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15/05/1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfatzt 14 Seiten.

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sich in seinem holen Reize er ein Sonntagskind ist suchen wollen, genau so suchen darf.

sieben Binder Kronprinz den Thron boren ist.

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Indes bat der Begriff des süßen Mädels, sobald er aus dem engen Kreise der Literatur heraustrcu und volkstümlich wurde, seinen Charakter sehr verändert. Tas Diener süße Mädel wurde das hübiche unbedenkliche Mädel der Großstadt schlechtweg, der Ausdruck wurde so verallgemeinert, daß die feinen aber sehr bc- imen des Schnitzlcrschen Typus verloren gingen. Und

und Prinz Kund. Ein Bruder des fetzigen dänischen König!, Prinz Karl, wurde 1905 zum .König von Norwegen geiüuhlt und führt jetzt den Namen Haakon VII.

für .Herrn von Marschall eine schwierige uno Vtiflc, Die schließ! Iw dazu fuhrt.-, daß Herr v. Mar schall 'Jüm als Staatssekretär verzichtete, nm als Botschafter Türkei zu gehen.

er 1897 nach Konstantinopel kam. werden wenig.-, bul-

Schmuck, Toiletten oder gar Automobil, und gänzlich fern liegt ihr der Wunsch nach einer eigenen Wohnung, dein Ideal ihrer Pariser Kollegin. Was sie von dem Gefährten ihrer blühenben Tage vor langt das ist Liebe und wieder nur Liebe. Tief beglückt ist sie, wenn sie an seinem Amre über blumige Frühlingswiesen streifen kann, und führter" sie des Abends in ein beschecdenes Gastl-aus. so ivird sie auf der Sveisenkartc gewiß gleich unten Nachsehen, wo die billigen Speisen verzeichnet sind Taßer", der einer höheren Gesellschaftsklasse entstammt, Offizier ist ober Beamter, Toklor ober wenigstens Student in späteren Semestern, sie niemals heiraten wird, das weiß sie. 9lber sie weiß auch, daß die nach- sichlige Auffassung ihres Kreises ein Gretchenschicksal nicht be­fürchten läßt Will sie nachher nod) heiraten, so findet sich immer ein Gevatter Schneider oder Handschuhmacher, der ihr das nicht weiter nackträgl, lvorüber nach .Hebbels ftr engem norddeutscher Auffassungtetn Mann hinwegkommt". Ist Egmont von der Szene getreten, so nimmt Brackenburg ircunbroühg seine Stelle ein. Im Ellernhause wird dieBekanntschaft" freilich nicht gern gesehen, aber oft als etwas Unvermeidliches hingenommen. Keineswegs braucht das süße Mädel mit dem Verstoßenwerden zu rechnen.Alles versteh'n. beißt alles verzeib'n" und die Mutter der Mizzi oder der Josef,n bat roobl ,m Laufe der ein­tönigen kleinbürgerlichen Eheiahre die kurzen Freuden ihrer Jugend mär so vollständig vergessen, um sie ihrer Tochter als Tod­sünden anzukreiden. Seltener^ findet sich der Baler drein, und immerhin mag der alte Munkus in SchnitzlersLiebele," mit seinem liebevoll-cntsckuldigenDen Begreifen als Ausnahme gelten, trenn auch seine Christine in der Wärme und Ursprünglichkeit ihrer hingebenden Emnnndung die Reinkultur dessüßen Atädels" bar» stellt Ihre Gegenspielerin, die heiter-kecke und und so gar nicht sentimentale Swlagermizzi wäre in München, in Berlin, in Köln ebensogut möglich Christine ist reinstes Wiener Blut.

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leicht er selbst nicht geglaubt haben, daß er fünfzehn Jahre seines Lebens dort verbringen werde: nod) weniger ,al, man voriu.-, baß er in diesem Zeitraum dort eine solch? Stellung erringen: würde, wie er sic tatsächlich erlangt hat. Es gab nniir Abdul .Vainiö eine Zeit, wo man Herrn v. Marschall als allmächtig betrachtete, uno wenn das atm, übertrieben sein mag, iu war er boch sicher sein einilupreichster Berater, delseu Wünsche' immer schwer in die Wagsckfale sielen. Wenn Abdul Hamid sich tu allem leinen Ratschlägen getilgt haben würde, so würden wahrscheinlich jene Zustände nicht cingctreten sein, die im Jahre 190* ,u dem Aufstande führten, der mit dem Sturz bfj Sultans endete, as gab damals Leute, die befreit aufatmeten, weil sie glaubten, daß nunmehr der Einfluß des fctfrrn v. Marschall in Kottstanunopel gebrochen sei. In der Tat gab es in den fungtstrlisch.ii Kreisen nicht wenige, die dem deutschen Botschafter sein enges Verhältnis um Sultan zum Vorwurf machten, und in der llebergangv^cit war feine Stellung recht schwierig. Schließlich kam es aber boch »und Verständnis, baß Herr v. Marschall, solange Abdul Hamid regierte, seine lurLnfreunblid c Politik ntc i anders betreiben konnte als mit dem Sultan, bei nun einmal bei absolute Herr der Türkei war. Im Kampf ber Leidenschaften, die sich an feinen Sturz knüpften, war es nicht leid.1, der Uebcrzeugung zum ^icgi zu verhelfen, baß bie deutsche Politik gegen bie Türkei keine auf den Sultan zugeschnittene persönlich.?, loi.Lcrn eine faeßlirl>. g.-iucien

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Honig Friedrich VIII. von Dänemark f.

Hamburg, 14. Mai. Ter König von Däne­mark ist imchts hier, wo er seit vorgestern weilte, an einem Herzschlag gestorben.

König Christian Friedrich VIII. aus dem Zweige Schleswig! - S?oi|tein ° Sonbcrburgi - Glücksburg des 5^auses Oldenburg, folgte seinem Vater, König Christian IX., am 29. Januar 1906 in der Regierung. Er ist am 3. Juni 1843 zu Kopenhagen geboren. Seine Mutter war Prinzessin Luise von Hessen-Kassel; sie ist 1898 gestorben. König Friedrich vermahlte sich am 28. Juli 1859 mit der Prin­zessin Luisa von Schweden und Norwegen. Ter Ehe sind

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jrhr. v. Marschall zum volschaster in London ernannt.

TieNordd Allgem. Ztg. gibt bekannt: Frhr. von Marschall ist zum Botschafter in London er- nannt lvorden.

DieKölnische Zeitung" gibt von der diplomatischen Karriere des Herrn v. Marschall folgendes Bild:

Als Herr v. Marschall zum 5taat»iefrnär des Auswärtigen Amtes ernannt wurde, nahmen wob! die meisten diese Ernennung; mit einem Gefühl der lleberrasd ung auf. Eni Staatsanwalt an der Stelle, wo Bismarck so Unvergängliches und Großes geleistet hatte, -- es war wohl zu verstehen, daß man dazu etwas den Kopf fd.üiteltc und Bedenken trug, ob ein solch i Mann stark und v.n- L reitet genug sein werde, um im auswärtigen Ticitft dir Etbichatr eines Bismard anzutretcn. Allerdings Lun Her, v. Marschall- nicht unmittelbar von bet Bank des öfsentlichen AnNagers narti der Wilhetmstraße, ionbern er hatte als baoisdv. Gesanbtei irti Berlin eine bivlomatische Zwischenzeit dutmgemacht, bu i In ein ganzen 9tqtut nal: allerbings nov' nicht als ein Bejah gungsbew.is' für die Leitung des Auswärtigen Amtes des Teulidien 'Jiiuhc»' angesehen werben konnte. Seine Ernennung tvar ein gew7!ses Wagnis, namentlid) wenn mau bebenki, baß es jeder Ucderliese- rung widersprach, an diese Stelle einen Mann zu setzen, der sticht aus der regelmäßigen zulänstigen Laufbahn h.-rvorgegangen war. Er war ein staatsmännisch veranlagter Unger und idiiagfcrtiget Redner, dessen immer tief durchdachte und in formvollendet. 1 Weise vorgetragenen Ausführungen aud) auf diejenigen ihren Einbruch nicht verfehlten, bie ihm von vornherein uuimiublid) entgegen - l'tanccn., Herr v. Marsdrall war weit entfernt, ein nb talcr Minister zu sein, aber er fühlte bock, zu modern, vielleicht z.t

Funde in Vompeft. Bei der Sortierung der Aus­grabungen unter der Leimng des Professors Spinazola wurde eine vollständig erhaltene Freske von außergewöhn­licher Bedeutung und wunderbarer Schönheit entbedt Tie schmückte die Fassade eines an einem öft'etttlidren Wege liegenden Hauses und wurde von dem dort roiedergefundenen Dach geschützt. Tie Freske stellt die Venus von Pomperi mit einem Tindem bar, Die unter geflügelten Amoretten auf einem von vier herrltdwn indischen Elefanten gezogenen Wagen dastehl. Tie Farben sind febr harmonisch jmD frisch.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wisfen- schaft. In Rothenburg 0. Tbr. wird das historische Feit- spielMeistertruiik" wie im vorigen Jahre mit daraus folgendem Festzug und Feldlager am Pfingstmontag, den 27. Mai aufgeführt. Die Zweite sächsische Kammer brroilligb bei der Beratung des Budgets Universität Leipzig 75 000 Mark zur Förderung der wi sse n s cha f l 11 ch " v Forschung und zur Erhaltung der wissenschaftlichen Forschung- institute.

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König ist seit dem Fahre 1898 mit bcc Herzogin Alexandrine zu Mecklenburg sgebor.u 187t* uer- rnähll und hat zwei Sohne. Kronprinz Ehrkftian Friedlich

Jeder Wiener kennt es, und mitunter mag es " auch den Fremden offenbaren, wenn nicht

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süddcutsd, um für die Forderungei ostelbifd r Monferyaiknr das- jenige Verständnis zu haben, das die Koniervativen eigentlich als selbstverständlich voraussetzen. Dieser Mangel an Verständnis und dieser Mangel an Unterwerfungsfähigkeit hatten zur Folge, Laß, cinflußreid'e Kreise zu ihm in scharfen Widersptuch traten, auf den eine Reihe sensationeller Prozesse Schlaglichter warfen. Deren intime Geschichte heute nocv md>i aufgeklärt ist und wahr- niemals aitfgcilärt werden wird Alle di.se Vorg-ML

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wenn die Dichter bet bekannten OperetteTas süße Mädel' im! besten Librettisteudcutsch versicherten:

Tas ist das süße Mädel,

<so wie es akkurat

In seiner besten Laune

Ter Herrgott g'schaffen hat",

so verschlug es nichts mehr, daß dieses süße Mädel zufällig den Beruf einer Masseuse ausübte. Tas süße Mädel war ein Modewort geworden, das heute in Wien längst außer öebraud» gekommen ist. Man kennt es noch als Firma eines nadnudjen Wctnlokales, um vom süßen Mädel in seiner einstigen Bedeiuung reden zu l>ören, wird man weit in die Provinz reifen muffen Aber mag heute auch das Wort abgegriffen und fast verschollen sein, das Urbild lebt in tausend und abertausend anmutigen Ver-

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Das föhe Mädel.

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Es flammt vom Gretchen ab, wenn auchmanche 3ügeam eine mhc Verwaiwtschait mit dem Klärchen unb_ aud> mit der -une Mcrin Hinweisen. Mer für Wien ist der wXaÖqcll - chni vier ein für allemal festgelegt Worten In dreien Lagen :a. er tarn 15. Mai) seinen fünfzigsten Geburtstag beg.ht, mag e^ m» Plane fein einiges scher feine populantt ittgur, ubrr oa- ^iener Ütze Brädel" zu sagen. ImAnatol", jener Sammlung ^enwrüLder Dialoge, die 1893 erschien und deren einige tn LL7LRepcrtoir? der deutschen Bühmnamgenomn^n nw - lei sind, findet sich der Ausdruck 5>-im ersten Ma^ L°tt U-M ' Tickter Da-' fuße Mädel in beabiidmgttn V)>.gin ai ?ux 2.cme der bürgerlichen Gesellschaft, bie ^rcn ^eric.i.-ne'-Ui'tg ' c:n gefolgt wäre, wenn sie den Mut aufgebracht h

Jüabel" aber, das aus der trüge eines dürftigen vau ya^. to:-iunt, den es gewiß als Ladenmamsell ^r EotUoristin mt_ tcdreiten hilft, hat diesen Mut ober bicitn -"chtttnn

Strinöbcrg t-

Stockholm, 14. .Mai. August Strinbberg ist heute nachmittag 4,30 Uhr gestorben.

Strinbberg, der schon seit mehreren Wochen schwer krank caruiebcrlag, aber mit mächtiger Wille^anstrengung rmmer noch biltung zu wahren suchte, tft am 22 ^anuar 1849 zu Stockholm 1 cb0reu' worden. Er besuchte die Univerntat Upfala und war nuheinander Lehrer, Sdjaufmefcr und -tnbent, bis er mitjcinem :t.lobiographischen Nom anxer Lohn einer - iagd aL- ^cbri 1 feiler au Die Ceffcntlubreit trat. .-trindberg der drei Gh^n ingtng und jade wieder loste, hat eine grof^ Anzahl von Dich- ungen veröffentlidft, in Denen allen fein eigenes unftate^ lut julfierr. Wir werden tuxh ttäher auf ictnc Bedeutung »uruck- lotnmcn. ,

TerBerliner Lo ka lanzerger" schreibt:

Tie Ansichten Darüber, ob die Unzufriedenheit des Kaisers mit der politischen Haltung der Bevölkerung und der Landes- rtrtretung bereditigt fei oder nicht, gehen hier natürlidj jiemlid) cineinander Indessen wird in ruhiger denkenden Kreisen nicht terhehlt, daß bei Kaiser alle Ursache habe, über den Ge­brauch, den der Landtag bis jetzt von seinen neuen venasfungs- mäßigen Befugnissen gemacht hat, verstimmt zu fem Das ädjlimme ist nur, bau die national,ftifchen Kretfe die Bevolke- :ung zur ruhigen lleberlcgnng nod) nicht kommen lauen.

DasBerliner läge Matt:

Tie undedachtenDro Hungen, bie ber Kotier geäußert ;<it können nichts bessern, sondern nur weit größeren schaden enriebten Weiter teilt bas Blatt ein Telegramm mit, das Jm der Vorsitzende der elsässischen Fortschrtttspartei Abgeordneter Itorg Wolf aus StrdHburg geschickt hat. xarut wird bie Aeutze iung des Kaisers als eine private Auslaffting ohne ftaat-.-recht- lid>c oder politische Bebeutung bezeichnet, ^.er Kai,er fei falfch vomiert oder nur iciiiMid>cii Ai.sNu.nn ausne'^:

DieMorgenpost":

Ter Neichstag wird an bie Zuficherunaen erinnern, die ihm unb der Nation ber Rcickiskanzler Fürst B ü l 0 ,v am 17 Nov. 1908 gegeben hat Ter Neichstag wirb erklären, baß bie Straß­burger Drohungen des Kaisers Den Zusicherungen von 190h nicht entsprechen Er wird sich auf das ftettigste^gegen diese Trohunger: auslehnen und möglicherweise werben die Sturme wieberkommen, die vor fast vier Jahren über das Land hinwegbrausi^n.

Tas Echo in Paris.

TerBerliner Lokalanzeiger" meldet ans Paris. Bei Erörterung der Aeußernngen des Kaisers in hiesigen politischen Mreifen tritt der Irrtum zutage, daß der fran zösischen Diplomatie ein gewifser Verdienst um die Ein sührung der Verfassung für die Neichslande zugesprochen wird. Eine Aushebung der Verfassung würde die ange nehmen geschäftlichen Beziehungen Teutschlands zu Frank reich wieder zerstören.

TasBerliner Tageblatt" meldet aus Paris: Hier beginnt bereits die kleinere Hetzpresse sich über die neuen Aeußernngen des Kaisers erregen. Es dürsten wieder einmal lebhaftere Tage bevorstehen.

Der Kaiser in Straßburg unb Metz.

Straßburg, 14. Mai. Ter Kaiser nahm heute vormillag 10 Uhr den Vorbeimarsch der Garnison vor dein' Kaiserpalast ab. Mit dem Kaiser hatten unter dem Säulenponal des Palastes Aufstellung genommen die Prinzen August Wilhelm und Joachim, die Prinzessin Vik­toria Luise, ferner der Statthalter Gras von Wedel und der Fürst von Fürstenberg nebst den Herren der Umgebung. Ter Parademarsch erfolgte in Zügen Auch die berittenen Truppen marschierten zn Fuß. Nach dem Parademarsch nahm der Kaiser militärische Meldungen entgegen. Um 11.30 Uhr war Frühstück bei dem tommanbicrenocn General v. Fabeck Prinz August Wilhelm begibt sich von hier nach Berlin, Prinzessin Viktoria Luise nach Homburg v. d. Höhe zum Besuche der Kaiserin.

Um 1.30 Uhr trat der Kaiser vom Palast des kommandie­renden Generals v. Fabeck aus die

Fahrt nach Mctz

an und zwar per Automobil. Tie Abfahrt erfolgte unter begeisterten Kundgebungen des Publikums. Neben dem Kaiser saß der Fürst zu Fürstenberg, hinter ihm in dem­selben Wagen der Statthalter Graf von Wedel und der Staatssekretär Zorn v. Bulach, die den Kaiser bis nach Metz begleiten. Ter Statthalter bleibt bis zum 16. Mai in Meß.

Der Kaiser traf in Metz um 7.20 Uhr im Automobil vor dem Gebäude des Generalkommandos des 16. Armee­korps ein, nachdem er vorher noch eine Reihe von Forts von Metz besichtigt hatte und ist im Generalkommando ab­gestiegen. Um 8 Uhr abends war Tafel' im Generalkom­mando. Hierbei saß der Kaiser ztvischen Frau von Pritt­witz und Gafsron und dem Statthalter. Gegenüber saß der kommandierende General von Prittwitz und Gasfron zwischen dem Fürsten von Fürstenberg und dem Chef des Militärkabinetts Freiherrn v. Lyncker.

Der Kaiser über die e!sah-!othringische Frage.

Daß der Kaiser den Unterstaatssekretär Mandel im Anschluß an Die Grasenstad Angelegenheit mit dem Titel Erzellenz ausgezeichnet hat, mußte Aufsehen erregen. Es geht daraus hervor, daß der Kaiser und seine Negierung cvS jüngste Votum der elsaß-lothringischen Kammer nicht für berechtigt halten unb den angegriffenen Beamten vor Iler Welt einen starken Rückhalt zu geben geneiat sind riet in bie elsaß-lothringischen Angelegenheiten nicht selbst sivnz genau eingeroeiht ist, kann sich schwer ein Urteil da rüber bilden, ob das Vorgehen der dortigen Regierung gegenüber der Grafenslader Fabrik ganz weise unb nicht »vielleicht ein wenig übereilt war. Iebensalls aber scheint bie Tatsache zu stimmen, daß in dieser Fabrik empörende deutschfeindliche Bestrebungen von ber Leitung gestützt unb gefördert worden sind. Und daß in diesem Falle die 'cifenbahnoerroaUung mit vollem Rechte bei ihren Arbeit? unb Lieserungsvergebungen dem deutsch-feindlichen Unter nehmen mit größter Zurückhaltung gegenüberzustehcn hatte, dos steht gleichfalls fest. Tie elsaß-lothringische Kammer aber- hat sich in schroffer Weise auf den entgegengesetzten Äandpunkt gestellt und leider nicht einmal Worte des bedauerns über die offenbaren welschen Umtriebe 3um .ülSdrnck gebracht So müssen dem Kaiser, der den Wün- licn deS elsaß-lothringischen Volkes so w?it entgegengetom- nten war, heute bei seinem Aufenthalt in Straßburg doch bittere Gedanken kommen. Um die Sensation vollständig iu machen, hat berMatin" berichtet, baß der Kaiser sährend des Frühstücks beim Baron Zorn von Bulach if) mit mehreren Personen lange unterhalten unb babei ruf) Anspielungen gemacht habe auf bie zahlreichen jifischensälle, die sich in Elsaß-Loihringen seit ber Ver- 'diiungäreform abgespielt haben. Ter Kaiser habe wört- l.ch zu einem der Eingeladenen gesagt:Wenn das so ; p r t g e h t, so s ch läge ich Ihre Verfassung in Scherben. Bisher kennen Sic mich nur von ber guten Seite. Sic könnten mich halb aber auch von der anderen Seite kennen lernep, und wenn das nicht bald anders nntb, so machen wir aus Elsaß-Lothringen eine preußische Pr0vinz." . ,

Wahrscheinlich hanbcit er sich um eine lenjattonellc 'Aufbauschung. Wenn ber .t üfer sich wörtlich so geäußert tätie, so müßte man bas bedauern. Tinge von so großer Tragweite sollten nicht mit rntpulsiven Drohungen gelöst werden. Wir glauben derMatin"-Meldung n i ch t. Darum tjubeln einige Berliner Blätter, die lein Wort des Be­dauerns für bie dem Borfalle zugrunde liegender deutsch- feindlichen Regungen übrig haben, unseres Erachtens mm- testens vorschnell, wenn sie Vorhaltungen unb Verwcchrun-

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entsprossen, von benen der älteste Sohn, Christian, ber setzt als Christian X besteigt, am .26 September 1870 gc-

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Htä im .WicnenvalD, tief im ivarmem Herzen; |tc Tragt nuQt naaj | mmmicn

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