Ausgabe 
18.1.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umtobt 10 Seiten.

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von einem qualvollen Schlassheitszustandc überfallen, dann stumpf- sinnig bewußtlos und in wenigen Augenblicken hatten sie ihr trauriges Tascin beendet." Tic Schildcruny der Vorboten des Todes durch Erfrieren, wie Larrey sie (jibt, ist geradezu klassisch. Wenn er jedoch die Sterbenden bemitleidet und ihren Tod quäl voll nennt, ist er vielleicht nicht ganz im Rechte. Der Tod durch Erfrieren soll nach den Angaben vieler Aerzte durchaus nicht aualvoll fein, sondern ganz im Gegenteil, Erfrierende, die später gerettet wurden, Huben angegeben, die Erschlaffung sei angenehm gewesen, ja einer hat sogar nach Oskar Blochs Angaben gesagt, er hätte keinen seligeren Tod finden können",.

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Gymnasm hule lcr für daS A. n. bis 25. Ian -

Vie Rcid)$tagswal)kn.

Btfprechunge'i mit den bürgerlichen Parteien.

Berlin, 17. Jan. Unterstaatssekretär Wahnschaffe hatte heute vormittag Unterredungen mit den Führern der bürgerlichen Parteien unter Ausschluß der Fort - schrittlichen Bolkspartei. Letztere l e h n t e c s a b, jid) an den Besprechungen zu beteiligen. Eine allgemeiite Konserenz mit den bürgerlichen Parteien ist duher nicht zustandegctommeu.

Von dem mit der Führung der Verhandlungen über die Stichwahlen beauftragten Reichsausschuß der Zentrums, partei geht derGermania" folgende Mitteilung zu:

Der von der Regierung u n t e r st ü tz t e Versuch, für die Stichwahlen die Einigung der bürgerlichen Parteien herbei- zusührcn, scheiterte an der .Haltung der liberalen Parteien, welä-c sich Vorbehalten wollten, je nach Lage der Dinge einerseits mit den beiden konservativen Part ien und dem Zentrum, anderer­seits mit den Sozialdemokraten Wahlgesck>äste zu machen. Unter diesen Umständen kann den Wählern der Zentrumspartei nur

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Eine Büste von Rodin für Amerika. Auguste Globin hat soeben eine Bronzebüste vollendet, die Frankreich dar- stellt und die durch eine öffentliche Subskription in Paris angekauft iverden und als Geschenk zu den Bereinigten Staaten gesandt werden soll. Eine besondere Abordnung von Franzosen werd sich $u diesem Zweck über den Ozean begeben, um die Büste am Fuße des gewaltigen Leuchtturms auüiistellen, der jetzt zur Erinnerung an E h a m v l a i n an der Küste des 'Sees, der den Namen des französischen Seefahrers und erster! Gouverneurs der französischen Kolonien in Kanada trägt, errichtet wird.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. In Hannover ist der enter, etatsmäßiae Professor der Ehemie der dortigen Technischen Hochschule, Geh. Reg-Rat Dr. phil et Dr.-Jng. h. c. Karl Kraut im 83. Lebensjabre gestorben. Er war von 18581895 an der Hannoverschen Vochschule tätig. Tr. theol. et Phil. Rudolf Steck, ord. Professor für das neue Testament und für allgemein vergleichende Rechtsgeschichte in der evangelisch theologischen Fakultät der Uni Dcrfität Bern, begeht am 1*. d. M. seinen 70. (Geburtstag. Ter bekannte Vertreter der medizim'ichen Ehemie an der W i e n e r Universität, Hosrat und Lbersanitätsrat Dr. med. et chem. Ernst Ludwig feiert am 19. Januar feinen 70. Geburtstag. Im Conventgarden-Opernhaus in London wurde am Sonntag König Ledipus", in Szene gefetzt von Max Reinhard, mit arostem Erfolg zum erstenmal gegeben. Unter dem Publikum bemerkte man viele Vertreter der vornehmen Welt und namhafte Politiker..

Das Gefühl ist natürlich einem jeden nur zu geläufig. Aber wie der Körper die äußere Kälte nach innen meldet, ist meistens weniger bekannt. Die Gefühlswerkzeuge des Körpers find ziem lich verwickelt gebaut und noch lange nicht völlig erforscht. Läng» weiß man, daß manche Körperteile besonders empfindlich gegen Kälte sind, Brust, Nasenflügel und Vorderseite der Arme be sonders. Daß es aber für Kälte- und Wärmeempfindung ver schicdene Organe in der Haut gibt, ist eine Entdeckung der letzte, Jahrzehnte. Die sogenanntenKällepunkte" sind vor etwa einem Vierteljahrhundert gleichzeitig von dem Teutschen Gvldscheid.i und dem Dänen Magnus Blik entdeckt worben. Wenn mai mit einer ganz kalten Nadelspitze seinen eigenen Körper abtastet, kann man sie ziemlich leicht auffinben und bemerkt bann, lüü sie verteilt sind. Auf jeden Quadratzentimeter der menschlicher. Haut kommen im Durchschnitt 6 bis 23 Källepunkte gegenübe. höchstens 3 Wärmepunkteu. TieKältepunkte" sind also Die zahlreicher vorhanden, aus dem ganzen Körper vielleicht 250 00 gegenüber 30 000Wärmepunkten". Diese , Kältepunkte" gebe dem Hirn und Rückenmark Nachricht, daß der Körper friert unk infolgedessen der Wärmeaustausch zwischen außen und inne, anders geregelt werden müsse, und danach richtet sich, natürIL unbewußt, der Blutkreislauf. Wird die Kälte aber zu arg, bani versagen die Gefäße in der äußeren Haut allmählich den Dienst es entsteht die rotblaue Färbung infolge der Blutstauung, einzeln Teile der Außenhaut, ja ganze Gliedmaßen erfrieren, es bilbei sich Frostbeulen und andere unangenehme Erscheinungen, die al örtliche Erfrierungen" zusammengesaßt werden, und zuweile ist die Kälte auch imstande, einen Menschen zu töten. Wievst Kälte der Mensch jedoch aushalten kann, ist ziemlich erstaunlich.

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Zur Reoifion öet volkrschulgesetzer. n.

Bon sachverständiger Seite schreibt man uns:

Nachdem wir in Nummer 7 unseres Blattes uns ülrer die Grundlagen, an denen bei Revision des Schulgesetzes nicht gerüttelt werden soll, ausgesprochen haben, wollen wir auch auf die wichtigsten Bestimmungen Hinweisen, die einer Aenderung dringend bedürfen. Stets ist es eine miß­liche Sache, wenn jemand zwei Herren dienen soll, und noch mißlicher ist dieses Verhältnis, wenn es an klaren und unzweideutigen Gesetzesbestimmungen mangelt. Reibereien bleiben dann nicht aus; die Folge davon ist aber vielfach, daß derjenige, der dienen soll, auch betjenige ist. der bei .Zwistigkeiten als Störenfried erscheint. So ist eben das Verhältnis des Lehrers zum Pfarrer, der Schule zur Kirche. Tiefes ist mit de r Z e i tun­erträglich geworden. Erfreulich ist, daß diese Er­kenntnis auf beiden beteiligten Seiten herrscht. Umso leich­ter ist es dann für die Regierung und die beiden Kammern, tiine Lösung zu finden, die bei den wichtigen Kulturträgern, dem Pfarrer und dein Lehrer, die Möglichkeit gibt, mit iinb füreinander, aber keineswegs gegeneinander zum besten des Boltes zu wirken. Dies ist sicher der sehnlichste Wunsch deider Stande. Um aber dieses Verlangen befriedigend zu stillen, ist ein Verhältnis der Gleichberechti­gung und Nebenordnung v o n S ch u l e und .Kirche, von Lehrer und P farrer zu schaffen

Ein Schmerzenskind für den Lehrerstand war bisher stets Artikel 5 0. Nach seinem Inhalte sind die Lehrer an Volksschulen verpflichtet, den Dienst als Organist, Kan-

loser ui der Gemeinde ;u übernehmen, in welcher die Verbindung dieser Funttionen mit der betreffenden Sielte herkömmlich ist. Diese Dienste sollen angemessen vergütet werden und dürfen «ich in die ordentliche Schul -eit fallen. Was den Widerwil.en der Lehrerschaft hervor rufen muß, das ist vornehmlich die Fassung des Artikels und die Zurücksetzung der Voltsschule und des Lehrers, bv darin enthalten ist. Durch biese Bestimmung wird der Lehrer als solcher zu Diensten verpflichtet, die mit der Schule nicht in Verbindung stehen; in ihm findet eine Verquickung von Lirchenamt und Schulamt fta t, die bis jetzt dem An sehen der Volksschule und des Vvlls'chulllhrers leinen dkutzen hat. .vi, tu gewissen Fällen tvägt dies«-:- Ber hältnis dazu bei, dem guten Ruf des Lehrers Nachteil zu bringen. Um dies zu verstehen, braucht man sich nur den F-all zu denken, daß ein Lehrer ein recht tüchtiger Schul mann, aber infolge von Nichtbegabung ein schlechter Kenner des Orgelspiels ist In seiner Schule leistet er vielleicht etwas ganz Vorzügliches, die Schüler hängen auch mit Liebe an ihm, und dietBehörden und die Gemcindemitg.'jeder haben allen Grund, ihn als gewissenhaften und ei.rtgsr Erzieher der Kinder besonders zu schätzen. Mäßig, vielleicht gering sind aber die Leistungen des betreffenden Lehrers int ergeb spiel. Diese Tätigkeit vollzieht sich in der breiten Cefjenb lichkeit, m der Kirche. Jeder .Kirchenbesucher hält gewöhn­lich etwas aus ein flottes Orgelspiel. Der Lehrer versag aber als Organist, und die in unserer Zeit so sehr beliebte Kritik setzt ein, und zwar nicht eine solckst von Fachleuten. Ein großer Teil der Wertschätzung, die der Lehrer als Schulmann verdient, geht ver­loren, ohne daß eine Verschuldung durch den Lehrer vorliegt. Aber auch das Ansehen der Schuleleideldurck diese sB erhält nisnot. Han­delt es sich nämlich um die Anstellung eines Lehrers, so geht das Ersuchen der Gemeinden viel,ach nicht weiter, als daß ein guter Organist gewünscht wird. Die Rechte des Lehrers sind ind ent an gezogenen Artikelauch

kalt ist eS, und wer sich im Freien aufhalten muß, Kragen hoch, dergräbt die Hände in die Taschen doch mehr ober weniger, je nach Veranlagung unb Fettansatz Es zeigen sich die bekannten Wirkungen der Kälte: zunächst die gesunde Rötung der Haut, bann, wenn bic Kälte ärger wirb, Erblassen, Blaurotwerden unb bas bekannte Klappern vor Frost, bas Arm, Bein- unb Kaumuskeln befällt. Nur wer üch lebhaft bewegt, wie es etwa beim Ausüben eines Wintersports der Fall ist, friert nicht, auch wenn das Ockuecksilber im Thermo meter sehr tief unter dem Nullpunkte steht. Wie aber friert man eigentlich?

ib hierbei vorzulee- 912.

Direktion.

II.

nicht gewahrt. Ganz abgesehen davon, daß die Be Zahlung für diese Dienste recht dürftig ist, und daß der i Lehrer z. B. den Vorlesegottesdienst-oft noch ohne besondere i Vergütung zu erhalten verrichten muß, steht ihm auch nicht daS Recht zu, das Verhältnis zu lösen, falls er die UebEr­zeugung gewinnt, daß sich die Tätigkeit ats Organist mit »einem Schulamte nicht verträgt. Um diese erwähnten liebel stände zu beseitigen, ist der Landes-Lehrerverein bereits vorstellig geworden, und die Zusage, die durch die Großh. Regierung gegeben worden ist, läßt die bestimmte Hoffnung zu, daß Artikel 50 unseres Schulgesetzes sicher aufgehoben und an seine Stelle ein Vertragsverhältuis treten wird, das für Schule unb Kirche, für Lehrer und Pfarrer nur zum Vorteil gereichen kann.

Gleich unhaltbar fütb die Bestimmungen über bje Zu - a M in enf etzung unb b i c Au s gäbe n her Schill vorstände. Nach Artikel 68 ist bie örtliche Beaussichti gung unb Leitung bes Bolksschulwefens einer Gemeinbe dem Schulvorstanbe übertragen. Er hat bas bienstliche unb außerdienstliche Verhalten des Lehrers zu überwachen Dem Lehrer kann der Vorsitz im Schulvorstande nicht übertrag n werden. Zweifellos ist es ein idealer Gebanke, daß die Familie Anteil an der Schule nehmen und an ihrer Ver­waltung teilhaben soll. Gerade die Familie ist es nämlich, Die am ersten davou betroffen wird, wenn die Schule ihre Pflicht versäumt. Die Familie spürt die Fehler und Mängel der Schüler unmittelbar, gleichsam am eigenen Leibe, wah uciib Staat und Gemeinde erst indirekt davon betroffen werden. Leider siltd aber die Erfahrungen, Ne bisher mit dem Schulvorstande und dem Laienelemente g'macht worden 'ind, nicht anci'ernd, um auf der betre encn Bahn ausbauend weiter zu schreiten. Bis jetzt hat sich nach dem Urteil von Fachleuten der Schulvorstand vielfach als Hemmschuh für die Entwicklung des Schulwesens erwiesen.

Es kann deshalb nicht wuudernehmen, daß sogar Kreis 'chulinspeltoren schon der Ansicht Ausdruck g'geben haben, Die Aufhebung des Schulvorstandes gereiche d e r B o l k s f ch u l e g c r a d e n i ch t z u m N a ch t e i 1. Daß in großer Teil der hessischen Voltsschullehrer, die ja die Unzweckmäßigkeit des jetzigen Schulvorstandes wohl am meisten spüren, nach seiner Beseitigung trachtet, sei auch Der Vollständigkeit lalber erwähnt. Beibehalten wirb er a wohl werden, aber hoffentlich in einer Form, bic^bein Volksschullehrer bariu bic Vertretung gibt, bic einem Fach mann in ber Körperschaft gehört, bic über seine Anstalt inb seine Tätigkeit B.'schlicßungsrecht hat. Daß ber Pfarrer, beim, ber Bürgermeister bas bienst­liche und a u ß e r d i c n st l i ch e Verhalten des Leh­rers zu beaufsichtigen hat, ist eine Bestimmung, Die Zeichen der Altersschwäche so deutlich an sich trägt, daß in längeres Leben nicht gut zu denken ist. Die Zurück jetzung, die durch diese Bestimmung dem Lehrer und der schule zuteil wird, ist so ungeheuerlich, daß ein Fortbestehen ind Aufrechterhalten dieses Verhältnisses als undentbar -rscheint. Es würde zu weit führen, die Degradierung, )ic dadurch der Volksschule und der Lehrerbildung geschieht, .läher auszuführen. Ein bewegliches Kapitel ließe sich bar- iber schreiben, ein Stück Leidensgeschichte zugleich, das unseren Nachfahren als unmöglich erscheinen wird. Es ist erfreulich, daß auch der größte Teil der Geistlichen wenig­stens dürfen wir dies von den evangelischen behaupten zu der Erkenntnis gekommen ist, da»; sic mit dem Vorsitz im Schulvorstand ein Amt verrichten sollen, für das ihnen die Fachlenntnissc obgehen und das von Seelsorge voll­ständig abseits liegt, lcr Zwang zur llcbcrnahme des Vor­sitzes ist erfreulicherweise beseitigt, und ganze Detail bezirke haben bereits einhellig den Wunsch ausgebrückt, gerade aus seelsorgerischeu Gründen von diesem Ehrenamte entbunden zu werden.

In den Berichten mancher Polarfahrer finden sich Angaben, bei deren Lesen den Mittelenropäer ein Gruseln überläuft.

Nansen berichtet häufig von Temperaturen von 30 bis 40 Graden unter dem Nullpunkte. Einmal verzeichnete er eine Temperatur von 50 Grab Celsius unb fügt hinzu:Wir befinbcit uns alle sehr wohl dabei." Sverdrup hat gleiche Tempe­raturen verzeichnet, und diese Kälte hat den Polarsahrern wenig anhaben können. Auch in unseren Breiten hat man bei Ballon- aufftiegen sehr niedrige Temperaturen erlebt. Tie Meteorologen Süring und Ferson, die im Jahre 1901 bei einer Rekordsahrt eine Höhe von mehr als 10 000 Metern erreichten, machten emc Kälte von 40 Graden unter Null ohne Schaden durch. Merkwürdigerweise ist es nicht die absolute Kalte, die den Tod Durch Ersrieren anbroht, sondern hierbei spielen eine große Menge anderer Umstände eine Rolle. Bei ganz geringen Kältegraden fönnen ermüdete ober gar erschöpfte Menschen und solche, die unter einer heftigen Wirkung des Alkohols stehen, erfrieren, während kräftige unb gesunde Menschen durch sehr tiefe Tempe raturen überhaupt nicht geschädigt werden. Vor gerade hundert Fahren richtete bei dem Rückzüge ber französischen Truppen aus Rußland die Kälte wahre Verheerungen unter den erschöpften Mannschaften an. Larrev, ein Militärarzt Napoleons, berichtet arüber ausführlich. Damals .waren Kälte und Erschöpfung steichzeitig schuld au dem Tode vieler Menschen.Wir waren die in dem Grade niedergeschlagen und abgestumpft," schildert Janet),daß wir kaum einander mehr kannten: wir marschierten n grabestiescm Schweigen: die Sehkrait war so gesrl wacht, daß nan nur mit Mühe die Richtung, und bie Muskelkrakt so schwach, Wan kaum das Gleichgewicht halten konnte. So fielen viele bien Kameraden zu Füßen; doch sie wendeten gar nicht die .lugen nach ihnen."

Larrey selbst war infolge der Kälte unb der Erschöpfung mit Umfallen nahe. Trotzt em hat er sich aufrecht erhalten und leichz itig burcka s zuveiläsiige Beobachtungen gemacht.Der _cg von Miebzeski nach Wilna", so schreibt er weiter,war nit Leichen bedeckt. Bevor diese Unglücklichen starben, sah man hr Gesicht blaß werden und einen idiotischen Ausdruck bekommen; ie konnten kaum l'pred^n, ihre Sehkraft war geschwächt, einige aren sogar ganz blind. Manche marschierten trotz dieses Zu anbes dennoch eine Zeitlang mit, aus Kameraden oder Freunde euützt, sie wurden immer erichöpster, schwankten pus ihren Beinen wie Betrunkene, jinö zuletzt fielen sie um . . . andere wurden

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Daß in einer Körperschaft, die sich in erster Stelle mit dem Wohl und Wehe dxr Volksschule zu hefoffen hat, der Lehrer den Vorsitz übernehmen Imin, tft ein Mtndep maß der Forderung der Lehrerschaft. Sie geht allerdings weiter unb wünscht, wie bteo auch bei anbereu Berufen und Berufsvertretungen ber Fall ist, bie B cstimmung , nach ber bem Lehrer ber Vorsitz int Schul vorstanb als f elb stver stä nbIi ch z^ti üv e r tr agen ist. Die Zusammensetzung bes Schulvorst au bes ist auch resormbebürftig. Dessen Mitglieber füib int- bcbingt so zu wählen, baß bei ihnen Interesse für bie An lall, ber ipre beratenbe Tätigkeit gilt, vorausgesetzt wer beit Imin. Deshalb bürste es sich empfehlen, Vater solcher Kinber in biqc Körperschaft zu berufen, bereit Kinber auch tatsächlich bie Volksschule besuchen. Ferner müßte den Lehrern, als Vollintcressentcn, bas Recht zugestanben wer­ben, sich burch Wahl von Lehrern ober Lehrerinnen eine ihnen zufagenbe Vertretung zu schaffen. Bisher mangelt diese, unb die bestehenden Bestimmungen sind nicht hin reichend, dem Mahl- und Selbstbcstimmungsrecht der Volks- schullehrer Spielraum zu lassen. Tie Wünsche des Laudes- Lchrcrvcrcins gehen aber noch weiter. Uebcrall da, wo es sich um Volksschule und Volksschul--' l e h r c r i n t e r e s s e n handelt, wünschen sie eine entsprechende fachmännische Vertretung In allen Körperschaften, welche die Aufgabe haben, über Schule und Lehrer zu bestimmen, sollen Fachleute nicht fehlen. .Handelt es sich um Aufsicht, um Disziplinierung, um Be sörderung, um materielle und soziale Besserstellung der Vvltsschuklehrer, so sollten immer Vertreter dieses Staubes mitzuspreckwu haben, hiermit erhebt btc Lehrerschaft sichco: fein unbilliges Verlangen. Vertretung bc.r Voltsschullchre-r in, beit Kreisschultommisfionen, beni Verwaltungsgcvichls > Hofe usw. fütb deshalb Wünsche, die einer guten Begrün düng teineSwcgs ermangeln. Es ist nun einmal Tatsache, daß sich andere Stände gar zu wenig in die Unterrichts« tätigt ei t eines Volksschullehrers und seine befmibercn Ver­hältnisse versetzen können. Sicher würben weniger An­zeigen unb Verurteilungen wegen Ueberschreitung bes Züchtigungsrechtes vorllommen, wenn nur ein Mitglieb bes ßetreffenben Gerichtshofes einmal in einet Klasse bi 100 Minbcrii unterrichtet hätte. Zweifellos würbe auch weniger lieblos über beit Lchrerstanb geurteilt, toeim sich allgemein bas aufrichtige Bestreben zeigte, ber Eigenart, seiner befonberen Verhältnisse gebührenbe Rechnung zu tragen. Dies kann eigentlich nur ber Fachmann, ber Volksschullehrer, und ihn überall da vertreten zu sehen, wo über bas Wohl und Wehe ber Volksschule unb Lehroi- schäft beschlossen wirb, ist allgemein gefaßt ber lebhasto Wunsch von Hessens Volksschullchrern!

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Hr. 15 Erstes Blatt |62. Jahrgang Donnerstag, 18. Januar 1912

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