Ausgabe 
18.9.1912 Zweites Blatt
 
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in Biedenkopf erscheinen: Aus Schlesien 18, ou§ dem Vogtland 10, aus dem Kreise Frankenberg i'SSalbetfer Typ) 8, aus dem Odenwald 20, aus Ober Hessen 25 und aus den dem bisherigen Vogelsberger Verbände angehörigen preußischen Kreisen 60 Tiere. Hierzu treten noch 8 Tiere aus dem Harz, die von einem Linzel- züchter, um das Gesamtbild vollständig zu machen, im Harz ausgckaust worden sind. Man daN somit aus die kommende ernte Hecrsct-^u nicht bloß mit Spannung, sondern auch mit bAn Be­wußtsein, daß sie eine wichuige Unterlage Tür die Zuchtleitung sowohl in Hinsicht aus das bisher Veranlaßte als auch für zu- fünitige Maßnahmen bieten wird blicken. Tabei wird ein Preis­gericht, wie es sich sachverständiger und objektiver kaum deukeu lasch den Bestrebungen des Verbandes helfend zur Seite flohen. Dasselbe seht sich zusammen aus den Herren: 1. Ministerialrat Tr. Vogel, München. 2. LekonomicraL Zeitler, Oberlosa bei Plauen. 3. Oekonomierat Leithiger, Tarmstadt. 4. Oekonomierat Geibcl, Siegen. 5. Rentner Bene, Wetzlar. 6. Rittergutsbesitzer Mann, Conradswsldau.

Mit Spannung wird man auch der am Mittwoch, 25. <pep- 1 em der, staltiindenden Versammlung, in der eine eingehende Berichterstattung und Krüik der Ausstellung vorgesehen ist, entgegensehen können. Allem Anschein nach werden auch eine große Zahl ber auf dem Gebiete der Tierzucht tätigen und bekannten Persönlichkeiten, sowie Vertreter der in Betracht kommenden land­wirtschaftlichen Organisationen und staatlichen Behörden erscheinen, so daß sclwn hierdurch allein die große allgemeine Bedeutung der Schau bewiesen wird.

Möchten die Hoisnungen, die die Rotviehzüchter Mitteldeutsch­lands an die Ausstellung, zu der sie von ihrem besten Zucht­material so viele Vertreter entsenden, in Erfüllung gehen.

Die Manöver der Srohh. hessischen (25.) Division.

Ter Kampf um die Gumbsheimer Hohen.

fc. Divisionsstabsquartier, Bad Kreuznach, 15. Sept.

Morgen beginnt der zweite Teil derTivisionsmanö- ver", bet zwei Tage währt. Der 18. September bringt den Schluß der Herbstübungen, an dem gegen einen mar­kierten Feind vorgegangen wird. Tie allgemeine Kriegslage lauret:Es schanzenblaue" Truppen süd­lich Bornheim Erbes-Büdesheim Bechenheim.Rote" Truppen haben im Vormarsch über Bad Münster Bad Kreuznach mit Vortruppen die Linie Ticfenthal-Wöllstein erreicht." Zur Unterstützung des westlich Alzey stehenden Korps ist, wie die besondere Kriegslage für Blau" besagt, die verstärkte 50. Jnf.-Brig, bestehend aus den Inf.-Regt. 117 und 118, Trag. 24, Fellart. 61, 3. und 4. Kompagnie Pioniere 21, sowie Kolonnen und Traint unter Führung des Generalmajors und Komman- deurs der 25. Kavallcrie-Brig. Elifford Coq von Breugel, von Worms Richtung auf Bechtheim vorgegangen mit dem Auftrage, bei einem für den 16. September zu erwartenden. Angriff dertoten" Truppen über Spiesheim gegen die linke feindliche Flaute oorzugehen. Die 50. Res.-Znf.-Brig. 'bestehend aus den Rej.-Jnf.-Regt. Nr. 1 und Nr. 2 unter Oberst Brosius (Kommandeur des Jnf.-Regts. 88) erhält Befehl, vom Truppenübungsplatz Darmstadt auf Oppen­heim vorzugehen, den Rhein zu überschreiten und sich der aus Spiesheim vorgehevdenblauen" verstärkten 50. Znf.- Brig. zu unterstellen/

Nach der beson deren Kriegslage fürRo t". Tie verstärkte 49. Jnf.-Brig., bestehend aus den Jnf.-Regt. 115, 116 und 168, Dragoner 23, Feldart.-Regt. 25, 3. und 4. Komp. Pioniere 21, sowie Kolonnen und Trains, die über Bingen die Gegend von Ober-Hilbersheim erreicht, bat die besondere Aufgabe, unter seinem Führer, Generalmajor Noeldechen, Kommandeur der 25. Feldart.-Brig., im An­schluß an den Angriff des angenommenen /roten" achten Armeekorps bei Tiefenthal-Wöllstein, über Wörrstadt vor­zugehen.

Während der Manöver ist zur Versorgung der Ttup- pen ein Manöver -Proviantamt in Westhofen einge­richtet worden. Am südwestlichen Ausgang des Ortes ist die Feldbäckerei eingerichtet. Täglich sind darin 3000 Brote herzustellen.

Tas Gefecht bei Wörrstadt.

fc. Tivisionsstabsquartter, Oppenheim a. Rh., 16. Sept.

Seinem Auftrage entsprechend trat heute früh 7 UhrRot", die verstärkte 49. Jnf.-Brig. unter Generalmajor Noeldechen, von Ober-Hilbersheim den Vormarsch auf Wörrstadt an, während Blau", die verstärkte 50. Inf. Brig. unter Führung des General­majors Elifford Coq v. Breugel aus der Gegend von Bechtheim auf Spiesheim vorging. Bald nachdemBlau" durch Biebeln­heim gerückt war, erhielt es Nachricht, daß starke feindliche Kräfte aller Waffen von Oder-Hilbersheim auf Wörrstadt vorrückten und Generalmajor v. Breugel entschloß sich, den Gegner anzugreifen. Hierdurch wurde der Führer von.Rot", Generalmajor Nvelde- chen veranlaßt, den Aufmarsch seiner Brigade hinter dem Schill- unb Sülzenberg, die nordwestlich von Wörrstädt sich hinziehen, zu befehlen. Auch dieBlauen" hatten Wörrstadt aujgegeben und sich auf den Höhen südlich und östlich Wörrstadt entwickelt. Noch bevor der Führer vonRot" genauere Nachrichten über die Kräfte vonBlau" erhielt, lief die Prildung rin, daß die /roten" Haupfträite zum entscheidenden Eingriff gegen den siDlich Born­heim-Bcckxnheim stehenden Gegner vorgingen. Generalmajor NoeldeaKit beschloß, diesen Angriff durch eigenen Angriff zu unter= . stützen und befahl dem Regiment 168 jub in den Besitz von Wörr­stadt und den Höhen östlich davon zu setzen, den beiden anderen Regimentern 115 und 116 unter Oberst v. Trotta über Sulzheim int Anschluß an Inf.»Reg. 168 gegen den seinblichen linken Flügel vorzugehen. Ter Führer vonBlau" hatte sofort er­kannt, wie gefährdet sein linker Flügel sei und zog deshalb alle auf dem rechten Flügel verfügbaren Kräfte in Richtung Eichloch, um der drohe>rden Umfassung durch einen etter gischen Angriff oor- zubeugen. Wahrend ber, rote Angriff auf dem äußeriten linfcn Flügel, roo_ Regunent 168 im Feuer stand, glückte und auch im Zentrum Teile des Regiments 115 erfolgreich waren, fiel zu­nächst auf dem rechten Flügel keine Entsckxibung zugunsten von Rot". Da aber derblaue" rechte Flügel sich nicht mehr halten konnte, sah v. Breugel, daß nur ein richtiger Abzug einen Miß­erfolg verhindern konnte.

Zn die sein Augenblicke wurde die Ucknng durchTas Ganze Halt' unterbrodxn. Ten Befehl über dieBlauen" übernahm Generalmajor Franke, Kommandeur der 50. Jnf.-Brig. Schon vor dem SignalDas Ganze Halt" war bei dem Führer von Blau" die Nachricht eingegangen, daß die 50. Res.-Jnf.-Brig. vom Lager Griesheim aus Oppenheim im Anmarsch und im Begriffe sei, den Rhein dort zu überschreiten. Ter Uebergaug begann 9.15 Uhr vormittags und war um 12 Uhr beendet.

Inzwischen war die Entscheidung bei Wörrstadt gefallen und Blau" ging bei TvlgcSheim zur Ruhe. DieRoten" folgten nur bis in die Linie Bechenheim Heimersheim und bezogen bei Wörrstadt Biwak. Tie Res Jn^-Brig. ging beiSchwobsburg zur Ruhe über.

Der Großherzog und die Großherzogin, die Prinzessin Tuise von Battenberg, der Fürst zu Isenburg und Büdingen Bilstein, Major ä la suite der Armee, toohnten der Uebung bei. Auch Exz. v. Eichhorn mit seinem Stabe, ber aus Schloß Herruslxim bei Worms Quartier bezog, war anwesend.

Tas Gefecht bei Gabsheim.

fc. Divisionsstabsquartier, Oppenheim, 17. Sept.

Ter Führer vonBlau", Generalmaior Franke, ging früh aus dem Biivak zum Angriff über. Ta er aber noch in zwei ge­trennten Gruppen stände nutzte der Führer vonRot", General­major Noeldechen die Trennung aus. Teshalb setzte General­major Noeldechen ben Oberst Neuhaus mit vier Bataillonen cius Undenheim, den Maior v Oven mit zehn »tomvagnicn über Eabs beim gegen die aut Dexheim marschierende Res.-Jns Bng, wahrend Oberst v. Helldorf die Sicherung zu übernehmen hatte.

Kurz nach dem lieben (breiten der Selz stieß die Res.-Jnf- Brig. aus die Truppen des Cbcnten Nephaus,^dem es gelang, den Angriss zurückzuweisen, noch ehe bas Res.-Jns.-Reg. Nr. 2 eingreisen konnte. Dasblaue" Ins. Reg. 118 würbe von Muior v Oven über bie Selz zurückgedrängt. Das Jni.-Reg. 117 kämv'te mit dem Detachement des Obersten v. Hell dorr mit wechselndem Ersolg. Inzwischen war die Entscheidung bei GabS- hrim und Undenheim gesallen. Tieblaue" Partei mußte zurück gehen. Damit endete die Uebung. Morgen findet ein Manöver der Division gegen einen markierten Feind statt.

Ter Großherzog und die Großherzogin von Hessen, bie beute ihren Geburtstag beging, sowie Priu-esiin Luise von Battenberg, wohnten auch heute wieder der Uebung bei.

Ein Brief von der Zlottenparade vor Helgoland.

Ein Gießener, Herr Adalbert Bindewald, sendet uns über die letzte Flottenparade, der er als Zuschauer bei­gewohnt hat, folgenden Brief:

Au Bord desDelphin", 16. Sept.

Ein düsterer Nebelschatten liegt über Wilhelmshaven. Rur eine etwas hellere Stelle am östlichen Himmel verrat den^.ri, wo sich das Tagesgestirn zu erheben pflegt. Trotzdem die Rächt noch nicht gewichen .ist, verkünden lebhafte Schritte, Pferde- getrappel, Automobilhuven von der Straße her, jener Straße, die nach Kaiser Wilhelms I. Ausspruch mit Rcicltsgoldmünzen gepflastert ist, daß die Bewohner der Nordseefeste sich heute früh­zeitiger als sonst auf die Beine gemacht haben. Und man kann es wohl verstehen, denn ein Schamviel wie das heute zu erwartende hat selbst die in bezug auf seemännische Darbietungen verwöhnte Kriegshasenstadt noch nicht gesehen. Tenn die gesamte deutsche Seemacht, soweit sie nicht auf ausländischer Station abwesend ist, soll heute zu Beginn der Manöver in der Nordsee vor ihrem kaiserlichen Oberbesehlshaber in Parade erscheinen. So habe auch ich mich srühzeitig aus Morpheus Armen losgerissen und mich von dem Mcnschenstrom, der sämtliche nach dem Hasen führenden Straßen überflutet, mitführen lassen nach dem Anlege­platz deseleganten Salon"-SchraubendampsersDelphi n", ben ber- Norddeutsche Lloyd neben anderen Dampfern den Schaulustigen zur Verfügung gestellt hat. Tie 430 Passagierplätze sind lange vor der Abfahrt von ber Strandhalle besetzt und es herrscht ein starkes Gedränge. Schon vorgestern, also Samstag, ist die KaiserjachtH o h e n z o l l e r n" aus Kiel hier eingetrossen und hat in dem Außen Hasen an ber britten Einfahrt festgemacht. 2lls ich gestern, Sonntag abenb, einmal hinaus ging, um bas Kaiser- schisf zu besehen, kam ich gerade zu der Flaggenparade, bie bas abenbliche Herabholen ber Flagge begleitet. Ich berounberte ben Ernst unb bie stramme Haltung ber Gesundheit und Krast atmen­den Besatzung unb bie feierlichen Mienen ber Matrosen wahrend ber Klänge bes Parademarsches. Auch bie übrigen Seeleute, von beneit es ja in Wilhelmshaven wimmelt und bie heute alle Parabeuuisorm tragen, zeigen burchweg blühenbe Gesundheit unb in bie Augen fallcnbe Strammheit. Doch zurück ivicber zu meinem guten Dampfer ,,Telphi n". Punkt achf Uljr heute Montag, beu 16. ertönte btc Tampspseife bes Schiffes mit ohrenbetäubendem Lärm breimal bintereinanber. Sobaitn ein viertes Zeichen, unb langsam beginnt bie Maschine zu arbeiten. Kapitän Michel, der- mir von früheren Faljrten wohlbekannte Führer bes Schiffes, besteigt bie Kommanbobrücke. Wir siub die ersten von ben zahl­reichen ZufchauLrbampfcrn, bie ben Hafen verlassen, unb sehen mitleibig auf denSeeadler" und andere Schiffe herab, die erst später abgelassen werden. Nun jagt schon in rascher Fahrt ein Torpedoboot (Nr. 78) vorbei, das uns schnell überholt. Die Mannschaft grüßt mit Winken. Sein Anblick weckt in uns die bittere Erinnerung an das soeben erst unserer Marine zugestoßene schwere Torpedobootsunglück mit dem Verlust Don sechs blühenden Vaterlandsverteidigern. Ehre ihrem Andenken! Jetzt passieren wir ben Hasenausgang unb treten aus ber Jade in das offene Meer, vorbei an bem Abmiralslaggschiff mit bem Flottenchef von Holtzenbors an Borb unb bem kleinen KreuzerBreslau". Richtung: West-Südwest, später: Norb-Norbwest. Es ist eine leichte Dü­nung, bie sich grabweise verstärkt. Allgemeines Interesse ber Passagiere, soweit es Laubratten sinb, tote Schreiber bieser Zeilen, erregt ein Bagger, ber große Wassermassen ausspeit, währcnb er seine bunfeln Schätze int Innern seines schwarzen Bauches auf­speichert. In ber Ferne erscheint bas rot gestrichene Weser- feuerschisf am Horizont. Hier haben sich bie Zuschauerschifse zu versammeln unb sollen von bem Divisionstorpeboboot D 4 geführt werben, um 1000 Meter hinter S. M.Hohen- zo l le r n" bas farbenprächtige Schauspiel genießen zu können. Wir fahren mit ber Ebbe bem Wind entgegen nnb schneiben also bie Wellen senkrecht, woburch ber Gang des Schiffes trotz der hohen See noch verhältnismäßig rnhig ist. Zahlreiche Fischer­boote .mit schwarzen Segeln schaukeln um unS her ans ben Wellen unb man glaubt sie jeden Augenblick umschlagen zu sehen, doch halten sie sich standha 1. Die am Horizont jetzt sichtbar werdenden Kriegsschiffe bei Schtlligrede find ein Marinereservegeschwader, b. h. ältere zur Küstenverteibigung bienenbe Schiffe. Tas Meer wirb fortgesetzt unruhiger, unb alle Wellenberge tragen Schaum­kronen. TcrDelphin" steckt seine Nase öfter lies ins Wasser unb beglückt bann jebesmal seine Fahrgäste mit einer kräftigen Spritzflut. Von einem ber Minensuchschiffe zur Linken steigen Raketen auf. Ich lasse mich belehren, baß bies ein Signal: Verstauben" bebeute. Me Schisse, benen wir jetzt begegnen, tragen prachtvolle Flaggengala, die Unterseebootsflottillen machen sich durch weithin wahrnehmbaren Übeln Petroleumgeruch bemerkbar. In diesem Augenblick ändert derDelphin" seinen Kurs und dreht dem ziemlich scharfen Wind bie Luvseite entgegen. Gleichzeitig beginnt bas berühmte Schlingern, besscn Wirkung sich aus ben Gesichtern zahlreicher Mitsahrer deutlich erkennen läßt. Roch ist indessen von eigentlicher Seekrankheit keine Rebe unb jebermann rühmt sich stolz seiner besonbcren Widerstandsfähigkeit. Schwärme von Möwen unb Seeschwalben schaukeln sich über ben prächtigen grünen Wellen, links lassen wir bas Weserfeuerschiss zurück, währenb rechts die weiße Küste von Wangeroog auftaucht. Eine Kinoaufnahme vom oberen Verbeck aus erinnert uns an die modernen Unterhattungsbebürfnisse. Tie Szenen ber Seekrank­heit, die sich jetzt rechts und links abspielen, will ich nicht weiter erwähnen unb bat Meergöttern bantbar sein, baß sie mich nllbst vor diesem Elend bewahrten, denn der Anblick ist herzergreifend. Während der Wogengang immer höher wurde, so daß Kapitän Michel mit Rücksicht auf seine Seepatienten nur mit halber Kraft fahren ließ und es trotzdem wegen der heftigen Schwankungen saft unmöglich war. Zu schreiben, passierten wir den Norddeutschen Lloyd-Dampser:Glück Aus", bellen dreifach übereinander auf­gebautes Teck mit etwa 1000 Fahrgästen überfüllt erschien und infolge seiner stärkeren Belastung noch viel mehr schwankte als unser Schift und naturgemäß auch alle Folgeerscheinungen er kennen ließ.

Auf einmal ertönten vom Heck unseres Fahrzeugs lebhafte Rufe:Ter Zeppelin kommt, der Zeppelin kommt!" Und wirklich zeigte sich etwa eine Hand breit über dem südlichen Horizont das mutige und anmutige LuftschiffH a n s a" wie eine schwere weiße Zigarre am blauen Firmament. Der Enthu­siasmus über diesen sichtbaren Triumph deutschen Geistes war unbeschreiblich, und es wurde fast übersehen, daß sich in diesem Augenblicke auch das Geschwader mit dem Kaiser an Bord in rascher Lahn näherte. Doch auch dies bot einen groß­artigen Anblick. Äorneher dieD e u r s ch l a n d" mit der Kaiser- ftanbartc, dann Depeschen bootSleipner", Kaiserjacht

Ä o h c n j o 11 c r n", kleiner KreuzerBresla u" undH c l a", sowie zwei Torpedoboote, alles in Kiellinie mit etwa 400 Meter Mstand Sie fuhren der in Paradcaufstellung westlich von Helgo land stehendcn gesamten deutscljen Kriegsflotte entgegen und uuser Dampicr »'chfoß sich ihnen an. So hatten wir das uuvergleich- lichc'auspiel, die herrliche Seestreirmacht in seltener Vollzähligkeit vor dem Äuge ihres obersten Kriegsherrn er­scheinen zu sehen. Ein überwältigender Anblick, verschönt durch prächtiges Wetter. Und allgemein hörte man an Bord desDel­phin" sagenDer Kaiser hat wirllich ein ausgesuchtes Glück." Tie letzten Tage über unb noch am gestrigen Sonntag löste cm Regenschauer den andern ab, uud heute dieser herrlich Sonnen* )d)cm. Doppelt imposant nahmen sich die schwimmenden Burgen, unserer ^ladhlil.oUc auf dem dunkeln Hinrergruich von Helgo­

land aus unb doppelt freundlich flatterten die labileren bur.t* Wimpel der Flaggengala im Winde. Tie ReihenfiKqe bn sckftvader unb Flottillen einzeln amzuzählcn, will ich mir art' Leser erlassen. Es sinb ja boch lauter geläufige Namen.

Gottes Schutz über Xeutrd'lanb und ferner herrlichen Flotte wast.

Wir fuhren nunmehr um Helgoland herum, auf f.in qanq, Wege zahlreich« Kriegsschiffe unb P.assagierbmnpser kreuzend m wendeten den Kiel wieder dem Jadednscn zu, wo wir um 3 UUhr das Feuerschiff'Aussen Jade" vassierleu. Um ti-, Zeit habe ichder Diffenschaft halber" noch einmal die inr Schiffsräume vulgo Salons ausgesucht. Tie dort erbetenen drücke kann ich indessen nur mit den Worten ausdrücken: Mensch versuche die Götter nicht und begehre nimmer und s zu f(Lauen, was sie gnädig verhüllen mit Nacht unb Gr

Mit Eintritt in ben Jabebusen besänstigten sich die unb auch bie Mienen vieler P(magrere merfit* Tie ließen Flut erkennen unb bieje Flut trug auch ben von '1JZöroenjdn*ärmen begleitetenDelphin" nm 5.30 Uhr irit

Sport.

= Dettkämpse in Friedberg Am Son. beteiligte sich der FußballklubV i 11 p r i a"-Gies en an olympischen Wert lamp seit des FußballklubsFortuna" errang in ber Klasse C den Ehrenpreis Ferner erb:eit Kappeller im 200 m-Senior-Laus den 2. Preis in ?j;-> Der Fußballllud'Germania' ließen erhi/.i den Eh preis im 1000 m-Laufen.

Dermifcbte».

* I m Kamps mit Erpressern Aus Brückenau, 14. Sept., wird uns von unserem X arbeitet gemeldet: In der vergangenen Woche erhielt » zirksamtmann Senn einen Drohbrief mit der Au ff ort rung, in der Nacht vom 14. auf 15. ds. an einem besinnw: - Platz 6000 Mark niederzulegen, widrigenfalls sein Lede> lauf der Oesfentlichkeit ptetsgegeben würde Bezirl^i- mann Senn, an dem schon einmal ein Erpressungsverir, gemacht worden ist, ließ einen GehetmPolizisten mit eincr Polizeihund kommen und postierte sich mit ihm in ber t.-.;- des bezeichneten Platzes. Pünktlich erschienen drei Sänug unb als einer den Behälter wegnehmen wollte, ließ b.: Geheimpolizist seinen Hund los, der sich sofort auf bt Männer stürzte. Es entspann sich ein Kampf, bet de, Schüsse fielen und schließlich der Bezirksamtmann und o:

Eine absonderliche Sache beschäftigt die Berliner

halben Iahte den Besuch ihres 42 Iahte alten Bru>: Otto Müllet, der früher Rohrleger wat, dann Artist »urb und daraus dreizehn J<thre lang ui der Welt her umzog. I<: Mann klagte, duß es ihm sehr schlecht gehe, daß er kein hr« und auch keine Mittel mehr habe. Aus Mitleid nabma ihn die Schwester und ihr Mann bei sich auf und bcfi*w>

Geheimpolizist die Oberhand bekamen. Während zwei dr Erpresser flüchteten, wurde der dritte bis an die 6tnit geschleift und als der Maschinist Eugen H a 1 b 1 e i b rrlan» Halbleib und sein Bruder, Notarsgehilse Franz Holbinr wurden verhaftet, während der dritte, ein Mas aus Römetshag, bis jetzt noch nicht dingfest gemacht konnte. Bezirksamtmann Senn erhielt bet dem einen Schuß unb liegt schwer verletzt darnieder.

* Ter Onkel al» Entführet seiner Ni

bic Entführung ber 17 Iahte alten Mustkschülernt tljt Häusler aus Schöneberg, die mit ihrem Onkel 9tüi spurlos verlassen hat. Frau-Häusler erhielt vor tunr

tigten ihn in ihrer Klempnerei. Müllet führte sich g# und hatte Aussicht, Mitinhaber det Klempnerei fei, Schwagers zu werden. Am 3. d. M. heiratete er td vermögendes Mädchen, das ihm schon einen lag t>arM 1 Trauung eine Mitgift von 9000 Mk. Litshändigte. Mr zwei Tage nad) der Hochzeit verschwand Müller mit |ter Mchle Else. Das Mädchen ging an jenem Tage nrorgfL- um 8 Uhr von Hause sott und sagte den Eltern, eS m>8t eine Freundin in Wilmctsdors besuchen. Bon diesem L» gange kehrte es nicht wieder zurück. Tie weiteten tirmitfr iungen ergaben, daß Müllet mit feiner Richte inehterc «e- schäfte ausgesucht tmd^iht neue Kleidet gekauft hatte, jrk weitete Sput fehlt.

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