162. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 242
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
In der
Aussprache
sehen, meine Stiefel neidig- i nach indlung
Die „Lietzener Kamiliendlätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Krtlsbhift fit den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die .Landwirtschaftlichen Selb iragen" erscheinen monatlich zweimal.
entschlafen ist. siebenen: Hb
Mobec 1912, 60 aus statt.
wendig sein.
Solch eine einzelne Turbine von annähernd zehntausend Pferdekräften wird im Laufe einer einzigen Stunde in das Schiff hineinbefördert. Tenn auf dem Quai steht ein Kran, augenblicklich der größte der Welt, der die mächtige Maschine einfach an seinen Laken nimmt, sie hoch emporhebt und dann langsam in den Abgrund bis in den Maichinenfaal hinuntergleiten läßt. Tort stellt der Kran sie genau aus ihre Fundamente nieder. Bei diesem Vorgang sind allerdings sehr viele Arbeiter in Tätigkeit, die alles richtig anordnen müssen. Ueberbaupt wimmelt cs jetzt aus dem Schiss von schaffenden Menschen. Mehrere tausend Werk- Ieutc sind emsig bemüht, den Koloß bis zum Frühjahr sertig zu stellen. Wohin man im Schiss auch kommen möge, Leiter auf, Leiter ab, hoch hinauf aus den höchsten Aufbau oder ganz tief hinunter unter die Wasserlinie, überall trifft man auf Schwärme arbeitender Menschen. Ter ungeheure eiserne Resonanzboden dröhnt denn auch von tausend Geräuschen wieder. Ta blasen in unzähligen Räumen die Schmiedeseucr, die durch Trucklust angctriebcnen Niethämmer vollsühren einen fürchterlichen Lärm, die Klempner, die Zimmerleute, die Elektriker, alles arbeitet mit- und durcheinander an dem Ausbau dieser kleinen Welt sür sich.
Wenn der Imperator" sertig ist, werden in seinen Kabinen Einrichtungen zu finden sein, die es bisher aut Schissen nicht gab. Es werden in den Zimmern große Kleiderschränke ausgestellt, in denen man die lururiöseste Garderobe ohne Gefährdung unterbringen kann. Wäschekommoden, Frisiertische, Klubsessel täuschen einen Ausenthalt in einem großen, festen Lause vor. Auch das Sosa, Tische und Stühle schien nicht. Ein Möbel, das bisher aus dem Schiss unentbehrlich schien, soll verschwinden: der aufklappbare Waschtisch in Form eines schmalen Schränkchens. Lier- bei konnten die Waschschüsseln immerhin nur beschränkte Ausdehnung haben. Jetzt baut man geräumige Marmorwaschtische ein, die nicht mehr verlangen, daß der Passagier sich bei der Morgentoilette irgendwelche Beschränkungen auserlegt. Jeder dieser Waschtische wird ständig sließendes Wasser in unerschöps- licher Fülle erhalten, und zwar kaltes sowohl wie warmes, da die Kabinen sämtlich an die Wasserleitungen des Schisses angeschlossen werden.
Um bei den etwa 10 Stockwerken, die das Schiff haben wird, die Unannehmlichkeit des vielen Treppensteigens auszuschalten, werden — ein gewaltiger Fortschritt der Technik — Fahrstühle
wenn man dem Patienten eine Tons Wismuth eingibt, reflektiert sich dieses Metall in der gewonnenen Ausnahme, und man erhält ein sehr genaues Abbild des Magens. Bisher war man bei der Tiagnose von Magengeschwüren aus Beklopfungen der sckpner-- haften Stellen angewiesen. In Fällen von jungen Krebsgefchwüren war aus diesem Wege eine unbedingt sichere Diagnose kaum möglich. Bei der Verwendung von X-Strahlen aber wird es möglich, Geschvüre des Magens deutlich z-u erkennen: das Bild iveist in den Umrißlinien des Magens Fehler und Lücken aus. Die beiden MÄiiziner konnten AusnalMen vorlegen, in denen sich diese krebsartigen Anschvellungen deutlich abhoben. Die Versuche haben bewiesen, daß es mit Lilie der X-Strahlen möglich ist, im Magen schon frühzeitig Krebserkrankungen festzustellen; die Willigkeit dieses Fortschrittes liegt auf der Land: die Chirurgie ist tm- stande, sofort cinzugreifen, und man weiß, wieviel größer die Aussicktten einer Heilung bei einem frühen Eingriff sind. Die Mitteilungen der beiden Aerzte erregten auf dem Kongreß lebhaftes Aufsehen; ist doch hiermit für die Behandlung des Krebses ein weiteres wertvolles Hilfsmittel gewonnen.
sprach zunächst Staatsanwalt Freiberger. Er betonte, daß die Frauen jetzt schon nervös werden und die Besonnenheit verlieren, wenn von der Frauenbewegung gesprock>en wird. Lier handelt es sich aber nicht um die Rechte der Frau, sondern um das Recht der Jugendlichen. Hoffentlich kommen wir nicht so weit, daß die Frauen Richter werden. Bei dem Manne beherrscht der Kopf das Herz, bei der Frau das Lcrz den Kopf. — Amtsgerichtsrat Allmenröder (Frankfurt a. M.) meinte, die Frau verliere für die Erziehung an Wert, wenn sie neben dem Jugendrichter sitze und Urteile fälle. — Frl. Pappritz (Berlin, sagt, die Frau verlange die Zulassung zum Schöffenamt, das habe mit der Frouenrechtsbewegung gar nichts zu tun. Wir Frauen haben das Gefühl, daß wir dem Kindesleben näherstehen als der Mann.
Es ist gesagt worden, daß die Frau zu schade sei für den -ticnft des Schöffen. Solange wir eine Prostitution haben, ist keine Frau zu sckwde, ihre Kraft m den Dienst für die verwahrlosten Töchter unseres Volkes zu stellen. So unnatürlich cs ist, wenn die Frau allein über sittliche Verfehlungen des Mannes urteilen will, so unnatürlich ist es, wenn der Mann allein über sittliche Ver» ehlungen des Weibes urteilen will.
Deutscher Zugenvgerichtstag.
— Frankfurt a. M., 12. Oft.
Die heutige letzte Sitzung des dritten Deutschen Jugend- gerichtstages wurde eingeleitet mit einer Ehrung des Andenkens des früheren Unterstaatssekretärs im Reichsjusttzamt Dr. von Nieberding. Hierauf sprach Amtsgerichtsrat Dr. Köhnc Berlin) über die Notwendigkeit eines
besonderen Jugcndgerichtsgesetzes and sein Inhalt. Er führte aus: Das Vorgehen der Reichs-
Montag, 14- Oktober 1912
Rotationsdruck und Verlag der Brnbl'schen Universitäts - Buch- und Stenidruckerei.
R. Lange, Dießen.
Der junge Riese.
Ein Spaziergang im Rumpf des „Jmperator".
Redaktion, Expeditton und Druckerei: Schul« (trabe 7. Expedition und Verlag: ^»9 51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerDießen.
unter. ch'°'egervater
eingebaut, die genau so rasch und bequem fahren, wie die aus dem Lande. Ta aber trotzdem die Stufen von, vielen Personen benutzt werden dürsten, so sind zugleich ganz große belle Treppen-1
-um Bug durchgcführt.
Wenn man von oben durch den noch offenen Schacht in den Maschinenraum hinunterschaut, ist es, als blicke man in einen Abgrund. Nur wer ganz schwindelfrei nt, kann sich ohne Gefahr über den niedrigen Rand des Schachtes beugen, ^enn erst in kiräßlicher Tiese, turmhoch unter sich, erblickt man die Wirrnis des werdenden Maschinensaals. Von den acht Turbinen, die bart ausgestellt werden sollen, sind jetzt erst drei eingebaut Ueber- ßa sieht man noch Wellenstümpse, riesige deckel und Pumpen lierumstehcn, nind in ungeheurer Wucht steigen aus dem untersten Doppelboden des Schisses die stählernen Träger aus, die als Aus
regierung, ein spezielles Gesetz für jugendliche Personen zu er- ; lassen, die mit dem Strafgesetz in Konflikt geraten find, ist । dankbar zu begrüßen. Ter vorliegende Entwurf hat zwar manche Fortschritte zu verzeichnen, reicht aber zur Beseitigung des gegen- wärttgcn Zustandes nickt aus. Anzustreben ist die Heraufsetzung der unteren Strafmündigkeitsgrenze auf das 14. Lebensjahr und die Straflosigkeit der Jugendlichen, wenn der Jugendliche mangels geistiger Reife oder wegen zurückgebliebener Entwicklung nicht die zur Beurteilung der Strafbarkeit nötige Einsicht gehabt hat. Beide Forderiingen dürften allgemeine Znstimmitng finden Sie entiprechen den Beschlüssen des Strafrechtsausschusfes. Auf dem Gebiete der Gerichtsverfassung ist zu fordern, daß die Einrich ttmg von Jugendgerichten nicht völlig in das Belieben der Justiz- verwaltttng gestellt, sondern unter allgemein gültige Normen gc- bracht wird und daß dann ihre Zuständigkeit erheblich erweitert wird. Ferner, daß die Vorteile des Jugendgerichts auch den Jugendstraffammern zugewendct werden, indem in sie ein Vor- inundsckwftsrichter berufen wird. Den strafprozessualen Vorschriften des Regierungsentwurfes ist zuzustimmen, aber zu fordern, daß die Strafaussetzung mit Aussicht aus bedingte Begnadigung in die bedingte Verurteilung umgewatchelt wird. Denn die bedingte Bc gnadigung ist nicht nur verwaltungstechnisch ein sehr schwerfälliges Institut, sondern auch psychologisch und pädagogisch von ungünstiger Wirkung. Nur wenn wir die bedingte Verurteilung haben, wird es möglich sein, die Zahl der Strafmittel für Jugendliche zu erweitern, indem man ihnen während der Bcwährungs- zeit Beschränkungen außerhalb der Straf- und Erziehungsan ft alten «auserlegt. Ferner ist nötig und dringend die Rehabilitation bei länger dauernder lieberfüIrrung, damit nicht ein Jugendstreich die Zukunst eines Menschen in alle Ewigkeit verdirbt. An allen Landgerichten sollen Jugendgerichte gebildet werden, an anderen Orten können sie gebildet werden. Die Einführung der bedingten Verurteilung geschieht dadurch, daß der Richter zwar die Strafe verhängt, aber unter bestimmten Voraussetzungen von ihrer Durchführung Abstand nimmt.
Zn den Leitsätzen des Vortragenden, Amtsgerichtsrat Kühne (Berlin) brachte der Gegenberichterstatter' Oberlandesgericktspräsi bent a. D. Exz. v. Hamm (Bonn) eine Anzahl Abänderungsvorschläge und Zufavanträge ein. Er für seine Person stellte noch den Antrag, auch weibliche Personen zum Amte als Schössen bei den Jugendgerichten zuzulassen. Wünschenswert wäre, daß alle Straftaten Jugendlicher durch Jugendgerichte abgeurteilt würden. Ter Unterschied zwischen Vergehn und Verbrechen Jugendlicher ist obsolet. Um diesen Unterschied heraussinden zu können, braucht man nicht erst znm Oberlandesgerichtsrat ober Präsidenten befördert zu werden. Tie Schössen sollten möglichst häufig zu den Verfahren herangezogen werden, und zwar schon znm Vorverfahren. Ter Vortragende bemerkte, daß er die Hoffnung nicht teilen könne, daß wir schon in 5 Jahren ein neues Strafverfahren haben werden: wir sollten froh sein, wenn wir es in 10 Jahren haben. Es ist ein Schaden, den Richter auf die Gesetzesanslegung zu beschränken, statt ibn mitten ins Leben zu stellen. Ich wünsche Richter, die Freude haben an der Bewertung des lebenden Menschen. — Der Redner betonte dann, daß er nicht in die Behandlung der Frage des Frauenstimmrechts eintreten wolle und auch die Frage nicht erörtern möchte, ob die Frauen als Schöffen bei Verhandlungen gegen Erwachsene zuzu- lassen sind; aber für die Jugendgerichtspslege dürfen sie nicht ausgeschlossen werden. Es handelt sich um erzieherische und nicht um rein richterliche Tätigkeit. Der Redner betonte zum Schlüsse, er halte es sür unmöglich, einen Jugendgerichtshof zu bilden, an dem die Frauen nicht sollten Mitwirken dürfen.
Tie riesige eiserne Helling, auf der das größte Schiff der Welt gebaut worden ist, steht jetzt leer. Ter gewaltige Bewohner I i,at schon im Mai dieses Jahres sein Geburtshaus verlassen. Wer das Glück hatte, den Stapellauf mit zu erleben, der erinnert sich noch deutlich, wie alle die großen Schiffe im Hamburger £mfen plötzlich ganz Nein aussahen, als der ungeheure „^mpera uk" hochragend im Wasser lag. Nun ist der Rumps, der damals !« noch ganz ohne Inhalt war, an den Quai der Vulkauwerft heran- ß geichasft worden, damit der Jiinenausbau vorgenommen unt> tnc I Tcckausbauten angebracht werden können. Erst im Mai des nach steil Jahres wird das stolze Schiss die beutidx Flagge nach New Lork tragen. An so hohem Flaggenstock wie hier hat noch niemals ein Wimpel über dem Meeresspiegel geweht!
Wenn man jetzt von der Vulkanwerjt aus über den schmalen f hölzernen Steg in den Bauch des „Imperator" hineinschrcitet, so rh'ält man einen Eindruck von der ungeheuren Größe des Fahr- ,eugs, wie er später, wenn alle Zwischenwände stehen und alle I Verlleidungen angebracht sein werden, nicht mehr möglich lein ' dürste. Man geht da über dröhnende eiserne Planken hinweg : nut) steht plötzlich in einer Halle von ganz gewaltigen Abmessungen. Es ist dies die Stelle, wo die zwei größten Säle aus dem L>ckiff, der Speifcfaal und einer der Gescllschaftsräume, aneinander Itoßen. : feilte ist bic trennende Wand noch nicht gezogen, beide Raume und I noch eins - man kann die Breite des Schisses vollkommen übersehen und ist aufS äußerste eritaunt in dem Gedanken, daß dmes massige Gebilde durch Sturm und Wellen hindurchgetteuert werden !soll Einen Stock höher, aus dem Hauptdeck, kann man letzt auch noch die sonstigen Raumverhältnisse klar ins Auge Wien. Noch ohne all die zahllosen Ausbauten, die sie künftig tragen wird, dehnt sich die Platte des Tecks weithin. Wenn man am Leck steht, io muß man dreihundert Meter weit ausickauen, um die Spitze zu erblicken. Einen Menschen, der dort steht, kann man mit bloßem Auge kaum mehr erkennen. Ein tüchtiger Manch gehört dazu, um die ganze Länge des Decks zu durchmessen. Nach vollen^tem Ausbau 'wird die Teckpromenade an beiden Leiten vom Leck bi»
Oberlandesgerichtspräsident Spahn: Die Necht'vrechung ist. ein staatliches Hoheiksreckt. und der Staat ist cm männlicher Staat: wenn weibliche Schöffen zugelassen werden sollen, io muß diese Zulassung beschränkt werden aus Fälle mit weiblichen Angeklagten. — Frl. Schultze (Frankfurt a M.) erklärt, nicht verheben zu können, wie durch die Zulassung der Frauen zum Schöffenamte die Hoheitsrechte des Staates verletzt werden können. — Pfarrer Winter (Frankfurts Daß dte Frauen zugelasien werden sollen, darüber sind mir uns alle einig: aber die Frage, ob es nötig ist, für die Betätigung der Frau neue Neckttswrmcn zu finden, muß ich verneinen. Gerade die Frauen, die ihren mütterlichen Einfluß zur Geltung zu bringen wissen, ziehen es vor, im Anschluß an die obrigkeitliche Autorität zu-arbeiten: sie. sind der Meinung, daß, löcim die Frau nickt zu lolchen Montern zugerogen wird, das für die Fran keine Inferiorität bedeutet. Wir Pfarrer werden ja auch nickt zugezogen. Die ganze Frage wird ja überhaupt mir gestellt, weil sie gegenwärtig Modesache ist Wird der Anttag angenommen, so wird er eine Etappe sein auf dem Wege zu roeiteren Anträgen. Das Gesamternpfindem der Nation verlangt, daß die obrigkeitlichen Funktwnen von Männern auSgesührt werden. — - Frl. Gvudstikker (Mün- ckieitt- Wir können auf unsere Forderung nicht verzichten. Wir brauchen weibliche Schöffen, soweit es sich um rocibhdtc Angeklagte hanbclt. Ein Richter mag noch io ochekttv sein, die Angeklagte kann vor den Männern nicht den Reivekt haben wie vor den ö-rauen, auch wenn die Frauen ein schöneres Urteil- fällen. Es ist fein Zufall, daß das Sinnbild der Justitia von jeher ein Frauenbild gewesen ist. Auch die Fran als Schöffe wird bic Binde vor den Augen haben. 2r. Beck er (^res- denl beantragt den Leitsätzen noch hinzuzufügen: ,,-uc Raming von Sonderfcköffen für Jugendgerichte ist nicht zu empiehlen. — .Neu h aus (Zoppot) betonte: Nickt alle Frauen sind in die, er Tvragc derselben Ansicht. In der Sckiitzanfsickt usw können die Frauen ja Hervorragendes leisten. Wir brauchen nicht auch noch die Frauen als Schöffen, die jetzt schon genug ihrer eigentlichen Aufgabe entzogen werden. Die Oesfentlichkeit braucht die Frau, aber bic Fran braucht nicht immer bic Oeffentlichkeit. — Pmrrer Voller (Berlin): Der Mann hat ben Staat geschaffen, um bic Frauen zu schützen und weil nur der Mann versteht, das Schwert zu führen, hat nur er teilzunchmen an den Hoheftsrechten des Staates — Landgerichtsrat Hartmann (Hannover- sprach vom, Standpunkt der Fürsorgeerziehung aus. Gr forderte aUgcmetnei Grundsätze für den Strafvollzug für Jugendliche und hofft, daß das neue Gesetz nickt den Charakter der Fürsorgeerziehung noch weiter verschärft. — Inzwischen war eilt Antrag eingegangen, wonach die Mitwirkung der Frau als Schöffe bei den Jugendgerichten für dringend nötig erklärt wird. Fron Schüler (Breslau) ^og aber den Antrag wieder zurück, weil die Versammlung noch nicht objektiv genug sei. Es heiße immer, die Frau wäre nervös, fte habe aber den Eindruck, baß auch die Herren der Schöpfung) nicht immer ganz ruhig seien.
Die Anträge der Berichterstatter wurden sodann angenommen, der Antrag Becker „Die Sckwffung von Sonderschöffen für Jugendgerichte ist nickt zu empfehlen" wurde mit geringer Minorität abgelehnt. — lieber ben Antrag Hamm wurde einem Beschluss der Tagung zufolge nicht abgestimmt. — Die Tagesordnung roai damit erledigt. — Die Wahl des nächsten Tagungsortes wurde dem Vorstand überlassen und sodann der dritte Deutsche Jugend- gerichtstag für geschlossen erklärt.
Fernsprecher 542.
Prima i*
uq. Wallenfels
^"Äattie, Lehers
>ler-Drogerie,
politische Tagesschau.
Tie Mitwirkung des HauptauLfchußes bei den Wahlen zur Anqestelltenverstcherung.
In den nächsten Wochen finden die Wahlen der Vcr trauensmänner für die Angestclltenversichernng statt. Das Gesetz sieht eine Mitwirkung der Versicherten und ihrer Arbeitgeber bei der $ernxünuig und bei der Festsetzung der Leisttingen vor, durch die ein großer Einfluß ausgeübt zu werden vermag, ivenn die richttgen Personen an die richtigen Plätze gestellt werden. Das liegt aber in der Hand der jetzt yr ivählenden Vertrauensmänner, und daher sind die vorTiunehnrenden Wahlen von größter Wichtigkeit Die Angestellten haben das erkannt und allenthalben nnrd die Wahlarbeit redjt eifrig betrieben. Ganz anders ist es bei den Arbeitgebern, die sich wohl häufig noch gar nicht so rerfjt klar über die Dichtigkeit der Wahlen find Die Angastellten haben eben im Hauptausschuß sirr die staatliche Pensionsversicherung eine Zentralstelle, und von dessen Siebener-Ausschuß wird die Wahl- arbeit im ganzen Reiche organisiert. Wie wäre es sonst auch möglich, über das ganze Reich hin von nahezu zwei Aiillionen Angestellten etwa 10000 bis 12 000 Vertrauensmänner wählen zu lassen, überhaupt die Gesamtheit der Angestellten zitr Mitarbeit an dem Aufbau der Gesetzesorganisation heranzuziehen.
Der Hauptausschuß wird auch bei den bald daraus folgenden Beisitzerwahlen die Zentralstelle der großen Mehr , ihl der Angestellten-Organisationen bilden, waS schon des- ijnfb notwendig ist, damit nicht nur die verschiedenen Or- qamfationcii, sondern vor allem auch die verschiedenen Berufe an der Vertretung beteiligt werden.
Ohne solche Zusammenfassung und Ordnung, überhaupt offne die Mitarbeit der Organisationen, würde wahrfchein lull der Ausbau des Gesetzes gar nicht möglich sein. Oder es müßten die meisten Vertrauensmänner — anstatt von den Angestellten gewählt z,u werden — von den unteren Verwaltungsbehörden ernannt werden.
Scheitern der sächsischen Volkßschvlreform?
Wie aus Dresden berichtet wird, glaubt man dort nicht mehr an ein Zu st an de kommet: der V olks schul- re form. Tie Gegensätze zwischen der Regierung und der Mehrheit der Zweiten Kammer und ihrer Zwischen- bcpTitation sind so groß, daß an keinen Ausgleich mehr zu denken ist. Nachdem die Nationalliberalen entgegen ihrer ursprünglichen Stellungnahme sich mit der lenfessionellen Sck>ule einverstanden erklärt haben, ist die Regierung offenbar in dem Glauben bestärkt worden, daß auch noch in anderen Punktet: ein Umfall dieser Partei erfolgen werde: sie ist daher sehr energisch auf ihren Vorschlägen stehen geblieben imb hat alle Mänderungs- anträge der liberalen und der sozialdemokratischen Partei lundweg-abgelehnt. Darauf lehnte die Zwischendeputation die Regierungsvorlage, ebenso aber atrch die Anträge des Berichterstatters auf Errichtung von Minderheitsschulen ab, so daß hier eine Lücke entsteht. Eine zweite Lücke entstand bei der Beratung des Dissidentenparagraphen. Ein sozialdemokratischer Antrag auf Befreiung der Dissidentenkinder vom Religionsunterricht ivurde abaelehnt, ebenso aber auch die Refie'rungsvorlage und der Beschluß erster Lesung!
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Aus Hessen.
Versammlung akademisch gebildeter Beamten.
Man schreibt uns:
' t 13. d. Mts. fand im Börsensaal zu Frankfurt a. M. eine hr zahlreich besuchte Versammlung akademisch gebildete Lokalbeamten bes Großherzogtums Hessen statt. In il wurde einstimmig eine (Eingabe an die Großh. Retz äuscr vorgesehen, die keine Spur der früheren engen winkeligen Sckisfstreppen zeigen. Es werden Treppenvorplä^e von annähernd dreißig Metern im Geviert vorgesehen. An diese oidbegangenen Räume schließen sich die Amtsräume der Beamten, die mit den Fahrgästen in unmittelbarem Verkehr sind. Hier hat der Obersteward feine Zimmer: der Zahlmeister, der Auskunsts- und Ge- yäckbeamte finb.-.fiier ständig zu erreichen, so baß sich auf diesen Vorplätzen ungefähr ein Verkehr ablDiclen wird, wie in den Vorhallen der Gasttzöte. Aber viele Einrichtungen, deren man sich an dieser Stelle gern bedient, gibt es wohl auf dem Schiff, nicht aber auf dem Festland. Man findet im Treppenhaus des „Imperator" einen Buchladen, eine Blumenhandlung, ein Arztzimmer mit SSarteraum, eine Apotheke. Rechnet man noch das große Schwimmbad, das tiefer unten liegt, hinzu, so sieht man, daß dieses riesenhafte schwimmende Hotel selbst seine vornehmsten und größtev Vettern auf dem Lande wett, weit übertrifft.
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— Die X-Strahlen und der Magenkrebs, lieber eine neue Methode der Diagnose des Magenkrebses machen zwei französische Aerzte, die Dottoren Boelere und Möriel, auf dem in Paris tagenden chirurgischen Kongreß bedeutungsvolle Mitteilungen. Es handelt sich darum, durch eine Durchleuchtung des Magens und der Verdauungsorgane mittels X-Stratzlen Krebsgeschwüre schon in einem Stadium sestzustellen, in dem sichere Schlüsse aus die Art der Erkrankung mit den bisherigen Mitteln nicht erreicht werden konnten. Tas Verfahren bot insofern Sckpvie- rigfeiten, als bei Röntgenstrahlen die Umrisse des Magenorganes nur ganz schwach und kaum sichtbar angebeutet erscheinen, so daß es schwierig ist, KonturenveränderTungen festzustellen. Aber
fnroie 2öf*n.: id)C 1° ,, Verfall’- Biibcn biO|fl'^(^änblct
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triirlie Plolltstll
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I läge für die noch fehlenden Turbinen dienen sollen. Wenn die Arbeit hier vollendet ist, so wirb an dieser Stelle eine Krast- zentrale von einer Stärke aufgestellt fein, wie sie selbst recht bcdeii- tenbe Fabriken nicht besitzen. Mehr als GO 000 Pserdekräfte dürften zum Antrieb der vier Schrauben des Imperator" not-


