Zweites Blatt
222
162. Jahrgang
tscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag».
t
gegen
die Sonderkonseren; en.
Bei
die eine Vergütung des Parteileben- darstellten
Sckndemanns batte sich die Traktion sofott überlegen
In
der
1
I
ordnung
..Berga rbei terschu tz".
I Lj’ren Bezahlung wert.
Tie Vorbespreckungen und die Vorarbeiten für das Reichslhratergeseh
richrel hat.
Tie Fleischteoernng
der Dab. sollen, ob
!
u t. Tie deutschen Maßnahmen jur CiniüKrung von Ordnung.
energisch zu protestieren. Mecrseld )löln) wendet
das einen Erker und einen Balkon vvrneht, wird gutgebnRen.
Tagegen wird ein Gesuch des F. Schmidt und Karl Küchel, die am allen Ztnnbacbcr Weg außer bald des Bdwuungsplcmes ein Gännergebaudc errichten wollen, nicht befürwortet.
Tie G a i l s ch e Tarnpiziegelci will am Lrdkauterweg außerhalb des begehenden Bebauungsplanes ihr Bureaugebäude vergrößern Tas Baugesuch wird befürwort et.
Zugestimmt wird dem Gesuch auf Errichtung änrr eim'riedrgung, das S)d). Langsdorf an die Versammlung ge*
Freitag. 20. September 1912
Rotanon-druck und Verlag der Bruhlichen Umoersnät» - Buch- und ©ttiiibnidereu 9L Lange, Gießen.
Vom Kriegsmininerium ist tryn daß eine Berüttsichligung dieser
Einige deutsche Installateur- und Tchlosserverbande haben eine Eingabe an die Versammlung geritt.rel. die Stadt möge aus die Ausführung von FnstallcNionsarbcüen verzichten. Man
die Wahl für die Tauer gesichert sei.
Hock x?anau) erklärt, daß die Leute, die die Sonderkonse« renzen einführten, letzt in unverantwortlicher und schamloser Weife gegen die Parteigenossen vorgingen. Der Redner erhalt hierfür einen Ordnungsruf.
Baron । Aachen i spricht gegen die Tod e s st r a f c, deren Verteidiger immer mehr werden Selbst Professor v. Liszt sei bei seiner Halbheit in allen Tingen kein strikter Gegner der Todes strafe. Es müsse ausgefvrottren werden, daß die staatlich kon zessionierte und bezahlte Mörderhand die Verachtung der Massen verdiene
hierauf nimmt
politische Tagesschau.
«in lleine Anfrage* des Abg. Ercherger an die Aeichsregierung
Zozialdemokratischer Parteitag.
~ Chemnitz. 19. Sept, heutigen Sitzung des sozialdemokratischen Partei- die Aussprache über den Bericht betr. die Reicks
Bio schreibt man uns ans Berlin, zu einem gemiffen r wohl beendet, doch sind noch eine große Reihe weiterer :rn zn lösen, so daß es zweifelhaft erscheinen muß, ifc Entwurf dem Reichstage nod) im nächsten Winter «gelegt werden kann. Beim Wiederzusammentritt des tetaged wird das Reicltsamt des Innern seinen Vor» itruirf einigen mit dem Tlntaterwesen vertrauten Abgeord- ttin vorlegen und ihre Gutachten einholen.
Er begründete eine lange Erklärung, in der die bekannten sozial hsmokrali'chen Forderungen betreffend Bergarbeiterschuy enthalten sind. Tann kam er auf den Besuch des Kaisers aus der Zeche Lothringen zu foredicn, die nach dem letzten großen Unalücksfall erfolgte, und behauptete, daß dem Kaiser eine falsche Tarßellung von den Urfatben des Unglücks gegeben worden sei Man habe ihm eine ganz andere Stelle als U n glücksstätte gezeigt, und die Schuld out eines oder mehrere der getöteten Opfer geschoben. Schon die Schnelligkeit der Bericht erttatning an den Waifer mußte wunder nehmen. Tie Sozial demolrane werde den Hall noch näher untersuchen. Ter Redner verlangt schließlich für bie höheren Bergbeamten. Berginspektoren usw. dieselbe Unabsetzbarkeit. wie sie die Richter besitzen.
Tie Erklärung wurde hierauf einstimmig angenommen. Es folgte der Bericht des Abgeordneten Stadthagen über die Reichstagswahlen.
Er kam bei seinen Ausführungen auf dje Vorgänge bei der Dabl des Reichstagspräsidenten zu sprechen. .Irgend eine Vcrvilickning zu übernehmen, die außerhalb der Vorschriften der Geschäftsordnung des Reichstags liegt, kann nicht Aufgabe der Sozialdemokratie sein, das wäre eine Unterwerfung unter bürgerliche Anschauungen. Wir haben keinen Zweifel darüber gelassen, daß die Fraktion in ihrer Haltung bei einem Kaiser- Hock eine Aenderung nicht eintreten lassen wird. Bei Beginn der Session war eine' kleine Ti'ierenz in der Fraktion. Es wurde ab.-r mü über -Majorität beschlossen, auf keinen Fall zu Öcic zu gehen, da dies eine Verletzung der sozialdemokratischen Äu'fafsung sein würde. Tie Frage, ob es richtiger sei, huum-
..Wenig Auimerksamken scheint im Herzen des britischen Reiches dem Fußiassen Deutschlands in China geschenkt worden zu sein, und aniclxinend fast gar keine in unteren großen selbständigen Kolonien Zuber aber ist die Zukunft Chinas und die Rolle, welche Teutfckland bei der Entwickelung von 400 Millionen der Bevölkerung der Welt spielen kann, eine Angelegenheit, welche ,eden Teil des britischen Reiches aufs lebhasteste interessiert. Besonders Australasien sollte an dieser Frage Anteil nehmen. Eine so alte kolonisierende Ration wir auch find, wir haben dock noch nickt aus gelernt, besonders wenn das Wo« „MPionnieren" in modernem Zinne gebraucht wird Wir können sehr viel lernen auS dem, was Teutsttiland ruhig und unauffällig in China
Redaktion, Spedition und Tnidetti: Bebul- stroße 7. Expedition und Vertag: bl.
Redaktion:«-^ 112. Teh-dldruAnzeigerHießen.
Ein Gesuch des K. Wehr um. am Wiesecker Weg außerhalb des Bebauungsplanes einen Neubau errichten zu können, wird abgelehni Tic Stadtv. Simon und Löb er hatten sich für das Gesuch ausgesprochen, während der Vorsitzende und Stadtv Dinn mit Rücksicht auf die dadurch entstehenden Kosten davor warmen, das bebaute Gebiet allzusehr auszudehnen.
Franz Brück will am Schiffenberger Weg vier Wohnhäuser errichten. Ter für ein Haus wegen der mangelnden Hofgröße erforderliche Ttspens wird nicht befürwortet, dagegen ist man damit einverstanden, daß ein Teil der Bauten in Fachwerk au^ geführt wird und die Häuser hinter der Fluchtlinie und nicht ganz parallel zu ihr errichtet werden.
Ein Baugesuch des Kuno Borst für die Zohannesstraße, Erker und einen Balkon vorsieht, wird gutgeheißen.
tageS wurde ...
tagswahlen fortgesetzt. Ter erste Redner Pieck (Charlottenburg meinte, daß die Hoffnungen, die man auf
das Stichwahlabkommen mit den Freisinnigen gefetzt habe, sich nicht erfüllt hätten. Die (Geheimhaltung des Abkommens ist dem Parteioorstande nicht zum Vorwurf zu machen,
in Zukunft tun. .
H e n i d) e I (Berlin) begründet einen Antrag, gegen daS Sitzenbleiben des Abgeordneten Dr L a n d s b e r g beim K a i f e r d o cl, — ' ‘ ‘ fidt schar»
Gesundheit, Svsteni und Aun'orstung sind Äcdning erzwingend Faktoren, welche in beredter Weise zu dem erwachenden China von einem Lande sprechen, löelckes ihm eine aus der Tunkelheii aufgestiegene neuweitlick. Macht ist. C h i n a b 11 rf t n i dit m e b r auf stiaulschou a l 6 auf c in en Tom in feinem Fleische, sondern als auf einen gesunden Punkt, von welchem das Gesundheit bringende Beispiel westlicher Zivilisation durch daS himmlische Reick, strahlt."
Besonders erwähnenswert ist noch, daß der Verfasser uescs Aufsatzes derselbe Herr Louis Hamilton ist, der früher den Deutschen die Fähigkeit abgesprochen hat, zu tolonü ieren.
tbwohl der Reichstag erst in neun Wochen zusammen schott jetzt von dem
wohl aber bie Dämpfung der sozialdemokratischen Stimmen in 16 Wahlkreisen. Es soll dem Vorstand kein Mißtrauensvotum erteilt werden, aber der Parteitag muß zum Ausdruck bringen, daß künftige Wahlabkommen auf derartiger Grundlage ausgeschlossen sein sollen.
P a p v e n b c i m versucht an der Hand der Vorgänge im Wahlkreise Escdwege, den er auf dem Parteitage vertritt, den Nachweis, daß das Abkommen mit den Freisinnigen, abgesehen von theoretischen Erwägungen, auch praktisch ohne Wert sei Bei der Stickwahl in Eschwege hatten 1000 Freisinnige für den Anti semiten gestimmt Trotzdem noch 24 Delegierte auf der Redner liste stehen, wird ein Schluß antrag angenommen. Scheide- m a n n führt in seinem Schlußwort aus, es seien ihm von ben Genossen aus Nordhausen Worte in de« Mund gelegt worden, die er gar nicht gebraucht habe, es habe ihm fern gelegen, Witze leien über den Namen des Genossen Cohn zu machen Tie Dampfung ist hier stark angegriffen worden, aber keiner von den Gegnern hat uns gesagt, wie wir es hätten anders und besser machen sollen Schon nach dem Jenaer Beschluß hätten wir ja für den freisinnigen Kandidaten stimmen müssen, sofern er nur die geringen, in Fcna aufgestellten Forderungen anerkannte Nehmen Sie auch keine Entschließung an, auch nicht eine solche, die dem Vorstände Anerkennung ausspricht Dir Haden nur unsere Pflicht getan. Zm Interesse der arbeitenden Klasse mußten wir so handeln, wie wir es getan haben — Gemäß dem Anträge Sckeidemann wird hierauf beschlossen, über sämtliche vorliegenden Anträge zur Tagesordnung überzugehen. Das Thema ist damit erledigt.
Es spricht hierauf £>u6 zum folgenden Punkt der Tages-
M. hat der Abg. Erzberaer (Ztr.)
Mü Rechte der ficineii Anfragen an die Regierung Ge- Mit!» gemacht und folgende Frage beim Bureau des
beschließt, das Geiuch ohne weiteres abzulehnen.
Oberbürgermeister Mecum gibt die Erklärung ab, daß das in der Ztadt umlaufende Gerücht, er habe sich um eine Stelle in Königsberg beworben, völlig aus der Luft gegriffen ist.
Baugesuche.
Mer ft eil en von Oberpostsetretärcn wahrgenommen wer- H und Postämter 1 Klasse mit einfacheren Betriebs j tt alt Nissen sollen in solche 2. Klasse umgewanhelt und ui mittleren Beamten als Postmeister besetzt werden iHrt diese Umwandlung werden wieder namhafte Gelder I1 oart. Es entsteht nun die Frage — der Reichstag wird Hbalb mit ihr beschäftigen — sind die Beamten, die in ti .ii Stellen beschäftigt werden, nicht besser zu besolden? ifj- Mehrarbeit, eine erhöhte Verantwortung ist auch einer
de „tHeiener $amil(enblätter" roerben dem .9 meiner* viermal wöchentlich beigelegt, da« Mrtlsblatt für den Kreis «fetzen" zweimal c.tzentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Mb fragen" erscheinen monatlich zweimal.
finit englische Stimme über die deutsche Kolonisationsarbeit in China.
...United Empire", das offizielle Organ des Roval eob- l tß! Institute, hat bisher der deutschen Kolonisattonsarbett iLti: gerade freundlich gegenubergestanden Um so mehr tiiini'rksamkeit verdient ein in der Leptember-?^ummer
Blattes erschienener Aufsatz „The German Eolony in Itnaa'', in dessen Eingang es folgendermaßen lautet:
Sitzung der Stadtverordneten.
Gießen, 19. September
Anwesend: Oberbürgermeister Mecum: die Beigeordneten Emmelius, Grünewald: die Stadtverordneten Dr. Ebel, Eichenauer, Faber, Friedberger. Habenicht, Dr. Haberkorn. Heichelheim. Helfrich. Helm. Huhn. Fann. Leib. Löber. Loos, Orbig. Petri, Plank, Scha,fstädt, Simon, Urstadt, Vetters, Wallenfels, Winn ~
Als Urkundspersonen werden die stadtv. Friedberger und Winn bestimmt.
Mitteilungen.
bat, wie der Vorsitzende ausfühn, selbstverständlich auch bie Stadtverwaltung beschäftigt. Sie habe sich verpflichtet gefühlt, baue, in der ersten Sitzung nach den Ferien, eine entsprechende Vorlage zu machen. Hierum ersuchen auch Eingaben des Evang. Arbeitervereins und des sozialdemokratischen Latzlvereins. Die Vcr'ammlung bat sich sckon wiederholt mü Eingaben wegen der Teuerung an die Hess. Regierung genxtnbt, aber bis jetzt niemals eine Antwort erhalten. Diesmal scheint aber auch die Regierung zu der Heber;eugung gekommen zu sein, daß sie etwas tun müsse Er könne nur wünschen, daß die von der Regierung in Aussicht genommene Besprechung baldigst stattsindc. Bei ihr
Auf die Mitteilung an die Großherzogin, daß die Stadt zn den Betriebskosten her Kinderklinik einen Fahr eszu schuß von 600 Mk. bereinigt habe, ist ein Dankschreiben eingegangen.
Bei der letzten Heeresvermehrung hat der Oberbürgermeister versucht, neben der für hier neu vorgesehenen Maschinengavehr- abteilung noch weitere neue T: ' "
i'cuc Truppenteile hierher zu bekommen, ist inzmMcn die Antwort ein gegangen, , dieser Wünsche unrnöglüh mar.
■tb- tags ein gebracht:
■: i 31t dem Herrn Reickwkanzler bekannt, daß der ehemalige Bit Haber des französischen Mittelmeergesckwaders Vizeadmiral «■fi „inet es als seine persönliche Ueberzenghng ausgesprockeu §W, ..daß England und Frankreich den Aerm elkanal mit ;-M: als englisches und französisches Gewässer aniehcn und im Siflle einer K riegSerklärung sofort den neutralen Mäck ■»io Verbot der Sdnsfohrt durch den Aermellanal bekmintgeben |K| h fe Weise wird man genau wissen, mit wem man es zu tun m ,st dies eine elementare Verteidigungsma ßnahme und ein iäjixiidhaite» Recht der Kriegführend.m".
t |. Hat her Herr Reickskanzler Anhaltspunkte, imrneroeit bieic Itel I jlferrertjt fduner sdädigendc ,persönliche Ueberzeugung" des ‘wruimlven Admirals von den Regierungen in London und ‘ B«-»- gcuiU ivirik’/ — - —
I ( Weldie Vvrbeugungs- und Ab Iv e h r m a ß n a h m e n pi rli der Herr Reichskanzler in Gemeinsdiaft mit deii in erster e.'r । interessierten neutralen Mächten gegen solche Absicksten als hü) i ii ergreifen ?
?ie kurze Antwort auf diese Anfrage erfcheint uns : er: schwierig, wir glauben, daß bie beutsche Regierung f tölier wegen der Aeusterung eines großsprecherischen jwittirals keine Sorge gemacht hat und sich auch nicht trth ii durfte Eine verantwortliche Aeußcrung eines Mi :ifin diesem Sinne würde die Sachlage allerdings ichstc erscheinen lassen. Bis setzt hat die Aeusterung des ich träte in Holland, Dänemark und Slandinavicu, den in Linie Beteiligten, keine Aufregung verursacht Es iZi zunächst Pflicht dieser Staaten, tn Paris anzullopsen ini für die 'Drohung Ansllärung zu verlangen.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesfen
weibliche (Eröerbstätigfeit.
I Fn allen Shilhirlänbc-rn ist ber Anteil derweiblichen t Z kerung am Erwerbsleben natürlich viel geringer als W Anteil ber männlichen Bevölkerui^g. Der Abstand : n den beiden Geschlechtern ist habet aber in ben rin ■ en Ländern ganz verschieden und ebcmso ber Prozentsatz, fc t on ber gesamten iveiblichen Bevölkerung auf die tf r ■ '^tätigen entfällt. Dieser Prozentsatz betragt in 2 11schlanh 30,4 igegen 61,1 Proz. Erwerbstätige in fc ntännhdim Bevölkerung, Oesterreich 42,8 (gegen W, Ungarn 2fi,7 (gegen 63,7 , Rußland 8,4 gegen l Italien 32,4 (gegen 68 , Schweiz 29.'» gegen »j, Frankreich 39 igegen 68,21, Spanien 14,2 gegen fc, Belgien 28,1 (gegen 63,8 , Holland U»,8 igegen W, Dänemark 28,1 (gegen 62,6 , Schwehen 2l gegen
, Norwegen 24 (gegen 56,1), Großbritannien ■> gegen 64,4), Bereinigte Staaten 14,3 (gegen K Proz -
J |(u ben Erwerbstätigen sinh habei alle Personen ge Mlft, hie sich bei ber betreffenden Zählung als in einem ■io:beruf tätig bezeichnet haben, einschließlich her Dienst- Kin für persönliche (häusliche) Dienste. Nicht zu ben W^erbstätigen gehören demnach, außer ben noch nicht ober i nicht mehr am Erwerbsleben Beteiligten und ben wegen « .chlichkeit Arbeitsunfähigen, auch bie Hausfranen, Rfhr keinen eigenen Beruf ansiiben, sowie bie von Bei Bei, Renten, Pensionen Lebenden Was bie außer Neulich uiehrigeu Zisseru für Rußland betrifft, so ist Sjenicrfcn, haß darin die unselbständigen erwerbstätigen HtWriflen fehlen.
August Bebel
das Wort. Er sei früher auch gegen Beteiligung an den Präfi- dentenivahlen gewesen, aber bie Feilen hätten tick geändert Was wir getan haben, das entsprach schon langjähriger Praxis Wir waren aber in der Fraktion nicht un Zweisel darüber, daß die Wahl Scheidemanns nur eine vorübergehende Erscheinung sein werde Man hat gesagt, man hätte von einer Partei von 110 Stimmen mehr erwartet, aber man darf nicht glauben, daß eine, nenn auch starke Minorität, große Taten vollbringen kann. Konferenzen habe es schon vor 40 Fohren in der Parte» gegeben. In den 80 er Fohren sand einmal eine Konferenz in her Frage der Dampfersubvention statt. Es standen da in her7 Fraktion 18 gegen 6 der Linken, zu der auch ich gehörte Die Linke hätte aber nur aus fünf bestanden, wenn der sechste seiner Herzens- imgung halte folgen dürfen. Aber der batte eine vernünftige Frau Die sagte ihm, als er nach Berlin fuhr: ^fralte dich nur an Pcbel, Bebel ist ein sehr verständiger Mann Stürmische Heiterkeit, in die Bebel selbst mit einstimmt.) Fetzt haben wir fton- serenzen feit 17 Fahren. Fch bitte Sie. einen Antrag des Genossen Sindermann anzunehmen, daß die Genossen kunstighin Sonderkonserenzen bestimmter Richtungen hin vermeiden.
Fn der dritten Stunde wurde ein Schlußantrag angenommen und Vertagung aiii morgen beschlossen, nachdem der Vorsitzende der Snmpalhie des Parteitages für die um ihr Wahlrecht kämpfenden ungarischen Arbeiter Ausdruck gegeben halte
bifhung höherer Postbeamtenstellen durch mittlere Beamte.
I Bei der Reichspost ist man zurzeit bekanntlich mit her <L4jan her Bcamtenoraanifatwn beschäftigt Ein Teil jüngeren Beamtenkräfte.der nachgeorbneken männlichen uen bei Aemtern 3. Klaffe soll durch außerhalb hcs fWvtteuverHältutsses ftchenhe weibliche Personen ersetzt irren, bie Einstellung von Anwärtern soll nur nach Bchar t Big en, hie gehobenen linket beamten sollen zum Teil mit *| hen her Assistentenllasse beschäftigt werben, bas Er • Bii wirb eine Ersparnis von Millionen sein Die 3.560 lejncorbnctcn Beamten werben burch Frauen ersetzt, 8000 enten sollen hurck gehobene Unterbcamte ersetzt werben.
I ric Ersparnis soll aber noch weiter gelten. Man beab- s ihi • t auck einige höhere Stellen mit erprobten lElttlcr cn Beamten zu besetzen So sollen bei I Mieren Aemtern später, wenn bie Klasse ber Lberpost- I Liitauten burch Besölberung ausgestorben ist, bie Fn
Eine neue internationale Arbeiterfchuhkonferen;.
Wie bie „Tägl. Rbsch" erfährt, ist zu erwarten, baß her schweizerische B u n b e s r a t bemnäckst eine Ein lahung zu einer zweiten internationalen Arbeiterschutzkonsc renz ergehen lassen wirb Die erste Kvnscrenz sand bc lanntlich im Fahre 1906 in Bern statt Sie hatte bas wichtige Ergebnis, haß bie überwiegenhe Zahl her bclci ligten Fnhnskriestaaten ein Verbot her gewerblichen Nach arbeit für Frauen ergehen ließ. Nachhem neuerbings auch Spanien hieseu Staaten beigetreten ist, bestehl nunmehr in zwöls Staaten ein Verbot her Nachtarbeit »her Frauen Nach diesem Ersolge ber ersten internationalen Arbeiter- chutzkonser» nz ist es begreiflich, haß bic Finernationale Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz bie Anregung zu einer zweiten Konferenz gegeben hat, bic sich mit einem Marimalarbeitstag für Frauen unb Fugeirdlicke besckastigen oll Der sckwrizeriscke Bunbesrat Hat her Anregung zu (fftimmt, und es ist haher zu erwarten, haß bic Einlabun jen hem nächst ergeben werben Ob bic Konferenz ben Vor diläqcn ber Fnieriiativnalet, Bereinigung, bic einen zehn- tünbigcn Arbeitstag für Frauen unh Jugenhliche bis zum volle n beten 18. Lebensjahr forhert,im nollen Umfang zustimmen wirb, steht dahin. Fn ben Kreisen ber Arbeitgeber hält man bic Altersgrenze für Jugcnb- liebe bis zum vollenheten 18. Lebensjahre vielfach als zu hock) gezogen unb nicht in Ueckereinstimmung mit unseren sonstigen Bestimmungen zum Schutze jugenblicher Arbeiter
uiqrbcn ober sitzen zu bleiben, ist mflffig Wenn man früher binausgegangen ist, so ist bas vielleidM aus Grünben ber Höi- lickkeil geschehen, weil man glaubte, bie Gefühle der andern nicht verletzen zu sollen Febenialls bfirien wir nickt bic Huldigung miimachesi, bau ist bic ausbrücklicke Ansicht ber Fraktion " Der Redner oertcibigt bann bic Ablehnung ber 650000 Mark, bic für die Zurückbehaltung von 600 Soldaten in Kiautslhou auigeforberi worben iinb. Fn Kiautfchou leben nur 1500, im ganzen übrigen China nur 8 TeutidK Wenn man sich auf ben Slanbpunki stellt, Truppen zu rntienhen, wenn Leben unb Eigen tum von Deutschen bebrobt sind, bann muß man cs auch bem Auslände gestatten, daß uidlcidn Oesterreich, Ftalien ober Ruß land ein Armeekorps nach Deutt'chland wirft, um bie unierbriidten ausländischen Arbeiier zu schützen. Tic Entsenbuna von Militär gegen streikende Arbeiter, die nur von ihrem Koalitionsrecht Gebrauch niachlen, sei eine Auslchnung gegen bic bestehenden Ge- letze, wie sie nickt schlimmer gebockt werden könne Tic Fraktion habe auf allen Gebieten bes parlamentarischen Lebens periudit, bie Fnterefsen brr Arbeiter wahrzunehmen unb werde dies auch


