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16.10.1912 Erstes Blatt
 
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Die

wir

fi üblichen 'Serben verstärkten die serbischen Truppen. Gefechte endeten mit einem Erfolg der Türken.

Der französische Vorschlag einer Konferenz.

DieKölnische Zeitung"' meldet aus Berlin: Wie

der kriegerischen Operationen auf 2 56 Tote und 800 Ver­wundete. Tie schwer Verwundeten wurden nach Cctinje ge­bracht. Von den Toten sielen die meisten vor den Befestigungen von Tetschitsch und Tecebesch.

Tie Bewafmuna her Albaner.

Saloni ki, 15. £lt Dem Drängen der Albaner nach- gebend, rvelche um Ausrüstung mit modernen Waffen nach­gesucht haben, damit sie an den Kämpfen gegen die Monte­negriner und Serben intensiver als bisl)er sich beteiligen tönnen, erteilte die Regierung die nötigen Amvcisungen. Wie aus Uesküb gemeldet imrd, werden weitere Al­ba ir er scharen sofort nach dem Eintreffen von Munition an die bedrohten Punkte der montenegrinischen Grenze ab- gchen.

Podßoritza, 14. Okt. (Reuter.) Die monte­negrinische Infanterie bereitete sich am Mittag unter Artilleriefeuer zum letzten Sturm auf T u z i vor, als ein türkischer Offizier mit weißer Flagge er­schien. Der Kommandant, Kronprinz Danilo, empfing den Offizier und nahm die Bedingungen zur Uebergabe der Garnison an. Bald darauf erschien eine Abordnung von Bürgern im montenegrinischen Hauptquartier unb batum Gnade. In den Befestigungen fand man meh­rere Geschütze, darunter drei englischen und drei deut­schen Ursprungs: sie waren sämtlich durch das montenegri­nische Feuer schwer beschädigt. Die Beute umfaßte ferner 8 M i t r a i l l e u s e n, 7000 Mausergewehre, viele Pferde, 800 Ferkel und Lebensmittel für zehn Tage. Die Garnison bestand air «i R i s a m b a t a i l l o n e'n; drei davon wurden des Abends nach Podgoritza gebracht. Bald darauf rückten die Montenegriner im Triumph unter Militärmusik in die Stadt ein, wo sie von der christlichen Bevölkerung und den Malissoren mit Jubel empfangen wurden. Der österreichische und der italienische Militär­attache sind vier eingetroffen.

o r i ha, 15. Okt. Tie Festung Hum, die letzte Beseitigung 5mud)en Tuzi und >skutari, hat sich mit der hr,u t1 0 11 c r V-b c n' i?*c g^lhngen genommen wurde. Unter mnnKflnf11 näCnCT- bl'nnbcn ,id) Offiziere, darunter der Kom- manoanl von Luzi.

Podgoritza, 15. Okt. General Wukotitsch meldet

SH?li>brChH l|m er-"- "nrlj »«märfijcm SibeFfianb ö?n öiele OläDchre unh l1 a 1 c' lvobci vier Geschütze und

Di.' 'Iurullon Wime »wer »rahnen erbeutet wurdöu ÜLh« "r? -Vioiiiineartncr wurden um 1500 Meter vor- - b 1A r-'11 f n BeHüfte der Mo n i g r i n c c beziffern sich für die ersten fünf

yat die Reformen mit umsomehr Ueberyufliniq ins 2luge gefaxt, a.« sie diese außerhalb jeher fremden Einmischung an ;uwenden beabsichtigt und vvraussiebt, daß unter dielen Bedingungen ihre Ausfüllung nicht ermangeln wird, zur ^.cr. fahrt und zur wirtsdxrnlick-'n Entwicklung des Landes be-.zutragen, inbem sie im liberalen Geist der ottomamschen Benanung di (Eintracht zwischen den verschiedenartigen Elementen sichert, welch-' die Bevölkerung des Reid-s bilden. Es ist l-ervorzuheben, bau. renn die verschiedenen Ven'ucke einer Besserung der inneren Lage dieser Provinzen nicht alle Früchte getragen haben, die man von ihnen erwarten durfte, eine der hauptsächlick'ten Ursachen dieser Verzögerung unbestreitbar der Zu st and der Unruhen und Unsicherheit ist, der durch Attentate aller Art ver­ursach wurde, die aus dem Herde der Agitation hervor gehen, deren wirklicher Zweck keinerlei Zweifel unterliegt. Tic kaiserliche Regierung weis-, nichtsdestoweniger die freundliche Ab sich der Mitteilung zu schätzen, welche die Großmächte mit Rück sich auf die gewordenen Verhältnisse an sie zu richten für an gezeigt gehalten haben. Sic schließt sich von ganzem Herzen den von ihnen gemachten Anstrengungen an, die Gefahr eines Zusammenstoßes zu beschwören, dessen Konseanenzen unvermeidlich großes Unheil nach sich ziehen wurden und die mit allen Mitteln zu verhindern, Pflicht der z i v i lisie r t em Welt ist Tic Kaiserliche Regierung hat in dieser Beziehung das Bewußtsein, im voraus alle Maßregeln ergriffen zu haben, um die humanitäre Ausgabe der Großmächte angesichts des furcht baren Problems, dessen Lösung sie gesucht haben, zu erleid) lern, ohne sich auf die Tatsache berufen zu wollen, daß mand)c Be ftimmiing des Berliner Vertrages eine Ausführung erfahren hat die weder dem Buchstaben, noch dem Geist, der sie diktiert hatte, billig entsprach, so daß die o11o m an i sch en Interessen in mehreren Fällen schwer verletzt worden sind. Ohne insbesondere unterscheiden zu wollen, bis zu welchem Punkt der Artikel 23 des genannten Vertrages in höherem Maße als dessen andere Artikel eine aktuelle Bedeutung sich hat bewahren können erklärt demgemäß die ottomanische Regierung, daß sie aus eige­nem Antrieb den Entschluß gefaßt, das Gesetz von 1880 in seinem ganzen historischen Zusammenhang gleich nach der Er Öffnung der nächsten Session dem Parlament und der kaiserlichen Sanktion zu unterbreiten, entsprechend dem Grundsatz des Reiches Die Mächte können überzeugt sein, daß die kaiserlichen Behör­den über die Anwendung dieses Gesetzes nad) seiner Verkün bigung sorgfältig die Hand halten werden. Es wäre im höchster Grade ungerecht, aus früheren Nachlässigkeiten, sowie den mehr ober weniger systematischen unb bem anderen Regime anhaftenden Winkelzügen zu schließen, baß bas konstitutionelle otto manische Reich von heute nicht logisdierweise entschlossen und imstande wäre, mit den Irrtümern der Vergangenheit endgültig zu brechen, und einen gewissen Zweisel an dieser Einsicht zum Anlaß zu nehmen, um andere Maßnahmen zu fudicn, als jene, die allein mit dem wohlverstandenen Interesse der Landes unb der Bevölkerung selbst vereinbar sinb.

Der Sul'an

besuchte am Montag das Hauptquartier unb nahm ein- Parade über die Truppen ab, deren ausg z'ichnet Haltung allgemein bewundert würbe. Der Sultan, der MarschaNsunifvrm trug, stand am Fenster des Kriegsmini­steriums. Er empfing den Groß wesir und die Gene­ralstabschefs des Heeres und der Marine in Audienz Ter Parade wohnten der deutsche, der österreichisch-ungar ische und der englische Militärattache bei.

Der grieöe mit Italien unterzeichnet.

Rom, 15 Oft. Die »Agenzia Stefan«' meldet, um 6 Uh' abends find dte Fried enSpräliminarieu in Ouchy unter­zeichnet worden.

Tie türkisch-italienischen Friedensverhandlungen bestimmen: Tripolis und die Eyrenaika werden als von der Türkei unabhängig erklärt. Tie türkischen Truppen werben aus Libyen zurückgezogen Tie Türkei erläßt eine Prokla­mation an die Armee, von weiteren Kämpfen abzusehen. Nach Erfüllung bieser Bebingungen werden die besetzten Inseln an die Türkei zurückgegeben. Die Türkei er hält eine noch festzusetzende Geldentschädigung. Italien anerkennt die religiöse Oberhoheit bes Sultans in Libyen.

Die Montenegriner wieder über die Grenze zuruckgeworsen?

lieber die Vorgänge auf dem montenegrinischen Schau­platz werden immer noch widersprechende Meldungen ver­öffentlicht:

Konstantinopel, 15. Okt. Wie amtlich bekannt- gegeben wird, haben die türkischen Truppen, in der Gegend von Gussinje, nachdem sie Verstärkungen erhal­ten hatten, die O f f en hi v e e r g r i f f e n und die M o n te­tr egrinerüberdieGrenze zurückgeworfen. Die Verluste der Montenegriner sind beträcht­lich.

Am Montag abend 9 Uhr in Konstantinopel ein­gegangene amtliche Meldungen von türkischen Kämpfen an der montenogrinischen Grenze besagen: Die Türken e r h i e l 1 e n P e r st ä r k u n g e n. In der Gegend von Gu- signe ergriffen sie die Offensive und schlugen dieMon- tenegriner zurück. Die Montenegriner hatten große Verluste. Das Gefecht bei Berana dauert fort. Eine türkische Abteilung bei Tuzi leistete hartnäckigen Wider­stand gegen zwei montenegrinische Divisionen, die durch Malissoren verstärkt wurden. Zwei türkisck>e Majore fielen. Die Schlacht bei K r a n i a endete mit einer Niederlage der Montenegriner. Ein türkischer Offizier ist ge­fallen.

hören, bestätigt es sich, daß von Frankreich die Anregung zur Einberufung einer Konferenz nach Kon­st a n t i n o p e l ausgegangen ist. Wir glauben tticht, daß in dem gegenwärtigen Zeitpunkte, wo der Krieg auf dem Balkan begonnen hat imb die Ereignisse sich überstürzen, die Ausführung der Anregung möglich ist. Immerhin scheint es pns dankenswert, daß Frankreich von neuem einen Schritt unternimmt, der dazu beiträgt, die Mächte nicht nur für den Augenblick, sondern auch für künftige Möglichkeitett in ständiger Fühlung zu erhalten.

Gegenüber den Gerüchten, daß Poincare den Gedanken an eine internationale Konferenz zur Lokalisierung und äußerst raschen Beendigtmg des Balkanzwistes angeregt habe, erklärt derTemps^auf Grund zuverlässiger Mit­teilungen", daß Poincarö einen derartigen Plan, der übri­gens gegenwärtig verfrüht wäre, nicht formuliert habe. Der Meinungsaustausch zwischen den Mäch­ten dauere fort und alle Vorschläge, die geeignet scheinen, den Balkanzwist zu lokalisieren, seien der Reihe nach ins Auge gefaßt worden, doch habe sich die französische Re­gierung darauf beschränkt, den Kontakt zwischen den Groß­mächten, an dessen Herstellung sie von Anfang an gearbeitet habe, aufrechtzuerhalten.

Aur SiaSt und Land.

Gießen, 16. Oktober 1912.

** Tageskalendcr für Mittwoch, 16. Oktober: Stad t« t Heater:Viel Lärm um nichts.' Anfang 7 Uhr.

Oefientl. Vortrag im Verein für Frauen- ft immrecht über die A n g e st e l l t c n - Versicherung. Redner Tr. C. a h n - Frankfurt. Abends 9 Uhr im Hotel Schütz.

*

** Tic Kolonial-Kunst-Ausstellung im Turm­haus am Brand und im Neuen Schloß war am Eröffnungstag (geftern) schon sehr reg besucht. Es dürfte sich empfehlen, die Ausstellung an den Werktagen in der Zeit von 11 bis 1 Uhr und mittags von 2 bis 4 Uhr reckt ausgiebig zu beiuchen, da an dem einen Sonntag, an dem die Ausstellung geöffnet ist, ein außergewöhnlich großer Besuch von hier unb auswärts zu erwarten ist. Die Ausstellung dauert mir bis 25. b. M Die im Turmhaus gelösten Eintrittskarten gelten auch für das Neue Schloß.

** Zur Flugveranstaltung. Bis jetzt war das Inter­esse für alle Fragen, die mit bem Flugrvesen (Freiballon, Motor­ballon, Flugzeuge zusammenhängeu, in Obcrhcssen nur ge­ring. Mainz hat schon eine Reihe von Zeppelinlandungen zu verzeichnen, es besitzt zwei Fliegerschulen unb bat schon mehrere größere Flngveranstaltnngen ins Leben gerufen. Tas Interesse der Bevölkerung an biesen Darbietungen ist groß, unb ist im Zu­nehmen begrinen. Fragt man sich nach ben Ursachen bieses mangelnden Interesses in Oberhessen, so muß festgestellt werden, baß in Hießen erst spät ein Luftfahrcr Verein gegründet wurde, unb daß bieser burch organisatorische Fragen bisher gehindert wurde, sich ber Propagierung ber mit bem gesamten Flugwesen ver- bunbenen Ideen zu nnbmen. Hanbelt es sich doch hier nickt nur um sportliche Interessen, sonbern barum, ber Wissenschaft zu dienen unb für ben Ernstfall Männer zu erziehen, die mit bat technischen Kenntnissen solcher Luftfahrten ausgestattet, burd) Kalt- blütigkeit und Geistesgegenwart ausgezeichnet, sich in ben Dienst bes Vaterlanbes stellen. Tie Veranstaltung vom 27. Oktober soll in erster Linie bas allgemeine Interesse haben, bann aber auch eine Probe dafür liefern, daß fid) der Trieb für ßarihunocn von JCuftfreuiem unb Flugveranstaltungen größerer Art eignet. Ist dieser Beweis erbracht, bann kann Gießen auch im Interesse ber Lanbesverteibigung als Etappe für Flugzeuge ausgebaut werden.

** Ein zeitgemäßer Lichtbildervortrag wird morgen abend durch den Kaufmännischen Verein vermittelt wer­den : über ben türkischen Felbzug in Albanien. Redner ist Tirektor Tr. Qfrnft Iäckh - Berlin, ber bekannte Orientpolitiker, der als einziger Nidsttürke im türkischen General- stab ben albanischen Felbzug hat rnitrnachen dürfen. Tr. Jäckh bat auch die türkische Studienkornmission nach Deutschland ge­führt. Gerade jetzt, wo der Balkankrieg das allgemeine Inter­esse auf die Türkei unb auf Albanien konzentriert, bürste ein Vortrag über den jetzigen .Kriegsschauplatz in weiten Kreisen willkommen fein. Ter Vortrag findet in ber großen Universi­täts-Aula statt unb wirb burch zahlreid-e Lidstbilber veranschau­licht werben. (Siehe heutiges Inserat.)

** Ange stellten-Versicherung. Die dem Hauptausschuß für die Angestelltenversicherung angeschlosse­nen Verbände halten morgen abend im Hotel Großherzog einen öffentlichen Vortrag ab. Herr Geßner aus Frank­furt wird über die Angestelltenversicherung sprechen. Da es für jeden Angestellten wichtig ist, sich über dieses am 1. Januar in Kraft tretende Gesetz zu informieren, bietet gerade dieser Vortrag die beste Gelegenheit dazu.

* Die Rekruten sind gestern bei ihren Truppen­teilen eingerückt. Beim hiesigen Infanterie-Regiment be­trug ihre Zahl etwa 750. Bei dem großen Verkehr erlitten die Personenzüge teilweise recht große Verspätungen.

** Vermißt. Wie wir gestern schon gemeldet haben, so hat sich die 14 jährige Luise Gaßmann am 11. b. M. aus der Wohnung ihrer Pflegeeltern entfernt und ist seither nicht wieder zurückgekehrt. Es hat jedoch den Anschein, daß das Mädchen sich nicht ein Leid angetan hat, sondern daß es sich in der Umgebung von Gießen herumtreibt. Ein Lokomotivführer sah am Montag, abends zwischen 6 und 7 Uhr, an der Eisenbahnüberführung bei Klein-Lin­den einen etwa 30 jährigen Mann, in dessen Gesellschaft sich ein Mädchen befand, das nach der Beschreibung die Luise Gaßmann gewesen ist. Die Vermißte, geboren am 19. Januar 1898 zu Neuwied, ist für ihr Alter groß und kräftig, hat dunkles Haar und eine gesunde Gesichtsfarbe, bei ihrem Weggehen trug sie ein rotes Kleid und keine Kopfbedeckung. Der Pflegevater Kaufmann Eugen Dürr, Liebigstraße 61, bittet alle, die das Mädchen gesehen haben, um Benachrichtigung. Als Aufenthaltsorte kommen der südliche Teil von Gießen, Klein-Linden und Tutenhofen in Betracht.

Kreis Friedberg.

1^ Friedberg, 15. Okt. Zurzeit arbeitet man sehr emsig an ber neuen Kreisstraße Fried bergBa b- Nauheim. Man hat auf Friedberger Gemarkung angefangen, ba hier die meisten Schwierigkeiten zu überwinden sind. Man arbeitet an einer größeren Unterführung unb hebt am Burg­berg Erdmassen ab. Für die Seebach hat man provisorisch ein neues Bett gegraben. Wenn die Unterführung fertig ist, wird die Seebach wieder in ihr altes Bett geleitet. Sie fließt dann in breiten Röhren in die Ufa. Die KreiSsiraße selbst >vie auch der 2 Meter breite Streifen für die elektrische Bahn bietet wenig Schwierigkeiten.

Hessen-Nassau.

) Marburg, 15. Okt. Mit allen akademischen Ehren wurde Ijcuic der am Samstag in Köln infolge eines Schlag- anlalls plötzlich dahingeschiedene ordentliche Professor an

Deutscbes Reich.

Der Londoner Botschafterposten.

Ter BerlinerLokalanzciger" mclbct ans Berlin: Wöh» rend des letzten Vorrrages des Reiä>skanckecs beim Kaiser in Hnbertusstock ist auch die Neubesetzung des Londoner Bott'chafter- postens cntidücbcn worden. Tie Veröffentlichung steht unmittel­bar bevor.

Innere Kolonisation.

Tie Domäne Ummendorf, eine der größten und schön­sten der Provinz Sachsen, ist von der Staatsregiernng an eine Ansiedlungsgescltsd)afr in Frankfurt a. d. Oder verkauft worden zur Errichtung einer größeren Anzahl neuer kleiner Bauernhöfe.

Sozialdemokratische Weltfriedenskundge- b u n g e n.

Tic Blätter melden aus Berlin: Ter Parteivor­st a n d der Sozialdemokratie will im ganzen Reich am näch­sten Sonntag Massenversammlungen als Munbgebung für den Weltfrieden veranstalten. In ber Reichshauptstadt werden die ersten Versammlungen am nächsten Sonntag im Treptower Park stattsindcn.

Tie Fleisch Versorgung Berlins.

Im Auftrage des Magistrats von Berlin sind ein Un­ternehmer, ein Stadtfekretär vom Finanzburcau und ein Tier­arzt nach Warschau abgercist, um für städtische Rechnung Fleisch anzukaufen.

Ausland.

Ter türkische Ministerrat beschloß, ber Deutschen Ban! bie von bieser für eine beutsch-französisch-belgische Finanzgruppe nachgesuchte Konzession für eine Untergrundbahn in Konstan­tinopel zu erteilen.

Aus der griechischen Kammer.

Athen, 15. Okt. Ter Abgeordnete von Korfu, Zavil- Zanc, wurde mit 144 gegen 4 Stimmen zum Prä s i de n t en der Kammer gewählt. Tie Parteiführer erließen eine Er- tlarmig, in der sie ihre Parteifreunde aufforderten, fid) auf ^bic Seite ber Regierung zu stellen. Ter Prafibent verlas eine Te- pesche, in welcher der kretischen Regierung ein Gruß entboten wird. Tie Verlesung des Telegramms wurde mit leb­haftem Beifall begleitet. Tie Regierung brachte verschiedene mili­tärische und andere Vorlagen ein, die namcntlid) betreffen: Tic Wiedereinsetzung der Prinzen mit Kommandogewalt in die Armee, die Errichtung bes Moratoriums, die Verhängung des Belage­rungszustandes, die Kriegsgerichte. Die Regierung fordert weiter au ßerordentliche Kredite für den Krieg. Ter Ma- rineminifter gab Erklärungen ab über die ausgezeichnete Verfassung der Marine, die mit stürmischem Beifall entgegengenommen wurde.

Konstantinopel, 15. Okt. Ter hiesige griechische Gesandte erhielt von seiner Regierung den Befehl, vor­läufig in Konstantinopel z u bleiben.

(ßricdiiidje Bemäntelungen.

Athen, 15. Okt. Ter genaue Inhalt der Erklärungen, die V e n i s e l o s in der griechischen K a m m e r über . ic kretische Verfassung abg geben fyat, ist folgende:

Der Ministerpräsident ertlärte, er würde sich mit einer radikalen Lösung der lretischen Frage nicht in iso- ierler Stellung befinden. Indessen, um nicht neue Schwie­rigkeiten zu schaffen und den Bemühilngen um Erhaltung es allgemeinen Friedens nicht entbegenzuarbeiten, voraus­gesetzt, daß sich die Verhältnisse nicht bis zum Kriege ent­wickeln sollten, würde er sich mit einer neuen vor- i berge (ne nben Lösung begnügen. Das inter- lationale Statut würde, wie es von den Mächten geschaffen st, respektiert werden. Griechenland ivürbe die Verwal- ung der Insel übernehmen und die kretischen Abgeordneten ollten zum griechischen Parlament zngctassen lverden. Aus ieser Formel, die die Kreter nicht befried gt, muß man en Wunsch ersehen, den Mächten gegenüber Entgegenkommen zu zeigen.

.Kanoncndonner an der serbischc« Grenze.

DieNeue Freie Presse" meldet ans Belgrad: Heute vird die Regierung folgende Veröffentlichung erlassen: Türkische Truppen haben bie Grenze über­schritten unb sich auf serbischem Gebiet verschanzt. Sie uurben im Laufe bes Nachmittags zurückgeschlagen, wobei unsere Verluste sich auf zwei Tote unb vier Verwunbete oeliesen. Die Regierung betrachtet biesen Ueberfall wohl nicht als einen Casus belli, aber als eine Provokation unb einen Beweis der feinbseligen Gesinnung ber Türkei. Die Regierung ist gleichwohl entschlossen, in korrek­ter Reserviertheit die Antwort auf bie gest­eige Note abzuwarten.

Das Wiener Korresponbenz-Bureau melbet aus Sa­loniki vom 14. Oktober: Eine Nachricht aus Bojanowac besagt, baß heute von ber serbischen Grenze her neuer Kanonendonner vernommen wurde, woraus man schloß, daß bie Serben bie Offensive ergriffen haben. Später stellte es sich heraus, daß eine starke serbische Banbe in ber Ortschaft Kratowo unb in ber Umgebung Bomben geworfen hatten, deren Detonation für Kanonen­donner gehalten worden war. Die Türkei schob an keinem Punkte der serbischen Grenze die Truppen direkt an bie Grenze vor, fonoern hat dort- die gewöhnlichen Grenzwachen belass-en. Somit ist eine Absicht der Türken, die Serben zu provozieren, aus- gefchlossen.

Nus Algier wird gemeldet, daß dort vier griechische Torpedobootszerstörer gegenwärtig Kohlen einneymen unb sich zur unverzüglichen Abreise bereit halten.

Wie halbamtlich verlautet, überschritten die Ser­ben bei Plevlje Viovibazar die Grenze. Die im Lande be-

EtaatSiekretär von Kidkrlen-Wächt-r.

hat bei einem Bankett der Kaufmannschaft zu Ehren der internationalen Ausstellungskonferenz am Dienstag eine Begrüßungsrede gehalten, die den Optimismus eines Frie­dens,reunbes atmet. Er sagte u. a.:

gerade ein Zeichen für bie immer weltumspan- n enbe em ei n sam ke, t de r wi rtscha ftl ich en Int e r- elfen, daß auch noch so entfernte Störungen der Ordnung überall einen gumven Rückschlag berpomifeit. Die Folgen solcher Rück- tchlage lassen uck mit Ruhe und Besonnenheit nicht nur vermindern wudern bem t io en. co roirb auch das von Ihnen begönne Der-' whnungswerk von ben Vorgängen im südosten nicht ge- Üort werden, denn wir haben alle die feste und begründ etc lieber 5 eu gu ng, daß keiner der Staaten die beute hier vertreten sind, ' n b i r e k t e M i t l e i d e n s ch a f t g e z O gTn werden wird. Tie eingetretenen Friedensstörungen bt-baüetn n fjC-b!C bemüht ivaren, sie hin: n ^halten so m, mu^ b0£ eit geraumer Zeit mit ihrer Möglichkeit gerechnet , $l on t e - l werden. Diese Hofsmmg wird verstärkt dadur 5, daß heute abend agc seit Beginn der onebe zwischen zwei Mächten unterzeichnet worden iil