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13.5.1912 Erstes Blatt
 
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Nr. 112

Ter «lehener Anzeiger erscheint täglich, nutzer Sonntag-. Beilagen: viermal mothentlid) Gitbener.^amilienblStler iineimnl mödjcntLKrtii; blatlfürben XreirSietzen ! L leiisrnq und Freitag); jurcunnl monoil. Land wirtschaftliche Seitsragen Fernfprech - Anschlüffe: für die Redaktion 112, Verlag u. Ervedition 61 Adresie snr Deoeschen:

Auzetger Gießen.

Annahme von Anzeigen für bie TageSiunnmer bifl vormittag- 9 Uhr.

Montag, 13. Mai (9(2l

Erstes Blatt

162. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

Seneral-Anzeiger für Oberheffen

RotationrdruS und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Vruckerei: Schulstrahe 7.

Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Seschaftrstelle Bahnhofstraße 16 a.

y r ; n g # ö r c u*: rnonatlici'7.» Tf.. viertel- jährlich Mk. 2.20; burd) Abiwle- u. Zrve.'.sleUen ir.onatlid) 66 Pt.; durch die Volt Mk.L viertel- uxbtL missck'1. Besteigt. ^eilaiprei-3: lokal 15

20 Plenaiq.

6 iieiredakteur: 21 Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: Sluquft Goetz; für »tftuille- loii*, ,3cniiifd)ic3* und .®evid)ii|aar*: Jl. 9leu- ralh; für »Stadt und L'anb*: &.£>cft; für den Anzeigenteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umfaßt 10 Setten.

Zur hessischen veamtenbesoldungrvorlage.

Der Lanbtagsabgeordnete Justizrat Grünewald schreibt uns:

Angesichts des Arlftels in Nr. 111 dos Qhcfifncr Anzeigers Das wird aus der hessischen Beamt enbefoldungsvorlage" erlaube ich mir, Ihnen Folgendes zur Richtigstellung mitzuteilen.

Vs ist zunächst durchaus nicht richtig, baßalle Parteien an der Regierungsvorlage wenig gute Haare gelassen hätten". Die Fortschrittliche Polkspartel hat nach eingehender FratiionS- beralung, unter wiederholter Ancrk.'unung der Wotroeitbiglcit der Besolduiigserhöhung und dec Dringlichkeit derselben, den Ab­geordneten öcnridi beauftragt, das Einverständnis der Fraktion mit der Vorlage im Landtage zu erllären, dies zwar mit der Ausnahme, daß die Fraktion die Belastung der «ladt und der Landgemeinden als nicht angängig anzucrsennen vermöchte, weil es sich um die Erfüllung staatlicher Ausgaben handelt und weil' die Stadt- und Landgemeinden bereits übermäßig belastet find Tie Fraktion hat indessen für den hierdurch entstehenden Ausfall an den Tccturigsniitteln sowie für ocn Mehrbetrag, der sich aus dem Wunscke ergibt, die Lehrerg. Halter nicht um 11, sondern um 15°/o zu erhöhen, sowie scher den ro eiteren Ausfall, der durch den von uns gewünschten Wegfall der Besteuerung der Feuer- Versicherungspolicen entsteht, andere Deckungsmittel vor- geschlagen; hierzu gehören Aenderungen in Bezug auf die Schuldentilgung, m Bezug auf bie Vermögenssteuer (Normierung der Steuer von jcbrm Tausend des Vermögens und nicht nach größeren Stilfen) sowie ferner Erhöhung des Stempels auf Jagd- wasscnpässe und endlich, damit eine Erhöhung der Einkommen­steuer vermieden werden könne, die Ausgestaltung der Erbschafts­steuer im Sinne der Einführung der Teszendentenstcucr. Tie Fortschrittliche Volkovartci iveiß, daß auch dieser letztere Steuer- verschlag, wie wohl ein jeder, nicht überall sympathisch aus­genommen werden wird. Wenn aber der Notwendigkeit einer Erhöhung der Einkommensteuer, die ja mit 5°o für die, gegenüber der Besoldungsvorlagc der Regierung erhöhten Bedürf­nisse nicht aus reichen würde, ausgewiclfen werden kann durch die Einführung einer Erbschaftssteuer, so zieht meine Fraktion die letztere der Erhöhung der Ein kommen st euer vor. Freilich besteht das Bedenken, daß über kurz ober lang das Reich Die Erbschaftssteuer einiühren wird es würde sich dann der Vorgang wiederholen, wie er sich beispielsweise bei ber Wert- zuwochssteucr schon einmal vollzogen bar, ein gewiß nicht erfreu­licher Vorgang, aber kein solcher, bet den' einzelnen Bundesitaat verhindern könnte, einstweilen doch bie Teszendentensteur ein» s um freu. Es ist auch >iv bedenken, daß es doch sehr zweifelhaft 'rscheinr, ob die Widerstände, bie sich im Reiche ber Einführung dcr Erbschaftssteuer enlgegeuststlen, jemals überwunden werden

Der weiter von ber Fraktion gefaßte Beschluß, daß gleidp zeitig mit der Beratung der Regierungsvorlage die organische Regelung der Beamtenocsolbung jtauiinücn sollte, in durct.aus zivenmäßig, da andernfalls eine betricoigcnfce Crbnung dcr Tinge und eine endliche Beruhigung der Vamtenschaft nicht zu er­warten ist; es besteht kein Zweifel, datz Regierung und Finanz­ausschuß, wenn sie doch einmal die gesamte Materie bearbeiten müssen, au di zu einer Ausgleichung der gegenwärtig be,lebenden Ungleidcheiten in der Klassifizierung gelangen tönnen, zumal bc teils durch zahlreiche frühere Eingaben und Beschlüsse der Ma mm er der Weg gezeigt ist, au? welchem diese Unstimmigkeiten aus der Well geschafft werden können. Aus diesem Grunde hat die Frak­tion die Resolution gefaßt, die nunmehr als Material dem Fuianz- ausschuß überwiesen worden ist. Ter fort,ch.r,tlUche Redner, Ab­geordneter H e n r i di, hat im Sinne dieser Fraltionsbeichlune im Landtage den Standpunkt der Partei dargelegt und es nt «allgemein anerkannt worden, daß seine Darlegungen die Regie­rungsvorlage am g ü n lt i g lt c n beurteilten und am menten ge eignet mären, dazu beizutragen, baß die Notlage der Beamten halb und durchgreifend beseitigt werde. Jöat man doch von allen Seiten die nur teilweise Regelung ber Angelegenheit als an

bedauerliche. Stückwerk bezeichnet. Taß die verbündeten Paneien National liberale, Zentrum und Bauernbund den freisinnigen Antrag nid t ohne weiteres gut geheißen haben, liegt woh! an dem Umstand, daß er eben von Seiten der Linken gestellt wurde, deren Existenz und Tätigkeit den genannten verbündeten Paneien außerordentlich widerwänig ist.

Ah verfehle nicht festzustellen, daß am wenigsten freundlich im Sinne der Vorlage sich der agrarische Redner geäußert bar, indem er erklärte, dciß seine Panei nur etwa eine Million be­willige und daß sie einer Steuererhöhung nicht zustimmcn werde: diese eine Million sollte etwa als Teuerungszulage für die Be­amten verwandt werden. Tic Zeitungsberichte über diese Rede waren meistenteils unrichtig. Würde diese Ansicht die Ebcrbanb gewinnen, so wäre freilich die Aussicht für eine einigermaßen genügende Erhöhung der Beamtengehäiter sehr gering und gar itid.i zu denken wäre an die absolut notwendige organische Reform.

Die Fraktion der fortschrittlichen Volkspartei, der allerdings die Wunft der Wählerschaft nur ermöglicht hat in der Stärke von adjt Vertretern im Landtage zu erscheinen, wird mit aller Energie, und wesentlich gestützt auf die sachkundige Mitwirkung ihres Ver­treters int Finanzausschutz, bestrebt sein, auf der Grundlage der Regierungsvorlage eine befriedigende und burdjgrcifcnbe Regelung dieser hochwichtigen Angelegenheit herbeizuführen.

Hochachtungsvoll

Grünewald, Rechtsanwalt, Landtagsabg.

Wir bemerken dazu, das; damit die Feststellung unseres Darmstädter Mitarbeiters im Grunde doch be­stätigt wird: auch die Wünsche der sortschrittlichen Volks­partei decken sich mir der Vorlage der Regierung nur in wenigem Punkten. Was die T e ck u n g S m i t t e l anlangt, so enthält die Zuschrift des Abg. Grünavald manches "Neue, was in unserem Bericht über die Rede des Abg. Henrich nicht gestanden hat. Da auch dieDarmst. Ztg." über die Landlagsverhandlungen sehr ausführlich zu be­richten pflegt, so haben wir dort noch einmal nachgelescn, und wir zitteren danach aus der Rede Henrichs die folgen­den, in Frage kommenden Stellen:

Zu der fdjroierigen Frage der Besoldungsordnung kommt die gleichschwierige ber Tilgung. Wir müssen im Interesse des Laubes ernsthaft versuchen, biejc Probleme zu regeln. Redner verbreitet sich des längeren über bie Staatsschulbennlgung und widerspricht ovr Ansicht des Geheimerats Kirchhoff, daß Eisen- baljnidiulben nicht getilgt zu werben brauchten. Preußens finan­zielle Ueberlegenhcit beruht gerade darin, daß es seine Eisen­bahnschuld in crbcblidtem Maße tilgt. iLehr ridjtijjj Eine ver­stärkte Tilgung sei für Hessen unbedingt notig. Tas hat auch die Hammer wiederholt anerkannt. Was die Steuern betrifft, so stimme sei»ne Partei den Zuschlägen zur Erb- s ch a f t s st e u e r z u. Auch der Erhöhung der Stempel auf I a g d - Verpachtungen könne man 3 u ft im men. Hingegen teilt seine Partei die Bedenken gegen die Versicherungsbesteuerung. Tie Erhöhung der direkten Steuern überhaupt sei zweifellos btc, gerechteste Verteilung der Lasten, wenn sie auch unpopulär ist. Seine Partei werde andere Vorschläge ernst hast prü­fen, sie werde aber an der Steuererhöhung die Vorlage nicht scheitern lassen. Ter Abg. Brauer lehnt sie allerdings ab, ohne Ersatz dafür zu bieten. 5 Prozent Einkommensteuer bedeutet nicht viel und ist im großen und ganzen wohl zu ertragen. Man solle überhaupt einmal aufhören mit den Behauptungen, daß das Land dies und jenes nicht tragen könne. Tas schädige ben Hrcbit des Landes. Bestimmt ablehnen müsse seine Partei bie Heran­ziehung der Gemeinden zu den Bolksfchullasten und zu denen der höheren Schulen.

Die Karlsruher Besprechungen.

Karlsruhe, 11. Mai. Ter Kaiser, das Prrnzen- paar August Wilhelm und Prinzessin Viktoria Luise sind mittels Sonderzuges um 1030 Uhr hier cingctroffen. Zur Begrüßung atu dem Bcchnhof waren erschienen das Groß­herzogspaar, das Prinzenpaar Max von Baden, Reichs­kanzler v. B e t h m a n n ° H 0 l l w e g und der preußische Gesandte v. Eisendechcr. Tem Reichskanzler schüttelte dcr Haiser wiederholt die .Hund. Nach Vorstellung dcr beider­

seitigen Gefolge erfolgte bei herrlichstem Wetter btc Ab­fahrt durch die ffftlid) geschmückten Straßen, die ein zahl­reiches Publikum besetzt hielt, nach dem Residenzschlos Im ersten Wagen sa.ß der Kaiser neben dem Großherzog von Baden, beide jubelnd vom Publikum vegrückt. im zweiten folgte die Großlu'rzogin von Baden mit dem Prinzen August Wilhelm von Preußen und dessen Schwester, Prinzessin Viktoria Luise, in einem weiteren Wagen der Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg mit dem Adjutanten de: Grog- zogs, Generalmajor Dürr. Am Portal des Residenzschlosses begrüßte Großherzogin Luise von Baden die fürstlichen Gäste. Um 1 Uhr sand im Palais Frühstückstafel statt.

Heute vormittag nahm der Kaiser bald nach seiner' Ankunft den Vortrag des Frhr Marschall von Bieberstein entgegen. Gegen Abend Hörle der Kaiser den Vortrag des Reichskanzlers v. B e t h m a n n- Hollweg und anschließend hieran denjenigen des Staats­sekretärs v. K i d e r l e n - W ä ch t c r.

Ter Kaiser machte, nachdem er den Vortrag des Reichs­kanzlers gehört halte, mit diesem einen längeren Spa­ziergang im 2 chl 0 ßpark.

Aus Anlaß der Ankunft des Kaisers in Genua hat zwi­schen dem Kaiser und dem König von Italien ein sehr freundlicher T e l c g r a m m w e ch s e l stattgesunden.

Karlsruhe, 12. Mai. Ter Reichskanzler wurde am Nachmittag von dem Großhcrzog und der Groß- herzogin Luise empfangen. Um 8.31 Uhr reiste der Reichskanzler nach Berlin ab, wo er morgen früh eint reffen wird. Der preußische Gesandte geleitete ihn zur Bahn. Botschafter Frhr. Marschall v. Bieberstein verläßt heute abend Harlsruhe, Staatssekretär v. Kiderlcn- Wächter morgen früh.

Hationallibcraler Parteitag.

~ Berlin, 12. Mai.

Unter überaus zahlreicher Beteiligung von delegierten aus dem ganzen ftteidjc fand heute in ben Hammersälen der 14. na-i tionallibcralc Vertretertag statt, der zu ben vom Zentralvorstanb vorgeschlagenen Satzungsänberungeii Stellung zu nehmen hatte. Ten Vorsitz führte Vizepräsident Reichstagsabgeorbneter Tr. P a a s ch e. Die Vorschläge des Zentralvorftandes bezwecken in dcr Hauptsache, die

Einzelvereine der nationallibcralen Jugend an die landschaftlichen Organisationen anzuschließen. Ter Refchs- verband ber naüonallibcralen Jugend als solcher soll keine eigene Vertretung im Zentralvorstand haben, Diclmelyr werden die ein- zelnen landschaftlichen Organisationen Delegierte je nach der Zahl ihrer Mitglieder entsenden, wobei natürlich auch oie Zahl ber Iungliberalen zu berücksichtigen ist. Als Zeitpunkt der Neu­ordnung wird der 1. Oktober d. Js. bestimmt.

Ter Vizepräsident des preugischen Abgeordnetenhauses, Gc> heimrai Tr. Krause (Berlin) begründete den vom Zentcalvor- stand vorgelegten Organisationsenlwurf, der einstimmig sowohl vom Zeniralvorftand der Partei, als von dem Vorstand des Reichs- verbandeK der vereinigten nationalliberalen Jugend in den ge­strigen geschloffenen Sitzungen ohne jede Aenberung angenommen worden war. Er führte aus, daß der Reichsverdaub als solcher bestehen bleiben könne, aber feinen Teil der Gefamtorgami'ation bilden soll. Es bestehe nach den Satzungen kein Hindernis, baß eine solche Organisation außerhalb der Partei besteht und «ich bildet. Ob das allerdings wünschenswert fei, sei bahingeftellt.

Tie Satzungsänderungen werden sodann un­ter stürmischem Beifall ohne Widersprach en bl oc angenommen.

Hierauf "hielt Reichstagsabgeordneter Saf f ermann eine Programmatische Rede über die politische Lage.

Er wurde von ber Versammlung mit lebhaften Bravorufen unb mit Händeklatschen empfangen, wofür er dankte, da dies ihm ein Ausgleich für manche schwere Stunden in ben letzten Wochen fei und führte dann aus: Tic Waffen ruhen in der

Das völkerschlachrwcnimal.

Leipzig, 11. Mat.

, Auch muß es sein noch größer als wie zu Köln der Tom!" So ungefähr dachte sich der Sänger ber Freiheilskämpie, Ernn Moritz Arndt, bieIrminsul" des beutschcn Volkes, bie am ben Schlachiieldern Leipzigs für ewige Zeiten ein Denkmal fern loUte für ben Sieg über Napoleon, lind es ward ,0 Wuchng und ma,ng -cheot sich auf einem künstlich erbauten Hügel an den Geiladen c nes kleinen Sees das Völkerfchlachtdenkmal, ein Holotz von gigantischen Ausmaßen. Hoch in die Wolken ragt es mit |einen Metern Höhe und wer am Fuße des ^nkmals steht, ahnt nicht, daß die 12 Kolossalfiguren, die ben Fnebensengel bewachen, Zwölf grimmige Krieger gestalten, Riefen von 1- Meter Große find mit einem Gewicht von je 40<H) Zentnern. 110 ^iutcu Tiaren in die 60 Meter höbe Bogenhalle, in der bie Ehren balle untergebracht ist. 16 Krieger halten hier stumme -toten wacht. Ein Gang führt auf eine Galerie, die ^'m Auge einen Ueberblid über das gesamte Schlachtfeld bietet. .'vettere Lrevpe führt zum Ruhmcssaal. ttier stehen vier wm^rltsche 6 giften von je 9* . Meter Hohe, die btc Tugenden des deuNcken Volkes barftettat, Tapferkeit, Begeisterung, yicnreub gleit um Glaubensstärke. Zm nächsten Stockwerk bennbet man jirt tn by Stone des Denkmals, in ber Kuppel, in ^'^n Mute brr i^r.. t eitdengel empörtagt, umgobren von den 12 Hricgcrgeitaltin.

Es ist ein gewaltiges Denkmal, das hier mit einem Holten emraanb «on beinahe 6 MMianen "uwe'üb^ würbe >mb c- i*t ein Ehrentag nicht nur Tur das deutsche Volk' wabern auch ar die Schöpfer des Denkmals und lnsbe,oiidere jur ^den Ur- teber des Denkmals, Hammerrat Thieme aus -Hb)ig, an dipcn Geburtstage, am 13. Mai, nunmehr ine .-/bluBitcmlcgung bte «ölkerschlachtdenkmal ftattfinbet Tas ^'Esentcliek de Denk­mals, das den Erzengel Michael am einem Hrieg-wagcn . jft tor ein non 60 Stetem. .Heber -hm rag

Intern von 1.80 Metern Hohe die Xvnidn-Jt. ,.(utt m.t un Jin den Ecken sind Adler angebracht mit einer tflugtllpann- ii-ecitc von 10 Metern. . . -u - - ,in

Seui Grundgedanke ut ein breuadicr: iv joll iun em Ehrenmal für die gefallenen Hricger, ^'' Ruhm.- nal lui i Drccheu^ämr- jener Zeit, ein M ahnzeichenfur Mn ttge^ sjhiechter'' Diesen Granogedankeii hat bei

rnats Prolejsvr Schmitz glücklich dutchgesuhrt. .^och «t

Denkmal von dem gewaltigen Gerüst umgeben, das sich aus der Ferne wie ein Spinngewebe ausnimml. Welch ungeheures Ma­terial nur zu diesem Gerüst verwendet werden mußte, kann man ermessen, wenn man erfährt, daß die Holzer auseinander­gelegt einen Strang von Leftyig bis Kiel ergeben würden.

5o wird' dieses Riefcndenkmal neben der Säule auf dem Monatchenhügel, neben dem Denkmal des Fürsten Schwarzenberg, neben deut Napoleonftein und anderen Denkmälern bas deutfche Volk immer daran erinnern, daß es ihm einst gelungen ist, Napoleon zu fchlagen.

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21 Ko ngreß für Knabenhandarbeit. Unter zahlreicher Beteiligung begannen am Samstag die Verhandlungen des 21. H ongresses des Teutfchcn Vereins für Knaben- h andarbert unb Werkunterricht. Ter Hongreß royrbe cingc- leitet durch zwei Ausstellungen, die im Rathause ber Stabt Ehar- iottenburg untergebracht finb. Die eine ist veranstaltet vom prcu- s'ischen Hultusministerium unb würbe vom Geheimen Regrerungs- rat Professor Tr. Pallat eröffnet. Tie anben ist eine besondere Ehariottenburger Schulausstellung unb zeigt bie Arbeiten der dortigen Waldschule.

Reue belgische Briefmarken. Soeben find vier Marken der neuen Serie belgischer Postwertzeichen erschienen und zwar die Werte zu 1, 5 unb 10 Zentimcs, ioroiejnnc seit 1881 nickt mehr verausgabte Wertstufe zu 5 Franks. Tie 1 Zenlime Marke ist in Ziffernzeidmung ausgeführt, bie 5 Zennmes stellt Den öelgifchen Wappen!öwcn mit erhobener Pranke bar, und jber 10 Zemimes Wert zeigt uns das Brustbild Honig Alberts Tie neue 5 Franks Marke, in gleicher Zeichnung wie die 10 Zemimes, ist in bedeutend größerem Format gehalten Tie Farben der Neuheiten find: 1 Zenrimc orange, 5 3- grün, 10 3 rot. Tie Äusiübrung der neuen Marken ist roenui geschmackvoll. Es heißt nach einer Mitteilung des Verlags E. F. Lücke, G. m. b. H., Leipzig, berat», daß bie rote 10 Z.-Marke cingezogen werden soll ,ba aut ihr Honig Albert schielt Sollte sich die Einziehung der W Z. bewahrheiten, so wird biefer Wert zweifellos von ber Sammlerwcii sehr hoch geschätzt werden. Wer allo von unfern Lesern diese i'iarfc in bie Hand bekommt, tut gut daran, ne auszuheben, denn man kann nicht wissen! lieber die weiteren Wer:e d:r neuen Brftfmarkenreihe werden wir jemrils nach Er­scheinen berichten.

2 alvarsan bei .Scharlach. Tie Erfolge, die mit dem Ehrlich'fchen Arsenprävarat außer bei Lues noch bei ver­schiedenen anderen Infektionskrankheiten ime Malaria, Rückiall- tieber, Milzbrand erzielt worden sind, legten cs nahe, mit ihm auch Versuche bei weiteren ansteckenden Hrankheiten zu mad®i, in der Hoffnung, diese günstig zu beeinflussen. So hat neuer» dings Sanitätsrat Lenzmann in TuiSbnrg, wie er in der Medizinischen Hlinil mitteUt, oie Wirksamkeit des Saivarians bei Scharlad' ervrobt. Zwar ist es keine große Anzahl von Fällen, die ,hm zu Gebote standen, allein die Zwanzig, denen das Salvarsan injiziert wurde, zeigten bod) insgesamt eine ubcrcinnimmcnbe Beeinflussung durd) bas Medlkamem. Während der unbeeinflußte Scharlach sich in ben ersten vier Tagen burch ein sehr hohes Fieber auszeichnet, das oft bis zu 41 steigt und erst liiigiam l.vi» umergeht, wenn ber Körper sich mit dem ettaraktcristischeit Aus­schlag völlig bedeckt hat, ivar der Verlauf bei den mit Salvarian, behandelten Fällen wesentlich abgekürzter. Tas Fieber fiel von seiner Höhe schon am ersten Tage nach der Injektion aus mittlere Grade, um nach einiger Zeit wieder auf die Norm hinunterzugehen. Auch die Beglefterfcheiunng des Scharlachs, die tzalsentzünc-ung, zeigte ferne Tendenz zur Weiterentwicklung, sondern heilte schnell, gänzlid, ab. Wenn man Dalyer auch von keiner Heilung, des Scharlachs burch das Salvarsan sprechen kann, so trägt c»j doch offensichtlich dazu bei, den Verlauf ab zu kürzen und seine Gc'ahr zu vermindern.

Hk. F o f f i 11 e n g r a b u n gc ii eju Viktoriasee. Nicht allein in Deutsch-Ostafrika, wo im Hinterland von Hilioa cie Lagerstätten von Uebcrrcften mädniger Tiere aufgeschlossen worben sind, sondern auch im britischen Schutzgebiet sind jetzt ähnliche Reste aus der afrikamschen Vorzeii entdeckt worden. NadiPetcrm. Mittlg." reifte ber englische Geologe Dr. Fel. Oswald im November nach dem Vilroriasee, um an seinem O stuf er bei Harungu nahe dem deutschen Gebiete bie Fundorte von Fo-filien genauer ,u unterfudjen, die ein inzwischen im See ertrunfen.r Beamter, D. Pigott, 1910 dort gemacht hotte. Nach verhältnismäßig kurzem Aufenthalt ist Oswald mit reichen Funden aus Dtr Viojä.- unb mittleren Tertiarzeil zurückgekehrt Auch au> ciibcre Fuuc stellen dehnte er feine (örabungen aus, uno endlich hni er das ganze Gebiet kartographifd) auigenommen, io daß feinen Berichten aus dem bisher unbekannten Distrikt mit Interesse entgcgeng c i werden muß.