Ausgabe 
13.3.1912 Erstes Blatt
 
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mit zwei erfolgreichen Bajonettangriffen oen 'Angriff des Feindes aufhielt, der den italienischen rechten Flügel ein- zuschließen versuchte. Ter Kamps dauerte bis nachmittagc- 4 Uhr. Nach ungeheuren Verlusten begann der Feind sich z u r uckz u z i e h e n, verfolgt von dem Feuer der Italiener. Eine Stunde später war er vollständig ver­schwunden. Tie Italiener hatten 13 Tote, darunter ein Offizier, und 7 3 Verwundete, darunter drei Offiziere.

Ein Geschenk de8 Sultans.

Konstantinopel, 12. März. Ter Kommandant von Lenghasi E n v e r B c i wurde beauftragt, dem S ch e i k d e r Genussi den Großkordon des Osmanieordens nebst kost­barem -Säbel, Teppich und Uhr mit Brillanten als Ge­schenke des Sultans zu überreichen.

Alle im Libanon ansässigen Italiener ver­ließen infolge des Ausweisungsbef e h l s das Land.

DeutZches Reich.

Im Reichstage nimmt man, so schreibt man uns aus Berlin, an, daß die laufenden Arbeiten kurz vor Pfingsten ab­geschlossen werden können. Tie Beratung des Voranschlags durste noch vor Ende April beendet werben. Der übrige vorliegend. Stofs, in ber Hauptsache bas Staatsangehörigkeitsgesetz, dun-c im Plenum nicht allzuviel Zeit in Anspruch nehmen. SSas ou neuen Wehrvorlagen anbelangt, so hofft man, daß diese Vorlagen dem Reichstag noch einige Tage vor dem Beginn der Osterferien zugehen werden, so daß diese Vorlagen in den Fraktionen noch vor Ostern in ber Hauptsache be­sprochen werben können. Die erste Lesung dieser Vorlage soll kurz nach der Wiederaufnahme der Beratungen im April er­folgen.

Das preußische Herrenhaus beriet am DienStag den Antrag v. Puttkarner, in dem die Regieruna ersucht wirb, alle eriorberlichen Maßnahmen nötigenfalls durch Einbringung von Gesetzesvorlagen zu ergreifen, welche geeignet erscheinen. Ar­beitswillige und Gewerbetreibende wirksam <u schützen vor Vergewaltigung und Bedrückung. Unterstaatssekre- tär Holtz erklärte, daß von feiten des Ministeriums des Innern alles getan werde, um die wichtige Aufgabe des Schutzes der Arbeitswilligen zu erfüllen. In den Jndustriebezirken )ei eine erhebliche Verstärkung der Polizeigewalt bereits erfolgt. Ter Schutz jedes Arbeitswilligen bei Massenstreiks sei aber nicht immer möglich, besonders wenn es sich, wie jetzt, um 300 000 Menschen handle. Der Antrag Puttkamers wurde einstimmig angenommen.

DieTägliche Rundschau" meldet aus Berlin: Die Reichs- Partei verfügt üetzt wieder über 15 Sitze durch den Uebertritt von zwei Wilden, von denen ber eine Graf,Posadowsky ist. Tie Reichspartei ist hierdurch nun auch wieder mit einer Stimme in den Ausschußsitzungen vertreten.

Wie dieVoss. Ztg." erfährt, gibt der Direktor des H a n s a b u n d e s, Oberbürgermeister Knobloch, seine Stel­lung beim Hansabund auf. Er scheidet aus Gesundheitsrücksichten aus, um sich einen weniger aufreibenden Wirkungskreis zu suchen.

Zur Feier des 9 1. Geburtstages des bayrischen Prinzregenten prangte die Stadt München in reichem Flaggenschmuck. Der Festtag wurde morgens durch ein mili­tärisches Wecken auf dem Maricnplatz eingeleitet. Vormittags wurden in den Pfarrkirchen der Stadt Festgottesdienste abgehalten. Nach dem Militärgottesdienste in der St. Michaels-Hofkirche, dem die Prinzen des königlichen Haulses, die Generalität und .Ab­ordnungen der Garnison München beiwohnten, und nach dem feierlichen Hochamt im Dom, bei dem die Staatsminister, das diplomatische Korps, Vertreter der Abgeordnetenkammern, Hoch­schulen und der Beamtenschaft zugegen waren, fand auf dem Maximilianplah eine große Parade statt, die Prinz Ludwig in Vertretung des Prinzregenten abnahm. Der Prinzregent wohnte einer stillen Messe in der Allerheiligen-Hofkirche bei und empfing am Vormittag die Glückwünsche des Hausdienstes, der General- und Flügeladjutanten. Hierauf fand eine Frühstückstafel statt. Es sind zahlreiche Glückwunschtelegramme eingelaufen, darunter solche von Kaiser Wilhelm, Kaiserin Auguste Viktoria, Kaiser Franz Josef, von den Königen von Italien, Spanien, von sämt­lichen deutsckfen Bundesfürsten, dem Reichskanzler, dem Staats­sekretär des Aeußern und dem Statthalter von Elsaß-Lothringen.

Der Staatssekretär des Reichs schatzamtes Übersandte derGermania" folgende Berichtigung:

Die Redaktion derGermania" beehre ich mich, um Aufnahme folgender Berichtigung zu bitten: In der heu­tigen Nummer teilen Sie mit, ich hätte bei der Beratung des Zuwachssteuergesetzcs maßgebenden nalionallrberalen Abgeordneten die Zusage gemacht, duß mein erster Steuer­vorschlag nach den Neuwahlen die Wiedereinbrin­gung der Kindescrbschaftssteuer sein würde. Diese Angabe entspricht nicht den Tatsachen. Bei meinen Verhandlungen und Besprechungen über die Zu- wachsstcuer ist von der Einführung der Erbschaftssteuer niemals die Rede gewesen. Ferner gestatte ich mir festzu­stellen, daß ich einer politischen Partei nicht an» gehöre oderangehörthab e." DieGermania" hatte den Staatssekretär als Parteifreund des Herrn Bassermann bezeichnet.

Tscharykows sei nicht dazu angetan, das Zusammenwirken der Triple-Entente-Mächie im jDnent zu fördern. Hart­wig sei als Gesandter in Teheran einer der hauptsächlichsten Gegner des russisch-englischen Abkommens von 1907 und einer der W e r k m e i st e r d e r P o t s d a m e r A b m a ch u n- gen gewesen.

Die russische Reichsduma begann am Dienstag mit ber Beratung des Staatsbubgets für 1912 2er Präsi deut des Bubgelausschusses, Alexejenko, betonte, der Budget ausschuß habe durch Abänderungen der Vorlage bei voller Berück«ichtigung der Volksbedürsnisse einen Ueberschnß in den ordentlichen Ein­nahmen von 232 Millionen erzielt. Außerdem würben zur Deckung ber außerordentlichen Ausgaben und außer den für die Tilgung ber Schatzscheine bestimmten 100 Millionen Rubel nicht, wie die Vorlage beantrage, die 14,7 Millionen aus den freien Barbeständen, sondern die 54 Millionen des Ueberschusses benutzt werden. Das gegenwärtige Budget sei das dritte ohne Fehlbetrag. In einem Zeitraum von fünf Jahren sei es gelungen, über drei Milliarden für die Landesverteidigung und die volle Wieder­herstellung, ja Stärkung der Kriegsmacht anzuweisen und den Ausgaben für die Volksbildung die gebührende Stellung ein­zuräumen sowie den Anforderungen der Landorganisation und ber Landwirtschaft zu genügen, die Bahnen in Sibirien zu ent­wickeln und die Lage der Beamten aufzubessern. Ferner seien Die Summen zur Tilgung der Staatsschuld vergrößert worden. Das Budget von 1912 übersteige das Budget von 1907 um mehr als 500 Millionen, die allein in ordentlichen Einnahmen be­ständen. Dabei bleibe ein freier Barbestand von über 400 Mill.

Aus und £anfc.

Gießen, 13. März 1912.

Unser Grotzherzog Ernst Ludwig

kann heute sein zwanzigjähriges Regentenju­biläum feiern. 22 Jahre alt folgte er damals seinem Vater, Ludwig IV., und er hat es, wie dieser, verstanden, sich die Liebe und Verehrung der gesamten Bevölkerung des Landes zu erwerben. Groß und segensreich sind die Fortschritte, die Hessen unter seiner Führung in diesen zwei Jahrzehnten gemacht hat. In dreifacher Beziehung ist seine Führerschaft besonders hervorgetreten. Einmal auf dem Gebiet der Politik, auf dem er, den liberalen Spuren seines Vaters folgend, namentlich die Einführung des direkten Wahlrechts betrieben har, dann auf dem der Kunst durch die Errichtung der Darmstädter Künstlerkolonie und schließlich auf dem der Wohl­tätigkeit, besonders hinsichtlich der Tuberkulose-Bekämpfung und der Mutter- uno Säuglingsfnrsorge. So sind die 20 Jahre seiner Regierungstätigieit dem Hessenland zum Segen geworden und am heutigen Tage darf man dankbar des hochsinnigen Fürsten gedenken, der trotz schwerer persö-w sicher ^cl)icksaisschwge seine ganze Kraft m den Dienst des Volkswohles gestellt hat. Mögen dem Hessenlande auch fernerhin unter seiner Regierung gleiche Fortschritte auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens beschieden sein und ihm selbst das im letzten Jahrzehnt erblühte Familienglück noch lange Zeit erhalten bleiben.

** Tageskalender für Mittwoch, 13. März. Stabt- tbeater;Die Bitdscimitzer'.Ter Barbier von Berriae'. .LottchenS Geburtstag". Anfang 7 Uhr.

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Ausland.

DasEcho de Paris" meint, die Ernennung des r u s s i - schon Gesandten in Belgrad, Hartwig, zum Botschafter in Konstantinopel als Nachfolger

Icgimgcn durch die Vorführung von Patienten ergänzt, die nach dieser neuen Methode behanbelt wurden. Dr. v. Stein hat die Kranken mit P y r o l o x i n behandelt und die Ergebnisse übertrafen seine Erwartungen. Der Forscher stellte die Behauptung auf, daß sein Mittel bei Kehlkopf., Ohren, Nasen- und GesickUSkrebS zu- mindestens ein echtes speziftsches Heilmittel darstellt, bas die Krank­heit lokalisiert. zum Stehen bringt und überwindet. Die intet» effanten Ausführungen des Forschers erregten in der Aerztewelt lebhafte Auseinandersetzungen und es fehlte auch nicht an Stimmen, die die Befürchtung geltend machten, daß Dr. v. Stein in seinen Schlußfolgerungen zu übereilt vorgehe Eine Reihe von Medi- -inern machte gellend, baß erst langjährige Versuche endgültige Aufschlüsse über die HeilwirkUng^des Pvroloxin bringen könnten und daß bei dem gegenwärtigen Stand der Experimente die Mög­lichkeit, daß daS Heilmittel schädigend wirkt, noch nicht wider­legt sei. Das Pproloxin enthält PvrogalluSsäure und die Wahr- scheinliebkeit, daß das Mittel auf den Organismus schädlich ein- wirkt, ist daher einstweilen nicht von der Hand zu weisen. Tic Auseinandersetzung endete mit der Bildung nnes Ausschusses von Bakteriologen, Ebemikern und Aerzten, die die Frage einem ein- gehenden Studium unterwerfen werden. Auf jeden Fall zeigten die vorgefübrten Patunten verblüffende Symptome der Besserung, und so wftd man vielleicht hoffen dürfen, daß mit dieser neuen Methode in abfefobarcr Zeit ein wirksames Mittel zur Äckämp- sung des Krebses gefunden wird.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- schäft. Die dieHochschulkorr." erfährt, tritt der Geheime Medizinalrat Prof. Dr. med. Ludwig Stieda, Direktor des anatomischen Justittits an der Universität Königsberg t Px, int Herbst d. I. vom Schrämte zurück. Stieda ist am 19 No vernder 1837 in Riga geboren. In Dorpat, G i e ß e n , Erlangen und Wien widmete er sich dem Studium der Medizin. Im Auftrage des Kunsthiswrischen Jnstüuts in Florenz hat Herr Privatdozent Dr. Walter Bombe es übernommen, für die Zeit vom 11 dis ungefähr 22. April in Perugia. Afsisi, Pesaro, Ur­bino, Chibbio, Gitta di Castello und Arezzo kunstaeschichtliche Führungen adzubalten. Anmeldungen zur Teilnahme sind an den Direktor des Institutes, Prof. Dr. H. Brockums, Viale Prin- cipessa Margherita, Florenz zu richte»,

** Landwirtschaftskammer für Hessen. Die Landwirtschaftskammer wird bei der Eisen- bahndirektion vorstellig werden, daß die Züge, welche Milch befördern, in Darmstadt und Mainz im Sommer um 6 und im Winter um 7 Uhr eintreffen. Der Vorstand beschäftigte sich noch wei­ter mit verschiedenen, die jetzt im Gange befindlichen Neu­wahlen zur Landwirtschaftskammer betreffenden Fragen. Die neue Weideversicherungssatzung wurde durch­beraten und für die Zukunft auch eine Entschädigung für den auf der Werde durch Krankheit und Unfall entstandenen Minderwert festgelegt. Einige Entschädigungsansprüche für auf den Werden erkrankte Fohlen wurden zum Teil an­erkannt. Die Einrichtung einer Fohlenaufzucht­station wird in Aussicht genommen. Zur Revision des Jagd-Polizei-Strafrechts werden zwei Kammer­mitglieder bestimmt. Die Pserdezuchtvereine von Maar und Echzell werden als Zuchtvereine anerkannt und der Landwirtschaftskammer angeschlossen. In Rheinhessen soll ein Gelände zur Anlaae eines Schnittmusterweinbcrges käuflich erworben werden. Den für 1910 vorgesehenen Maschinenprüfungen und der Vorführung von Maschinen wird zugesrimmt. Der Sortenversuchsplan wird ebenfalls genehmigt. Die nächste Vorstandssitzung findet Montag, 18. März, statt.

" Erledigt ist eine Lehrerstelle an der eoang. Schule zu Gundersheim.

" Dem Museum für Völkerkunde wurden dieser Tage von Frat, Kommerzienrat EmmeliuS eine Anzahl amerikanischer Handarbeiten als Schenkung über- 'viesen. Die einzelnen Gegenstände, die sich durch kunstvolle und sorgfältige Bearbeitung auszcichnen, haben im Museum bereits Aufstelluna gefunden.

** Schneider-Aussperrung. Der hiesige Ar­beitgeber-Verband für das Schneidergewerbe schreibt uns' Die von Ihnen gebrachte Notiz über die Aussperrung be­darf insofern der Richtigstellung, als von den in 18 Be­trieben beschäftigten Gehilfen etwa 80 entlassen wurden. Durch Beschluß des Hauptvorstandcs werden Nichtor­ganisierte Gehilfen weiter beschäftigt; einige klei­nere Betriebe werden dadurch nicht von der Aussperrung betroffen. Eine Firma wurde aus dem Arbeitgeber-Verband ausgeschlossen, weil sie den Aussperrungsbeftimmungcn des Vorstandes nicht nachgekommen ist.

Stadttheater. 91m nächsten Sonntag abend stndet zum Beneftz für Regisseur Kurt Gähne eine Aufführung von .Hamlet* statt. Auf diese Aufführung sei besonders hin- gewlcsen. zumal für die .Ophelia* em Gast von Namen, Fräulein Olga Gauby vom Wiesbadener Hostheater ge> roonnen worden ist.

- Im Gießener Fröbel-Seminar, deffen erster Kursus jetzt zu Ende geht, fand am letzten Montag unter dem Vorsitz von Kreisschulmspektor Profeffor Dr. Alles die Lchlußvrüfunq flott. Sämtliche Seminaristinnen bestanden.

*?FrauenbundderDeukschenKolonialgescll- t ch a N , Abteilung Gießen. Man schreibt uns zu bcm Vortrag von Hauptmann Leßner über Kamerun: In Herrn Leßner werden wir einen guten Kenner unserer Kolonien, einen i^geiüertei Anhänger ber Lolonialfachc, einen gfänrnben und fefidnben Webner kennen lernen, dessen trcriluhc Sch-lberungen von Selbst, erlebten durch eine Reibe vorzüglicher Lichtbilder ergänzt wird, so _bau uns ein genußreicher 'lbcnb bevorsteht. - Hauptmann Laner M der Venasscr der befannten f!einen Lvlonialbro'cbüre:

nunjen roir von unteren Kolonien wissen?", eine Schrift, wr alle Kreise berechnet, die namemlich aber auch bas Interesse der Heranwachsenden Jugend für unsere Kolonien wecken soll

Der StenographenvereinStolzc-Schrev" veranstaltete an1 Sonntag, 3 Mörz, als Vorübung für das Be- zittswettichreiben in Wetzlar sein Frühjahrs-Vereins-

wetts chr eiben. cn dem zum erstenmal sich Gießener VolH- schüler mit gu.m Erfolg beteiligten. Bei der Preisverteilung, die am Samstag abend anläßlich des Stiftungsfest Kommerses vor­genommen wurde, wurden folgende Resultate bekannt: Mteilung (30 Silben, 1. Preise: Schiller Heinr. Ockel, Schüler Karl Drechsler, Schüler Ludwig Haas: 2. Preis: Schüler Karl Vaupel: 3. Preis: Ludwig Wehrum: lobende Erwähnung: Schuler Gorr und Schüler Hahn. Abteilung 80 Silben, 1. Preise: Mari MauS, 2lug. Bock, Ad Keil, Unterefürier Weinert,, Schüler Karl Ockel und Fr. Jughardt: 2. Preis: Heinr Erb: 3. Preis: Ludwig Braun, Großen Linden. Abteilung 100 Süden, 3. Preise: Adolf Ockel, Will». GeiSler, Großen-Linden, Karl Faber, Großen-Linden Ab­teilung 120 Silben, 1. Preise: Otto Behr, Heinrich Schomber. Abteilung 140 Silben, 1. Preise: Anton Roth, Ang. Telus, Wilhelm Ludwig, Ludwig Hörle, Ernst Strack. Abteilung 180 Silben, 1. Preis: Heinr. KrauS köpf. Abteilung 240 Silben, 1. Preis: Karl Reitz. Abteilung 260 Silben, 1. Preis: Josef Kübel, Gymnasiast.

Der Geflügel- und Vogelzucht-Verein Gießen und Umgegend 1897 hielt seine Ordentliche Haupt­versammlung im Saale des Hotel Einhorn ab. Es er­folgte die Rechnungsablage der LandeS-GcstügelauSstellung und die Jahresabrechnung von 1911. Ferner wurde über den Voranschlag für 1912 beraten. Bei der VorstandS-Reu- wahl wurde der 1. Vorsitzende Stadtv. L. Troß wieder- geivählt. Weiter wurden in den Vorstand gewählt Herr Matheis als Schriftführer, Herr Lepvcr als Rechner und als Mitglieder des VerwaltungSauSschuffes die Herren Berg, Forbach, Mecke, Müller, Reulmg, Rübsamen und Schäfer.

Der Bayern-Verein Gießen und Umgebung feierte im Vereinslolal .WagnerSruh- gestern abend den 9 1. Geburtstag des Prinzregenten Luitpold von Bayern. Die Feier verlief unter zahlreicher Beteiligung der hiesigen Bayern in schönster Weise. An den Prinzregenten wurde ein Glückwunschtelegramm abgesandt.

Von der Straßenbahn. Gestern nachmittag wurde in der Marburger Straße ein Kind von der elektrischen Straßenbahn erfaßt. Einige Kinder spielten auf dem Bürger­steig; em Kind sprang kurz vor einem fahrenden Straßenbahn­wagen über die Geleise. Der Wagenführer verwandte seine ganze Aufmerksamkeit darauf, daß dieses Kind nicht überfahren ivurde, und während dieser Zeit wollte ein zweites Kind über das Gleis laufen. Es wurde von der Straßenbahn erfaßt, umgeworfen und etwa eine Wagenlänge mitgeschleift. Wunder­barerweise ist dem Kmde außer einigen Hautabschürfungen nichts geschehen, ein Beweis dafür, daß die hier im Gebrauch besindliche Schutzvorrichtung sich bewähtte. Der erfreulicher­weise glücklich ausgegangene Unfall bildet eine erneute Mahnung, Kinder nicht unmittelbar bei der elektrischen Bahn spielen zu lasten.

** Straßensperrung. Gestern nachmittag wurde durch einen Möbelwagen, der aus einem Hofe in der Wall- torsttaße herausgefahren und sich auf der Straße fest­gesetzt hatte, der Verkehr für die Straßenbahn g e« sperrt. Um die Bahn frei zu bekommen wurde die Elektrische" an dem Möbelwagen befestigt und zog den Möbelwagen vom Geleise fort

** Diebsta hl. Ein früheres Dien ft mädchen, das sich jetzt in Laufstetten beschäftigt, wurde gestern da­bei betroffen, als es bei einem Althändler eine Anzahl silberne Milchkännchen und silberne Leuchter zum Verkauf bringen wollte. Bei der polizeilichen Vernehmung ge­stand dasselbe ein, die Gegenitände nebst einer Anzahl silberner Löffel, Gabeln und Messer einer früheren Herr­schaft in Friedberg entwendet zu haben.

Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 12. März. Altbürgermeister Jakob Kreiling IV. konnte dieser Tage auf eine 25jährige Tätigfeit als Di rektor des hiesigen Kreditvereins zurückblicken. Sein rastloses, von Erfolg gekröntes Wirken hat ihm stets das Vertrauen der zahlreichen Mitgliedschaft gewahrt. Schon seit 1873 gehört er dem Verein als Biit- glied des Verwaltungsrates an.

O Treis a. Lda., 11. März. In der vorigen Woche hielt Missionar Gell-Frankfurt a. M. in der hiesigen Kirche einen gut besuchten und äußerst interessanten Lichtbildervortra- über die Mission in unserer deutschen Kolonie Kamerun. Gestern abend sand in Mills Saal hier der zweite diesjährige Familienabend des hiesigen Zlveigvercins des Evang. Bundes statt, zu dem auch Nichtmilglieder freien Zutritt hatten. Es war dem Vorstand gelungen, den 'befannlen Schriftsteller Naumann aus Nanzhausen bei Lohra für diesen Abend al# Redner zu gewinnen. Dieser sprich in seiner volkstümlichen, zu Herzen gehenden Weise über die Liebe zur Heimat und verstand es, tiefen Eindruck auf die Zuhörer zu machen, von denen gewiß keine ohne inneren Gewinn nach Hause ging. Zur Verschönerung des Abends trugen noch besonders die von unserem Kirchengesang- verein zu Gehöv gebrachten Lieder bei.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 12. März. Heute mittag 41/* Uhr fuhr die Victoria Luise, von Gelnhausen kommend, über unser Städtchen und wandte sich nach Stockheim zu, wo si« ebenfalls gesehen wurde. DaS Luftschiff fuhr ziemlich niedrig, so daß man die Inschrift lesen konnte und daS surrende Ge­räusch der Propeller noch lange hörte.

X Nidda, 11. März. Das vornGemischten Chor" unter Leitung des Lehrers Bopp gestern abend veranstaltete Kirchen- ' n z e r t war sehr gut besucht. Es wirkten noch mit Frau Rechts­anwalt Koch-Büdingen sSopran), Konzertmeister Keller- Frankfurt a. M. (Violine) und Lehrer Wolf- Büdingen (Orgel). Es war seit längerer Zeit wieder das erste Kirchenkonzert, das hier veranstaltet wurde, und fand allgemein Beifall. Frau KoÄ inmmte mit ihrem seelenvollen Vortrag desCaro mio ben" oon Giordani, dem .^Jesulein süß" undKomm, o süßer Tod" von Bach, sowie demMeine Seele ist stille zu Gott" von Emmerich die Zuhörer zur Andacht. Herr Keller trug das Adagio und die Romanze von Beethoven sowie ein Andante von Gluck meister­haft vor. Die Begleitung, die sich den Vorträgen anpaßte, lag in den Händen der Herren Bopp und Wols Letzterer trug )wki ^rgelstücke (Präludium von Brosig und Beruhiguna von Mendelssohn'' aus unserer etwas mangelhaften Orgel tadellos t?ot- TerGemischte Chor" fang die exakt cinitubierten Chörelieber ben Sternen" von Abt,Herr, zu dir will ich mich wenden" von Mendelssohn und ,^Sei mir gegrüßt" von Ayßlingcr, sowiep großer Gottt von Stadler. Der Reinertrag ist für den Orgel- wndS benimmt

Kreis Friedberg.

x Bad-Nauhcim, 12. März. Das Zeppelin-Luftjchn'f . i k t v r i a - L u i s e" überraschte Hütte morgen unsere Staü von Frankfurt aus mit einem Besuch Ein bedauerlicher Un­glücks fall ereignete sich im Anschluß daran. Ein Dienst- n idchen. das cs sehr eilig hatte, den Luftkreuzer zu begrüßen, rannte mit dem Kopf durch ein geschlossenes Fenster und .zoq sich erhebliche Verletzungen zu. - Die in Bad-Nauhcim ansässigen Bayern feierten heute ah -oen 91. Geburtstag des D inzregenten Luif «in Form eines Bavcrnabends. , = Nreder-WSl.l 2< u. März. Am Sonntag

tand hier eine Haup^ 'nmlung der Vereinigung ehmaliger Angehörig n s a n t e r i e -R e g i m c n-

teS Kaiser Wilh zu der Lertreler von 47