Deutscher Reich
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Kämpf kandidiert wieder.
In einer Versammlung der fortschrittlichen Vokksportei in Berlin wurde am Mittwoch abend der bisherige Reichstagsabgeordnete Kämpf zum Kandidaten für die bevorstehende Ersatzwahl im ersten Berliner Wahlkreis wieder auf gestellt. Kämpf hat die Kandidatur angenommen.
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Die Zentral-Auskunftsstelle für Auswanderer
in Berlin W. 35, Am Karlsbad 10, hat im dritten Vierteljahr 1912 (1. Juli bis 30. Septembers in 5176 Fallen Aus- hmft an Auswanderungslustiae erteilt und zwar in 4300 Füllen schriftliche und in 676 Fällen mündliche.
Beantwortet wurden insgesamt 6679 Anfragen aber die verschiedenen Auswanderungs-Gebiete. Davon bezogen sich 3007 auf, die deutschen Kolonien und zwar auf Deutsch . Südwestafrika 1010, Deutsch-Ostafrika 580, Kamerun 128, Togo 52, Samoa 70, Kiautschou 84, Deutsch-Neuguinea 42, , die Karolinen, Palau und Marianen 14, aus die afrikani- ] scheu Kolonien im allgenreinen 193 usw Unter den fremden Auswanderungs-Gebieten steht Argentinien mit 719 An- ' fragen an der Spitze: dann folgen Kanada mit 414, die Bereinigten Staaten Don Amerika mit 409, Süd-Brasilien mit 393, Mittel-Brasilien mit 171, Brasilien im allgemeinen mit 147, Chile mit 103, Nieder!andisch-Indien mit 47, Eng- land mit 45, der Südafrikanische Bund mit 43, China urrd Rußland mit je 41, die Türkei mit 39, Aegypten mit 38, ■ Frankreich mit 31, Mexiko mit 28, Italien mit 25, Queensland mit 24, Uruguay mit 23, Rumänien mit 22, Oesterreich-Ungarn mit 21, Paraguay mit 20, Bolivien, Marokko und Bruisch-Jndien mit je 19, Spanien mit 18, Nord- Brasilien und Süd-Australien mit je 16, Peru, Japan und die Schweiz mit je 13, Neuseeland mit 11 und Dhcaraauo mit 10.
Ausland.
Zum Anschlag auf Roosevelt.
Der demokratische Präsidentschaftskandidat Wilson hat wegen des auf Roosevelt verübten Anschlags, und weil mich Präsident Taft erklärt hat, er wolle die Kampagne nicht sortsetzen, alle Wahlreden in Chicago abgesagt. Roosevelt las am Dienstag bis spät abends. Die Aerzte haben erklärt, sein Befinden sei zufriedenstellend, obschon die Temperatur ein wenig über normal ist.
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schie Kuna von Tarabosch. Die Nordarm ce unter General Wukotitsch setzt die Operationen gegen Berana fort, dessen Besatzung gestern durch 15 00 Arnauten aus Kossowo v e rst ä rk t worden ist. Die mittlere Armee rüstet sich zum Marsche von Tuzi nach Skutari.
Der Sultan
bat an die Kommandeure der fünf türkischen Armeekorps solgendes Rundschreiben gerichtet: „Ich, euer Herr werde währe nddeS Krieges untcreuchseinunddieDewegung leiten. Wir alle ziehen es vor, zu sterben, ehe wir die Ehre deS osmanischen Volkes beflecken lassen."
Bulgarien.
Der „Tanin" meldet, das; die gestern zu beendende Konzentration der bulgarischen Streitkräfte infolge Mangels an Transportmitteln erst in einigen Tagen abgeschlossen wird. Bulgarien zog seine Truppen 25 Kilometer von der Grenze ins Innere zurück und räumte mehrere Grenzblockhäuser unter Zurücklassung von Vorposten.
Das österreichische Rote .Grein
beschloß, nach Montenegr > ein Feld spi tal von fünfzig Betten mit zwei Aerzten, fünfzehn Pflegern, sechs Pflegerinnen und reichlichem Sanitäts und Spitalmaterial für Cetinie zu entsenden. Außerdem, ist .eine Feldambulanz, bestehend aus zwei Aerzten, sechs Pflegern und Sanitätsmaterial für Podgoritza bestimmt. Nach Bulgarien soll eine Feldambulanz mit zwei Aerzten, zchu Pflegerinnen und reichlichem Sanitätsmaterial ent sandt werden Dem ottomanischen Noten Halbmond wurden bereits vor vierzehn Tagen Verbandsmaterialien im Betrage von 5600 Kronen übermittelt. Weitere Sendungen sind zugesagt. D-er Präsident des Bundes wurde ermächtigt, für die nn Laufe der Ereignisse nötig werdenden Hilfsaktionen Mittel der Gesellschaften bis zu dem Betrage von 150 000 Kronen zu verwenden.
Der iialienffch-türftfche ftricbcnSbcrtrafl.
Die „Tribun a" stellt fest, daß der Abschluß der Friedenspräliminarien von ganz Italien mit aufrichtiger Genugtuung ausgenommen werde. Der Frie- chensvertrag werde Italien hinsichtlich der Souveränität ckber Libyen die Anerkennung der Mächte verschaffen. Italien habe seinen Erfolg durch seine Festigkeit wohl ver dient, womit es bis gum letzten Augenblick dem Vorgehen der Regierung .gefolgt sei.
„G i o r u a l e d'I t a l i a" sagt, daß der Erlaß, den der Sultan heute abend unterzeichnen werde, sich an die Be- wohnn Libyens wendet, und erkläre, daß der Sultan über keine Mittel mehr verfüge, sic zu unterstützen, und day er dem Kriege, der für sie und ihre Familien vernichtend und für die Türkei gefährlich sei, kein Ende machen könne. Zu ihrer -eigenen Wohlfahrt gctvälrrc er ihnen daher Autonomie im weitesten Umfange.
Die „Tribmta" meldet aus Tunis: Enwer Bey schrieb einem französischen Journalisten, per als Gast im türkischen Lager geweilt hat, er fei erkrankt und gezwungen, Kokain Einspritzungen zu machen. Hinsichtlich des Friedens verbarg er seine Mißbilligung nicht aber er erklärte, daß er, falls er znrüügerufen werde,' trotzdem gehorchen werde.
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Vortrag des
Die Wa stellty
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bei den Teichen an der Haltestelle Schifsenbcrg statt.
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Die Deutsche Erdöl-Aktieu-Gesellschaft bestreitet in einer längeren Erklärung, daß sie durch den Abschluß eines Vertrages mit der Deuts ch--Amerikani.schen Petroleum-Gesellschaft in Gegensatz zu den Absichten der Reichs- regierung, betrcffetrd die Errichtung eines deutschen Petroleum-Monopols gesetzt habe. Die von der Reichsrcgierung verfolgten Absickften bei der Errichtung eines deutschen Petroleum-Monopols gingen dahin, die Gefahr der Beherrschung des deutschen P et roten >n Marktes durch die Standard Oil Company und ihre Tochtergesellschaften abzu- wcnden. Zu diesen Absichten der Reichs regier ung standen die Abmachungen, die die Deutsche Erdöb-A-G. mit der Deutsch-Ameritanisck-en Petroleum-Gesellschaft unter gewissem Vorbehalt igetraffen habe, in keinem Gegensatz, sie erscheine vielmehr geeignet, die vorerwähnten" Absichten der Reichsregierung im Vertragswege zu verwirklick>eu, ol>ne daß es eines gesetzlichen Einschreitens bedürfe. Das Abkommen erlösche übrigens in dem Augenblick, in dem das Reicksgesetz in Kraft trete. 91ad) der „Frkf. Ztg " hat der Konzern der Deutschen Erdöl-2l.-G. grmrdsätzlich seine Zustimmung zum Beitritt zu der neuen Michs-Moiio- polgesellschaft ertiärt, wenn in der Verwaltung Parität Mischen beiden Gruppen beftetyen wird. Sonach ist zu hoffen, daß die Gesellschaft doch noch unter allgemeiner Beteiligung zustande kommt.
Wie die „Tribuna" meldet, wird der Sultan gleichzeitig mit der Veröffentlichung des Erlasses über die Auto- nomie Libyens seinen V e r t r e t e r für den Schutz der tür- kischen Interessen ernennen Dieses wird, wie das Gior- nale d'Italla" niitteilte, C h em s ed d i n B e y sein,"dessen Gehalt von Italien bezahlt ^wird, und der seinen Wohnsitz in Tripolis nimmt. Die «kirchlichen Beamten sollen w>e ui Bosnien durch den Scheich Uel Islam ernannt werden. Wie die „Tribuna" meldet, würde Italien auf ben Erlas des Sultans ebenfalls ein Dekret veröffentlichen, das namentlich an pie Araber gerichtet ist und vollen Straferlaß denjenigen gewährt, Hie gegen Italien - gelampst haben, vorausgesetzt, daß sie die Waffen nieder- lestten. Diejenigen, die Widerstand leisten, sollen al« Aufruhrer angesehen werden. Weiterhin werde der Sultan ein ^rode veröffentlichen, in dem den Bewohnern der a g a i l ch en Inseln voller Straferlaß gewährt nnrb und umfangreiche Garantien für die dort durchzuftihrenden Reformen geboten werden. Hierauf solle dann d-r eigentliche ,vriedensvertrag unterzeichnet werden
Der c* M'schnitt des Vertrages behandle die Ein- stellung der Feindseligkeiten, der zweite die Zurückziehung der Uirkischeu Truppen aus Libyen und der italienischen Truppen von den ägäischen Inseln. Die Räumung der ^nseln werde jedoch nur jiad) der Räumung Libyens er- lolpeii Die Türkei verpflichtet sich, den Waffenschmuggel aufzugeben: loahrend Italien sich verpflichtet, der internationalen Verwaltung der türkischen Delle "Publiaue für den aus den libyschen Einkünften ftarnmertben Teil auf zu kommen. Durch die Unterzeichnung des Vertrages sei
^"Slage tote vor dem Kriege wiÄ»er hergestellt für ^ bti6OeT^9^. rnic lur t>ie italienischen Staatsangehörigen in der Türkei.
Uitfcrc Warcucinfuhr aus den Balkanstaaten wird durch den Krieg zweifellos stark beeinträchtigt werden Sv vSiä.S?;5 S..K b« ein- und ZabatouifSricÄn™ uS mÜ
An» Stadt und Land.
Gießen, 17. Oktober 1912.
** Tageskalender für Donnerstag, 17. Okt. 1. ©orte a g des St auf m. und deS OllsgewerbeoereinS: Tr. Ernst cf?e\ycrI,',n,: ,2'u türkischen Kriegslager durch Albanien. Abends Uhr in der Uiiiverfitäts-Aula.
Fortsch r.-p o l. B i l d u n g ß v e r e i n: Dortrag von Lehrer Kinkel-Langen: Die Ausgabe des Liberalismus. Abends d /4. Uhr tm L>otel Schütz.
rr ’n usschub der HauptauSschußverbände. Lessentl. Versammlung mit Vortrag ü Angestellten- v e r s, ch e r u n g. Abends 9 Uhr im Hole. ^oßherzog.
'* In Aitdienz empfangen wurden vom Großherzog am Mittwoch u. a. die Pfarrer He derer von Rieder-Florstadt und Steiner von Deckenbach.
Ordensangelegenheit. Der Groß Herzog hat am 28. September d. Js. dem Baurat Prof. Dr. Albrecht Haupt zu Hannover die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen deS ihm von dem Fürsten zu Schaumburg-Lipoe verliehenen OffizierS-EhrenkreuzeS des Schaumburg-Lippischen HauSordenS erteilt.
" Justizpersonalien. Der Großherzog hat dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Seligenstadt Ernst Fricker und dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen Ernst Cramer den Charakter als Amtsgerichtsrat erteilt.
•• In den Ruhestand versetzt wurde der Schreibgehilfe bei dem Amtsgericht Ortenberg Gerichtsschreibergehilfe Aug. Decher aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung feiner lang- jährigen treuen Dienste.
_.** Lebrerpcrsonalien. Ue&crtragcn wurde der ^chulamtsaspirantm Emma Appel aus Mainz eine Sebrtrin- 'telle an her Gememdeschule zu Ober-Olm. In den R u he st a n d 5Lr!^^Urrbc ^^bver an der Gememdeschule zu Bmuerschtvend scm Nachmchen, bis zur Wiederherstellung seiner Geiundhett. ^.^edigt und <inc Lehrerstelle an der axmg schule urw zwei Lehrerstellen in der kath. Schule zu Bensheim c * ^^lronskonferenz. Zum Vorschenden bei Hessischen Mrsiionskonfovenz wurde Pfarrer Dr Bork- Weisenau gewählt.
** Stadttheater. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß die morgige Aufführung von Grillparzers dramatischem Märchen ,$er Traum ein Leben* voraussichtlich die letzte des Winters fein dürfte.
^Ä?ftben am hiesigen Platze erfreut sich Dsiege Bor 4 Wock-en fpielu Meister Miries hier und nächsten oanidtaQ abend aibt her br-
^■Cfl0Cn .SchachvevÄns im Wintergarten des votel Schutz eme Simultanvorftellung. Allen Sckmch- %nb ^’SIcrn damit ein seltener Genuß geboten: denn Meister Spielnunm güt durch seine diesjährigen Erfolge in den iMernallonalen Meilterturnieren -tu Ablurt^iki fi
flltCr unb 016 betagt Stmw.
Unstimmigkeiten bei -er Sildung der Petroieummonopolgescllschast.
Wie die Direktion der Diskonto-Gesellschaft, das Bankhaus Bleichröder und die Dresdener Bank mitteilen, ist es unzutreffend, daß sie ihre Mitwirkung an der Petroleum- Mvnopvlgesellschaft versagt haben, nachdem die Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft den Vertrag mit dem deutschen Tochterunternehmen der Standard Oil-Company geschlossen hätte. Die Direktion der Dislouto-Gesellschaft und da^ Bankhaus Bleichröder haben sich auch nach Kemitnis dieses noch nicht perfett gewordenen, für den Fall der Einführung des Petvoleummmiopols von selbst zur Auflösung gelangenden Vertrages bereit erklärt, an der Petroleummonopol-- Gesellschaft teilzunelynen. Sie haben ihre Mitwirkung erst versagt, als die Leitung des zur Gründung des Petroleum- monvpols zusammenberufenen Konsortiums diejenigen Garantien verweigerte, die nach der Ueberzeuguna der genannten Firmen erforderlich waren, um eine völlig unabhängige, nicht einseitigen Interessen dienende Organisation und Verwaltung der Petroleummonopol-Gesellschaft zu ge- wäl)rleiften. Die Dresdener Bank schloß sich diesen Erwägungen an, machte daneben aber.auch erhebliche Bedenken gegen den Inhalt des Gesetzes und der Konstruktion des Geschäftes geltend, welche ihre Mitwirkung nicht opportun erscheinen ließen.
ein ©efangenauffeber empfangen, um wegen einer neuen Uniform vorstellig zu werden. Die neue Uniform gefiel bem Großherzog und er genehmigte dieselbe. Sie trägt von 1 me/)r ""^rischen Charakter, Rock- und Aermel- °usschl°q, erholten Tresien und Achselstücke wie die Eendormerie. Die Achselstücke, Kragen :c. werden blau besetzt, die Jermelaufidjlage find von blauem Tuch, während die Grund« färbe schwarz bestehen bleibt.
au_f Jagdtoaffonpässen. Jim verflossenen Jahre wurden in dessen 1 5227 7 Mk. Steuer 2^rCrtnl5Lr^9lbtt”f^TI^cn eingenommen Auf die ^deill sich diese Summe wie folgt ES den Kreisen: Offenbach 27 840 Mark, Worms 11555, Darmstadt 10 616, ^rieb- a-5-^^0560, Alzey 10 041, Gießen 8700, Oppenheim ^,0. Dingen 81.AZ, Heppenheim 7100, Grvß-0^erau 5470, ^840' Büdingen 4565, Bensheim
3795z Lauterbach 3440 und Schotten jytsy Marr.
einem Teil der Getreide-, Mais - und Eier-Ausfuhr Bulgariens gehen. Serbien behält wenigstens seine Nordgrenze für die Ausfuhr offen, und auch die Ervorttätigkeit der Türkei wird durch den Krieg voraussichtlich nicht allzusehr behindert werden. Im Jahre 1911 hatte unsere Einfuhr aus her Türkei, aus Griechenland, Bulgarien, Serbien und Montenegro einen Dell von rund 130 Millionen Mark. Ter größte Teil davon entfiel auf die Türkei. Aus der europäischen Türkei haben wir für 23 Mill. Mk., aus der asiatischen Türkei für 47 Mill. Mk. Waren bezogen. Wollene Teppiche, Wein, Rohtabak, Haselnüsse, Getreide waren die Hauptartikel. Unsere Einfuhr auS Griechenland hatte einen Wert von 24 Mill. Mk. Türunter befanden sich für 8,4 Mill. Mk. Ko rinthcn, für 3,3 Mill. Mk. Wein, für 1,9 Mill. Mk. Eisenerz, für 1,2 Mill. Mk. Terpentinöl, für 1 Mill. Mk. Magnesit, für 1 Mill. Mk. Feigen.
Bemerkenswert ist, daß unser Import aus Griechenland, besonders in Korinthen und Wein, während der letzten Jahre stark zugenommen hat. Wir stehen als Abnehmer Griechenlands an dritter Stelle, nur England und Frankreich beziehen. von doll mehr als wir. In unserer Einfuhr aus Bulgarien ist Getreide, das früher den iöauvtartikel bildete, in den letzten Jahren stark zuruckgetrllen; 1911 haben wir von doll u. a. für 4,7 Mill. Mk. Eier, für 1,2 Mill. Mk. Rosenöl, für 1 Mill. Mark Mais, für 1 Mill. Mk. Kleie bezogen. Was für Griechenland die Korinthen sind, das sind für Serbien die Pflaumen oder richtiger Zwet scheu. Im Jahre 1911 hat unsere Einfuhr von getrocknllen Zwlli'chen und von Zwetschenmus aus Serbien rund 8 Mill. Mk. an Dell betragen. Außerdem führten wir aus Serbien ein für 6,5 Mill. Mk. Mais, für 2,9 Mill. Mk. Weizen, für 2,4 Mill. Mk. Eier, für 1,9 Mill. Mk. Gerste, für 0,7 Mill. Mk. Schweineschmalz. Ganz geringfügig ist unsere Einfuhr aus Montenegro, sie erreichte im letzten Jahre nur eine nWert von einigen Tausend Mark und bestand vor wiegend aus Rohtabak.
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F) s-li« w rirb.
sfc.) Sranbol rung zu ßicibaben >ie Gemeinde Bro - inesncuenSä >if Negierung vvni .i! führen, da für bi richt genügend R r914 die Zahl der 'Gemeinde forderte mues, ba durch ben rie ('lemeinbetafie j te Ausschuß Usin
In liebereinstimmung mit dem bulgallfchen und griechischen Gesandten unverzüglich zu verlassen
Dom montenegrinischen .Kriegsschauplatz werden keine sehr zuverlässigen Meldungen verbreitet. Die Montenegriner wollen die Stadt Berana eingenommen haben, die Türken wollen 8000 Montenegriner bei Krania zerstreut" halben.
Berana von den Montenegriner»» genommen?
Podgioritza, 16. Okt. Die Montenegriner nahmen nach zweitägigem Kampfe Berana, machten 700 Gefangene und erbeuteten 14 Geschütze.
8000 Montenegriner zersprengt?
Meldungen aus türkischer Quelle zufolge sollen vier türkische Bataillone in der Gegend von Krania .8 000 M vnlenegriner zersprengt haben Wie verlautet, erlitten die Montenegriner bedeutende Verluste; man ^spricht von 600 Toten.
Grausamkeiten btr Montenegriner?
Nach einem Berichtdes Kommandanten von Sku- Lari ließen die Montenegriner bei ber Einnahme von Tuzi alle verwundeten türkischen Soldaten über die Klinge springen. Auch hätten sic bei Tuzi und Berana auf die von der Flagge des Noten Kreuzes gekennzeichneten Hospitäler geschossen. Ferner sollen sic bei dem ersten Gefecht Dum-Dum-Geschossc verwendet haben. Die Großmächte sind darüber von der Türkei verständigt worden.
Der letzte serbisch-türkische Kamps.
Aus Belgrad wird gemeldet: In den Kämpfen bei R i st o - Watz wurden sechzig Serben getötet und hundert verwundet.
Die Südarmcc unter General Martinowitsch besetzte nach kurzem heftigen Kampfe die wichtige befestigte Stellung am Berge Muritsch gegenüber dem Berge Tarabofch. Tie montenegrinisch^ Allillelle vollendlle die Vorbereitungen zur Be-
„„t7.?,U,<illni,0,rn,nJül: bie h-ssischen G.s-ngkn. auffcber. Am vorletzteneamBtag wurde vom Großherzoa • tr. ___ _____u ö v a
Der neue Botschafter in London.
Wie die „Norddeutsche Allgerneirre Zeitung" vernimmt, der Kaiserliche Wirkliche Geheime Rat Fürst Lichnowsky zum Botschafter in London ausersel^m
Fürst Karl v Lichnowsky, am 8. Mär^ 1860 als Sohn des Generals der Kavallerie Fürsten L. geboren und ein Neffe des bekannten, als Mitglied der Nattonaltxwsammlung am 18 September 1848 ^uf der Bornheimer öeibc in Frankfurt neben dem General v. Auerswald ermordeten Fürsten Felu v. Lichnowskv. Er war ursprungllch Offizier, und als Gardelwsar in Potsdam eine bekannte Lr,cheinung. Er ist dami in die Diplomatie überger gangen und war als Sekretär in Bukarest zu der Zeit, als Kem. b«rdV.Bulow doll Gesandter war. Später war Lichnowsky u. a. Botschaftsrat m Wien zu der Zett, wo der Botschafter Philipp Eulenburg so haiyig barrlmtbt war. Als Bülow Staatssekrllär wurde, kam Lichnowsky als Dollragender Rat ins Auswällige Amt und batte zuletzt mit dem Range eines Gesandten und be- Dttmiters das Personal De-vernat. Er hat 1904 'c'ne1' ^ch verheiratete, hat damals
den Charakter als Wirklicher Gehllmer Rat bekommen und feit- A feinen Besitzungen in Oberschlesien und Oesterreichs sch- SSßS ^lcbt, IM Winter aber regelmäßig längere Zett als des Herrenhauses in Berlin zugebracÄ.
Lichnowsky gehört, so ftefien bie Berliner xJUittcr feft, Aum linken Flügel der Konservativen, und wie die meisten wtrkltchen preußischm Grandseigneurs füdlt er sich tm ^nnern seines Wesens dem terrorisllschcn Elsa- ratter der ^unker völlig ftemd. Sein vielseitiges Wissen und besonders, ,o meint das „Berliner Tageblatt" icnc „nnpreußische Vorurteilslosigkeit", die nicht imm« nur “5? Rangordnungen kennt, sind gerade auf dem Londoner Posten fein schätzenswert. Aber man mune abwarten, ob er mit regsamem Geist die ruhige Hand l.nbc/. Zn der Beratung der Wahlrechtsvorlage trat er d'c Aenderuna des Treillassenwahlsyftdms uti> für Notwendtgkett -ettgemaßer Zugeständnisse an die'demo- kllittschen Parteien ein. Fürst Lichnowsky ist al« eifr^er Publizist rur etne friedliche A u sei n an d erse tz u n o zwischen Deutichlaiid und England eingetreten * 9
Die ,,Morgenpost sagt: „Fürst o. Lichnowsky ist ieder- ^ett eisiges und tätiges Mitglied der Reichs- u^d oreikonservativen Partei gewesen deren punkt er namentlich auch ,n der Pol en - raoe Energie unb entfd^IKit ^treten flTOBer


