Preuß. Minister Dr. Sydow:
vor ihr
erklären,
idcrspruch
tc Sachse
te Tat
der Erholung und der geistigen und körperlichen Auffrischung
Volks- Beifall
Die Arbeitswilligen aber ziehen mit Schwertern und los, um die Streikenden mit Gewalt zur Arbeit zu lHcitcrkeit.) Wir haben viele Telegramme bekommen, sich Arbeitswillige über Belästigungen beschweren.
schießen. Stangen zwingen, m denen
Mir
beilern nicht greifbare Vorschläge machte. An der Spitze der Forderungen stand die löprozentige Lohn»
chickt wurden. (Stürmischer Gelächter bei den Soz. Hört, hört! rechts.) Auf der Zeche Radbod wurden Arbeitswillige durch Be. schimpiung an der Arbeit zu bindern gesucht. (Zuruf bei den Soz.: DaS glauben Sie doch selbst nicht!) Jawohl, ich bin sogar fest überzeugt davon.
Nun mochte ich noch auf einen Punkt kommen, der wahr- cheinli chauch bei Ihrer GcmütSstimmung in Ruhe behandelt werden kann (Heiterkeit): die Frage des Herrn Sachse, warum die Regierung den fiskalischen Ar«
gestern abgesandter Bericht vom Re- deuten in Münster vor, der ein
liegt ein gierungspräsi
Wir nutzen mit dem Streik eine günstige Konjunktur aus. Tut das der Kaufmann nicht auch? Vergessen Sie auch die Teuerung nichtI Dabei sind die Wcrküberschüsse ganz namhaft gestiegen. Die Zechen könnten die Löhne wohl erhöben, wenn sie nur wollten. Tie Verhandlungen, zu denen die Arbeiter- auöschüffe zugezogen waren, waren nur Theater; feite Zusagen wurden nicht gemacht. Damit wären auch die Voraussetzungen für eine Vermittlung der Regierung gegeben, und Sie könnten den Frieden schon morgen haben. (Hört! Hört!) Aber die Kohlenbarone wollen ihre Arbeiter wie rechtlose Hunde behandeln! (Unruhe; Beifall bei den Soz.) Die Scharfmacher haben jetzt Militär und Maschinengewehre kommen lasten, die Arbeiter werden aber doch nicht zu Kreuze kriechen. Hätten Sie unsere Ordnungsmänner wie 1905 wirken lasten (Abg. Tr. Arendt (Rp.) ruft: Wäre alles drunter und drüber gegangen!) nein, Herr Arendt, sie hätten die Ordnung aufrecht erhalten wie im Manöfelder Streik. (Abg. Tr. Arendt: Wenn das Militär nicht gekommen wäre!)
Glauben die Zechenbesitzcr, jetzt ist das Militär da, jetzt ist olles gut, so irren sie sich. Die Arbeiter sind keine Sklaven mehr. '(Stürmischer Beifall der Soz., der sich bei jedem folgenden Satze des Redners erneuert.) Die Arbeiter lasten sich nicht wie Hunde behandeln. Die Arbeiter fordern ihr Recht. Sie, meine Herren von der Rechten, vom Zentrum, von der Regierung, Sie haben dem arbeitenden Volk die Lebensmittel künstlich verteuert. (Große Unruhe und Widerspruch rechts:) Tie Löhne müssen erhöht wer- den; ob fünfzehn, vierzehn ober dreizehn Prozent, darüber labt sich reden. (Abg. BehrenS: Hört! Hört!) Ich schließe mit dem Wort unseres verehrten Dichters Kämpgen: Wir sind feine rote Derrätcrschar, wir wollen nur Menschenrechte, wir krümmen keinem Kinde ein Haar, doch sind wir klar zum Gefecht, wir kämpfen um unser gutes Recht, ein Freier zu sein und kein Ewiger Knecht. (Lebh. Beifall d. Soz.)
Abg. Nogalla Bieberstein (Kons.)k
Die Rede, die wir eben gehört haben, wird den Frieden Nicht wahren. (Sehr richtig! Unruhe b. d. Soz.) Daß jetzt M i li- tär in das Strerkgebict gesandt worden ist — ich und meine Freunde begrüßen das mit lebhafter Freude. (Großer Lärm b. d. Soz. und Rufe: Pfui!) Denn es scheint, daß die Polizei nicht ausgereicht hat, den Schutz der Arbeitswilligen und der friedlichen Bürger so auSzuüben, wie eS dringend not- wendig war. (Sehr richtig! — Lachen und Unruhe 6. d. Soz.) Herr Sachs hat es natürlich so hingestellt, als ob die sozialdemokratischen streikenden Arbeiter wie in Moabit an allem unschuldig sind. (Zrufe b. d. Soz: Sehr richtig!) Dem widerspreche ich mit aller Energie. Ich lege gegen diese Verun- glrmdfung der Polizei, die im Streikgebiet ihr schweres Amt in treuer Pflichterfüllung tut, energisch Verwahrung ein. (Lebhafter Beifall.)
Herr Sachse hat die Depesche, die aus dem Ruhrrevier an den Reichskanzler gesandt wurde, eingehend besprochen. ES find aber Dutzende von Depeschen bei den maßgebenden Stellen eingegangen, in denen die Arbeitswilligen darlegen, in welch unerhörter Weise sie von den streikenden sozialdemokratischen Ar- beitern behandelt werden. (Großer Lärm b. d. Soz.) Ter Staatssekretär bezeichnet den Streik als unnötig, wenn es sich nur um eine Erhöhung der Löhne gehandelt hätte. Wir geben ihm recht, der Streik ist nach unserer Ansicht unberechtigt. (Sehr richtig! und Unruhe.) Er war leichtsinnig dom Zaune gebrochen. (Großer Lärm der Soz.) Herr Sachse hat eben noch gesagt, wer diesem Streik politische Motive zugrunde lege, behaupte eine ungeheure Frechheit. (Sehr richtig b. d. Soz.) Trotzdem behaupte ich, daß der Streik auf politischen Gründen beruht. (Großer lang andauernder Lärm bei den Soz. Ruf: Lüge! Glocke des Präsidenten.) - Präsident Dr. Kaempf: Wer Lat das Wort Lüge ausge- Krochen? (Der Abg. Sachse meldet sich.) Nachdem sich der Abg. Sachse zu dem Worte bekannt hat, rufe ich ihn zur Ordnung.
\ Abg. v. Bieberstein:
Die Gewerkschaften haben mit der Inszenierung des Streikes «ine Machtprobe ablegen wollen. (Stürmischer Widerspruch Jb. d. Soz.) Diese Machtprobe wird Ihnen allerdings nicht ganz
— jawohl objekt'v — darin heißt e8, daß es leider an verschiedenen Stellen nicht in wünschenswertem Maße gelungen ist, den Arbeitswilligen wirksamen Schuh zu gewähren. (Hört, hört! Abg. Ledebour: Bestellte Arbeit!) So schnell können wir nicht arbeiten, daß wir heute bereits einen bestellten Bericht übersandt haben, was gestern geschehen ist. Weiter heißt eS darin: Am 11. März sammelten sich beim Schichtwechsel kurz vor dem Eingang zur Zeche „Ewald" dreihundert Personen, die die Straße teilweise versperrten und die Arbeitswilligen durch Zurufe teil- weise beschimpften. Die Polizei mahnte zur Ruhe. Als sich die Menge nochmals zu Pfuirufen hinreißen ließ forderte der Polizeikommistar die Menge zum Verlassen auf. Darauf ertönten erneute Pfuirufe. Jetzt gingen die Beamten mit den Waffen vor. (Hört, hört! reckt?; Pfuirufe b. d. Soz.) Zwei Bergleute sind über Arbeitswillige hergefallen und haben einen von ihnen schwer verletzt, so daß ibm daS linke Auge durchgeschlagen wurde. (Hört, hört! rechts )
Die zur Mittagsschicht fahrenden Radler wurden angefallen, auch v on Weibern. (Stürmische Zwischenrufe bei den Soz.:
' Ie $ * kvekt über da- Linau? lvaß • ö c 1 • u trogen kann. 15 Pi.^iit vom Jal-icSlohn i nn «uyrrevier mawt mit Knappschaften ragen 80 Millionen
JKarf. Die Prc.sstcrgcrung wird Millionen bringen, bk 15 Prozent Lohnsteigerung würde also mehr betragen, und manche Zechen wurden biereft Verluste haben. Ter Minister gibt ein- «rcd}nun°?bn'Pi,Ic- Ter fiftfalijdx Bergbau zahlte 1911 1 110 Millionen Mark on Löhnen; 15 Proz. davon wären 16 Millionen; da- Ganze, wa- ec an die allgemeine Staatskasse ab- fuhrt, ist 11% Millionen; ter Fisku» würde also 6 Millionen -Lciijit lwben. Wollen Sie, daß der Bergbau nicht eine Wohl- taligkeit-einrichtung ist, sondern ein kansmännische» Unternehmen, dann tonnen Sie daö nicht verlangen. (Sehr wahr.)
Aber überhaupt, derartige schematische Lohn- 'teiger rnp en sind nicht angängig. Tie Verhältnisse in den : levicren, die Lebenshaltung im Norden und Süden sind ver- ichieden. Dazu kommt da» Angebot on Arbeitskräften; die fiS- kaliickie': Zechen müssen deshalb etwas höhere Löhne zahlen als die übrigen; daraus aber zu iolgern, daß auch die anderen Zechen die gleichen Lohn- zahlen sollen, wäre unbillig Auch innerhalb derselben Zeche kommen große Verschiedenheiten vor, sowohl was die Art der Arbeit anbetrisst, als auch He Leute. E S gibt "e'ß'S- und minder s le > ß i g e Leute: da muß man sich Arbeit und Leute anseben und danach entscheiden. Noch schwieriger ist eine schematische Regelung der Gedinge. Sie werden überall finden, daß die Bergwerködirekt:onen gesagt haben: Wir denken ungefähr so und so viel bei den Schichlolmcn Mzulegen, und wir nehmen an, daß auch daS Gedinge steigern wird. (Ter Minister gibr einige Beispiele.) Sie sehen also auS dem allen, daß bei Streik nicht zufällig auSgebrochen ist, sondern von vornherein beschlossen war; eS wurde der Masse beigebracht, sie mußte jetzt die Konjunktur auSnutzen. (Beifall.)
Dr. Böttger (Natl.):'
Ich spreche für meinen Fraktionsfreund Heckmann, der leider durch seinen Unfall noch verhindert ist, sich an der Erörterung zu beteiligen. Von dem Interpellanten haben wir gehört, daß der Streik eine innere Berechtigung nicht hat, und andere Redner haben sich ihm angeschlosten. Auch der Staatssekretär hat sich auf rein historischer Grundlage zu der Annahme bekannt, daß der Streik im Wesentlichen auf politische Motive zurückzu- führen ist. Auch ich erkenne eine innere Berechtigung des Streiks nicht an. Tie Nichtorganisierten und christlichen Arbeiter, die gegen köreprliche und geistige Angriffe von allen Seiten standbalten, verdienen unseren Dank, daß sie in ihrer schwierigen Stellung auS- halten. Mögen ihre Bemühungen Erfolg haben, damit eine V e r- ftänbigung schließ! ch zustande komme, die der Besserung der Konjunktur entspricht. Die Aufgabe der Regierung ist, die Ruhe im Ruhrgebiet aufrecht zu erhalten und eS scheint, daß sie da- für die nötigen Garantien bietet.’ Wenn die Regierung so fortfährt, so muß der Streik in kurzer Zeit zu Ende gehen.
Die drei Verbände fordern eine Aenderung der Lohnverhält- nisse und der Lohnzahlung. Letztere ist verbesserungsbedürftig, auch wenn die Zechen einige Schreiber mehr einstellen müssen. Auch über die Neben- und Ueberschichten und paritätischen Arbeitsnachweis und Schiedsgerichte läßt sich reden. Wie weit das im einzelnen geschehen kann, müssen die zuständigen Instanzen entscheiden, die Arbeiteraukschüsse u nd Zechenverwaltungen. Tie Menge und Höhe der Forderungen beiveisen aber noch nicht die ^Berechtigung des Streikes, und es ist bezeichnend, daß diesmal dem Streik die Sympathien des Publikums so gut wie ganz fehlen. Er ist von ihm moralisch verurteilt worden als ein Manöver der sozialistischen Internationale, als Sympathiekundgebung für dir streikenden Engländer.
Die Lohnfrage hat ober alle anderen Streikpunkte zurückgedrängt. Ta aber nach den letzten Lohnerhöhungen, und dem zum 1. April bevorstehenden, der Streik keine Vorteile für die Arbeiter bervorholen kann, sg verurteilt die öffentliche Meinung den Streik als unberechtigt und frivol. Gegenüber der Forde- rung einer Ibprozentigen Lohnerhöhung ist dock, festzustellen, daß mit Ausnahme der Häuer alle anderen Arbeiter unter und über Tag die Lohne von 1907 bereits wieder erreicht ober schon überschritten haben. Der Redner begründet daS in einer eingehenden Statistik, in der er außerdem ausführt, daß die Teuerung der Lebensverhältnisse nicht, wie die Verbände behaupten, 14 Prozent, andern noch nicht 9 Prozent betrage. Die Berechnung stellt sich ür da? Jahr 1910 noch günstiger.
Es liegen bündige Erklärungen über d'ir Lohn, erhöhungvoml April ab vor. Darauf muß man sich verlassen. Freilich ist ebenso deutlich erklärt worden, daß eine generelle fünfzehnprozentige Lohnerhöhung ausgeschlossen ist. Ter Minister bat daS ja eben auSge- führt. Ein Teil der besonders leistungsfähigen Zechen würde vielleicht noch eine Dividende zahlen können, der größere Teil müßte mit Zubuße arbeiten und über kurz oder lang einstellen und als- dann Tausende von Arbeitern zum Feiern bringen. Nun tritt aber noch in den zehn Punkten der Bergarbeiterforderungen das Verlangen nach Verkürzung der Arbeitszeit auf, da- notgedrungen zu einer weiteren Verteuerung des Betriebs und zur Verminderung deS Ertrages führen muß. Die Belegschaft müßte vermehrt werden, was alles in allem wiederum wieder 65 Millionen''mehr kosten würde. Solche starken Verschiebungen bei den Produktionskosten setzen nicht nur die Dividenden in Gefahr, sondern auch den ganzen Betrieb und den Wettbewerb auf dem Weltmarkt. (Sehr wahr!)
Die Steinkohle ist nun einmal Weltmarktartikel und ohne den schwer erftrittenen Außenhandel können hie Ruhrkohlenzechen auf die Dauer nicht existieren. Also diese Frage mutz mit Vorsicht behandelt werden, gerade auch im Interesse der Bergarbeiter. Läßt die Forderung sich erfüllen, ohne daß die Volkswirtschaft Schaden leidet, so wird man ihr gern zutffmmen da die Arbeit des Bergmanns beschwerlich ist und er der Zeit
Weiber, Weiber!) Diese Damen also (Große Heiter- leit.) haben die Räder festgehalten und die Radler konnten nicht einfahren, weil man sie ernstlich bedrohte. Kinder, die ihren „„„ WM, M1W
Tätern daS Mittagessen bringen wollten, wurden angehalten und i ga„8 besonders bedarf. Es ist unmöglich, all die übrigen Forde- ihnen die Henkeltöpfe weggenommen. (Hort, hort! rechts.) Tie | runflcn durchzusprechen. Was berechtigt ist und den Betrieb der Streikenden gingen von HauS^zu SauS, um zu sehen, ob bie 6z- „icht stört, muß sich durchsetzen bei den Verhängungen
treffenden Bergarbeiter zur Schicht gegangen seien DaS sind ' fccr Instanzen. Mögen die Arbeitswilligen auSharren natürlich bloß Mittel, um die Arbeitswilligen zu belästigen. ~e- ! und ihnen ein ausreichender Schutz zuteil werden. Möge merkenswert ist, ^daß Frauen mit Kinderwagen borge- ^er harte und erbitterte Lohnkamvf im Ruhrrevier bald beendet
geNngen, TrnF an Fer tPeFahlfrortüng, Ne Ihnen au8 Ihrem Vor- 0^0 erwägst, werden Sie unendlich schwer zu tragen haben, (sehr richtig! rechts.) Weiter ist oec Streik entschieden ein -Sympathiestreik für die englischen Arbeiter. (Lachen und Unruhe b. d. Soz. Zurufe: Dummes Zeug! Ob Sie darüber lachen oder das bestreiten oder .dummes Zeug' rufen, wa» nicht ganz parlam.-utarisch erscheint, (sehr richtig! rechts) so ist der Streik doch in diesem Augenblick eine große Dummheit. DaS hat selbst Herr Hue vor einigen Worben zugegeben, der Streik nutzt nur den Grubenherren in Englaiid und (chadet ebenso den englischen Arbeitern wie unseren. (Zurufe b. d. Soz : Tann ist e» doch fein Sympathiestreik!) Tie engliidxn Arbeiter können jetzt in Ruhe abwarten, weil wir ihnen jetzt ihre Absatzgebiete nicht abnehmen können. Damit werden unsere Arbeiter aufs entschiedenste geschädigt.
Die Hauptsache aber ist: Der Streik wurde in Szene gesetzt aus Haß, aus Zorn gegen die christlichen Gewerkschaften. (Lärm der Soz.) Das ist des Pudels Kern Sie wollten das Ende der christlichen Gewerkschaften herbeisühren. Dar dieser -Ltreik notwendig? Nein! Im Bergrevier herrschte eine allge- meine Zufriedenheit! (Zurufe der Soz.: Sie müssen'» ja wissen!)^ Die Zechen sind in loyalster Weise entgegengekommen. Tie 10 Forderungen des alten Verbandes konnten nicht bewilligt werden. Tie Sozialdemokraten sind schuld an diesem frivolen streik. (Lärm der Soz.) Ten Christlichen geb:brt Dank, daß sie nicht mitmachen, obwohl auch sie eine Lohnerhöhung für nötig halten. (Gelächter der Soz.) Der Streik wird keinen Erfolg haben. Soweit sind wir noch nicht, daß die Sozialdemokratie die Löhne bestimmt. (Lachen der Soz.) Sonst würde c5 bald feine Arbeitgeber mehr geben.
®8.ift in der heutigen Zeit wirklich kein Vergnügen, weder gewerblicher, noch landwirtschaftlicher Arbestgeber zu sein. Die Leute im Ruhrrevier sind systematisch verhetzt worden. Viele streifen, nicht weil sie den Streik wollen, sondern weil sie durch brutale Gewalt an der Arbeit behindert werden. (Lebh. Beifall rechts und im Zentr., Gelächter bei den 'öoj.) Wir verlangen den Schutz der Arbeitswilligen .den -schuh der persönlichen Freiheit, den Schutz der christlichen Gewerkschaften. Tie Unternehmer erkennen es dankbar an, daß sie nicht mitgemacht haben, lieber die Polizeimaßnahmen wird der preußische Minister des Innern im Landtage Rede und Antwort stehen. Militär muß zum Schutze der Arbeitswilligen be- reit sein. Ich freue mich, daß der Staatssekretär für energischen Schutz sorgen will. Ich richte auch in diesem Hause im Namen meiner Fraktion an die preußische Regierung den Wunsch, und wir erwarten (Zurufe der Soz.: Befehlen!), daß die preußische Regierung mit allen Mitteln, die ihr zu Gebote ftefien, die Ruhe und Ordnung im Streikgebiet aufrecht erhält. Wir verlangen, daß die Negierung alle Machtmittel entfaltet, um die Arbeitswilligen und deren Angehörige zu schützen vor der brutalen Vergewaltigung der v er hetzenden Sozialdemokratie. (Lebh. rechts und im Zentr., großer Lärist bei den Soz.)
verweise auf eine Bekanntmachung des Polizeipräsidenten von Essen, in der es ausdrücklich heißt: Streikende, die sich ruhig verhalten und insbesondere Arbeitswillige nicht belästigen, haben bei etwaigen Angriffen der Gegenpartei ebenso sicher auf den Schuh der Polizeibeamten zu rechnen, wie diejenigen, die ruhig ihrer Arbeit nachgehen und sich jedes Angriffs auf Personen und Sachen enthalten. Wenn man Herrn Sachse gehört hat, müßte man glauben, es gehe im Ruhrrevier etwa folgendermaßen zu: Tie Polizeibeamten und Schutzleute von auswärts geljcn auf die Straße und suchen einen Streikenden, um ihn womöglich anzu
alle gleich sind, die stell mit den Gesetzen nicht in Wi.
schon, die Streikenden wie die Arbeitswilligen. (Zuruf der Soz.: Ist ja nicht wahr!) Es ist wohl wahr. Wer sich beim Streik nichts zuschulden kommen läßt, wer in die persönliche Freiheit anderer nicht eingreift, dem wird kein Beamter etwas tun. Ich
etwas anderes Bild von den Vorgängen gibt, wie eS He darstellt. Dieser Bericht, der objektiv ermittelt fachen enthalt (Grofie Unruhe b. d. Soz. Zuruf: Objektiv?)
sein, möge er nicht zu schwere Wunden schlagen. Möge der friedlichen Verständigung bad zufallen, waS Dem unberechtigten Streik und dem Terrorismus versagt sein muß. (Lebhafter Beifall.)
Weiterberatung Freitag 1 Uhr. Vorher Nachtragsetat und schleuniger Antrag auf Einstellung eines Strafverfahrens gegen den Grafen Oppersdorfs. Dieser Antrag ist nicht vom Zentrum sondern von volksparteilichen Abgeordneten gestellt, wozu Heiterkeit Veranlassung gibt
Schluß 6% Uhr.
Gegenüber einer Aeußeriing des Abg. Sachse habe ich im
Namen der preußischen Negierung zu alle gleich sind, die sich mit den Gesetz
ßeifall her ®^;T, o5 Ihnen 5a nicht 57? Gasse üfcrTänff gegifi . „ Vizepräsident Dove erzwingt mühsam Ruhe: Die Bezeichnung Ord^Egl^ Dluthunde ist unzulässig. Ich rufe Sie zu?
Abg. Sachse (Soz.):
die ersten Berliner Polizisten eintrafen, wurden wir MzÄ' ? blC ficu.tc, t?on Moabit seien, ob vielleicht der ^°^ von Herrmann dabei sei. (Große Unruhe. Beifall bei Sn,a.n solcher Aufregung? (Abg. Graf Westarp ruft: Der frivole Streik ist do Schuld!
der €oß.) Bei Ihnen, Herr Graf Westarp, ist natürlich Are." -sr.vol; wenn Sie aber mit dem Jammerlohn von fünf Mark eine zehnkopfige Familie ernähren müßten, würden Sie auch Strcikheher werden. In das preußische Herrenhaus (Zurufe von den Soz.: Irrenhaus! — Vizepräsident Tove: Sie ^en ein Institut des preußischen Staates nicht verunglimpfen. (Heiterkeit bei den Soz.) Im preußischen Herrenhaus hat Herr »Ja den Mut gehabt, eine Rede zu halten, die geradezu "°ch,sbl u t gedurft e t hat Wie hat Herr Bueck seinerzeit £ ® e tzach r-chtS) behaupten. Sie wollen das Organi- w r SLn,(^r Qn^Unr-. D.c Botschaft hör' ich wohl, allein ^ .r sehlt der Glaube. Sie wollen das Organisationsrecht be- fettigen, deshalb schreien Sie nach Schutz der Arbeitswilligen.
Herr Weidtmann hat im Herrenhaus erklärt, daß nur die Lohnfrage uni in den Ausstand getrieben hat. Hier haben Sie, Herr Staatssekretär einen Zeugen für unsere Behauptung, der Ihnen hoffentlich genügt. Freilich widersprach er sich selbst spater und erklärte, daß nur der Kampf zwischen den 2 Organisationen den Streik verursacht
habe. Welch lackierliche Behauptung! ES ist auch nicht wahr, ?aß wir aus Erbitterung über unsere Niederlage bei den Dahlen in Nheinland.Westfalen den Streik proklamiert haben. Wir haben dort 55 000 Stimmen Yvonnen und nur gegen die vereinigten Gegenparteien mußte Hue unterliegen. Gerade die Haltung des Herrn Weidtmann hat die Aufregung unter den Arbeitern hervor- gerufen. Ter Bochumer Bergwerfsverein hat eS bnnbgcbrücft oaß den Arbeitern die so geringen Leistungen der Witwen« und Waisenrenten wieder abgenommen wurden. Unsere ganz mäßigen Forderungen hat Herr Weidtmann mit Zynismus zuruckgewiesen.
Knappschaftsverein haben die Arbeiter nichts zu sagen, an dem Etat dürfen sie nichts ändern. Neberall herrscht der Herren st andpunkt, das Herrenrechtl
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