Ausgabe 
11.5.1912 Viertes Blatt
 
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Herr au« einem national-polnischen Verein freiwillig ausgetreten. Auch der Breslauer Fall ist erledigt; der Dezirkskommandeur hott^ sich beim Kaiseressen vereinsamt gefühlt, seine Kontrolle war

' Abg. Stucklen (Goz.)'

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geht auf die einzelnen Fälle ein. ES ist wünschenswert, tia$ die Reserveoffiziere den Kricgervereinen beitr-ten; politische Agitc>- tioe treiben diese nicht. In dem Posener Fall ist der betreffende

Die zweite Sitzung.

Vi-eprLsib«Mt Dove eröffnet die Sitzung nm A Uhr, Der Illlllttlrefat. V

nicht richtig. Wer al« Führer in einer nationalen Armee dienen soll, hat nicht öffentlich zu agitieren für eine antinationale Partei wie die Sozialdemokratie. (Beifall rechts.) Es würde den Leuten

unerklärlich sein, wenn er dann als Reserveoffizier vor versammel- Verfangt mehr Sparsamkeit. Tausend Millionen Mark ter Mannschaft steht im Dienste des Kai-ers. Dieser Widerspruch für die Armee im Jahre find zu viel. Ditz polt- t würde die Grundlage des Heeres schädigen. (Beifall recht-.).

- Der Kriegsminister weist darauf bxn, vatz auch Geheimrat Czernv freiwillig auSgeschiedcn ist. Die Kriegervereine dürfen nach einer Richtung hrn Politik treiben. Politische Vorträge, wie tm Falle Kraatz, gehören nicht auf die Kanzel. Tie Office re sind gute Christenmenschen gewesen. Tic Lache schwebt noch beim ReichSmililärgericht. Ein Offizier wird pensioniert, wenn er für eine höhere Stellung nicht mehr geeignet ist. Greise können wir nicht als Leutnant- haben. Tas wäre im Kriege ein sträfliches Ver­brechen an unseren Leuten. Tie Versetzung-reifen werden nach Möglichkeit eingeschränkt. Mißbräuche mißbillige ich. Die Zahl der Hrtzschläge hat sich vermindert.. Die »sorge für die Unter­gebenen sind da- beste Kennzeichnen eines guten Offizier-, Der Mann in Osterode, der seinen Hauptmann erschoß, soll geistig nicht normal gewesen sein. Ta« Gutachten wird nachgeprüft. Der Herr in Straßburg wurde al« Reserveoffizier abgelehnt, nicht weil er Jude ist, sondern weil die Schwester seine« Later- sich wegen ihre- zweifelhaften Gewerbe- nicht der Achtung der Bürger er­freut.*

die nationale Gesinnung abgesproch.'n worden. Die Bezirk«, kommandos sind Zentralbureaus für politische Ge. sinnungsschnüffelei. Selbst gegen ReichstaySabgeorbnete glaubte man Vorgehen zu sollen, weil sie bei der Präfidentrnwahl für Bebel oder Scheidemann gestimmt hatten. Der Vorfall in der Charlottenburger Luisenkirche gehört auch hierher. Dir Prinzen erhalten nur bevorzugte Garnisonen. Das Danzi­ger Kommando des Kronprinzen steht nur auf dem Papier.

In Potsdam gibt e- eine ganze Kolonie von Prinzen. Mit den dielen Sinekuren mutz aufgeräumt werden. Der Redner fordert u. a. Abschaffung von Offiziersburschen, de- Dunkelarrests und sprüht gegen den Wehrverein.

Abg. Goth ein (Vp.)

spricht gegen den Zwang zum Gottesdienst. Ter Soldat wird sogar gezwungen, den Gottesdienst zu stören, wenn der Offizier es will. Der Redner verweist auf den Fall Kraatz in Charlotten- bürg. Der Fall Czerny ist eine Blamage für Deutschland. Un­erhört ist die Bevormundung der Reserveoffiziere. In Posen wurde ein Reserveoftizier zur Rede gestellt, weil er keinem Krieger- herein angehörte. In Breslau wurden die Reserveoffiziere schriftlich angefragt, warum sie nicht am Kaisereffen teilgenommen hätten. In Straßburg wurde einem Herrn angeraten, auf die Wahl zum Reserveoffizier zu verzichten, obgleich das Regiment ihn selbst vorgeschlagen hatte. Der Herr war Jude, Gründe der Ab- lehnung wurden ihm nicht angegeben. Wie ist da- alle- in einem Rechtsstaate möglich?

*'' r Kriegsminister Frhr. b. Heeringeo

Abg. Brandys (Pole)

verlangt, daß die Heeresverwaltung mehr Rücksicht auf die religiL- fen Pflichten der polnischen Soldaten nimmt. Der Redner spricht Segen die Kricgervereine, die politisch seien. Er verwahrt sich gegen ie Behauptung, daß die Polen staatsfeindlich sind.

Kricgsminister b. Heerinqen:

Wenn die Polen treu und deutsch zur nationalen Sache stehen, werden sie von den Kriegervereinen nicht ausgeschlossen. Ich kenne keine -polnischen Soldaten", keine dänischen ober sonstige, uh kenne nur deutsche Soldaten. (Beifall recht-.)

Abgg. Werner (Resormpt.) und Schulz (Erfurt, Soz.) sprechen noch nach sieben Uhr.

Weiterberatung Sormabcnb 1 Uhr,

Schluß muh 8 Uhr,

Akg. Sebrfotfr CBo.Vp.

Ach muß entschieden gegen dieses Verfahren der . b r ote (Heren Don unserer Seite ist wiederholt der Wunsch ausgesprochen worden, daß noch eine zweite Serie von Rednern zu Worte kommen soll. Nun hat sooar der Kriegs- Minister gesprochen, und nun macht man uns unmöglich, innere abweichende Stellung darzulegen und an seinen Worten Krulk zu üben. Das ist ein ©erfahren, daS sich selber richtet.

Abg. (General) Hausler (Zentr.):

Ich bebaute sebr, daß auch mir daS Wort abgeschnitten ist. (Hört, fort!) Ich wollte auch in einigen Punkten ein andere Ansicht äußern. (Lebhaftes Hört, hört!)

Vizepräsident Tove: x" Es ist Widerspruch gegen die Enblckc-Ab st im­mun g erhoben, wir müssen also zunächst einzeln abstimmen.

Bei den Abstimmungen sttmmen mit den Sozialdemo, traten auch die Polen gegen die Vorlage und für die sozial, demokratische Resolution. Diese wird abgelehnt, die Vorlage wird von allen anderen Parteien angenommen, gegen die Stimmen der Rechten auch die Resolution der Volkspartei. Der Präsident ruft dann zur Enblocabstimmung über die Heere«- Vorlage. Cs erhebt sich das ganze Haus mit Ausnahme der Sozialdemokraten und der Polen in der arideren Ecke. Die Mehrheit bricht, als der Präsident die HeereSvorlage für angenommen erklärt, in stürmischen Beifall aus. Der Reichskanzler hatte sich zu Beginn der Abstimmung erhoben und schüttelt bann dem Kriegsminister glückwünschend die Hand.

Damit ist die Tagesordnung dieser Sitzung um 8% Uhr erledigt.

Vizepräsident Dove beraumt die nächste Sitzung an auf 4 Lhr mit der Tagesordnung: Militäretat. Da über die Duellfrage ein Beschluß der Budgetkommisfion noch nicht erliegt, wird sie von der heutigen Verhandlung ausgeschlossen enb an ben Beginn bet morgigen Tagesordnung gesetzt werden.

tische Gesinnung wird als Verbrechen verfolgt, der , , | Fall Czerny beweist es. Was ist überhaupt eine nationale ' Partei? Der Begriff wechselt, selb stder Rechten ist gelegentlich

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Gießen, den 10. Mai 1912.

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Generalversammlung

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Tages-Ordnung:

1. Rechnungsablage für 1911.

2. Verschiedenes.

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