Ausgabe 
15.10.1912 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

ißllklCll

itnt

neue

8

Heute kurzem, sc. Vater, Soh

im 42. Ld

Diese stille Teili

Deutsches Reich.

Vom badischen Landtag.

DieKarlsruher Zeitung" gibt die Einberufung der ver­sagten badischen Ständeversammlung auf Dienstag, 22. Oktober, bekannt.

Der Bundesrat hat das Gesetz über die kleinen Han - dclsberufSgenossenschaften angenommen.

Deutsche Kolonien.

AuS Neuguinea.

Nach einem Telegramm des Bezirksamtes von Friedrich-Wil- belmshafen wurde der Paradiesvogeljäger Mikulicz in dem noch unverschlossenen Ncmu-Gebiet in Deutsch-Neuguinea von Eingeborenen ermordet.

Aus dem Vogelsberg, 14. Okt. Auch in un* erer Gebirgsgegend sind die Behörden fortgesetzt bestrebt, S^chulyausbauten zu errichten. Zwei Schulen konnten gestern wieder eingeweiht werden, nämlich die Neubauten zu Merken fritz Kreis Büdingen, und zu Kölzenhain, Kreis Schotten. An beiden feiern nah­men die Vertreter der Kreisschulkommissionen teil.

Aus Stadt und Land.

Dietzen, 15. Oktober 1912.

Uhr: 6,abhenl: T'-n-'ag °b.nd

ülrichsteii

i. W<

4 in, DieB

4 Uhr. auf d

Ms

31

,r"«rtÄte

Kolonial.GemLlde.AnS sie klung i.n Turmhaus am Braud und im oberen eaale des neuen Schlosses. Ab Tienswa täglich bi5 27. Oktober von 111 und 24 Uhr.

" Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde der SchukamtSaspiranlm Sabine Hix aus Mainz eine Lehrerin- stelle an der eoang. Schule zu Alsheim. Bestätigt wurde der von dem Herrn Grasen von Schlitz genannt von Görtz aus die Lehrecstelle an der Gemeindeschule zu Pfordt präsentierte SchulamtSaipirant Karl Repp aus Heislers Erledigt ist eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Klein-Hausen

stellen und vergeistigen, aber wir kennen aus so mancher Wen­dung seines Werkes, wie lebhaft seine Vorstellung an die allen Figuren gebannt ivar. Auch die Erscheinung der Helena har Marlowe dramatisiert. Das Zeitalter der Renaissance spiegelt sich auch in der dmnaligen Fausttragödie. Mexander wird gleich- falls aus die Bretter berufen. In bi cf rot Lichte müssen auct die Zauberstreiche 'Fausts und Mephittos beim Velersseste in Rom ange- sehen lverden. L-er Schabernack an der köstlichen Tafel, die Pruge- lung der für die bösen Plagegeister betenden Kardinale wurden dem lutherischen Volk em heiteres Bedürfnis. Die Possenkomödie, von der schon gesprochen wurde, geht aber noch mutwilliger in dem Nckenspiel der Diener und Schüler Fausts auf, die auf ihre Art auch Zauberkunst treiben. Mer am Schluffe wendet Marlowe ffch nut all seiner dramatischen Kunst wieder der eigentlichen Tragödie zu: der von Reue und furcht beseelte Faust wird zur Mltternachtsstunde von der Hölle verschlungen.

Das uns fesselt und ergreift: Goethe hat der alten Tra­gödie viel, viel zu verdanken. Aeustere Vorgänge hat er sorgsam bewahrt und dem geistigen Inhalt aus denselben Impulsen deS alten liagicrS den höchsten Aufschwung gegeben. -t.

r . Nachrichten auS Kunst und Wissen-

L&vV ,xn 1? V?burg ,st der frühere Vorstand des dortigen KrecSarchilx, Reichsarstnvrat a. D. Sebastian Göbl, im Alter Professor C «0 obc ~ ^frA.(HcncraIobfrQT<t 0 T.

17 Okwber feinen Tn Xi,"JL? * Üttingen feiert am 1 Mtooct |emcn <l). Geburtstag.

Srie

Ein neuer Erfolg Zeppelins.

Währenddahinten weit in der Türkei die Völker auf- einanderschlagen" oder aber ansFurcht vor der eigenen Shiraßc" den Beginn der kriegerischen Operationen nocl) immer hinaus zögern, hat sich bei uns abermals eines jener Ereignisse vollzogen, das im Kriege, wie im Frieden von höchster Bedeutung ist: Der Eroberung der Luft durch Graf Zeppelin ist die Beherrschung der Luft ge­folgt. Genau 31 Stunden hat sich das neueste Zeppelin- lustschiff, das ReichsmarineluftschiffL. 1", un­unterbrochen in der Lust befunden. In glänzender, durch nicht- gestörter Fahrt hat dieses Luftschiff, dessen Führung und Steuern tut Graf Zeppelin selbst übernommen hatte, Straßburg, Köln, Frankfurt a M., Osnabrück, Lübeck Kiel usw. überflogen. Der dichte Rebel konnte ihm nichts anhaben: Graf Zeppelin hat seinem RuhmeSkranze ein neues Reis hinzugefügt; in der Geschichte der Zeppelin­

befindet sich eine Bekanntmachung über den am 22. Oktober hier stattnndenden Viehmarkt, worauf die Interessenten be­sonders bingeroiefen seien.

♦♦ Stadttheater. Da die Aufführung von Ro­senmontag einen so außerordentlichen Erfolg errungen hat und vielfach der Wunsch geäußert wurde, das Stück noch nicht vom Repertoire verschwinden zu lassen, so fin­det am nächsten Sonntag nachmittag statt der angekün­digten Vorstellung derEhre" eine solche vonRosen­montag" bei kleinen Preisen statt.

** Baumpflanzungen an den Kreis st raßen des Kreises werden in diesem Herbst undüm nächsten Früh- jahr wieder vorgenommen: z. B. an den Straßen Gießen- Steinberg, Hungen-Inheiden, Hungen-Nonnenrolh und Lich- Langsdorf. In erster Linie werden Aepfel gepflanzt, und zwar Goldparmänen, Schöner von Boskopp, Holländische Reinette und Baumanns Reinette. Nur auf einer Teil- sttecke der Straße Gießen-Steinberg werden mit Rücksicht auf die Bodenverhältnisse Birnen gepflanzt.

" Herzschlag. (Seilern vernarb im Schulhause in der Schillerslratze am Herzschlag plötzlich eine 11jährige Schülerin. DaS Kind war schon längere Zeit herzleidend.

* Kaninchen-AuS st ellung. Den Stadt-EhrenpreiS und Ehrenpreis für Black-cmd-tan erhielt Tapeziermeister Franz Bock (nicht Frechöfer).

Vermißt. Die 15 Jahre alte Luise Goßmann auS Neuwied hat sich am 11. l. MtS. dahier aus der Wohnung ihrer Pflegeeltern entfernt und ist seitdem verschwunden. Den Umständen nach wird angenommen, daß sie sich em Leid angetan hat. Auskunft über den Verbleib deS Mädchens nimmt die Kriminalabteilung deS Grotzh. Polizeiamts entgegen.

Renitent. Ein fremder Bäcker schlug gestern abend an einer Wirtschaft in der Bahnhofstraße eine Fen ster- scheibe ein und verursachte einen Menschen au flaust Die Polizei nahm sich seiner an, aber er beleidigte auch die Beamten und wurde in Haft genommen.

** Prämiierte Polizeihunde. Bei der am vergangenen Sonntag in Frankfurt abgehaltenen Poli­zeihund-Ausstellung der drei Rassen (Airedale, Schäfer­hunde und Dobermannpinscher) erhielt der hiesige Züchter Karl Volk auf ein Dobermannpinscher-Paar in der Schön­heitskonkurrenz die höchste Auszeichnung, sowie den Ehren­preis von dem Deutschen Dobermannpinscher-Verein.

" Tierleben. Ta im Philosophenwald und in besten unmittelbarer Umgebung die Jagd nicht auSgeübt werden darf, sind die Rebhühner in der Gegend so sicher gemacht worden, daß ganze Ketten sich auf der LiebigShöhe täglich zu Gaste laden und mit den Haushühnern gemeinsam deren Futter verzehren. Die sonst sehr scheuen Wasserhühner kann man jetzt von der Lahnbrücke auS beobachten, wie sie vom Ufer an Burks Mühle ihre Wasterfahrten unternehmen, blitz­schnell untertauchen und an ziemlich entfernten Stellen wieder emporfommen.

** Altertümer in der Synagoge. In der Synagoge an der Süd-Anlage wird ein Messingleuchter für 9 Kerzen auf- bewährt, der 162 Jahre alt ist und ein sehr schönes Bild des.kunst­gewerblichen Könnens des 18. Jahrhunderts zeigt. D-er Leuchter wird nur während der 8 Tage des Tempelweihefestes benutzt. Tie Israelitische Gemeinde besitzt auch eine Gesetzesrolle, die vor 178 Jalwen auf Pergament niedergeschrieben worden ist. In beiden Fällen ist das Alter der Heiligtümer mit hcbräisclier^ Lettern an denselben beurkundet.

Kreis Büdingen.

A Büdin gen, 14. Okt. Hier wurde eine Ver­einigung ehemaliger 116er in Oberhessen für den Amtsgerichtsbezirk Düdmgen gegründet. Gestern sanden sich imFürstenhof" zahlreiche ehemalige Angehörige des Regiments Kaiser Wilhelm ein; es wurde über die Teil­nahme an der Feier des Regimentsjubiläums be­raten. Kammerdirektor Dr. Weimer wurde zum Leiter der Vereinigung gewählt.

Kreis Schotten.

& i*

W in" > yretM

fciAsS r.j troo * hn- voll» ilicn da-

^Ä'cversd^!

.Personen ! 'iVy? rvr<"^ yrau, \

her

iNd

fchcnirttH^A di-

Wir erhalten folgende Nachrichten:

Berlin, 14. Okt. Um 2,50 Uhr nachmittags überflog das LuftschiffL. I", von Svandau kommend, Ebarlottenburg _unb den Tiergarten. Zurzeit kreuzt eS über dem. Reichstagsgebäude und den Linden.

Johannisthal, 14. Okt. Das MarineluftschiffL. I" ist um 3,43 Uhr nachmittags auf dem Flugplatz glatt gelandet.

Der Weg des Luftschiffs.

Das MarineluftschiffL. I" ist gestern vom Reichsmarineamt übernommen worden. Kurze Zeit, nachdem es feinen Vasen in Friedrichshafen verlassen hatte, kam cs in eine dichte Nebel schicht, die jede Orientierung verhinderte und bis Würzburg anhielt, lieber der Rhön wurde cs etwas lichter und nun ging es in schneller Fahrt nach Norden über Osnabrück. In etwa 1500 Metern Höhe wurde zwischen Borkum und Norderney das Festland verlassen und die Fahrt über die Nordsee fort gefegt. Tie Blinkfeuer von Helgoland dienten als Richtpunkte. Deutlich waren die Lichter eines großen Passagierdampsers und selbst die abgeblendeten Lichter cineS Kriegsschiffes zu sehen. Bei Büsum wurde daS Festland wieder erreicht. Nachts um zwei Uhr, nachdem Kiel passiert war, wurde es von neuem verlassen. Bei Durchkreuzung der Ostsee fernen die däniscl-en Blinkfeuer in Sicht. Nachdem Graf Zeppelin Kehrt kommandiert 'hatte, mußte das Schiff heftig gegen den starken Gegenwind ankampsen. Lübeck wurde paniert und dann mit direktem Kurs nach Berlin gesegelt, lieber dem ReichSmarine- Amt und über dem Potsdamer .Platz wurden einige Schleifen ausgesührt. Tann setzte daS Schiff die Fahtt nach Johannisthä fort. Als kurz vor drei Uhr der Zeppelintreuzer von der Halle au5 gesichtet wurde, machte sich daS Militärkommando zum Emp­fang bereit. Gerade als die .Haltetaue ausgeworscn werden sollten, schoß plötzlich ein Eindecker heran und skog so dicht unter der vorderen Gondel hinweg, daß die Halteleine nicht auSgeworfen werden konnte. Tas Luftschiff war hierdurch gezwungen, Wicker hoch zu gehen. Es führte noch eine Schleife aus und landete uni 514 Uhr glatt, nachdem es eine Gesamt strecke von 1600 Kilometern zurückgelegt hatte.

Der Verlauf der Fahrt.

lieber die Fahrt teilte Kapitän Hacker einer Flugkorre­spondenz mit, daß erst wenige Stunden vor Antritt der Fahrt die Route bekannt gegeben worden war, die vorn Bodensee auer durch Deutschland zur Nordsee, über Helgoland nach der Ostsee und von dort in südlicher Richtung nach Berlin führen sollte. Am Sonntag um 12,4 Uhr mittags war Crailsheim erreicht. Aus eine Anfrage in Frankfurt a. M., wie die Wetterlage über der Nordsee sei, wurde geantwortet, daß über der Nocksee ein leichter süd- und südwestlicher Wind herrsche, der dem Vorhaben nur günstig fein konnte. Am Nackmiittag überflog das Schiff Paderborn und erreichte bei Einbruch der Dunkelheit Bielefeld. Bei völliger Finsternis, so daß man sich nur nach dem Kompaß orien­tieren konnte, wurde Ostfriesland durchflogen und bei Nord­deich die Nordsee erreicht. Tas Schiff flog über der See dahin, auf der man von Zeit zu Zeit die Lichter tief unten kyn- z testender Dampfer und Segelschiffe erkannte. Etwa gegen 12 Uhr nachts tauchten die Blinkfeuer von Helgoland auf, das nördlich liegen blieb. In Micher Fahrt ging es zu der schleswig-hol- Iteimfcfcn Küste, über Dclve und Rendsburg.L. I" über­flog Kiel beim Morgengrauen und erreiche morgens die Insel Fehmarn. In weitem Bogen ging es dann südlich von Laland über das Meer. Gegen 10 Uhr früh schwebte der Lufkkreuzer über L ü b e ck. Nach einigen Kreuzfahrten in der Nähe von Oldesloe und Bramstädt erfolgte ein Abstecher in die Umgebung von Ham­burg und bann der Flug über Wittenberge nach Johannis- t a l. Auf der ganzen Fahtt gab es nicht einen einzigen Maschinen- >efekt, obwohl die Motoren in ihrer vollen Leistungsfähigkeit er­probt wurden. Tie während der BOftünbigen Fahrt durclglogene Strecke dürfte etwa 1650 bis 1700 Kilometer betragen. Mit dieser Leistung bat das Zeppelin-Luftschiff einen neuen Rekord im Weitflug ausgestellt.

Lufeßchiftahrt.

Der süddeutsche Flug.

Mannheim, 14. Okt. Ter Süddeutsche Flug, der heute hier beginnt und der zweifellos eine der größten slug- pottlichen Veranstaltungen sein dürste, stellt an die dreizehn Teilnehmer sieben Militär- und seckis Zivilflieger starke Anforderungen. Tie Flieger haben eine Gesamtstrecke von über 600 Kilometer Luftlinie zu durchfahren und dabei mehrfach mit clnvicrigen Geländeverhältnissen zu redmeit, so beim Ueberfliegen der Höhen des Odenwaldes, des Spessatts und des Fränkischen und des Sckmwbischen Jura. An Geldspenden für die Flieger md über 100 000 Mark ausgesetzt. Slußerdnn erhalten die Mili­tärflieger und deren Begleiter Ehrenprttse.

Mannheim, 14. Okt. Dem großen Ueberlandfliegen in den nächsten -Lagen geht heute der militättsche Erkundungsslug nach der Pfalz voraus, an dem alle Flieger teilnehmen. Eine militärische Aufgabe ist zur Lösung gegeben. Es herrscht starker Nebel. Prinz Georg von Bayern, der Protektor des Fluges, ist kurz nach 11 Uhr heute vormittag zur Teilnalmie hier eingetroffen

Mannheim, 14. Okt. Nachm. 4 Uhr. Ta das neblige Wetter sich bis 3 Uhr nachmittags nicht gebelfert hat, hat die ö-aljrtleituug von dem Erkundungsfluge in die Pfalz Mstand genommen und hat jedem Flieger sreigestellt, nach Neustadt oder Ivener zu fliegen. Um V,4 Uhr stieg Leutnant Joly mit dem Oberleutnant Niemöller auf, schlug die Richtung nach der Pfalz ein und lanbetc um 3.48 Uhr glatt in Speyer

Mannheim, 14. Okt. Auch dem Zivilflieger Schlegel gelang es, mit einem Passagier gegen ' .6 Uhr Speyer zu erreichen und dort zu landen. Leutnant Joly, dessen Flugzeug einen kleinen Motordesekt davongetragen bat, wollte auf bem Luftwege wieder nach Mannheiin zurücktehren, doch war er in der Nähe von Speyer, unweit von seinem Llbslugsotte zu einer Notlandung gezwungen, wobei das Fahrgestell des Flugzeuges zerbrach. Der Flieger selbst nahm keinen Schaden

Starkenburg und Rheinhessen.

(!) Mainz, 14. Okt. Beim Ueberschreiten der Ge­leise geriet heute nachmittag im Güterbahnhof der 32jährige Güterbodenarbeiter I. De ztoischen die Puffer zweier Wagen. Bei dem Transport in das Krankenhaus, das er erst kürzlich nach dreivierteljähriger schwerer Krankheit ver­lassen hatte, starb der Schwerverletzte, der Vater von drei Kindern ist. Der Dekan Liz. Jakob von der hiesigen Johanneskirche wurde zum ersten Pfarrer der Protest. Gemeinde in Mainz und zum Vorstand,deS Gesamte kirchenvorstandes und Pfarrkollegiums ernannt.

Kreis Wetzlar.

,h. Wetzlar, 14. Okt. Tie Evang. Arbeiter- und Gefcllenvereine Butzbach, Friedberg, Gießen, Homburg v. d. H Marburg und Wetzlar, die sich im vottgen Jahre zu einer losen Vereinigung zusammengeschlossen haben, zu der jetzt auch der Evang. Männerverein Salzböden getreten ist, hielten am Sonntag im Saale des Gastwirts Guth in Wetzlar ihre Herbst- t a g u n g ab. Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden Lber- bibliothekar Tr. Heuser- Gießen erstatteten die einzelnen Ver­treter Bericht über das in den Vereinen aufgestellte Winter- vrogramm, sowie die zur Gründung von Jugendabteilungen unter­nommenen «chritte. Weiter wurde beschlossen, auf der im nächsten Frühjahr stattnndenden Tagung, die in Butzbach abgehalten werden soll und sich nochmals eingehend mit der Jugend- ifhge beschäftigen wird, einen Werbeausschuß zu bilden, der die Gründung neuer Vereine in die Wege leitet. An die Verhand­lungen schloß sich ein gemütliches Zusammensein mit den Mit­gliedern und Angehörigen des Wetzlarer Vereins, das aufs Beste verlies.

Hessen-Nassau.

0 Rodheim, 14. Okt. Heute nachmittag wurde der am ivreitag morgen auf GrubeEleonore" verunglückte und in der Gicycner KUmk verstorbene Bergarbeiter Chttstian Bender be­graben. Ter Verunglückte stand im 40. Lebensjahr und war Vater von 5 Kindern. Sämtliche Bergleute, sowie die Beamten nr Grube und der Gesangverein Liederkranz nahmen an dem Begräbnis teil. Tie Schüler der gewerblichen Fortbil­dungsschule unternahmen am Sonntag einen Ausflug nach Marburg.

~ )( Marburg, 14. Okt. In dar heute abgehaltenen Satzung der Stadtverordneten wurde die Abrech. nung oes Baues der elektrischen Straßenbahn zur Verlesung gebracht. Bon den bewilligten 205000 Mk. find rund 7248 Mk. übrig geblieben. Ferner wurde eine Eingabe der Angehörigen der Beleuchtungsindustrie, bezw. >er Verbände dieser Branchen, zur Verlesuira gebracht, daß die Lieferungen und Arbeiten nicht von der Stadt erfolgen^ sondern an die Privatunternehmer vergeben werden sollen.'

Tie Sri"N! ilittn Üb« Den «» a» di- $t«ie W * ÄA*v,n. ckuiwärlsbcivcgung cebot denn Die K, und ha ouä bi er. Seit uni) W? tcbci besteht r» ®

ber W | teile Jlaullult uuU M bin W «a tritt Teilungen, äk .aq von 3 M, da k '.jung m Mlai .... 6M und ii i-;.m and) heute N in ien Häfen dcs -M -" ape hem amenfamic dJ'cii seit § ragen. öp'.-rgesM Hal die I limflub der Politik

werde, dre lriegerrschen Operationen auf den Sandschak Novibazar auszudehnen.

Oesterreichs Rüstungstredite.

Ter vereinigte Heer-s- und Marineausschuß der ungarischen Delegation hat die militärischen NachtragSkrckite angenommen. Tie Kredite gelangen am 15, Oktober im Plenum zur Ver­handlung. , .. . _

Der Vorschlag einer internationalen Konferenz?

Laut einer Pariser Meldung desNeuen Wiener Tag- blatts" hat Frankreich seine Botschafter bei den Groß­mächten beauftragt, die Einberufung einer Konferenz zur Ordnung der Balkanfrage anzuregen.

Die $rieöen$Derl)anöIungen in öer Zchweiz.

Ouchy- 14. Okt. (10.30 Uhr abends.) Tie Lage ist un­verändert. Tie Fttedensunterhändler trafen heute zusammen, um untergeordnete Fragen zu erledigen. Tie Entscheidung liegt je­doch in Konstantinopel

DieAgence Davas" meßet aus Ouchy von 12.20 Uhr nachts: Heute nachmittag wird eine Besprechung der Friedensverhändler stattfinden. Es scheint eine Entspannung der Lage ein- getreten zu sein. Jedenfalls besteht mehr Hoffnung als gestern auf eine friedliche Lösung.

Die .,Tribuna" erklärt:

Nachdem sich die Verhandlungen sechs Wochen hingezogen hatten, hat die italienische Regierung ihren Verttauensleuten die Anweisung gegeben, den türkischen Vertrauensleuten mitzuteilen, daß sie glaube, jeder Streitpunkt sei behandelt worden und ein weiteres Verhandeln sei überflüssig. Sie glaube deshalb, daß es im Interesse des Friedens selbst nötig sei, eine Frist z u st e l l e n , .innerhalb welcher die Verhandlungen ab­gebrochen oder abgeschlossen werden müßten. Sie schlug daher eine Frist von acht Tagen vor, die angenommen wurde. Reschid Pascha wurde darauf sofort nach Ouchy geschickt. Man arbeitete eifrig und das Memorandum, das als Basis für den Friedens­vertrag dienen sollte, wurde rebigiert, worauf Reschid Pascha abreifte, um es seiner Regierung zur endgültigen Genehmigung zu unterbreiten. Da die Bewegung auf dem Balkan die lieber- mittelung der Depeschen und die Reise Reschid Paschas verzögerte, willigte man in eine Verlängerung der Frist nm zwei Tage. Alles dies ging in diplomatischer normaler und korrekter Weise vor sich. Aber auf einmal legte die türkische Negierung andere Vorschläge vor, die das gan*,e Abkommen über den Haufen warfen. In diesem Augenblick stellte die italienische Negierung ihr erstes und einziges U l t i - m a t u m auf Annahme ober Ablehnung der Friedensbedingungen. Angesichts der unsinnigen Forderungen der Türkei, die darauf abzielten, die Ausführung eines Teils der vereinbotten Beding­ungen hinauszuschieben, hätte man die Verhandlungen sofort ab­brechen können. Die italienische Regierung hat aber die korrekte und wirksamere Form eines Ultimatums vorgezogen auch in der Absicht, sich in diplomatischer Hinsicht den Mächten und der inter­nationalen öffentlichen Meinung gegenüber in eine stärkere Stel­lung zu bringen.

Erklärungen im englischen Oberhaus.

London, 14. Okt. (Oberhaus.) Auf eine Anfrage Lord Lansdownes nach den Nachrichten über die Lage auf dem Balkan erwiderte Viscounte Morley, das auswärtige Amt er- hielt heute vormittag eine Abschrift der Z ir k u l a r d e p e sch e, die die bulgarische Regierung an ihre Vertretung in London richtete und die von dem bulgarischen Gesandten mitge­teilt worden sei. Die Tepesche enthalte ziemlich genau dasjenige, was in dieser Hinsicht erwartet wurde und was auch bereits in der Presse stand. Vielleicht habe Lock Lansdowne ein Interesse, einiges über die türkisch-italienischen Verhandlun­gen zu erfahren. Tie englische Regierung hegte, wie sich daS Haus vollständig versichert halten möge, im allgemeinen die Hoff­nung und die Erwartting, daß die Verhandlungen zum Frieden führen würden. Deshalb müsse die englische Regierung gleich den anderen Mächten die unerwartete ungünstige Wen­dung sehrbedauern, die die Verhandlungen in der Schweiz nahmen. Ob diese zu einem Abbruch führen, sei heute noch nicht positiv zu sagen, aber das Haus werde ein Interesse daran haben, zu erfahren, es sei bedauerlicherweise wahr, daß die gegenwärtige Aussicht ungünstig sei.

lustscyrsse anco äieier 13. uns 14. une*i

bitten: Denn diese Dauerfahrt ist wieder ein Meisterstück einer Zuverläs.s io keitS fahrt.

Zum ersten Male befand frch an Bord eines Luft­schiffes eine Fun kentelearapbenstation. Seitdem Marco ni im Jahre 1898 die elektromagnetischen Wellen für den Nachrichtendienst nutzbar gemacht hat, hat sich die Funkentelegraphie in ungeahntem Umfange entwickelt. Fair die Ozeanschiffahrt ist sie geradezu unentbehrlich ge- NTvrden. Mit dem Aufschwünge der Luftschiffahrt ergab sich daS Problem, auf welche Weise sich eine sichere Nach­rick) tenübermittelung zwischen Lust und Erde Herstellen ließe. Tic Fahrt des Marineluftschiffes von Friedrichshafen rrach Berlin hat auch dieses Problem gelöst. Während der ganzan Fahrt waren alle radiotelegraphischen Stationen in Tätigkeit und mit der drahtlosen Telegraphie des Luftschiffes in Verbindung. Der Nachrichtendienst funktionierte ausgezeichnet.