Donnerstag, 18. Juli 1912
162. Jahrgang
Erstes Blatt
Bezugspreis:
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Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten.
Hiefenböume als Wetterkarte der Zahrtauiende.
km Blu.et Kleide,
bis Mk. l,5o in 2>l verschied. Muit
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ungefähr dieselben gewesen sein mühen, bte er aus den alteiten Kulturperioden Asiens erschlossen Halle. Um dreie Tatsache zu erhärten, bediente er sich in sinnreicher Werse unterer Rie|en- bäurne. ES setzen nämlich Bäume, die rn einem Klima mit deutlich voneinander geschiedenen Sommern und Wintern wachten, ledcs Jahr einen Ning von Holz an. Tas das in der früheren Jahreszeit sich bildet, wächst sehr raich und ist weich während das später entstehende langsam wächst und demeniiprechend hart ist. Daher bestehl jeder Jahresring aus einer Schicht von weichem, tauigem Holz, das von einer dünneren Schicht harten, gewöhnlich dunklem Holzes umgeben ist.
Vie Strafreditsnoüclk von 1912.
Am 5. Juli ist die sogenannte kleine Strafrecht s- Lorläufcr der umfassenden Reform des Siras-
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Deutsches Neich.
Die deutsche Reichsregierung gestattete der Regierung der Nnionstaaten, Offiziere nach Deutsche land zu entsenden, um ein Jahr bei der Kavallerie Dienst zu tun. , ' ,
Am Schlüsse der Sitzungen der badischen Kammern am Mittwoch wurde eine Botschaft des Großherzogs verlesen, durch die der Landtag bis zum Herbst vertagt wird. . r
Die bayrische Abgeordnetenkammer beriet neuerdings über den Gesetzentwurf betr. das Lotteriespiel sowie den Staatsvertrag vom 29. Juli 1911 zwischen Bayern, Württemberg und Baden einerseits und P reu» ßen andererseits. Tie Kammer Verlvies in ihrer Sitzung vom 14. Mai den Gesetzentwurf zur nochmaligen Beratung an den Finanzausschuß zurück, der nun neuer- diugs beantragt, das Plenum möge dem Gesetzentwurf wie dem Staatsvertrag nicht zustimmen, dagegen sei die StaatSregierung zu ersuchen, dem Landtag bald eine Vorlage über die Einführung einer bayerischen Landcstlassen- lotterie zu madjen. Abg. Beckh (Kons.) trat gemäß der Regierungsvorlage für den Beitritt Bayerns zur preußischen Klassenlotterie ein. Abg. Gerichten (Lib.) sprach ich für einen Teil feiner Partei für die Ablehnung der Lotteriegemeinschast mit Preußen aus und wünschte cuic bayrische Klassenlotterie mit der Eiuschränlung, daß Bayern
ebenfalls durch einen Tiefstand. Hoch steht die Kurve wieder um 600 v. Ehr., als die Gcieä>en die Grundlagen ihrer hohen Kultur legten und die Reiche von Mesopotamien blühten.
Je näher wir den durch reiche Überlieferung ausgezeichneten Zeiten kommen, desto klarer läßt sich aus den hntorisch bekannten Tatsachen die Richtigkeit der Klimakurve beweisen: die Rieseilbäume haben sich als Wetterkatte der Jahrtausende bewährt.
— Ludwig Ganghosers Erkrankung. Tr. Gang- hoser leidet, dem Di. N. N. zufolge, an der sogenannten ,^agcr- gichi". Als Mittel dagegen nahm er in der letzten Zeit ein neues Medikament, das ihm zwar sehr empfohlen worden war, das aber schon beim Entnehmen von zwei halbgrammigen Tabletten Jbio- ,ynlrafie hervorrief. Nun hat Tr. Ganghofcr am Samstag abend sechs (.olchcr Tabletten eingenommen. Tarauihin zeigten sich in lurzester Zeit bei dem äußerst kräftigen Mann die Zeichen schwerer Shukope. Tr. Ganghofer halte noch die Energie, feiner Gemahlin, die am gleidjcn Tag von München nach Hubertus gereift war, zu läuten. Als feine Gemahlin ins Zimmer trat, verfiel Tr. Ganghofer in eine schwere Ohnmacht, aus oer er erir durch Einflößen von starkem schwarzen Kaffee und Kognak zum Erwachen gebracht wurde. Es wiederholten sich aber die Lhn- machtsanfälle und es zeigten sich die Folgen der Herz- und Gesätz- ncroenlägmung ^.Rötung der Arme, Auftreten von Quaddeln am ^eibc, taubes Gefühl der Hände,. Auf die Nachricht von der gefährlichen Erkrankung Tr. Ganghofers bin ritt Tr. Liebt in einem Gewalintt von Seefeld nach vubertus. Er legte die 2d Kilometer betragende Strecke auf schlechten Straßen uno bei ca. 500 Meter Steigung in l'z Stunden zurück. So konnte der Arz> noch rechtzeitig eingreifen und dem Tichter Hilfe bringen. Bet Tr. Ganghofer war Die Herztätigkeit schon sehr schwach geroeien, in den Armen war schon Blutsnl Island bemerkbar, xie (9 egen- mittel wirkten aber sicher, und io konnte Tr. Ganghofer bereits am Abend noch auf kurze Zeit das Bett verlassen, seitdem hält die Besserung in Ganghosers Befinden erfreulicherweise an.
— Jugendliche Amazonen. Wie die Fran sich heute in der Arbeic immer iraftooller und Zahlreicher neben dem Mann stellt, 13 will sie auch in der Ausbildung und im Vergnügen ihm möglichst gleichgestellt werden. Mit Begeisterung widmen sich unsere jungen Mädchen dem Spott, der solange dem schöneren Geschlecht fast ganz verschlossen war. Tie Engländer, die in der Lrganuierung zur körperlichen uno militärischen Hebung den andern Nationen voraus sind, haben neben die „Boy-Scouts" zuerst cua) Die „Girl-Scouts" gestellt. Wir Tentschen sind ihnen hicrin gefolgt, und so ist der erste Schritt getan z.i einer militärischen Ausbildung der Frauen, die freilich feine Soldaten für Den Kriegsdienst, aber kräftige uno tapfere Mädchen erziehen sollen, lieber die Bedeutung dieses weiblichen „Soldatempieles'
timmt, daß die Verfolgung nur auf Antrag, der sogar zurückgenommen werden kann, eintritt. _
Ter modernen Verkehrsentnnckluna folgend i|t ferner die Wahrung des Telegrapycngeheimnifscs — § 355 StGB. — auch auf die öffentlichen Fcrnsprechan lagen ausgedehnt worden. .. .. . .
Endlich ist, waS kulturhistorisch uitcrqiant ist, die Kindermißchandlung geregelt worden. Bislang gab es keinen besonderen strafrechtlickxn Schutz der Kauder gegen Mißhandlung durch ihre Gewalthaber; es fanden lediglich die allgemeinen Vorschriften über die Bestrafung der Körperverletzung Anwendung. Jetzt wird von Amtswcgen (Gefängnis nicht unter zivei Monaten) gegen Eltern, Pfleger, Lehrer, Ziehmütter, Dienstboten nnd dergleichen eingeschritteii, die gegen eine noch nicht achtzehn ^zahre alte ober wegen Gebrechlichkeit oder Krankheit wehrlose Person, welche ihrer Fürsorge oder Obhut untersteht oder ihrem Hausstand angehört, eine Körperverletzung mittelst grausamer oder boshafter Behandlung begehen.
Die Novelle von 1912 bedeutet, wie aus vorstehendem ersichtlich ist, einen roesentlichen Fortschritt, und man kann nur wüuscheii, daß die Reform des Strafgesetzbuches vom gleichen modernen Geist und sozialen Eharakter sowie vom elbcn Vertrauen zum deutschen Richter getragen werde.
Genaue Unterfudjungen von Prof. Douglas haben nun ergeben, daß fid) aus der Dicke und Art der Jahresringe ein annäherndes Maß für Die in diesem Jahre gefallene Mutige von Regen und Schnee gewinnen läßt. Bei Den Sequoia-Ltärnmen ist nun die RingbilDmig besonders deutlich unD charakteristiich vor sich gegangen, so daß Huntington aus einer genauen Meiiung und Beobachtung zahlreicher Bauinstumpse wertvolle ^chlüne qut das Klima Der Vergangenheit ziehen konnte. In mühiamcr und langwieriger Arbeit, in der Sonnenhitze auf Den Riejen- stürnpfen auf dem 5)aud?e liegend, von sehr großen zuDruiglichen sajwarzcn Ameisen geplagt, hat er die Jahresringe von^ 200 Bäumen gezählt und registriert, von denen 40 mehr als 2000 ^ahre alt waren. Aus dem Studium bet jüngeren jöäume itellte er Die Schnelle des Wachstums bei den Sequoias seit und tanD, datz ein Baum in den ersten 10 Jahren seines Lebens ettva 2 ^olL im Durchmesser wächst; bei einem Alter von 200 Jahren sugt Der durchschnittliche Stamm nur noch 1,8 Zoll alle 10 ^aijre seinem Durchmesser zu, im Alter von 500 Jahren 1,2 Zoll, im Alter von 700 Jahren nur 0,6 Zoll. Aus dieser Regelmäßigkeit läßt sich ein Gesetz gewinnen. Dem zufolge Die ^-eststellung des Alters ein reines Recl-enerernpel wird. Die Tide und Art Der Jahresringe aber unterrichtet über Den Feuchtigkeitsgehalt eines bestimmten Zeiträume» und erlaubte es Huntington, eine Klimakurve auizustellen, in der Die Stärke Der NieDerschlage vom Jahre 1300 v. Ehr. bis zum Jahre 1900 n. Ehr. verzeichnet ist. Tiese von Der „Wetterkarte"" der Sequoia» abgelesene Kurve ergab im großen und ganzen eine völlige Uebereinftimmung mit der Kurve, die Der Gelehrte für Asien aus seinen historischen Forschungen gewonnen hatte. Um 1200 v. Ehr. -z. B. fallen beide Kurven sehr tief und zeigen eine Epoche plötzlicher und außerordentlich großer Trockenheit an. T iefe Epoche ivar nun, wie dte Geschichte weiß, eine Der großen Völkerwanderungen, eine Der chaotischsten. Die es überhaupt ge- gegeben har: fic wird um das Jahr 1000 von einer Periode grober 1Tie Hungersnot, von der die Bibel aus
ver Rücktritt des türkischen Ministeriums.
Trotzdem das Ministerium vor drei Tagen ein fast einstimmiges Vertrauensvotum der Kammer erhalten hatte und die partielle Ministcrkrisis behoben fdjien, war vorauszusehen, daß die Tage des jetzigen Kabinetts, das sich bedingungslos in den Händen des jungtürkisckien Komitee» befand, gezählt seien. Denn die Jungtürken beherrschen die Lage nicht mehr so ausschließlich wie seither, seitdem die Offiziere in Albanien sich von der jungturkischcn Partei losgesagt haben. (Tie Nachricht von dem Rücktritt kommt aber trotzdem im jetzigen Augenblick überraschend.)
Das Dem iss io nsschr eiben desGroßwesiers hat folgenden Wortlaut: c.
Sire' Obwohl Ihr Reich die Gnade Gottes und reiche Quellen des Lebens besitzt, obwohl die von gewissen Seiten aufge- tauditcn politischen Fragen nicht danach sind, Beunruhigungen em- zuflösten, ist es, wie ich bereits geftem in öffentlicher Kammer- fiiiung klar und deutlich erklärt habe, unbedingt notivcnDig, daß Die Perfänlick)keit, welche zum Kriegsnnnister ernannt werden soll, unabläßlich ihre Aufmerksamleit der Awrechterhaltung einer wirklichen Disziplin sowie der militänfd)cn Erziehung der Armee zuwendet. Unter Den drei Persönlichkeiten, welche die erwrder- lichen Ägenschasten besitzen und die für das Kriegsmmistermm in Vorschlag gebracht wurden, hatten nun aber zwei über die politischen Fragen Ansichten, die zum Teil mit jenen des gegenwärtigen Kabinetts nicht übereinftimmen, während Die Dritte Persönlichkeit aus Schwäd)e eine ablehnende Antwort gab. Ferner gab EhurschiD Pasckw seine Demission als Marinemuiister und Leiter des Kriegsministeriums. Ta es aud) unmöglid) ist, eine geeignete Persönlidckeit für Die entsprechenDe Benvaltung der «Znnanzen des Reiches zu finden und daher auch dieses Ministerium interimistisch geführt werden muß und in der Erwägung, baß die Fortdauer bet Vakanz dreier wichtiger Ministerien die Mackst- gebanmg des Kabinetts unter allen Verhältnissen, namentlich aber während des Krieges, behindert, bitte ich, mich von dem Posten eines Großwesiers zu entheben.
Konstantinopel, 17. Juli. Obwohl die Demission des Kabinetts erst um 3 Uhr nachmittag» gegeben wurde, verbreitete sich das Gerücht bereit» mittags und rief in der Kammer große Ueberraschung hervor. Ter Präsident brachte der Kammer von der Dewis-
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ion Kenntnis und hob die Sitzung aus Dte Prüf identen der Kammer und des Senats ivurden in das Palais berufen, um an der Beratung über die Lage icilzuuchmcn. Der Demission des Marineministers ging eine lange 2111- dicnz beim Sultan voraus. Racb der Demission begab ich der Großwesier zur Pforte, wo er noch mit den hei - vorragcndcn Ministern verhandelte. Die jnngtit^rki- s ch e n K reise scheinen die W i e d e r e r n c n n u n g a i d Pascha» zu wünschen. Gerüchtweise verlautet, daß der türkische Botschafter in London, T e w f ikPa f d) a , neuerdings sondiert wurde, ob er den Posten des Großwestcrs übernehmen wolle. Es ist jedoch wenig Hoffnung vorhanden, daß er den Posten aunimmt.
schpfähle und & igen geeignet, t - WN
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An«age 9.
ueskueb, 17. Juli. Es ist kein Zweifel, daß die Erhebung allgemein ist. Unzählige Flugschriften, die den Ausstand predigen, sind im Umlauf. A.cr ent- scheidende Schlag werde in nächster Zeit erfolgen. Albanien ist entschlossen, wenn nötig, den Marsch aus Konstantinopel anzutreten und dort der Regierung die Bedingungen zu diktieren. f
Der Sultan erwiderte, indem er die von dem Großwesier und deii Ministern unter schwierigen Verhältnissen geleisteten Dieiiste würdigt und sein Bedauern über die Demission des Kabinetts aussprach Da der Großwesier darauf beharrte, nahm der Sultan die Demission an und verfügte, daß fänitlidjc Mitglieder des Kabinetts, Churchid Pascha einbegriffen, bis zur Bildung eines neuen Kabinetts die Geschäfte der Regierung tvcitcr führen.
In militärischeu kreisen verlautet, daß der unmittelbare Grund der Demission des Kabinetts die Haltung der höheren Offiziere des e r st e n Armeekorps gewesen sein soll. Hätte das Ministerium heute nicht demissioniert, so wären mehrere Ijöbere Offiziere auf der Pforto erschienen, um die Demission des Kabinetts zu verlangen. Man behauptet, das Komitee stütze sich nunmehr auf die Zöglinge der Militärschule.
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I rodel le als Vorläufer der umfassenden Reform des Siras- isksetzbuches nad) weckyselvollem Schicksal in k^raft getreten.
tlßie bedeutet trotz ihres geringen Umfanges in recht»- liolitischer Hinsicht eine wertvolle Errungenschaft und er* !eicht daher allgemeinere Beachtung. Ein großer Teil der klagen über unsere Strafjusttz und die „Weltfremd- '!tit der Richter" hat ihren Grund in der Gebundenheit strafbrobuiiflcn unseres Strafgesetzbuches, die den lichter namentlich bei Diebstahl, Unterschlagung und Be- trtg zur Verdingung von Strafen gezwungen haben, die Den Rechtsgefühl und Volisempfinden widersprochen haben.
Als daher am Ende der Session des verflossenen Reickys- -a,es die bereits am 12. März 1909 eingebrachte Novelle ■irn Strafgesetzbuch, über die die Parteien sich nicht hatten ieigen können, dem Schicksal so mancher unerledigter Gesetz- uuoürfe zu Versalien drohte, hat der Dentsckye Richterbund mi Interesse der Volkstümlichkeit der Strafjustiz um so- ioitigc Vorlage der Novelle an den neuen Reichstag petitioniert, der bann auch dankenswerterweise unter Ansschei- nnng aller politisch anfechtbaren Bestimmungen in den Heuptpuntten sich sdmell geeinigt hat.
Im einzelnen ist folgendes hervorzuheben: Bislang mißten die Richter, selbst wenn z. B. eine arme Witwe aus Not im Winter Holz oder Kohlen gestohlen hatte, auf m idestens einen Tag Gefängnis und im Rückfall gar aujf mindestens drei Monate Gefängnis erkennen, und ähnlich einen Zeckypreller, der ohne einen Pfennig Geld, um ’ keinen Hunger zu stillen, im Wirtshaus fid) etwas hatte zu «essen geben lassen, besträsen. Jetzt bestimmt die Novelle, A fhern sozialen Zug der Zeit folgend, daß, wer aus Not geringwertige Gegenstände entwendet ober unter- d> lägt, oder aus gleick-ern Grunde «'inen geringfügigen ■ Betrug begeht, mit Geldstrafe bis zu 300 Mk. oder mt Gefängnis bis zu 3 Monaten beftraft werden soll.
1 .1r Berbern soll fortan die Strafverfolgung in allen diesen fallen nur auf Antrag erfolgen und die Zurücknahme des du träges zulässig sein. Auch begründen Vorstrafen toegeit olcher geringfügiger Vermögensdelikte nicht mehr die hohen tüdfallftrafeii. Aehnlich ist der Tatbestand des §370 9h:. 5 deS Strafgesetzbuck)es, wonach die Enttvendung von Nah- inn gs- oder Genuß Mitteln von unbedeutendem Sorte oder in geringer Atenge zum alsbaldigen Verbrauche als Uebertretung mit Geldstrafe oder Haft bestraft (lese jtitb) wird, auf andere Gegenstände des gewöhnlichen Verbrauches ausgedehnt.
Bei einer Anzal)l Telitte ist dem Richter fortan die xiiöglichkeit gegeben, statt auf die bisher allein zulässige Freiheitsstrafe auf Geldstrafe zu erkennen. Sv bei der L>ideriechtlid)cn Nötigung zu Amtshandlungen, beim siegel- und Arrestbruch, Vereitelung der Zwangsvoll- !i edung, Verletzung von Absperrungsmaßregeln gegen an» eckende KrantHeiken und Viehseuchen sowie bei Freiheits- c aubung. Besonder» wohltuend ist weiter die Strafmilbe- tung beim Hausfriedensbruch, der von mehreren s>c»rsonen gemeinschaftlich begangen wird. Bisher mußte in solchen, manchmal doch ziemlick) harmlos liegenden Wirts- tc-udfällcn ober Hausstreitigkeiten auf Gefängnis» k r a f e von minbestens einer Woche erkannt werden. Jetzt ist Geldstrafe wahlweise zugelassen, und außerdem bc-
Jn einer Höhe von 6000—7000 Fuß wachsen am Westabhange bed Sierra NevaDa-Gebirges in Kalifornien Die Riesenbäume, die teil Wissenschaft!. Namen Sequia gigantea tragen. Ter Stumps ciuies ausgewachsenen Eremplars hat einen Durchmesser von 25 bis 30 Fuß, nimmt also den 9taum eines normalen Hauses cüi; sie ragen oft bis 300 Fuß empor und der Gipfel breitet sich gegen 25 Fuß in die Luft, während Der Stamm an Dieser Stelle immer noch 10 bis 12 Fuß dick ist. Aus Dem Holze i c.n es joldten Giganten des WalDes futD 3000 Zaunpfähle gefertigt :uerben, 650 000 Schindeln, mit Denen man Die Dächer von 70 bi-5 80 Häusern decken konnte, und eS blieb Dod) immer noch eine .Ictmcngc von Holz übrig; die zahllosen Zweige^ und Der mäch- :iyc Stumps sind noch heute nicht verwenet. So gewaltig wie Ü re Größe ist ihr Alter. Ein Baum, der 500 Jahre gelebt hat, rß nod) in seiner Jugend; erst wenn tausend Sommer uno Ginter über feinen Scheitel dahingegangen sind, steht er im rafen Mannesalter, und in Die 9teil)C Der betagten Herren rückt <r erst mit 17 ober 18 Jahrhunderten ein. RiemauD weiß, icie alt der älteste Dieser Taumpatnard)en ist, aber bei manchen hat sich ein Älter von mehr al» 3000 Jahren feststellen lagen.
In den Tagen Der homettschen Gedichte und des Auszugs der Kinder Israel aus Aegypten war sold) ein Urvater linieret I lanzenwett ein kräftiger junger Stämmling mit steilem gedrängtem Laub, wie eine Geber, in magerer Straffheit sich aui- re fenD. AIS Die Säst acht von Marathon geschlagen wurde, war cr schon 100 Fuß hoch und mehr, war breiter geworden und behäbiger und hob seinen Wipfel ttolz in Die Höhe. In den Zeiten bec römischen Weltherrschaft aber hatte er wohl seine heutige (Mlalt bereit» angenommen und hat so Durdi Die^ Jahrhunderte hin, während der ganzen iiachckjristlichen Geschichte |id) ruhig tau Sturm, Regen und Schnee uwbrausen und umnüten lajjen^. . . 2..eie ehrwürdigen Naturphänomeue als ,/jScticr'artc Dee <>crx- tajxienbe" zu benutzen, ist Die von überrajd'enden Resultaten ge- lrönte Idee De» bekannten amerikanischen Geographen und Ktt- 1 'n itologcn EUsworth Humiuglon gewesen, dee über |eme Ex- ecDition zu oen Riesen-Sequoias in einem Aussatz von ^arper» Äüagazine berichtet. 2er Gelehrte hat es sich zur Auigabe geueili, juir die meteorologi'cheii Veränderungen und Den Kltmaivechiet to: Vergangenheit exakte» Studienmaterial zu gewinnen, und uunächst auf Grund der geschichtlichen Quellen, Die Die Ueber- iiftferung unb Die Ausgrabungen Darbicten, das Klima De» -iita> •umiö in Palästina und Zentralasien erforscht. Tie Relultate, Die ec in seinem großen Werk über Palästina niederlegte, haben nun ei.ue merkwürdige Bestätigung Durd> Die I-v. I ^cuditialeit abgelöfL Tie Hungersnot, von der Die Bibel aus
I d« Seit bc» d-richw. mattier, «ich «ui der **m
jährlich Pik. 9.20; durch 'Kbhole- tu Zwei ittellen monatlich 6a Pf.; durch die Post 1*1?. 2.—viertel« jälnl. au-Kchl. Be'tellq, ZeilenpreiS: lokal IbPs^ mlSwänS 20 Mennia. lihefrebafteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: Ancnist Goetz; für .FeniUe« ton', .Vermischtes' unb ,tieiicbt8jaal*: K. Neurath; für .Stadl und La,iD-: (f.freg; für den Anzeigenteil: H. Beck.


