Erstes Blatt
Donnerstag, 12- Dezember W2
162. Jahrgang
a§chen
Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten.
fassung geltend.
Wien,
Sabatier-Toulvu.se und Grignard-Nancy. Gerhart dauptmann totb feilte Gemahlin nmri>en tränt schivedi sehen Autoren--
Wien.
fand in Schön.
ml-Hemden
230,1.60,1.- Mk.
Kragen alle Arten j Stück 95 Psg-
ssenträger
25 Mk. 95, 75 Pjg.
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t. 95,75, 60 Psg.
er Mützen
5 Mk.. 95 M.
tägHd) von mehreren Seiten behauptet Wir erhalten folgende Meldungen:
Eine Ministcrbcsprcchung in
Moderne ren-Weste sehr billig.
sntz-Hemden
»asjcn-Auswahl
3-, bis M. 1.25
der Finanzminister teilnahmen.
Die „Neue Freie Presse" erfährt, daß die Beratung der Minister aus kein neues beunruhigendes Moment in der auswärtigen Krisis zurückzusühren ist, sie hatte hauptsächlich den Zweck, dem Kaiser die Information über die mit der gegenwärtigen auswärtigen Krise zusammenhängenden Fragen zu er- leichtern. Der gemeinsame Empfang der Minister wurde gewählt, damit der Kaiser nicht genötigt ist, jeden Minister einzeln zu empfangen. Informationen der Blätter stellen übereinstimmend fest, das; die auswärtige Lage stationär ist. Indessen mache sich sowohl in Wien als auch in Osenpest eine zuversichtlichere.Aus-
W. 295
Der riehener Anzeiger erschein, täglich, außer Sonntags. — Beringen: öterma ( roixticntlich
(Dienstag und Freitag); zweimal monntl. Land- »irlfchaftliche Zeitfragen Yeruiprech • Anschlüsse: für die Redaktion 112,
.„lend hähy olle I«*
verein am Abend zium Fest im „Grand Hotel Royal" erngeladcn. Das Fest lmchm einen glanzenden Verlauf. Der zweite Vorsitzende, Didring, hielt eine Ansprache, in der er Hauptmann als ungekrönten Diewerkönig Deutschlands bezeichnete. Es war das erstemal, bat; der Verein den Literaturpreisträger feierte.
Jlt" ", 25
— Ein unbekannter oftafrikantscher Volks- slamm. Aus Marburg, 10. Dez., wird uns gcWiebcn: Ein funger, hiesiger Gelehrter, Herr Privatiwzent Dr. Obst, der als Leiter der Ostafrika-Expedition der vamburger Geo- sraphischen Gesellschaft etwa 1-/2 Jahre lang dleSttppcn-Hvch ebene dt>s nordöstlick)en Teiles von Deutsch-Oltasrika bereute, um hort ethnvarophische Studien zu machen, hielt geltem abend am Leranlassung des Kolonial- und des Flvttenvereins tnt großen Echch^aale einen Vortrag über seine Reise, Er schilderte Land
Der neue Prinzregent.
Prinzregent Ludwig, der neue Verweser der Krone Bayerns, vollendet am 7. Januar sein 68. Lebensjahr. Er trat sehr früh in den Militärdienst, machte den Feldzug vom Jahre 66 mit und wurde im Gefecht von Helmstedt am 25. Juli schwer verwundet. Er muhte deshalb den aktiven Dienst ausgeben, beschäftigte sich^ber dennoch sehr rege mit der militärischen Entwickelung Bayerns und wurde 1904 bayerischer Generaloberst der Infanterie mit dem Range eines Gcneralfeldmarschalls. Besonders verdient machte sich Prinzregent Ludwig um die Landwirtschaft und um die Hebung der deutschen Flust- und Kanal-Schiffahrt. In den Reichsratskammern und bei anderen Gelegenheiten hat er sich häufig als Redner hervorgetan. Am bekanntesten ist wohl sein mit Rücksicht auf eine vorher gefallene Aeußerung seinerzeit getaner Ausspruch: „Tie deutschen Fürsten sind nicht das Gefolge, nicht die Vasallen, sondern Verbündete des Deutschen Kaisers." — Er ist u. a. auch Ehrenmitglied der bayerischen Akademie der Wissenschaften.
rormal- 'tctjrttfeu
), 1.10 M, 95 W
Danew in Wien.
11. Dez. Der Sobranjeprästdent Danerv
'en-Tchützer
23 M
Mk, 20 Pjg,
^rhcinden
45, 25 Psg
und Leute der bereisten Länberstrecken, in denen eine blühende Viehzuch-t herrscht und schilderte besonders eingelyenb die Entdeckung des sagenhaften Volkes der Wakindika, die man als die letzten Reste der airikamschen Ureinwohner betrachtet. Diese Naturkinder, die noch in den primitivsten Hütten wohnen und völlig unbekleidet gehen, beten die Sonne an. Sie ernähren sich von Früchten und von Wild, das sie mit ihren vergifteten Pfeilen (Eiset: ist ihnen noch völlig unbekannt) erlegen. Eine wesent- liclte Ergänzung fand der Vortrag durch zahlreiche Lichtbilder und den Sprechavparat, der die seltsamen Lieder dieser Wilden, die Musik und Tanz über alles lieben, naturgetreu wiedergab.
— König Niki, der Dramatiker. Aus Tilsit wird uns gef drei eben: Das Tilsiter Stadttheater brachte als erste deutsche Bühne das Schauspiel des Königs Nikolaus von Montenegro „Die Kaiserin des Balkens" heraus, das Heinrich Stümcke ins Deutsche übertragen hat. ^.as Schauspiel, dessen größter Vorzug die nationale Begeiftermig ist, erzielte eine rein äußere Wirkung. Im Mittelpunkt der kampf- und tumultreichen Handlung, das König Niki schon im Jahre 1878, nach dem Siege über die Türkei, gedichtet hat, steht der montenegrinische Prinz Stanko, der iim 15. Jahrhundert sein Vaterland verrät und sich an die Spitzt dec türkischen Truppen stellt, um später einmal Kaiser des Balkans zu werden. Der Prinz liebt eine montenegrinisch^ Prinzessin, die von einem christlichen Balkanbund (wie er jetzt ja verwirklicht ist) schwärmt. Als die Prinzessin von Stankos Verrat erfährt, wendet sie sich von ihm ab, kann ihn aber nicht vergessen und geht schließlich ins Wasser.
— Eineneue Operette. Ter Kölner Tonkünstler Benno Sternberg hat seinem „Leutnantsliebchen" nun die Operette „Die schöne Exzellenz" folgen lassen, die bei ihrer Ur- auttührung im anspruchsvollen Kölner Opernhaus mit stürmischem Beifall ausgenommen wurde. Ter Text rührt von dem Regisseur des Metrovvlkheatesr I. Siener. Tas Libretto hat den Vorzug, nicht nur einen sehr guten zweiten, sondern auch einen vortresslicken Schlußakt zu besitzen. Sternbergs Musik ist nicht originell, aber von unwiderstehlichem, melodischem Reiz: sehr geschmackvoll ist die Instrumentation. Für die hiesige Aus- ftlhrung hatte sich Direktor Remond selbst eingesetzt, wie unlängst für die „Ariadne", sie ist einfach meisterhaft, das sonst die seriöse Aufgaben gewölmte Opernpersonal wie umgewandelt. Bon den Mittvirkenden sind besonders die Damen B a r t r 0 no und Wolter, die Herren Tachauer, Clemens und Vanoni zu nennen.
Gespannte Erwartungen.
Die Lage schwankt und ändert sich mit jedem Tage. Der
Handschuhe
- alle Arten
>k. 180 bis 35
ist auf der Reise nach London heute mittag hier eingetroffen. Er wird heute nachmittag von Graf Berchtold empfangen.
Serbien beharrt auf feiner Forderung.
Paris, 11. Dez. Der erste serbische Dele« gierte zur Londoner Friedenskonferenz, N 0 - wako witsch, welcher heute nachmittag von Poin- c ar e empfangen wurde, erklärte einem Redakteur des „Temps":
Ich habe aus meiner Unterredung mit Poinearä den Eindruck empfangen, daß er eine sehr weitgehende Kenntnis der orientalischen Frage besitzt. Ich habe gleichzeitig die lieber- Beugung gewonnen, dast die Mächte der Triple-Entente die gerechten Forderungen Serbiens wirksam unterstützen werden. Was Serbien anlangt, so geht sein Beschlust dahin, die durch seine Siege errungenen Erfolge mit Festigkeit zu verteidigen, ohne Europa herauszufordern oder zu verletzen. Wir sind entschlossen, auf dem Besitz eines Adria-Hafens zu bestehen. Wir betrachten dies« Forderung um eine Pflicht, denn es handelt sich nicht um eine Eroberung, sondern um die Wiedererlangung dessen, was im 14. und 15. Jahrhundert uns gehört hat. Die rätselhafte und noch immer beunruhigende Haltung Oesterreicht' überrascht uns, wir könne:: sie uns nicht erklären, aber die serbische Regierung bat die feste Hoffnung, dast 'sich ihre gerechte Forderung von selbst durchsetzen werde.
des verflossenen Jahrhunderts abgefdiafft; bis dabin hatte jeder Prinz die Pflichten eines gemeinen bayerischen Soldaten wenigstens einige Wochen fang zu erfüllen. An seinem 24. Geburtstag erhielt der Prinz das .Hauptmannspatent, 1839 wurde er Inhaber des ersten bayerischen Artillerie-Regiments, vier Jahre darauf Generalmajor und Kommandeur der 1. Infanterie-Brigade, 1848 Generalleutnant und Artilleric-Korps-Kommandant. Am 4. August 1856 erhielt er das Kommando der 1. Division, und hierauf erstieg er die höchsten Stufen in der bayerischen Armee: er wurde nacheinander (Yeneral-Feldzeugmeister und Generalinspektor der bayerischen Armee. Im Jahre 1866 führte Prinz Luitpold eine der vier bayerischen Felddivisionen gexten Preußen und machte an ihrer Spitze das Gefecht bei Helmstedt in Unterfranken mit, in dem sein ältester Sohn, Prinz Ludwig, der jetzige Thronfolger, an seiner Seite schwer verwundet wurde. Die politische Abneigung gegen das durch Bismarcks Eroberergestalt furchtbar gewordene Preußen, die der Prinz mit vielen durchaus nicht kurzsichtigen Politikern der Südstaaten teilte, hinderte indes nicht, daß er schon längst die gemeinsame große deutsche Idee erkannte und so finden wir ihn denn vom August 1870 bis zum 8. März 1871 im Hauptquartier des Wnigs Wilhelm. Mit diesem hat er Gravelotte, Sedan und den großen Tag von Versailles erlebt; er war noch Zeuge der Kaiser- Proklamation.
Was den Regenten bis ins hohe Alter hinein rüstig erhielt, war seine gesunde Lebensweise und seine Vorliebe namentlich für die Jagd. Sehr gerne suchte er zur Jagd das Berchtesgadener Land und den Spessart auf, wobei er mit seinen Begleitern, auch den einfachem Bauern und Treibern, sich ganz zwanglos gab. Auch bei den Münckiener Künstlern, die er oft an den Stätten ihres Schaffens besuchte, war er wegen seiner Leutseligkeit sehr beliebt.
München, 12. Dez. lieber daS Befinden Sr Kgl. Hoheit des Prinzregenten ist gestern abend folgender Bericht ausgegeben worden: Jin Befinden Sr. Kgl. Holdeit des Prinzregenten ist im Laufe des Tages eine Aenderung nicht eingetteten. Der Re- gent hat am Nachmittag einige Stunden geruht. — Im Laufe des Abends ist der Prinzrcgcnt mit den Sterbesakramenten versehen worden. Daß der Prinzregent an Herzwasscrftlcht litt, war wenigen bekannt. Der Thronfolger Prinz Ludwig trifft morgen von Ungarn hier ein.
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Die Ehrung der Nobelpreisträger.
Stockholm, 10. Dez. Bei dem' Bankett zu Ehren der | Nobelpreisträger, an dem 175 Geladene, unter ihnen der Herzig ifltb die Herzogin von WestgotlaNd, teilnalstnm:, führte Prinz Wilhelm Fran Haupttnam: Mr Tafel. Nach den: von den: 1 ILniversitätskanzler Graf Nachtmeister ausgebrachten Hoch auf den i König, gedachte Prinz Wilhelm deS groben Stifters des Preises, bet ein Wohltäter der Menschheit geworden sei. Ter Präsident ' ter Akademie der Wissenschaften, Professor Soelderbaum brachte einen Trinkspruch auf alle Preisträger gemeinsam ans, die darauf einzeln antworteten. Ms Erster erklärte Gerhart Houpt- nimm unter anderem, er iutb seine Nation verständen vollkommen die Ehre zu schätzen, die ihm heute widerfahre,: sei. Ter Nobellag sei für die gany Erde eine Kulturangelegenheit geworden. Er wolle seinen Tribut an Ehrfurcht teils dem großen Stifter, teils der ganzen schwedischen Nation nnbmen, die diesen Man,: i tzervorgebracht bäbe und getreu sein humanes Testament verwalte.
Drei der Preisträger hielten in der Akademie der Wissen- ■ schäften den in den Satzungen verlangten Vortrag, C a r r c l - New £ Dort sprach über die Verpflanzung von Organen, später sprachen
Prinzregent Luitpold von Bayern
München, 12. Dez. Der Prinzreqeot von Bayern ist heute früh 4 Uhr 50 Min. sanft entschlafen.
Die Meldung kommt nicht ganz überraschend. Schon gestern abend hatte die amtliche Korrespondenz Hoffmann gemeldet, das Befinden des greifen Herrn sei durch das Auftreten eines Bronchialkatarrhs und einer gichtischen Affektton der rechten Hand verschlimmert worden, und die Herztätigkeit sei bisweilen untätig. Dieser, von zwei Aerzten des Prinzregenten unterzeichnete Krankheitsbericht mußte schlimme Erwartungen Hervorrufen. Und diesmal ist leider wirklich das Schlimmste eingetreten, nachdem in bet letzten Zeit die kräfttge Natttr des Fürsten sich immer wieder durch mancherlei Beschwerlichkeiten hindurchgerungen hatte.
Im ganzen Reiche wird man an Bayerns Trauer von Herzen teilnehmen. Der verstorbene Prinzregent war nicht nur ein treuer Hüter des Reichsgedankens, sondern auch eine sympathische schlichte Persönlichkeit, die vorurteilslos und ausgleichend mancherlei Gegensätze, die sich in der bayerischen Politik ergaben, ausglich. Er trat nicht laut hervor, hat aber im stillen den wohltätigsten Einfluß aus- : geübt.
In bester Erinnerimg ist noch die Feier des 90. Geburtstages des Prinzregenten, am 12. März 1911, die in einer imposanten Huldigung im Thronsaale der bayerischen i Residenz gipfelte, wobei der Prinzregent auf die Glück- ’ wunschrede des Fürsten Lölvenstein eine Ansprache hielt, die fein schlichtes und vaterländisches Tenken charakterisierte. Er pries dabei den Aufschwung seines Landes, wobei er nicht vergaß, festzustellen: „Die Kunst, die schönste Blüte, die Gesittung und Wohlstand hervorbringen könnten, habe sich erfreulich entfaltet."
Im Wter von 65 Jahren ist Prinz Luitpold zur- Regie- ntng berufen worden, unter traurigen Verhältnissen. Ludwig II. war als geisteskrank erklärt, und des Königs jüngster » Stuber, Otto, war wegen derselben unheilvollen Krank- k (eit regierungsunfähig: So mußte Prinz Luitpold, der » Onkel der beiden Prinzen, als der nächste Agnat, die Re- gentschaft antreten.
Prinz LuitpvD "mar der dritte Sohu des genialen Kö- I nigs Ludwigs I. und seiner Gattin, der Prinzessin von I Sachsen-Hildburghausen. Seine beiden älteren Brüder I waren Prinz Maximilian, der spätere Max II. von Bayern, I und Prinz Otto, der 1833 im Triumph nach Griechenland | zog, um dort König zu fein, allerdings nur für kurze 1 Zeit, denn der mehr auf romantischen Ideen als auf poli- ■ tischen Realitäten errichtete Thron fttirzte gar bald zu- 1 jammen. Im Gegensatz zu seinen beiden Brüdern blieb I Prinz Luitpold bis zu seinem Alter, als eben die Ereignisse 1 ihn dazu beriefen, der Politik im großen imb ganzen ■ fern. Er wählte schon in früher Jugend das Waffenband- ■rocrT, und zwar als spezielle Waffengattung die Artillerie. MNajch gut bayerischer Sitte hatte er dabei, obwohl er könig- M licher Prinz und bereits majorenn war, noch im Alter von I 18 Jahren (im Jahre 1839) drei Wochen als gemeiner Ar- | Hfl er i ft zu bienen; er war Bombardier und Feuerwerker I wie jeder andere Soldat auch. Tiefe demokratisch anmu- I tende Sitte, die noch aus der Zeit des Absolutismus st stammte, wurde übrigens erst in den achtziger Jahren
— Reinhardt-Licht s piel e in der C 0 ve ntGardew Oper. Aus London wird berichtet: Soeben ist der Vertrag unterzeichnet worden, der die CoveM Garden-Oper, das „Royal Opera House" Großbritanniens endgültig auf längere Zeil im Zeichen Max Reinhardts zum Kinematographentheater umwandelt. Am 21. Dezember wird hier die große Uraufführung stattfinden, bei der Humperdinck selbst seine Musik dirigiert: auf der Bühne aber wird man in kinematogravhischer Form eine naturgetreue, genaue Wiedergabe der ganzen Reinhardtschen Aufführung des Miracles zu sehen bekommen. Bei der Aufnahme wirken mit Ausnahme einer Rolle dieselben Schauspieler mit, die unter Reinhardts Regie in London und bann auch in der Wiener Rotunde das Mirakel spielten, in ihrer Mftte Frau Earmi- Bollmoeller. Es soll nur mit gotfjer Mühe gelungen fein, die kinematographische Aufnahme des Mysteriums durchzuft'ihren, denn es handelt sich um eine Freilichtaufnahme. In der Tat sind die Hauptszenen in der bekannten alten österreichischen Burg .Kreuzen- ftem und in der schönen alten gotischen Kirche von PerckNolds- dorf gemacht worden: der Eigentümer der Burg Graf Wftozek und der Bischof der Diözese haben Schloß und Kirche bereitwilligst für die Aufnahme zur Verfügung gestellt. Der Film hat nach' der Angabe des englisck«m Impresarios Walter Hyman eine Länge von 7000 Fuß und die Herstellung verursachte über 300 000 Mark Kosten.
— Hohe Preise für Erstausgaben. Aus Patts wird berichtet: Eine Sammlung von Ottginalausgaben von Werken, die vorwiegend der Epoche der sranzösisck)en Romantik angeboren und jetzt im Hotel Drouot versteigert mürben, erzielte zum Teil ganz überraschend hohe Prttse. Für ein broschiertes Exemplar der ersten Ausgaben von Vistvr Hugos „Notte-Dame de Paris" wurden mcht weniger als 5200 Franks bezahlt. Die beiden Bände von Thöophile Gautiers „Mademoiselle de Mwipin" (1835/36) wurden mit 5300 Franks bezahlt, Victor Hugos „Orientales" erzielten 1450 Franks, Lamartines poetische und religiös« Harmonien 705 Franks, Merftnöes „Eolomba" 420, die drei Bände von Mussets „Schauspiel :n einem Sessel" 1010 Franks, Saint-Beuves „Volupte 785, Stendhal« „Katthause von Parma" "2000 Franks, „Rot und Schwarz" 1520, und für Alfred de Vig- nees „Servittche et granbeur militaires" legte ein Liebhaber für das broschierte Exemplar nicht weniger als 2700 Frank? an.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Der berühmte Asttvtwm Geheim erat Professor Dr. Wi lh. Förster, der langjährige ftüheve Direktor der berliner Sternwatte, feiert am 16. Dezember feinen 80. Geburtstag.
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Wien, 11. Dez. Heute vormittag .
brunn unter dem Vorsitze des Kaisers eine Mini ster- besprechung statt, an der Erzherzog Franz Fer- dinand, der Minister des Aeußern, der Finanzminister, der Ministerpräsident, der LanLesverteidigungsminister und
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rne, reguläre Form
2 Stück 95 M-
»ben-Mütze» gestrickte rnmpflappen 40 bis 95 W
englische Staatssekretär Sir Edlvard Grey hat int englischer: llnterlfaus nicht gerade einen unbedinLten Opttmis- mus zum Ausdruck aebracht. Er ^entizeichnete vielmehr die wechselnde Lage, die Befürchtungen und bcqin wieder Hoffnungen hervor kehre. In Paris empfing Herr Poincarö einen serbischen Delogierten, der, nach seinen Mitteilungen an die Presse, voller Hoffnungen für die Haltimg der Triple- Alliance ist. Serbien will, so erklärte er, bei seiner Forderung eines Hafens beharren. Bon der russisck)en Politik erfahrt man, daß sie sich nicht nur täglich, sondern an jedem Tag zweimal ändert. Natürlich haben die letzten Wiener Ereignisse in Petersburg einigen Eindruck gemacht Gestern ist in Wien wieder ein Ministerrat abgehalten worden, über dessen Ergebnis aber wieder Stillschweigen beobachtet wird. Daß über den Fall Prohaska immer noch keine amtliche AufNärung erscheint, wird immer verwunderlicher. Wie soll man da 'glaubet:, daß zwischen Oesterreich und Serbien eine Entspannung eingetteten fei, wie jetzt wird?
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