Tilgner.
Kreis Büdingen.
der Kon troll
1. Januar 1912
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
ff-
tBett*
Rechtsanwalt Bredereck stellt dann n6ch den Äntra, Geheimen Medizinalrat Universitätsprofessor Dr. Harnack (3
Sonnenschein
April ---
Kreis:
Arheilgen
Hainstadt, Neustadt
Hainstadt, Neustadt
Taxameter
Autodroschken
Bretzenheim
A7<
Anruf durch Fernsprecher Nr, 680 oder Nr* 151.
Comp." in Szene und Oberspielletter
Groß- Zimmern
Nieder-Esch- bach, Okarben
Lauterbach. Schotten . . Mainz . . .
Offenbach- Bürgel
Gießen Alfeld . Büdingen Friedberg
bis 12. April ist die Leuche erloschen in
Schwaben- heim
19.
13.
10
10
10
bis 12. April und neu verseucht :
Cfthofen, Rhein-Dürkheim
Schaihausen, BermerS- heun, Vonebenn
Schwabenheinr
Mainz, Vieh- bot, Bretzen- heim
Ranstadt. Leidhecken
Rieder-Eschbach, Okarben, Rodheim, Stammheiin, Ltieder-Rosbach, Ockstadt
Höchste Temperatur am
Niedrigste „ ,
Niederschlag: 0,0 mm.
Darmstadt . Bensheim . Dieburg ..
Erbach . . -
Groß-Gerau Hevpenheun Offenbach. .
Mainz, Vieh- hoi
Alzey. . . .
Bingen . . .
Opvenheim Worms. . .
Am 6. 9lpril waren verseucht:
Hainstadt, Jügesheim, Klein-Aubeim, Alain- flingen, Neu-Isenburg Weiskirchen
+ 8,6’C.
- 0,2 0 C.
Standplatz:
Vor dem Bahnhof.
bis 14.
, 14.
Xu» Stafct und (and.
njiei.c n, 15. April 1912.
9aS nebenstehende «Stifttt der ächten Apotheker
Richard Brandt’s
Burleske, die alle drei Tage gewechselt Burleske wird der Schlager „Tecolette & gehen, einstudiert von Direktor Max Kurz
Börscn-Wochenbericht.
— Frankfurt a. M., 12. Apnl.
Auch nach den Feiertagen hat die Börse ihre f e st e Grund- st i nt m u n g bewahrt, wenn auch die Aufwärtsbewegung manch- mal durch Gewinnrealisationen und Entlastungsverkäufe unterbrochen wurde. Momente, welche die in letzter Zeit bekundete Unternehmtmgslust und Zuversichtlichkeit dec Spekulation in un- günuigem Sinne hätten beeinflussen tonnen, sind nicht hsrvor- getreten, will man von dem jüngsten recht ungünstigen ReichL^-
die bisher an ersten Bühnen tätig waren. Tie künstlerische Leitung führt Oberregiffeur Max Tilgner, gleichzettig erster Charalterkomiker des Ensembles. Frl. Dlitzi Köqler, die sich überall größter Beliebtheit erfreuende 1r teuer Soubrette, wird auch hier gar bald der Liebling des Publikums werden. Von den übrigen Hauptkräflen seien noch erwähnt die gern gesehene Exzentnc Soubrette May Isabelle, das brillante, elegante Teylhardt-Tuo, sowie der stets Bombenerfolg erntende Humorist Nuno Schlegelmilch. Ten Schluß jeder Abendvorstellung bildet eine flott einstudierte, stürmische Heiterkeit erregende Operetten- wird. Als erste
§ Stockheim, 13. April. Nach
Versammlung kam es zwischen Kontrollpflichtigen aus einem
Kollegen gebeten, mir ihre Nasen zu leihen.
Nunmehr entspinnt sich eine hitzige Szene zwischen der Verteidigung und dem Gerichtshof. Verteidiger Justizrat I v e r s meint, daß die Sachverständigen trotz der vielen Fragen der Verteidigung doch bei ihrer Meinung bleiben. Verteidiger Dr. Werthauer bittet das Gericht um Schutz gegen solche Bemerkungen. Der Vorsitzende meint, daß die Herren sich.gegenseitig selbst schützen werden und bemerkt, daß hier kein Anlaß vorliege, einzugreifen. Verteidiger Dr. Werthauer bittet um Gerichtsbeschluß. Nach kurzer Beratung verkündet der Vorsitzende folgenden Gerichtsbeschluß: Die Sache ist durch die Erklärung des Vorsitzenden erledigt. Eine Beschlußfassung des Gerichts iA unzulässig.
Rechtsanwalt Bredereck stellt daun noch den Antrag, den Geheimen Medizinalrat Universitätsprofessor Dr. Harnack (Berlin) als Sachverständigen zu laden: dieser habe in der Medizinischen
dem Zeugwart Burger in Empfang genommen werden. Nachdem der 2. Vorsitzende dem 1. Vorsitzenden und ein Mitglied der Versammlung dem Vorstand den Dank des Vereins für die Mühewaltung im abgelaufenen Geschästsjahr ausgesprochen hatte, schloß der Leiter der Versammlung diese mit dem Wunsche, der Verein möge ferner wachsen, blühen und gedeihen.
** Nom Kolosseum tvird uns geschrieben: Vom Dienstag, 16. April ab findet hiey ein für kurze Zeit berech. neteS Gastspiel deS „Bobßme-Ensem bl es" statt. Das Ensenible besteht aus einer Anzahl hervorragender Künstkräfte
bank-Ausweis Abstand nehmen, der aus die Verhältntste des G eld- mar k t e s nicht ohne Einfluß geblieben ist. Man ilt hier bezüglich der ferneren Gestaltung der Tinge weniger zuversichtlich gestimmt als noch vor kurzem; hatte man doch nicht geglaubt, daß die anspruchnahme der Reicksbank noch so stark sein werde. Sie ist diesmal um 90 Millionen Mark höher als un Vorjahr, obwohl die Reichsbank den Banken Einschränkung un Krqdiv- verkehr empfohlen hat, und diese Mahnungen auch bereits Bo- achtung gefunden haben. Eine andere Erklärung für die so starke Inanspruchnahme der Reichsbank als die, daß Handel und Gewerbe sich in fortschreitend günstiger Entwicklung befinden und dazu großer Mittel bedürfen, gibt es nicht; deshalb ist aber auch erforderlich, daß die Einschränkung int Kreditverkehr nur vor- ichtig und cülmählich vorgenommen wird, daß man aber auch im Eingehen neuer Verbindlichkeiten möglichst große Zurückhaltung ich auserlegt. Andererseits hat es an neuen Anregungen wieder nicht gefehlt. Das Ende des englischen Bergarbeiterftreikes, die befriedigende Haltung Neuyorks, die Rekordversandziffern des Stahlwerksverbandes in A-Produktion im März, die günstigen Ziffern der oberschlesischen Roheisenproduktion in Verbindung mit den Preiserhöhungen auf den internationalen Eisen- und Metall- märkten haben die Kauflust von neuem angeregt und zwar umsomehr, als nach ziemlich übereinstimmenden Berichten die allgemeine wirtschaftliche Lage sowohl im Deutschen Reiche als auch in Amerika zurzeit keinen Anlaß bietet, daran zu zweifeln, daß die Konjunktur hier wie drüben sich in aufsteigender Linie bewegt. Dazu kommt, daß die politischen Fragen zurzeit ganz aufgehört haben, für die Börse einen Beunruhigungsstoff iu enthalten. Am stärksten kam die optimistische Auffassung am Markte der Montan- und I n d u st r iepa pi er e zum Ausdruck, wo wieder mehrprozentige Kurssteigerungen zu verzeichnen inb. Bevorzugt waren namentlich einzelne elektrische Werte, ür die das Abkommen mit den Bergmann-Werken stimulierte. Tie Aktien dieser Gesellschaft haben indes weitere 10 Proz. vev- loren, das sich für das herauskommende Material keine Jntev- rentionslust zeigte. Von Aktien chemischer Fabriken waren nament- lick Albert, Höchster und Holzverkohluna begünstigt, während Scheideanstalt neuerdings 10 Proz. nachgaben. Kunstseide stellten ich auf spekulative Käufe neuerdings 25 Proz. höher. Ob die große Kurssteigerung berechtigt ist, bleibt abzuwarten, jjcfle Tendenz zeigten auch Mafchinensabrikaktien, von denen Türkopp und Kleyer je 10 Proz., Armaturen Hilpert 5 Proz., Motoren Oberursel 4 Proz. und Hilgers Verzinkerei 11V- Proz. anziehen konnten. Moenus haben dagegen weitere 8 Proz. eingebüßt. Ebensoviel haben Zellstoss Waldhof verloren, in denen das Bezugsrecht ausgeübt wurde. Der Bankenmarkt lag ruhig und teilweise chwächer, dagegen verkehrten Bahnen und Schifsahrts- we r t e in fester Haltung, nur Sckantung lagen schwächer, da der Märzausweis nicht befriedigte und man für die nächsten Monate ein Nachlassen der Einnahmen signalisiert. Heimische und fremde Fonds gaben zumteil wieder etwas nach. Privatdiskont
*♦ Die Rechtsb er atungs stelle des Evang. Arbeitervereins wurde, so schreibt man uns, auch im dritten Jahre des Bestehens außerordentlich rege in .Anspruch genommen und zwar nicht nur von Mitgliedern und deren Angehörigen, sondern auch von sonstigen minderbemittelten Personen. Auch aus der Umgegend von Gießen wurde von der Einrichtung Gebrauch gemacht und zwar von Allendors a. d. Lahn, Butzbach, Friedberg. Herborn, Hörnsheim, Kleinlinden, Lollar und Watzenborn. Tie Tätigkeit der Rechtsberatungsstelle erstreckte sich in erster Linie auf die Erteilung von Rat und Auskunft in allen Rechtsfragen. Erfreulicherweise ist die Zahl der auf dem Gebiete der Arbeiterversicherung eingeholten Auskünfte im letzten Jahre wesentlich gestiegen. Besondere Aufklärungsarbeit konnte die Rechtsberatungsstelle vor und nach Inkrafttreten der Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung leisten. Die übrigen Anfragen betrafen Gewerbegerichts- und Steuerangelegenheiten, Mietstreitig leiten, Erbrecht. Alimentation, Grenzstrcitigkci:en, Unlerha.tungspjlicht, Strafrecht us.v. Neben der Erteilung von Rat und Auskunft wurden durch die Rechtsberatungsstelle die erforderlichen Schriftstücke lBe- rufunaen, Testamente) angefertigt, sowie die notwendige Korrespondenz mit Steuerbehörden, K.ankenkass n Berufsgenossenschaften, Versicherungsanstalten usw. g führt. Soweit notwendig, vermittelte die Rechtsberatungsstelle den Versicherten auch kostenfreie Vertretung vor dem Reichs- versicherungsamt in Berlin. Leider wurde die Tätigkeit der Rechtsberatungsstelle auch im letzten Jahre dadurch wesentlich erschwert, daß die Ratsuchenden, besonders in Ärbeiterversicherungsangelegenheiten, erst Auskunft einholten, wenn die Frist zur Einlegung eines Rechtsmittels bereits verstrichen oder die Ansprüche verloren waren. Die beabsichtigte Verlegung der Beratungsstelle und event. Erweiterung des Wirkungskreises muß leider wegen Mangels eines geeigneten Raumes vorläufig unterbleiben.
** Der Verein ehemaliger 116er (Kaiser-Wilhelm-Regiment in Gießen) hielt am 13. April seine Frühjahrs-Mitglieder v ersammlung hn Vereinslokal bei Sauer ab, die sehr gut besucht war. Der Jahresbericht des ersten Vorsitzenden, Rechtsanwalt Kaufmann, gab ein anschauliches Bild über das Vereinsleben im abgelaufenen Geschäftsjahr. Am zählte der Verein 408 Mitglieder; er steht mit Bezittk Gießen an erster, int gesamten Hassia-
dieser Zahl im Bezirk Gießen an erster, int gesamten Haffia- Bezirk an vierter Stelle. Inzwischen sind 17 weitere Mitglieder aufgenommen worden. In zwei ordentlichen und zwei außerordentlichen Mitgliederversammlungen, 4 Monatsversammlungen und 21 Vorstandssitzungen wurden die Geschäfte des Vereins erledigt., Die Vereinsfestlichleiten erfreuten sich alle eines sehr guten Besuchs. Das Verhältnis zum Regiment und den anderen Militär verein en Gießens ist sehr gut und kameradschaftlich. Die Kassenverhältnisse find sehr günstig, gelang es doch dem Rechner, bis zum 31. Dez. 1911 trotz der hohen Ausgaben, die ein neugegründeter Verein machen muß, rund 300 VLark zu erübrigen. Die Satzungsänderungen wurden nach den Vorschlägen des Vorstandes beschlossen und weitere Anträge in dieser Richtung eingcckracht. Die Zahl der Vorstandsmitglieder wurde auf 18 erhöht und beschlossen, daß bei allen Ster befallen die Kameraden zur Beteiligung an der Beerdigung durch eine Anzeige im Gieß. Anz. ausgefordert werden sollen. Die Vorstandswahlen zeigten eine schöne Einmütigkeit der Mitglieder, die ben’l. Vorsitzenden einstimmig 'und den-ganzen Vorstand nahezu mit voller Stimmenzahl wiederwählten. Neu in den Vorstand wurden gewählt: SäKtz als 2. Rechner, Stieber als 2. Zeugwart, Hermann als 1. und Weg als 2. Vorsitzender des Schießausschusses, Ober-Bahnassistent Schmidt als 1. und Schäfer als 2. Vorsitzender des Vergnügungsausschusses, sowie L. Mayer als Beisitzer. Alsdann belichtete der Vorsitzende über den Stand der Vorarbeiten zum Regimentsjubiläum, für das ein ge st ausschuß in Stärke von 21 Mitgliedern gewählt wurde.
n Veranstaltungen für 1912 wurden beschlossen: 18. Mai Stif- tungsfestkommers in Steins Garten, 19. Mai Familien-Ausflug auf Textors Hardt, 15. Juni 1. Monatsversammlung im Post- keller mit Vortrag über die Schlacht bei Wörth, 23. Juni Hassia- Bezirksfest in Allendorf a. Lahn, 15. Juli 2. Monatsversammlung mit Familie. Vortrag über eheliches Güterrecht und Ehevertrag. 11. August Sommerfest auf der Liebigshöhe, 17. und 18. August Gravelotte-Kommers und Feier, 21. September 3. Monatsversammlung mit Familie, Vortrag über Erbrecht und Testament, 5. Oktober Mitgliederversammlung, 23. November Feier des Geburtstages des Großherzogs, 21. Dezember Weihnachtsfeier mit Familie auf der Liebigshöhe. Beschlossen wurde ferner, der Gießener Jugendwehr und dem Roten Kreuz-Verein als korporatives Mitglied beizutreten mit einem entsprechenden Jahresbeitrag. Ein vertrauliches Anschreiben des Bezirkskommandos soll in einer besonderen Versammlung der Interessenten $ur Erledigung kommen. Die Gewehre M. 71/84 können vom 1. Mai ab bei
ip IL Eintragung bei ÄalfcrL Patentamts In Berlin unter Dr. 10100 gesetzlich geschützt, und Nachahmungen desselben sind von den RgL Landgerichten Berlin, Wtona usw. bestraft worben, «in Urteil wurde bereits vom Retchs- aericht beftätiflL Wir warnen deshalb vor «achahmuna «nseres geschützten Zeichens.
Schaffhausen (Schweiz).
tU •. »er*, «polheter «tchar» Brandt
die die Reichsdruckerei bei einer Darmstädter Fabrik bestellt hat, kann täglid) im Durchschnitt eine Million Wertzeichen liefern und diese Leistung — durch Verbreiterung ihres Druckzylinders — auf das Doppelte steigern. — Die Reichsdruckerei mit ihrem 2V2 Tausend Menschen zählenden Personal hat im Jahre etwa 4*/- Milliarden Postwertzeichen herzustellen. Der Verbrauch an 5 Pfennigmarken allein beträgt täglich sechs Millionen. Die niedrigen Werte von 3 bis 60 Pfennig werden in ein- bzw. zweifarbigem Buntdruck, hohen Werte (1/, 2 und 5 Mark) in Kupferdruck hergestellt.
kf. Unser Schlaf? Ein jeder schläft, aber keiner weiß eigentlich, warum. Es ist den Herren Legendre und Pisron Vorbehalten gewesen, dieses Rätsel befriedigend zu beantworten. Ter „Sociötö de Biologie" in Paris haben sie jüngst Vorträge über die Lösung des Schlafrätsels gehalten. Sie haben dabei zwar manche Dinge zur Sprache gebracht, die nicht ganz neu waren, jedenfalls aber waren ihre Mitteilungen ziemlich interessant. Ihrer Ansicht nach wird der Schlaf auf chemisch- physiologischem Wege hervorgerufen, ähnlich wie etwa die Muskel- ermüdung durch Ermüdungsgifte erzeugt wird. Ties geht ziemlich eindeutig aus einem Versuche hervor. Einem Hunde, den man sehr lange Zeit gewaltsam wach erhalten hat, wird Flüssigkeit aus dem Wirbelsäulenkanal entnommen; diese, die mit dem „Schlafgifte" oder „Hypnotoxin", wie es die Franzosen nennen, gesättigt ilt, wird nun einem anderen Hunde in den vierten Gehirnventrikel eingespritzt, und alsbald treten bei diesem Tiere alle Erscheinungen des Schlafes auf, die sonst bei Müden zu beobachten sind. Legendre und Pi6ron folgern hieraus, daß die chemischphysiologisckie Einwirkung der eingespritzten Flüssigkeit allein den Schlaf auslöst. Tas „Schlafgift" haben die beiden Gelehrten dann weiter untersucht. Tie einschläfernden Eigenschaften verliert es, wenn es filtriert ober auf 65 Grad Celsius erhitzt wird Ob es als Heilmittel gegen Schlaflosigkeit verwendet werden kann, ist noch nicht untersucht worden. Tiese Untersuchung wäre jedenfalls interessant.
— Muri e 'J< a il) r »eft 1 e n ans Sun ft und Wissen schäft. Vom 7. bis 13. Juli 1912 findet in Bonn die Erste deutsche Gartenbau-Woche — verbunden mit dem Ersten deutschen Gärtnertag — statt.
Wochenschrift ausgeführt, daß Methylalkohol im menschlichen Körper durch Einwirkung von Säuren langsam zu Ameisensäure oxydiere. Das Gericht behält sich Beschlußfassung hierüber vor und nach weiteren unwesentlichen Verhandlungen wird die Fortsetzung des Prozesses auf Dienstag vertagt.
Nachweisung über den Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen vom 6. bis 12. April 1912.
Spielplan der vereinigten frankfurter Stadttheater,
©pernhaui.
Montag, den 15. April, abends 71/, Uhr: .Alt-Wien.« Dienstag, den 16. Avril'): „Dunja." Hieran': .Flotte Bursche/ Mitt- wocb, den 17. April, geschloffen. Donnerstag, den 18. April: »La Boheme." Freitag, den 19. April abends Uhr: „Tannhäusers Samstag, den 20. Avril: „Ter Troubadour." Sonntag, den 21. April: Der Ring des Nibelungen. Vorabend: „Tas Rheingold.' Montag, den 22. April, geschlossen. Dienstag, den 23. April: „Die Hugenotten." Mittwoch, den 24. Apnl, abends 71/, Uhr' „Alt-Wien."
Schauspielhaus.
Montag, den 15. Apnl*): „Röntg Lear." Dienstag, den 16. April: „Dr. Klaus.' 'Mittwoch, den 17. April: .Cyrano von Bergerac." Donnerstag, den 18. April: „Don Carlos. Freitag, den 19. April: „Tie Geschwister." Hieraus: „Der dunkle Punkt." Samstag, den 20. April: Zum ersten Male: „Das starke Geschlecht." (The Stronuer f-ex.) Komödie in drei 'Auszügen von John Valentine. Deutsch bearbeitet von A. Bertelli. eonntag, den 21. April, nachmittags 3% Uhr: „'Madame Sans-GSne' Abends 7 Uhr: „Tas starte Geschlecht." Montag, den 22. April: „Cyrano von Bergerac." Tienstag, den 23. April, abends 71/, Uhr: Erstes Gastspiel von Albert Bass ermann vom Deutschen Theater in Berlin: „Tie Stützen der Gesellschaft." Mittwoch, den 24. April „Tas starke Geschlecht."
*) Anfang, wenn nickt anders bemerkt, abends um 7 Ubr.
Nachbardorfe aus ganz geringfügigem Anlasse zu einer blutigen Schlägerei, so daß einige her Beteiligten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Jedenfalls wird sich ein gerichtliches Nachspiel an den Vorfall anschließen.
Die Methqlalloholvergistungen vor Gericht,
sh. Berlin, 13. April.
Da der Angeklagte Redomski zur festgesetzten Stunde nichä an Gerichtsstelle erschienen war, verzögert sich der Beginn der Verhandlung um eine Stunde. Die Zeugen Rotscheck und Franzte geben an, daß sie bei Flamm bezw. 'Birkholz Schlesischen mit Rum getrunken haben und daß bei ihnen daraus Sehstörungen eingetreten seien, an denen sie heute noch leiden. — Die als Zeugen und Sachverständigen vernommenen behandelnden Aerzte in diesen beiden Fällen, Dr. Petomski und Dr. Hoffmann, vermögen nicht mit Sicherheit zu sagen, daß Methylalkohol die Ursache der Sehstörungen sei. Der Sachverständige Dr. Pftomski glaubt ledoch, daß eine Vergiftung durch.Methylalkohol vorliege. Schon >aus dem Ophtalnologenvongreß im Jahre 1900 seien diese ©ebitörungen infolge Methylalkohols eingehend erörtert worden. Bei Methyl- alkoholvergiftung komme es fast immer Mr Erblindung oder zu einer dauernden Sehstörung, während nach einem Rausch infolge Genusses anderen Alkohols die Sehstörungen innerhalb kurzer Zeit vergehen.
Es entspinnt sich nunmehr eine eingehende Auseinandersetzung zwischen den Sachverständigen darüber, ob der reine iMethylalkohü, oder nur dessen Zersetzungsprodukte, Formaldehyd und Ameism- [äure, diese Erscheinungen Hervorrufen. Verteidiger Dr. Jaffe stellt den Eintrag, den Medizinalrat Dr. Kieferstein aus Magdeburg zu laden, der in der letzten Nummer der Zeitschrift für Medizinalbeamte ausdrücklich ausführte, daß die Giftigkeit des Methylalkohols bisher in Deutschland so gut wie unbekannt war. Auch in der letzten Nummer der pharmazeutischen Leitung sei ein entsprechender Artikel enthalten.
Sachverständiger Medizinalrat Dr. Stürmer führt aus, daß ihm bisher noch nichts davon bekannt sei, daß Methylalkohol derartig zerstörende Wirkungen auf den Sehapparat pes Auges habe, er wisse nur, daß Formaldehyd uni> Ameisensäure, die einen brennenden Geruch haben, auf die Augenschleimhaut einen Reiz ausüben. Sachverständiger Dr. Je der ich meint, die wesentlichen Verunreinigungen des Methylalkohols seien nicht Ameisensäure und Formaldehyd, sondern Azeton. Er habe bei der Untersuchung der Leichenteile niemals Formaldehyd Nachweisen können, sondern nur Methylalkohol. Sachverständiger Dr. Stürmer: Einige der Leichen, die icq sezierte, chatten einen ganz eigenartigen Geruch und die Leichenflüssigkeit verursachte auf der Hand ein starkes Brennen, ähnlich dem, wenn man sich mit verdünntem Formaldehyd reinigt. Wie Methylalkohol sich chemisch im Körper zersetze, war mir damals, wie auch anderen Leuten, das gestehe ich ganz unumwunden zu, unbekannt. Im übrigen habe ich, wenn ich den brennenden Geruch an den Leichen bemerkte, auch meine
April
1912
i
L c
au« 0" reduziert
Temperatur
i lMg ug
Ablol ute 11
Feuchtigkeit j
li
Windrichtung
Windstärke |
14
51,8
79
5,8
72
W
2
14
51,7
6.6
58
80
NE
2
lö. "
53,1
5,6
5,1
75
NNE
2
Fabrikant:
Anirnet Jacobi« Darmstadt.
Verkanfa-
Ntclien durch diese* Plakat kenntlich.
Pfeil d reieck- Seifen


