zu erwähnen
ge Lieder a * I ießten Zeugnis ab, mit welchem Fleiße in den wenigen e Herren N Lochen gearbeitet worden war. Die Schülerinnen gaoen
' Julius
Hing drß K- t »Roienino en hoslkeatrr; in allerlebha'ii wird der td n und ein
erein amMonlag
W Septn:- bann in es'gen ©afii. Ter Direflio- m ersten jug--
zu Kaffee selbstgebackenen Kuchen und Torten aller Art. .'kreisamtmann Dr. Seisserth dankte nochmals allen Be
wein wird erein aus tärj in der n wieder eine dem Volksli^ Sereins sind
öur Zigennerplage.
♦ Gießen, 2. März.
, Von Zigeunern lieft man eben allenthalben; gegen die rgcunör macht man mobil, denn sie weroen gefährlich. Aber
LL- em
üSTk
'U'Npj [y
Hessen-Nassau.
)( Marburg, 1. März. Die Zusammenkunft ehemaliger Angehöriger des Marburger Jägerdata i l l o n s zwects Beratung über die im nächsten Jahre stattsindende Jubiläumsfeier findet am Sonntag, 10. Marz nn Fronhof hier statt. — Die Straßenbahn hatte im Kbruar eine Durchfchnittstageseinnayme von 212,76 Mk.
9 dieses N,.. "dem (>. ^nopet
Ultoemii" "|^t fine fe, \ebe Suse, V Slnit ’ lölu ich jdj|.:
enihalien 1 nnt einem C
Ä* tnöflir
Mermtk um eir.
etel" nur .große ^1' dem Paul 8^ "hält eine fe, HIbq eine V;:, .hrer ein gr5v Iten des De 'urch die üoir
5ro.v einer Erhöda
teiligten für die Förderung der Haushaltungsschule, welchen Tank Herr Lehrer Dörmer namens der Gemeinoe erwiderte. Mit Gesang und Tanz schloß die Feier.
-b. Groß-Felda, 1. März. Der als Leiter der irrssischen Meisteriurse für Sattler in weiteren Kreisen bekannte hiesige Sattlcrmeifter Louis Völzing hält zurzeit in Liegnitz in Schlesien im Auftrag dec dortigen Handwerkerkammer einen 14tägigen Fortbildungskursus für Sattlermeister ab.
Kreis Friedberg.
Friedberg, 1. Marz. In der gestern abend abgehaltenen Vorstandssitzung des hiesigen Schwimmbades wurde festgestellt, daß für dieses Jahr au die Aktionäre 7 Prozent Dividende verteilt werden können. In 22 Jahren sind alle Aktien auLgetost und das Badehaus geht (in die Stadt über.
x Bad - Nauheim, 1. März. Der Ballon .Zahringen* der Mannheimer Lustschifsahrt-GeseUschaft landete, nachdem er lange über der Stadt geschwebt hatte, am Frauenwald bei Nieder - Mörlen. — Die Fortbildungsschule, die hier in drei BerufSklasien geteilt ist, beendigte heute nachmittag ihre Wintertätigleit durch eine öffentliche Prüfung. Die Gewerbeschule schloß bereits gestern abend.
sus der Haus haltungs schule für den Kreis Als selb fand heute mit einer öffentlichen Prüfung seinen Abschluß, hierzu hatten sich eingesunden Kreisamtmann Dr. Seifferch, der Orts- und Schulvorstand von Kestrich, die Eltern der Schülerinnen, sowie einige Gäste. Die Leiterin der Schule, Fräulein Hölzer aus Alsfeld, zeigte durch geschieltes Abfragen des Lehrstoffes, welche Kenntnisse sich sämtliche Schülerinnen im tzaushaltungswesen, der Gesundheitspflege, der Ernährung, sowie im Kochen, Waschen, Bügeln usw. angeeignet hatten. Kreisamtmänn Dr. Seifserly beglückwünschte Fräulein Hölzer zu ihrem erfolgreichen Unterricht and schenkte feder der Schülerinnen das Büchlein: „Der Weg zum häuslichen Glück." Hierauf begab sich die Versammlung in die Steuernagelsche Wirtschaft, wo der Lehrkursus abgehaUen worden war. Die ausgestellten Handarbeiten in Weißzeugnähen, Sticken, Flicken, Bügeln uslv.
ls Konzerts s von den l'nte ’angöereink: größeren 8c n des 0abeL-x subiläumsaHrT Keichsgrundr: hat er nor ltimgen W
Prang? s
8, DoS K-lc' ßublifum Mi- ionntag gf'-1 v
Der 6t-
leinen
21b 3M- -"1 irkomische 6<r
igegen 205,89 Mk. im Januar) zusammen 6170,02 Mk. — Bei Wetter stieß ein ländliches Fuhrwerk mit einem Automobil zusammen. Eine Frau erlitt schwere Verletzungen.
0 Marburg, 1. März. Die Wahrheit des Sprichworts „Wer lieben will muß leiden" lernte auch ein junges Mädchen aus einem Dorfe des Kreises Kirchhain kennen. Ein guter Freund teilte ihm mit, daß sich der junge Lehrer des Nachbarorts sterblich m cä verliebt habe. Das Mäochen, das den jungen Mann gar nicht kannte, schüttelte zunächst ungläubig den Kopf, seine Bedenken schwanden jedoch, als ihm der Freund eines,Tages einen angeblich von dem Lehrer stammenden Liebesbrief überreichte. Das Mädchen war auch damit zufrieden, daß der Freund die Vermittlung der Antwort übernehmen wollte. So wurden zwischen 1 dem Lehrer und dem Mädchen mehrere Briefe gewechselt, die der Sreunb immer besorgte. Das Mädchen schöpfte «uch noch keinen Äerdacht, als fern ihm immer noch persönlich unbekannter Geliebter einiges Kleingeld benötigte, auch dieses vermittelte der ie zu le Freund. Eines Tages war der Freund aber nicht zur Stelle, und das Mädchen vertraute seinen Brief der Post an. ler Lehrer nahm höchst erstaunt den Brief in Etnpfang, ihm * Mr bis dahin noch nichts von der Sackje bekannt. Bei dem ' 'Gericht, dem er die Regelung der Liebesgeschichte übertrug, lernte ihn auch das Mädchen kennen. Ter gute Freund, der Die Gaune- ret gemacht, d. h. die Briese gefälscht und das Gelb behalten Helte, würbe heute von der Straflämmer zu 21/» Monaten Gefängnis verurteilt.
• • Silberne Hochzeit feiern heute Schneider Clemens Rarz und Ehefrau, und morgen Sonntag Taglöhner Heinrich Schmidt und seine Ehefrau Margarete, geb. Toll.
• • Eine recht unangenehme Entdeckung machte - fiern abend ein hiesiger Schlossermeuter. Er hatte in einem betrieb in der Hamnislraße eine Kesselreparalur vorgenommen .md als er Feierabend machte und seinen während der Arbeit abgelegten Nock anziehen wollte, war dieser nebst Taschenuhr und sonstigen in den Taschen befindlichen Wertsachen verschwunden.
Landkreis Gießen.
- -- Holzheim, 1. März. Sei der heutigen Bürger- meist erwähl wurde unser Bürgermen'ter Klotz mit 177 Stimmen wieder gewählt. Sein Gegenkandidat Heinrich Martin Kuhl erhielt 112 Stimmen.
Kreis Büdingen.
-Büdingen, 1. März. Ter im verfloffenen Jahre vorn hiesigen Veteranen- und Militär-Verein angeregte SamariterkursuS kommt in den nächsten Tagen zur Ausführung. Tie beiden hiesigen Turnoereme, der Veleranen- und Militär-Verein, sowie Die freiwillige Feuerwehr haben ihre Mitivirkung zugesagt. Tie Mittel zur Abhaltung dieser .Dien Veranstaltung haben Stadtkaffe, der Wohlfahrtspflege- verein für den Kreis Büdmgen bereitgestellt; ebenso werden 'reiivilllge Beiträge geleistet. TaS Unternehmen erstreckt sich auf erste Hilfeleistung bei UnglückSfällen, Anlegung von Verbänden u. dergl. m.
ü. Büdingen, 1. März. Die Turnvereine zu Hain- grün Dau, Lieblos, Roth und Rothenbergen schlossen dieser Tage einen neiieu Turnerbund unter dem Romen .Kinzig- taler Turnerbund*. Zum Bundcöoorsitzenden wurde uerr W. Becker in Roth gewählt. Tas erste Bundes-Wett- turnen soll diesen Sommer in Gemeinschaft nut dec Feier des lbjährigen Bestehens des Turnvereins Roth statlsinden.
Kreis AlSfcld.
-t-. Alsfeld, 1. März. Tie mündliche Reifeprüfung an der hiesigen Oberrealschule fand heute unter dem Vorsitz des Geheimen OberschulratS Block aus Darmstadt statt. Sämtliche Schüler der Oberprima, 16 an der Zahl, bestanden sie. Fünf Schüler waren von der mündlichen Prüfung befreit.
n. Kestrich, 29. Febr. Der hier abgehaltene Kur
ien wird rr staa, nd «W t der
1 Genaül^
Men , e unget^,. ter aniWJii eneiM^ s, aber m . n jum
rde- iir:
>7' Ä pril iu lemprf u?d IJlinifW1 iiche"- schen
K
waS sind eigentlich Zigeuner? Sinds die „braunen Söhne der Pußta", die bettelnd, wahrsagend, auf die Gutmütigkeit und auch die Dummheit der Leute spekulieren, die Meister sind im Stehlen und besonders, wenn es Geflügel gilt, mit einem Griff das Huhn gefaßt und fein Genick herumgedreht haben, um es hinter der Schürze verschwinden zu lassen, die nichts mehr scheuen als Wasser — weil Schmutz warm hält und G e - fä ngnis, weil ein freies Leben ihnen zur anderen Natur geworden. In meiner Jugend nannte man sie „Haare", d. h. Heiden, ob ihrem Glauben oder ih^em Tun nach, das mag dahin gestellt bleiben. Eben diese Zigeuner wagten nickü leicht eine Gewalttat zu begehen, am wenigsten einen Mord, weil sie das sofort der edlen Freiheit beraubt hätte. Diese Zigeuner waren andere als die jetzigen sogenannten Zigeuner. Das sind verwilderte Menschen, darunter viele Deutsche. Es geht hier wie bei den Wildkatzen, die bann und wann geschossen werden. Es sind in Wirklichkeit verwilderte Hauskatzen. Unsere gegenwärtigen, sogenannten Zigeuner, sind fjunbcrtmal gefährlicher als die echten Zigeuner, das beweisen die letzten Vorgänge; sie können jüdjt mit Feuerspritzen, wie verschiedentlich in Rheinhessen geschah, aus dem Dorf hinausgetrieben werden.
Sind sie im Frieden gefährlich, so werden sie es nod) viel mehr im Kriege. Was wird uns aus den ftriegSberidjfcn, besonders aus 1866 von den Hyänen des Schlachtfeldes erzählt, welche den Verwundeten, die sie nach der Schlacht, oft schon^während der Schlacht, wo die Sanitätsleute nicht gleich zur Stelle fein konnten und die Feldgendarmerie überall sein sollte, die Wertsachen raubten, noch Lebende vollständig töteten, den Toten die Finger abschnitten, um ihre Ringe zu bekommen! Woher rekrutieren sich diese Hyänen? Aus diesen sogenannten Zigeunern, die überall und nirgends zu Hause sind und da am besten Bescheid wissen, wo andere ihn nicht wissen, im Dickicht der Wälder. Diese Leute werden immer zahlreicher und dadurch immer frecher. Es mußten deshalb noch andere Maßregeln ergriffen werden als das Abschieden von einer Grenze zur anderen. Diesen Leuten (Schirmflickern, Kesselflickern usw.) dürften keine Waudergewerbescheiue gegeben werden; sie müßten dadurch gezwungen werden, sich seßhaft zu machen. Sollte dagegen von hyperliberaler Seite Einspruch erhoben werden als eine Vergewaltigung des Staatsbürgers, so gebe man einem solchen Verfechter dieser Idee einmal so eine Gesellschaft in seinen Wohnort, damit er nähere Bekanntschaft mit ihnen mache — er würde sie nebst ihrer „Einquartierung" bald zum Kuckuck wünsck)en.
Eins ist schade, daß wir nicht wie Frankreich in unseren Kolonien eine oder die andere Insel haben, die sich zum Aufenthalt für fold>e und ähnliche Menschen (Messerhelden usw.) eignete. Dann brauchte man auch keine Todesstrafe mehr, welche wir in 100 Jahren doch nicht mehr haben werden. Freilich solch eine Strafkolonie kostet Geld — aber was für eine Beruhigung für den friedlichen unb steuerzahlenden Bürger, wenn er nicht in steter Sorge zu sein braucht, von dem ersten Besten angeschosscu zu werden. Es ist in dieser Beziehung bei uns sehr weit gekommen.
♦
a. Schotten, 1. März. Die behördliche Anordnung, daß nicht gar zu viel in den Zeitungen über die Verfolgung des Mörders Ebender geschrieben wird, ist sehr angebracht, schon im Interesse des V 0 g,elberges. Aengstliche Gemüter könnten in allen Ecken Gefahr wittern; so schlimm ist es aber nicht, vielmehr kann man zu den Polizeiorganen das Vertrauen haben, daß für die Sicherheit des Publikums alles geschieht, daß auch die Einwohner des Vogelsberges selbst ein Interesse haben, fragwürdige Elemente aus der Gegend zu entfernen. Es wird übrigens vielfach bezweifelt, ob die gesuchte Zigeunerbande sich überhaupt noch im Vogelsberg befindet.
Alsfeld, 1. März. Scharfe Maßregeln gegen bie Zigeunerplage hat bas Kreisamt Alsfelb erlassen unb deren genaue Befolgung den' Bürgermeistereien und der Gendarmerie des Kreises empfohlen. Auch an die tatkräftige Unterstützung durch die Bevölkerung, wird appelliert. Vielfach werden die verwegenen Gesellen durch falsches, unangebrachtes Mitleid in ihrer Zuoringlichkeit noch bestärkt. Unsere, an der preuißsch-hessischen Grenze gelegenen Orte haben unter der Landplage entsetzlich zu leiden.
w. Fulda, 1. März. Die Zigeunersagb der Rhön ist erfolglos verlausen. Da bie Behörden der Ueberjeugung sind, baß sich bie verfolgten Zigeuner nicht mehr in dem umstellten Gebiete aufhalten, wurde der Abmarsch des Militärs an- geordnet.
(W) Koburg, 1. März. Im hiesigen Landkreise wurde heute das Z i g e u n e r e h e p a a r Franz aus Plamont im Elsaß verhaftet. Beide sind dringend verdächtig, an den verbrecherischen Vorgängen bei Fulda und in den hessischen Forsten beteiligt gewesen zu sein.
(5crid?tsfaaL
Graf Wolff-Metternich wegen Falschspiels vor Gericht.
Berlin, 1. März. Die Zeugenvernehmung wurde heute fortgesetzt. Zeuge Referendar v. Moschel hat einem Rennen um den Großen Preis von Paris und in einem Boulevard-Restaurant ein Spiel gemacht, wobei er an einen Herrn Villeneuve 400 Franks verlor. Er habe die Schuld zuerst nicht bezahlen wollen, da er sich betrogen fühlte. Später habe ihn Bujes auf» gefordert, zu bezahlen. Da er Bujes bisher als einen sehr anständigen Menschen kennen gelernt habe, habe er auch die Schuld getilgt. Hieraus wird unter allgemeiner Spannung der wegen gewerbsmäßigen Glücksspiels zu einer mehrmonatlichen Gefängnisstrafe verurteilte Leutnant a. D. Freiherr Alexander Schenk von Schweinsberg als Zeuge vernommen. Er macht einen sehr unintelligenten Eindruck. Er wird zunächst unvereidigt vernom- nommen. Er kann sich vielfach an die Vorgänge nicht mehr erinnern und behauptet, daß fein Gedächtnis durch die schweren Schicksalsschläge sehr gelitten habe. Der Zeuge Reserendar Wolf v. Wcnnec behauptet, in dem italienischen Grenzort Ehiavennc habe er, Frl. v. Rödern, Niemela und Bujes in einem Hotel ein Spiel gemacht, wobei er etwa 8400 Franks verlor. Hierauf wurde unter Ausschluß der Leffentlichkeit Frl. v. Rödern als Zeugin vernommen und dann die Verhandlung auf Montag vormittag vertagt.
Paris, l. März. Tas Schwurgericht von Blois hat die vier Einbrecher, bie in der Kirche von Thenay im Teparte- ment Loir-et-Chor ein kostbares biciteiligeS Altarbild geraubt hatten, zu Kerker strafen von einem bis zehn Jahren verurteilt.
Luftjchiffahrt.
Friedrichshafen, 1. März. Heute nachmittag findet nochmals eine Probefahrt statt und im Anschluß an diese wird die Entscheidung fallen, wann die Abfayrt des Zeppelin-Luftschiffes nach Frankfurt erfolgt. Falls es die Witterung zuläßt, ist bestimmt anzunehmen, daß das Luftschiff um 6 Uhr morgens absährt. Bei dem heute herrschenden Südwestwind gebt die Reise über Elsaß-Lothringen und an den Vogesen entlang. Bei Lstwind wird der Kurs über Bayern genommen. Tie Ankunft in Frankfurt wird kaum vor 2 Uhr mittags erfolgen.
Friedrichshafen, 1. März. Nachdem Gral Zeppelin mit dem Vuit cljijf ,1'ittoria viiife“ den Kronvrinzen und die Kron- prtiizeilin, die auf dein Bodenfee 1r.1t einem Tainpier sichren, bis naa) Vüibau beqlciut baue, lernte das Luitschiff nach siiiedrichs- hasen zurück. Bei güningem Wetter soll bas Lu'tjchiff heute früh die siayrt nach Frankfurt a. Ai. amteten.
Börscn-LLochcnbericht.
— Frankfurt a. M., 1. März.
Tie Börse verkehrte vorwiegend zur Schwäche neigender Haltung. Die Frage der Kredlteinschrankungen übt nach wie vor chre Wirkung aus, wenn auch Irgend etwas Posftwes
nickt zu melden ist. Es herrsckt große Verstimmung, die die Unternehmungslust lähmt. Günstige Meldungen auS dem Wirtschaftsleben finden nur vorübergcheirde Beachtung oder bleiben wirkungslos. In der Zukunft sieht man mancherlei Anzeichen, die Bedenken erregen und Zweifel auskommen lassen, ob die Industrie auf der aufsteigenden Bahn noch lange weiter wandeln wird. Es ist naturgemäß, daß bei solchen: Ausblick die Kauf« Neigung erstickt und das Bestreben gefördert wird, BezugSver- pflichtuugen zu lösen. Dazu kommt, daß die politische Lage noch immer Anlaß zu Bedenken gibt. In dieser Woche wurde die Hoffnung auf eine Friedeusgeneiglheit Italiens unb der Türkei wieder jäh unterbrochen durch die Vorgänge von Beirut. Tie Verstimmung der Börse war um so größer, als man davon internationale Verwicklungen befürchtete. Daneben mahnen bie unsicheren Verhältnisse am Gelb markte zur Zurückhaltung. Die Gelbsülle im Januar hat sich als trügen ich erwiesen. Ter Februar, sonst ein Monal billigen Gelbes, zeichnet sich biesmal burch hohe Satze aus, unb bie wichtige Frage, wann ein Ab- gehen von bem öprozenligen Banksatz möglich sein wirb, scheint ganz aus ber Erörterung aussckicioeii zu können. Der Monais- ichluß ist gut Dorübergegangcu, Gelb war reichlich vorhanben, wenn auch zu hohen Sätzen. Ein Verstimmungsgruub war bie Furcht vor dein Noblen arbeitet ft reif in Englaub und im Zusammenhang damit vor Streikbewegungen im Ruhrbezirk. Am Montanmarkte vollzog sich ein weiterer ftarter Rückgang ber Kurse, ber burch ben in Berlin cingctretcncn scharfen Kursrückgang ber Hoheulvhc-Aklieu wesentlich geförbert wurde. Die Racyrichten, wonach die Aussichten für eine Verlängerung des Stahlwerlsvcrbandes günstig sein sollen, blieben demgegenüber ziemlich unberücksichtigt. Von der Abschwächung der Hohen- lohe-Al'tie wurden die Aktien der Deutschen Bank vorübergehend in Mitleidenschaft gezogen, obwohl man glaubt, daß das Interesse dieses Instituts am Fürsteilkouzeni durch die beträchtlichen Opfer, die es auf fein Engagement bei der Berliner Terraiu- uud Baugefeli'schast gebracht Hot, vor etwaigen weiteren Zwischeu- fällen geschützt sei. Die BanWilanzeu machten einen befriedigenden Eindruck, eine besoiidere Anregung veimochten sie jebocti nicht zu geben. Bankaktien flouten sich meist etwas nichtiger. In Bahnen war bas Geschäft nihig, etwas begünstigt waren Schantungbahn. Schiffahrtsaktien lagen schwächer. In- buftriepapiere kamen nur wenig an ben Markt; einzelne Spezialwerte konnten ihre fturfe etwas erhöhen, im allgemeinen war bas Interesse bafür stark abgeslaut. Deutsche Staatsanleihen schwächten sich neuetbings etwas ab und von fremden Renten waten auch Chinesen unb Mexikaner auf bie anbauenv ben Unruhen nichtiger. Privat-Diskont d1/*0,'».
Kleine Gnges^roniL
Die Inbetriebnahme ber Hamburger Hochbahn ist am 1. März erfolgt. Gleich batnach würbe ein Streckenarbeiter, ber vom Zuge abspraug, zu Boben geschleubert unb lebensgefährlich verletzt.
Ter Hotelbesitzer H 0 l t f e u c r, der am 2. Juni 1878 den Attentäter Dr. R 0 b i l i n g festnahm, der in Berlin den Kaiser durch zwei Schüsse verwundete, ist in G r 0 ß l i ch t e r f e l d c hoch- betagt gestorben.
LittgescZnSt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Publikum "gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen. Der Vcrsasscr des „Eingesandts" in Nr. 48 des „G. A." befindet sich in einem gewaltigen Irrtum, wenn er behauptet, ich hätte zwischen Karneval- unb Turnverein, einen Vergleich gezogen. Mit biesen Ausführungen hinkt er nicht nur,, fonbern schwebt vollstänbig in ber Luft.
Die in bem „Eingesanbt" in Nr. 47 bes „G. A." gemachten Ausführungen waren rein sachliche Feststellungen unter gleichzeitigem Hinweis auf die Konsequenzen bei Bewilligung derartiger Beträge. Daraus konnte aber niemand — auch wenn der Artikel nur flüchtig durchgelesen wurde — einen Vergleich zwischen Turnverein und Karneval hnauslesen. Nur dem Herrn Einsender ist dies Vorbehalten geblieben und wohl nur deshalb hat er den nur nebenbei erwähnten Turnverein herausgegrissen, weil ihm dieser als Objekt für seine Erwiderung geeignet erschien. Zweck und Ziele des Turnvereins sind wohl federn Menschen bekannt. Ob unb inwieweit bie Geschäftswelt einen größeren Vorteil burch ben Karneval ober durch ein anderes Vereinsfest hat, soll nicht untersucht werden, diese Feststellung wird dem Herrn Einsender überlassen. Auch will ich ihm nicht folgen in seinem im letzten „Eingesandt" zutage getretenen Streben, die Angelegenheit ins Humoristische und auf das persönliche Gebiet hinüberzuleiten. Lediglich vom sachlichen Standpunkt gingen meine Erwiderungen in Nr. 47 aus. Auch heute möchte ich diesen Standpunkt nicht verlassen und wiederholen, daß, wenn nun einmal einzelne Vereine zur Veranstaltung von Festlichkeiten Unterstützungen von der Stadt erhalten, auch der Karnevalvercin das gleiche Recht für sich in Anspruch jienmen kann. Welcher Verein wohl der beste und zusagendste ist, kann hierbei nicht ausschlaggebend sein.
Wenn die Sache mit der notleidenden Familie sich wirklich so verhält, wie sie in den Ausführungen detz Herrn Bm.-Einsenders dargestellt sind und wenn die städtische Armenpflege wirklich versagt hätte, dann wäre es seine Nächstenpslicht gewesen, hier helfend einzugreisen und ergänzend die private Wohltätigkeit in Anspruch zu nehmen, was ja vielfach geschieht. Jedenfalls wäre damit diesen Armen besser gedient gewesen als durch die ganz unangebrachte Verquickung dieser Angelegenheit mit dem Gießener Karneval. Nach Erkunvigung an maßgebender Stelle kann nur eine Familie in Betracht tommen und dieser ist bei eingetretener Hilssbedürstigkeit Unterstützung gewährt worden. Die Ausführungen des Herrn Einsenders sind demnach trotz seiner Behauptungen unrichtig. Hiermit ist die Sache für mich erledigt.
♦
Gießen. Der Verschönerungsverein oder die Stabtverwal- tung würden sich zweifellos den Dank vieler unserer Einwohner erwerben, wenn sie im kommenden Sommer auf dem Fußwege nach dem Philosophenwald, zwischen Ost-Anlage und Wald, einige Ruhebänke aufstellen ließen. Nicht nur Naturfreunde, die sich dem wundervollen Anblick des herrlichen Wiesengruudes gern in Ruhe hingeben möchten, empfinden das Fehlen von Santen schmerzlich, noch viel schmerzlicher empfinden es alle die, denen cs durch körperliche Gebrechen überhaupt nicht möglich ist, den Weg bis zum Wald ohne Sitzgelegenheiten zurück- zulegcn. Im Jahre 1910 war wenigstens in ber Nähe ber Wieseck< Überbrückung eine Bank ausgestellt, bie aber leiber schon im vergangenen Jahre nicht mehr zu entoecken war.K.
Amtlicher Wetterbericht.
Oefsentliche Wetterbirnststelle Gießen.
Welteranssichteii in Hessen für Sonntag, den 3. März 1912: Veränderlich, zeilweife Niederschläge, mild; südwestliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Darmstadt, 2. März. Generalleutnant z. D. Hermann v. Stülpnagel ist gestern hier im 74. Lebensjahr einem Schlaganfall erlegen.
Friedrichshafen, 2. März. Tie Ueberführung des Luftschiffes „Viktoria Luise" nach Frankfurt wurde des stürmischen Weilers wegen auf Sonntag verschoben.
London, 2. März. Bei den gestrigen Kundgebungen wurden 15 2 Suffragetten verhaftet, aber gegen Bürgschaft wieder sreigelassen. Im ganzen würben bei oen Kundgebungen für etwa 80 000 Mark Fensterscheiben zerbrochen.
London, 2. März. Tie Ablehnung der Vermittln n g s v 0 r s ch l ä g e der Regierung durch bie S8 e r g a r b e i t c r, bie nur mit schwacher Mehrheit erfolgte, wird in der getarnten Presse abfällig beurteilt. Nach Ansicht ber Blätter worc hic Abstimmung wohl günstiger ausgefallen, wenn meut viele Arbeiter- Vertreter mit bestimmten Weisungen ihrer Verbände verjeheu ge» wesen wären., e


