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11.12.1912 Erstes Blatt
 
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bis oormittngd 9 Uhr.

Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a.

Die heutige Nummer umfafzt 18 Seiten.

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zu einer erwartenden Offenbarung willig öffnet. Was einer der hiesigen AusstellerMein Lebenswerk" m»nnt, ist doch wohl eine ernste, schwerwiegende Sache.

Kriegsmimster V. ,

3 d) e mu n ihre Entlassung gegeben haben, die vom

z. Amtlich wird bestätigt daß Anffcnberg und Generalstabschef

Thronrede dos Königs Karl, so weis; man nicht, wie alle diese Fragen eine Lösung finden sollen.

Wir erhalten folgende Meldungen:

Karl Mi f.

Bonn, 10. De-. Ter Kunsthistoriker Dr. Karl Justiz Ehrenbürger der Stadt Bonn, ist gestern gestorben. In Karl Justi ist unzweifelhaft der größte aller lebenden Kunsthistoriker dahingegangen. Wie in der bekannten antiken Fabel die Löwin auf den Vorwurf, sie bringe nur ein Junges im Jahre zur Welt, die Antwort gab: nur eins, aber es ist ein Löwe, io kann man auch von Justis Werk sagen: es umfaßt nur drei .Hauptarbeiten nur drei, aber diese sind Monumental­werke. Tiefe sind sein Buch über Winkelmann, das über VclasgiuH und sein Spätwerk: Michelangelo. Man kann Justis Werke un­möglich verstehen, vergegenwärtigt man sich nicht, daß er nicht studierter Kunsthistoriker von .Hause war, sondern daß er von der Philosophie her kam. Allerdings wies bereits seine Habi- litationsschrift, die die ästl)etischen Elemente in der platonischen Philosophie behandelt, darauf hin, daß die Interessen dieses Philo­sophen dem künstlerischen Pol zustrebten, allein Justi hat doch immerhin fünf Jahre in Marburg und in Kiel Philosophie doziert bis er 1872 den Bonner Stuhl für Kunstgeschichte über­nommen hat, wo er dann fast ein halbes Menschenalter lang die Lehrtätigkeit ausübte. In den Jahren 1866 bis 1872 war sein erstes großes Hauptwerk, das dreibändige Buck über Winckelmann erschienen. Winckelmanns Leben war da zum Leben seiner Zeit ge- worden, deren bewegende Persönliädeiten, geistige Interessen, Sitten, Gewohnheiten und Unterhaltungen sich um ihn zu be­wegen schienen. Keine einzelne Wissenschaft dürfte sich dies Werk allein zuschreiben: die Kunst- und Literaturgeschichte, die Aefthe- tik und Geschichte der allgemeinen Kultur, schließlich nicht zu vergessen die Archäologie und Philosophie: sie alle hatten An­teil daran.

Man müßte sich wiederholen, unt Justis zweites Hauptwerk, das 1888 erschienene Buch über Velasauez, zu charakterisieren- Es heißt nicht nur Velasguez und sein Jahrhundert, es i st dies auch. Justis Alterswerk, das über Michelangelo, ist von etwas anderer Natur, insofern es sich mit dem großen Nätselproblem der Psyche dieser dämonischen Gestalt der ganzen-

ihrer Form alten Burgen, betürmten Schlössern. Lft haben sie Tier- oder Menschengestalt. Sie sehen geheimnisvoll und rätsel­haft aus und erzählen uns von der Vergangenheit, wie Tempelreste, Säulen- und Mauertrümmer es tun. Sie werden sehr alt, diese Wachholder, zeigen oft abgestorbene Zweige, die in der Abendsonne blutrot ausleuchten.

Dort in der Heide gibt es dunkle, ernste Föhrenwälder, es gibt einsame Häuser mit tiefherabhängenden Dächern, es gibt auf der großen, stillen Fläche alte verlassene Sckafställe, die daliegen wie die Pvramiden im Sand der Wüste. Es gibt einen weiten Horizont, eine wunderbar klare Luft und eine herrlich leuchtende Sonne. Und es gibt dort die köstlichen Farben der Erde und des Heidekrautes. Wenn die Heide rosig blüht, wenn sie allmählich in tiefere bläuliche Töne übergeht, wenn sie im Herbst in sattem Blutrot leuchtet und im Winter bronzefarben schimmert immer ist sie schön, sie, die einst die Häßliche genannt wurde.

Und das Moor? Tas zeigt im Gegensatz zur blühenden Heide, dem Märchenknde, ernste, tiefe, schwere Töne. Seine schwarzen Torsgräben, der dunkele Ton der Erde, die dunkelen cm)amen Hütten verlxiltsn sich zur Heide wie eine düstere Ballade zu einem zarten Liebeslied.

Wenn ick oben sagte, daß die Bilder auck auf die, die nie in Heide und Moor waren, ihre Wirkung ausüben, so bin ick doch der Ansicht- das; nur die sie völlig verstehen und beurteilen können, die den Zauber jener Gegend selbst erfahren haben. Ich warne daher den Beschauer, allzuscknell mit seinem Urteil zur Stelle zu sein Es ist gewiß manch Bild in unterer Aufteilung, das beim entert Anblick frappiert. Man hüte sich, bann sofort zu behaupten: Tas ist unnatürlich. So etwas gibt's ja nicht."

Sodann möchte ick noch etwas über die Art und Weise sagen, in der Kunstwerke, wie sie uns jetzt hier geboten werden, zu betrachten sind.

Nicht mit der Uhr in der Hand und nickt mit einer noch völlig vom Mltaqsstaub des Lebens belasteten Seele tritt vor sie hin. Wer sie so betrachtet, flüchtig, im Vorüber gehen, nur, um sich zu überzeugen, was denn eigentlich da zu sehen ilt, darf sicl nicht wundern, wenn sie nicht sofort eine überwältigende Wirkung auf ihn audüben. Man darf eben nicht alles von den Kunstwerker allein erwarten, man muß ihnen auch selbst etwas entgegen bringen nämlich eine andächtige, ehrfürchtige Seele, die sich

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Kaiser angenommen wurde.

Wiener und Ofenpestcr Abendblätter stellen auf Grund der Mitteilungen aus informierten Kreisen überemstinv, mend fest, daß der Personenwechsel in der Leitung des K r i e g s m i n i st e r i u m s und des Generftlstabes mit der auswärtigen Lage nicht im geringsten im Zusammen­hänge stehe. Ter Rücktritt des Kriegnnnisters v. Au f f e n* berg sei bekanntlich schon seit längerer Zeit in Aussicht genommen, während die Gründe, welche seinerzeit für das Scheiden des Freiherrn v. Hötzendorf vom Posten des Generalstabschefs maßgebend waren, längst nicht mehr exi­stierten. Schemua galt stets nur als Platzhalter Höhen- dorfs, dessen Rückkehr auf den Posten des Generalstabs- d;efs 'daher nicht überraschen würde. Hinsid)tlich der politi­schen Lage wird an unterridjtctcr Stelle erklärt, daß keinerlei Äenderung zu verzeichnen sei.

Ter BerlinerLokalanzeiger" meldet aus Wien: Die Ernennung des Frhrn. v. Hötzendorff ist, wie hier behaup­tet wird, nach vertraulicher Verständigung mit I talie n erfolgt.

TieNeue Freie Presse" sagt, der plötzliche Wech­sel in der Heeresleitung müsse unbehagliche Gefühle erwecken. Es verstärke fiel) der Eindruck, als würden Kriegs st immun gen die Oberhand gewinnen. Man glaubt nicht, daß Schemua nach Berlin geschickt wor­den wäre, wenn damals die Absicht bestanden hätte, ihn durch v. Hötzendorff zu ersetzen.

Wien, 10. Dez. TieMilitärische Korrespondenz" meldet: Tie Ernennung des Feldzeugmeisters K r o b a t i n zum Zdriogsminister ist bereits erfolgt. Die Veröffentlichung dürfte morgen erfolgen.

Die votschafterkonserenz.

London, 10. Dez. Tas Mitglied des Unterhauses King richtete in der heutigen Sitzung an Greh die Anfrage, ob die Botschafter der Großmächte in einer europäischen Hauptstadt zu einer Kon- seren z zu f cr m m e n t r c t e n würden, um sich über die gemeinsame Politik in den durck) den Balkankrieg ent- standenen Fragen schlüssig zu machen. G r c y e r w i d e r t e, alle in Betracht lammenden Großmächte hätten der An­regung gern zugestimmt, daß die Botschafter in einer europäischen Hauptstadt in eine zwanglose unver­bindliche Beratung eintreten möchten, um den Aus­tausch der Ansichten zwischen den Großmächten zu erleich­tern. E s w i r d k e i n e K o n f e r e u z s e i n , erklärte Grey, ich kann Einzelheiten in dieser Angelegenheit im gegen­wärtigen Augenblick nicht mitteilen. Ick) beabsichtige jedoch, die eingehendsten Mitteilungen, die möglich schd, am 12. Dezember zu geben.

Im weiteren Verlaufe der Sitzung machte der Marine­minister Angaben über die Zahlen der britischen und deutschen Luftschiffe und bestätigte die Nachricht, daß England ein P a r s e v a 1 - Luftschiff und ein Astra- T o r r e s - Luftschiff bestellt hat.

Albanien ein Geschenk für die Engländer?

DemM a t i n" wird aus Belgrad ein ziemlick) unSlaub- würdiges Gerücht telegraphiert: In politischen Kreisen sei das Gerücht verbreitet, daß die Balkanverbündeten nach Unterzeichnung des Friedensvertrages im Einvernehmen mit der Türkei den Hafen von Valona den Eng­ländern anbieten würden, da diese die in der

Bezu asvrei I: monatlich 75 'Bt, viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch die Post Mk.2. viertel- jährl. auSjchl. Bestellg. ZeilenorerS: lokal 15Pst auswärts 20 Pieuuig. Ehesredakteur: A Goetz, Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuille­ton", .Vermischtes" und ©etichtdjaar: K. Neu­rath; für .Stadt und Land": E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck.

des Auswärtigen zu einem scharfen Vorgehen gegen Hötzen­dorf. Er erklärte dem Kaiser, daß die Treibereien Konrad v. Lützendorfs die Monarck)ie in einen Krieg mit Italien hetzen müßten und daß er es ablehne, die Verantwortung für die internationale Politik der Monarchie zu tragen, wenn seine auf Erhaltung des Friedens zielende Politik durch den Chef des Generalstabs unablässig durchkreuzt werde. Die Agitationen v. Hötzendorfs für Neubefestigungen an der Südgrenze (200 Millionen Kronen sollten dafür aufgewendet werden! würden ihm, dem Minister, nicht nur die Aufrechterhaltung des bundesgenössischen Verhält­nisses, sondern auch des 'Friedens mit Italien erschweren. Der Kaiser entschied sich für Aehrenthal, der im Kronrate seinen Willen gegen die Militärs behauptete. Hötzendorf ging. F. M. L. Ritter v. Schemua trat sein Amt an .Im Belvedere, der Residenz des Erzherzogs Franz Ferdi- iTinb, vergaß man dem Minister den Sieg über Hötzendorf nicht: Aehrenthal, wenn er nicht im Februar gestorben wäre, lebte heute sicher mir noch als Privatmann. Man kann es aber verstehen, daß der zurückke'hrende Baron Hötzendorf nicht mit dem Kriegsmiuister Anffenberg ar­beiten will, über dessen Expertise er einmal gestolpert ist.

Schemua, vormals Sektionschef im Kriegsnnniste- rium, war als Generalstabschef, das wußte jeder Kundige, nur Platzhalter für Hötzendorf, der nur zu warten brauchte, bis seine Zeit erfüllet war. Aehrenthal starb. Unter Berchtold steht seiner Rückkehr nichts im Wege. Baron .Hötzendorf war bei seinem Rücktritt vor einem Jahre zum Ärmeeinspektor ernannt und mit dem Großkreuz des Leo- poldordens geschmückt worden, Ehrungen, die mehr Ver heißung als Abschied bedeuten. Auch hatte die Thronfolger Partei damals ein Schriftstück veröffentlicht, in dem ee

heißt:Die Tatsache, daß v. Hötzendorf zurückgetreten ist ist ungemein bedauerlich. Wer das Verhältnis zwischen ihm und dem berufenen Oberkommandierenden der Armee kennt, wird begreifen, wie schwer der Erzl>erzog-Thronfolger den Generalstabschef sckjeiden sieht. Als gehorsamer Soldat mußte er sich aber der allerhöchsten Entscksiidung fügen. Ter Thronfolger versichert in einer besonderen Audienz usw."

Diese Erllärung spricht Bünde und sagt alles. Ter Thronfolger wird jetzt in engster Verbindung mit Baron Hötzendorf seine Organisationspläne in der Armee Oesterreich-Ungarns durchführen, Pläne, die er kürzlich als Jagdgast des Deutschen Kaisers mit diesem sehr ein­gehe no erörtert haben soll und die durchaus die Billigung Wilhelms II. fanden. D a s R e kru t en k o n t i n g e nt d e r Donaumonarchie soll um ziemlich die Hälfte des bisherigen Standes erhöht werden: 159500 Mann gegen 103 100 bisher; bei den beiden Landwehren soll eine Kontingentserhöhung von etwa 7000 Mann ein­treten, so daß deren jährliche Rekrutenquote 40 000 Mann sein wird. Wird dieser Plan durchgeführt, so steigt in einem Jahrzehnt der K r i e g s st a n d des Heeres von etwa 900000 auf rund 1500000 Mann ausgebil­deter Soldaten. Der innere Wert wäre noch durch die völlige Gleichstellung der beiden Landwehren mit dem Heere erhöht. Tie schwachen Eadres der Landwehren wer­den aufgefüllt und Infanteriedivisionen, wie beim Heer, gebildet. Damit käme der Gesamtlriegsstand der ganzen Wehrmacht auf etwa 1800 000 ausgebildeter Soldaten im Alter von 21 bis 30 Jahren. Durch die Erhöhung des Re- krutenlontingents ist eine ganze Reihe organisatorischer Reformen, die Ausrüstung mit Feldartillerie, die Verbesse­rung der Gebirgsartillerie, die Ausgestaltung der Ver- lehrstruppen usw. möglich. Franz Ferdinand verfolgt diese Ziele unbeirrt. Sein Ehrgeiz: der Soldaten­kaiser seiner künftigen Länder zu werden.

Immerhin bleibt die Vermutung bestehen, daß trotz amtlicher Wiener Ableugnungen die gleichzeitig mit der Erneuerung des Dreibundes getroffenen Veränderungen in den höchsten Heeresstellen auch mit Rücksicht auf die Lage erfolgt sind, zumal man heute wieder versichert, der Konsul Prohaska sei beim Einzug in Prizrend von serbischen Soldaten grausam verstümmelt worden und der Krieg mit Serbien scheine unmittelbar bevvrzustehen. In Italien und Wien waren auch Gerüchte aufgetaucht, _bcr Dreibund wolle eine Truppenmacht nach Albanien werfen, um die dort bedrohten Häsen zu besetzen; aber es sind eben bloß Gerüchte, die als unrichtig hingestellt werden.

Ucbcr die bevorstehende Botschafterkonferenz weiß man auch noch nichts Bestimmtes. Während die Türkei und die Baitanstaaten schon ihre Delegierten nach London reisen lassen, hat eine Anfrage im englischen Unterhaus gestern die Erwiderung von Sir Edward Grey ergeben, daßeine Konferenz in einer Hauptstadt"' wohl stattsinden werbe, daß sie aber unverbindlich und keine eigentliche Konferenz sei, und daß er gegenwärtig nichts weiter sagen lönuc. ES ruhen also noch im Zeitenschoße die schwarzer: und die heitern Lose. Der Türkei erscheint die Zukunft offenbar auch nicht im rosigsten Lichte, beim sie läßt in einer amt­lichen Notiz roieber an beit Säbel schlagen unb versichern, daß, wenn die Kümpfe wieder beginnen sollten, die Balkan­staaten einen besser gerüsteten Gegner vorfinden würden Griechenland und Bulgerien hadern weiter über den Besitz von Saloniki, und ein bulgarischer Minister läßt erklären, keine Fußbreite heimischer Erbe dürfe an Rumänien ab­getreten werden, wenn nicht die Beziehungen für die Zu­kunft gefährdet werden sollten. Vergleicht man damit die

Vieworpsweder" in Gießen.

Den von uns haben nicht von jeher die Pfade gelockt, die abseits der Heerstraße sich in unbekannte Wrunbc, -tichchte unb Ferne verloren? Wen har es nicht gereizt, ihnen nackzuivandern, zu sehen, wohin sie führten? Und wer hat nicht allerlei Schones unb Gutes über sie sich zusammengetranint unb gedichtet?

Unb wenn Menschen sich absondem von der Menge, ziehen sie auch die Aufmerksamkeit auf fick. Man blutt ihnen nach, man fragt sich, was sie wollen, wohin fie wollen unb man wundert sich. Interessant sind sie einem jebemallv.

Und als vor etwa 20 Jahren eine Schar junger, ftr^iamcr Maler hinanswanberte in Moor und Heide, m cme Glegcnb, ba eigentlich nichts aber auch gar nichtszu sihen war, ba da wunderte man sich sehr unb tagte:Was die wohl in der kahlen Gegend bort finden werden'." ..

Nun, heute wundert man sich nicht mehr. Auch die, die nie in Worpswede, nie in der Heide waren, I an en «c Sprache aunck wirken suchen sie zu verstehen die Spraäie, mit der die Buder zu uns sprechen, die nun feit einer Reihe von Zähren dieCm samen ' aus Moor unb Heide zu uns senden. . .

Groß, still und schlickt ist die Natur dort, -sie wirkt, ebcnio wie echte Kunst, mit einfachen Mitteln. Licht, Lust, Erde. S ille, Frieden Schlanke Birken, die wie nervoie Men ich en im ^Leben in jedem Windhauch erzittern unb von ihm sich biegen Mb beugen lassen, unb bie im Sonnenstrahl, l obalb er sie küßte, in Seelcnfreube. Mit tausend Armen greuen sie ehn- süchtig in bie blaue Lull, sie lassen ihre grünen Fleier rochen sie lassen den Winb damit spielen, ^m tfruhlmg unb Sommer sind diese Schleier grün, später leuchten sie go^arben, unb noch später in ivarmen Bronzetonen. Tie Birke ist der Baum der Heide, der Heide, die Die Sehnsucht Wenn sie w bebend, langend, lungsräulichzart allein auf der waten ebene i^ht, ober wenn sie in Reihen ben Heidepsad einfaßt uck.neigend, sich bicgenD wenn die weißen Stämmchen bläulich, rötlich und golden schiin- mern: immer ist sie schön und malerisch. cm « a n n r 3

Ein anderer Baum ober Busch der Heide ist der Wachb ol­der. Ein seltsames Gewächs, dunkel unb ernft, starr und sistgesiig. Ein architektonisches Gewächs möchte ich ihnen nennen, scharf umrissen, in sich verklumpt und verwachsen, stehen dirie Wachholder in bu weiten Ebene still und feierlich ba. Ost gleichen sie in

Das (5cbcimni$ der wiener Militärkrisis.

Zur Krise in der österreichischen Armeelcituug erhalten nnr von einem Wiener Mitarbeiter folgende In­formationen :

Der Personenwechsel in der österreichischen Heeres­leitung hat mit der Frage, ob die Lage sich zugespitzt habe oder ob der Krieg nun gerade nicht ausbreck>en werde, nichts zu tun. Der Rücktritt Schemuas und Aussenbergs hat vielmehr interne Gründe, die den Eingeweihten schon ziem­lich lange bekannt sind. Kriegsminister (General v o n Auf f enb erg litt dauernd an der von seinem Vorgänger sBaron Schönaichl ein gegangenen Verpflichtung, daß vor 1915 keine Mehrforderungen für die Kriegsverwaltung auf- gestellt werden sollen. Im ungarischen Ausschuß machte sich Aufsenberg gelegentlich Luft mit dem Ausruf:In aller Ergebenheit muß ich doch sagen, daß man gewiß einen Minister fesseln und knebeln kann, daß das oileiche aber nicht immer mit den Ereignissen und dem Geschick geht!" Damit wollte er dartun, daß ihm die Bindung bis 1915 durchaus unsympathisch sei und daß er mit den An­sichten der Militärpartei des Thronfolgers übereinsttmme. Er mußte nun aber doch gehen, weil ihm Freiherr von Hötzendorf, der wiederkommende Mann, seinen Sturz im Jahre 1911verdankt", und das ging folgendermaßen zu:

Vor gerade einem Jahre hatte Auffenberg eine In­spektionsreise nack) den Elrenzfesningen in Südttrol unter­nommen, da man bei längerer Dauer deS Trivoliskrieges nicht wissen konnte, wie sich die Dinge an der italienisch- österreickiischen Olrenze gestalten würden. Als Aufsei^berg nach Wien zurückkehrte, erklärte er einen stärkeren Grenz­schutz an der Südgrenze für nicht notwendig und ent­täuschte dadurch den damaligen Generalstabschef Freiherr v. Hötzendorf. Das Gutachten Auffenbergs benutzte aber außerdem noch Graf Aehrenthal, der damalige Minister

Nr. 292 Srstez Blatt 162. Jahrgang Mittwoch, Dezember 1912

Der Siebener Anzeiger ÄVTTT A /X vT O

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b SietzenerAnzeiger für die Redaktion 112, MW! General-Anzeiger für Gberheffen h"bi"z*neenümn° Botationsörud und Verlag 6er vrühl'schen Unw.Guch- und Stcinöruderci H. Lange. Nedattion, Expedition und Druckerei! Schuistratze 7.

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