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13.7.1912 Erstes Blatt
 
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Samstag, 15. Juli 1912

162. Jahrgang

Erstes Blatt

Ur. 163

Vernq^vreiA:

r «letzener Anzeige, /£> 2^ TSf Q m

E Eichener Anzeiger

I erufprech.Anschlüße: p

monatlich 75'.,Diertel-

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anSwäri« 2U iMenntq.

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(05806 Biere aus dem . DenninghA iternehmen gütigst lch zsvoll ßanggöni.

Politische Wochenschau.

Gießen, 13. Juli.

Pas Ergebnis von Baltijch-Port.

Von cingewcibtcr Seite wird herTagt. !)hinb)d)." über daL Ergebnis von Ballisck-'Pvrt milgeteitt, bau in BalMch-Porl bc schloßen würde, rege (mäßig in ctroa anDertljalbjäijtiger d'Olge solche dem Gedankenaustausch dienende L e i u ch e zu wiederholen Betreffend den türkisch-italienischen Krieg ergab im Zusammentunst: ytutlanb hegt keinen agressrvcn Plan gegen die Türkei, Teutschland wird stark,genug (an, ebem falls in diesem Sinne aus seinen Bundesgenosseil, dem Rußland immer noch wenig vertraut, zu wirken. Rußland wird gegenüber den ihm nahestehenden Völkern die bisherige Politik der Zügelung sorrsetzen. Die Inseln soll die Türkei zurückerhalten.

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Es ist bezeichnend, bay das Gesetz, das dem sck-utze der Minderheiten dienen soll, gerade von den radikalen Repa blikancrn am meisten bekämpfl worden ist, die üon seiner Turck-führung Mairdatsverluite befürchten. Mit dem Wahl spruchFreiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" stimmt das chlecht überein.

Eine neue Krisis ist in der Türker ausgebrochcn. zer Aufstand in Albanien und die dem jungtürttschen Regime abgeneigte Haltung der meisten Offiziere zeigen, daß yre Verhällnisse im Lande noch recht ungeklärt sind und es chiver hallen wird, die hinstchlltch ihrer Abstammung, Kul­tur und Religion recht ungleichartigen Elemente zu einer einheitlichen Staatsauffassung zu erziehen. Der Rücktrrn des Keiegsministcrs Moymned Scizestet Pascha vermehrt noch die Hilslofiglftr der jungtürkstchen Regierung, die doch mit dem Tripoliskrieg gerade gemlg zu tun hatte.

Die hessische V e a m t e u - B c s o l d u n g s v o r - läge hat ihre vorläufige Erledigung gesunden, die den Beamten zwar nicich ganz das gibt, was ihnen die Regie rung zugedacht hatte und die Zweite Kammer auch ge währen wollte. Jnmrcrhin ist der Unterschied so gering, das; er für den einzelnen Beamten nicht wesentlich rn dre Wagschale fällt. Den Lehrern ist es in dieser Hinsicht schlechter gegangen. Sie erhalten zwar die ihnen von der Regierung zugedachten 11 Prozent, aber die darüber hinaus ihnen von der Volksvertretung zugebilligten 4 Prozent mür­ben von der Ersten Kammer gestrichen und statt dessen nmrbc ihnen nur ein Wechsel auf die Zukunft ausgestellt. Bei den Verhandlungen und schließlich auch bei der Ab' stimmung zeigte es (ich, daß die von einem cinhettlichen Willen beseelte Erste Kammer der Volkskammer überlegen war. Dennoch mochten wir nicht von einem siege der Ersten über die Zweite Kammer reden. Einmal ist dre Entscheidung hauptsächlich durch die Haltung der Regn- rung herbeigefuhrt worden und zum anderen hat die Znnile Kannner sich bei ihrem Rachgeben von dem alten Sprich­wort leiten (assen, daß der Sperling in der Hand besser sei als die Taube auf dem Dache. Im nächsten Winter wirb das Feilschen um die Höhe der Beamteugehälter übri­gens von neuem losgehen, da dieorganisclze Reform" der BesoldungSordnung für nächstes Jahr in Aussicht gestellt ist.

9Rit besonderer Freude begrüßen wir die Ausstellung der Bilder von Pro,. Adolf Beyer, dem Vornßenden der freien Vereinigung Darmstädter Kümtler, und von in.au Anna Beye r. Es ist doch eigentlich selbstverständlich, daß bie Stadt der Landesuniversilät an ihrem Teile die junge moderne KunU zu fördern sucht, der unser Landesfurst, in seiner Hauptstadt zu solchem Aufschwung verHolsen hat, daß Darmstadt durch die Künstlerkolonie des Großherzogs mit an der spitze der modernen Bewegung marschiert. Es imro eine Hauptaufgabe unseres jungen Vereines fein, mit dahin zu wirken, baß die ^atnutabter Kunst, wie es in der Baukunst schon geschehen ist, nicht allein iur helnichen Rationallunst werde und das Leben des ganzen Volkes durch­dringe, sondern noch weit über die Grenzen des, Landes hinaus sich ausbreite. Mögen die frischen Licht- und tfarbdtubien des Darmstadter Malerehepaares eine gute Einführung für die mo­derne Malerei unserer Kunsthauptstadt m unterem Vereine |cm. Diese Heimatkunst, wie sie em fränkisches Dorf im sonnentchetn. eine sonnendurchleuchtete Waldwiese unterer Gegenden gibt, wird ihren Weg zu Heimchen Herzen finden, und wer kunstlerlichen Problemen tiefer nachzugehen gewohnt ist, wird Anna Beyers gelbe Tulpen und rote Rofen zu würdigen nnu en. Wir werden im Winter meljr von diesen Künstlern vorzujuhren haoen.

Tie schönen Drucke von Ai axKlingersRadie rangen, die wir in der vergangenen Woche zeigen durften, haben in fo vieleii den Wunsch sofort noch mehr davon zu fehen erregt, daß sich Herr Geheimrat Schmidt bereit gesunden hat, uns weitere! Blatter aus Amor und Psyche, den Rettungen Ovi­di scher Cofer und der Brahmsphantasie für diese Aus-; Heilung zu überlassen. Auch hier hoffen wir, daß Bieter unser Giessener Sammler es uns ermöglichen wird, einmal eine größere Ausstellung zu veranstalten, ckcllcicht in Verbindung mit einem, öffentlichen Vortrag, der in die Probleme Klingericker Kunst umfuhrt.

Am Treppenaufgänge begrüßen uns die prächtigen PI a tat­en t w ü r s e eines jungen Gießener Künstlers, Willy Woelkes, dessen Streben in entern großen dcuttchcn Wettbewerb toebrn ehrenvoll gekrönt worden ist. Es ist täjctde, daß man den Ent­wurf für das Turnfest in Gießen nicht gewählt hat. Man hatte die Kosten nicht fdjeuen dürfen, um etwas de,, er es, als man ausgeführt hat, uno noch dazu etwas einheimifches zu bekommen^ Die feinen buchtechnischen Entwürfe Woelkes, besonders ber nur das Kommersbuch, lassen einen alten Wunsch wieder rege merben:. baß bie neue Kunst etwas mehr die Gebrauchs- und Gefchenk- gegenstände unserer akademischen 3ugenb veredeUi möge Vlod) ist wenig davon zu spüren, jo sehr sich Pazaurek in Stuttgart und in unserem Hessen an ihrem Zeile Rod. Kautz, ch m ^armftadt und der Referent und andere in Gießen darum bemüht haben. Aber auch hier lassen wir die Hoffnung nicht finten und bie Arbeit nicht ruhen. Auch hier wird eine Aufgabe für intfereic Kunstverein liegen» ------- Uiftö ÄattÄ

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adjungen te ße».

attßndende pugenb' ie AiiSschankilellcn getränte »u alsbald tmt dm- ; Herrn Stabtcci.

AoufttgenAbM"n das 6'tnidiutttn t kcinläuicdes^tta' ntbjtraibar_ut_^ igesehes für «ekannttnachlUill

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Der italknijdrtüriiid}e Krieg.

Paris, 12. Juli. Tie in Malta zusammengetretene Kommission, die mit der Untersuchung der Beschlagnahme des französischen DampfersTavignano" durch das italie­nische TorpedobootFukmine" betraut wurde, hat die Mannsämst desTavignano" sowie mehrere Fischer ver­nommen, die Augenzeugen des Vorfalles gewesen waren. Tie Kommission hat sich gestern nach den tunefifchcn Ge­wässern begeben, um an Crt und Stelle auch die llniftanoe

Ä afer-ch

__ ___ politischen Teil: Anemst

sMM General-Anzeiger für Oberhessen

von Anzeige« Hotationsbrutf und Verlag der vrühl'schen Univ.'Vuch- und zieindrnckerei R. Lange. Nedaktion, Expedition und vruckerei: Zchulftrahe 7. Uand-. E.Hcir; für den

L ^?tag»T^ Bübingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Vahnhosstrahe 16a.____________________ siuieigemeii: H. Beck

ber künstlich stumpf gemachte schwarze/Rahmen. Dieser stumpfe Rahmen kehrt noch einmal wieder, sonst finb bie Rahmen golden, aber in den subtilsten Tönungen verschieden. Jmpreßionislifch auf- gefaßt und doch wieder dekorativ zusammen gesehen dieR o i e n in dem feurig farbigen Fayeneetops; dekorativ bie künitlerische Hauptabsicht des Bildes mit dem weibl ich en Profil köpf . Ter Kops Helldunkel vor das leuchtende Gelbrot des Ranken­musters gesetzt, das den Hintergrund belcit, auf gelockert in gelben und kontrastisch gesteigert in hell- unb bunfelblaucii cfieden. xas Dunkelpurpurrot des Haares, ber tiefe Elsenbemton des Ge­sichtes, ber bläulich getonte Spitzeneinsatz des tiefblauen Gewan­des am Halse geben die farbigen Ucberleitungen, auch zwifchen den Lichtkontrast der beiden Bildgründe. Vibrierendes weißes farbefressendes Sonnenlicht aus demRückenakt am Strand e". Stumpfe 'Jtuancen von dem in praller <sonne flirret,den Weist bis zum Gelb des Gewandes unter den Duften. Helldunkelbraun das Haar, stumpf graublau der Schlagschatten. Hellblau das Meer. Vollendetes Freilicht! Gestimmte Bunt­heit schwerer und prickelnder Farben in dem BildeGranat- a p f c l". Heroische Linien und Farbenstllislerung in demDa l b a f t" mit den schwarzen Haaren, dessen Körper sich durch eine leichte Tonnuance so lebendig vom Hintergründe tosloil. -tie lesende Rotblondine" ist wieder auf den, Kontrast der Helleuchtenden Farbe gegen dunkel gestimmt Bewndns duftig und fein ist das Helle Gewand gegeben. Und nun das bei ber Beschränkung in den malerischen Mitteln vielleicht bedeutendste Bild dietote M ö v c". Turch die bloße Reicht der tfarbe ist die unendliche Stimmung der Polarnacht über, dem toten Voqcl gegeben. Ter Körper Plastisch perspektivlich iw^rer Ber- kürzung gezeichnet, das Gefieder in allen Schattierungen burch- gebilöci. Tas Ganze eine Symphonie in Grau, nur bind) den scharfen Fleck des Schnabels unterbrochen, der mit feinem vorwärtsreistenden Gelb unb Rot bie perspektivische Wirkung Lotten- bet Ten dunkel gegen hell gesetztenM SdchenkoVf" beleben bie blauen .'Lugen, mehr nock) bie fast körperlich herSusipringenden grünen Perlen der Mtrte am dem dunklen Fleischton des Halses. Die Port r atst udie" die Kindes stimmt den schimmer von Samt'und Pelz mit dem Verl>ang im Helldunkel zusammen; Mo­tive wie sie Rembrandt liebte. Warme und kalte -tone fetzen Die BilderPuppe mit Blumen" undMädchen bei der Toilette", besonders das letztere zu wundervoller Plastik unb Raumwirkung zusammen. Nuancen von Grün unb Blau burch Braun zu bctorctt.ber Einheit verbunden die fpielcnbcn Mäbchen in derLanVfcyas t". .

Symphonien fiump'c; öne in den Paitellen. zie ^one Der großartig kahlen Landsma'i ber Gorges im Walde vonvntame- blcau mögen auch zum allegorischen Bilde der /zx ur r e in­spiriert haben, auf dem der scingezeichnete Akt bräunlich gegen dtd bläulichen Steige steht. = = -"

Das große Ereignis dieser Wock-e war Str Edward Üreys Rede über die äußere Politik Großbritanniens. Iöie bot zwar dem Kundigen nichts R^eues, aber der Ton maxbt bei ihr die Musik. Tiefer Ton war im wesentlichen Sdiailtimmt auf die Mewdie, die aus den Wegleitmorten ocr Lerzufammentunst in Baltisch-Port herauszuhoren war. üö bleibt ja auch nach der Begegnin^des deutschen Kaisers dem Zaren dabei, daß zur ErlMung des europäischen ifnedens mdci Piää)tegruppen notmenbig finb. Aber es , l wichtig, daß die beiden Gruppen sich lilcht schon in Frie­de L-zetten als Gegner gegennbcrftel^'n, sondern sich gegen» jei-ia verstehen. 'Jlatljbein die Kaiserzufammentuiift auch Linie offizielle Trintjprüche die MogtiäMt, um nicht zu mc en Jiüimenbiglcit. des Bestehens eines deutsch ru

' aibcmcljmeiiü neben dem französisch-russischcii Bündnis l rc eben l-at, fichrte nunmehr Sir Grey in seiner Rede aus, I V« man in Großbritannieii trotz der französisch-russisch r^lifchen Entente nidjt daran denke, sich in einen bewußten

5 > i jeiisatz zii Deutschland stellen yt wollen.

Üiienn wir Frankreich ober Rußland im Einklang mr einer anberen großen europäischen Maä)-t unb in gutem jjrdkiitni» mit ihr sehen, wie es burch bie Zusammenkunft EL beutfdjen und des russischen Kaisers geschal), bann I/aben Ui: allen Grund, uns zu boglüclwunscheu." so sagte Sir tbcoard Gr ei). Und an einer anderen Stelle erklärte er, den- j'l>cn Gedanken variierend, daßdie verschiedenen diplo ' T.nmjdjen (Gruppen sich nicht noNvendigerweise in entgegen xesEtzten diplomatischen Lagern beftnden müssen". Nehmeii kn: den Satz dazu, baß bieBeziehungen Euglanbs .511 kLutschlandßegcnmärtig ausgezeichnet" finb unballe : tz^euseiligen Jitteressen ehrlich ausgeglichen werden : fcirnen", so finden wir, baß JniM und Ton bieser Rede , du:ck)auS erfreulich finb, weit erfreulicher, als bie vielen iutzeild MinisterriBeii über das gleictje Thema, bie in den .(rhum Jachreu von jenseits deS Kanals zu uiis l)crül>er- | Dangen. 'Jtod) sind wir nicht über alle Schwierigkeiten frnmid, wenn aber der gute Wille, der sich in den Wortett tz c.'ys äußert, vorhält, so ist unS um den AuSgaug nicht frutm?. Namentlich auch deshalb nicht, wett sich aus ber $et>e deS englischen Staatssekretärs auch eine gerechte Wür- Kgiuig ber deutscljen Flotteiibestrebuiigeu ableiten läßt. Scey fprad) freilich nicht von Deutschland, sondern allein onr Encttand, als er bie Notwendig kett einer starken Flotte b tunte. "RichtS hindert jedoch, feine Worte auf Teutsch- luub zu übertragen. Mait tonne sich nid# allein auf bie piiswärtige Politik stützen, meiitte er, man müsse, wie immer die auswärtige Politik sein mag, eine genügende jlteltcnnmdjt haben (er führte dabei das Mittelmeer als Beispiel an), da man sonst nadjgcbcn müsse und aufhöre, eine Großmacht zu fein.Wenn wir unsere Flottenstellung in Mittelmeer aufgeben, würde fid) die Tendenz heraus- bilbcn, nicht mel/r mit uns zu rechnen." Ter Sinn dieser Äusführungen Greys war: Wir bedrohen niemand in der StÜ, müssen jedoä) eine starke Flotte haben, da wir sonst ds Großmacht nid)t mchr mitzählen.

Frankreich, das nod) an feinem Marolko-Protek- torat zu verdauen hat, ist in seiner inneren Politik einen großen Schritt vorangekommen. Tie Kammer hat nämlich mit beträchtlicher Mehrheit das Gesetz über die Einführung be* Proportionalwahlverfahrens angenommen, nachdem die jtagc mehrere Jahre hindurch bie Gemüter beschäftigte.

(von LanggSns snahme, ban ich dmch'iche Win^ ivird mein itete§ en Gäste in jebet zu bebienen.

14. Juli, findet

fäbrhd) 21k. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch

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Vie Ausstellung öcs Siehener Uunstve.eins.

Itfreb Sohn-Rethel. Ab01 f unb Anna Beyer. Max Klinger. W. Woelke.

Die beiße Zeit fängt an, ungünstig auf den Besuch unserer hinftauöltcUung cinzuwirkcn. Aber bas wäre dieses Mal gerade ^sonders bedauerlich, unb wir möchten durch unsere Zeilen dem ciirgcgenivirfcn unb zu recht zahlreichem Besuche dieser letzten c ammcraudftdlung auizuforbern. Es liegt im eigenen Jnteresfe xx Besucher, benn eine so bedeutende unb harmonische Aus- idlung zusammenzubringen gelingt selbst der angeftrengteften Be- r uhung nicht oft. ...

Mfrcb sohn-Rethels autzcrordentliche Wirkung liegt in dem hfienften Element der Malerei, der Farbe. Er ift ein virtuofer jolorist von unendlich sicherem Geschmack, ob er nun die darben x ihrem Eigenwert dekorativ nebeneinander setzt unb zufammen- ii. nml, ober sie barübet hinaus im Licht zur Einheit desTones" ^iammenzuschmelzen weiß. Er beherrscht bie sinnliche Wirkung Kz Farbe vollkommen; er wechselt unb verteilt warme unb Wie Farben, baß seine Bilder niemals süß erscheinen. Aber uri) bie Farbe als Raumbilbnerin unb Formbilbnerin hanbhabt t sicher unb schließlich ebenso die Linie, sowohl in ihren xEoratwcn wie ben raumbilbenben Grenzwerten.

Auf bem SilbeNach der Arbeit" ein seiner, goldener I uo-n. Der Hals des jungen Weibes ist in zartesten Rcslerlichtern modelliert, das Haar ist wundervoll weich als Masse zusammen schalten, belebtes Helldunkel an Mieder und Schoß. Ein eigen .intlich verschleierter Gesichtsausdruck, den wcsentlick) die Augen S-minimen, ebenso wie bei berTänzerin" auf bem daneben- rangenbcn Bilde. Eine schlanke unb graziöse Gestalt, beren fem- .pbUbete Formen sich durch das dunkelblaue Gewanb abzeichnen. IÜell gegen dieses dunkle Blau gefetzt und doch vollendet mit ijm zusammengestimmt ber Elsenbemton des in bläulichen schal litt modellierten jugendlichen Carnats. Der bläuliche -Xon des ^Zillbes leicht erwärmt durch den grünen Vorhang. , Ausgezrichnct iic die Körpermobdlierung des leuchtenden Fleisches auf dem ,.k aieenden Akt" und die Kontraftierung gegen die verscyteden iahen und warmen Töne des Hintergrundes.

I Aus ber Herbstlandsdjaft des Pariser Luxembourg^ garte ns wirkt bas schwere Blau ber Lust dick, sau körperlich. Umb diese Hitzestimmung wirb festgehalten und gesteigert in, ben ifioletten Hellbunkelschatten bes Mittelgrundes, bie gegen rostrote 'Jihumc stehen. Die Herbstflora des Vordergrundes verschwtnt- n.ettb in ber zitternden Luft, nach vorne int Bilde gezogen durch bie [nalltxolettcn Schatten und den scharfroten Fleck. Fein ab- üittönt die weiße Statue. Das alles heißt den Raum im Bilde i'u.rd) Farbe gestalten. Merkwürdig weiß ber Maler ben Rahmen L. seinen Bildern zu timmem Hier zu tzer heißest Landschait

zu prüfen, unter beiten mehrere tunesische Fischerbarken von italieilischeu Torpcbobooten besd)lagnahmt worben fein

Konstantinopel, 12. Juli. Tie o,terretchtsd>.un- aarisdie Botsdfast lsttt bagegen protestiert, baß schiffen, bie in Tripolis bie Leuchtturmabgaben bezahlt haben, im nächsten türkischen Hafen die steuer noch­mals abverlangt wirb. Ter Protest hat hur erfreut, ba er beweist, baß Lestcrreich-Ungarn Tripolis als türkischen Besitz betrachtet. t ...

Perugia, 12. Juli. Gestern unternahm eine flie­gende Kolonne einen sehr auogebehnteu A u f k 1 ä r u n g s- m arsch auf der zweiten Karawanenftraße btt zur t u n e) 1 idicn Grenze. Die Kolonne, bie sich aus anbere Truppenabteilungen stützte, ging über 30 Kilometer von ocr italienischen Stclluilg bei sibi Saib vor, fand icboch Die an die zweite Karawanenstraße angrenzenben Gebiete oont Feind verlassen. Auf dem Rückweg versuchten aus der Dritten Karawanenstraße hervorbrechende starte Araver- abteiluligen, durch Reiter vcrstärtt, bie fliegende Kolonne -h sprengen, während sie auf der zweiten Karawaneustraße von Osten nack) Westen marschierte. Die Araber wurden ach lebhaftem Kamps mit Verlusten zurückgeworfen. Schüsse der Gebirgsartillerie zerstreuten die An­greifer endgültig. ^Tie fliegende Kolonne lehrte an demselben Tage nack) sidi Said zurück.

Mesurata, 12. Juli. Die Bevölkerung beginnt, iiack, M e s u r at a und den aiideren Orten der Oase, die sie am Tage der Schlacht verließ, zurückzukehren. Ein heute morgen bis zum Leuchtturm hin unternormnener Er- tundunas'ug fand alle Orte in ber Oase in schütt unb Mcbe. Auf dem halben Wege wurde em Brunnen nut sehr reichlichem gutem Wasser gesunden, von dem aus mau die Stadt die bereits über hinreichende Wasservorrate verfugt, mit noch besserem Wasser versorgen will. Räuber griffen : eute früh eine Ortschaft am Subrande ber Oase an, mürben über von ber Bevölkerung tapfer zuruckgewiesen. Der 3d)ciE ylantaban Schetani, einer ber terchsten Araber führ er, ber in bem Kampf vom b. Juli s chiver ver- lounbet würbe, ist gestorben.

Deutsches Reich.

Wie auf Anfrage beim Großen Gcncralstab mrtgetcill wirb, ist oas G c r ü ch t vom R ü ck t r i t t des Gcneralstal'S-Ehe;s v 011. Sollte aus der Luft gegriffen, o. JUtoWe benf md) ' an Rücktritt. Ein absolut autheMiicheS Demenii bes G^nlchts^ i ift in kurzem zu erwarten, sobald v. Mollke, ber sich im Gefolge bCv Kaifcrö auf ber dkordlaiibsreise befinbet, Keniitms von beut Gerücht erl-alten haben wird. . . ..

Entgegen der Biättcrmeldung, die M l l itar konvent l on , zwischen Preußen unb Württemberg sei durch an Re gegenseitige Kommanbicrung von saniiatsoiiiZiercn unb SSute* , rinärofibicren ermöglichendes Abkommen erweitert, worden, criämt ocrSchväbifche Merkur" von unterrichteter seile, daß , .war in den letzten Monaten Verhandlungen über Die Erweiterung ocr Konvention iialtgejunücn hätten, jedoch an Abkommen noch nicht abgesckstossen sei.

Tie badische Z >veite Kammer hat m ihrer Nach- - mittagssitztlng mit 53 gegen 19 Stimmen das 5in 0.nifl e leb angeno m in c n, womit die Budgetberatung erledlgl ist. Da- ' gegen stimmten die Sozialdemokraten gcschlosieu auf Grund einer Erklärung, daß bie Regierung von Jniang bis zu ' Ende des Landtages bewiesen habe, daß src die Sozialdemokraten - nicht als gleichberechtigte Staatsbürger anerkenne und daß es 9 daher einem Gebot der Selbstachtung ber sozialoernokrotie ent- : sprack-c, das Budget ab-ulelmeu. ___

K-