Ausgabe 
16.8.1912 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

tt. 192

162 Jahrgang

Lrfchemt täglich mit Ausnahme des Sonntag!.

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solch

Wt mitBundeskollegen" denn doch nicht auf. Selbstverständlich k, daß er bei einem Tiner, zu dem der bayerische Ministerpräsident

i'flkft qclaben ist, sich nicht anders als mit der vollen Liebens

Giessen^

BahnhohtrJ^,

LieGießener Zamilienblätter" werden dem ^Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da- Xreisblatt fir den Krtis -letzen" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Lett- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

herzliches Verhältnis zwisckfen dem Reichskat,zlcr und den t nzÄstaatlichcn Ministern bestehen möchte, wie zwischen ihm tnb Herrn v. HerUing Klerikale Blatter fügten hinzu. . r;j war es in den Iunitagcn, und so ist es noch heute." Ißßjtser schönen Anekdote treten dieMünch. Reuest. Nachr.", »bitscheinend auf Grund von Informationen im Reiclsskanz- Mramt, mit Entschiedenheit entgegen mit dem Bemerken, l|rfc es sich um eine tendenziös zurechtgestutzte Kombination jirble DenMünch. Reuest. Rachr." wird aus Berlin

-schrieben:

Sogemütlich" fasst der Reichskanzler sein Amt und den Um-

politische Tagesschau.

Bethmann Hollweg und Frhr. v Hertting.

Klerikale Blätter haben mit Behagen eine rührende Ge- ?le erzählt, wie herzlich der bayerische Ministerpräsident einem letzten Besuch in Berlin vom Reichskanzler emp-

Redaktion, Expedition und Tnicferti: Schul­strotze 7. Expeduwn und Verlag: Redaknon:«-^S 112. LeU-Adru ^UizeigerGieben.

behaftet,wellbemtha I ewige Jucken Tag nPil veinigte. In 14 Same Zucker* Patern 1 r zinal-Seife das ll» I feitiflt. Diese Sm M l^iOM-, sondern?"^- j Serg.M."aA^' und 1.50 M. fl Formj. Das» Z«<u J Creme (ä 75 Ps M 3 in der Univeckititt W tvcke, Hirsch Dol^ " Aug. Noll, 6'ntl t< f W. Kilbiogrr, C. t: (s-milllarn, (?rmt S» W. Eckrader, Tro-

zreitag, lb. August 1912

Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Unwersttät» Buch- und Etemdruckerei.

R. Lange, Diesten.

,Ich war am reibens:

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rqen worden sei, der auf die humorvolle Bemerkung des ,17 v. Hertling:Diese Verstimmung ist au ertragen," fuDenb erwidert habe, er wünschte mir, daß stets ein so. I,

Samstag, 17. iu#lr Kommer* imkert: ~ »Zur Stadt Ml Sonntag, 18. Augri AuHflug nach der r Aussicht. Ter tun

war, das; nicht sehr viele früher ebenfalls nichts anderer als die Facharbeit kannten und darüber hinaus nur noch das Kannegießern, und Kartenspielen. Aber daß es früher so war, ist keine Ent- schuldigiing, und vor allem ist es kein Grund dafür, daß es heute noch so ist und so bleiben soll. Tenn in jenem einfacheren Leben, das früher verhältnismäßig leicht einen Wissenden zum Polyhistor werden ließ, war prozcntmäßig der Anteil am Gesamtwissen nicht gar so schlecht, selbst wenn weitere Kreise nur ihr Handwerk unb liefen und Schreiben konnten. Heute indes, bei dem reicheren Wissen, bei der ungebundenen Kulturverbreitung, wäre es ein bedenklicher Rückschritt, wenn immer noch viele nur Fachmen selten geblieben sind. Wenn heute in gleicher Weise der Durchschnitts­mensch sich außerhalb des Bernis Scheuklappen anlegte, so wäre er verhältnismäßig weit ungebildeter als die Borfahren. Deshalb muß heute gefordert werden, daß man die Scheuklappen bewußt er­maßen abtut. . . Ein bemerkenswerter Zug ist es auch, daß wir in moralischen Fragen Scheuklappen tragen. Alles aus einem Punkte ansehen, alles nach sich selbst beurteilen, so hübsche Kaffeekränzchen-Ethik treiben, steht das nicht noch üppig in Blüte? So recht pharisäerhaft das, was der andere anders macht als wir selbst, verdammen und im Kampf der Ideale immer nur die eigenen Ideale sehen wollen, ohne sich ehrlich.' Mühe zu geben, auch die andern zu verstehen, das nenne ich verderbliches Scheue llappentragen. Cb das ein Frömmler ist, der schon beim Anblick tincr ireifleiftigen Schrift sich entrüstet, oder ob das ein Ber- tlendungsiheoretiker ist, der schon beim bloßen Anblick eines Arbeitgebers Zornesadern bekommt, das ist natürlich im Grunde dasselbe Wenn man selber ein Gent ist und den andern nur und ganz allein nach der äußern Erscheinung beurteilt, so ist da- ebenso einseitig und pharisäisch, wie wenn der Monist jedes «unuroerf verurteilt, wo von Gott geredet wird, und wenn ein Parteigänger noch so schlechte Machiverke verherrlicht, sobald sie nur seine Ideen vertreten. Die Beurteilung des sittlichen allein ober ganz vorwiegend aus dem serualethischen Gebiet, das ist auch so ein wunder Punkt des Scheu klapven-Menschentums. Ist da mal ein Mädchen, das ohne priesterlichen Segen Mutter ist, io blickt alle Welt geradeaus nur auf diesen einen, als unsittlich

.pellen Punkt, und eben ein noch so wert­

volles, vollkommenes Geschöpf wäre, lieberbaupt das Greifbare, Brutale, das, was klar und deutlich Menschen rubriziert, das wird zum alleinigen Kriterium der sittlichen Beurteilung gemacht. Gemeine Gesinnung aber, die am Slra-gesetz und am Zuchthaus nur eben noch mit dem Aermel Dotbeifrreift, alle feineren Unter­scheidungen existieren nicht für den Durchschnitts-Scheuklappen^ Menschen."

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1 uiteniraflc liegt aber nicht sozusagen eineeigene Ange 1 r : l vor, sondern >1'1- :h' i i

Gelegenheit, die vor dem Forum des Bundesrates und nur dort < triflfmäh und ohne Sentiments unb Rachtischsttmmun i zu er I jigen ist Richtig ist allerdings, daß Frhr. v. H e r t 1 i n g es

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhejjen

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betraf rin weiterer Antrag diesogenannte > chl ecdt e Press r", der in umiangieichen Ausiud un en > e en die udub.n?», liidin , Autoritärs und staatsteindlichen Zeitungen, lowie gegen die sogenannten farblosen Zeitungen poleminert und von den Mall.olikn die Förderung der katdoniä en TageSprene verlangt. Den staatlichen und kommunalen Behörden wird nadegelegt, die faiholi'd Presse bet der Zuteilung von Anzeigen unb lieber mittilunfl allgemein interessierender Radnicdten edemalis zu be- IU In'^dcr vierten unb le 0t en öffentlichen Haupt- Versammlung sprach Landtagsabgeordneter^nmnonallebrer 3 t a n g Würzburg über denBomsaziusverein", Pater ^o- b au» i Molni überAtheismus unb soziale Gefahr zer «er­trag des Pater Eohausi, einesleibhaftigen Jesuit en , roic öS in der Ankündigung hieß, löste einen losenden Beuall unb eine Begeisterung aus, rote sie seit Jahren auf dem xeutfthm Katholiken­tag nicht mehr beobachtet wurden

Ter Präsident des Katholikentages, Landtagsabgeorvneter Schmitt, feierte in seinem Scbluszwort Windtbont als den 3d öpfer der Einigkeit der deutschen Katholiken unb gab dann einen kurzen Rückblick über den Berlaiis der Lagung. LrnneS verschiedene unzutreffende Behauptungen zurück, bie binnchtlich ber Aufnahme einzelner Borträge laut geworben waren unb be- beruhe, daß. sobald auf der Rednertribüne ein Ion angeichlagen werde, er in den gleichgesinnten Herzen aller Zuhörer wider klinge. Nachträglich betonte der Präsident den festen Zusammenhang zwi- schcn Volk und dem Episkopat unb sprach allen, die sich um Die diecfahrige Tagung verdient gemacht haben, den Tank der Katho­liken aus. , .....

Mit der Miingung des LiedesGroßer Gott wir loben dich wurde der 59. Katholikentag geschlossen

Tfr L'beralikmur in Schleßwiq'Ho'.tzein.

Die Besprechungen der schlestmg-bolstetiiisct^cn Ratio tmllibcralen, die am letzten Sonntag mit den rechtsstehend n Parteien sowie mit den Fortschrittlern stattgefunden hatten, haben zu keinem Ergebnis geführt lieber die Verhand­lungen berichtet dieKieler Ztg." noch folgende Einzel­heiten :

Der gemeinsame Ausschuß der beiden Parteien hat am Samstag in Kiel eine Besprechung abgebalten und die Aus fdmiie der beiden Parteien hatten sich mit den Vorschlägen ein­verstanden erklärt Tie Fortschrittliche Volksp artet halte die Kreise Kiel, Altona, Pinneberg. 5übcrbitbmari(ben, Steinburg unb Rendsburg als ihr Kampfseid beansprucht. Der Kreis Flensburg sollte also von der Volkspartei ausgegeben mer den. Im Anschluß an die Besprechungen des Samstags bat dann am Sonntag der Provinzialausschuß der national liberalen Partei getagt, der zunächst über die Vorschläge des Ausschusses behüben sollte Tiefem Ausschuß mürben aber nicht nur Vorschläge über Eiiugungsverhanblungen mit der Fortschritt heben Volksvartei vorgelegt, sondern ihm lag auch ein Verständi- gungSangebot der Konservativen und Freikonservativen, bie mit dem Bund der Landwirte eine Ükrcmbaning schon getroffen haben, vor. Wir haben in dem Angebot ber Rechts­parteien an die Nationalliberalen einen nicht ungeschickten Schachzug zu crblirfcn, der daraus hinzielte, die Verständigungs- Verhandlungen mit der Fortschrittlichen Volksvartei zu burdp queren. Ter nationalliberale Provinzialausschuß befand sich nidit in einer sehr leichten Situation. Die städtischen Parteiorgani­sationen sind ohne weiteres geneigt, mit der Fortschrittlichen Volkspartei ein Wahlabkommen zu schließen. Dagegen neigen die ländlichen Parteiorganisationen stark nach rechts hin. Es standen sich also zwei Richtungen gegenüber, von denen aber keine einen entscheidenden Sieg errungen hat."

Kausmann in Trennno, zu sich genommen batte, träumte bieier mir davon, nach Mailand zurückzukehren, unb er war so lebhaft von diesem Gedanken erfüllt, daß ihm im Traum ein Greis er schien, der ihm sagte:Gehe in den Keller deines Bruders: in der einen Ecke wirst du einen halben ftrug mit Goldmünzen »er graben finden". Am Morgen erinnerte sich ber Knabe seines Traumes, stieg in den Steller hinab und fand an der bezeichneten Stelle ben verheißenen Schatz. Im Ueberschwange seines Glücks vertraute er sich einem älteren Kameraden an, der ihm vorschlug, sic wollten alle beide nach Mailand entfliehen, und meinte, da er der Aeltere und Eriahrencre wäre, wollte er den Schatz in Verwahrung nehmen. Tic beiden Jungen machten sich auf den Weg: nach vielen Stunden der Wanderschaft suchten sie erschöpft eine Unter fünf t auf dem Boden in einer Scheune: aber als am Morgen der kleine Giovanni erwachte, sah er sich allein: der Freund war versdiwunden unb mit ihm der Schatz. Drei lange Rächte blieb ber Knabe an diesem Ort, dis er sich, von iurthi barem Hunger gequält, völlig ersdwpst an die Cefmung des Heu­bodens schleppte. Infolge seiner Bewegung lösten fid) ein paar Bröckel von ber Wand, unb etwas Heu siel herab, und dieses Ge räui'di machte einen Hirten aufmerksam, der herbeieilte und auf dem Boden den Knaben in tiefer Ohnmacht fand. Rur nach langen Müden gelang cs, ibn ins Leben zurückzurufen und seine Gesund- heit wieder derzustcllen: ber Knabe wurde darauf zu dem Ver­wandten zurückgebradst, ber ihm nun endlich seinen Herzenswunsch erfüllte und ibn nach Mailand ziehen ließ.

Deutsche Musik in England. Ein Mitarbeiter berMusical Times" bat sich der nicht geringen Mühe unter- ;ogcn, sämtliche Programme der bisher in England angekündigten Konzerte unb Aufführungen zu analysieren. Dabei ieiqt sich, welche Bedeutung die deutsche Musik entnimmt; Wagners Name raucht nicht weniger als 109 mal auf, Beethoven 39 mal und Mozart 28 mal. Es folgen Tschaikowsky 26-, Saint Säens 18-, Bach 16-, Brahms und Liszt je 14, Weber 13, Elgar, Mendelssohn, Berlioz und Dvorak 12- und Händel 10 mal. xicic Komponisten beanspruchen für sich mehr als die Hälfte aller Aufführungen. Sämtliche englischen Musiker zusammen erreichen nur die Zahl 80, kaum 12,34 Proz. des gesamten Konzertrepertoires.

DenScheuklappenmenschen" mit seiner Ein- scüigkeit im Berni und seiner Engherzigkeit in moralischen Dingen verspottet bvK ölniscde Zeitun g": ^,,Das schlrmmste Scheu Noppenlum herrscht im täglichen Leben. Der Rur-Fachmann, der so gern fachsimpelt, mit Tarnen und Berufsfremden nicht mehr zu Dcdebrcn weiß, ist stark an Zahl und sehr verbreitet. Hier muß die neue Entwicklung cinsetzen, wenn sie weite Kreise vor der Ver­ödung schützen will. Ich will nicht sagen, daß es früher besser

.. - Der Schatz des jungen Segantini. Aus den Ahbertagcn Giovanni Segantims, des berühmten^lei. Dachgebirgea, erzählte seine Tochter Bianca in einem Vortrage, ber in den Annales des Sciences Psychiques iDtcbergegcbcn virb, äillL merkwürdige Episode. Als den Knaben ein Verwandter, ein

t bem Fürsten, als er nod) Grat war, beim Ankauf eines.Pelzes 4 die Bemerkung:Meister, das ist zu teuer, Sie scherzen wohl", historisch gewordene Antwort gab: ,Lns Geschäft nie". Auch «r v. Bethmann Hollwegscherzt nicht ins Geschäft" . . .

Schutz der 2lrbeitöwilligen.

Wie uns aus Dresden geschrieben wird, beftätiflt sich ||e Nachricht, daß Sachsen i in Bundes rate die Schas- Hng gesetzlicher Mast nah weit zum Schutze von Arbeitswilli- ii fordern wird. Dieser Plan wirb von Bayern, Württem^ I .Tfl und Hamburg unterstützt. Es darf als ausgeschlossen eiten, daß Preußen in dieser Frage Widerstand leisten Ioirb, da es sich um keine Ausnahmegesetzgebnuy, sondern I m eine Arbeiterschutzgesetzgebung bei dem sächsischen An- I ape handeln solle. Von einem Angriffe auf die Koalitions» I eil)eit könne keine Rede sein. Wer nicht mehr arbeiten I ill, kann streiken, ein Streik soll nicht verwehrt werden, ker aber nicht mitstrciken will, dem soll die Möglichkeit ge- I chen werden, weiter zu arbeiten, er soll unter dem Schutze ließ Staates gegen den Terrorismus sozialdemokratischer I fbergrifie geschützt werden Ter Arbeiter, der zum Streik 1" MDUngen wirb, ist lein freier Mensch mehr. Die Sozial- inokratie wirb halb erkennen, daß der gewünschte Schutz cveitswilliger und das Verbot des Streikposteustehens in erbindung mit Aufreizung die Kvalittonsfreiheit nicht an- iftcn wird.

iVersid)erungen der Zuverlässigkeit in der Pflege tBeziehungen zum Reich" bei seinen wiederholten Besuchen i n m n er Wetse hat fehlen lassen. Und daß Frhr. v. trtling eS damit ernst meint, innerhalb seiner Weltanschauung, ivn zu zweiseln liegt kein Anlaß vor. Auch schon die Fonnen, '-ir für den Verkehr zwischen Reichskanzler und ben Ministern ftinbi -ritaatin gegeben und mit peinlid)er Sorgfalt beobachtet -leisten, hätten verboten, der Bestimmtheit und Lebhaftigkeit ber grtMrnnigcn des Frhrn o. Hertling einen persönlichen Zweifel ,i1;egenzuseken. Die letzte Entschließung des Bundesrates in liter Angelegenheit ging bahin nach Aufhebung des § 2 des kesuitengejetzes, devetwegen die klerikale Beweisführung jetzt das inige Gesetz zu einer lex imperfecta, zu einem inhaltslosen I* dnrd löcherten Gesetz machen möchte im Jahre 1904, In. die Zulassung von Niederlassungen deS Drdens der Gesell-

W Jesu nicht angängig und nicht möglich ist". Eine sold)e «chtslage unb die ^Iterierung einer solchen Rechtslage burd) lbi»^l staatliche Eigenmächtig len eil wirb der Reichskanzler nicht itt Scherzen bei Tifd) erledigen. Fürst Bismarck pflegte gern it Wort bes alten '-Berliner Kürschnermeisters Herpidr zu zitieren.

Deutscher Katljolitcntag.

~ Aachen, 15. Aug.

5. Tag.

In ber heutigen fünften unb letzten g e s chl o s s e n e n Haupt­versammlung führte ber erste Vizepräsident Gras Henkel von Donnersmarck ben Vorsitz. Im Mittelpunkt der Verhand hingen stand

die Schul frage, wozu die Versammlung ohne Aussprache eine Reihe von For­derungen annahm, die im wesentlichen im folgenden gipfeln: 1 Die katholische Kirche muß, abgesehen von dem Recht ber Erteilung bes Religionsunterrichts unb der Ucbenvadiunq des selben, ben Einfluß auf bas Schul unb Erziehungswesen erhalten, dessen sie zur Erfüllung ihres Auftrages, bie Völker zu lehren unb ui enieben, bedarf: dieses Recht muß burd) eine entspredrende Teilnahme an der Schulaufsicht gesetzlich gewährleistet werben. 2. Es ist Pflidtt aller Kreise ber katholisd^n Bevölkerung, für bi'- Einrichttmg und Fvrberung konfessioneller Schulen und Anstalten einzutreten. 3. Eltern, Lehrmeister, Arbeitgeber usw., welche für die Erziehung der Jugend zu sorgen haben, bürsen mir folde Unterrichts- und Erziehungsanstalten wählen, roeldr eine r ligiöse Erziehung im katholisch-kirchlichen Sinne gewährleisten. 4. Gemeinde- unb Sdmlvenoattuugsorgane dürfen nur mit solchen Männern besetzt werden, welche die Anwendung unb Aufrecht erhol tu na von konfessionellen Schuleinrichtnngen, sowie deren För- bening verbürgen. 5. Die Vorbildung der katholischen Lehrer und Lehrerinnen muß in Seminaren erfolgen, roefdw in katlw lifdxm Geiste geleitet werden. 6. Ter Anschluß möglichst aller katholischen Lehrer und Lehrerinnen an die bereits machtvoll ent wickelten Verbände- katholischer Lehrer und Lehrerimten ist bringend zu ivünscheu. 7. Die Tagespresse soll mehrmals bisher allgemein, fortgesetzt unb planmäßig die Schulfrage im Sinne ber vorstehenben Leitsätze bcbanbeln, um ber Bevölkerung zum Bewußtsein zu bringen, daß bie Schulfrage eine bedeutsame Gewissenssache ist und jeber die Pflicht hat, das Interesse für bie Schule zu be- funben. «s. Die allgemeine Einführung der im Jahre 1911 in Mam; beschlossenen Organisation der Katholiken Deutschlands für Verteidigung der christlichen Sdwle und Erziehung ist dringend zu empfehlen

Ferner gelangten verschiedene Anträge zur Annahme, tn wel­chen ber engere Zusammenschluß der akademisch gebildeten Katho lifen, sonne bie Unterstützung des Hilbegarbis-Vereins für fatho jische ftubicrenbc Frauen empfohlen wird. Im Zusammenhang mit einem Antrag, welcher die Rotwenbigkeit der Verbreitung guter Lektüre betont, worüber Generalsekretär B r a n n beridnete,

| l I U I null, UIVHV ' 1 " 14 ' .......

I 'Laute Bul'nenarbeit. Das Stück beginnt am 9h'ujahr;.abqib, I fetivhün Baird ist in sehr pessimistischer Stimmung: er tu zwar Eigentümer der Sky Rocket Mine in Arizona, aber das Bergwerk I at ihm so wenig Geld eingebracht, datz ein Sr-Eentttuck Kitt I uuigeb bares Geld ist. Seine Freunde von Wall Street kommen, j rot ihn zu einer fröhlichen Neuiahrsgesellfchaft nntjunehmat: abn

<r melancholische Baird lehnt ab; sein^nnn ist mdN a»t heitere I Ocjeüidaaft gestellt Ta erscheint fein ^xfndial in Gestalt eines I -cwissen Mr Jackson Ive cm Abentcurer, em,val|eher, der titebhan 'Baird als Werkzeug benutzen will. Er überreicht ihm I Itiricnb Hnndertdollamoteii. und Stephan wird von Lantvarteu I ch-rwältig: Jetzt erst en'ährt er von ,>ves, bau biete oten I l,fälscht sindIch wage es mdU, sie audutgeben. ,,^>cnn -il gft Geld haben, brauchen Sie sie nidu auszugeben: uni^ie nm inra zeigen Sie sie. Unb der Rat des Meplnno bewirkt Wunklr airb Mit die Roten nod» zweifelnd in brr Hand, als die Freunde iji-öcrfchreii Das Staunen ist groß:Kinder, bte ^In^Hodct» Mini» eine Goldader". Alle bestürmten Stephan, ihnen doch towrt iTib auf ber Stelle Aktien zu verkaufen In 20 Minuten beiitzt I ^tcphan Baird, der Mann mit den 25 Cent, 40 000 Dollars.

Vr kann gar nicht genug Aktien aufbringen Im nachlten ltt henübt sid' ''Vurb, bie Freunde doch zur Rücknahme der Lckxcks Si bewegen aber feiner will fern Geld HerausHabe,,. icber will zehr Akiien. Unb nun treten Momente banger Lpannung in he geiftreid) aufgebaute Handlung, die Detektivs, und aut ben ! 3euren des Fälschers Ives. Wird ber gute Stephan Batrd m die Affäre verstrickt werben? Aber es geht alles gut aus, Stzhban kommt mit heiler Haut davon unb erringtjogar nod» das lUbdjcn feiner Liebe. Das ..Bargeld", wenn auch g na licht, hat itrrdi eigene Kraft feine Wirkung getan, und w ichlicui öictc bijiigc Satire auf modernesSpekulantentmn zur Zusnedcnheit des ?irbliknms in voller Harmonie.

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Deutsche Kolonien.

Löwenplagc in Südmest. Eine rapide Ver­mehrung ber Löwen hat sich als eine Gefahr für das Wild, besonders die Zebras im Bezirke Lutjo, der südöstlich der bekannten Ltavi-Minen liegt, bemerkbar gemacht. Die Raubtiere schäbigen ben Viehbesitz bes Bezirkes erheblich. Aus einer Farm würben im Lause bes Jahres vier Löwen erlegt. In ber letzten Zeit würben in verschiebenen Gegen­den 10 Rinber unb zwei Pserbe von Lön>en getötet. Es cheint also, baß unter ben Raubtieren unseres Schutz­gebietes der Löwe häufiger vertreten ist als gemeinhin angenommen wirb. Unter biesen Umständen ist es nötig, Viehwächter unb Wagenführer zum Schutze bes Viel)- beftanbes mit Schußwaffen zu versehen.

£utth*bin<ihrt.

Tie Welt der Flieger in Zahlen.

Fast jeden Tag berichten bie Zeitungen von einem Flug- Unfälle, bei dem ein Flieger schwer verletzt ober gar getötet worben ist. Zu biesem Thema ergreift Rolanb GarroS, einer ber bekanntesten unb erfolgreichsten französischen Flieger, ber unter tinberem längere Zeit hinburch den Höhenrekord innehatte, im neuesten Heft vonJe sais tout" das Wort, indem er einen Ueberblick über die Anzahl ber Flieger in den verschiedenen Ländern und die Häufigkeit der Unfälle gibt, wobei deren Ursachen auch gestreift werden. Gegenwärtig steht Frankreich, was die Anzahl der Flieger angeht (bie Zahlen beziehen sich ans ben .31. März dieses Jahres, mit 819 Fliegern an der Spitze. Es hält auch ben traurigen Rekorb ber meisten Opfer ber Lust- schissahrt, nämlich 53 Getötete, unter denen sich 25 Offi­ziere unb zwei Frauen befanben. Um bie gleiche Zeit hatte nach ben Angaben von Garros Deutschlanb 135 Flieger, bie bas Führerzeugnis erworben hatten. Die An­zahl'seiner getöteten Flieger betrug 33, unb barunter waren 8 Offiziere. England steht mit 196 Fliegern und 12 töd­lich Verunglückten in ber Liste; an getöteten Offizieren ist darunter nur einer, ebenso eine Frau. Belgien wird mit 48 Fliegern unb 5 tödlich Verunglückten aufgeführt, Rußland mit 97 Fliegern unb 12 löblich Abgestürzten, unter denen drei Offiziere und eine Frau sind. Italien verfügte über 106 Flieger und hau pfer des Flug-

Kttnft, wisse,.schalt und Leben.

Londoner Theater: A n f ta kl d c r S a i so n. Aus I o n b o n wird uns geschrieben: Im Reuen Theater hat nun I c erste Uraufführung der Saison stattgefunden, und es | ar ein amerikanischer SchriitsteUer, der mit Kiner amerv nnschen Komödie das Londoner Publikum eroberte^ ^err tarne» Montgomerys, das den lakonischen -titelBar- elb" führt, erwies sich als lustige, nnrksamc und gciducft au!»