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Mitteilungen.
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Sitzung der Stadtverordneten.
Gießen, 29. Febr.
Anwesend: Oberbürgermeister Mecum; die Beigeordneten iteler und (fmmdiud; die Stadtverordneten Dr. Ebel, (lidymaurr, „incwald, Habenickst, Tr. Haberkorn, Heich.lherrn, Helfrich, Helm, , m, ihn mm, Leib, Löbcr, Lrbig, Petr:, Plank, Schaffstaedl, j wn, Tr Sommer, Urstadt, Vetters, Wallenfels, Dr. Wirn-
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^chtsvrechun, ll-euregelu^ verbände . damals, al! n wir damalt den wir sef! re Haftbarkeit cieile feititeDt zu stiften, imkeit ist aber ’ haben, fluf mer Kontrolle i eine Ber- it Streik.
Hom Ministerium des Innern ist am 19. Februar ein Schreiben M gegangen, in dem mit besonderer Befriedigung von der am ■t )anuar cn'vlgten Bewilligung eines Zuschusses der Stadt von ■; ( 000 Mark für die beiden noch fehlenden Spezialkliniten Kennt I. < gcnonrmcn wird. Die Regierung nimmt die Stiftung mit Knf an.
Born kolonial wirtschaftlichen Komitee ist ein Ge- 1; (j eingegangen, der Gesellschaft als körperschastliches Mitglied M zuttelen Die Finanzdeputation beantragt Ablehnung. Tie Uk schlußfassung über das Gesuch erfolgt später.
6-5 liegt eine Einladung zu den am 7. März stattsindenden I-.rträgen über das Problem der Zwangserziehung von Professor ■$ . Klunker in Frankfurt und Privatdozent Dr. Berliner vor.
Baugefuche.
Eduard Noll will an seinem Neubau Neustadt 49 einen Erker lrningcn, der mit einer Ausladung von 50 Zentimeter genehmigt
Peter Kronenberg will seine Autohalle in der Süd-Anlage I^rößern, wozu nach einer Ortssatzung die Genehmigung zu er ■ </ en ist Da der Erweiterungsbau zum größten Teil hinter dem Ik.bichauS zu stehen kommen wird, erklärt sich die Versammlung Kirnt einverstanden
öerr Wehrum will seinen Neubau Ecke Credner- und Glaub- M^titraße zum Teil in Fachwerk aussühren, was befürwortet wird.
Heinrich Langsdorf will in der Sckflitzenstraße außerhalb Ortsbauplans ein Wohn- und Lagergebäude, letzteres in Holzig werk und mit Feuerungsanlage, errichten. Tas Gesuch wird ■imeltmigt unter den auch den Besitzern der Nachbarhäuser aus- 1 rügten Bedingungen und unter der weiteren Bedingung, daß in Ban Lagerhaus keine brennbaren Stoffe gelagert werden dürfen.
Emil Kalbfleisch will in der Strane nach dem Friedhof lltn Rodtberg, also außerhalb des Ortsbauplans, ein Wohn- und Wtzeilfäftshaus errichten, was von der Versammlung befürwortet Kirb.
Tie Firma Georgi will in der Steinstraße ein einstöckiges MEhaus errichten Da hierdurch der jetzige Zustand bedeutend Knbcnett wird, beantragt der Bauausschuß Genehmigung unter der I Dingung, daß der in der Ortsbausatzung vorgesck-riebene 2. Stock IW 1922 errichtet wird.
Es entspinnt sich hierüber eine längere Aussprache, in der der Wlouseguenzen halber, von verschiedenen Rednern eine andere Ne ■fifutig, bezw. nochmalige Verhandlung mit der Firma gewünscht ■liib. Der Antrag auf Zurückverweisung an den Ausschuß wird Bftjnt 8 Stimmen abgelehnt und das Baugesuch genehmigt.
Ta8 Volksschulgebäude
■ her Erednerstraße, dessen Erbauung grundsätzlich schon genehmigt Ä foH, wie der Vorsitzende an Hand der Pläne erläutert, zunächst Br 31 Klassen errichtet werden. Für später wird ein Erweiterungs- Mlu von 9 Klassen vorgesehen. Der dann noch verbleibende Spiel- Ml«? reicht gerade für 40 Klassen aus. Die Turithalle soll anstatt Met sonst üblichen Ausdehnung von 11 zu 22 Meter 12 zu 25 Meter Mvf; werden. Sie soll durch eine Holzwand geteilt werden können, ■ baß gleichzeitig zwei Klassen darin turnen können. Die Schul- Mimer-Wohuung enthält so viele Räume, wie seither üblich war, ■bdi sollen die einzelnen Räume etwas größer werden. Nach der Wiiiikstraße zu kommt der Eingang für die Mädchen und nach der I EnMierftrnßc zu der für die Knaben. Die Tremmng zwischen den Bfribiit Abteilungen soll nach Bedarf geändert werden. Die Abort- Mvl>'ge kommt in das Gebäude selbst. Außer den 31 Klassenzimmern ■Wit das Gebäude alle Nebenräume, Schulbad, Frühstückszimmer Ifiir Knaben und Mädchen zusammen), Bibliothek, Sammlungs- Wluii usw. Schulvorstand und Schuldeputation haben zu dem Plan Vv Zustimmung gegeben; der Bau ist zu 550000 Mark ver- «Älagt.
U Stadtv. Eichenauer gibt seiner Zufriedenheit über den stönen und ztveckmäßigen Bauplan Ausdruck. Besonders die , Iwmverteilung und die Fassadenausbildung sei dem Stadtbauamt OB gelungen. Wenn der Bau nach diesem Plan ausgeführt werde, ilwrbe man damit eines der schönsten Schulhäuser erhalten, das irtir hier hätten.
Stadtv. Winn schließt sich dem an und betont die dabei avbachtete Sparsamkeit. Vielleicht könnten die Giebelaufbauten fertiger stell angelegt werden. Man solle dieserhalb den Kunst- ibtnat hören.
i , Stadtv. Löberist mit der dem Plan gespendeten Llnerkennung irärerftanben. Eine andere Gestaltung der Giebel könne er nicht
i plifltn und die Anhörung des Kunstbeirats sei nicht nötig.
Stadtv. Dr. Ebel findet es komisch, daß man dem Kunstbeirat Htfßläne nicht vorgelegt hat.
Stadtv. Huhn hat bloß an dem tristen Aussehen derMauer, an «ioäter der Anbau kommen soll, etwas auszusetzen.
Stadtv. Petri ist für den steilen Aufban der Giebel.
k! Es wird beschlossen, sich dem Bau anzuschließen, vorbehaltlich !e 'Prüfung des architektonischen Aussehens durch den Kunstbeirat.
Straßen- und Gritndstucksangelegenheiteu.
ITic Firma Poppe u. Co. ist in den seinerzeit mit der Fabrik hfiia abgeschlossenen Kaufvertrag eingetreten. In das ehemalige tthtnbraucrcigebäubc ist durch die Firma neues Leben einge- I jbrecii. Es sind für 100 000 Mk. Maschine:: angeschafft roorben b: schon jetzt werden über 100 Arbeiter beschäftigt. Die Firma I ci.ne neben dem Gebäude liegende städtische Wiese für 150 I |!W jährlich pachten, womit die Versammlung einverstanden ist.
Seißbinbermcifter Gg. Wagner III. will 200 Quabratmeter Manbc hinter ber Stephanstraße zum Preis von 15 Mk. jähr- i® oachten, um seine Gerüststangen dort aufzuheben. Die Ver- tinilung stimmt bem zu.
Frau Meta H e n g st Ww. will auf ftäbtischem Gelänbe in ber >er Kaserne einen Verkaufsstanb errichten. Die Baudepu- Moi: beantragt Ablehnung des Gesuches. Nach längerer iklus- ®cche, in ber eine Reihe von Stabtverorbneten für ben Wunsch V Gesuchstellerin eintritt, ivirb beschlossen, Frau Hengst an- :e- u geben, wegen der Platzauswahl usw. sich mit dem SDber» wgermcifter in Verbindung zu setzen.
Mit Gg. Schäfer hat die Stadt einen Erbbauvertrag ab» >st!ossen, der ihr die Durchführung des Kanals durch dessen *> der Lahn liegendes Gru:rdstück gewährleistet hat und zugleich «Vorkaufsrecht für dieses Grundsttick gewährt. Er bietet jetzt ;jo Stadt die 824 Quadratmeter Gelände für 10,50 Mk. für den | iKbratmetcr an und bittet, ihn im Falle der Ablehnung des «faches von dem Vorkaufsrecht zu befreien. Der Vorsitzende * teentragt, das Gelände für einen angemessenen Preis zu kaufen ~ 10,50 Mk. seien viel zu hoch — und im anderen Falle die «Kimmung wegen des Vorkaufsrechtes bestehen zu lassen.
Nachdem die Stadtv. Löb er und Simon für Entgegen- "BKten gegen die Wünsche des Gesuchstellers gesprochen habe::, [ •© dessen Ansinnen abgelehnt.
Die Herstellung eines gepflasterten Ueberganges ‘•® bei Haltestelle der Straßenbahn am Schützenhaus zum Trieb flutgefieißen. Der Streifen soll 5 Meter breit werden und w-300 Mk kosten.
< Sn der Georg-Philipp-Gail-Straße sollen Bäume ktt'lanzt werden. Es werden Platonen abwechselnd mit Rotdorn, ijbm und Rüstern vorgeschlagen. Tie Versammlung entschließt nach kurzer Aussprache für Linden.
I Brandplatz, vor dem Neubau Hochstätter, sollen zwei «friibäume entfernt werden, da sie zu nahe an dem Hoch- . Wiridjen Hause stehen.
• -ladtv. Eichenauer bittet, in geeigneter Entfernung wieder B!'. Bäume anzupflanzen. Stadtv. Petri ist mit Rücksicht tas im Hause befindliche Geschäft gegen eine Neupflanzung.
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Stadw. Löber fragt nach der Ursache, daß man vor wenigen Jahren gepslanzbe Bäume jetzt wieder entfernen müsse. Durch den Ncubarl werde der Schloßgasse Licht und Luft genommen und es sei die Frage berechtigt, wo der Künftbeirat geblieben sei. Heiterkeit.) Hier habe man ein fast ebenso hohes Gebäude in der 5i 2 Meter breiten Straße zugelassen, wie es der so viel kritisierte Einhorn-Neubau sei. Darum habe man es zugelassen, vorder Neubau nach dem Brandplatz zu bis an den äußersten ntanb des bestehenden Trottoirs vorgdbaut worden sei. Nötig sei dies nicht gewesen und wenn dies nicht geschehen sei, hätten die Bäume stehen bleiben können. Während man anderwärts Bäume anpslanzt, nehme man sie hier in der inneren Stadt fort. Die Freude des Großherzogs bei seinem nächsten Hiersein über daS veränderte Ctraßenbild werde begreiftickxnweise groß fein.
Stadw. Tr. Ebel freut sich, daß Stadtv. Löber hinsichtlich der Notwendigkeit des Kunstbettats, den man bei diesem Neubau nicht gefragt ljabc, sich bekehrt habe, und hofft, ihn noch öfters als Stütze für den 5tunftbeirat begrüßen zu könne::.
Nach kurzer weiterer Berawng wird der Entfernung der Bäume zugestimmt. Ueber die angeregte Neupflanzung soll gelegentlich der Beschlußfasfung über die Fußsteigherstellung ver handelt werden.
Schutzvorrichtungen an den Straßenbahnwagen find im vorigen Sommer aus der Versammlung heraus angeregt worden. Nach Mitteilung des Vorsitzenden hat eine Rrlndfrage ergeben, daß es bessere als die hier angebrachte:: Schutzvorrichtungen nicht acbe. ES wird deshalb beantragt, cs bei dem jetzigen Zustand zu belassen.
Stadtv. Dr. Haberkorn meint, man habe hier überhaupt keine Schutzvorrichwngen. Der um die Räder angebrachte Rahmen ziehe einen vor die Bahn zu liegen Kommenden eher unter die Räder, als es ihn davon fernhalte und Sandstreuer und Wasserrohr seien geradezu gefährlich.
Stadw. Dr. Ebel bittet um eingehende Erörterung der Frage, damit nicht die Meinung aufkomme, der Versammlung sei die Sache gleichgültig.
Direttor St ölte hat sich mit der Frage eingehend beschäftigt. Gießen habe mit die besten Schutzvorrichtungen, den Bahn- räumer, den Sandstreuer und die Handbremse. Voraussetzung für das gute Funktionieren der Schutzvorrichtungen fei ein gut geschultes Personal. "Der Schutzrahme:: müsse möglichst nahe an den Rädern fein. Die Stadt Hannover fei mit der dort eingeführten Schutzvorrichtung zufrieden, empfehle aber ihre Anbringung nicht, da sie zu teuer sei. Eine von der Bahnverwaltung veranstaltete Umfrage bei 46 Bahnverwalttmgen habe 43 Antworten ergeben. 33 Städte hätten außer den hier gebräuchlichen keine weitere Schutzvorrichwng, zwei Städte seien mit ihren besonderen Schutzmaßregeln zufrieden und acht machten noch Versuche, aber nach den erhaltenen Auskünften seien die Versuche b's jetzt nicht befriedigend ausgefallen. Man solle so lange von ber Anbringung besonderer Schutzvorrichwngen absehen, bis ehra« wirklich gutes erfunden fei.
Stadt: Wallenfels und Oberbürgermeister M e c it n: find ebenfalls dafür, daß man warten solle, bis etwas gutes erfunden sei.
Stadtv. Tr. Hab er körn ist der Ansicht, daß das, was wir haben, nicht genüge. Die Schutzvorrichtungen müßten möglichst unter den Puffern angebracht fein. Sie müßten hängen, baß sie nicht schleifen, und abnehmbar fein.
Stadw. Krumm hält für den besten Schutz nüchternes, solides Personal, das keine zu lange Arbeitszeit habe, und meint, durch das allzu viele Klingeln werde das Publikum abgestumpft.
Direktor St ölte bemerkt dazu, auß die Verwaltung sehe daraus, baß nicht unnötig geklingelt werde, aber darüber könne "stets nur "der Wagenführer eulscheiden.
Die Stadtv. Löber, Wallenfels, Tr. Haberkorn und Heichelheim wollen von einer Beschränkung des Klingelns nichts wissen.
Stadw. Dr. Ebel ermahnt dick Eltern, ihre Kinder immer wieder daraus "hinzuweisen, daß sie nicht vor der Straßenbahn berfauten. 'Auch die Schutzleute Follten in dieser Hinsicht auf die Passanten gegebenenfalls einwirke::.
Stadw. H a b e n i ch t regt noch an, bei der Garnisonverwaltung vorstellig zu werden, daß der gefährliche Kaserneneingang in der Grünberger Straße verlegt werde.
Die Fuhrleistungen
sind im vergangenen Jahr zum erstenmal öffentlich ausgeschrieben gewesen. Für dieses Jahr schlägt die Baudeputation vor, daß sie den seitherigen Unternehmern zu denselben Preisen — bloß den Einspänner für 13 statt seither 15 Mk. täglich — vergeben werden. Eine Anzahl Fuhrunternehmer bittet schriftlich um öffentliche Ausschreibung.
In der ausgedehnten Besprechung hierüber bittet der Stadtv. Löber für möglichste Berücksichtigung der früheren Fuhrleute, während Stadtv. Krumm für öffentliche Ausschreibung ist. Stadtbaumeister Braubach, der Vorsitzende, die Stadtv. Helfrich, Petri, Wallenfels und Beig. E m m e l i u s sprechen für die freihändige Vergebung.
Die öffentliche Ausschreibung wird gegen sechs Stimmen ab» gelehnt und der Antrag der Baudeputation auf freihändige Vergebung angenommen mit dem Zusatz, daß die Unternehmer die bisherigen Unterakkordeure in demselben Umfang wie seither beschäftigen müssen.
Verschiedenes.
Für die Herstellung der bisherigen Maschinistenwohnung im Schlachthaus werden 1100 Mk. bewilligt.
Der Anwag der Stadtv. Vetters, Krumm und Ö r b i g , das Standesamt zu veranlassen, die zur Erwerbung der hessischen Staatsangehörigkeit erforderlichen Geburts- und Trauurkunden unentgeltlich auszufertigen, sowie ebenfalls die Aufenthaltsbeschei- nigungen zu diesem Zweck ohne Gebühren durch das Polizeiamt auszustellen, ist nach Mitteilung des Beig. Keller gesetzlich zulässig und durchführbar. Nach kurzer Befürwortung durch Stadtv. Vetters wird der Antrag mit der Maßgabe angenommen, daß die Gebührenbefreiung nur für die bis zu 2600 Mk. versteuerten Personen eingesührt wird.
Der Bebauungsplan für das von derBaugenossen- schäft an der Licher Straße zu bebauende Gelände wird aber» maL< a n Hand der Pläne besprock-cn. Es wird schließlich beschlossen, den Bebauungsplan endgültig in der am nächsten Donnerstag stattfindenden Sitzung sestzustellen.
In dieser Sitzung sollen der städtische Voranschlag und im übrigen nur eilige Gegenstände beraten werden.
Gichcncr Strafkammer.
Gießen, 27. Februar.
Kindesraub.
In dem ruhigen Törfchen Ilbenstadt bei Friedberg trug sich an: Morgen des Reichstagswahltages ein seltsames Schauspiel zu, das das ganze Dors in Ausregung brachte. Der achtjährige P. CH. wurde auf dem Wege zur Frühmesse an der Kirche ergriffen und entführt. Dieser Tat angefiagt sind die Eheleute R. E. F- aus Berlin. Sie hatten sich im Dunkel der Kirche versteckt gehalten. Als der Junge die Kirche betrat, faßte ihn der Ehemann an der Hand und eilte mit ihm in der Richtung nach Burg-Gräfenrod davon. Die Ehefrau, die ihrem Manne bei Ausführung der Tat behilflich war, folgte nach. Ter Anschlag schlug indessen fehl; es gelang, die beiden einzuholen und den Knaben zurückzubringen. Tie Angeklagten sind im wesentlichen geständig. Mil Tränen in den Augen schilderten sie heute ihre Erlebnisse mit dem Jungen. Er war bis vor kurzem ihr Pflegesohn. Sie hatten ihn, damals noch in Frankfurt a. M. wohnhaft, als Knäblein von einigen Wochen auf ein Angebot in der Zeitung in Pflege genommen. 800 Mark waren ihnen gezahlt und alle Rechte an dem Kinde abgetreten worden. Etwa sieben Jahre erfreuten sie sich seines ungestörten Besitzes, bis der Pfarrer an dem Wohnort der Kindesmutter von seinem Mein erfuhr. Er setzte sich, getrieben von der Sorge für die religiöse Erziehung des Kindes, mit einem Verwandten der Mutter in Ilbenstadt in Verbindung. Dieser betrieb bann mit allem Eifer die Herausgabe des Kindes, Er ftrengte Klage an und erwirkte die Herausgabe.
Tie AngeTlagten erklärten nun bald, sich diesem C-fcbot fugen und den ihr oben dem Verwandten überlasse:: zu wollen, bald setzten sie dem Widenstand entgegen. Schließlich gelang es, den Knaben nach Ilbenstadt zu überführen. Nun hielt eS die 9bi* geklagten nicht länger in Berlin Sie siedelten nach Friedberg über, wo sie unangemeldet wohnten. Von hier unternahmen sie häufig Streifzüge nach Ilbenstadt, die den Zweck hatten, sich des Jungen zu bemächtigen. So wurde der Angeklagte einmal mit einem Fahrrad gesehen, daS zwischen Lenlstange und Sattel eine Sitzvorrichtung hatte Tie heutige Verhandlung endigte mit der Vertagung der Sache auf nächsten Frettag zur Beiladung der Kindesmutter, da es dem Gericht von Wichtigkeit schien, diese vor der Urteildfällung zu hören
Gute Tage
machte sich aus Kosten des Gastwirts A. K. in Friedberg bet vorbestrafte Schweizer F St. Er schwinbelte ben: K. vor, ber Oberschweizer Ech., der ben: K. bekannt war, würbe für alles aufkommen Er bestärkte ihn burrf) Karten in diesen: Glauben, die er mit ben: Namen des Sch. unterschrieben an ihn sandte. K. verköstigte über 14 Tage den Angeklagten. Wegen Urkunden fälschung und Betrugs lautete bas Urteil aus eine Gefängnis - strafe von sechs Monaten. Drei Wochen UntnsuchungS- haft wurden angerechnet.
Diebstahl im wiederholten Rückfalle.
Der Taglöhner H. H. in Gieße::, ber wegen Diebstahls mehrfach vorbestraft ist, stahl bei einem Tachdeckermeisier neun Taschentücher, die sich unter anberer Wäsche auf einem Dachboben befanden. Als rückfälliger Dieb erhielt er eine Gefängnisstrafe von drei Monaten.
Die polizeilichen Vorschriften
bei Viehseuchen sollen ber Hanbelsrnann G. St. in Berftabt und der Kaufmann Sch. daselbst verletzt haben. Sie hatten entgegen der Vorschrift unterlassen, in ihren verseuchten Gehöften ihre Hunde festzulegen, und waren deshalb von Großh. Schöffengericht Hungen bestraft worden. Ihre Berufungen hatten Erfolg. St. wurde von Strafe und Kosten freigesprochen, da sich ergab, daß es sich um eine Hosreite handelt, die verschlossen gehalten wird, so daß eine Gefährdung ausgeschlossen erscheint. Sch. wurde lediglich mit einer Geldstrafe belegt, ba nach Lage ber Verhältnisse ber Hunb bic Möglichkeit hatte, bic Hosreite zu verlassen.
msdtc.
Ic. Wiesbaden, 29. Jebr. Heu» :inb StrohINarkt Angefahren waren 22 Wagen mit Heu und Stroh. Alan notierte; He u 8.40—lu.4O DU., Stroh lRuhtflroh) 5.60—6.40 —
F i' u d) t m a r f t. Hafer 21.60—22.40 Mk. Alles ftir 100 Kilo.
kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag, den 3. März, ReminiScere: Sottcrdienft.
3n der Stadtkirche.
Vormittags 91/, Uhr: Professor D. Schian.
Vormittags 11 Uhr: Kmderkirche für die MatthänSgemeinbe.
Pfarrasfistent S ch o r l e m m e r.
Abends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Malthänsgeineinde.
Dienstag, den 5. Atärz, nachmittags 4 Uhr, im Matthäus- faal: Fraueinniffionsverein.
Alittwoch, den 6. März, abends S Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der AiarknSgeineinde.
Nächstkünftigen Sonntag. den 10. März findet im Abend- gottesdienst Beichte und heiliges Slbeitbmaljl für Matthäus- und Markusgemeinde statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
3n der Zohannerkirche.
Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Bechtolsheime r.
Vormittags 11 Uhr: Kmderktrche für die Lukasgemeinde.
Pfarrer B e ch t o l S h e i m e r.
9lbenb§ 6 Uhr: Pfarrer AuSfeld.
Beichte und heiliges Abendnmhl für die Lukas- und Johannes» gemembe. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Abends 77, Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend ber Lukas- und Johannesgemeinbe.
Aiiltwoch, den 6. A.ärz, abends 6 Uhr:
3. P a s s i o nS a n b ach t.
Pfarrer Bechtolsheime r.
Donnerstag, den 7. März, abends 77, Uhr: Vereinigung bei konfirmierten wetdlichen Jugend der Johannesgememde.
Samstag, den 9. März, abends 6 Uhr: Btbelkränzchen für Schüler höherer Lehranstalten.
Uatholische Gemeinde.
Eottesdienst.
SamStag, den 2. März:
Nachmittags un: 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Sonntag, den 3. März, 2. Fasten-Sonntag: Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
r um 7 Uhr: Die erste heil. Atesfe.
, um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
„ um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
, um 11 Uhr Heil. 'Messe mit Predigt.
Nachmittags um 57. Uhr: Christenlehre, darauf Pafsions-Anbachl.
Abends un: 8 Uhr: Tas Leben Jesu in Wort und Bild.
Tienstag und Freitag abend um 61/, Uhr ist Fasten-Andacht
Meteorologische Beobachtungen der Station Eiehen.
Febr.
Wetter
. c o
S
Höchste Temperatur am 28. bis 29. Februar --- + 15,5 ® C.
Niedrigste „ , 28. , 29. , => -f- 3,10 C.
Niederschlag: 2,0 mm.
29.
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