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das Gelöbnis ab-1 gesehen die Schmach nicht | halten.
gesehen, und er hat sich ganz eng an die alte Ueberlieferung ae
..... Wir finden äußerliche Aehnlichkcit Ivie bei den zeitlich voneinander getrennten Sprossen einer Familie. Auch bei Marlowe beginnt die Tragödie mit dem Selbstgespräch Faustens, der im Sessel die Bücl>er von sich stößt und sich von den Fakul-
buches in eine dramatische Form gegossen, und die englischen Komödianten haben dann das Stück wieder nach Deutschland gebracht, wo cs in den Vollsschauspielen und Puppenspielen sort- lebte. Dieses Hervorholcn der alten „Tragödie" aut die Bühne
Die Tragödie des Doktor Zaustus.
Gießen, 14. Oktober.
tgten lossagt. Nur zwei Zauberbücher sind noch seine Hoffnung. „Drum hab' ich mich der Magie ergeben —", diese Gocthe- wortc sind ein ganz herzhafter Anklang an das alte Vorbild. Und so wuck)s aus diesen naiven, aber so stark im Volksempfinden wurzelnden Vorstellungen eines der größten Werke der Weltliteratur. Tie Sonne einer neuen Zeit verklärt den alten dramatischen Hausrat: sein schönes Wort: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen", hat Goethe in seiner Faustschöpfung selbst getreulich befolgt.
Ter Faust, der bei Marlowe sich von den Folianten lossagt, ist ein Mensch von demselben Sehnen wie Goethes Held: er findet sich nur etwas rascher mit dem Teufel ab. Doch man kann nicht sagen, daß er es nur um materieller Genüsse willen tut. Er will gebieten, sich über die Elemente schwingen, er vermißt sich, Vernunft und Wissenschaft, sowie auch die Religion, den christlichen Goticsglauben, zu verachten, um, wie Goethes Faust, zu wissen, „was die Welt im innersten zusammenhält". Also auch Marlows Werk ist durchaus die Tragödie eines Weisen: es greift in die Tiefe der Menschenseele. Wir folgen ergriffen auch der weiteren Entwicklung, und wenn dieser Faust auch nicht sagen kann: „zu tief ist es gefühlt", so geht er doch denselben verwegenen Titanengang. Durch die Vermittlung zweier Zauberkundiger lernt er ine neuen Zeichen, beschwört den Teufel, der ihm den Mephisto schickt, und verschreibt sich dem Höllenfürsten mit seinem Blut. Mephisto wird sein Diener, der ihm 24 Hahre laug alle Wünsche erfüllen muß. Tie Fülle der dramatrschen Erscheinungen ist groß: was bei Goethe die Reflexion ist, sind hier die Erscheinungen des guten und des bösen Geistes, naive Figuren für ein Volkstheater. Tie Gretchentragödie fehlt, Mephisto bringt Fausten hur seinen ersten Wunsch ein paar Dirnen. Tann erscheint Lucifer selbst auf der Bühne — die Szene war in Frankfurt recht eindrucksvoll —, nachdem Faust in reuevoller Anwandlung Christi Hilfe angerufen hatte. Und nun werden wir in groteskem Bilde daran erinnert, was wir aus dem zweiten Teil der Goethefchen Tichtung in geistvollerer Gestaltung gesehen hatten: typische Figuren von allerlei Untugenden. Bei Marlowe sind es die sieben Todsünden,- die Lucifer auftreten läßt, um Faust zu ergötzen. Tas mußte dem späteren Puppenspiel und Marionettentheater gut gelingen. Goethe mußte freilich diese Tinge zurück-
Vater, dem die Mutier auf dem Sterbebette das genommen bat, das Mädel nicht zu vertreiben, i' erträgt, wie das Mädel die alte Gewohnheit nicht lassen kann und den Bursch.-u, der bei il.v „fensterln" kommt, um Geld bittet, wie der Alte das ungeratene Kind ersticht, das ist die einfache Handlung der drei Alte. Mir den schlichtesten Mitteln einer reifen Menschengestalt rng find die wenigen Figuren hingestellt: ein starkes Symbol gelingt in der am Schluß des ersten und des dritten Aktes sich wiederholenden Szene, in der die städtisch gekleidete Dirne, uml:?ult vom Bauernpack, in die elterlick)c Stube hineingestoßen wird. Tie Darstellung war ausgezeichnet: das „Kleine T h e a t e r" hatte sich für die Titelrolle die bekannte Münchener Scl-auspielerin Centn Bre verschrieben: die eigentliche Hauptrolle, den Vater, gab Rudolf Klein-Rohden mit un- gewöhnlicker Kraft. Ter Eindruck war tief und entwickelte sich anr Schluß zu einem starken Erfolg, für den der Autor sich oft bebanfen konnte. Dr. P. L.
Christoph Marlowes Fausttragödic, die, wie wir berichteten, am Mittwoch in Darmstadt aufgeführt worden ist, hat auch in der Goethestadt Frankfurtihr Publikum gefunden. Tie dortige „Gesellschaft für ästhetische Kultur" hat eine interessante Inszenierung im Neuen Theater am Samstag auch dem allgemeinen Besuch lebendig werden lassen. Der Hamburger Sckmuspicler Emanuel Stockhausen, der das Spiel der .wünstler vom neuen Theater leitete, hat zwar einige Stellen dieser eng lisckwn Fausttragödie gestrichen — soweit sic auf die spätere Gestaltung der deutschen Volksspiele und des Goetheschen Werkes ohne Einfluß geblieben sind — sonst aber unverfälscht den Geist der 90er Jahre des 16. Jahrhunderts zu uns sprechen lassen, wie er auch in dem Frankfurter Volksbuchs des unbekannten Verfassers waltete. Marlowe, der Zeitgenosse Shakespeares, und wie dieser ein Schauspieler, hat den Inhalt des deutschen Volks
Ein uraltes Motiv der Weltliteratur hat der bayerische Dichter aufgcuonnneu, das er, ähnlich wie Hebbel, aber mit weniger Berechtigung, nach der Büßerin des Neuen Testamentes benannt hat: fcaA gefallene NLÜdchcn im tragischen Konflikr mit dem mengen Ehrenbegriff ihrer Umgebung, in diesem Falle mit dem Vater banse Es ist ein beliebtes Mittel des Volksitückes, die Sünderin, die aus der Stadt zurückkehrt, in die noch urwüchsig gesunde, sich von ihr mit Absckwu fortweudende Welt des Tories zu stellen, aber nie bisher ist dies in so schroffer und ehrlicher Form gc- idicljcn wie bei Thoma, nie auch in dieser Weise die äußerste Kon, seauenz des allrömischen Virginia-Stoffes gezogen worden, dast der von Säende gebeugte und aiirgenebene Vater das Pfädchen ersticht Tie Leni, die uns der Realist darstelll, hat nichts Sentimentales und uicksts Interessantes: ste ist ein dummes jjct chen voller Sinnlichkeit und ohne ;edes Ehrgeiubl — Lombrow würde sie die geborene Dirne nennen —; |ie unkt m der ^radt tiefer und tiefer und wird dem alten Vater und der sterben^krankeii Mutter auf dem Schub" durch einen Gendarmen, unter dem,.. ..... ---- .
Ho^tgclächter des ganzen Dorfes, ins Haus gebracht. Wie der > hineinverwoben ist! .Goethe hat die .Puppenspiele, n a ch Marlowe,
war also ein literarhistorisches Experiment von.lebcndigstem Interesse. Tas große Lebenswerk Goethes neben diesem alten Volksstück, das so seltsame Gegensätze vereinigt, da eine Possenkomödie mit
I bineinverwoben ist! Goetbe bat die Puvt
Berliner Theaterbries: Der neueste Thoma.
Aus Berlin wird uns geschrieben: Die Form des alten Dauernvolksstückes, die bald nach der Entstehung der Dorfgeschichte lins durch die Birch-Pfeiser, MoseMhal und Konsorten, verleidet worden war, will Ludwig Thoma in seinem neuesten Werk „Dk a g d a l c na" wieder zu Ehren bringen. Dieser beste Kenner von Seele und Ausdrucksart des Bauern, der beule in Deutschland lebt, bat dadurch bewiesen, was man nach seinen humorvollen Satiren und seinen das Zuständliche so trefflich schildernden Rumänen nur ahnen konnte: daß er dramatische Kraft besitzt, wenn c-3 ihm auch freilich an Größe und Reichtum der Erfindung mangelt. Jedenfalls haben wir wohl nock, nie aus der deutschen Bühne so sachlich und scksticht gefelxne, so echt redende Bauern gesehen, wie an diesem Abend. Man muß schon zu den Romanen Jeremias Gotthelss zurückgehen, um Aehnliches in unserem Schrifttum zu finden. Die Gestalten Anzengrubers erhalten jedenfalls durch diesen Kontrast etwas Geistrcick>-Theatralisck)es, was sie freilich intcrefianicr und wirksamer macht, als die monoton dumpfen Figuren Thomas. En dieser Einförmigkeit des prachrvollcn natürlichen Tones, in der absichtlichen Enge des Gesichtskreises und der puritanisch strengen Führung der Handlung liegen die Grenzen de?, sonst meisterhaften Werkes, dem zu einer wirklich klassisckien Arbeit nur eine größere Fülle der dichterischen Gestaltung, eine reichere Entfaltung dramatischen Geistes fehlt.
Der Balkankrieg.
Der Ausbruch der Zcindseligkciten mit Serbien ist wirklich schon erfolgt. Wie wir in einem großen Teil unserer gestrigen Auflage schon mitteilten, sollten nach einer amtlichen serbischen Meldung am Atontag früh um 5 Uhr die türkischen Truppen die serbische Grenze in der Gegend bei Ristowatz überschritten und die sorbisck>cn Truppen angegriffen haben.
Aus Konstantinopel verlautet das Gegenteil:
Konstantinopel, 15. Oft. Reguläre serbi» sche Truppen haben die Grenze überschritten. Es kam zu einem heftigen Gefecht. Die Serben drangen ö|or.
Wie der „Lokalanz." aus Paris wissen wlll, sollen die türkischen Truppen in dein Gefecht an der serbischen Grenze bei Ri stow atz einen Vorteil errungen haben.
Und aus Konstantinopel lautet eine letzte Meldung: Ten Blättern zufolge sollen die Serben, die bei Sjenitza einen Angriff versucht l-aben, mit bedeu- . enden Verlusten z u rü ck g e s ch l a g e n worden sein.
Lin griechischer Ultimatum.
Athen, 14. Okt. Die Regierung beauftragte ihren Gesandten in Konstantinopel, der Pforte eine Notoizu über reichen, welche die Freigabe der beschlagnahm tengricchi scheu Handelsschiffe und die E n t s ch ä- digung der Eigentümer innerhalb 24 Stunden fordert.
Die bulgarische Herausforderung.
Die bulgarische Regierung übermittelte der türkischen Gesandtschaft eine Note, die so übertriebene Forderungen stellt, daß sie gleichbedeutend mit der Kriegserklärung ist. Sie zählt radikaleReformen auf, Welche das elende Los der christlichen Bevölkerung wirklich bessern könnten: Autonomie und Verwaltung der Provinzen durch belgische oder schweizer General- gouv erneu re, aus Wahlen hervorgegangene Provinziallandtage, Landesgendarmerie, Milizen und freien Unterricht. Die Ausführung der Reformen sei einem höheren Rat anzuvertrauen, der aus Christen und Muselmanen in gleicher Zahl besteht und der unter Aufsicht der Botschafter der Großmächte und der Gesandten der vier Ballanstaaten in Konstantinopel steht. Die Pforte wird auf gefordert, zu erklären, daß sie die Forderungen au nimmt, indem sie sich verpflichtet, die in der Note und einer beigefügten Ergänzungsnotc enthaltenen Reformen binnen s e ch S Monaten durchzuführen. Außerdem soll die Pforte als Beweis ihrer Zustimmung ihr Mobilisationsdekret rückgängig machen.
Unmittelbar nach Uebermittelung der Note übergab der Minister des Aeußern dem ö st c r rei chi s ch-u n g ar - .sch en und benr russischen Gesandten die Antwort auf ihre gemeinsame Note. In dieser Antwort drückt die bulgarische Regierung, die mit den Regierungen von Griechenland und Serbien einig ist, ihren Tank für das Interesse aus, das die Mächte zugunsten der Bevölkerung der europäischen Türkei zeigten.
Die in der bulgarischen Note enthaltenen Reformforderungen lauten nach genaueren Angaben: 1. Bestätigung der ethnischen Autonomie der Volksstämme im Reiche mit allen
Konseguenzen. 2. Proportionale Vertretung jedes Volksstammes im ottomanischen Parlament. 3. Zulassung der Chriitcu zu allen < öffentlichen Aemtern in den von Christen bewohnten Provinzen. ■ 4. Anerkennung der Gleichberechtigung der christlichen Gemeinde- schulen aller Grade mit den ottomanischen Schulen. 5. Verviltch- । tung der Pforte, feinen Versuch zur Aendemna oes ethuologitchen Charakters der Provinzen des ottomaniidKu Reiches durch Verpflanzung muselmanischer föcPöITming zu machen. G. Regionale Rekrutierung der Christen für den Heeresdienst mit den christ heften Kadrcs und bis zur Bildung her Kahres Aufschub der Aushebung. 7. Reorganisation der Gendarmerie nach den Wila- jets in der europäischen Türkei unter dem tatsächlichen Kommando schweizerischer oder belgischer Organiiatoren; in den auch von Christen bewohnten Wilaiers die Ernennung schweizerischer oder belgischer Walis, die von den Machten zu betätigen sind, denen von den Wahlbezirken gewählte Generalräte zur Seite stehen. 9. Einrichtung eines aus Christen und Muselmanen in gleicher Anzahl zusammengesetzten höheren Rates bei dem Großweiirat zur Ueberwachung der Anwendung dieser Reformen. Tic Bot- iebafter der Großmächte und die Gesandten der vier fSalfanftaatcn sollen die Ausgabe haben, die Tätigkeit und die Arbeiten dieses Rates zu verfolgen. Tie bulgarische Regierung spricht die Hosf- nung aus, daß die Pforte diese Reformen binnen seckts Monaten einführen und zum Zeichen ihres Einverständnisses die Mobilisierung rückgängig machen wird. Für die Demobilisie- rung i st keine Frist g est ell t.
Dom montenegrinischen ttrie^schauplah wird nicht viel neues gemeldet.- - Ein paar Reklamemel düngen der Montenegriner, ihr König habe das Haupt- quarticr auf türkischen Boden verlegt, eine Belgrader No ti,z, Skutari werde zwischen zwei Feuer genommen werden, aber dem müssen andere Berichte entgegengehalten werden, die wohl ernster zu nehmen sind. Nach anfänglich Heinen Erfolgen sollen die Montenegriner von den Türken auf- gehalten und zurückgeworfen worden sein:
Tas Reutersche Bureau meldet ans Podgoritza: Nach einem Telegramm des Generals Wu ko t i t s ch haben seine Truppen am 13. d. M. die Höhe Bisitor bet Guss in je besetzt. Die Türken, die heftigen Widerstand leisteten, erlitten beträchtliche Verluste. Die Montenegriner besetzten zwei weitere Stellungen der Türken. Die V e r l u st e ber Montenegriner seit dem Beginn des Krieges betragen 256 Tote und 800Verwun d et e.
Saloniki, 15. Okt. Tie gegen Skutart Vordrin gendenMontenegriner wurden bei T u zi unter starken Verlusten auf geh alt en und zurück - geworfen. Auch bei dem.>tampf um die von der Grenze gegen Ipek führenden Straßen wurden die Montenegriner zu'rückgeworfen. 40 000 Albaner werden so rasch als möglich bewaffnet werden, um zur Grenze zu marschieren.
Ferner meldet das „Berl. Tagebl." aus Konstantinopel: Bemühungen montenegrinischer Sendboten, das ch r i sl l i ch e Landvolk gegen die Türkei aufzureizen, blieben bisher erfolglos, obgleich Geistliche mit der Kreuzfahne dabei mitwirkten.
Nach serbischen Meldungen aus Podgoritza hat König Nikolaus infolge des Vorrückens der montenegrinischen Truppen das Hauptquartier auf türkisches Gebiet verlegt.
Nach einer Meldung des Berliner „Lokalanz." auS Belgrad haben die Montenegriner SkutarivonSüd- westen angegriffen. Eine andere Truppe nähert sich von Nordosten, so daß Skutari zwischen zwei Feuer kommt.
Der gefangene Kommandant von Detschitsch wurde . von König Nikolaus angesprochen: Herr Major, Sie । können mein Gast sein, ich verdanke dieses Vergnügen dem i Krieg. ____________________________
Tic Antwortnote der serbischen Regierung an die Türkei und an die Großmächte bat etwa denselben Wortlaut wie die Note der bulgarischen Regierung an -die Türkei und die Großmächte. Tie serbische Note wird in politischen Kreisen allseitig gebilligt. r .
Eine HavaS-Meldung aus Belgrad vom 13. d. M. bi lagt. Tas allgemeine Gefühl ist, daß der K o n 111 k t .unvermeidlich ist. llcbcrall empfindet man, daN die ictzige Lage nicht anbauern kann. Tie Llusrechterhaltimg der Truppen auf dem Kriegsfüße bedeutet ein finanzielles Opfer, das Nicht länger ohne Ziel und Ergebnis gebracht werden kann. Jter Kriegszustand kann bereits als bestehend angeichcn werben. Tie Kriegserklärung ist nur noch eine Formsache.
Die Antwort der Pforte
auf die Note der Mächte würbe am Montag vormittag 10 Uhl der österreichischen Botschaft überreicht.
KricgsiNt in Konstantinopel.
Konstantinopel, 15. Okt. Unter dein Kriegs« m i n i st e r ist großer K r i e g s r a t abgehalten worden.
Ein I r a d e ermächtigt den F i n a n z m i n i st e r, für Kriegszwecke sechs Millionen Pfund auszugeben, die durch die Einnahmen aus der Kriegssteuer, der Militär- bcfreiungstaxe und anderen Hilfsmitteln gedeckt werden sollen. Tie Regierung soll wegen eines Vorschusses von 21,-. Millionen Pfund mit der Ottomanbauk verhandeln. — Zur Unterbringung der aus Bulgarien ein treffenden muselmanischen Flüchtlinge bildete sich ein Ausschuß.
Die islriegSbegeiftcrung der Albanclcn.
Saloniki, 12. Olt. Die Albanesen erneuern ihre Bitten, ihnen Waffen auszufolgen. Selbst alte Leute ziehen in den Krieg. AuS Prischtina wird gemeldet, daß die Albanesen Vorbereitungen treffen, um gegen die Grenze zu ziehen, wo die Serben Befestigungen aufführen. Ueberall an der serbischen Grenze sind M a ß n a h m e n für den Beginn der Feindselig, keilen getroffen. Neben Truppen bemerkt man zahl- reiche Mleilungen von Freiwilligen. In Saloniki treffen fortgesetzt Kriegsmaterial und Truppentransporte ein.
Die türkischen Truppentransporte bauern rastlos an. Unter großer Begeisterung marschieren Truppen und Reservisten durch die, Straßen von Konstantinopel. Tie patriotischen Versammlungen in den Provinzen dauern an.
Wie eine Lokalkorrespondenz meldet, haben bte Montenegriner die muselmanische Gemeinde Tran ja abgebrannt. ®ie Xörlen setzen ihren Marsch fort. Man erfährt aus Skutari von Kämpfen in der Umgebung von Tuzi und Tranja.
©efterreid) und der Zandschal liovibazar.
In Wiener politischen Kreisen ist man, wie man der „Neuen Freien Presse" mitteilt, der Ansicht, baß bie Besetzung von Bjelopolje, zunächst auf die Haltung ber öster- reichiscl -ungarischen Monarchie keine Rückwirkung haben wird. Ter Sandschak Novibazar sei türkisches Gebiet, für dessen Erhaltung selbstverständlich in erster Reihe die Türkei zu sorgen habe Auch wenn infolge des schwachen tt'irkischen Trnppen- ausgebots im Sandschak ein weiteres Vordringen ber Montenegriner und eventuell auch der Serben dort erfolgen sollte, wäre noch immer keinAnlaßfür die Monarchie gegeben, vorzugehen. Es müsse angenommen werden, daß die Türkei durch entsprechende Truvvenvorschübe für die Erhaltung des Sandschaks sorge. Erft nach dem Abschluß der kriegerischen Ereignisse auf dem Balkan werde die österreichisch-ungarische Monarchie 1 dasür sorgen müssen, daß ihr Weg nach Süden nicht abgeschnitten werde.
> Der „Temp s" erfährt aus Sofia, die serbische ■ Regierung habe in Wien und Petersburg, wenn auch ; nicht bestimmt, so doch in Form einer Erklärung, wissen lassen, daß sie soweit als möglich vermeiden
Nr. 245 Erstes Blatt 162. Jahrgang Dienstag, 15. ©ttobet 1912
Der «letzener Anzeiger O menacklch7bP^viertel-
erschein, täglich, -mver Ä Ä AA - Mrlich Äl. S.20-. durch
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