Ausgabe 
20.9.1912 Zweites Blatt
 
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solle von der Stadt beantragt werden: 1. die SDeffnung bcr Grenzen für lebendes Vieh und die 'äbänbenmg der Borsctniften über die Fleischbeschau, soweit die pcrerinärpolizeilichcn Gesichts- punkte dies -ulassen: 2. die Ermäßigung der Zölle auf Fleisch und Futtermittel: 3. die Ermäßigung der Eisenbahnsrachlen für lebendes Vieh, geschlachtetes Fleisch und Futter- mittel. Auf Anregung des sozialpolitischen Ausschusses sei außerdem erwogen worden, billige , Seefische auf dem Wochenmarktc zu verkaufen Zn einer Besprechung hätten aber die erschienenen hiesigen Fischhändler erklärt, daß für den Bezug von billigen Seefischen hier ausreichende Gelegenheit sei, auch habe der Fischkonsuni hier sehr nachgelassen. Einige Fisch­händler hätte» sich bereit erklätt, in ihren Läden billige Seefische an bestimmten Tagen zu verkaufen, wenn die Stadt die Kosten der Bekanntmachungen trage, auf dem Markt einen Fisckvcrkauf einzurichtcn, hätten sie aber abgelehnt. Nur der Fischhändler Simon sei bereit, Seefische an einem Tag in den Marktlauben zu verkaufen oder auch den Berkaus aus Rechnung der Stadt vorzunehmen. Ter sozialpolitische Ausschuß empfiehlt, einen Fischverkauf einzurichten. Schlachthofdirektor Modde ist nach Köln entsendet worden, um die dottigen Einrichtungen zur Be­kämpfung der Teuerung zu studieren. Wegen des Bezuges von Fleisch durch die Stadt soll zunächst kein Vorschlag gemacht wer­den: man will abwarten, was bei der Besprechung in Darm­stadt herauskomntt.

Stadtv. Wallenfels verweist darauf, daß verschiedene Städte mit dem Fleischbezug günstige Erfolge gehabt hätten und meint, man solle einen Versuch in dieser Richtung machen.

Stadtv. L ö be r ist der Ansicht, man solle nicht länger Watten, sondern sogleich der Sache näher treten. Der Bezug von Geftier- Aeisch empfehle sich für uns nicht, er eigne sich bloß für Groß­städte. Tagegen sei die Einfuhr von lebendem Vieh zu emp­fehlen. Durch die Schlachthausgebühren werde das Fleisch ver- teuett, hier könne die Stadt direkt helfen.

Ter Vorsitzende bemerkt, unsere Schlachtgcbührcn ver­teuerten das Fleisch nicht, da sie nicht einmal die Kosten deckten. Wenn kein Schlac^haus vorhanden sei, würden die Kosten füt die einzelnen Metzger noch höher sein.

Stadtv. Vetters ist mit den Vorschlägen des Oberbürger­meisters einverstanden. Tic Vctteuerung aller Lebensmittel sei auf die Zollpolitik zurückzuführen. Es liege eine Unterernährung weiterer Kreise vor, die sehr bedenklich sei. Er habe den Wunsch, daß die Besprechung in Darmstadt recht bald stattfinden möge. Der städttsche Fischverkauf sei früher sehr bekämpft worden, der Fischkonsum sei ja hier nicht so sehr beliebt, aber man solle den Versuch damit dennoch wieder machen. Die Schlachtgcbührcn verursachen keinen erheblichen Aufschlag auf das Fleisch.

Stadtv. .Heichelheim stellt fest, daß der Zwischenhandel an der Teuerung keine Schuld habe. Seit 10 Jahren seien die Viehpreise enorm gestiegen, aber aus anderen Ursachen. Ter Redner wünscht Auskunft darüber, ob die Darmstädter Zusammen­kunft eine Folge des Vorgehens von Butzbach sei.

Der Vorsitzende ist der Ansicht, daß der Zwischenhandel jetzt weniger verdiene als früher. Wenn er nicht vorhanden fei, werde die Fleischversorgung der Städte noch schwieriger und kost­spieliger sein wie so.

Stadtv. Friedberger führt die mißlichen Verhältnisse auf die Schuld der Reichsregierung zurück. Es sei vorauszusehen gewesen, daß nach der vorjähttgen Futtcmot das Vieh dieses Jahr knapp sein werde, aber die Regierung hätte nichts getan. Auf der Konferenz in Darmstadt solle man den Standpunkt vertreten, daß die Zollgesetzgebung geändert werden müsse, na­mentlich müßten die Futtermittelzölle beseitigt werden, die nur einzelnen Großgrundbesitzern nützc. Namentlich der vaferzoll von 3 Mark und der Maiszoll von 5 Mark müßten beseitigt werden. Das Einfuhrscheinsystem sei auch nach seiner Mbänberung ein Unglück für uns und das Fleischbeschaugesetz sei darauf zugc- schnitten, die Einfuhr zu unterbinden. Tuberkulöses Fleisch sei muh ohne die Eingeweide zu erkennen, es sei übrigens auch nicht gesundheitsschädlich, sondern nur minderwertig. Bei dem Fisch- vcrkauf solle man möglichst den kleinen Gcwerbetteibenden Rech- nung tragen. Man falte an die Alicefchule mit der Bitte heran- treten, Kurse für die Fischzubereitung einzurichtcn.

Stadtv. Urstadt führt ans, daß das Fleisch nicht von den Schlachthausgebühren und dem Zwischenhandel verteuert werde, sei richtig. Aber auch den Bauern seien keine Vorwürfe zu machen. Auch die Landwitte litten unter der allgemeinen Verteuerung aller Gebrauchsartikel und es sei ihnen, so wenig wie irgend einem Geschäftsmann, ein Vorwurf daraus zu machen, wenn sie lieber hohe als niedere Preise nehmen. Man müsse suchen, die Pro­duktionskosten bei der Viehzucht durch Abschaffung der Futter­mittelzölle, Verbilligung des Bodens usw. zu verringern.

Ter Vorsitzende stellt fest, daß in der Debatte niemand den Bauern irgend eine Schuld gegeben habe.

Stadtv. Eichenauer führt als Beweis für das Vorhanden­sein eines allgemeinen Notstandes das Vorgehen von Butzbach an, das doch in einer guten landwirtschaftlichen Gegend liege. Ter Notstand gehe bis in die Kreise des Mittelstandes und durch die fortgesetzte Vetteuerung der Lebenshaltung und die dadurch bedingten Lohnerhöhungen, werde der Absatz der Expottindustrie erschwert. ,

Bcig. Grünewald führt aus, die Verhandlungen in den einzelnen Stadtverwaltungen über die Teuerung hätten insofern Wert,, als sic den Ausoruck der allgemeinen Stimmung vcr stärkten. In der Reichsregierung wären nur Leute, die von einer Fleischtenerung für ihre Person nichts erfahren. Die Ei­lige Verhandlung fei. ein Spiegelbild davon, was im Volk über die Sache gedacht werde und diese Stimmung gehe bis in die konservative Presse herein. Ueber die Ursache der Teuerung sei man einig, sic sei in der allgemeinen Wirtschaftspolitik zu suchen. Er sei überzeugt, daß man bei der Fortsetzung dieser Politik zu einem allgemeinen Zusammenbruch kommen werde, da unsere Exportindusttic dann nicht mehr initkommen könne. Tie be­sondere Ursache der jetzigen Teuerung seien die vorjälnige Dürre ' und die Seuchen. Trotz der ?lländerungen der Einfuhrscheine sei der Effekt geblieben, daß das Ausland unser Getteidc billiger habe als wir selbst. Ein kleines Hilfsmittel ftir uns werde sein, wenn man den geplanten Fettvichrnarkt bald bekäme, wozu nach den letzten Besprechungen Aussicht sei. Mik den vorgc- schlagenen Schritten sei er einverstanden. Das Hauptabhilfe- mittel werde die Einfuhr lebenden Viehes sein. Mit dem Fisch- markt sei er einverstanden, wenn auch nicht viel damit erreicht werde.

Stadtv. Iann spricht sich ebenfalls für die Vorschläge des Oberbürgermeisters aus. Die Teuerung habe viele Ursachen, eine davon sei der Lärm in der Presse über die Teuerung. So unschuldig, wie cs hier hingeftellt worden sei, sei der Handel nicht, das sage er trotz der guten Meinung, die er von ihm habe. Man sehe z. B., daß dieses Jahr trotz der guten Getreideernte! das Brot nicht billiger werde. Er sei der Ansickh, daß man keine billigen Preise mehr bekomme, wenn auch in einiger Zeit die Viehpreise wohl nheher sinken würden.

Stadtv. Vetters bestreitet, daß durch die Preßäußerungen die Preise in die Höhe getrieben wurden. Es fei Pflicht der Presse, den Finger in die Wunde zu legen.

Stadtv. Löber bemerkt gegenüber dem Stadtv. Jann, daß der hiesige Brotpreis dem Kornpreis durchaus entspreche. Ter Zusammenschluß der MüUer sei erfolgt, um der Konkurrenz der Großnuihlen begegnen zu können.

Bcig. Grünewald teilt mit, daß der Abhaltung von Fett- viehmärklen auf dem seitherigen Zuchtviehmarkt platz keine sani­tären Bedenken cittgegenständerr. Der Markt werde aber so lange nur lokalen Ebarafter haben, als er keinen Gleisanschluß habe, lieber die Unterbringung des Zuchtviehmarktes schwebten noch Verhandlungen.

Tie Versammlung erklätt bei her Abstimmung sich einstimmig nut den Vorschlägen des sozialpolitischen Ausiämsses einver­standen.

£ttnilan Gelegenheiten.

An der Zahl der festangesteNten Lehrer an den Volks schulen iclücn Zl drei Ta nächste Ostern zwei Klassen iteugebildct werden, beut.lieft man, gleich 6 Stellen rur diesen Zeitpunkt auszuschrciben und zwar für evangelische Lehrer.

Zu dem vom 21. Oktober bis 16. November abzuhaltenden Turn kursus für Lehrerinnen soll eine Lehrerin ber höheren und erweitetten Mädchenschule entsandt werden. _ Tie Versamm­lung bewilligt die für die Lehrerin erforderlichen Stellvettretungs-- kosten.

Nach der vorliegenden HeberndM über die Einnahmen und Ausgaben des Realghmnasiums und der Oberreal- schule für 1911 ist gegen den Voranschlag ein Schulgeldern statt von 7600 Mk. entstanden. Andererseits sind^ auch rt>efentliehe Er sparnisse eingetreten, so daß ber Zuschuß der Stadt 1400 Mk. gegen den Voranschlag zurückbleiben ioird. Tie Versammlung hat gegen die Uebcrficht nichts einzuwenden.

Ein Gesuch des Stenographenvercins stolze Schrey wegen Ucbcrtapung eines Schul Zimmers für Unterrichts­zwecke wird genehmigt. Es wird ein Zimmer ira Sckntthaus an der West-Anlage abgegeben gegen eine Vergütung von 1 Mk. für Heizung und Beleuchtung und 50 Dfg. für_ die Reinigung jeden Abend. Stadtv. Petri hält diese Beiträge für ^u hoch und meint, man solle einen Untenchied im Preis zwischen Sommer und Winter machen. Die Versammlung beschließt nach dem Vorschlag des Vorsitzenden.

Städtische Arbeiten und Lieferungen.

Bei der Fernthermometeranlagc im Schlachthaus sind gegen den bewilligten Kredit 100 Mk. Mehrkosten entstanden, die be­willigt werden.

Ta die Isolierbaracke abgebrannt ist, muß sie neu- erriebtet werden. Aus Grund der Angaben des Stablv. Dr. Haberkorn wurden vom Bauamt Pläne ^gearbeitet, die 33 000 Mk. ohne hie Einrichtung erfordern würden. Tie Ba racke soll wieder in der Nähe der medizinischen Klinik errichtet werden. Stadtv. Schaff ft äbt hat Bedenken gegen den ge­wählten Bauplatz, während die Stadtv. Winn und Wallen­fels aus Ersparnisgründen für die Errichtung eines zweistöckigen Hauses sind. Stadtv. Dr. 'Ha ber körn erläutert den Bau plan und spricht sich für ein einstöckiges Gebäude aus.

Die Versammlung ist grundsätzlich mit der Errichtung der Baracke einverstanden, wegen des Platzes sollen noch Erhebungen angestellt werden.

Aus Gründen der Feuersicherheit sotten Türöffner an den Haustüren der höheren und erweiterten Mädchenschule an­gebracht werden. Tie dafür erforderlichen 200 Mk. werden be­willigt.

Wirtschaftskonzejsionßgesuche.

Die Gesuche des Nikolaus Krier ^Kolosseum) und Gustao Oester le (Steins Garten ) um Erlaubnis zum Betrieb einer Schank-, bezw. Gast und Schankwirtschaft werden befürwortet. Nicht befürwortet werden dagegen wegen Fehlens des Bedürf­nisses die Gesuche des Hch. Rusch für Kanzlei berg 5 und des Herrn Rinn für Neuenweg 28. Beide wollten Kasfeewittschaften eröffnen.

Verschiedenes.

Als ständige Vertreter für den Vorsitzenden des Bcr - sicherungsämts den Oberbürgermeister werden Beig. Keller und Gerichtsassessor Seid gewählt. Tas Versicherungs­amt soll am 1. Oktober seine Tätigkeit beginnen.

Herr Christian Reiber hat durch Herrn Wablmuth der Stadt einen Zunftbrief von 1725 zum Geschenk gemacht mit der Bestimmung, daß er im Geschichtsmuseum aufberoalyrt wird. Tie Versammlung nimmt das Geschenk an. Stadtv. Tr. Ebel hätte lieber gesehen, wenn der Zunftbrief dem städtischen Archiv über­wiesen worden wäre.

Von 15 Mitgliedern des Eisenbahnkomitees Wetzlar- Gl a d e n b a ck - B i e d e n k o p f ist ein (Schreiben eingegangen, daß sie mit Rücksicht auf die vom Beig. Grünewald in feiner öffentlichen Erklärung gegen das Komitee gebrauchten Ausfälle, es ablehnen müsse, mit BÄg. Grünewald zusammen zu arbeiten.

Auf einmütigen Antrag des Borschlagsausschusses beschließt die Versammlung einstimmig, dem Komitee zu antworten, daß die Stabt keine Veranlassung habe, in ihrer Vertretung in dem gemeinsamen Komitee eine Aenderung eintreten zu lassen. Berg. Grünewald, sowie die Stadtv. Eichenauer, Friedberger und Winn bleiben also Vertreter.

Stadtv. Winn weist auf den gefährlichen Zustand in der Rodheimer Straße hin und fordert, auf die Herstellung cinoü festen Planums für die Biebertalbahn zu dringen.

Ter Vorsitzende erkennt die Notwendigkeit einer Besse­rung an. Die Biebertalbahn weigere sich aber, in eine Höher- fegung ihres Bahnkörpers zu willigen. Außerhalb de-s bewohnten Straßenteils wolle sic cincn eigenen Bahnsteig anlegen, ver­lange aber von Kreis und Stadt Zuschüsse, was diese abgelehnt hätten.

Beig. Grünewald betont, daß dott die Anlage von Klein­pflaster nötig sei. Die Biebertalbahn habe sich bis jetzt allen mit Rücksicht auf die öffentliche Sicherheit notwendigen Maß­nahmen widersetzt und das Krcisamt sei der Kleinbahn gegen­über zu nachsichtig.

Stadtv. Simon weist darauf hin, daß der starke Verkehr, der sich durch die Verbindung zwischen Ebel- und Kliniksttaße in der Richtung des Wartweges ergeben habe, nicht ungefährlich sei. Ter Weg müsse unbedingt besser hergestellt worden.

Ter Vorsitzende sagt Untersuchung zu.

Aur Stabt unb Land.

Gießen, 20. September 1912.

"Zur An gestellten-Versicherung. DaS Fach, organ der Verbündeten kaufmännischen Vereine für weibliche Angestellte, die .Mitteilungen*, bringt in der Nummer vom 1. September einen Artikel über die wichtigsten Bestimmungen des neuen Gesetzes, die von besonderem Interesse für die weiblichen Prioatbeamtinnen sind. Allen, die sich bis jetzt noch nicht mit dem Inhalt des Gesetzes uertrant gemacht haben, bietet der Artikel die Gelegenheit, sich darüber zu orientieren, welche Rechte und Pflichten den Frauen aus der Zugehörigkeit zu den Versicherten erwachsen. Diese Kenntnis ist besonders wichtig, da in wenigen Wochen die Wahlen zu den Vertrauensmännern stattsinden, an denen sich auch die weiblichen Privatangestellten, sofern sic volljährig sind, betei­ligen müssen. Die Zeitung ist erhältlich im Geschäftslokal deS Kaufmännischen Vereins für weibliche Angestellte Gießen, Plockstraße 5 UL

** Zum Besuch der AusstellungDer Mens d)" fuhren gestern früh 8 Uhr etwa 200 Lehrer aus dem Kreise Gießen nach Darmstadt. Tie Führung hatte Kreisschulinspekkvr Professor Dr Alles übernom­men. Um Vs 11 Uhr traf man in dem Schlosse ein. Die Ausstellung fand bei den Besuelrern allgemeine Anerken­nung, nur war eS bei dem starken Andrang und infolge der beschränkten Zett nicht vollständig möglich, atte ein­zelnen Zweige in eingehender Weise zu dcsichttgen. Ilm 6 Uhr erfolgte die Heimfahrt nach Gießen. Ein S o n b c r i zug 3 Klosse zur AusstellungDer Mensch" gebt am Sonntag vormittag 8»'4 Uhr in Gießen ab, der bis Frank­furt auf allen Zmischenstativnen hält. Tie Benutzer ge­nießen außerordenlliche Fahrpreisermäßigungen: so kostet die Hin- und Rücksahri GießenDarmstadt 3.50 Mk. (sonst 6 DU.) und haben auch in der Ausstellung ermäßigte Ein­trittspreise. Auch für eine Anzahl Stationen über Meßen hinaus und der Anschlußstrecken zwischen Gießen und Frank­furt toerben Karten zu ermäßigten Preisen ausgegeben. Ern weiterer Sonberzug fahrt an bemfelben Sonntag von Lauterbach um 7^ x Uhr vormittags über Stockheim na» Darm stabt, ber ebenfalls große Ermäßigungen bietet.

Erledigt ist die Stelle eines Re allehrers an te- Oberrealschule am Stadthaus in Offenbach. Be-kch..' müßen den Gesanguntetticht erteilen können. Meldungen bei dem Präsentator, dem Fürsten zu Isenburg und Budmgk,- in Birstein einzureichen.

Kreis Schotten.

st. Schotten, 18. Sept. In bcr nachmittags abgehoben« Stadtvorstandssitzung, in der .Beig Zins er anjtdk des beurlaubten Bürgermeisters den Vorsitz führte, und die (»,. meinberäte vollzählig anwesend waren, mürben bie von ^aurä Plitt vorgeleglen Plane eines Finanzamts Neubaues gM geheißen Nach bem Voranschlag sollen bie Baukosten 40 UOl) betragen. Es würbe mit 6 gegen 3 Stimmen beschlossen, Gebäude, rote im Plan vorgesehen, direkt an die neue ^«inmitral zu Heben kommen sott. Dabei wurde darauf hingcroicfen, >af, » bic Ortsbausatzung die Bestimmung ausgenommen toerben ijnj baß bas Gelanbe gegenüber bicsem Gebäube nicht bebaut bürfe. Ferner würben die umgearbeiteten Pläne von der t». torwohnung vorgelegt und gutgeheißen. Tie Baukosten nxr- den den Betrag von 20 000 Mk nicht übersteigen Die 9tt* I wurde auf 800 Mk. jährlich festgesetzt. Das Minißeniun fcj Innern wird mit bcr Stabt einen Vertrag abschließen, das; c?» Leiter unserer Schule ber Bezug dieser Dienstwohnung zur *8^ gemacht wird. Erst wenn dieser Bettrag perfekt ist, kann m» dem Bau begonnen werden. Tie Installation ber tick irischen Beleüchtungsanlagen in ben städtischen S»?, bäuben würbe auf Grunb ber gestrigen Submission an fig hiesige Unternehmer vergeben. Mit der Gemeinde rod wurde wegen Zuführung der dortigen Ziegen tum lwngt, I Ziegenbock ein Vertrag abi-ichlossen, wonach Bctzcnwd für I Sprung 1 Mk. zahlt. Der Waldwirtschaftsplan flr I 19 13 wurde genehmigt. Es wurde beschlossen für die Frua- wehr einen Fenerlöschapparat Minimax anzujchan^ ! und im Rathause auszustellcn. Kreisscuerwchrinspektor teilt mit, baß bcr Apparat sich bei bcr Vorsührung am 5 b A' gut bewährt habe. Wegen Herstellung eines Verbindung». I roegeö von der Brücke an der Friedhosstraße | au T bic Krcisstraße nach M ichelbach sollen bie teiligten Grunbbesitzer zu einer Versammlung cingclabcn Ein Beitrag bcr Stabt ist in Aussicht gestellt. Ein | um pachtweise Ueberlassung eines Lagerplatzes wirb venaqt - Dem Volksbildungsvcrein wirb vom 1. Apttl 1912 an ein Jahresbeitrag von 20 Mk. bewilligt. Die Anlage einer elektrischen Klingel im Volksschulgcbäube zum An unb !

ber Pausen usw. wirb genehmigt. Die Arbeit sott mit der ftallation ber elektrischen Beleuchtung ausgerührt werben. Ä bic am 19. unb 20. Oktober hier Hattfinbcnbc Kreis Ackerdä,. unb Obstausstettung wirb ein Ehrenpreis von 25 Mk. bewilligt - Die Wohnungen im neuerbauten städtischen Mietbaiff sind am 1. November beziehbar und sollen deshalb zur 8rr- mictung ausgeschrieben werden. Tie Herstellung eines Zi»WG in der Stadtdienerwohnung unb eines solchen in der an (w Schneider vermieteten Wohnung wird genehmigt. Die '?l*äa sollen von bcr Bürgermeisterei vergeben werben. Mit K sicht baraur, baß bie Adottabflußröhrcn im Micthause nwt et geringem Gesäll verlegt werben Tonnten, unb bie KanalikMe bcr Lehrgassc unb kleinen Karlstraße doch nicht mehr ttw geschoben werden kann, sotten im Mitthause Klosette mit spülung eingerichtet werden. Da das neue OttSstatut ülr die Benutzung der städtischen Wasserleitun,; imom noch nicht genehmigt ist, beschließt der Stadtvorstarw, bai Äeiicr. gelb für 1912 nach bcnfelbcn Normen rote 1911 zu benchnnt unb bann in bic Maßen nach Maßgabe des alten, noch qflhic« Stahlt« cinjurcihen. Einem Hausbesitzer, ber noch mit Zahl», bes Waßergeldes für 1911 im Rückftanbe ist, soll die iw* Zuleitung abgespertt werden. Die Einwohner, die md richtung ihrer städtischen Gefättc im Rückstände bleiben, iellti I vom Bezüge des Losholzcs aus Staatswaldungen ouSgefdiWia ; werden. Ter Stadtvorstand erachtet es für eine Woiroaiöfij Feit, daß dem Stadtrechner ein Kassenschrank angcfchaftt wir? Wegen endgültiger Bestimmung ber Standorte der ektawjto'flJ Straßenlaternen soll demnächst zur Nachtzeft ein RundgaichWr 1 finden.

Starkenburg und Rheinhessen.

Bingen, 18. Septbr. Im Anschluß an 't Tagung deS Hessischen LandeSgewerbevcreinS fand hier m bei letzten beiden Tagen die Hauptversammlung deS Verband deutscher Gewerbeoereine und Handwerker-Bemm-- ungen statt. Auf der Tagesordnung standen tu a. die Shl­arbeit der Gewerbe- und Handwerkervereine an der Lehr- lingSfürsorge, insbesondere die Notwendigkeit der köwe?» lichen und sittlichen Ertüchtigung der deutschen Juger!: Berichterstatter war in Vertretung deS verhinderten Gen«:!- feldmarschalls Freiherrn von der Goltz Generalleutnait v. PannowSki. Ferner das Berechtigungswesen her gew erblichen Unterrichtsan st alten; Berichtemsr:. Hauptlehrer Schindel zu ÄllSfeld, und die Neuregelui; deS VerdingungSwesenS, Berichterstatter Verband sekretär Mahr zu Darmstadt. Die Leitung deS Verbawbck bleibt in Darmstadt.

Märkte.

fc. Wiesbaden, 19. Sept. Heu- unb S troll mark: Angesahrcn waren 19 Wagen mit Heu und Stroh. Alan iuü«* Heu 7.007,80 Mk., Stroh (Nichtstroh) 4.40tchO k. - Fruchtmarkt. Haler 00,00Ou,00 Mk. Alle« stir lOOllilw

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