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In der letzten Sitzung des Bundes rats wurde die Vorlage betreffend Acndcrung des Formulates der Wandergewerbescheine zugestimmt. Ter Entwurf einer neuen Vereinbarung leichterer Vorschriften für den wechselseitigen Verkehr Mischen den Eisenbahnen Deutschlands einerseits und £ cstcrrcich-Ungarns andererseits gelangte zur Annahme.
Wie das Wölfische Bureau hort, ist der vor einigen Jahren aufgenommene Plan, das Schloß Babelsberg dem Kronprinzen als Wohnung zu überweisen, fallen gelassen worden. Ter Kronprinz wird vielmehr bei seiner Rückkehr nach Potsdam im Reuen Garten Wohnung nehmen.
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den nicht mehr in der Lage sei, das Ehrenamt roeitcr zu »er sehen. Zugleich dankte er "dem Verein für das seitherige Vertrauen und den Vorstandsmitgliedern für ihre treue Mitarbeit. Er schlägt als seinen Nachfolger den Staatsanwalt T r ü m - pert, Oberleutnant der Reserve, vor. Ter Schriftführer Mö- bus spricht dem Vorsitzenden Gabriel für seine großen Verdienste um das Vereinswesen herzlichsten Tank aus und schlägt vor, ihn zum Ehrenmitglied zu ernennen und ihn auch dem Vorstand durch Wahl als Vorstandsmitglied zu erhalten. Gabriel wird hierauf einstimmig als Ehrenmitglied ernannt. Er spricht seinen Tank hierfür aus und gibt u. a. bekannt, daß ein von den letzthin ernannten Ehrenmitgliedern dem Verein einen Betrag von 300 Mark überwiesen habe, um bedürftige Vercinsmitglieder zu unterstützen. Tie Vorstandswahl ging glatt von statten. Als 1. Vorsitzender wurde Staatsanwalt Trum pert einstimmig gewählt. Als Rechner wählte man das Vorstandsmitglied Waas. Gabriel, der auch in den Vorstand gewählt wurde, führte nun den neuen Vorsitzenden Trümpert in sem Amt ein. Herr Trüm - pert übernahm das Präsidium mit Worten des Tankes für seine Wahl, und unter dem Versprechen, seine Kräfte dem Verein zu widmen. Rach Erledigung einiger Anfragen und Wünsche schloß der neue Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch auf das Vaterland.
Kreis Büdingen.
k. Büdingen, 1b. Febr. Unter dem Vorsitz des Kreis- rats Boeckmann fand gestern im Hotel Stern hier eine Bürgermeister-Versammlung statt. Assessor Stumpf berichtete in eingehender Weise über die neue Reichs- oersicherungsordnunq. Ferner wurden einige Fragen aus der Landgemeindcordnung, sowie sonstige Angelegenhelten besprochen.
■v. Stabt beb v jamme voll: brtüiie gedeckt i ■Anleihe w be jbri iknWrui [mit 4 Proz. v Llidi bet ctlpai 16. slahre ab ; Ü unkündbar sei Ian Tilgung eir 0 ai Hypothek Ijüig abgelauser s unb auf Zi it bet vor zwc jqt nur noch jtlüii^enirale ।
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Ausland.
Der „Temps" meldet aus Fez: Der Sultan und die Leute des Machsen liegen die Untätigkeit, welche Frankreich trotz des Abkommens vom 4. November 1911 an den Tag lege, als ein Zeichen der Schwäche aus und benutzen sie, um von neuem d i e Stämme auszusaugen und dieGüterdes Machsenzuverschleu- d er n. Wenn man einem neuen Aufstande vorbeugen wolle, dann müsse man diesen Mißbräuchen raschestens ein Ende machen, indem man dem Sultan entsprechende Existenzmittel gewähre und ihn so der Notwendigkeit enthebe, zu so argen Machenschaften zu greifen.
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pirckunst sei, werd? dadurch an Wirkung cinbüßen. <ac )trx letzt schon en einem viel zu kleinen Platz und werde durch b 5 etwa die halbe Mirrfiturmböhc erreichende Gebäude noch :ne>- ocrliercn. Wenn nne im vorliegenden Fall, öffentliche und prtr.. Interessen sich gegenüberständen, müßten erstere vorach.-n.
, fei es den Nachkommen schuldig, daß das Städtebild nicht X)v. dorben werde. Unsere Stadt habe Straßcnbildcr mit in/mi Reizen, die solle man zu erhalten suchen Tas Gutachten d-. Kunstbeirates habe keinen Einfluß aus die Genehmigung d - Baugesuchs, aber man solle es zum Ausdruck bringen, daß h Ausführung dcs Projektes, so wie es jetzt oorliege, von großer Schaden Tür das Stadtbild sei. Er beantrage namentliche A> stimmung darüber, ob die Versammlung sich der Meinung h Kunstbeirates anschließe.
Stadtv. Petri halt das Urteil des blunstdeirates von den: Standpunkt aus für berechtigt, aber wenn man solche Bedingung: machen wolle, müsse man den Besitzer entschädigen. Tie kircke werde durch den Neubau nicht so sehr beeinträchtigt. halte das Urteil des Kunstbeirates für zu weitgehend und rnrir«. man solle sich mit der Erklärung der Baudeputation zufried-: geben.
Stadtv. Grünewald ist der Ansicht, daß man endl.c, einmal den Baubescheid geben und den Anträgen der Baudevutcuio- zustimmen solle. Er sei errr-’u: über die Tätigkeit des KunhZ betratet, aber sie solle nicht äu weit gehen, damit die Unterem-, der Bauherren nicht geschädigt werden. Man solle nur b • Errichtung mißständiger Gebäude verhindern. Jedenfalls öün man teinc Beschlüsse fassen, die die Aussührung der Bauten ve> hinderten. In alten Stadtteilen könne man keine einbciili±< Bauweise durchführen. Er glaube nicht, daß bei dem vorliegend/, Projekt die öffentlichen Interessen so bedroht seien, daß mex sie den privaten Interessen voranstellen müsse. Tie Gebäude höhe sei allerdings auffallend, vielleicht könne sie dadurch do ringert werden, daß man die Stockwerkhöhe in sich niedriger mact;.
Stadtv. £ ob er bezeichnet die Ausführungen des Stadt?.; Tr. Ebel als ein Meisterwerk der Kunst, sie gehörten nach bei ewigen Rom. Auf den einen Gang nach dem Kirchenplatz könne man verzichten, da man ja doch noch zwei Ausgänge habe. Tu Bauherren wollten alles tun, was in feuerpolizeilicher Öiniiät erforderlich sei.
.Beig. Keller bittet, den Anträgen der Baudeputation a..| zustimmen. Es handle sich um einen Hotelbau von sechs Stock' werken und einen Saalbau mit Bühne. Mit Rücksicht auf btf Publikum müsse man auf genaueste Einhaltung der seuervolu. lichen Vorschriften sehen, toas übrigens auch im Interesse brr Bauherren liege.
Stadtv. Tr. Ebel betont, daß auch der Kimstbeirat bti Bau keine Schwierigkeiten bereiten wolle. Er habe bloß kn Urteil pflichtgemäß abgegeben und beantrage, daß die Versanw. 1 hing «ich seinen ästhetischen Bedenken anschließe, um baburi! vielleicht doch eine Aenderung des Bauplans hinsichtlich der (fr- bäudehöhe herbeizuführen.
Stadtv. Urstadt meint, der Kunstbeirat solle sich nicht allzusehr oordrängen und sich bei Privatbauten keine Entscheidu,-; anmaßen. Jedenfalls dürfe seine Meinung die Entscheidung übet j^’*'pcn^c n^t beeinflussen und auch einen dahingehenden Anschein müsse man vermeiden. Man könne das Urteil öd Kunstbeirates den Bauherren mitteilen, damit es eventuell bi» I rücksichtigt werde. Da ein zweiter Zugang vorhanden sei, könnt man bezüglich der Breite chcs einen Ganges nachsichtig sciiz! zumal die Bestimmungen hierüber aus einer Zeit stammten, in I öer man noch mit Feuerspritzen in die Hofreiten einfahr en muf;!1.1 '■Seig. Keller bittet nochmals, den Antrag der Baudevu- tation anzunehmen. Er könne sonst die feuerpolizeiliche Verani«! wortung nicht übernehmen.
Stoib tu. Wallenfels spricht ebenfalls für den Antrag öer Baudeputation. Bei solchen Gebäuden müsse inan für bit möglichste Sicherheit Sorge tragen. Tie Ausnutzung des $ir-| Platzes in die Höhe bedeute doch keinen Mißstand. Auch b:t Fenster auf der Grenze seien nicht zu beanstanden, wenn bnj Nachbar nichts dagegen habe.
Stadtv. Huhn führt aus, man habe heute gesehen, daß d« Tätigkeit des Kunstbeirats viel weiter gebe, als man uripriinc-M HliJ gewünscht habe. Tern vorliegenden Projekt könne er sni« Anerkennung nicht versagen.. Wenn der Bau auch l>och werde, so fa] £>od) zu berücksichtigen, daß. auch die Nachbargrundstücke fpätn»! bin höher bebaut iverben würden.
Stadtv. Gabriel begrüßt es, daß solck>e "Neubauten et«l richtet würden. Er glaube nicht, daß noch Aenderungen mögliäl feien. Die Höhe des Gebäudes sei nicht zu beanstanden.
Stadtv. Winn ist für die Genehmigung des Projektes. Tu! hohen Brandmauern nach dem Lindenplatz zu könnten wohl roö I etwas gemildert werden.
Stadw. Petri spricht nochmals für den Antrag der 5ku-| beputation.
Stadtv. Tr. Sommer ist dafür, daß man dem Bau fein*] Schwierigkeiten mache. Die ästhetischen Bedenken des Münftttvl rats könne er nickst teilen. Wegen der engen Gänge billige al Öen Standpunkt der Baudeputation. Es könne nicht fchwiechl sein, diesen Bestimmungen zu entfpred>en.
Deig- EmNiclius führt aus, der Kunstbeirat müsse all.il dem Plenum mitteilen, ivas er aur dem Herzen habe.
Stadw. Grünewald ist nickst der Ansicht, daß der Kunt-I beirat innerhalb seiner Befugnisse zu weit gegangen fei, mil m fachlicher Beziehung sei dies geschehen.
Stadtv. Huhn schließt sich dem an.
Bei der Abstimmung werden die Anträge der Baudevutatüll angenommen. Der Antrag, die Versammlung solle sich d-nil Gutachten des Kunstbeirats anschließen, wird zurückgezogen. _, ®in Baugesuch von EhriAan Schmidt für einen Neub-'v I Ecke der Bleichstraße und Steplxmstraße sieht Balkone vor, h'l JJ‘ct der Bedingung genehmigt werden, daß sie nicht mehr ci I 50 Zentimeter in die Straßenfluchtlinie rerfpringen. 'Jil l megeii der Bestimmung, daß die Brandmauer 40 Zentimcw I über das Dach hinaus rag en muß, wird Dispens erteilt.
. Derselbe Gesuchsteller erhält einen Dispens für den Neuba I Bleichstraße 44 wegen der Einfahrt.
Philipp Nicolaus erhält für seinen Neubau im Selters I meg Dispense für die Anbringung von Erkern (mit 60 Jen - I meter dlusladung), wegen der fehlenden Zufahrt, wegen des Far- I merfe‘5 im oberen Stockwerk und wegen der Anbringung r1 I Schaufenstern in der geschlossenen Brandmauer nach der Ture- I fahrt.
^briftian Reiber war für seinen Neubau Selter» | Weg 38 ine Anbringung von Erkern nach dem Selterswea 1 I niajt gestattet worden, weil man an na bin, daß bei dem bea • I lchtigten Cafähausbetrieb das auf der Straße verkehrende Vubl- | um durch das Herabwerfen von Asche usw. belästigt nxrbd I rönne. T a Herr Reiber nunmehr im ersten Swck nur ®ob'e I einrichten wiU, wird jetzt die Anbringung eines Erke S I mit 60 Zentimeter Ausladung und 3 Meter Länge befürwort(. I
Bebauungspläne und LttSsahungen.
Ter nunmehr festgesetzte Bebauungsplan für das I enassen schäft an der Licher Straße zwischen Vo» I unö Wald sieht erleichternde Bestimmungen in der Bebauung ' I art und offene Bauweise, bezw. Gruppenbauten bis ui fi r | päufern vor. Die auf einem Plan vorliegende 5traf>enfübrml I Bauguartiers hat die Zustimmuiig der Genossenschaft g' I unden.
Stadw. Winn wünscht, daß man im Interesse des Zuiwndt' I kommens der Genossenschaft die Straßen so billig wie mogh^ I verstelle und beanstandet die zu geringe Ausdehnung des txr- I geicbenen Spielplatzes Stadw. Tr. Hab er körn hält öngean I beit geplanten Spielplatz mit Rücksicht auf den niben Wald ft? I ausreichend Stadw. Dr. Sommer hält d"n Trüberen 'Pi'7 I eine Straße unmittelbar an der Bahn h?rzufülneit, für bnie; I "ach kurzer Aussprache hierüber, an der sich außer dem Vor itzenden die Stadw. Winn, Petri, W a l l e n se IS vn.' I Duhn beteiligen, wird beschlossen, daß ein neuer Plan <m'- I gestellt merken soll.
^at die Versammlung beschlofsen. I eine Ortssatz»ng aufgestellt werden solle, die bic TtögW-, I
VCVaW f wirb ist. S«:
Au» Stadt und Land.
G5 i e fi e n, 16. Februar 1912.
Aus der Sitzung der Stadtverordneten.
'Eine lange und dabei recht friedliche Sitzung hielten gestern unsere Stadtväter ab. Ten breitesten Raum In den Verhandlungen nahm das Baugesuch des Herrn 'Zas- Totostt) wegen des Einhorn-Neubaue» in Anspruch, d. h. weniger das Gesuch selbst als das dazu erstattete Gutachten des Kunstbeirates. Bml allen Seiten wurde die Nützlichkeit der Tätigkeit dcs Kunstbeirats anerkannt, vielfach aber auch betont, daß seine ästhetischen Urteile die private Bautätigkeit nur moralisch beeinflussen dürfen. Tie neue Ortsbausatzung, die Handhaben gegen eine Verschandelung des Stadtbildes bieten soll, fand einmütige Zustimmung. Auch der A m ts g er ich t s n e ub au vermochte diesmal nicht, die Gemüter besonders zu erregen. Die Stadt erklärte ihr Einverständnis mit dem am Montag vom Finanzausschuß der Zweiten Kammer grundsätzlich gutgeheißeneu Plan, den Neubau in die Fuldasche Besitzung zu stellen und die Fortsetzung der Landgrafenstraße zu überbrücken. Die Auflage einer Anleihe von 31/2 Millionen wurde einstimmig genehmigt. Die Vorlage gab Ge- Tegenljeit, über die Finanzlage der Stadt zu sprechen, die erfreulicherweise nach wie vor als günstig attzusprechen ist. Im übrigen bildeten hauptsächlich Schulfragen, Gesuche wegen Erlaubniserteilungen zum Äirtschaftsbetrieb üsw. den Inhalt der öffentlichen Sitzung.
In der nichtö ffen tli ch en Sitzung fand die Beige o r d n e t c n w a h l statt. Stadtv. Grünewald wurde an Stelle des verstorbenen Geh. Zustizrats Dr. Schäfer zum unbesoldeten Beigeordneten gewählt, so daß auch fernerhin neben einem Industriellen ein Jurist dieses städtische Ehrenamt bekleidet. — Der Gießener Karneval-Gefellschaft -wurden 500 Mk. zu den Kosten des Karnevalzuges bewilligt.
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** Tageskalender für Freitag, 16. Februar: Stabt» theater: „Nathan der Weise" (Gastspiel von Ernst o. P o ff a r t) Anfang 8 Uhr. .
** Konzert Verein. Kaum ist der große Tag der !,,Meiningcr" vorüber, so rüstet man sich schon wieder zu einer niusikalischen Großtat. Am Sonntag, 25. Februar, •urirb int Stadttheater Richard Wagners letztes und größtes Werk, sein Parsifal,in dem Umfange zu musikalischer Wiedergabe gelangen, in dem er außerhalb Bayreuths überhaupt zulässig ist. Der Konzertverein will mit Her ^ebernahme dieser wahrlich nicht leichten Aufgabe zu- -gleichXeinem seit Jahren gehegten, sehnlichen Verlangen vieler Musikfreunde entsprechen und denen, die der Weihe- .ftunben‘\tn Bayreuth noch nicht teilhaftig werden konnten, eine Voirstellung von einem Werke vermitteln, das so ganz -anders tyie alles uns sonst bekannte, beschaffen fst. Den Ehor stellt der Akademische Gesangverein, verstärkt durch eine groß^ Anzahl stimmbegabter und musikalischer Damen und Herrckn, die sich dem Verein aus Interesse für das nroße Werk angeschlosscn haben. Auf diese Weise zählt der Ehor gegen 180 Stimmen. Die Erweiterung ist weniger durch die Macht der Ehorpartien, als durch die vielfache Teilung der. Ehöre, wie es der Inhalt des Werkes mit sich bringt, bediftgt. Auch das Orchester, die Palmengarten- kapelle aus Frankfurt, ist durch Hinzuziehung anderer Künstler und ctmßcr Mitglieder der hieftgen Reaimcntskapelle auf die impoisiierende Stärke von 65 Mann gebracht worden. Prof. Trautnvann^ hat das Werk mit besonderer Fürsorge vorbereitet, foh daß eine in jeder Hinsicht musikalisch interessante Auffüb/rung, ein Höhepunkt in Gießens Musikleben zu erwarten sjrcht. Es sei noch darauf hingewiesen, daß die Äuftührung yer Parsifalszenen von den Milwirkenden wie vom Publiku'mr einen hoben Grad von musikalischer Vor- :bitbiing und Verständnis für ernste Kunst voraussetzt; beide ^Faktoren sink ja hier erfüllt. Es sitrd nur wenige Städte, ^welche das wckmdervolle Werk in ihre Konzerte ausgenommen haben; in letzster Zeit Halle, wo es, was hier leider nicht möglich war, nickt im Theater, sondern in zwei Tagen in der Kir ck/e aufgeführt lvurde. Ebenso brachten andere Städte, wie ft. B. Kopenhagen, die Parsifalszenen in der Kirche. T
** Eisenbahnverkehr. Aus Anlaß der .Wrnevalsver- änftaltimgen werfebrt der Zug 535 nach Grünberg, der sonst ran Sonntags gefahren wird, auch am Samstag abend. Er kann von Reisenden mit Fahrkarten 3 Klasse benutzt werden.
De r allgemeine Staat Sei senbahn-Verein laßt morge-m abend für seine Mitglieder eine Sondervorstellung im ötabttbi'oftcr veranstalten. Zur Aufführung kommt „Tic Ahnen- gatcric".
** Der Kriegerverein hielt am 13. d. M. seine or- dentliÄe Hauptversammlung ab. Der Besuch war gut Der 1. V^rNtzende Gabriel begrüßte die Erschienenen. Hierauf erfolg,te der .Kaffenbericht des Rechners Dort, der ein günstiges Ergebnis hatte. Der RechnungsprüfungSausschuß beantragte die Entlastung des Rechners, was geschah. Rechner Dort, bei: feit 25 Jahren das Rechneramt des Vereins gennfkmbaft n\brte, legte sein ?ünt nieder. Der Vorsitzende bedauerte ^n Rücktritt des Rechners, hielt ihn aber nach so langer Tätigkeit für gerechtfertigt Er sprach dem Rechner für seine ersprieß- ■ licke -Tätigkeit und seine Verdienste um den Verein herrlichen / Dank ans und überreichte ihm als Anerkeiurung einen schön dekorierttii kessel, den der Rechner mit Tairkesworten entgegen- nahm. Den Jahresbericht erstattete der Schriftführer M ö - VuS. Vrr entnahmen daraus, daß der Verein 333 Mitglieder zählt Den fehlen Punkt bei Tagesorbmmg bübetc bic Vorst a n ö s w a h 1. Der 1. Vorsitzende Gabriel bat, von feiner Wiederwahl Abstand zu nehmen, da er aus geschäfflrchen Grün-
Kreis Lauterbach.
~ Schlitz, 15. Febr. Wie von dem Landratsamt Fulda telephonisch mitgeteilt wird, ist in dem benachbarten preußischen Orte K e m m e r z e l l in vergangener Nacht der dortige Gemeindeförster von Zigeunern erschossen worden. In den letzten Nächten hörte man ost aus,den nahen Wäldern Schießen, das offenbar von den fich in letzter Zeit in der hiesigen Gegend herumtreibenden Zigeunern herrührte, unter denen sich der vielgesuchte Ernst Ebender aus Usenborn befinden soll, der im vorigem Jahre einen Gendarmen bei Mainz und Flieden tödlich verletzte. Durch die hiesige Gendarmerie und das Gräflich Görtzsche Forstpersonal wurden wiederholt Streifzüge nach den wildernden Zigeunern veranstaltet, ohne chrer habhaft zu werden. Ebender soll sich vor einigen Tagen einem Bewohner aus Ueltershausen zu erkennen gegeben und geäußert haben, denjenigen, der ihn verhaften wolle, werde er zusammenschießen. Der erschossene Zörster ist vermutlich auf einem Streifzube das Opfer dieses Ebender geworden. Nähere Einzelheiten sind vorläufig noch nicht bekannt. Die Gendarmerie aus den umliegenden preußischen und hessischen Gebieteir ist zur Verfolgung der Täter nufgeboten worden.
Hessen-Nassau.
[] Marburg, 16. Febr. Das Denkmal für den im Jahre 1888 verstorbenen berühmten Chirurgen Geh. Nat Professor Dr. Wilhelm Roser, deffen Ausführung Professor Max Lange in Leipzig übertragen wurde, wird im Mai zur Aufstellung gelangen. Als Standort ist ein Platz an der oberen Ketzerbach, am Eingang zum Marbachtal, vorgesehen. Der Denkmalfonds beträgt rund etwa 6200 Mk.
Wiesbaden, 15. Febr. Auf die Mitteilung von der patriotischen Spende von Otto und Karl Henkell, Inhaber der Sektkellereien Henkell, zwecks Anschaffung weiterer Flugzeuge für das deutsche Heer ist vom Kaiser folgendes Te l e- gramm eingegangen: „Ich genehmige gern, daß Sie zur Anschaffung weiterer Flugzeuge für das deutsche Heer die Summe von 100 000 Mk. zur Verfügung stellen und spreche Ihnen gleichzeitig für diese patriotische Tat meinen wärmsten Dank aus. Wilhelm K."
Sitzung der Stadtverordneten.
n Gießen, 16. Februar.
.Anwesend: Oberbürgermeister Mecum; die Beigeordneten Keller und Emmelius; die Stadtverordneten Dr. Ebel, Eichenaur, Friedberger, Gabriel, Grünewald, Habenicht, Tr. Ha- berkorn, Heichelheim, Helfrich, Helm, Huhn, Jann, Leib, Löber, Loos, Orbig, Petri, Plank, Schaffftaedt, Dr. Sommer, Troß, Urstadt, Vttters, Wallenfels, Dr. Äimmenaucr, Winn.
Mitteilungen.
Der Vorsihendtz teilt mit, daß vorn- Geh. Kommerzienrat Heichelheim, dem er im Namen der Stadtverwaltung zum 70. Geburtstag Glückwünsche ausgesprochen habe, ein herzliches Dankschreiben eingelaufen sei, ebenso vom Geh. Kommerzienrat Gail für die aus Anlaß des 100 jährigen Bestehens der Firma Gail übermittelten Glücktoünsche. Direkwr St ölte hat schriftlich für die ihm bewilligte Gehaltserhöhung gedankt.
Banqesnche.
Für den geplanten Neubau des Hotels Einhorn (Jas- kowskt) u. Gen.) sind in vierfacher Richtung Dispense erforderlich. Tas obere Stockwerk soll in Fachwerk ausgeführt werden, was nach dem Antrag der Baudeputation unter der Maßgabe bewilligt werden soll, day das Fachwerk mit unverbrennlichem Material bekleidet werden soll. Auch die Balkone und Erker sollen nach >em Lindenplatz zu bewilligt werden unter der Bedingung, daß ie nicht mehr als 60 bezw. 70 Zentimeter Ausladung erhalten ollen. Dagegen soll der Dispens, daß die nach Artikel 46 der Allgemeinen und Artikel 15 der Lokalbauordnung vorgeschriebc- ncn 2 Meter breiten Zugänge in geringerer Breite zugelassen werden sotten, nicht befürwortet werben. Auch daß die Brandmauer nach dem Scharmann'schen Anwesen zu Fenster auf der Grenze erhalten sott, wird nicht befürwortet. Der Kunstbeirat, dem der Bauplan Zur Begutachtung vorgelegt wurde, ist her Ansicht, daß das Gebäude zu hoch werden und infolgedessen )ic Wirkung der Stadtkirche beeinträchtigen wird. Tie Ausbildung der Fassade sei zu unruhig und durch die hohen Brandgiebel werde das Stadtbild beeinträchtigt. Der Kunstbeirat hat zwar keine Möglichkeit, auf die Gestaltung des Bauplans einzu- wirken, ersucht aber die Versammlung, sich zu seinem Gutachten zu äußern, da hierdurch doch auf die Interessenten eine Wirkung ausgeübt werden könne.
Stadtv. Löber hält c5 für merkwürdig, daß man eine Ortssatzung machen wolle, die einen derartigen Einfluß auf die Baugestaltung zulasse. Die Besitzer des „Einhorn" warteten jetzt über ein Jahr auf den Baubejcheid. Man solle froh sein, wenn gebaut werde, so aber liege die Gefahr vor, daß der Neubau nicht ausgeführt werde. Wenn die Vorschläge der Baudeputation angenommen würden, bleibe bet jetzige äußere Zustand unt> es werde bloß innen umgebaut.
Veig. Keller betont, daß man dem Neubau keine Schwierigkeiten bereiten wolle. Tie später zur Beratung kommende Ottssayuug werde auf einmütigen Wunsch der Versammlung vorgelegt.
Stadtv. Dr. G b c l betont, daß keine gesetzliche Handhabe vorhanden fei, die Anncht des Kunstbeirats durchzuführen. Aber der Nrunitbeirnt bestehe einmal und sei verpflichtet, nach Pflicht und Gewissen zu entscheiden. Was er verlange, liege im ^n- terepe der Allgemeinheit M,t der mittlenoeilc umgearbeiteten fvanabc sei der Kunstbeirat einverstanden. Ernste Bedenken habe er gegen die galante Höhe des Neubaues, zmnal hierduU • hir gegenüberliegenden Vauplätze gebunden
cu Man bekomme daöurch hohe ungegliederte Flachen'und die Stadtkitche, die ein ganz ausgezeichnete- Derk der späteren Em-
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