Ausgabe 
18.4.1912 Zweites Blatt
 
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iu neben sei Ter Vorsitzende erflärt, daß er ^^sen Vorgang zu S?rn9tofoU Nehmen roerbT Ter Gerichtshof zieht sich zur Be- Protorol ühx geworden. Um 12.0o

Ubr"LßtÄ SorÄ iben, daß nunmehr eine Pause b?s 2^Uhr eintrete, ob wegen der Sonnenfinsternis oder aus anderen Gründen, wurde nicht angegeben. .

d^ach der Pause verbündet der Vorsitzende folgenden Gerichtsbeschluß:

Ter Verteidiger R.-A. Dr. Wert hau er wird wegen grober Ungebühr vor Gericht zu einer O rdnung Jstrafe von 1009 9J?ar! verurteilt. Tiefe Strafe begründet das Gericht in längeren Ausführungen damit, datz es m dem Vorgehen des Rechts anwalts Wcrthauer, insbHndere in dem gleich ersten Tage des Prozesses gestellten Anträge auf Vertagung des Prozesses, da er angeblich nicht genügend vorbereitet sei eme vorbe­dachte Herabsetzung deS Gerichts erblicke, ^n dem ganlcn Sorgetjcn -rblick- das ®«i*t fnnet d<-S B-ftr-b-n. tunftli* einen Rcvisionsgrunb ,u Waffen- T« >«'dnd°lte Ctelluna «°n bereits beantworteten Fragen seitens des Verteidigers R.-A. Wert bauer bedeute eine grobe Ungebühr und lasse nur die Absicht erkennen, dein Gerichte Schwierigkeiten zu bereiten und die ord- nungsmößige Durchsetzung dieser Verhandlung ru verhindern.

Tarauf wurden die weiteren Verhandlungen auf Sonn­abend vertagt.____

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Regierung ihre Zustimmung gegeben. Wenngleich dasi Opm läster dank diesen Maßregeln in Ghina selbst .ab»unehmen schont, so muß man leider eine bedrohliche Zunahme m anderen Landern, wo sich Chinesen in größerer Zahl ^dergeianen haben, kn- , statieren: so z B. in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Südfrankreich Trotz aller Abwehrmatzregeln ist es Nicht ge­lungen, die Einfuhr von Rauchopium ganz zu traurigste Erscheinung ist, daß die Oviumgewohnhett auch auf die weiße Bevölkerung übergreift, was namentlich in Frank reich der Fall sein soll. Es ist verständlich, wenn btc Jiegie» rotgVn angesichts dieser bedenklichen Ration alles aufbieteit, um eine Äenderung herbeizuführen

Berfolauna einer internationalen Lpium-Konserenz in Schanghai im Jahre 1909 traten bekanntlich Beginn dieses Jahres zwölf größere Staaten, Deutschland, die Ver­einigten Staaten von Amerika, China, Frankreich, Eng land, Italien, Japan, die Niederlande, Persien, Portugal Rußland und Siam zu einer neuen Konferenz im Haag Zusammen. Man roofite eine internationale R.gelung der Fabrikation und der Einfuhr und Ausfuhr von Cpmm an­streben Tas Ergebnis der ltonferenz war ein Abkommen, wonach sich die beteiligten Mächte verpflichten, die Ausstihr von Opium nach den Ländern zu verhindern, die feine Einfuhr verbieten oder beschränken und die Bestimmung, daß nur autorisierten Personen der Handel mit Opium und seinen Alkaloiden zu geflattert sei. Da bie Türkei, die Schweiz und andere Länder diesem Abkommen noch nicht beigetreten sind, so sollen zu Beginn des nächsten Jahres von der niederländischen Regierung alle beteiligten Staaten zu einer neuen Konferenz einberufen weroen.

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Luft-cbi-fahrt.

ff Neue Fallschirm versuche. Frank Law, ein junger Erfinder, hat jimgst mit einem neuen Fchlschirm ctoenerErsindung von einem der höchsten Wolkeickratzer Neuyorls .den Sprimg in die Tiefe gewagt nnd ist glurklich inmitten, ber Wall-Street ge­landet. Frank Law hat nun versprochen, seine ^pongöcnudjc von den bekanntesten übrigen Wolkenkratzern Reuyorks ausfort- ^usetzen, hat aber absichtlich nicht angegeben, mann und wo sie stattfinden, und darum stehen die Neuyorker zu.lachenden in den Straßen mit aufgerichteten Köpfen, daß ihnendie Halse schmerzem Der Berichterstatter desDaily Telegraph , der im 42. Stockwerke des Singer-Wolkenkratzers sein Neuyorker Bureau hat, hat dieses erhebende" Schauspiel selbst gründlich beobachtet, was bet der Höhe des Gebäudes allerdings mir mit Hilfe eine» guten Fern­glases möglich ist. Von Zeit zu Zett kommt Bewegung in die angesammelten Massen, dann nämlich, wenn irgend em Spaß­vogel ruft:Achtung! Da springt er!" Meistens aber,springt (£" nicht, und die Leute mit dem schmerzenden Genick sind die Genarrten. Frank Law hat überdies versprochen, Neupork, Landon und dann auch Paris aufzusuchen, um dort vorn Eiffelturm m die Tiefe zu springen. Tie Neuyorker betrachten seine statt- sindenden oder unterbleibenden Vorführungen mit ebenso lebhafter Aufmerksamkeit, wie sie eine Zirkusvorführung verfolgen wurden. Frank Law behauptet aber, ihm sei es nicht darum zu tun,Auf­sehen" zu erregen, sondern er wolle seinen Fallschirm bekannt machen.

° C^Prost C2 e hmann (Kopenhagen) hat in den Untersuchungen

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mCrt^fto«aarnb=n&) WnhcnbieBebeutungb« Psychologie für die ü b r i g e n W l,, e. n s ch a s t e n und sür die Praxis. Mit Rücksicht am die grotze, teilweise gründ- legende Bedeutung der Psychologie verlangt er Einrichtung von ^nftituten an allen Universitäten, Verbesserung der alten psychologischen Institute unb besondere Professuren für Psychologie. Darnach berichtet Prof. S pearman (London) über Die allgemeine geistige Leillungsfahigleit .

" Tic heutige Voriniltagssitzung begann mit einem Demonstra­tionsvortrag von Pros. Wirth (Leipzig) überDie Kontrolle blt Pros^Ä^y e r S (Cambridge) spricht von Versuchen überTic individuellen Unterschiede, in . der 'tzmasiung von upönen , unb zwar in Bezug auf den ästhetischen Eindruck. -,

Prof. Kohler (Frankfurt a. M.) keilte neueAkustische Untersuchungen" mit über die von ihm beobachtete und schon viel besprochene Tatsache, daß bestimmt chhhß^lisch^ Tonhohm be­stimmte Vokale entlprechen. Es zeigt ich z. B-,, datz das Er kennen von Tonhöhen gestört fein kann, aber die Tone doch unter­schieden werden eben in Bezug am ibre Vokalahnlicbkcit.

Prof. Kiesow (Turm) sprichtu6er den Sinnesbegriff nick) bie Einteilung der Ernpsindungen". . pte alte aristoteluche Auf­fassung von den fünf sensitiven Einzelvermögen ist auch nach Abtrennung der sog. Gemeingesühle nicht mehr imstande, . die Gesamtheit der als Sinnesempiindungen bezeichneten Bewußtseins­inhalte zu umschließen. Köhler will den Stnnesbegrifs ganz

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Tie noch nicht gezogen haben (unaejoebt) . Oiniae, fleischige, nicht auSgemäi'tcte und ältere auSflemäiieta........, » »

Niätzig genährte junge, gut genährte ältere . . Butt en.

Vollsiesichige, anSgew^ höchsten Schlachtw. . .

Boltsteischige, ..........

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VoNsieischlge auSgemästete Färsen höchsten

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4 oUsienchige auSgemästete Kühe höchsten

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Die mctbolalioholveraftungen vor Gericht,

sh. Berlin, 17. April..

In der heutigen Sitzung gab der von der Staatsanwaltschaft geladene Sack>ver|tänbigc Geh. Med.-Rat Prof. pr. H e f st t r ein interessantes Gutachten ab. Er konstatiert zunächst, daß in keinem der Vergistungssälle Genickstarre vorliege, und gab dann eine Uebersicht über die bisher vorgekommenen Methylalkoholver- giitungen. Er hob insbesondere hervor, datz in fehr vielen me­dizinischen Fachzeitschriften sEohl des In- wie des Auslandes insbesondere die Schädlichkeit des Methylalkohols in Bezug auf das Auge eingehend besprochen wurde. Im Jahre 1904 ver­öl fentlichten zwei amerikanische Aerzte einen ausführlichen Be­richt über 275 Methylalkoholoergiftungsfalle, wovon 122 tötlich verliefen und 153 zu Erblindungen führten. Hebet bie Wirkung des Methylalkohols auf die Sehorgane hat Prof. Hirsch berg (Leip- zig) sehr exakte Tierversuche angestellt und gesunden, datz^der Methylalkohol bei den Tieren dieselben Veränderungen des Seh­organs Hervorruse wie bei den Menschen. Auf eine Bemerkung eines Beisitzers erklärte der Sachverständige, daß er sich mit diesem Gutachten allerdings in Widerspruch mit Geh. Rat Wassermann (Berlin) setze, der behauptet hatte, daß. die Giftigkeit des Methyl­alkohols bis zu den Berliner Fällen nicht allgemein bekannt ""^Beisitzer Landrichter Kriener richtet an den Sachverstän­digen die Frage, ob die dem Methylalkohol beigemischten Essen­zen, bie ätherische Oele enthalten sollen. Gifte enthalten Sachverst.. Es wird auch der Schnaps, Der aus Mcthyla^ohol hergestellt wird, mit solchen Essenzen vermischt und dieser Schnaps wirkt nicht giftig. Warum sollte denn gerade die beigemischte Essenz beim Methylalkohol Bergi tungen hervorgerufen haben? Ter Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Wert Hauer stellt dieselbe Frage, woraus der Sachverständige erwidert, daß diese Frage mit der des Beisitzers identisch sei und daher dieselbe Antwort

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