Nr. 64
schichten zu vermess
Die Interpellation lautet:
Ist her Herr Reichskanzler bereit, über den Stand des nnLn? *Im ^•nifdHpeftfälifdjen Kohlenrevier Auskunft zu &i?der Herr Reichskanzler zu tun, um unter Se. ’öunq der berechtigten Wün sche der e rx-3a 1 ? c 8 Ende des die deutsche Volkswirtschaft schwer schädigenden Ausstandes herbeizuführen?
Abg. Schiffer-Borken (Zentr.)
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. ExpediNon und Verlag: 51.
Redaktion: HL rel.-AdruA^eigerGtebcn-
Mb. Deutscher Reichstag.
26. Sitzung, Donnerstag, den 14. März.
Am Tische des Bundesrats: Delbrück, Sydow, Ober- verghauptmann v. Velsen.
Präsident Dr. Kacmpf eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 16 Min.
Erscheint täglich mü Ausnahme bei Sonntag«.
Die „Siebener Lamlllendlätter- werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, da» .Kreiiblatl fflr den Krell Liehen" zweimal wöchentlich. Die „kandwirtschaftlicheii Leit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Präsident Dr. Kacmpf:
Meine Herren, Sc. Majestät der König von Italien, Viktor Emanuel III., der hohe Verbündete Sr. Majestät des Deutschen Kaisers und des deutschen Volkes, und Ihre Majestät die Königin von Italien Helena sind einer schweren Lebensgefahr entronnen, indem auf sie abgegebene verbrecherische e’^Sielöcrfeljlt haben. Ich bin sicher, in Ihrer aller Sinne zu sprechen, wenn ichderFreudeundGenug. tuung des Reichstags darüber Ausdruck gebe, daß Seine Maiestat der König und Ihre Majestät die Königin unverletzt ge- dl,eben stnd. (Lebhafter Beifall.) Namens des Reichstags werde ich in einer an den Präsidenten der Deputierten- kämm er in Rom zu richtenden Depesche diesem Ge- fühle herzlichen Ausdruck geben. (Lebhafter Beifall.)
1 5U Beginn dieser Worte von den Plätzen
erhoben, von den Sozialdemokraten nur die Hälfte.
chleunig e A n t r a g auf Einstellung eines Strafverfahrens gegen den Abg. Wendel (Soz.) wird angenommen. Ole Zenfrums-^nfeipeMatlon über den Ruhrifrelk.
In dieser Eingabe wurden 10 Forderungen gestellt. An erster imd wichtigster Stelle stand die Forderung nach einer allgemeinen 15 prozentigen LoynerhHung- daneben wurden Wunsche zur Verkürzung der Arbeitszeit, Beteiligung des Zechen- j arbeitsnachweiseS und eine Reihe anderer bekannter Forderungen derBerparbeiter erhoben bezw. wieder laut. Der christliche Gewerkverein und der evangelische Bergarbeitervcrband hoben sich h'esem Schritt nicht angeichlossen, sondern find selbständig borge- gangen. Der Zechenverband antwortete alsbald, zugleich namens des bergbaulichen Vereins unter dem 12. Februar, daß die beiden Verbände aus wiederholt dargelegten Grüirden in Lohnfragen nicht zuständig feien. Die Antwort fuhr fort: Wir unterlassen aber nicht, darauf binzuweisen, daß, abgesehen von der seit Ln- rang 1910 bereits eingetretenen allgemeinen Steigerung und in- fofae her ,m Kohlen syndikat zum 1. April beschlossenen Preiserhöhung erne Erhöhung der Schichtlöhue im Niederrhein,sch-westfälischen Serihau teils erfolgt ist, teils unmittelbar bevorstebt. Eine Erhöhung auch der übrigen Löhne muß angesichts der starken Beschäftigung der Industrie mit Sicherheit erwartet werden, vorausgesetzt, dass das Wirtschaftsleben von Störungen verschont bleibt.
Ich erhebe meinerseits nicht den Ruf nach Militär. Man muß die notwendigen Maßnahmen der Regierung überlassen, aber die Freiheit, die volle Freiheit der deutschen Arbeiterschaft im Ruhrgebiet muß unter allen Umständen gewahrt bleiben (Lebhafter Beifall im Zentrum und rechts). Tic Massenansammlun- gen müssen aufhoten. Die Arbeiter, die arbeiten wollen, dürfen nicht langer Spießruten laufen, nicht länger dem drohenden Spott ausgesetzt sein. Ich habe nach wie vor nicht» gegen Streikposten, wenn cs ruhige Leute sind. (Hört, hört). Eine friedliche Einwirkung auf die Arbeiter billigen, wünschen auch wir. Der Kollege Sachse hat die Geschichte erzählt, wie während des Streiks die Polizisten Skat spielen könnten, nur einer sei auö Langeweile gestorben. Jetzt sieht eS doch ganz anders aus. Halbwüchsige ^urschen treiben ihr Unwesen. Tic Burschen sind noch jünger old .c >n Moabit. Augenzeugen haben mir versichert, daß es sich um eine planmäßige Inszenierung, Organisierung und Disziplinierung der Gewalttätigkeiten handelt. (Hört, hört, rechts.) Im ganzen Ruhrgebiet fiAb Radfahrcrkolonnen organisiert worden, die die Arbeitswilligen abfangen sollten. 1905 war eS anders. ~a ist niemand mit Gewalt von der Arbeit abgchalten worden. Allerdings, nach dem Streik, da ist es den sozialdemokratischen Führern schlimm ergangen, da wurden sie die Geister, die sic gc- rufen, nicht mehr los (Heiterkeit im Zentrum). Da die Debatte wohl ein paar Tage dauern wird, so will ich jetzt schließen, und ichließe mit dem Wunsche, daß der Kampf trotz aller seiner bc- dauerlichcn Begleiterscheinungen für die Bergarbeiter doch noch zum guten Ende führen wird. (Beifall im Zentrum. Stürmische immer wiederholte Pfuirufe bei den Soz., Rufe: Jubas!)
Präsident Kaempf: Es verstößt gegen die Ordnung des Hauses, Pfur zu rufen.
Staatssekretär Dr. Delbrück:
Es bandelt sich um eine Arbeitseinstellung eines Teiles bei Bergarbeiter im preußischen und Ruhrrevier. Es handelt sich also um eine Angelegenheit, die streng genommen vor den Preußischen Landtag gehört, insofern die B.'rggesetzgebung einschließlich Der Regelung der Rechtsverhältnisse der Bergarbeiter zum Ressort der Einzelstaatcn und auch die Exekutive bei den Einzelstaaten liegt. Tamit ist auch für den Reichskanzler und für die verbündeten Regierungen eine gewisse Schranke für ein unmittelbares Ein- greifen in die Entwicklung der Tinge gegeben. Auf der anderen «eite ist ja unbestreitbar, daß die Gesetzgebung deö Reiches, ins- besondere zahlreiche Bestimmungen der Gewerbeordnung und andere, die Rechtsverhältnisse der Arbeiter betreffende reichsgesetzliche Bestimmungen auf Eingreifen in die Verhältnisse der Berg- arbciter, und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß eine Ar- beitLcinstcllung im Ruhrrevier ein Ereignis ist, das in seinen Wirkungen weit hinauSreicht über den Kreis der unmittelbar beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer, weit hirtauSxeicht über die Grenzen des RuhrrevierS und des preußischen Staates und eingreift in die Verhältnisse weiter Kreise der Bevölkerung im ganzen deutschen Vaterlande und geeignet ist, die ruhige Entwich« lung in unserer Industrie zu bedrohen und und &or die Gefahr einer ernstlichen Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung zu stellen.
Ich verweise darauf, daß die „Leipziger Volkszeitung" bereits im Januar schrieb, daß vielleicht schon im Frühjahr Die ganze Welt durch einen Streik erschüttert werden wiro und die sozialdemokratische „Bergarbeiterzeitung" meinte, die Nachricht, Verband seine Mitglieder aufgcfvrdcrt habe, lieber- schichten 3 "vermeiden, habe allgemeine Genugtuung hervor- gerufen. Nicht nur aus diesem, sondern auch aus anderen Momenten bekommt man den Eindruck, daß cd sich mehr oder weniger um einen Sympathiestreik handelt. (Lebhafter Beifall rechts und im Zentrum, Widerspruch bei den Soz.) Man beobachte folgende ±atcn: Arn 2. Februar kündigt der Zcchenverband eine Lohnerhöhung an Drei Tage später findet eine gemeinsame Konferenz der Bergarbciterverbändc statt. Am 6. Februar reichten die 3 Verbände eine maßvoll gehaltene Eingabe, die nur Lohnforderungen enthielt, bei dem Zechenvcrband ein. Wieder eine Woche spater, vom 19. bis 22. Februar, tagte in London die Konferenz, an der auch Sachse im Namen seines SÄ tCsIn^m' Schluß dieser Konferenz lief beim Zechenverbaild eine erheblich weltergehende Eingabe der Verbände 19. datiert, lraf sie erst am 22. ein. (Unruhe bei den gerade in der Zeit, wo der maß. gebende Führer des sozialdemokratischen Verbandes in London l*Lb„C r <?r.t 1 9 totalerUmschwuug eintrat. (Hört! $ r <vIC$--8knb ,n ber ^Me, Untuhc und Zurufe bei den Soz.» nrr^iT0 U-5e Cd nJtr £18, Führer sehr verbitten, wenn ein der- Umschwung der Taktik in einer so bedeutsamen Sache ohne mein 2Biffcn erfolßen wurde, und ich glaube auch nicht, daß Sachse ?etokUfet ^t. (Lärm bei den Soz.) Ja, innerhalb o Lagen konnte bann Wohl aus London eine telegraphische An- ^1-'). Dazu waren die Forderungen aach Lage der Dinge noch dazu vollständig aussichtslos. Ihre Erfüllung hatte sich nur durch einen erbitterten und kost- ei\Ä,a mI ^möglichen lasten. Ich kann also nur micbcrholcn daß nach Ansicht der weitesten Kreise der Streik zum größten Teil ein Sympathiestreik mit England war. (Sehr richtig! f.und in der Mitte). Dabei hatte der alte Verband syst?.
Jahr und Tag bte Sache vorbereitet, die sozialistische Ge^rkichaftspreste hat sAießlich einen förmlichen Sturm insA ?^rt. In der Oeffentlichkeit war man freilich etwas vorsichtiger Unler Dampf agitiert. Darum konnten die ?? nicht mttgehen. Das wußte die Leitung des alten h Sl"bcS aud) 0Qn3 genau, daß wir nicht mitmachen könnten und von den I Ivuroen.
ber Engländer handelt. (Stürmischer Widerspruch bei den 'Lvz., Zuruf: Das ist nicht wahr!") Sie werden ja Gelegenheit haben, das Gegenteil zu beweisen und diese Klarstellung wird, wenn nc Ihnen gelingt, für die Oeffentlichkeit von erheblichem Interesse sein. Einstweilen hat man den Eindruck, daß der gegenwärtige Streik in Deutschland die Stellung der englischen Gruben- besiher wesentlich erleichtert, da sie nicht mehr zu fürchten brauchen, ihr Achatzgebict zu verlieren. Die Fortsetzung der Forderung in Deutschland wäre daS stärkste Pressionsmittel aus die englischen Grubenbesitzer gewesen. (Lebhafte Zustimmung im Zentrum.)
Unter diesen Umständen hat der Reichskanzler wie in ähnlichen Fällen es für seine selbstverständliche Pflicht erachtet, die an ihn gestellte Anfrage zu beantworten und mit Ihnen die Imge zu erörtern. Der Reichskanzler würde der Bedeutung der Sache und dem Emst der Situation entsprechend selbst letzt an dieser Stelle stehen, um die Interpellation zu beantworten, wenn er nicht durch eine dringliche Sitzung abgehalten wäre. Er behält sich aber vor, zu einem späteren Zeitpunkt in die Debatte einzugreifen. Wenn Sie fragen, was die Reichs- regterung zu tun gedenkt, um den Streik z u einem be- >5 lebige oben Ende zu bringen, so bin ich genötigt, zu- nächst noch einmal kurz bie Frage zu erörtern: Wie ist dieser Streik entstanden, und waS sind seine Ursachen? Tenn ohne Kenntnis der Ursachen wird schwer sein, Mittel zu finden und Vorschläge, um ihn zu beseitigen. Sie wissen alle, daß bereits im vorigen Herbst eine Lohnbewegung unter den Bergarbeitern ersetzte, die zu einem festen Abschluß nicht gelangte. Die Be- toegung ist bann im Anfang bieses JahreS wieder lebendiger geworden, und am 6. Februar d. Js. wandten sich die drei ver- einigten Beraarbeitcrverbände, der sozialdemokratische, der Hirsch-Dunckersche und der polnische, in einer gemeinsamen Eingabe an den Zechenverband in Essen und den bergbaulichen Verein.
Auf diese in der Form ablehnende, in der Hauptfrage __der
Lohnfrage — entgegenkommende Antwort richteten die drei Berg, arbeiteroerbänbe dieselbe Eingabe am 20. Februar an die einzel. nen Zechenverwaltungen, ich glaube, es find 165. Am Schluß der Eingabe war der Wunsch ausgesprochen, innerhalb vierzehn Tagen, also ^blS zum 5. Marz, eine Antwort zu erhalten, weil die drei Jeroanbe bann über die weiteren Schritte beraten wollten. Bis gf” « T^^Nnd 80 Antworten von 155 Zechen eingelaufen. .J,ef>n Zechen haben nicht geantwortet. Ein Teil der Antworten ha.tc folgenden Wortlaut: „Wir müssen es ablehnen, uns zu den von Ihnen gestellten Forderungen zu äußern, da lediglich die nach gesetzlicher Vorschrift gebildeten «rbeiterau SschÜsse beruren sind, Anträge und Wünsche sowie Beschwerden der AWeiter zur Kenntnis der Zechenverwaltungen zu bringen.' Die übrigen Antworten lauteten ähnlich mit dem Ausdruck des Bedauerns, baß man zu Verhandlungen nicht in ber Lage sei, und mit bem Hinweis auf die Arbeiterausschüsse als bie berufenen k. ertreter ber Arbeiter. Am 6. März fand eine Vorsteherkonferenz der beteiligten Organisationen statt. Sie verhielt sich im Prinzip ablehnend- gegen em Verhandeln mit den Arbeiterausschüssen, mit der Begründung, es stehe schon fest, daß bie Arbeiterausschüfft
w 162. Jahrgang Freitag, 13. März 1912
©icßcn^t Almiger
General-Anzeiger für Gderheffen
Jnt-rp-llati°n. Die Ang-I-g-nh-il ist bereits bei ber Etatsl^ratung besprochen worben, damals noch recht fried- mnnU»nJClbrf L VcAusführungen des Kollegen Sachse konnte f g au6cn' -ba6 68 ,m Ruhrgebiet nicht so halb zum kommen würbe. Außcrbcm bat ber Staatssekre- niit einigen Bergarbeiter.
Wort- üb^ Rücksprache genommen. Zunächst einige Worte über bie Stimmung ber christlichen Bera.
crle(’ ^.Zweifellos haben die Bergleute augenblicklich be- f.iy°rbcr “ngen hinsichtlich der Söhne I khirr finb rb,C, f cr^Iid) gesunken, und wenn sie auch in
bSi ^rnnL61116 ^nosame Steigerung erfuhren, so haben sie doch ®tanb uocb lange nicht wieder erreicht. Diese
^cki Um-10 empfindlicher angesichts der auch von den
Die C<R c n tTb Hit ä t^ines großen ^Tchls 'der "gfeben Wmn I h ^7 ^ar gerade ein Grund mehr für die Sozial- L? 0U1' teilweise sogar °g I ä n zend. Eine Gegenüber" \Ur^nb A n a r cho soz i a l i st e n, Crft recht den !mhUh° beE ^_lenpreise unb Zechengewinne auf der einen Seite tTm in a*?! - V- sollten die Christlichen recht b.cr un0cnugcnbcn Arbeitslöhne andererseits ließ erkennen lft bcr cigenrliche Zweck ter
bRC ungünstiger dastchen als 1907. Außer-' iQOfi tnT^e°Un0'* f^on nach b.-m Streik von
Unterschiebe in ben Lohnen recht kraß unb InTHe ?‘C ^r.lftI,c^n Gewerkvcreine vernichten
empf,üblich. v B uno wollte Als bas nicht gelang, inszenierte man ben sogenannten
Das Kohlensyndikät will vom 1. April ab die froHenbretfe aun98rummel, offen unb versteckt, man legte
Uw 90 Pf. die Tonne erhöhen. Die christlichen @eroerf. na^' •man m-U^C ®^uIter an Sdhulter 3ufammen-
an bvm t5trci! nicht beteiligt sind, streben nun unter Ä einem einheitlichen Verbände verschmelzen.
Berücksichtigung dieser Verhältnisse ernst und e n t f efi i e b e n 3letn, falsch: Die prinzipiellen
-,n-L°hn--höhung°nund ™4*!7in 6,6? ™6 sich nicht »ectSf^n
verwahren sie sich bagegen, mitben U b•1 v Z H f 0 e to 1 ।e r 2 ? u 1 (Heiter- gelben Gewerkschaften auf biefelbe Stufe oe- Unruhe de, den Soz.) Jetzt scheint mau diesen Der-
eJ1 * 3 u werde n. (Hört, hört! bei ben Soz.) Ich muß bi?sen ^^sungsrummel auf andere Weise anzufangen. Die Christ- Unterschied ausbrucklich feststcllen, wie wir bas schon bei eber ein, daß es eigentlich nur ein Kampf
passenben Gelegenheit getan haben. Diese aus Frankreich imoor- 0207l ^tc Jcö*5 ft>ar; Sie waren sich ber ungeheuren Verant- herten fremben Gewächse sind keine Zierde der bewußt, wie ein die Industrie so schwer schädigender
d eutschenJndu st rieundberbeutschen Arbeit^- ,btn Arbeiterorganisationen unb ihren Führern auferlegt, schäft. (Hort, hört! unb Lachen bei ben Soz) Die (Reiben bie Interessen bei heimischen Bergwerksinbustrie unter
'>e Mitglieber zur Verstellung, Schmarotzertum und 5^b^^ deutschen Jnbustrien, der Eisen, und Maschinenindustrie, Speichelleckerei. Unsere aufstrebende Industrie braucht aber gefamten deuffchen Volkswirtschaft trotz aller Verleumdung ^'Ä^^krtchtige und charaktervolle Männer, die treu ihre ""b Anfeindungen wahrgenommen.
Ps 'cht nm. Sie haben das getan, in dem Bewußtsein, daß Sie das im
Die Tätigkeit der gelben Gewerkschaften iss Wassei- Arbeiter, aber, aud) ber angemeinheit tun. (Sehr
auf dn Michlen der Sozialdemokratie. (Sehr wahr!) Tas ^tcr- n”t<t diesen Umstanden sollten aber auch die
^nstfall opferfreudige Arbeiter braucht,^nna^d) I S Viae^^eU8 ?^^0c?b^-k8 mit b/m öer'
:m Wirtschaftsleben keine Feiglinge brauchen. Wir fragen unf- r?C/a 6.cJL*er zusammen-
zunachst: i. Ist der Kampf berechtigt? 2 sollten mit den nationalen
s' ch t s v o l l ? und 3. S i n o alle f rieb liebe n M fit \ I verhandeln und mit ihnen zuiammen kämpfen. I
erfolglos anaewendet f» h», ö? h? - I Diese Gewerkichaften stehen für eine gesunde Industrie ein, und bleibt? 8(>ni Ruhrrevier batten hr> ? noth übrig ka8 müssen auch die Unternehmer einsehen und danach verfahren,
in die Grtchenbesitzer Lohnerhöhungen Auch die weite Oeffentlichkeit hat das Recht und die Pflichß an
abaetoartef nac^ unfcr.Ct Auffassung erst ruhig die Grubenherren zu apvellieren, mit ihren Arbeiteraus'chüffen
eSL ^mmen, und ob sic m genügender auch die Lohnfrage zu behandeln, unb zwar möglichst schnell Nicht
^ohe kommen wurden. (Zurus von den Soz.: Da könnten wir mit Redensarten. Dann aber soll man sich mehr um die so- lange warten!) Zu lange warten wir auch nicht, Herr KollegeI zialen Verhältnisse der Ruhrbergarbeiter be-
wetracht, daß bie Kohlenpreise erst am 1. April er- kümmern, um ihre Wohnungen und auch den Mangel an sozialer <5obann aber hatten wir auf die eigene Hidustrie Fürsorge. Wir wollen da nichts beschönigen, sondern die Medaille muchicht zu ilehmen. Die Engländer haben 1905 unserer von beiden Seiten betrachten. Bisher hat sich, daS will ich feft- BergwerkSindustrie nicht unbebeutende Absatzgebiete abge- stellen, kein einziges christliche« Gewerkschafts- nommen; jetzt war Gelegenheit, sie wiederzuholcn, und wir sind w i t g l i e b freiwillig an dem Streik beteiligt, auch als Arbeiterorganisation der Ucberzeugung, daß das auch für Wer es getan hat, ist durch den schlimmsten Terroris- bie Arbeiter von Vorteil ist. (Beifall.) Wir find überhaupt über- mu8 dazu gebracht worden.
zmigt davon, daß nur eine gesunde, eine gut prospe - Die Arbeitswilligen wurden verhöhnt, verspottet. (Wider- rrerende Industrie in ber Lage i st, gute und bc- sprach bei den Soz.) O ja, infolge des mangelhaften Schutzes sriedrgende Arbeiterlöhne zu zahlen. (Lebh. h a t ber Ter roriSm u s in ben letzten Tagen Beffall.) Triumphe erlebt. Ich bin ja selbst nicht bagewesen, aber
Wir sind überzeugt, baß gerabe jetzt begründete Aus- nach zuverlässigen Berichten . . . (Stürmisches Gelächter bei ben Ischt auf eine Lohnerhöhung vorhanden war, bie aller- 2?01 vielleicht einer von Ihnen ba? (Rufe bei ben Soz.: buigg nur auf ftieblichem Wege erreicht werden konnte. (Hört l ich war da, ug auch!) In, Sonntag vielleicht, da war ich auch ^rtl im Zentr.) Die christlichen Bergarbeiter haben sich gründ- ba- (®cifan reegta unb nn Zenftmm.) Also nach zuverlässigen Mich leiten lassen von der Rücksichtnahme auf das gesamte Wirt- Berichten hat gerade dort, wo bie Sozialdemokraten bie Mehr- schaftsleben, an oem auch bie Bergarbeiter lebhaft interessiert finb. 9?“ unter ben Arbeitern haben, ber Mob bie Straße beherrscht. Wir sind ber Meinung, daß ein so schwerer Kampf, der bas M,r ist versuhert worben, baß von benen, bie heute streiken, bie Kze Wirtschaftsleben erschüttert unb unter Umftänben Hundert- H^^'C zur Grube fahren wurden, wenn der Terrorismus nicht sende, ja Millionen Arbeiter ins Elend treiben kann, nicht wäre. (Hart! Hort! rechts, Widerspruch links.) Ja, auch von Dhne besondere Ursache begonnen und durchgeführt werden darf, ven sozialbemokratischen Arbeitern arbeiten heule noch viele (Lebhafter Beifall im Zentrum und rechts.) Wir wissen auch, Hunderte. (Zuruf bei den Soz.: Märchen!) Tas ist kein Märchen., baß gerade die Bergarbeiter in ihren Lohnbewegungen mehr als Dort, wo die christliche Organisation die Mehrheit hat, arbeiten irgend eiste andere Arbeitergruppe aufdieGunstderöffent- viele Sozialdemokraten. (Zuruf bei den Soz.: Die haben wohl t.l ch en Meinung angewiesen finb. WaS soll ober die offen t- Angst vor bem christlichen Terrorismus.) Ueberhaupt ist bie ar.-- l'che Meinung sagen, wenn die Bergarbeiter fast blindlings den sässige Bergarbeiterschaft im allgemeinen gegen den Streik Im radikalen Schreiern nachlaufen? Wie wird man in ber Oeffent- Interesse ber einheimischen Arbeiter, nicht etwa im Interesse ber i {Weit urteilen, wenn bie Meinung sich verbreitet, baß es sich christlichen Organisation, müßten halb umfgssenbe Maßregeln ae- * Vzgluh um einen Sympathiestreik im In t e r e ss e I troffen werden. (Stürmischer Beifall rechts.) V


