Ausgabe 
16.10.1912 Erstes Blatt
 
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Standard Sil ber einzigen Ausnahme, daß das Fortfresscn des Brandes

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der Reichspetroleum-

srcgierung beschlossene

Der alte und der neue Krieg

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Falle, wenn nämlich keine Einigung mit der l£o. zu erzielen ist, wird freilich der Vertriebsge,cll,clwst nichts weiter übrig bleiben, als sich selbst eine stattliche Flotte von Tankdampfern zu bauen, da nur auf die,e Weise das freie amerikanische Petrolum nach Deutschland zu

war fast ausverkaust und zeigte sich für die künstlerischen Gaben des Mends sehr dankbar.

Tie russische Nordostdurchfahrt. DieHeilige Anna" hat am 17./30. Juli St. Petersburg zur Reise nach der Beringstraße verlassen. Der Kapitän des Schisses, Leutnant der Flotte Georg Brussilow, ist der Führer der Expedition, die dem Weg Nordenskjölds folgen will und anderthalb Jahre unter­wegs zu bleiben gedenkt. Dieser Weg ist von Russen noch nie verfolgt worden. NachPeterm. Mitt." stammt das Schis, aus dem Jahre 1863, ist aber noch völlig seetüchtig und für Polar­reisen besonders gearbeitet. Neben dem geographischen Ziel, die Beringstraste zu erreichen, verfolgt die Expedition die Ausgabe, Verbindung mit den Scesang und Tagd treibenden Eingeborenen der nordsibirisä)cn Küste herzustellcn, deren Gewerbe bisher nur von Amerikanern ausgebeutet wird. Tie Expedition selbst wird sich mit S.ef .ng und Jagd beschäftigen, um die diesb züglichcn Verhältnisse kennen zu lernen und die Unkosten der von Privat­leuten unterstützten Expedition einzubringen. Sie wird in der Mündung eines der sibirischen Ströme, wahrscheinlich des Cha­tanga, überwintern und hosst nächstes Jahr Wladiwostock zu erreichen. DieHeilige Anna" führte früher den Namen ^.Pan­dora' und ist bekannt als Polarschiff von Sir Allen Poung auf seinen Reisen zur .Aufsuchung von Spuren von Franklin 1875/76.

Vom Kongo zum N i g e r u n d N i l ist der Titel des zweibändigen Werkes, das der Herzog Adolf Friedrich zu Mecklen­burg Mitte November bei Brockhaus erscheinen läßt. Tas Werk, in welchem der Herzog und seine Begleiter die hervorragend, teilweise abenteuerliä^en Erlebnisse seiner Zweiten Zentralafrika- Erpedition schildert, verspricht in Wort und Bild außerordentlich anziehend zu werben und dürste über die Grenzen Teutsclrlands hinaus Aursehen erregen. Den zielbewustten Forfäzern ist es gelungen, in den Urwäldern und Steppen des Stromgebiets der mächtigsten drei Flüsse Afrikas Menschenfresser und Zwerge in der letzten Stunde ilyrer wilden Ursprünglichkeit kennen zu lernen. Es glückte auch, das seltenste Wild Afrikas, zwei Okapis, vor­weltlich anmutende Antilopen, mit in die Heimat zu bringen. Sobald uns das vielversprechende Werk vorliegt, werden wir eingehender darauf zurückkommen.

Gieszener 5tnfcttbcatcr«

Der Biberpelz.

Von Gerhart Hauptmann.

Gießen, 15. Okt.

Welche unendlichen Fortschritte haben wir doch in den letzten zwanzig Jahren gemacht oder ist es nur die Resignation,über etwas nun unabänderlich gewordenes, was Hauptmanns köstlich Tiebeskomödie vom Biberpelz aus dem Streit der Parteien heraus­gehoben bat ? Als der Dichter im Jahre 1893 mit diesem Werke herauskam, das wie seine übrigen Dickstungen im Verlag von S. Fischer in Berlin erschienen ist, da gab es bald einen tollen Kampf die einen jubelten über die lustige Satire, andere jam­merten über die beispiellose Verhöhnung der Obrigkeit, die von einem schlauen Svitzbnben an der Nase bmimgefübrt wird, und noch andere sprachen dem Dichter jede moralische Qualität ab, weil sie glaubten und es gibt auch heute nod> solche Käuze, daß alle Kunst auch eine Moral haben müsse.

ye,n«4» retS: monatlich 75P^mettel- läbrltrt) Mk. S.20, durch Abbole- il Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post lUf. 2.viertel- jäbrl. ausschl. Beflellq. Zeilenpreis: lokal 15Ps^ auSwätts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz, für .Feuille­ton", .Vermischtes" und .GerichtSsaal": K. 'Jlen- ratb; für »Stadt und Land-: E.Hen: für den Anzeigenteil: H Beck.

kommen der Tag. .

Die serbische und griechische Note an die Türkei.

Konstantinopel, 15. Okt. Die griechische und die s e r b i s ch c Regierung haben den Vertretern der Türkei in Athen und Belgrad gleichzeitig eine mit ber bulgarischenübereinstimmende No t e überreicht. D e r t ü r k i s ch e G e s a n d t e i n A t h e ii s o l l die Annahme der Note verweigert haben. Ter türkische Entschluß aus das griechische Ultimatum.

K o n st a n t i n o p e l, 15. Okt. Der griechische Gesandte überreichte der Pforte die Note der griechischen Regierung, welche die Freigabe der griechischen Schiffe binnen 2 4 Stunden verlangt und erklärt, falls die Pforte die Schiffe nicht freigäbe, werde Griecheiiland diejenigen Ma st na h m en ergreifen, die es für gut halte, um seine Ehre zu verteidigen. Wie das Wiener Korr.-Bur. dazu aus sicherer Quelle erfährt, hat sich die Pforte entschlossen, nur diejenigen griechi­schen Schiffe freizugeben, die Ladung für eine fremde Macht tragen.

Die Zurückberufung der tückischen Botschafter.

Konstantinopel, 15. Okt. Die Pforte be­schloß, ihre Gesandten in Sofia, Belgrad und Athen abzuberufen und nur einen Sekretär zur Bewachung der Archive zurückzulassen. Diese Maßnahme fiir Sofia und Belgrad wird damit gerechtfertigt, daß Bulgarien und Serbien die bekannte Note übermittelten, für Athen, daß Griechenland die kretischen Abgeordneten in der Kammer zuließ. Ter türkische Minister des Aeußern verließ auf einen Augenblick den Ministerrat, um den Gesandten zu telegraphieren, daß sie die Hauptstädte verlassen. Der griechische Minister des Aeußern telegraphierte 1 an Noradunghian und ersuchte ihn, den türkischen Ge­sandten in Athen anzuweisen, die zurückgewiesene Note

anzunehmen. Noradunghian antwortete, Griechenland könne die Note durch den Gesandten in Konstantinopel über­reichen lassen.

Belgrad, 16. Okt. In später Abendsttlnde hat der türkische Gesandte ohne die Zustellung seiner Pässe abzuwarten, Belgrad verlassen.

Tie Antwortnote der Pforte auf den gemeinsamen Schritt der Botfchaftcr

hat folgenden Wortlaut:

Ter unterzeichnete Minister des Aeußern des Sultans hat die Ehre, daran zu erinnern, daß, ivie Eure Exzellenzen selbst sest- stellen wollen, die kaiserlicl>e Regierung die Norivendigkeil, Re­formen einzuführen, welche die Verwaltung der Vilajets der europäischen Türkei zuläßt, bereits anerkann t bat. SiZ

bringen wäre. m

Ist also anzunehmen, daß der Vorschlag der Regie­rung praktisch zu verwirklichen ist, so soll andererseits einer Verteuerung des Petroleums nicht durch eine, in der Praxis undurchsührbare Preisbegrenzung, sondern durch eine'Gewinnbegrenzung vorgebeugt werden. Da die Ge 'ellfchast nach dem vorgeschlageneii Systein um |o weniger Dcnaencn darf, je höher die Preise sind, und um so mehr, je niedriger sie sind, so soll gleichsam automatisch ein 'wang zu niedriger Preisstellung ausgeübt werden, wobei natürlich auch das Reich sich mit einer mäßigen Rente begnügen müßte. Ob diese Kautelen hinretcheu, ob vor allem'die Vetobefugnis der Regierung in der Praxis wirk sam zu funktionieren vermag, ob also das Jntere,,e der Verbraucher bei diesem Großhandelsrnonopol dauernd besser gewahrt sein wird als bei den jetzigen, zweifellos unhalt­baren Privatmonopolzuständen, das wird der Reichstag au der Haud der Einzelheiten des Gesetzentwurfes ein­gehend zu prüfen haben, wobei es nicht an der Geltend'- inachung der Bedenken fehlen dürste, daß der Appetit beim Essen wachsen und das Reichspetroleumgroßhandelsmonopol am Ende die Vorstufe zu einem Reichspetroleummonopol bilden könnte. Jedoch dürfte es zum Schluß nicht unmög lich sein, auch nach dieser Richtuiig hin in dem Gesetzentwurf die nötigen Kautelen zu schaffen.

Berlin, 15. Okt. Zur Errichtung Gesellschaft, welche das von der Reiche. Pctrolcummonopol verwalten soll, bildeten«) nun m c b r ein Konsortium, dem folgende Berliner Banken und Grof;- sirmen angeboren: Deutsche Bank, Berliner Handels Gefell'chatt, Mendelssohn & (So., Bank für Handel und ^»buftrie, xclbrua, Sd;idler & (So., Mommcrv und Tiskontobank, Nattonalbank für Teutschland, Mitteldeutsche Kreditbank, Gebrüder ^chickler. Wetter sollen führende Firmen und Banken aus sämt­lichen Bundesstaaten sowie aus preußnchen Provinzen zur Beteiligung an der Reiclxs Petroleumgesellschast emgeladen werden. Diese wird errichtet, sobald der von den zuständigen Rcichsämtern ausgearbcitete Gesetzentwurf vom Bundesrat und Reichstag angenommen sein wird. Ihre Mitwirkung versagten die an der Deutschen Erdöl-A.-G. interessierten Berliner Firmen, nachdem diese Gesellsä)aft einen Vertrag mit dem Tochterunter nehmen der Standard Oil Eo. scklost. Die Deutfw.' Bank ist aus der Gruppe der Deutschen Erdöl-A.-G. auSgetreteii.

daß jedermann sie für eine brave, fleißige tynui hält. Und man bedauert das>licßlich auch gar nicht, int Gegenteil, man freut sich an ihrem Mutterwitz und an der kecken Unverfrorenheit ihres Spitzbubenhünwrs, der selbst den roid>:igrucnbcit Amtsvorsteher nicht verschont und ihn mit Grazie hinters Licht führt.

Ter Amtsvorstel-er und die Wolffen sind die Angelpunkte des Stückes und da sie bei der gestrigen Ausführung gut besetzt waren, blieb der Erfolg natürlich nicht aus. Umsoweniger, als man wie das leider bei dem Biberpelz üblich-istdie Ab­sichten des Dichters unterstrich und sich nicht ganz von possenhaften Zutaten fembielt. Fräulein Scholz spielte die Wolssen mit einem köstlichen Spitzbubeiilmmor, einer lebensvollen, stets wirk fernen Frische und Behendigkeit, nur hätte ich ihr im zweiten Aufzuge etwas mehr Zurückhaltung geivstiischl Nicht ,o viel jungmädchenl^lft Impulsives mehr Gelachnhnt und Rul,e: aber nickt viel, nur ein Gran. Dem letzten Endes eigentlich un ausstchliclten Arntsvorsteher gab Herr Brüdjam trotz aller an maßendem Redensarten einen liebwerten Zug guten »umors, der reckt erheiternd wirkte. Den stets erregten, immer ge laben enRentier und Hausbesitzer" Mrügcr gab Herr Gro , fer tatello- Zu erwähnen wären iwch die »errat Volck Motes), Norden Amtsdiener), B r u ch w i tz Julius i, K11ewer (Wul foro j und auch die Damen G a f f r c t) (Frau Motes , x a g n tj Leontine) und Thalc Lldelheid. Tie Regie führte Herr E o n r a d i mit fingern Bedacht auf eine gute Wirkung, und er Patte bei dem gutbesetzten Haus damit einen völligen Erfolg. N.

Die Friedensunterhändler in Ouchy haben sich beeilt: die Türkei hat ihre Forderungen gemäßigt, und der Friede ist geschlossen worden. Die Bedingungen sind noch nicht in allen Einzelheiten bekannt, doch werden Tripolis und die Cyrenaika von der Türkei losgelöst, und nur em reli­giöses Oberhoheitsrecht behält der Sultan. Dazu kommt ein Schmerzensgeld für das Osmanenreich in Gestalt klin­gender Münze. Der Krieg ist zu Ende, aber er erhebt nun auf einem anderen Schauplatz desto teuflischer sein Haupt. Die herausfordernde und dreiste Note der Balkan­mächte an die türkisckze Regierung hat diese bewogen, den folgenschweren Schritt zu tun und ihre Botschafter abzu- bcrufeu. Das Schwert wird entscheiden. Tie lange Note ber Türkei an die Mächte, die wir heute in ihrem Wort­laut veröffentlichen, verdient /sympathische Zustimmung «aller derer, die nach Menschen- und Völkerrecht gehen. Es ist unbillig, das neue Osmanenreich so unvermittelt vor alle diese Katastrophen zu stellen. Aber die großen Kulturmächte wissen nichts gegen das neue Blutvergießen zu unternehmen, ihr Spruch lautet:,Schick­sal, du bist im Zuge, nimm welchen Lauf du willst". Mit

auf anderes europäisches Gebiet verhindert werden^soll. In dieser Beziehung sind die Diplomaten, an deren Spitze auch unser Herr v. Kiberlen-Wächter, voll rosiger Hoff­nungen. Frankreich hat zu diesem Zwecke eine Konferenz in Konstantinopel vorgeschlagen, und auch das Reutersche Bureatl wird zur Ertlärung ermächtigt, die Großmächte verhandelten schon über die Frage,durch welche Mit­te l es möglich sei, dieOrientfraae zu losen . Wie einst vor Troja die Götter sich unter Die streitenden, mischten, so wollen heute die Vertreter der größeren und höheren Mächte das Waffengewoge nach ihrem Sinne lenken. Schon damals aber waren die Götter sehr parteilich, und heute sind sie es noch mehr. Ob man angesichts der Kvn- ferenzpläne von der heutigen europäischen Türkei wie von Priamus Reich auch wird prophezeien können:Einst wird

Jnzwisämi bat sich vieles geändert, und der Biberpelz ist sogar hoslheatersähig geworden ohne daß der Staat darüber zugrunde ging. Stan bat allmählich eingesehen, daß Gerhart Hauptmann hier ein Lustspiel gefcharfcn bat, dem die deutsche Bühne unserer Zeit Fein ebenbürtiges zur Seite ftcllcn kann, und sogar im letzten Jahrhundert ist außer dem Zerbrochenen Krug kein besseres gescl rieben morben, es sei denn, daß cs ein junger Poet noch in seinem Schubkasten hätte.

Zwar entbehrt Hauptmanns Komödie der musterhaslcn Ent Wicklung, die mir im Zerbrocl>enen Krug bewundern, und die bramatischc Spannung ist ersetzt durch die Erwartung, ob die Wolssen crwcscht wird. Dafür aber gibt uns der xidjter io wunderbare Ausschnitte aus dem Leben, io vortreffliche Zustands fchilderungen und so sorgfältig beobachtete Charak: re, daß wir Heutigen uns darüber wundern, wie man das damals mck-t fd>on allgemein herauSgesund'n hat. Aber die Moral! Nun fa, die Moral die ist sehr fdyn aber gehen nid'; I-.br lnr Hunderte von Spibbubeit ftrarfrei aus, die fdstunmeres au- dem Gewissen I^bcnWarum soll nun gerade die Wol 'en hinein fallen ? Die Frau ist trickst ganz ohne Meriten, ivtc man wohl mitunter zu sagen pflegt: sie ist fleißig, sorgt gern für ihr Haus, hält streng auf gute Lebensgewohnheucn, überhort ihre jungue

Ms MlW oder gegen bar Betten MetallbettttK- Mattatze ts.'tst- HolzbcttltcNc mit Matratst - Holzbcttitcllc mit Patcntmatraücu. Auflcaemotravc

mitdreNe'-WoU matratre Deckbetten

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Reichspetroleumgrobhandelsmonopol, das rst em fchwte rlges Wort, und es ist ein schwieriges Problem, mit dem die Regierung jetzt vor die Oefsentlichkeit tritt und das mit Hilfe des dem Reichstag angekundtgten Gesetzent­wurf s ü b e r d e n V e r k e h r m i t M r n e r a l o l en ge­löst werden soll, lieber das Zielaufs innigste zu wunsckien" herrscht Einmütigkeit, nämlich darüber, daß cm Mittel gesunden werden muß, das unerträgliche Privatmonopol der Standard Oil Co. und ihrer Helfershelfer, die den deut­schen Verbrauchern die Preise nach Belieben diktieren, zu brechen. Den Plan, den Teufel durch den Beelzebub zu vertreiben, nämlich dem Privatmonopol durch das >^taats- monopol zu begegnen, hat die Regierung angesichts des allgemeinen Widerstandes aufgegeben, und zweifellos ent fallen die dagegen geltend gemachten Bedenken im wesent­lichen gegeimber der jetzt vorgeschlagenen Petroleum-Ver- triebsgesellschaft, die keine Staatsanstalt barftclle, wohl aber unter Reichsaufsicht stehen soll.

Nach dem Vorschlag der Regierung soll weder die Rohölgewinnung noch die Raffinierung monopolisiert wer­den, was ja auch praktisch unmöglich wäre, da Deutschland weder eine hinreichende Erdölerzeuguna noch eine in Be tracht kommende Raffinerieindustrie besitzt. Vielmehr soll das Petroleum nrie bisher aus dem Auslande bezogen, aber der Vertriebsgesellschaft die alleinige Befugnis zum Groß handel verliehen werden, während der Kleinhandel in seiner jetzigen Form erhalten werden soll. T. b also, daß die Produzenten das Petroleum nur an die Vertriebsgesellschaft liefern und die Detaillisten es nur von dieser beziehen dürfen. In der Praxis dürfte sich die Sache in der Weise machen, daß die neu zu begründende Vertriebsgesellschaft die in Dciitschland tätigen Großhandelsgesellschaften über­nimmt, wobei drei Unternehmen in Fraae kommen, nämlrck) die Deutsche Petroleiim-Verkaufsgesellschaft, welche das ru­mänische und das russische Petrolerim vertreibt, die Deutsche Erdöl-Aktiengesellschast, die vor allem das galizische Petro­leum liefert, und endlich die deutsch-amerikanische Petro­leum-Aktiengesellschaft, d. h. die Stmidard Oil Co.

Um welche großen Objekte es sich hier handelt, geht daraus hervor, daß Deutschlands Verbrauch an Leucht öl (nur dieses kommt für das Handelsmonopol in Frage) im vergangenen Jahre 974 887 Tonnen betrug. Unsere Einfuhr an Leuch t pe tro l en m wies einen Wert von 47 141 000 Ml. auf, wovon auf die Nordamerikanische Union allein 38 399 000 Mk. entfielen, während Oesterreich- Ungarn nur mit 5 722 000, Rumänien mit 2190 000 und Rußland mit 7IG 000 Mk. beteiligt waren. Aus diesen Ziffern geht hervor, daß es nur sehr schwer möglich sein würde, olfiie die Standard Oil (So. die hinreichenden Petro­leummengen zu beschaffen, und die Regierung rechnet wohl auch in erster Reihe auf eine gütliche Einigung mit der Gesellschaft, was ja in letzter Reihe deren wohlverstandenem Interesse entsprechen würde. Im Notfall aber müßte und soll eben der .stanipf aufgenommen werden, und die Regie­rung hofft auch in diesem Fall, das erforderliche Petroleum­quantum beschaffen zu können. Die deutsche Produktion, die im letzten Jahre 142992 Tonnen betrug, kommt hierbei freilich nicht in Frage, da dies Petroleum hauptsächlich zu Schniieröl verarbeitet wird. Es wird aber darauf ge­rechnet, daß im Notfall aus Rumänien, Galizien, Rußland, eventuell auch noch aus Mexiko und Niedcrländisch-Jndicn, vor allem aber von den unabhängigen Produzenten in der Union, so von' der pennsvlvanischen Pure Oil Eo., das er­forderliche Quantum beschafft werden kann. In diesem

Dir heutige Nummer umfatzt 12 Seiten.

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nr 244 Erstes Blatt 162. Jahrgang Mittwoch, 16. Oktober

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Tarmstädter Theaterbrief. Aus Darm­stadt, 14. Okt., wird uns geschrieben: Das erste Kon­zert der Großherzoglichen Hofmustk in diesem Winter trat dem Gedächtnis Gustav Mahlers gewidmet. Ter Abend brachte von ihm drei Gesänge mit Orchester und seine Erike Sinfonie, 'D-dur' in vier Sätzen. Tie drei Lieder fang der Wiener Kammersänger Franz Steiner, dessen musikalische B'.ldner- fraft sich hier in wunderbarem Reichtum zeigte. In einigen Liefern von Schubert und Schumann konntt der Sänger auch feine Gesangskunst zur Geltung bringen. Das Orchester unter feinem Kapellmeister Hofrat de Haan erntete mit der Wieder­gabe der Mahlerschen Sinfonie außerordentlichen Beifall. Es blieb dem Werke nichts schuldig. Besonders wirkungsvoll war nair irrena anr amt Wuu»BÜWu.uAuv.., der Schlußsatz. Eine Serenadenmusik in drei Sätzen für Orchester

Tochter bei oen Schulaufgaben unb maust mit so viel Geschick, von Paul Juon vervollftändigte das Programm, ^-as Haus