162. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 90
Erscheint tSgTtch mit Ausnahme ort VonnlagL.
MUS
n
ckzlrahe
in Friedb3r ^Wiesbaden', nlinclifn ’
ig der Großmächte.
. April. Um 11 Uhr begaben Hte in das Ministerium des
Kon stantin op ej? sich die Vertreter der
Mittwoch. 17. April 1912
HtUttonibTud and Verla- der vrühl'schen Untterfitöie - Bud)- und 6teinbru<f«el 91 Lange, Ließen.
Die „Oiehener LamiliendlSNer" werden dem „Anzeiger^ viermal wöchentlich beigdegt, da« „Kreliblatl für den Kreis «letzen" iroeimal wöchentlich. Die ..Landwirtichaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich iroctmaL
Vermiscbter.
* Eisenbahnu n sali. Aus Neustadt a. d. H. wird uns unterrn 16. April amtlich gemeldet: In Station Weidenthal ist heute nacht 1.20 Uhr der Güterzug 2276 Neustadt-Kaiserslautern durch Uebersahren des Ausfahrtsignals und Aufschneiden der Weiche 2 a in das Gleis Naiserslautern-Neustadt geleitet worden und in diesem! Gleis mit dem in der Einfahrt begriffenen Zuge 2281 Lokomotive auf Lokomotive zusammengestoßen. Verletzt sind Zugführer Taane aus Kaiserslautern (Quetschung am Gesäß), Wagenwärter Weber aus Kaiserslautern (beide Beine ab ged rückt.. Lokomotivführer Werner aus Kaiserslautern erlitt Verletzungen am Kopf. Ter Materialschaden ist bedeutend. Beide Gleise sind gesperrt. Tie direkten Züge werden umgeleitet. T^r Ortsverkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten.
* Tie Opfer der Seglerkatastrophe auf dem Chiemsee vom 5. April, der junge Freiherr v. F e r st I aus Wien und die 18jährige Anna Roubaud aus München
fltebaftton, Expedition unb Druckerei: Schul- stratze 7. Expebmon unb Verlag; fcaefr oL 9kbattwn:eeB112. Det.-Abr^Anzerger«le»en.
Wir haben uns dafür interessiert, wie es demgegenüber mit den Schulden der hessischen Städte steht. Wir legen die Zahlen des Rechnungsjahres 1909 zugrunde. Mainz hatte damals 42 734 230 Mk. Schulden, Darmstadt 40864 435 Mk., Offenbach 27 725 380 Mk., Worms 25 774 096 Mark und Gießen 15184 747 Mk. Auf die Kopfzahl der Einwohnerschaft berechnet, ergeben sich für Worms 565 Mk. Schulden, Gießen 498 Mk., Darmstadt 475 Mk., Offenbach 396 Mk. und Mainz 390 Mk. Demgegenüber ist in Betracht zu ziehen, daß die hessischen Städte durchweg ein ziemlich beträchtliches Vermögen besitzen, das durchschnittlich im Jahre 1909 den Schuldcnstand um etwa die Hälfte übersteigt. Am günstigsten ist in dieser Beziehung Worms gestellt gewesen, dessen Schulden nur rund 60 Proz. des Vermögens betrugen. Fragt man allerbingsnach den sogenannten werbenden Anlagen, so stehen Darmstadt und Gießen am günstigsten, da beide Städte neben den städtischen Werken noch große ertragreiche Waldungen besitzen, die einen wertvollen Bestandteil des städtischen Vermögens bilden. Immerhin sollte die steigende Tendenz bei den städtischen Schulden — Gießen hatte z. B. im Jahre 1911 seinen Schuldenstand um weitere zwei Millionen auf 17 545 266 Mk. vermehr und nimmt in diesem Jahre eine neue Anleihe auf — eine Mahnung sein, daß die finanzielle Kraft der Städte und damit der Einwohnerschaft nicht zu sehr angespannt wird. Auch der Staat sollte in seinem Bestreben, im Interesse seiner eigenen Finauzwirtschaft die Städte zu größeren Leistungen heranzuziehen, nicht zu weit gehen, damit nicht schließlich wohlhabende Leute durch zu hohe Gemeindesteuern vom Zuzug nach -den hessischen Städten und damit 'von Hessen überhaupt abgelenkt werden. Von diesem Gesichtspunkt aus verdienen die Deckungsvorschläge der Regierung zur Beamtenbesoldungsvorlage ganz besondere Beachtung, da in ihnen unter dem Vorgeben, das Beitragsverhältnis der Kosten der höheren Schulen einheitlich zu regeln, den Städten ganz erhebliche dauernde Mehraufwendungen zugemutet werden.
(Ein amtlicher Dementi für den Abg. Haußmann.
Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:
„In eigener Sache! Der Abgeordnete Haußmann hat in zwei verschiedenen Artikeln, einmal in der Zeitschrift „Mä.rz" vom 6. Mai, das anbere Mal in der „Frankfurter Zeitung" vom 15. April, die Behauptung aufgestellt, daß das Reick)smarineamt in dem hochoffiziösen historischen Aufsatz der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" vom 1. Oktober 1911 die eigenen Verdienste und insbesondere die des Großadmirals v. T i r p i tz um die Propagierung des Flottengedankens in das wahre Licht gestellt und „gerühmt" habe. Temgegenüber halten wir uns für verpflichtet, festzustellen, daß der in Frage stehende Artikel weder im Reichsmarineamt verfaßt, noch von dort angeregt, noch vor der Drucklegung irgendeiner Stelle der Marinebehörde vorgeleg^st hat."
Stätte Qis Schuldcnmacher.
Die „Deutsche volkswirlsch. Korresp." schreibt:
„Es ist gewiß nicht unbedingt nötig, daß aufblühendc städtische Gemeinwesen von vornherein mit ungeheuren Schuldenlasten beladen werden müssen. Jm^industriellen unb kaufmännischen Leben wenigstens sind Schulden kern Vorzug, im privaten. Leben allerdings noch weniger. Aber anders ist es, so scheint es, bei unferen jungen und jüngsten Großstädten. Tas soeben erschienene, ganz vortreffliche Statistische Jahrbuch für den Preußischen Staat für 1911 enthält eine sehr lehrreiche, aber auch sehr betrübende Zusammenstellung der Steuern und Schulden der preußischen Städte und Landgemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern. Je größer und zukunftsreicher die Städte, je größer die Schuldenlast, das ist der Sinn dieser tabellar.- schen Zusammenstellung. An der Spitze dieser Schuldcn- slädte marschiert Charlotten bürg. Die einst als reich berufene kommune hatte am 31. März 1911 nicht weniger als 136 Mill. Mk. langfristige Anleihen, fast 12 Mill. Mk. Hypotheken- und Grundschulden und 1 Mill. Mk vorübergehend aufgenommene Darlehen. Aus den Kops jedes Einwohners von Charlottenburg, die Säuglinge mit einbegriffen, kamen somit 514 Mk. Schulden! Das frühere große Vermögen der Stadt in Terrains ist zusammengeschmolzen, die Grundstücke für städtische Zwecke unter Schuldenauf- iiahme zum größten Teil bebaut, und niemand hört davon, daß ein Steuerzahler jemals erheblichen dbutzen aus dem Stadtvermögen zieht. Charlot cnbucgs Nachbarstadt, Wilmersdorf, eine ganz junge Kommune, scheint ihren Ruhm darin zu setzen, im Geldborgen noch überlegen zu sein. Tie früher recht wohlhabende Dorfgemeinde wurde 1907 zur Stadt erhoben und hat es bereits auf 32,7 Mill. Mark langfristige Anleihen, auf 10,4 Mill. Mk. Hypotheken- iinb Grundschulden und auf 5 Mill. Mk. vorübergehend aufgenommene Darlehen, d. h. richtige Pumpschulden ge bracht. Jeder Milmersdorfer Einwohner, die Säuglinge wieder mit einbegriffen, verdankt es feiner Stadtverwal hing, wenn er mit 400 Mk. Schulden belastet ist. Das Vermögen dieser Stadt ist verhältnismäßig ganz gering, aber in Luxusaufwendungen, Repräsentationsbauten und sozialpolitischen Firlefanzereien wetteifert es mit feiner Nachbarstadt Charlottenburg, die trotz ihrer erbärmlichen Finanzlage vor Jahr und Tag nahezu daran war, cm jo gewagtes Projekt wie die kommunale Arbeitslosenversicherung einzuführen."
»losseam
Karl Ohm. Tel.645 Mb Dicnstaa.
16. April IM*-
‘Walnuß
K?Ähoch
!NK
Hessen-Nassau.
w Marburg, 16. April. Der langjährige Direktor dec Landwirtschaftlichen Winterschule, Königl. Oekonoinierat Dr. phil. Rudolf Hesse, ist heute im Alter von 68 Jahren g e ft o r b e n.
fc. Vom Taunus, 16 April. Eine Straßen- verleguna, die besonders für den Automobilver- kehr von Bedeutung ist, hat zwischen Neuhof im Untertaunuskreis und dem Jagdschloß Platte im Zuge der Wiesbaden-Limburger Bezirksstraße stattgefunden. .Hier wurde eine verkehrsbelästigende und für den Automobilverkehr gefährliche starke Steigung mit unübersichtlichen Gegen- kurven beseitigt. Die Kosten betrugen 4000 Mk.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhejsen
.Kugelstoßen (30 Pfund), Wettlaufen (100 Meter) und eine Frei Übung.
Kreis Lauterbach.
~ Lauterbach, 16. April. Die im Januar d. I. hier verstorbene Frau Dr. Julie C a l m b e r a Witwe hat die gesamte Bibliothek ihres verstorbenen Mannes, der zuletzt Seminardirektor in Küßnacht (Schweiz) war und früher eine Privatschule in Schlitz leitete, der Bol k s - bücherei des Kreises Lauterbach testamentarisch vermacht. Diese über 600 Bände umfassende Bibliothek wurde in einem besonderen Zimmer des hiesigen Kreis- amtsgebäudes untergebracht und wird zur Erinnerung an die Erblasserin den Namen „Gftimbcr$büd)erei" führen Für die Volksbücherei nicht geeignete Bücher wurden auf besonderen, in einem späteren Nachtrag geäußerten Wunsch der Erblasserin, den Lehrerbib irthcken d.r höheren Bürgerschule und der Volksschule hier überwiesen. Die seither im Volksschulgebäude untergebrachte Volisbibliothel wird ebenfalls in dem Kreisamtsgebäude untergebracht und gemeinsam mit der Calmbergbücherei, über die demnächst eine Veröffentlichung der einzelnen Bände erfolgen wird, verwaltet, und an besonder en noch festzusetzenden Tagen zur Ausgabe gelangen.
Starkenburg und Rheinhessen.
-- M ain z, 15. April. Im hiesigen K r c m at o r inm fanden im 1. Vierteljahr 145 Einäscherungen statt, gegen 114 im Vorjahre, llutcr den Eingeäscherteu waren 82 männliche und 63 weibliche Personen. Der Religion nach waren 113 evangelisch, 22 katholisch, 2 sreichristtich, 5 israelitisch, 1 Mennonit und 2 Dissident.
ch. Bingen, 15. April. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten-Versanimlung wurde dec städtische Voranschlag, der mit 1 314 780,70 Mk. gegenüber 1096 574 Mk. 69 Psg im Jahre 1911 abschließt, mit geringfügigen Abänderungen genehmigt. Die Betriebsrechnung erfordert die Summe von 1 008 600,70 Mk. und die Vermögensrechnung 306 180 Plack.
Ans StaOt und Caitö*
Gießen, 17. April 1912.
•• Eisenbahnpersonalien. Der Eisenbahnassistent Ludwig Weisbrod, bisher in Bad EmS, der auch hier mehrere Jahre in der Fahrkartenausgabe tätig war, wurde zum Bahnhofsvorsteher ernannt unb ihm der Rangierbahnhof Bebra zur Verwaltung übertragen.
•• Ruhestandsversetzung. Der Großherzo g hat dem Revierpolizeikommisiär Li st mann bei dem Polizeiamt Darmstadt aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhe- stand die Goldene Verdienstmedaille des Ludewigs-Ordens verliehen.
** Preisgekrönte Hundezüchter. Auf einer in Heidelberg abgehaltenen internationalen Hundeausstellung in Verbindung mit Spezialausstellung für Deutsche Schäferhunde erhielt Rechtsanwalt H o m b e r g e r hier für seine deutschen Schäferhunde neben der besten Zuchtbewertung „Vorzüglich" drei Ente, einen Zweiten, drei Dritte unb einen Ehrenpreis. Bei dieser Gelegenheit sei auf die hier am 28. April auf der Liebigshöhe stattfindende allgemeine Ausstellung für Hunde aller R ässe n aufmerksam gemacht, die der Verein Hunbesport für Gießen und Umgegend veranstaltet. Es sind schon zahlreiche Anmeldungen eingelaufen, an denen aber merkwürdigerweise Gießen und Umgegend nur schwach beteiligt sind, es sollte doch keiner versäumen, bei den guten 4lussichten auf Preise noch schleunigst zu melden. Der Meldeschluß läuft am Freitag ab. Anmeldungen müssen also spätestens an diesem Tage zur Post. Anmeldungen sind zu richten an Herrn Wilhelm Hornberger in Gießen, Seltersweg 52, bei dem auch Anmeldeformulare zu beziehen sind.
Landkreis Gießen.
|| Heuchel heim, 15. April. Für Sonntag, 28. April, haben die vier hiesigen Gesangvereine, Germania, Lieder- kranz, Teutonia und die GesangSabteilung des Arbetter- BildnngSvereins, ein gemütliches Zusammensein im Saale des Slugust Rinn geplant. Tie einzelnen Vereine werden abwechselnd Chöre vortragen unb ihre Leistungen dabei gegenseitig vergleichen.
--- D a u b r i n g e n, 17. April. Ter Turnverein Daub- ringen, gegründet 1895, ist immer ein strebendes Glied im Gau Dessen gewesen, nicht nur im Gau, sondern auch auf größeren Bergfesten, wie Feldberg, Spiechern, Röhn usw., wurden Turner geschiäi, die immer mit gutem Siege zurückgelehrt sind. In diesem Jahre ist dem Turnverein Daubringen das 2. Bezirkstumen des 2. Bezirks für den 2. Juni übertragen worden. Am Sonntag war der 2. Bezirksturnwart Schüler von Wetzlar frier, um die Vorbereitungen des Wetturnens zu besprechen. Die hinter dem Turnlokal gelegene schöne Wiese ist als Fest- unb Turnplatz sehr geeignet. Ausschüsse haben mit ben Vorarbeiten für bas Fest begonnen. Am Samstag abenb wirb es durch Konzert, Gesang .'Gesangverein Eintracht!, 'Damenreigen und turnerische Aufführungen beginnen. Das Turnlokal mit der Turnstätte liegt mitten im Dorfe und ist nur 5 Minuten vom Bahnhof entfernt. Tie turnerischen Hebungen werden eine große Anzahl Turner in unsere Mauern bringen. Geturnt wirb Stabhochsprung, Freiweitsprung,
Acußern unb unternahmen ben bereits angekünbigten Schritt. Der russische Bevollmächtigte trat als erster ein, cs folgten der deutsche, der österreichisch-ungarische, der englische unb der französische Botschafter.
Tie Pforte hat beschlossen, um in Uebercinfhmmung mit bem römischen Kabinett zu handeln, über die heutigen Mitteilungen der Mächte Stillschweigen zu beobachten. Nach Informationen aus Pfortc- freifen, ist die Mitteilung kurz und enthält einfach die Anfrage, unter welchen Bedingungen die Pforte eine Vcr mittelung annehmen würbe. In maßgebenden Kreisen des Ministeriums des Aeußern wird erklärt, daß die Mitteilung in einem freundlichen Tone abgefaßt sei und einen guten Eindruck gemacht habe. Heute nachmittag trat unter dem Vorsitze des Scheich ul Islam ein außerordentlich er M i n i st c r r a t zusammen, der sich mit dem Schritt der Mächte beschäftigte. Tic Beratung wird in bcm morgen stattfindenden offiziellen Ministcrrat fortgesetzt werben. Wie verlautet, hat ber Minister bes Aeußern bei bcm gestrigen Diplomatenempfang einigen Diplomaten erklärt, daß jeder Gedanke an einen Frieden, der auf ber Annexion von Tripolis fuße, unmöglich sei.
Tie Vorgänge bei Macabez.
Rom, 16. April. Die Agenzia Stefani veröffentlicht einen eingehenden Bericht über die Vorgänge bei Macabez. Der Bericht hebt bie Schwierigkeiten hervor, bic bei Annäherung der Schiffe an die .Küste ohne genaue hydrv- graphische Karten zu überwinden waren und die die erste Ausschiffung während der Nacht mit sich brachten. Ter Besetzung des Forts Buch am en war die Auskundschaftung des Kanals zwischen der Halbiw'el ünd der Küste vorangegangen, ebenso waren vom Kommandanten des Torpedobootes „Canopo" und durch als Araber verkleidete Matrosen in der Umgebung des Forts Erkundungen vorgenommcn worden. Tie Einnahme bes Forts burch eine Kompanie Askaris mit Unterstützung von Matrosen und Geniesoldaten war ein kühnes Werk. Die Askaris wandten sich im Sturmlauf gegen das Fort und erkletterten die Brustwehr. Zu gleicher Zeit wurde die Landung der Truppen und des Kriegsmaterials auf ber Halbinsel in Gegenwart des Generals Garioni fortgesetzt. Es folgte am 13. April die erfolgreiche Operation der Askaris, die von der durch den Ghibiiwind hervorgerufcnen Dunkelheit begünstigt, die Umgebung von Bnchamez von den lästigen Arabern reinigten. Tie Askaris trieben unter Mitwirkung regulärer Truppen
die Araber in der Richtung der tunesischen Grenze in die Flucht. In den Verschanzungen ber Araber würben viele Leichen und Verletzte gefunden. Die enbgüttige Verbindung 'zwischen der Halbinsel und der Küste ist her- gestellt.
Aus Terna.
Rom, 16. Alpril. Die Aaenzia Stefani meldet aus Der na vom 15. April: Die Verluste der Türken in dem letzten Kampfe sind auf über 500 Tote festgestellt worden. Tic die Umgegend von B o mb a unb Mer s asuf a bcwoh- nenben Stämme verlassen bas türkische Lager, um in ihr Gebiet zurückzukehren. Auch in Dorna läuft bas Gerücht um, daß Boten vom Groß-Senussi angetommen seien mit bem Befehl an die Häuptlinge der Zaonjas, in ihr Land zurückzukehren.
Die Methylalkoholvergiftungen vor Gericht.
sh. Berlin, 16. April.
Ter Prozeß gegen ben Drogisten Sch armach unb Gen. wegen der Methylalkoholvergiftungen würbe.freute nach zweitägiger Pause fortgesetzt. Ter äußere Rahmen, in bem sich der Prozeß abspielt, ist ein anderer geworben, beim an Stelle bes Halbdunkeln alten Schwurgerichtssaales, in bcm bisher verhanbelt wurde, ist bie Helle des Sitzungssaales im neuen Ütiminalgebäubc in der Turmstraße getreten. Etwas neues bietet bie heutige Ver-i franblung nicht. . . . „
Nach Eröffnung ber Sitzung wurde zunächst em Lchankwirr vernommen, der von Schacmach durch Vermittelung des Angv- Hagten Meyen Methylalkohol bezogen hatte. Er sagt aus, daß Meyen ihm ein Angebot gemacht habe, wonach Schacmach einen größeren Posten Sprit billig abgeben könne. Er hat auch einen Ballon Sprit bezogen, jedoch nicht vollständig verbraucht, da er inzwischen Kenntnis von den Vergiftungen erhalten hatte. — Sodann wurde eine Reihe von Aerzten unb Schwestern vernomimen. Tie erste Zeugin ist die Krankenschwester Mertens, bie jedoch nichts wesentliches bekunden kann. Es werden bann noch weitere Krankenschwestern vernommen, beten Aussagen aber meistens fast unverftänblich bleiben.
Tie Verfranblungen werben morgen fortgesetzt.
■Dito I
111«.
3 Tagei
ssinsssj ajss®**
»>'E
5°utäneibtr' I
lirtv
Ö,bÄ’^Uett EiÄcrttcr' Humori^isttoosb sclE^crkag- und
SM
»cretien'M Kno"''
8'/. U‘[
, nz,ert bt5icin$V
lieber bie Giftigkeit bes Methylalkohols, die im Verlaufe der Berliner Gerichtsverhandlungen von mehreren Sachverständigen bestritten wurde, schreibt uns ein Freund unseres Blattes: ....
„In Ihrem Bericht über bie Methylalkoholvergittungen in Berlin finden sich fortgesetzt Angaben darüber, daß die Giftigkeit des Methylalkohols in Teutschland bisher nicht bekannt war. In ber Verhanblung vom 13. b. Mts. wirb auf Ausführrnigen ber Medizinalräte Kiefer stein und S t ö r m e r zur stütze dieser Behauptung Bezug genommen. Letzterem war über die schädigende Wirkung des Methylalkohols auf das -efrorgan nichts bekannt, demgegenüber muß im Interesse unserer Seinem cfrart feflgettcllt werden, daß mehrfach in ber Literatur die Gnttg^ feit sichergestellt ist. So führt Hofrat Prof. Dr Emil v. Grotz lAugenklinik Budapest) in der Teutschen Mediz. Wochenschr. vom 15 September 1910 über „Arsenobenzol (Ehrlich 606- gegen syphilitische Augenleiden" aus: Methylalkohol verwende er selbstverständlich bei ber Lösung bes Präparats nicht, ba bie klein, st en Tosen für das Auge gefährlich werben können." Tr. <-ch.
vom italieiiijch-tüsHchen rttieyLschaupIatz.
Die Vermittt^a der Erosmächtc.
R. V. 1885
rstag,denl8.Avril, ds 9 Uhr pünktlich ersammlang H unfl des sportlichen igramms für 1912.
Der Portland.
jrheilro Giessen rStag.denl8.AvrU. 8'/, Udr im Hotel tz iBereinsztmmerl:
nebst
ortrag ieitikesNeinen^ erwünscht u •< cessemen willkommen. ------ erhöhe.! m Donnerstag
Moniert


