hinsichtlich der Bedingungen oker Lasten gegen keine Nation eine unterschiedliche Behandlung eintreten werde. Deswegen hielten wir es für richtig, diese Einwendungen der Regierung der Vereinigten Staaten auseinanderzusetzen, damit sie berücksichtigt werden könnten, während über die Bill noch beraten wird. ,.,
London, 16. Juli. Ter australische Premierminister Fisner hat dem englischen Ztanalsekre- tär Harcourt mitgeteilt, daß Australien sich dem Protest Englands über die Panamakanalgebühren an- s ch l ieße.___
Deutsches Reich.
Der Kaiser nahm am Dienstag vormittag nach dem Gin» treffen des Feldjägers in Molde den Vorttag des Chefs-des Militärkabinetts entgegen und arbeitete dann allein. Er horte am Nachmittag einen kriegsgeschichtlichen Vortrag.
Bei den diesjährigen Kaisermanövern werden der „Z. 2" dem 4. und 19. und ein „Parseval" dem 3. und 12. Armeekorps für Aufklärungsdienste beigegeben werden. Außerdem erhält jede der beiden Parteien 10 Flieger.
Der Reichskanzler v. B e t h m a n n Hollweg begab sich zu einem kurzen Aufenthalt nach .Hohenfinow.
Wie die „Berl. Neuest. Rachr." hören, wird der nächste preußische Etat zum erstenmal Mittel zur Unterstützung der Arbeitsnachweise ländlicher Arbeiter berett- stellen In landwirtschaftlichen Kreisen hofft man, daß wenigstens 50 000 M!. für diesen Zweck in den Etat eingestellt werden.
Ter frühere langjährige deutsche Generalkonsul in New fDorf, Geh. Legationsrat Buen -, tritt in die Verwaltung der Hamburg-Amerika-Linie ein und geht als Generalrepräsentant nach New Pork. ,
Die Generalversammlung des christlichen Metallarbeiterverbandes für Deutschland, die gegenwärtig in Dortmund tagt, nahm folgende Entschlie ßung an: Die Generalversammlung nimmt Kenntnis von dem neuen aus- gebrochenen, von den Führern der Berliner Fachabteilung her- aufbeschworenen Gewerkschaftsstreit und erklärt sich mit den Protestkundgebungen des Verbandsvorstandes vom 18. Juni einverstanden. Die Generalversammlung weist die Bestrebungen, welche die Arbeiter unter religiöse Ausnahmegesetze stellen sollen, weit von sich und erklärt, daß die Verbandsangehörigen beider Konfessionen auch in Zukunft treu und fest geschlossen zu einander stehen wollen.
Der Landtag von Schwarzburg-Rudolstadt ist zum 4. September einberufen. Die sozialdemokratische Mehrheit beabsichtigt, wieder den Genossen Winter zum Präsidenten zu wählen.
Mehrere Zeitungen melden aus Wien: Ein deutscher Offizier, der an der unteren Donau an der serbischen Grenze einen Urlaubsausflug machte, wurde von Serben zum Landen gezwungen. In der Kaserne zwang man ihn, stramm zu stehen und ein serbischer Infanterist bedrohte ihn mit Ohrfeigen, wenn er nicht in dieser Stellung verharre. Eine diplomatische Intervention ist eingeleitet.
21u$lanfc.
Die deutsch! - tschechischen Ausgleichsverhandlungen, die letzthin so günstig standen, daß ein Abschluß als bevorstehend bezeichnet wurde, werden nach einer Meldung der „Bohemia" plötzlich dadurch gefährdet, daß die Tschechen volle tschechische Einsprachigkeit bei den Prager staatlichen Behörden verlangen. Der deutsche Standpunkt verlangt auch bei der Prager autonomen Stadtgemeinde die doppelsprachige Am- tierung, bei den staatlichen Behörden aber deutsche Amtssprache.
Wegen der bekannten Vorgänge im ungarischen Abgeordnetenhaus haben 73 oppositionelle Abgeordnete gegen den Präsidenten T is za und drei Polizeibeamte Strafanzeige wegen Gewalttättgkeit gegen Abgeordnete erstattet.
Auf Vorschlag des Justizministers Briand unterzeichnete der französische Präsident Falliöres einen Erlaß, durch welchen den wegen politischer oder ähnlicher Verbrechen Verurteilten der Nest der abzubüßenden Strafe erlassen wird. Unter den Begnadigten befinden sich h e r v e und eine Anzahl anderer Anti- müitarifien. Es wurde Befehl 'zur sofortigen Entlassung der Begnadigten erteilt.
Deutsche Kolonien.
Omaruru, 16. Juli. Von der Reise des Staatssekretärs Dr. Solf wird gemeldet: Am 9. Juli brach der Staatssekretär von Windhut auf, besichtigte die Kleinsiedelungen Osonas, besuchte Okahandja, Waterberg, Okan- janda, sowie die Kupferminen mtb das Hüttenwerk in Teunebs. Die Besichtigung der für die weißen und farbigen Arbeiter geschaffenen Anlagen und diejenige des Bergbetriebs selbst ergab einen sehr günstigen Eindruck von dem' gesamten Betrieb. In Grootfontein erscheinen die Aussichten des Ackerbaus als vielversprechend. Tann ging die Reise nach Omaruru. Die dortigen Ansiedler sind mit den Ackerbauversuchen, insbesondere hinsichtlich des Trockensarmsystems, zufrieden. Tie Weiterreise führt über Karibib, Usakos nach Swakopmund, von wo am 19. Juli die Abfahrt nach Kapstadt erfolgt.
Arbeiterbewegung.
Zürich, 16. Juli. Die gestern verfugte Durchsuchung des Bolkshauses führte nachts zu bedrohlichen Volks- au f täu f en, die das Aus rücken von Militär nötig machten.
Paris, 16. Juli. Der Ausschuß des Bergarbeiter- shndikats des Departements Pas de Calais beschloß unter dem Vorsitz des sozialistischen Deputierten Basly, die Bergleute in einem Aufruf auf z u f o r d e r n, keine lieber stunden mehr zu leisten. Es sei dies umso nottvendiger, da die Bergleute in diesem Kampf Disziplin bekundeten, als der Shndikatsausschuß die Absicht habe, an die mit der Prüfung des Gesetzentwurfs über den achtstündigen Arbeitstag betraute Senatskommission das Ersuchen zu richten, daß der Lohn des normalen Arbeitstages ebenso hoch bemessen werde, wie der des Ueberstun- dentages.
Die Vertreter der Bergarbeitersyndikate der Departements Pas de Calais und Nord, sowie von Anzin werden sich zu Beginn der nächsten Woche in Douai versammeln, um behufs Erlangung einer Lohnerhöhung einen gemeinsamen Schritt bet den Bergwerksgesellschaften zu unternehmen.
London, 16. Juli. Die Dockarbeiter von Liverpool beschlossen, die Arbeit morgen wieder aufzunehmen.
Aus Stafct und Land.
Gießen, 17. Juli 1912.
Lie Feldversuche des Landwirtschaftlichen Instituts ließen.
In steigendem Maße finden die Gießener Feldversuche die Beachtung der Landwirte. In jeder Woche erscheinen Vereine und viele Einzelbesucher, um sich die umfangreichen 73 Morgen umfassenden Einrichtungen anzusehen. Am 11. Juli erschienen auch unter Führung des Oberbürgermeisters Mecum die Gießener Stadtverordneten in corpore, um durch den Institutsdirektor Professor Tr. Gi-
s e v i u s und dessen Assistenten Wolff und Burr ourcy die interefsanten Versuche geleitet zu werden. An die Besichtigung schloß sich ein gemeinsames Essen an. Es war das ein schönes Zeichen persönlichen Interesses der Gießener Stadtvertretung an den Einrichtungen der Unioerfität, wie das auch bei den Tischreden zum Ausdruck gebracht wurde. Am Samstag, 13. d. M., waren mehrere hundert Landwirte und andere Besucher auf dem Versuchsfelds erschienen. Unter ariderem traf der Verein früherer Friedberger Landwirtschastsschüler unter Führung des Landtagsabgeordneten Fenchel-Oberhörgern und der Verein früherer Hof-Geisberaer Landwirtschaftsschüler unter Führung des Direktors Jauchen ein. Ferner hatten sich auch die Herren der Kulturinspettion Friedbe.-g und der Kultur- inspektion Gießen eingefunden. Tie elettrifche Bahn erleichtert den Besuch der Versuchsfelder außerordentlich, so daß die Besichtigung sich auch bei der großen Zahl der am Samstag erschienenen Besucher ohne jede Schwierigkeit abwickelte. Tie Versuche erregen allgemein großes Interesse. Es sind allein in den Sortenanbauversuchen an Winter- weizen 29 Sorten, Sommerweizen 13 Sorten, Roggen 13 Sorten, Wintergerste 2 Sorten, Sommergerste 18 Sorten, Hafer 19 Sorten, Erbsen und Wicken 10 Sorten, an Kartoffeln 129 Sorten (fast durchweg ganz neue Züchtungen der bekanntesten Züchter), Rüben, Möhren, Kohlrüben und Wasserrüben 21 Sorten untergebracht. Dazu kommt ein permanenter Düngungsversuch mit 320 Parzellen, Gräser- anbauversuche, Züchtungsversuche und vieles andere. Die Zahl der einzelnen Parzellen stellt sich aus ungefähr 1500. Ein gedruckter Führer erleichtert die Besichtigung sehr. In nächster Zeit siiid weitere Vereine angemeldet. Auch das Gießener Institut wird viel besichtigt. Es ist erfreulich, daß die Gießener Forschungs-Einrichtungen so zahlreiche Besucher finden.
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• • Lehrerpersonalien. Der Großherzog hat dem Lehrer an der Volksschule zu Darmstadt Karl Fölsing aus Anlaß seines 50jährigen Dienlljubiläums die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß- mutigen verliehen. — Uebertragen wurde dem Lehrer Jak. Scior zu Nieder-Kainsbach eine Lehrerslelle an der Gemcindeschule zu Zwingenberg. — Erledigt i|t eine mit einem cvang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu WeiterS- h a i n.
'* Regierungsassessor. Durch Entschließung des Ministeriums deS Innern wurde der Referendar Karl Wittmer zu Darmstadt zum Regierungsasfesfor ernannt.
* • Gießener Stadttheater: Die lustige Witwe. Die gestrige Lperettenvorstellung gewann durch die Mitwir- kung der Hofopernsängerin Margarete Beling-Schäfer vont Großh. Hof- und Nationaltheatcr in Mannheim eine besondere Anziehungskraft, und das verhältnismäßig gut beuchte Haus bereitete der liebenswürdigen Künstlerin nicht nur einen freudigen Empfang, sondern auch einen warmherzigen Abschied. Frau Beling-Schäfer, die die lustige Witwe mit all dem bezaubernden Scharm umkleidete, den eine schöne, junge, lebensfrohe Frau cmsslrahlt, verfügt über eine außerordentlich sympathische, sehr tragfähige und geschmeidige Stimme, die das Orchester und ihre Begleitung scheinbar mühelos übertönte und sieghaft emporstieg. Die Lieder trug sie glänzend vor, und auch ihr Spiel war von entzückender Lebendigkeit und Echtheit. Dieben ihr hatten die andern Darsteller, die sich unter der Regie deS Herrn Norden vereinten, einen schwierigen Stand. Sehr niedlich iuar Fräulein Alma Walle als Balencienne, lieb, kokett und eifersüchtig. Herr Kurt Harden war ein ganz netter Danilo. Der Stimme fehlte aber wohl der nötige Umfang und die nötige Kraft. Herr Otto Beer als Rosillon schien etwas überanstrengt, brachte aber trotzdem einzelne Stellen zu sehr schöner Wirkung. Herr Norden spielte den Mirko Zeta wieder äußerst humorvoll und auch sein Faktotum, der Kanzlist Ujegus, war von lustigster Wirkung. Die übrigen Mitwirkenden sowie der Chor und das Orchester unter Herrn Nöhrens Leitung taten ihre Schuldigkeit vollauf. Die Bühnenbilder waren recht geschmackvoll.
* * Eina kad. Turn- und Sportfest inDarm- stad t. Kommenden Sonntag, 21. d. M., findet in Darmstadt das erste a f ab. Turn- und Sportfest statt. Die Darmstädter Hochschule hat dazu ihre Gießener Schwesteranstalt und die Heidelberger Universität eingc- laden. Das Protektorat hat der Großherzoa übernommen. Diesmal werden nur Eichen kränze und Diplome verliehen; auch der Großherzog hat einen Zvranz für einen Eilbotenlauf der zwei hessischen Hochschulen (je 5 Mann über 500 Meten gestiftet. Vom nächsten Wettkampf an — der wohl nächstes Jahr bei uns stattfinden wird — werden künstlerische Wauoerpreise vergeben, deren ersten unser Großherzog selbst gestiftet hat. Damit hat der Großherzog sein lebhaftes Interesse an der Bewegung zur Förderung der Leibesübungen tunbgegeben, die sich jetzt überall an deutschen Hochschulen mit erneuter Kraft zeigt. Ueberall entstehen Ausschüsse, neue Verbände, werden Wettkämpfe und große Olympien abgehalten. Besonders auch unsere Nachbaruniversität Marburg tut viel für Turnen und Sport. Wir in Gießen müssen noch viel, sehr viel tun, um da auch nur eHiigermaßen den Anforderungen der Neuzeit cntgegenzukommeu. Unsere Akademiker hoben wohl Lust au 'Turnen und Sport. Aber es wird dafür auf unseren hessischen Mittelscl)-ulen noch lange nicht das getan, was anderswo getan wird, und unsere Hochschule besitzt nicht die Mittel, um die nötigen Einrichtungen schon zu treffen. Zu den Wettkämpfen haben sich über 30 Herren von hier gemeldet; besonders zahlreich sind dabei auch die Burschenschaften vertreten. Das ist angesichts der kurzen Vorbereitungszeit ein gutes Ergebnis. Es wird geturnt und sportlich gekämpft. Die Meldungen sind so zahlreich, daß vermutlich der ganze Tag besetzt ist. Am Vorabend wird Dr. meb. Mallwitz - Dresden, ein eifriger Förderer des Sports an den Hochschulen, einen Vortrag halten; den Schluß des kleinen Festes bildet ein Kommers, zu dem die Darmstädter Stttdenten einluden. Dozenten und Studenten von hier werden unsere Wettkämpfer geleiten; mögen diese zahlreiche Kränze mit hei mb ring en!
" Verhaftet wurde gestern abend ein Handwerksbursche, der in Wetzlar sich eines Diebstahls schuldig gemacht und die gestohlenen Gegenstände hier verkaufte.
• • Wagen Unfall. Einem Fuhrmann gingen gestern vormittag am Wetzlarer Weg die Pferde mit Wagen durch. An der Ecke Klinikstraße rannten sie gegen eine Straßenlaterne, die umgcrissen wurde und konnten bann eingehalten werden.
Landkreis lSteßen.
X Garbenteich, 16. Juli. Das Gustavs Adolf-Fe« des Gießener Zweigvereins nahm am Sonina.? in un- ferer Gemeinde den schämten Verlauf. Um 3 Uhr zog btc (ge* meinde unter den Klängen des Klein-Lindener Posaunenchors auf den schattigen Festplatz, der mit Sitzplätzen reichlich versehen war. Tort hielt die Festpredtgt, uoer Avostelgeich^ 4, 20 Pfarrer Germer- Bingen, der in eindringlichen kl orten zur Arbeit für die Glaubensgenossen in der Dasoora auifordcrte. Ihm folgte der interessante Rechenschaftsbericht von ~tc. 'artet Gombel-Reiskirwen. — In der Nachversammlung wrach m tadenher volkstümlicher Art, mit vorzüglichen Beispielen illustriert, J' Pfarrer Groth- Rödgen über die Liebe, welche die Guüav Adolf- . Sache bedürfe und erfahre und Pfarrer Brau nl in Trais-Hov-M loff über seine frühere Diasooragemeinde in Viertlhetm. cunt Schluß brachte noch Dekan Kirchenrat-S t r a ck die Grüne des Hauptvereinsvorstandes und gab seiner Freude und Dank Ausdruck über den zahlreichen Besuch des wohlgelitngenen Festes, ^eit 26 Jahren war hier kein solches kirchliches Fest und die Gemeinde kann stolz auf diesen Tag sein, der an 90 Mark Kollekte und einen großen Erlös von Postkarten und Schriften der Gupav- Adolf--Sack^ eingebracht hat.
= Großen-Buseck, 16. Juli. Der Gesang, verein „Germania" hielt am Sonntag bei Gastwirt Koch eine gut besuchte Gesangsunterhaltung ab Es wurden schwere Kunstchöre, sowie Voltslieber recht ausbrucks- voll zum Vortrag gebracht. Auch bas Quartett trug zwei Lieder sauber und stimmungsvoll vor. Der Verein steht unter der Leitung des Herrn K. Nicolai.
--Steinberg, 16. Juli. Ter Gesangverein „I u g c n b- freund" beschloß in seiner letzten Hauptversammlung, nächstes Jahr sein 2 5 j ä b r i g c 3 Jubiläum durch ein pest sh begehen. Da der Verein schon mehrere Gesangswettstreite beiuchle, beschloß er, das Fest mit einem Gesangswettstreit zu verbinden. Als Festtage wurden voraussichtlich Der 7., 8. und 9 Juni 1913 in Aussicht genommen. Ter Verein steht schon fünfvel)it Jahre unter der Leitung des Dirigenten Harnisch.
= Lollar, 17. Juli. Am Donnerstag, 18. Juli, abends 8 Uhr, findet eine öffentliche Gem einde r ats- sitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Einspruch gegen das Ortsstatut der Gemeinde Lollar über den Bezug von L i ch t u n d K r a s t. 2. Antrag der hiesigen Gewerbetreibenden betr. ben Anschluß der Lampen an die Mraft- zähler. 3. Die Abfahrten nach der Kreisstraße. 4. Dio Umänderung an den Eiggangstüren im hiesig eit Schulhause. 5. Angebot des B. Nuhn auf Fichtenstammholz.
O Treis a. Lda., 15. Juli. Am 20. Januar d. I. hatte, wie damals in unserem Blatte berichtet, der lljähriae Schüler Heinrich B r ö nt e r hier den 10jährigen Heinrich Will, der beim Schlittschuhlaufen eingebrochen war, unter eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens gerettet. Als Anerkennung für seine mutige Tat ist ihm kürzlich im Auftrag des Minstlermms des Innern vom Kreisamt Gießen eine silberne Uhr ntu eingravierter Widmung überreicht worden. — Die Anmeldungen zur Abnahme von elektrischem Licht laufen hier, wie wir hören, sehr spärlich ein. Schuld Daran ist u. a. die Unkenntnis, der Leute über die Kosten der Anlage und des jährlicheit Verbrauchs an Licht und Kraft. Ein nach allen Seiten hin auf klärender ^Vortrag eines Fachmannes wäre daher soivohl im Interesse der Stadt Gießen wie in dem der Landbewohner nötig und erwünscht. — Unsere vor mehreren Jahren erbaute Wasserleitung hat am Sonntag nachmittag, wie auch einmal im vorigen Jahre, versagt. Von 1 Uhr ab hatten die höher gelegenen Teile des Dorfes l ein Wasser mehr, das erst aegen Abend wieder lief. Tie Ursache des Wassermangels scheint aber nicht in dem Nachlassen der Quellen zu liegen, sondern in einer unberechtigten, übermäßigen Entnahme von Wasser aus der Leitung seitens einzelner Ein- wohner in Der Nacht vom Samstag zum Sonntag, zwecks Bewässerung der Hausgärten. Es ist Vorsorge getroffen, einer Wiederholung dieses Unfuges vorzubeugen.
-- G r ü n b e r g , 16. Juli. Ter in der Schlosserei von Heinrich Schmidt hier beschäftigte Schlosser Heinrich Amend aus Treis an der Lumda hat ein reizendes Kunftwerk aus S ch m i e b e e i s e n h e r g e ft e l l t. Es handelt sich um einen dreiarmigen Leuchter. In ihm ist die Wiedererwachung Barbarossas ober die Wiederaufrichtung des Teutschen Reiches vm'innbtld- icht. In der Mitte des sauber gearbeiteten, Kunstwerkes sieht man eine romanische Halle, in der sich ein geschmiedeter Thront essel befindet. An diesen gelehnt, steht Barbarossa. Ihn in den Rahmen des ganzen zu passen, mußte die Gestalt ziemlich klein gearbeitet werden. Trotzdem ist sie aber täuschend ähnlich. Der Bart ist durch den Tisch gewachsen, wie es die Sage kündet. Barbarosse stützt sich auf sein Kaiserschwert und ballt zürnend die Fäuste. Aus der Kuppel der Halle entspringt ein Stab und hebt stolz nach oben; er soll erinnern an das Preußen vor 1870/71. Aus ihm streben drei Lichterhalter nach der Sdite. Sie tragen die Kerzen, versehen also die Hauptaufgabe de» Leuchters. Deshalb sollen sie auch an die drei Paladine Kaiser Wilhelms erinnern. Die Einigung Deutschlands ist dargestellt durch 24 Stäbchen, die im Kreise eng verbunden die Spitze des Preußenstammes krönen. Aus dem starken preußischen Stamme, verbunden mit den Stäbchen, die die Bundesstaaten vorstellen sollen, schwebt kühn der deutsche Reicl>sadler empor, das Sinnbild oes neuen deutschen Reiches. Der Leuchter wird getragen von einem dreiteiligen Fuß. Um jeden dieser Teile ringelt sich eine Schlange. Diese, das Symbol der Falschheit, sollen darstellen, wie auch jetzt wieder die Fundamente unseres lieben Vaterlandes unter* wühlt werden sollen durch die Bosheit seiner Feinde und Neider; aber wie das eiserne Kunstwerk ruhig und sicher dasteht, so spottet auch unser mächtiges geeintes Vaterland jeder Tücke um» fremdem Frevelmut.
•< ©rünberq, 16. Juli. Bei der gestern hier vorgenommenen Ersatzwahl zum Gern ein de rat für die auSgeschiedencn Mitglieder Bürgermeister Ranft und den verstorbenen H. K. Zimmer, wurden die vom Bürgerverein ausgestellten Kandidaten, Kaufmann Christoph SchweiSguth und Bäckermeister Georg Fulda t, gewählt.
Kreis Lauterbach.
—r. Lauterbach, 16. Juli. In der heutigen öffentlichen Gemeinderatssitzung wurde beschlossen ein technisches Projekt ausarbeiten zu lassen, welches die Masse r- kraft der von der Stadt angekauften und für Müllerei- zwecke sttllgelegten Spittelsmühle insofern nutzbar machen soll, als die Nachtlampen der städtischen Straßenbelcuchtting burd> eine einzubauende Turbine gespeist werden sotten. Dadurch hofft man die städtische Akkumulatorenbatterie zu entlasten und auch eine angemessene Verzinsung des Ankaufsunternehmens, das im übrigen für städtische Zwecke benutzt werden soll, herbeizusühren. — Durch die Kanalisation ist die Neupflasterung verschiedener Straßen und Plätze der Stadt nötig geworden. Der Anfang soll mit den zusammenhängenden Sttamm Unrcrtor, Hintergaste, Friedensplatz gemacht iverden. Um die Linde soll eine kleine gärtnerische Anlage geschaffen werden. Dn der Gelegenheit hörte die Versammlung auch von einem von maßgebender Seite gemachten Vorschlag, die eine Seite des Marktplatzes idem Rathaus gegenüber) bei Neupflasterung des Platzes mit breitem Fußsteig und schattenspendenden Alleebäumen m versehen. — Der Wirtschaftsplan für 1913 der städtischen Waldungen, welche 150 Hektar Anpflanzungen umfassen, fiebt an Holzfällung 450 Festmeter vor und stellt für Neu und Nachpilanzungen, Wegeverbesserungen usw. 1921 Mark ein — Dem hiesigen nengegrfmbeten Badeverein (Freibad- werde« 150 Mark jährliche fortlaufende Unterstützung bewilligt. — Ene Verlegung des alten Viehmarktes nach dem neugewonnenen Gelände am See (Schweinemarkt) war früher t« Erwägung gezogen. Nachdem aber von maßgebender Stelle Be« denken hiergegen geäußert (man bezeichnet das in Aussicht genommene Gelände als zu klein) und um den für Lauterbach w Aussicht genommenen Jungviehmärkten keine Schwierigkeiten »u


