«geprüft würden. Es scheint sich um Vorschläge über Einschränkung der Flottenrüstungen zu handeln, und die deutsche Regierung scheint eine zurückhaltende Antwort gegeben, eine Prüfung zugesagt, vielleicht auch «einige Bedenken geltend gemacht zu haben. Sehr bemerkenswert ist, daß Asquith heute so energisch die Gerüchte abschüttelt, die seit langer Zeit darüber umherschwirrten, daß
amtlichen Ermittelungen folgendes gemelbet: Lngermann war bewaffnet in das Haus des Dieners vemandez gegangen, um es nach angeblich geswhlenem Ohtmmi zu durchsuchen. Anscheinend ist er beim Durchsuchen des Bettes von Hernandez durch Messerhidw getötet worden. Der Mörder wird verfolgt.
Ausland.
Shmuiung oeilicf. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Ho m berg er waltete der Protokoller seines Amte:, worauf unter großem Beifall das erste Lied gesungen wurd,-. daS von Herrn Ctto Neurath in Mainz verfaßt war. Ten ersten Vortrag hielt Herr JaSkowSky und erntete damit großen Beifall, ebenso Herr Schwedler, der nach ihm die
Groß
Geiierat- 81/, Uhr
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Q^ynSCr OtüdKörper
ist nur echt in Originalpackung mit Aufschrift JDegea^'
Freidenker-Vereinigung: Vortrag von direktor Hör st-Lieber: Spiritismusrätsel. Abends im Hotel Einhorn.
•• In Audienz empfangen wurden vom
lEugland in diescnl Sommer die Absicht gehabt habe, int geeigneten Augenblick über uns herzufallen. Warum hat der Minister nicht schon längst seine beruhigende Erklärung abgegeben. Die Gelegenheit dazu hätte schon Six Grey gehabt, als er im Parlament die deutsch-englischen Unterredungen so ausführlich be- ihanddte Auch die jetzt von Asquith vorliegende Darlegung ist immerhin dehnbar. England Ijätte nach bestimmten Vorbereitungen, die schwerlich ab-uleugnen sind, nicht gezögert, uns anzugreisen, wenn Deutschland in der Marokkofrage seine alten Wege in gerader Linie weiter verfolgt hatte. Leute sucht man es in London tzm hintertreiben, daß die deutsche Regierung und der Deutsche Reichstag aus diesen Vorgängen die Konsequenzen ziehen. Möchte die Prüfung der englischen Vorschläge durch unsere Regierung recht ernst und besonders recht vorsichtig sein!
J Überall erMItndL
Auergesellschaft
Berlin 0.17
Deutsches Reich.
Der Kaiser sprach am Mittwoch vormittag beim Reichskanzler vor.
Aus Anlaß der Tagung des Deutschen Landwirtschaft srats hielten der Staatssekretär des Innern und Frau Delbrück einen Empfang, der eine außerordentlich stattliche ansehnliche Versammlung in den Festräumen des Reichsamt des Innern vereinigte. Das Wölfische Bureau berichtet darüber: Staatsminister Delbrück und Gemahlin machten, unterstützt von ihrer anmutigen Tockster und einigen jüngeren Herren des Reichsamts in liebenswürdigster Weise die Honneurs und die besondere Note, die dieser „Landwirtschaftsabend" immer bat, zusammen mit der ungewöhnlich interessanten parlamentarischen Situation ergab einen politischen Abend von außerordentlicher Lebendigkeit und hohem Reiz. Mit den Vorsitzenden der deutschen Landwirtschoftsräte, Gras v. Schwerin Loewitz, Freiherrn von Getto und Dr. Mehnert ivaren außerordentlich zahlreiche Mitglieder dieser Körperschaft erschienen. ?lußerdem sah man viele Mitglieder des Bundesrats, hohe Beamte, und von Parlamentariern Tr. Paasche, Geh. Rat v. Schwabach, Freiherr v. Heyl zu Herrnsheim, Schisser, Heckscher, der Präsident des Abgeordnetenhauses Freiherr v. Ersfa und viele andere
Die „Rordd. Allg. 3tg." teilt mit: Der bayerische Minister - iprLsrdent Freiherr von Hertling stattete am Mittwoch nachmittag dem Reichskanzler v. Be t hma n n-H o l l weg einen Besuch ab.
3u den Landtagswahlen in Bayern werden jetzt die amtlichen Ziffern bekannt. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 1 187 127. Wgegeben wurden im ganzen 969 325 Stirn men, gleich 81,7 Prozent der Wöhler, davon sind ungültig 4649 Stimmen, gleich 0,48 Prozent. Das Zentrum, der Bund der Landwirte und die Konservativen erhielten 463 631 gleich) 48 Proz ege Stimmen. Tie Liberalen, der Deutsche und Bayerische
ernbund sowie Sozmllnmiolratcn erhidten 489 746, gleich 50 8 Vrozent, Stimmen. 11 299 Stimmen, gleich 1,2 Prozent, waren zersplittert.
Unter der Bescktuldigung, in die Wilhelmshavener Spionage-Angelegenheit verwickdt zu sein, wurde ein bei der Firma Earl Zeiß in Jena beschäftigter Mcck>aniker namen» Gauß, wie es heißt, ein Bruder des kürzlich von'England aus- fldicfertcn WckhelmShawncr Schutzmanns, verhaftet und dem Amtsgericht zugeführt.
Der in Mexiko ermordete Deutsche schdnt identisch SU sein mit hem vor l',° Jahren von Hannover nach Amerika ausgewanderten H a n s A ngerm an n Der jetzt 20 jährige Angermaml rounV auf seiner Reise nach Amerika von einem Reuyorker Arzt bestimmt, nach» dessen Farrn in El Porvenir als Verwalter zu geben und sollte demnächst Mitinhaber werden In den letzten Briefen, die er an seine in Hannover wohnenden Eltern richtete, beklagte er sich bereits über die fortwährenden Belö st v gungen durch Banditen. Seit etwa 3 Wochen sind die Eltern ohne jede Nachricht geblieben. — lieber die Ermordung Angermanns selbst wird aus Mexiko auf Grund der dislrerrgen
vom deutschen Landwirtschastrrat.
Berlin, 14. Febr. Bei dem heutigen Festmahl des Deutschen Landwirtschastsrats im Hotel „Adlon" hielt, nachdem die Vorsitzenden Schwerin-Loewitz und Frhr. v. Gotte gesprochen hatten, der Staatssekretär des Innern Staatsminister Dr. Delbrück eine Rede, in der er u. a. ausführte:
Wir wissen die Bedeutung eines vermehrten bäuerlichen Besitzes, einer Erschließung der Oelländereien nicht nur zu würdigen unter dem allgemeinen Gesichtspunkte, daß durch die Vermehrung der Zahl der Grundbesitzer auch die Stützen des Staatsgedankens vermehrt werden, sondern auch aus dem Gesichtspunkte, daß wir es der deutschen Landwirtschaft auf diesem Wege erleichtern, die noch fehlenden SProzent an der Fleischversorgung des deutschen Volkes zu schaffen. Der Redner gedachte dann des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwunges, der auch an der Lebenshaltung der arbeitenden Klassen nicht spurlos vorübergegangen sei und betonte, man könne also nicht davon reden, daß die Landwirtschaft^ in agrarisckjem Egoismus die Sahne abgeschöpft habe, sondern sie habe teilgenommen am allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung, der in erster Linie nur möglich war unter dem Schutze des neu geeinten Deutschen Reiches. Der Staatssekretär wies sodann die Auffassung zurück, als wenn der Zolltarif das Ergebnis des Egoismus einzelner Erwerbs- grnppen gewesen sei: er habe vielmehr allen Ständen des Volkes Segen und Vorteile gebracht, weil er hervorgewachsen sei aus dem Bestteben, die Interessen der verschiedenen Zlveige der nationalen Arbeit gegeneinander abzuwägen. Der Redner schloß mit einem Hoch auf die deutsche Landwirtschaft.
Ein Antworttelegramm des Reichskanzlerß.
Der deutsche Land Wirtschafts rat hat an den Reichskanzler folgendes Telegrantm gerichtet:
Der zum Festmahle versammelte Deutsche Landwirtschaftsrat sendet Ew. Exzellenz die herzlichsten Grüße und bedauert aufrichtig, Ew. Exzellenz heute nicht in seiner Mitte begrüßen zu Mrfen. Gott schenke Ew. Exzellenz .Kraft und Gesundheit in dieser ernsten Zeit, und helfe dem deutschen Volke aus diesen wirrenvollen Tagen. Dr. Graf von Schwerin-Löwitz.
Daraus ging int Laufe des Abends folgende Antwort des Reichskanzlers ein:
Dem Deutschen Landwirtschaftsrat danke ich aufrichtig für seine freundlichen Grüße. Ich bedauere schmerzlich, heute in Ihrem Kreise fehlen zu müssen, und bitte, versichert zu sein, daß meine treue st en Wünsche dem Wohle der deutschen Landwirtschaft gelten, für das zu arbeiten ich als hohe vaterländische Pflicht empfinde. Lassen Sie uns alle einmütig unsere ganze Shaft daran sehen, daß des letzten schweren Jahres Schäden an den deutschen Feldern und deutschen Herzen bald geheilt werden, daß die Un kraut saat der Zwietracht erstickt werde von der goldenen Frucht deutscher Einigkeit und Treue.
,erzog am Mittwoch n. a. die Prokuristen Petri und Jung von Gießen.
** Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat den evang. Pfarrer Aua. Hildebrand zu Echzell auf fein Nachsuchen von dem Amte des Tekanstellvertreters des Dekanats Nidda enthoben.
** Neue Gericht sassessorcn. Durch Entschließung des Ministeriums der Justiz wurden die Referendare Rod. Beck auS Alzev, Jobs., Gruber aus Darmstadt, Ernst Hartmann aus Gießen, Ludw. Klein aus Gießen, Otto Melior aus Darmstadt, Wilh. O r t b aus Darmstadt und Mart. Winkler aus Mainz zu Gerichtsassessoren ernannt.
** Tas Ehrenzeichen f ü r Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung des Großbeczogs dem Jakob Germer III., Ferd. Rinn Karl Germer, Jak. Sack VI., sämtlich zu Heuchelheim (Kreis Gcetzen).
" Die Fleischbeschau in Hessen. Im Groß- Herzogtum Hessen wurden int 4. Vierteljahr 1911 der Fleisch- beschau unterzogen: Pferde und andere Einhufer 788 (552), Ochsen 5163 (3752), Bullen 315 (388), Kühe 12 712 (9792), Jungrinder 9011 (10 813), Kälber 18 415 (22 387), Schweine 109 741, ( 99 544) Schafe 5863 (2232), Ziegen 6224 (2432).
" Die große Gießener Karneval-Gesell- sch ast 1911 veranstaltete am Montag im Cas6 Amend einen Hcrreit-Abend, der sehr gut besucht war und in bester
ehr günstig beurteilen. Daraufhin wird in gemeinschaftliche Sitzung des Verfassungsausschusies und der Betnebsdeputation dem Ausbau des städtischen Elektrizitätswerkes 5 u einerUcbcrlandzentrale grundsätzlich zu gestimmt und iich damit einverstanden crflärt, daß die '2£ue-arbcitung der nxi teren Unterlagen der A. E. G. übertragen werden. Als Interesse tebiet der neuen Ueberlandzentrale ist der ganze Kreis Cffenbadi owte einige Landgemeinden der weiteren Umgebung in Aussicht genommen. Es wird sich zunächst darum handeln, nm 5lonfurrat|* 'ämpfe zu vermeiden, mit der Stadt Darmstadt ein Abkommen zu treffen, durch das die Grenzlinie zwischen dem On'enbacher und dem Darmstädter Interessengebiet festgesetzt wich.
1 Bütt betrat. TaS zweite Lied, Neu-Gießen, das stürmi'cbe Heiterkeit erregte, rührte ebenso wie daS witzige Protokoll von Herrn Karl Neurath her. 9US Tyroler erzählte H^ Leidig unter lebhafter Anerkennung die Geschichte einer lustigen Bergpartie. Mit ihren Liedervorträgen sanden d:e Herren Hch. Noll und Vogel viel Beifall. Lehr viel Fretide erregte auch das dritte Lied, daS von Herrn Schwalm verfaßt war. Nach der Pause hielt Serenissimus (Herr Kurt Kaufmann und Kindermann (Herr Weidig) ihren Einzug. Nach der Begrüßung hörten sie einen Teil des Programmes an, daS sie unter lebhaftem Beifall glossierten und nahmen dann mehrere Auszeichnungen vor. Viel Erfolg halte Herr Nauheimer mit seinen witzigen Vorträgen. DaS Lied Nr. 2 von Herrn Weidig erregte sehr große Heiterkeit. Auch die folgenden Vorträge der Herren Kaufmann und 9!eurath, sowie einiger anderer Herren, die außer Programm in die Bütt stiegen, erregten die Heiterkeit der Narrhallefen.
** Tas Programm für die Fast nacht Stage ist nunmehr endgültig festgelegt worden und gliedert sich folgendermaßen. Fastnacht-Samstag: 11 Uhr UMin. Proklamation des Prinzen durch den Stadtkommandanten. 3 Uhr 33 Min.: Einzug des Prinzen mit seinem Hofstaat und Ejnzug in das prinrliche Palais (Hotel Großherzoa von Dessen). 5 Uhr 33 Min.: Einholung der Rekruten und Vereidigung auf dem Brandplatz. 6 Uhr 59 Min.: Fackelzug, 9 Uhr 59 Min. Zapfenstreich Fa stn ach t - S o n n t a g.W 7 Uhr: Wecken. 11 Uhr 11 Min.: Ausmarsch der Garden, Parade vor dem Theater. 11 Uhr 59 Min: Auffahrt des Hofstaates am Paradeplatz. Von 12 Uhr 33 Min. an Auffahrt der am Zug teilnehmenden Gruppen ufto. 1 Uhr 59 Min. pünktlich vom Oswaldsgarten: Karneval-Zug. Rach dem Zug Theatervorstellung । Bummelstudenten Lagerfest der Garden. Abends 7 Uhr 11 Min.: Große Fr em- densitzung in der Narhalla (Turnhalle des Turnvereins. Rosenmontag: 1 Uhr 11 Min.: Hoftasel. Abends 8 llbr 33 Mitt.: Prinzenball in Steins Garten. Fastnacht- Dienstag: 3 Uhr 11 Min.: Humoristische Kappenfahrt. Abends 8 Uhr 33 Min.: Festvorstellung im närrischen Hoftheater. Pension Schöll er, nebst einer Einlage zu Ehren des anwesenden Prinzen und der Hofstaaten.
•• Entflogen sind gestern auf dem Bahnhof aus einem Postpaket vier wertbolle Tauben, die nach Brüssel aus eine Ausstellung geschickt werden sollten. Etwaige Nachrichten über den Verbleib der Tiere werben an das Postamt erbeten.
Landkreis Gießen.
— Hausen, 14. Febr. Nächsten Samötag, 17. Februar, hält der Gesangverein .Eintracht* im Saale des Gast, ivirts Hch. Schardt seine Abendunter Haltung ab.
A Grünberg, 14. Febr. Daö älteste Mitglied des deutschen Flottenvereins dürfte Rentner Giller fein, der dieser Tage 9 6 Jahre alt löurbe. Der Flotten- verein hat ihn zum Ehrenwart ernannt.
Kreis Büdingen.
§ Tübingen, 12. Febr. (Schöffe naerichtssitzung.)' Der Dienstknecht K. I. aus Zierenberg wird wegen Betrugs z» einer Gefängnisstrafe von 6 Wochen verurteilt. — Die Ehefrau des Schumachers H. Fl. I. von Aulendiebach wurde wegen Körper- Verletzung in eine Geldstrafe von 3 Mark genommen. Ter ntgen Beihilfe zur Nötigung Mitangeklagte Mann mürbe freigcsprochcn. — Ter Bäcker E. R. aus Hagen, z. Zt. ohne festen Wohnsitz hier in Untersuchungshaft, wird wegen Bettelns in eine .Haftstrafe von 2 Wochen und mögen Ucbcrtrctuiig des § 367" Str. G.-B. in eine Haftstrafe von 4 Wochen verurteilt. 'Jlucb wird erkannt, daß der Angellagte nach verbüßter Strafe bei Landespolizeibehörde zu überweisen. — Die Ehesrau H. St., geb. Bl., zurzeit in Ansbach, wird wegen Diebstahls in eine Gefängnisstrafe von 5 Tagen verurteilt. — Ter Gastwirt und Schmied Ä. N. in Orleshausen soll am 25." November 1911 in seiner Wirtschaft in Orleshausen „Glücksspiele", üiöbcfon^ctt ^Zwicken", gestattet haben, er mirb deshalb zu einer Geldstrafe von 3 Mark verurteilt. — Ter Schlosser und Jnstalla teur H. M. aus Bonaforth, zurzeit hier in llntersuchungsha'i. vird wegen Bettelns zu 4 Wochen Hast und wegen Rude' törung zu einer Woche Haft verurteilt. Untersuchungshaft wird angerechnet, dagegen ist der Angellagte nach verbüßter Straß der Landespolizeibehörde zu überweisen. — Der Schuhmacher geselle K. A. G. aus Schwelm, zurzeit hier in Untersuchungshaft, wird wegen Sachbeschädigung zu einer Gefängnisstrafe von 10 Tagen unter Anrechnung der erlittenen Untersuckmngsdast verurteilt. — Tie Privatllage des K. H. N. in Düdelsheim gegen die E. L. loegcn Beleidigung wurde durch Vergleich erledigt.
Kreis Friedberg.
L. Bad-Nauheim, 14. Febr. Im hiesigen Kott i tz k y st i f t wohnen zurzeit 6 0 K u r f r e m d e. AuS Privathäusern der Stadt kommen dazu noch 34 Älirfrcmbc, außerdem baden noch 25 Militärpersonen, so daß im ganzen 119 Kurfremde anwesend sind. Das ganze Jahr über marni 1600 Kurfremde int Stift, von denen 450 in der Stadt wohnten. Am stärksten besucht war cs im Monat Juli mit 270 Kranken.
Starkenburg und Rheinhessen.
Darmstadt, 14. Febr. Die Eröffnung des neuen Bahnhofes ist für Sonntag, 28. ?lpril, in Aussicht genommen Ter Betrieb selbst wird mit Inkrafttreten des neuen Fahrplane, am 1. Mai. eröffnet merben. Zur Eröffnung wird u a. aud) der preußische Minister der öffcntlidyn Arbeiten Breitenbach nach jier kommen.
m. Offenbach a. M., 14. Febr. Tie Stadt Offenbach beabsichtigt die Errichtung einer elektrischen Ueberlandzentrale. Da zurzeit der neue Elektrizitätswerksdirektor seinen Dienst nod? nicht antreten kann, wurden zur Begutachtung des Projektes au-r wärtige Sachverftäirdige herangezogen, die die Ueberlattdzcntralc Oftenbach nach EinjichMahmc der hier vorliegcrrden Scrüälntm-
Aus Stabt und Land.
Gienen, 15. Februar 1912.
Städtische Armenpflege.
In einer der öfter wiederkehrenden Zusammenkünfte aller Organe der öffentlichen Armenpflege entwickelte gestern abend im oberen Saale des Lass Ebel der Vorsitzende der Armendeputation, Beigeordneter Keller, vor zahlreicher Zuhörerschuft den Begriff der Hilfsbedürftig k e i t nach der Rechtsprechung des Bundesamts für das Heimatwesen. Er ging näher ein auf die Ursachen der Hilfsbedürstiakeit, ihren Eintritt und ihre Feststellung, die Art der durch die verschiedenen Ursachen bedingten Armenunterstützungen, die Tauer der Hilfsbedürftigkeit und ihre Unterscheidung in mittelbare und unmittelbare. Eine Aussprache schloß sich an die klaren, bestimmten und sich immer wieder an die konstante Rechtsprechung des Bundesamts für das Heimatwesen, die oberste Spruchbehörde in Armenfachen, anlehnenden Ausführungerr nicht an. Als zweiter Redner besprach Kirchenrat D. Schlosser die Fortschritte auf dem Gebiete des Armenwesens und der sozialen Fürsorge nach den Verhandlungen des Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit. Er wies zunächst auf die Bedeutung dieses Vereins für die Entwickelung der gesamten Armenpflege im Deutschen Reiche hin und zeigte, in welcher Weise gerade der Verein bei der Vorbereitung wichtiger einschlägiger Gesetze mitgewirkt und ihre Gestaltung beeinflußt hat. Eingehender besprach er das in Preußen demnächst zur Einführung gelangende Gesetz über den Arbeitszwana bei fäumigen 9cährpflichtigen und beleuckftete seine Vorteile und Nachteile. Er wies weiter auf die Arbeit hin, die der Verein in Bezug auf die Jugendfürsorge geleistet hat, und wie von ihm aus eine Menge Anregungen ausgegangen und (auch bei uns in Gießen) in die Tat umgesetzt worden sind. Bemerkenswert ist, daß im Anschluß an die Ausführungen des Kirchenrats D. Schlosser Beigeordneter Keller in scharfen Worten sich gegen den neuen preußischen Gesetzentwurf aussprach, der überaus bedenllich sei und, wie Redner an Beispielen dyrlegte, zu den ungeheuerlichsten Konsequenzen führe. Beigeordneter Keller vertrat die An- icht, daß der Arbeitszwang niemals durch die Verwaltungsbehörden sondern nur durch das ordentliche Gericht erkannt werden dürfe, war auch der Meinung, daß die Strafen gegen Müßiggang und böswillige Versäumung der Nähr- )flicht verschärft iinb diese Delikte statt als Uebertrctungeu als Vergehen behandelt werden sollten. In seinem Schlußwort stellte Beigeordneter Keller fest, daß in einer Reihe anderer Städte der Wechsel in der Besetzung her Armen- rflegebezirke bei weitem nicht so groß sei, wie gerade in Gießen, eine Tatsache, die die Armenpflege selbst außerordentlich ungünstig beeinflusse. Je größer die Erfahrung ei, die sich die Organe der Armenpflege im Laufe ihrer Amtszeit sammelten, desto gleichmäßiger sei die Behand- ung der Pflegefälle und umsomehr werde im Interesse der Armen uno auch der Stadt gearbeitet. Er richtete an alle Pflegerinnen und Pfleger, unterstützt durch K-irchenrat D. Schlosser, die dringende Bitte, eine nxiterc Amtsperiode im Dienste der öffentlichen Armenpflege auszuharren. Aehn- iche Zusammenkünfte sind für die nächste Zeit geplant, in reuen besonders auch an Hand enger begrenzter Vorträge Fälle aus der Praxis besprochen werden sollen.
** Tageskalen der für Donnerstag, 15. Febr. Vortrag im Rauhn. und un Lrtsgeiverbeverein: Privatdozenl Dr. Rauch: hessische Kunst unter besonderer Berücksichtigung Gießens. Llbends 8'/, Uhr in der Unioersitätsaula.
lieber die K rankheit des Grasen Aehrenthal wird folgender oftizieller Krankheitsberichl ausgegeben: Ter Krankhcüs- zustand Aehrentlvls, ireLdrr seit längerer Zeit an Leukämie leibet, ist nach wie vor sehr ernst. Tie Blutungen aus der Nase wie im Ohr und der Mundschleimhaut halten heute an. Ter Grad der Blutarmut und der krankhaften Dlutzusammensetzung ist ein höchst beträchtlicher. Tadurch sind die Herzfunllion, die Nahrungsaufnahme und der gesamte Kräftezustand stark geschädigt.
Wie aus Konstantinopel verlautet, werden zwischen der Pforte und der englischen Botschaft die Verhandlungen wegen verschiedener Fragen fortgesetzt, die den Persisch e n G o l f und andere Punlle des Wilaiets Bassorah betreffen. Tie englischen Konsulatswachen in Bassorah werden beibehalten und sogar verstärkt.
Aus Gibraltar wird wieder einmal eine Svionagege- schichte gemeldet: Tie englische Polizei verhaftete einen Deutschen, der die Festungsbatteriett photographierte.


