid) verschieden von jenen, die auch in der deutschen Zivilprozctz I Ordnung bestehen. Diese Vorschriften bedürfen aber, um ihre Wirksamkeit voll entfalten zu können, eines Venabrens, welches d> n Richter fobalb als möglich in unmittelbaren Kontakt mit den Parteien und Beweismitteln ,'cyt und diesen Kontakt bis zum Schlüsse aufrecht hält. Nur bann kommt der Richter in bic Vage, durch rechtzeitige entiprechende Verfügungen die Erörterung der Parteien und die Beweisaufnahme auf das Notwendige zu befchränken. Tic stets vorhandene llrtcilöbfrcitfd.cit des Geridns bedeutet einen wesentlichen Vorzug des wahrhaft unmittelbaren Verfahrens. Eine stonseguenz des auf die Ermittelung des wahren lies 1.11^1. r ,i Streb ns d i oft |

Crbninig ist cs, dast sie bic Institution des Parteiencibes, vermöge welcki-r eine Partei burdi Abfchwören einer im vorhinein wörtlich icitgcicetcn F-ormcl den Prozeß zu ihren Gunsten zur Entscheibung brockte, obgefchasft unb burch bicVernehmung ber Parteien" erjetu hat, bei welcher bic Parteien ausführlich vernommen wer­den dem Richter und der Gegenpartei Rede stehen inun'en und wobei nur bann, wenn bic unbceibctc Vernehmung nicht ausrcicbt, um den Richter voll zu überzeugen, nod) bic eine ober anberc Partei unter Eib vernommen wird. Ein weiterer Vorzug des wirklich unmittelbaren Verfahrens liegt bann, bas; ber Richter, wenn es fidi nm einen Fall handelt, der im Gcctze nickt ent id-,(eben ist, unter bem Einbruckc ber unmittelbaren Verhandlung iid) eher für tenc Anfickt cntidieibcn wird, welch? den Bcdurinnicn des Lebens gereckt wird Ein Verfahren, welches mit den Forde- rungen ber Mündlichkeit unb Unmittelbarkeit ernst macht ist aber nur bann möglich, wenn bic Parteien Nicht bas Recht haben, beliebige Vertagungen ber Verhonblungcn berbcijuTuhrcn, lobalö fic hierüber einverstanben find. Tic erfahrung bat gelehrt, bast übc-all wo bic Parteien die unbeidmmüe Vertagungs- beiugnis besitzen, Verschleppungen unvermeidlich sind. Beonbers^ : wickttg ist bic Frage in ben großen Städten, roo bic Konzentration bcA Verkehrs eine Anhäufung von Prozeßen bei nur wenigen Gc- - richten zur Folge hat. Tic unbedingte Vcrtagungsbcfugnis be- 1 beutet bic Proiesxmarchic von Geictzes wegen. Ihre burch den österreichischen Prozeß erfolgti Beseitigung war daher tut die Entwickelung des modernen Prozenes von groner Bedeutung, weil erst hierdurch bic '3abn ircigemacfat wurde Tur erne r'elbewutztc Leitung des Prozesses burch den Richter unb für bic rdwifung eines mündlichen unmittelbaren Verfahrend. Letzteres kann allen bings nur bann aufrecht erhalten werben, wenn Die Richter fick ber ihnen durch das Gesetz cingträumtcn Stellung im Prozeftc bewußt bleiben

Eingabe der evangelischen Pfarrer BaqcrnS.

In Bcwern stehl ehre Eingabe sämtlicher Kirchen- »o rstä n d e d e r pr o t e st a n 1 i schen L a n d c s ki r ch c n Li das Kirchenregimeitt bevor, in der folgcndermasten ge- |en jede Ans Hebung oder Abschwächung des Izcfuitengesetzes protestiert wird:

Die katholischen Bischösc Bayerns Haber an den Bundes Ifct eine Eingabe gerichtet um 'Jbnhcbung des Jesiutcngcsctzcs. 8tittwlischt Dekanate haben in Resolutionen das bringende Ver Knacn nach Ruckberusung der Jesuiten zun, Ausbrnck gebracht «je Gefahr, dast ber Orbcn, ber unserer cDangcludKii Kirche bic «-steil Wunden geschlagen hat, der über bic Bekenner bcs cvan LIndien Glaubens in der Gegenreformation blutiges unvergettenes l[c!' gebracht bat, in Deutschland wieder Einlaß findet, ruckt »aber

Wir halten cS darum für unsere Pflicht, nickt a u s F u r d> t , B auS Liebe zu unserem ganzen Volke, das ben lonicnumclku den braucht, einmütig Protest zu erheben gegen bic brtc '2üifl)cbung des ^csuitcngcsetzes.

l Ter Orden der Gesellschaft Jesu i|t, der er war, und bleibt, t T er tvar. Mit Gewaltmitteln wird er wohl tm 20 x>ahr | inbert die cDatigcliidtc Kirche nicht niederschlagen wollen wie b es eltedem versucht hat, aber er wird andere 'Mittel jur [ nwendung bringen, um der Mirdje des Evangeliums das Leben

schevung. den die Fadrradindustrie am Ende des vonaen Iahr- bundeiiS genommen batte, kam natürlich auch in entrr ?^c.ne ben Cpv! werten zugute, deren Inhaber uinadm vor allem bic iporthde Bedeutung des Rades berücfficbti.itc, da der voiimien eine mehr piafnid.e Ausnutzung noch nickt gestattete Auf den Rennbabneu wurden im Jahre 1888 auf Otxl Rädern tnelc grofze Er-olae eirungen. und nd»cn der Meistenchan. von Cdterrndi ;m Jahre 1889 sogar in London die Mcisteridratt der Welt von Auguü Lehr Tie Opel-Räder brock:en es in diesem Jahre aus 040 Siege Al-' aber mit der Erfindung des PneumattkS das F-olrrad auch al» Verk.-brStmttel Bedeuttint gewann, Ihcg der Umiatz ber Fahrräder so gewaltig, dast unausgesetzt an^tcT Er- Weiterung der Fabnkanlagen gearbeitet werden mußte Xie Iport* hdicn Eriolgc der Opekrader sind tedem brfaniit, der ndi auch nur ober Lidl ich um den Radreunsport bekümmerte So tetx-n wir denn m ganz Tcutfdlanb bei allen sportlichen sinnst al tun gen d.n Namen Opel in aller Munde, mett nur durch bas Fabrikat, das von vielen Herrenfahrern benutzt wurde, sondeiu und) durch das .mronirrenbe Auftreten der Söhne Adam Opels als <;porlt>lfutc, tue durd. ihre vielen Inumphe der Rekbune ivirfuiigonollHt ötort bmen Der älteste feiltet Sohne Earl arwann in den Jahren 18891892 Erka - 0 erste Preise, darunter die Mnftcrfdxist

I von Hcficn: der zweite Sohn Wilhelm ungriäbr um dieselbe Zeit 70 Preise, darunter ebenfalls bic Meisterschaft von Hessen und Lernet bic Meisteridxtst von Mähren: Hcinnck Opel, ^er dritte ,:n Bunde, errang in den Ialtreu 18921896 jirka 150 Lnnst, s 1 runter neben der Meisterschaft von Hessen, die ein Erbstück ui der Familie Opel darstcllt, ungefähr 10 weitere McisterfdmNcn. Ter nächste der Söhne, Fritz, trat am häufigsten auf der Remt- bahn auf und muh, ebemo wie fein älterer Bruder Hiunrtch. tmt ui den bedeutendsten und brftDcranlagteftcn tRabrcnmabrmi aller Zeiten gcjälrft werden Auch er gewann neben ber SRnftcnduft von Dessen zirka 180 Preise, darunter viele MutterschaftenalS bedeutendster ?riolg ist fein Sieg im Jahre 1894 bei her *crn-

I fahrt Basel -Eleve über G20 Kilometer zu nennen, welche Strecke I er in 27 Stunden 50 Minuten zurücklegte Unter twndxrbcnm anderen Preisen war der von S. M. dem Kaiser gestiftete Echicti-

I prei - eine fdwnc Anerkennung für diese grobartuw, emug da­stehende spottlid/e Leistung. Audi der jüngste <?ohn Ludivrn war

hi 1 "i Hessen unb man 1 m ji

1896 1898 im jugendlichen Alter neben tri len Meister,(haften

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Wir nnssen, daß unsere Kirche unter^dem ^sdtutz des Aller killten steht, der die Resorrnation zum segen xeuticklonds ge- »Ist hat: die Bekenner ves Evangeliums werden nch auch ihres ei ndeS. wenn er kommt, zu erwehren willen: aber um unter o(L das mit Kämpfen reichlich b c | di w c r t _t ft, noch jr dem schwersten aller Kämpfe, dem religt0sen, zu ivabren, erheben wir nodimals icicrhdn'n Protc.l nicht Hotz MHI die 'Jülihcbung des Jesuitengesetzes, sondern auch gegen jeoe .bidxuädnntg des noch geltenden G.'etzes."

Zum ersten Male in ler Geschichte der RechtSunfsenschaft ... in diesen Tagen eine nicht auf einen Nationalstaat be- ränfte Tagung von Richtern statt, mit dem 3wcd, wichtigi, >Nllturstaatcii allgemein berührende ,tragen des Richter «ndeS, so das Verhältnis des Richters,zum -laat. zum Bolk iaienridnertum), und zum Geietz zu erörtern und Narzustcllew ..geregt durch den Vorsitzenden des Teuticken Rlcht.rbunde- ho. e Vereinigung der österreichischen Richter für dttseAuigabc.. c Richter und Staatsanwälte Mittel-Europas nach der xonav seidenz ringelnden und zahlreich inb bic Mitglieder dernock ungen Richterverbände dem Rute, bic (^runblagen b.S modernen . nchteriums in gemeinsamer Arbeit scstzustellen, gew gtt Vc

-c'cn sind: Tic Bereinigung ber oucrrcidmdxn R'^cr, d.r le-stsche Ricktcrbund mit seinen lb <?anbc4Dcrcincn, bet: Unja nschc und Italienische Rickterverein: 'crncr hatten noch Ab erdnungen entsandt die Galizische Landesrichter Bereinigung und

Tn sick über 400 SRWcr unb Staat4

cn vältc, darunter aus Kairo das Mitglied deS äemochten < i -.«tshoscs Easelli als einer ber Vertteter Italien- ungcninbim Vctcu, mürbe mit einem Empfangsabenb un Kuria on der stad S en rinaeleitct Der Präsident ber Ocncrreichiickcn Jtid'itr -n:tinigunq, Hofrat Tr. Elsner, begrüßte die $er,amnilung duo insbesondere bic Vertreter der auswärtigen ^wbande unD , auf die gemeinsamen Bestrebungen hin, nämlich die Recht-- .aebmabern mio

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