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15/10/1912 Zweites Blatt
 
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162. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 243

Erscheint tügllch mit Ausnahme des Sonntags.

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vortreffliches

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Tieeiehcer Semilicnblätter** werden dem ,9lngctflCTe viermal wöchentlich beigelegt, das Krdsklett für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

12. Oktober, fand die erste Feuerbestattung im Krema­torium zu Frankfurt a. M. statt, und zwar die dec Frau Maria Barbara Adam Wwe. auS Frankfurt a. M.

Dienstag, 15. Oktober 1912

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäls - Buch- und Gteinbrudeceu R. Lange, Dieven.

Jahre auf fein 20jähriges Bestehen zurückblickt, ist, wie man uns schreibt, eifrig an der Arbeit, um dieses Ereignis durch ein größeres Fest in würdiger Weise zu begeben. Tie beiden Hauptteile der Feier werden am 9. November imCafe Leib" und am 10. November auf derLiebigs- höhe" stattfinden. Tas Protektorat über das Fest hat o- Fürst zu Solms-Hohensolms-Lich übernommen. Das Kom­ma irdo von S. M. S.Hessen" hat die Entsendung einer

Aus Hessen.

Tie Bier- und Brausteuer in Hessen hat, so schreibt unS unser Darmstädter rb-Mitarbeiter, im Jahre 1911 eine wesentlich höhere Einnahme gegen das Vorjahr ergeben, nämlich 4 793 134 Mk. gegen 4 527 257 Mark im Jahre 1910. Es wurden 1911 in Hessen 82 102 Hektoliter verkaufSfertrgeS Bier mehr hergesiellt und dement­sprechend 15 556 dz Braustoffe mehr versteuert. Tie Mehr-

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- strahe 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:S^112. Tel.-Ade.: AiizclgerGleßen.

Uinversitcits^Nacbrrchterr.

ss Marburg, 13. Okt. Unter zahlreicher Beteiligung fand heute mittag in der Aula der Umberiität die Einführung des neugewähltcn Rektors, das Prof. Dr. Walther Troeltsch, in sein Amt statt. Nach bem Einzug der Chargierten trua ein unter Leitung des NnwersitatS-Muiikdirekwrs Prof. Jenner stehen­der gennschter Chor den 95. Psalm vor und dann gab der seitherige Rektor Prof. Dr. Schenck, einen Rückblick auf das verflossene Jahr. Er gedachte der fortschreitenden Entwicklung der Universität unb nndmetc den im le^,tcn Jahre verstorben'n Proicssoren. Achclis, Westerkamo, Bach, Disse unD Krümmel warme Nachrnsc. Besonders begrüßte, er Ls, dass jetzt mit dem Bau eines neuen physikalischen Instituts begonnen worden sei und weitere Entwürfe für notnxmbigc 23ernten ausgearbeitet würden. Ferner gcdaclüe er der musterhaften Führung der Studentenschaft und verabschiedete sich, mit dem Wunsche, daß dieser gute .Geist

506 848 hl mit 1 815 224 Mk. Einnahme, von 26 im zirk Offen bach (11 in der Stadl) 109 001 hl 407 658 Mk., von 19 im Bezirk Gießen 190 478 und 9 im Bezirk WorinS mit Bingen 255 849 hl 1 024 791 Mk. Einnahmen.

Vom (YrsetzgebungßauSschnß.

KreiS Friedberg.

$ Bad-Nauheim, 13. Okt. Als letzte Ver­anstaltung außer den Konzerten der Knrkapelle brachte unS das Unterhaltungsprogramm der Ktirverwaltung gestern abend noch einen Lieder- und Balladen-Abend des Konzert- nnb Oratoriensängers Otto Brömme - Buchschlag. Trotz der zu Ende gehenden Saison war dec Besuch gut. Ter noch junge Konzertgeber, deffen wohlklingende Baßstimme bei einer guten Höhe und in Mittellage vor allein besonders

schön in der Tiefe zur Geltung kam, hatte Programm aufgestellk

Hessen-Nassau.

v. Frankfurt a. M., 12. Okt.

Feuerbestattung in Frankfurt a. M. teilt

Llbordnung zugesichert: auch liegen bereits zahlreiche An­meldungen aktiver und ehemaliger Mariner, Joroic aus­wärtiger Marinevereine vor. An die Eltern, deren Söhne zurzeit bei der Marine dienen, ergeht die Bitte, sie zu diesen Tagen einzuladen. Auf Wunsch wendet sich der Marineverein gern an die Kommandos der betr. Schiffe und Marineteile, damit die jungen Kameraden beurlaubt werden. Diesem Ansuchen dürfte wohl stets entsprochen werden, falls nicht dienstliche Hinderungsgründe vorliegen.

** Im letzten Viertel des Jahres. Täglich nimmt der Tag um fast 4 Minuten ab. Ging die Sonne Ende September noch um 6 Uhr auf, so erscheint das Tages- geftirn Ettde Oktober erst 6 Uhr 56 Minuten und während die Sonne Ende September 5 Uhr 39 Minuten schied, geht sie Ende Oktober bereits 4 Uhr 31 Minuten unter. Die Abnahme des Tages im Oktober beträgt zwei Stunden. Am 23. Cftofrer, 'S Uhr abends, tritt die Sonne in daS Zeichen des Skorpions.

Kreis Büdingen.

4- Nidda, 13. Okt. Heute hielt der hiesige Zweig­verein des Evang. Bundes im Gambrinussaale seinen ersten Familie nab end ab, der von hier und den Nach- bargemcinben gut besucht war. Pfarrer Rambaud aus Lüttich, der nun in dem Dienst der Gesellschaft zur Aus-

politifcbe Tagesschau.

Tie erste Enteignung.

Die Nachricht von der bevorstehenden ersten Anwendung des preußischen Enteignungsgesetzes ruft, so schreibt die Nationalliberale Korr., in den nationalen srrcticn lebhafte Befriedigung hervor. Beseitigt doch die preussische Staats- regierung mit diesem &lmtt den Verdacht, den sie fiel) durch die Nichtanwendung hc5 Gesetzes während vier Jahren zu­gerogen hat, daß eme Abkehr von dem unter den, Furpen Bulow eingesch lagen en ^stmarkenlurs beabsichtigt sei. Wenn dieDeutsche Ta^esztg." meint, dieser Verdacht stelle sich jetzt als völlig grundlos oder müßig heraus, so mach- ten wir dem keinestvegs zustimmen. Die Borcurssetzungen, die für bevorstehende Enteignung von vier polnischen Gu­tem in Betracht kommen, umrcii auch früher schon ge­geben, und trotzdem hat die Staarsregierung es muterlassen, von dem Gesetz Gebrauch zu machen. Das deutet doch wohl auf einen Umschwung der Meinung hin. Daß vol­lends der Bethmann-Schorlemerfche Standpunkt von heute nicht der gleiche ist, wie 1907 und 1908 der Bülow-Rhein babensche, geht schon daraus hervor, daß die jetzige Re­gierung, wie sie im Budget ausschuß des Abgeordnetenhauses im Frühjahr ausdrücklich erklärt hat, nur enteignen will im Falle eines durch Veräußerung herbeigeführten Be­sitz w e ch s e l s". Darin liegt zweifellos eine Einschrän­kung, an die man sich auch in der Auswahl der jetzt zur Enteignung kommenden Güter gehalten zu haben scheint. Aber auch sonst dürfte die Entschiedenheit, mit der in den letzten Tagungen des 2lbgeordnetenhauses von den natio­nalen Parteien die Fortsetzung der Ostmarkenpolitik im Bülowschen Sinne gefordert worden ist, nicht nutzlos ver pufft gewesen sein, vielmehr ist anzunehmen, daß die ftän di gen Hinweise atlf das Stocken des Anfiedlungs- rverkes und die fortdauernden Landverkäufe an die Po­len aus deutscher Hattd die Widerstände überwun den haben, die sich in den letzten Jahren der Anwendung des Gesetzes entgegengeftettt haben.

Wohl ist die zur ersten Enteignung in Aussicht ge- nymnteue Fläche noch gering es handelt sich um etwa 1900 Hektar bei 70 000 Hektar, die im Gesetz vorgesehen sind: aber das Eis ist gebrochen, und die Forderungen der An iedlungskommission, die bei dem starken Andrang der An redlungslustigen noch viel Land nötig hat, werden schon das ihrige tun, um den ersten vier Gütern noch weitere folgen zu (affen. Daß dies in nicht allzu ferner Zeit der Fall sein möge, möchten wir auch schon aus dem Grunde hoffen, weil die Enteignung eines so geringen Komplexes noch keinen bemerkenswerten Einfluß auf die Güterpreife üben kann. Ein Rückgang der letzteren erscheint erst möglich, wenn die Polen nicht mehr im Zwei­fel darüber sind, daß es wirklich ernst werden soll.

Nach einer telegraphischen Meldung wird aus Posen berichtet, daß die enteigneten polnischen Besitzer die amt­liche Anfrage erhielten, wieviel sie bei freiwilli­gem Berkaus verlangen würden.

Ter neugeregelte Verkehr mit Mineralöl.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Vberheffen

breihmg des Evangeliums steht, hatte schon im VormittagS- gvltesdienste die Gemeinde durch feine von großer lieber» zeugnng getragene Predigt über Lukas 12, 56 erbaut Er suchte au beweisen, daß unserer Zeit der persönlich wirk­lich selbsterlebte Glaube dringend nottue; er führe zur Mission, die jeder Christ treiben könne unb solle. Tenn die Laienmitarbeit sei ein sehr n*...-tiger Missionshelfer. Auch am Abend war er der Hauptredner. Seine beinahe zweistündige Rede, in der Pfarrer Rambaud, ein geborener Franzose, viel Selbsterlebtes erzählte, wurde von den Zu­hörern mit großem Beifall ausgenommen. Ter Verkauf von Schriftchen, die sich besonders zur Kolportage unter fütf). Bevölkerung eignen, ergab einen hübschen Betrag.

Ortenberg, 13. Okt. Im Sitzungssaale der Be -

rb. Darmstadt, 14. Okt. Der Gesetzgebungs- Ausschuß der Zweiten Kammer wird am Freitag, den 18. Oktober wieder zu einer Sitzung zusammentreten, um den Rest der früljcr auf die Tagesordnung gesetzten Bera- lungdgegenftänbc (Gesetzentwurf über die Handelskammern und die Vorstellung der Detailliftenvereine hierzu, Gesetz­entwurf über die Landeskreditkassc usw.), zu erledigen unb >ic Berichte über die erledigten Beratungsgegenstände zu genehmigen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 15. Oktober 1912.

** Regierungsbaumei st er. Mit Ermächtigung deS Großherzogs wurden den Regierungsbaumeistern Otto Busch bäum aus Darmstadt und Fritz Ucko ans Breslau etatsmäßige Stellen als Regierungsbaumeister in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinfchaft verliehen.

** Landesbaugewerk schule. Der Großherzog )at den Hauptlehrer an der Landesbaugewerkschule Karl Stief in Darmstadt auf sein Nachsuchen aus dem hessi- chen Staatsdienst entlassen.

"Bei der LandeSversicherungSanstalt Hessen sind iin September 253 Anträge eingegangen und zwar: 180 Anträge auf Invaliden- unb Ktankenrente (I. n. K.), 19 Anträge auf Altersrente (91.), 24 Anträge auf Witwen- und Witwerrente (W.), 22 Anträge auf Waisenrente (C.) 8 Anträge auf Witwengeld (Wg.). Unerledigt wurden übernommen 344 Anträge, so daß 597 Nentengesuchc in Bearbeitung standen. Es fanden Erledigung: 241 Anträge durch Bewilligung (189 I., 13 K , 10 91., 5 W., 2 Wg., 22 O.), (13 Nentensachen wurden durch Umwandlung erledigt), 2 An­träge durch 9lnivartschastsbescheid (§§ 1258 und 1743 NBO.), 47 Anträge durch Ablehnung, weil unbegründet (29 I., 3 91., 8 953., Wg., 7 O.), 9 Anträge burd) andere Weise Zurücknahme usw. (5 I., 1 91., 2 W., 1 Wg. O.), zusammen 299 Anträge, so daß 298 als unerledigt auf den Oktober übernommen werden mußten. In welchem Umfange die LandeSversicherungSanstalt Heil- verfahrenSkosten für ihre Versicherten übernimmt, ergibt sich daraus, daß Ende September 330 versicherte Personen in An­stalten untergebracht waren. In der Eleonorenheilstätte be­fanden sich außerdem noch 51 Personen, die teils auf eigene Kosten, teils auf Kosten deS Fonds der Großherzogin oder sonstiger Stiftungen eingewiesen waren.

" Der Verband Jung-Deutschland plant für Montag, 4. November, eine große Versammlung, die in der Turnhalle deS Turnvereins gehalten werden soll. Vro- feffor Kissinger in Darmstadt und Professor Schöll in Friedberg wollen dabei Vorträge über die Bestrebungen deS Verbandes halten und praktische Vorschläge machen; beide Herren finb schon lange in der Jugendpflege erfahren. Eine freie Aussprache soll jedem Gelegenheit zu Anregungen geben. Dabei können auch die OrranisationSfragen und die für 1913 schon gemachten Vorschläge erörtert werden.

** Der M arine-Verein Gießen, der in diesem

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" macht Mit­teilungen über den Inhalt des Gesetzentwurfs, be­treffend den Verkehr mit Mineralöl, der dem Reichstag bei feinem Zusammentritt zugchen soll. Dar­nach wird die Errichtung einer Vertriebsgesellschaft mit r?r ausschließlichen Befugnis zum < toel mit Leucht ol vorgesehen, die unter oct Aufsicht des Reichs von Saup Icuteii geleitet und von deutschen Finanzgesellschaften or­ganisiert und finanziert werden soll. Der Kleinhan­del mit Leuchtöl sowie der Verkehr mit übri­gen Mineralölen werden von der geplanten Rege jung nicht berührt. Die Gesellschaft ist in ihrem Gewinne begrenzt. Sie darf mehr als die handelsübliche Verzin­sung nur bann verdienen, wenn es ihr gelingt, die Preise unter einer bestimmten mäßigen Grenze zu halten. An dem so beschränkten .Gewinn ist auch das Reich beteiligt, da es nicht gerechtfertigt wäre, den Gewinn, der der teilweise vom Reiche übertragenen ausschließlichen Handelsbercchtigung der Gesellschaft zu verdanken ist, dem privaten Kapital allein zu überlassen. Tie dem Reiche zufließeuden Erträge sollen dazu dienen, die Erfüllung sozialpolitischer Aufgaben, die bisher hauptsäch­lich aus finanziellen Erwägungeir hintangestellt werden mußten, zu ermögliche n.

Der Zweck der Vorlage ist in erster Linie ein nativ naler und volkswirtschaftlicher: Es soll die Gefahr eines Monopols der Standard Oil Company auf dem deutschen Markte abgewendet werden, die dadurch nahegerückt ist, daß die genannte Gesellschaft ihre Herrschaft über .immer weitere Zweige des Handels ausdehnte und sobald sie die letzten Wettbewerber über­wunden oder sich mit ihnen verständigt hätte, nicht zu hindern wäre, dem Verbraucher höhere Preise aufzuer­legen. Es erscheint nach den angestellten Erhebungen er rerchbar, die Versorgung des deutschen Marktes im äußersten Falle ohne Beteiligung der Standart Oil Compann sicher­zustellen und dazu auch unabhängige amerikani­sche Produktionsgesellschaften heranzuziehen: sofern die Standard Oil Company auf ihre bisherige herr­schende Stellung verzichtet, soll auch sie weiter an der Versorgung Deutschlands mit Leuchtöl beteiligt werden.

Tas Gesetz richtet sich also nicht gegen amerikanisches Petroleum als solches, sondern nur gegen eine etwaige Monopolstellung einer ausländischen Gesellschaft. Mit der Vorlage wird einer- mit großer Mehrheit angenommenen Entschließung des Reichstages vom März 1911 Rechnung getragen.

zirkssparkasse Crtcnberg sand gestern unter Vor­sitz des Präsidenten der Sparkasse, Landtag^abg. Forstmeister Tr. Weber-Konradsdorf, die M i t g l i e d e r v e r s a m m - lung statt. Als Regierungsvertreter war KreiSrat Boeck- mann-Büdingen erschienen. Nach Begrüßung der erschie­nenen 32 Mitglieder gedachte der Präsident des jüngst verstorbenen Aufsichtsratsmitglieds, Altbürgermeister Groth-Gelnhaar, der sich als langjähriges Mitglied manche Verdienste um das Institut erworben habe. Der Rechen­schaftsbericht, von Direktor Fr. Lenz erstattet, zeigte ein erfreuliches Wachstum der Kasse, die sich in den letzten zehn Jahren außerordentlich entwickelt hat. An Einlagen sind Ende 1911 2622 750:84 Mi nebst 667846.65 Mk. Kapi- talschulden an aufgenommenen Kapitalien zu verzeichnen. Tie Kapitalschulden betragen zusammen 3 000 597.49 Mk., denen ein Vermögen von 3 197 950.23 Mk. gegenüber steht. Für 1911 ergibt sich ein Reingewinn von 11573.86 Ml., von dem dem Reservefonds 8552.76 Mk. zugeschrieden wur­den, so daß dieser nunmehr 184 904.87 Mk. beträgt. Für Verwaltungskosten, Zuwendungen an Gemeinden und ge­meinnützige Anstalten, Krankenpflege wurde der Rest des Reingewinns verwendet. Kreisrat Boeckmann erkannte das segensreiche Wirken der Kasse an, das sie bei verschie­denen, ins Wanken geratenen Geldinstituten, Babenhausen und Ober-Mockstadt, hilfreich betätigte. Ter Zinsfuß für Aktiv- und Passivkapitalien bleibt unveränden. Nach Vor­nahme verschiedener Wahlen, die die ausscheidenden Vor­standsmitglieder wieder in ihren Aemtern beließ, wurden die Gehaltsverhältnisse von Rechner unb Kontrolleur neu geregelt und nach Beendigung des geschäftlichen Teils fand ein gemeinsames Mittagessen im Gasthaus zur Post statt, bei dem Kreisrat Boeckmann und Präsident Dr. We­ber sehr beifällig aufgenommene Toaste auf Fürst unb Vaterland, auf Männer von Treue und Gewissenhaftigkeit im Amt ausgebracht wurden.

A CH ajt b e r g, 14. Okt. Mit den Nachgrabungen an der längst vergangenenBurg Glauburg" hat man nun aufgehört, nachdem der Umfang der Burg bloßgelegt ist. Im nächsten Frühjahr soll unter Leitung von Fach- männern die Arbeit fortgesetzt werden: bis jetzt ttrgcn 12 Meter dicke Mauern aus Basaltstein, Türen, Tor und Fenstergewänder, Keller usw. bloß, letztere zeigen noch llebcrreftc von verkohltem Holz. Die Steinhauerarbeiten sind mit Geschick mnb Geschmack ausgeführt, besonders an den drei aufgedeckten Toren. Unterhalb der Burg, am Nordwcstabhang, ist von einem Pflastermeister aus Offen­bach ein B a s a l t st ei nb ru ch neu angelegt worden. Be­sonders werden sogenannte Kleinpflastersteine hergestellt, welche Steine sich in jeder Große bis auf 34 Zentimeter Seitenlänge glatt spalten lassen. Viele Arbeiter finden jetzt reichlichen Verdienst: das Gelände, das als steriler Boden gilt, wird zu 50 Pfg. der Quadratmeter vom Be­triebsletter angekauft. Eine zwei Meter hohe Lehmschicht bedeckt das Gestein. Eine Geleisverbindung an die Stock­heimVitbeler Bahn soll nach beendeter Felbbereinigung angelegt perbeit.

Kreis Lauterbach.

Ilbeshausen, 13. Okt. Dem Unternehmer Leo o. Ubisch zu Fulda wurde vom Ministerium der Finanzen die jederzeit widerrufliche Erlaubnis zur 9lnlage eines 9ln- schlußg leises bei km 77,331 der Strecke Vilbel-Lauter­bach in der Gemarkung Ilbeshausen und die widerrufliche Erlaubnis zum Lokomotivbetrieb auf dieser Gleisanlage erteilt. Ter Betrieb wird von der Eisenbahnverwaltung auSgcüb/ werden.

erzeugung ist in erster Linie auf den außergewöhnlich heißen und trockenen Gommer 1911 zuruckzusühren; daneben war allgemein ein Abflauen der gegen die infolge deS letzten BrausteuergcsetzeS eingetretene Bicrsieucrerhöhunq gerichteten Bewegung der Dicrverbraucher zu beobachten. Bel der 9td- gabe des BiercS auS den Brauereien wurden die gleichen Preise gezahlt, wie im Vorjahr; cb >io sind die 9luSschank- preise die gleichen geblieben. Die Einfuhr von Bier auS den süddeutschen, nicht zur Braustc»iergciueinjchaft gehörigen Staaten bewegte sich in den bisherigen Grenzen; vom 9luS- !anb wurden mir kleine Sendungen Pilsener und Porter Biere eingeführt. Von 33 im Hauptsteucramtsbezirk Darmstadt im Betrieb befindlichen Brauereien (25 in der Stadt) wurden 247 722 hl Bier mit einer Gesamteinnahme von 938 095 Mk. gewonnen, von 16 im Bezirk Mainz (10 in der Stadt)

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