Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten.
djoben abzu-
Tine Einladung, die unter den Verhältnissen des Polareises l und einen reich verzierten Kragstein mit Spuren einn roten Be- großartig zubczcichncn war u^ m,, Micksichr aus d» | —
Iversen und MitteIsen den Übend zuvor mit ihrem lern vutljcr hat das Mlofier zweimal (1510 und 1518, in rnitan sparsam umgingen. Und |o laßen |te denn um den Ordcnsangclcgcnheilen besucht und verteidigte hier 40 Thesen in
das
Seit
öffentlicher Disputation mit Heidelberger Professoren. UiUer dem reformierten Muriürtt Etl Heinrich wurden 1557 die Altäre nicder- gerissen, Statuen und Bilder entfernt und das Mlofter in ein Eollegium saplentiae für arme Studenten der freien Künste und der Theologie eingerichtet. Tie nachfolgenden heftigen Stämme zwischen Lutheranern und Reformierten gingen auch an diesem zeitweise völlig verwaisten Hause nicht vorüber, bis es bann 1693
dien" Ta der Papst feinen Lil len in dieser ixr.igc io deutlich ausg sprachen hat. wird ihm diese Zweid.'ulig leit in dem Verhalten des Präsident n Schmid! leine rechr Freude machen Roch mehr wird ihm der Vortrag des itottenburger Bisli oss Tr. Mepplcr über ..Papsttum und Autorität" zu benlcn geben Auch hier gab es zunächst eifrige Versicherungen itber die Unerschütterlichkeit des ,3el fen Petri, über den Schuh der Autorität, den da.- Papsttum
2luslan0.
Poincar 6 in Rußland.
Petersburg, 16. Aug Heute mittag begab sich Poincarü nn Bord der Jacht des Marineministers, um nach Ä r o n ft a b t zu fahren, wo an Bord des „Evmd." ein Frühstück statt findet, an dem auch Safonow teilnimmt.
Kämpfe der Franzosen in Marokko
Fez, 16. Aug. ^Agence Havas.) Tie K o l o n n c Pe i n verließ Mulahbuchta am 14. August morgend und marschierte nach El Aiun. Während sie dort ein Lager auf. schlug, machte die Abteilung des Roghi von 'Jtorboftcn einen Angriff, wurde aber durch Artillerie jutütfge- »vor fen. Durch eine Sdjwenlung jedoch vereinigten sich die Marottaner mit neuen Mitteilungen und besetzten zahlreiche bewaldete Höhenrücken, von denen sie unter großen Verlusten vertrieben wurden. Tie Verluste der Franzos c n betragen 4 9 Man tt.
Aus Brüssel wird gemeldet: Die deutsche Kolonie ui Antwerpen veranstaltete am Donnerstag- abend zu Ehren des .Kommandanten, der Effiliere und der Seelabetten von SMS „Viktoria Luise", das im Hafen von Antwerpen liegt, einen Festkommero,
in Flammen aufging.
— Einweihung eines Albrecht Dürer-Denkmals in Tirol. Aus Innsbruck wird der „Voss. Ztg." geschrieben: Am 18. August findet in dem kleinen Maler- und Stüunlcrromfel .'.laufen in Südtirol, das in künstlerischer Begehung heute langst zu einem öfterreichischen Dachau ober Worpswede geworden ist. die feierliche Einweihung des lange geplanten Albrecht Turer-Etedenksteins statt. Tas einfache Denkmal, daS au» Anregung mehrerer Mlauiener Künstler und Kunstfreunde errichtet wurde, steht unweit dem Bergamte auf dem alten Post- vsaoe von .'Laufen nach Lay en. An dem gleichen Platze halle Suter aui feiner ersten Reise nach Italien, die der Meuter kurz, vor oder bald nach seiner Vermählung mit der schönen 'Jiürnberger Burgerslochter Agnes Frcn unternahm — der genaue Zeitpunst ist nttunöltch nicht nachweisbar — als erster die landschaftlichen, Schönheiten .'ttauiens im Bilde feftLehalten. Dürer weüte damals längere Zeit in dem kleinen Städtchen im Ei-acktale, und eine Frucht dieses Aufenthaltes ist einer der berühmtesten und wohl, auch bctanntcücn Kupferstiche Dürers, „Tas große Glück", das .ine ideale Frauengestalt mit dem Pokal in der einen und einem Zaumzeug, dem Sombol der Mäßigung im Glück, in der anderen Hand in Wollen auf einer Kugel stehend, barftellt. Tie Landschaft gut diesem Blatte zeigt den Ert Klausen mit feiner^ nächsten Umgeoung, ungefähr vom Lavencr Weg aus, von der Stelle, wo ictzt das Denkmal steht Ziemlich wat war es gelungen, die Anwesenheit Albrecht Dürers in Klausen festzustellen, und die ersten sicheren Rachweife glückten dem Professor der Kunstgeschichte an der Universität Königsberg L Pr Tr. Berthold Händtke, bet bas Ergebnis seiner Forschungen vor einigen Jahren in seiner „Chronologie der Landschaften Mllbrecht Dürers" 'abgedruckt in den „Studien ,ur deutschen Kunstgeschichte", Heft 19 nieberkgie. Diese Publikation gab auch die entc Anregung zu dem Denkstein, der so einen Akt der Dankbarkeit für den großen Nürnberger Meister und ersten Entdecker der Lchonheuen Klausens barttellt Das Tenkmal besteht aus einem mächtigen Felsblock mit einer an- schließenden ge'chmackoollen Steinbank Ter Felsen trägt die schlichte Jnschrnt: „Albrecht Dürer zeichnete hier im Jahre 1500 ,'ilauiut"
lustig brodelnden Teekessel zusammen, aßen von den guten Dingen und waren dem Anscheine nach festlich und fröhlich, aber, so erzählt Mikkelsens Tagebuch, „sie hatten einen Klumpen in der Brust, und in dem Lachen war ein falscher Klang". „Es ist ganz ungemütlich. Hier sitzen wir und lachen und sehen aus, als ob wir ungemein vergnügt wären, obgleich wir alle denken: Gott weiß, ob wir uns jemals Wiedersehen." Aber Laub, Poulsen und Elfen müften ftch auf den Weg machen, ihre Winke sind nicht langer zu übersehen, die Stunde des Aufbruches schlägt, sie brechen ihr Zelt ab und packen ihre schlitten. Und es geht zum Abschiede. Roch einmal dankt Mikkelsen den Kameraden für ihre Hilfe, für ihren guten Willen und Eifer im Tienste dcr Expedition, noch einmal trägt er ihnen Grüße auf, und fo nut einem letzten Händedrucke: „Lebt wohl und grüßt daheim!" treten Lauo und hinter ihm Elfen und Poulsen langsam die Fahrt auf ihren Schlitten an. Jversen und Milkelfcu rufen ihnen nach: ,^ebt wohl, lebt wohl!" UNO machen sich mit ihren Schlitten zu schassen. Sic hatten sich ui diesem Augenblicke, fo erzählt das Tagebuch des toteren Reifenden, nicht viel zu sagen, „aber oft sahen mir uns nach unseren abziehenden Kameraden um und bcant- Worten ihr Winken. Sic erreichen die nächste Höhe, machen Halt, steilen sich nebeneinander auf und winken mit den Armen. Wir tun dasselbe — Worte sind überflüssig, da sie eine Meile entfernt sind: und fo machett sic sich nm Der auf teil Weg und wenige Minuten später find sie hinter dem vohenranbe verschwunden. Wir sind allein: forocit tz: Auge reicht, ist niemand anders ba als wir beide."
her. Nicht das schlichte Ebristentum eines Menschen, nickt sein guter und emwandsreier Wandel soll entscheiden, sondern die konfessionelle Abstempelung. Natürlich hat nick: nur der G ist Pius X , sondern auch der Ausgang der letzten Reichstagswahlen bei den Veranstaltern des Katholikentages nachgewirlt. Man wurde nidTt müde, za versichern, daß man treu zu Kaiser und Reick stehe, daß nur die Autoriti: der Kirche dem Geist des Umsturzes Einlialt tun könne Aber fo laut der stürmische Beifall auck ans Ehr der Regierung bringen mag, mit der man den alten Schacher wieder zu beginnen hofft, allznviele Zwischenrufer werden fragen, ob es denn sckon vergessen sei, wie häufig da.- Zentrum mit eben diesem „(Weift des Umsturzes" feine Wahlbündniffe abgeschlossen habe! Kirch.' und Jem rum find eben allzu sehr von Machthunger bereit, als daß fic bei der Belehrung und Besserung der Menschen grundsätzlich immer den geraden Weg gehen könnten Es mürbe in '.»Iarbeit viel von Freiheit und Autorität gesprocken, und der geistvolle Bisckos Tr. Keppler hat ba manche interessante Belwuptung aufgestellt Der aber das Gewissen, die guten Instinkte und Neigungen im Menschen, sich voll entfallen lassen will, der bedarf des lähmenden Druckes der Kirche auf der Erzi hung der Kunst und des ftaai-
des Staates, wenn gute Gesetze über dem Gesellsckiasl^lebcn wachen. Und daneben obliegt es der Schule und der Kirche, Licht und Wärme zu verbreiten, wie cs das Klima cuicr gemäßigten Zone mit ihren Kulkurforlschritten erfordert.
verbürge. Dann aber folgte die Sensat.on:
„Aber roie? Kann renn nicht wirklich^ ber rVaH ciiitrctcn. baß eine allgemeine Verfügung gerade in Teutsü land besonders l.art wirkt, ia undnrck-uhrdar ist, ober mehr S oben als Rufen feinen würde, daß da und dort die eigenartigen caiiüben Veidall niffe am Suic *ber kirdxnrrgiennt-j nid. in roünfd eiiöivertcni Maße durchsa aut und berückiichligt werden? Okroit, der Fall ist denkbar und möglich. 2a, was bann tun, blindlings sich fügen, alles über sich ergehen lassen? Nein, das nicht. .Iber noch weniger: Lärmick lagen und in Zeitungen, vollends in geg nenftben, feinem Vlcrger Luft inaden . . Vor allem nicht vergessen, baß es Diccu und Pflicht der Buddle^isi. in folckzen Falen auiiutlärcn, Schwierigkeiten zu beheben, Sd oben abju- wel.ren. Der Episkopat hat feine Pflicht getan, wird sie auch ferner tun, und er lann nur bantoar bezeugen, daß er bet deut Liligen Vater noch immer verständnisvolles Gntgcgenfommen und niUfäfcrigc Rücksiä nähme gefunden Hal."
Das war eine feine, aber deutlich' Antwort auf die plumpe, ungeschickte Politik, die von Rom her gemacht worden war, und damit ist dem diesjährigen Katholikentag sein Stempel aufgebrückt worden. Es ist belannt, baß int Bistum Rottenburg auch bie Forderung des Moder- nisteneides viel böses Blut und dem Bischof manche unerwünschte Schivicrigteit gemacht hatte. In den biplomah- scheu, ausgleichenden Worten Tr. K e p p l e r s steckt die zeitgemäße Forderung an den Vatilan, künftig bei „allgemeinen Verfügungen" vorher sich besser zu informieren. Immerhin, im deutschen Episkopat scheinen verschiedenartige Strömungen sich geltend zu madjen. Die Begrüßungsschreiben einiger Bischöfe forderten^gar zu geflissentlich den „engen Anschluß an den heiligen Stuhl". Und überblickt man den gesamten Verlaus der Tagung, so erkennt man, daß der eifernde Geist PiuS X. die Führer des deutschen Katholizismus ganz ins Schlepptau genommen hat.
Die Katholikentage haben schon eine halbhundertjährige Vergangenheit hinter sich.; aber kaum einer hat^so heftige Vorstöße unternommen, fo viele Ansprüche an die Mitwelt gestellt als dieser. Von den verschiedensten Seiten aus besagte und Iritifierte man die Schlechtigkeit der heutigen Welt. Man kann es zugeben, daß. die moderne Menschheit an manchen liebeln krankt, allein ob sie durch die Rezepte des Katholikentages geheilt werden rann, ist doch höchst zweifelhaft. Es hat Zeiten gegeben, wo die Kirche schier unumschränkte (Gewalt hatte und wo doch die Sittenlosigkeit sich noch viel schlimmer bemerkbar machte als heute. Aber um bie Ausbreitung bVr kirchlichen Macht ist es den Aache- ner Rednern in erster Linie zu tun gewesen. Dorum fordert man so stürmisch die Rücktehr der Zesuiten, darum will man vor allem die Jugenderziehung unter den geistlichen Einfluß stellen. Und obendrein trägt man den konfessionellen Gegensatz in Verhältnisse, wo er gar nichts zu suchen haben sollte: mau will Katholiken in die höchsten Staatsämter, in die führenden Stellen der Kaufmannschaft und Industrie, man will den katholischen Zuwanderern in die Stabte das Joch der konfessionellen Abschließung von den Andersgläubigen noch nackchrücklicher auferlegen als bis
Dcutsches Heid).
Ter Kaiser hörte am Freitag in Wilhelms höhe den Vortrag des Kriegsministers von Heeringeu und des Ehcss des Militärtabinetts und empftna den Generalstabsarzt der Armee und Frau General Jsenbart-Ba- den-Baden zur Besichtigung des Modells des Effizier-Gene- sungsheimcs m .soblbergfelben. Zur Frühstückstafel waren der Kriegsmiuister und der Geneialstabsarz! geladen
Aber der Landtagsabgeordnete Schmidt hatte bei feiner MÄeußerung auch ganz alt ne! le Geschehnisse, die bekannten 1 'Streitigkeiten im Ange, die er selbst mit den St ich wort en । Berlin und Köln, Trier und M -Gladbach kennzeichnete. In ' mlchem Maße und auf welche Art das Zentrum katholisch zu fein hat, das bestimmt also der heilige Vater in Rom! ■ «der ein gewisser Mangel an Aufrichtigleit ließ den Aachener Präsidenten noch folgende Worte sprechen: „Alle, die diese verschiedenen Wege gehen (Köln, Berlin. wollen die Serbinbuug mit Rom unbedingt aufrecht erhalten und den Gehorsam an bie kirchliche Autorität bewahren. Wir wollen 6)ott bitten, daß er uns bald den richtigen Weg zeigt, um iie augenblicklich noch bestehenden Gegensätze auszuglei-
— Stloftcrausgrobungen in Heidelberg einigen Tagen macht man auf dem Ludwigsviatz in Heidelberg, an dem die Universität gelegen ist, sehr interessante Ausgrabungen. Bei hrafjenbaulicfKn Arbeiten Uieß man in geringer Tieic an Reste des ehemaligen vt u g u Ü t n c r U o ft e r s , das bei der Zcruörung Heidelbergs dura, den Mordbrenner Mclac 16U3 in schalt uno *\icf)c gelegt worden war, und das zu einer der ältesten Mönchs mcbcrlaiiungen gehörte. Schon in der vorigen Loche stieß man an1 einige saui.mr ummer ^jeat tat man au .< Du lieferteue
eines Kreuzganges au'gedeckt. Die unteren Teile der .yenuer- I rfeiler rociien, soweit iie noch erhallen sind, reichen archllekwnnckien I 2d)murt «aiä) sand man R stc von gotischen Fensterbögen
Das Ergebnis -es ICatbolifcnfaaes.
Gießen, 17. August.
Die große Maffenversarnrnliing der ftatbohfen in U wichen, hatte wie alle ihre Vorgängerinnen^ äußerlich fast 1 t oa? Militärisches. Die hohen geistlichen Kommandeur? ■ refiditigten ihre Truppen, die in langem Zuge an ihnen ■ rcrbeimarschierten, wobei es an Musi! und Prachtaufwantz ■ wieder nicht fehlte. Und doch ist der Glaube, die rcligiöfv I Ufberzeugung. etwas so ganz Persönliches, was kincv ■ Drilles und keiner Schaustellung bedarf. Ein hessischer ■ LandSmaun, der Landtagsabgeordncte Jvstizrat Schmidt L oii-s Mainz, der in Aachen den Vorsitz führte, hat ganz nn ■ gescheut für die Versammlung eine Art Soldateneid ge ■ leistet, indem er sagte: „Wenn in irgend einer Frage t RtiiiungSverschiedenheilen entstehen, dann folgen wir ini ■ fcebingt den Anordnungen unseres heiligen Vaters und ■ den Weisungen unserer Bischöfe Sind mir einmal von ■ dem rechten Wege abgekommen, dann schwenken wir auf I den Rus unserer Bischöfe ein, wie eine Kompagnie Sol K baten auf dem Exerzierplätze" Also der Glaube loirb B lainmandiert? Ist er nicht längst in feste, unverrückbare | Formeln gefaßt? Kann es denn im Katholizismus Fort ■ schritte, Reformen, neue Auslegungen der heiligen Schrift 1 geben? So war es wohl nicht gemeint, und wir dürfen innclymcu, daß der Herr Landtagsabgeordnete das Gebiet ■ ber Politik im Auge hatte, auf dem die Meinmigsver- ■ schiedenheiten auftaudjen können, und über die von Rom ■ her entschieden werden soll. Rur merkwürdig, daß das k Jtntrum immer wieder behauptet, die Katholikenversamm- ■ hingen feien keine ZentrumSparaden!
Freilich, das Zentrum ist anders organifiert als die I anderen Parteien! Es hat feinen obersten Leiter in Rom, | und feine Reiben schwenken auf dessen Befehl ein, wie ■ Soldaten auf dem Exerzierplätze! Und das ist es, was ■ bie Andersgläubigen und politisch anders Denkenden mit 1 aemifchten Gefühlen, auch mit Zesorgnft'sen, erfüllt, wenn | fie diese allfahrlichen Katholikenveriammlungen kritisch ■ nnirbigen. Dieses Einschwenken erfolgt ja nicht nur bei > religiösen und erbaulichen Ücbungin, jonbern die Heeres- ■ folge wird auch bei etiuaigen päpstlichen Eroberungszügen I geleistet, und die Geschichte lehrt uns, daß viele Päpste ■ gerabe die Ausbreitung ihrer weltlichen Herrschaft erftreb- ■ ten. Ist es heute anders? Fordert man nicht alljährlich f bie Befreiung des „Gefangenen" auf dem Stuhl Petri, ■ ivoniit man an seine Wiederbekleidung mit weltlidjer Macht 1 denkt?
Ur. 195 Erster Blatt 162. Jahrgang Samstag, 17. August 1912
GietzenerAnzeiger
S General-Anzeiger für Obenheffen
»ob »nzcigeii flotationsdrud Derlag |er vrüdl'scken Univ.'vuck' und Steiiibrudcrei R. tanae. Redaktion, Erpedition und Drudcreh zchulstraße 7. /fp;uVlir iti wrmittags 9 Uhr. Büdingen: Zernsprechrr Rr. 269 Eefchüslrstelle vahndosstrahe 16a. .liizei.ienieil: .
Aus Ljnar miffdfens Tageduche.
„Politiken", das bekannte Kopenhagener Blatt, beginnt ß soeben mit der Veröffentlichung von Auszügen aus Einar » Kitteisens Tagebüchern. Der erste in dem Blatte abgedruckte MSbschnitt daraus führt zu dem Zeitpmikte, da Mikkelsen «und sein treuer Gefährte Jversen auf der Reise über das M Inlandeis von den anderen Reisegenossen, die sie bis dahin H begleitet hatten, von Poulsen, Laub und Elfen, sich trennten. DÄikkelsens Eintragung untenn 8. April 1910 zeugt davon, ||nne ernst und trübe damals feine Stimmung war. An || diesem Tage saß er mit Laub zusammen und sprach über | bie Zukunft. Laub sollte mit den drei anderen westwärts ?rach Königin-Luise-Land zu wandern, während MikkelsenS -und Jversens Weg nordwärts führte. Schon der Umstand Hmmte Mitkelsen, wie er in seinem Tageduche bekennt, I trübe, daß er bis zu diesem Zeitpunkt 60 Meilen weniger freit nach Rorden gekommen war, als er erhofft hatte, V „aber der Proviant ist trotz aller Sparsamkeit verzehrt, Eiürmc und unpassierbares Eis haben uns in Verspätung | cebrad)t". Und nun sitzt er mit Laub zusammen, spricht über die Arbeiten, die aus der „Alabama" zu oer- £ richten sind, und über noch spätere Zeiten, „wenn 8 bie „Alabama" in Kopenhagen eintreffen wirb; vermutlich | rhie Jversen und mich". Er malt sich die szene aus: er lenkt aü den Kummer, der alle an feinem Geschicke teil- jr.ihnicnöen Menschen erfüllen wird, wenn Laub Heimkehr: I Lnb sagt: „Zuletzt gesehen auf dem Inlandeise am i| 10. April." Aber feine tiefe Riedergeschlagenheil hat ■ IRiHelfen doch nicht gehindert, an lenem Tage Laub sowohl, ■ bie in einem Briese an Kapitän Amdrup ruhig und bc
EJitncn die Rotwendigkeit seines weiteren Vordringens mit ioerfen darzulegen. In dem gedachten Briefe bat er den lapitän, man solle sich ihretwegen keinerlei Unbequemlictp kit machen, um sie auszusuchen, „denn kommen wir lucht
Jahr mit der „Alabama" heim, so kommen mir schon nächstes Jahr mit einem Walfänger". Und wenn sie wirklich nicht mit dem ersten Schiffe dann Heimlehren lolltcn, ho hieße nach ihnen suchen nichts anderes, als eine Radel n einem Heuhaufen suchen.
Und nun kam der schwere Tag des Abickneds, den Melden in seinem Tagebuche schlickt und darum doppelt crgreifend schildert. Das Proviantdepot war erreiche, und T jimn Abschiede luden die scheidenden Kameraden Mitteten u.id Jvenen zu einem Morgenimbiß au: -i.ee, Zucker und :«ckes mir Butter, „so viele ivir^nur essen wollten", em.


