Mexiko an, eint! Untersuchung über die Ermordung des deutschen Ranchbesitzers Hans Engelmann bei El Pr ov e n i r durch mexikanische Banditen, anzustellen.
Heer und Flotte.
Ziel, 13. Febr. Tas zweite Geschwader der Hochseeflotte hat heute vormittag zu einer mehrtägigen Uebungsreile den Hasen verlassen.
Aus Stadt und Land.
Gienen, 14. Februar 1912.
** Tageskalender für Mittwoch, 14. Febr. Stadt- ktzeater: Es lebe das Leden. Anfang 7 Uhr.
, Versammlung der Organe der öffentlichen Armen- Pflege. Abends 8>/r Uhr im (Safe Ebel.
। Naturheilverein: Vortrag von C6. Horst-Sieber: Medi- zinaberglaube usw. Abends 8'/» Uhr im Hotel Schütz.
Kaufmännischer Verein: 2. Vortrag über die Reichs- Verfassung. Abends 9 Uhr im Vereinshaus.
"Diamantene Hochzeit. Morgen, Donnerstag, begeht Lokomotivführer i. P. Werner Otto mit seiner Ehefrau geb. Möhl das seltene Fest der diamantenen Hochzeit bei bester Gesundheit.
"lieber ein neues Lichtbild-Theater in Gießen schreibt man un§: Ein neues künfllerisch geleitetes Lichtbild- Theater soll in einem Neubau auf dem Seltersweg eröffnet .werden. Es wird mit allen modernen Neuerungen versehen, vornehm ausgestattet und eine Sehenswürdigkeit bilden. Um den Wünschen vieler Kunstfreunde nachzukommen, wird beabsichtigt, nach Möglichkeit nur künstlerisch vollendete Films zu bieten. Eine in hiesigen Theaterkreisen bekannte Persönlichkeit wird die Oberleitung führen.
** Die Große Gießener Karneval-Gesellschaft 1911 veranstaltete am 9Jtoirtag abend im (Safe Arnend einen Herrenabend, der sehr gut besucht ivar. Wir werden morgen ausführlich darüber berichten.
Landkreis Gießen.
— Heuchelheim, 13. Febr. Dank der regen Arbeit des Gesangvereins Teutonia und seines Dirigenten Kurz aus Gießen wird den Eimvohnern wieder ein öffentlicher Konzett- abenb für gute Männergesänge und Musikstücke in Aussicht gestellt. Das Konzert findet im Monat März im Gasthaus „Zum Treppchen" statt und soll sich reicher als das vorjährige gestalten. Der Eintrittspreis soll sehr niedrig bemessen werden.
— Hausen, 13. Febr. Ter Gesangverein feierte am Sonntag abend sein lOjähriges Stiftungsfest. Es war verbunden mit Konzert, lomischen Vorträgen, Gesang und Tanz. Die Festlichkeit mar zahlreich besucht und ist glänzend verlaufen. H. Größer hielt eine Ansprache und H. Pfeiffer gab einen Rückblick über die Entwicklung des Gesangvereins Germania-Hausen.
Lich, 13. Febr. Die Bewohner von Lich haben selten einen solchen Leichenzug gesehen wie den, der die sterbliche Hülle des Oberaktuars Kohlheyer zur letzten Ruhestätte begleitete. Außerordentlich zahlreich war die Beteiligung der Einwohnerschaft von Lich, sowie seiner Kollegen und Freunde, aus nah und fern. Auf dem Friedhof trug der (Gesangverein „Eäcilia" von Lich das Lied .^Jesus meine Zuversicht" vor, worauf 'Stiftsdechant K l i n- gelHöffer das Gebet sprach und die Einsegnung der Leiche vornahm. In der Ctrabrebc schilderte er in zu Herzen gehenden Worten das glückliche Familienleben des Verstorbenen, seine vorzüglichen Charaktereigeirschaften, die chn als Mensch und Beamten so außerordentlich beliebt gemacht hätten. Oberamtsrichter Rausch widmete seinem treuen Mitarbeiter den letzten Scheidegruß und legte namens der richterlichen Mitglieder des Amtsgerichts einen Kranz nieder mit der dluß'chrift: ,^FHrem treuen Mitarbeiter, die Beamten des Amtsgerichts". Friede seiner Asche. Hierauf legte Gerichtsschreibergehilfe Volz namens des Personals der Gerichtsschreiberei Lich einen Kranz nieder und hob in kurzen Worten das gerechte Handeln des Verstorbenen fernen Untergebenen gegenüber hervor. Namens des Vereins mittlerer Justizbeamten im Groß- herzogtum Hessen legte baiut Aktuar Röhrig von Homberg einen Kranz nieder. Weiter wurden Kränze nieder gelegt von Postsekretär Rau namens des evang. Kirchengesangvereins Lich imb von Apotheker Weber als Präsident der Mubgesellschast Lick». Eine große Anzahl weiterer Kränze von Kollegen, Freunden und Verwandten sckflnückten den GrabeShügel, darunter ein herrlicher Kranz mit den Initialen des Fürsten zu Solms-Hohensolms- Lich.
— All endvrf a. d. Lumda, 12. Febr. Der Männer- a e s a n g v e r e i n beging gestern abend im schön geschmückten Saale des Gastwirts Bauer die Feier seines 6jährigen Bestehens. Die Feier war als Familienfeier gebaut und nur die Vereinsmitglieder und deren Familienangehörige hatten Zutritt. Eröffnet wurde der Abend durch eine Ansprache des Vorsitzenden. Sein Hoch galt dem deutschen Liede, dem Männergesang sowie dem Kaiser und dem Großherzog. Den musikalischen Teil der Feier hatte der hiesige Musikverein übernommen. Auch für Komik war gesorgt worden. Gesangsvorträge des Vereins abwechselnd mit komischen Vorträgen des Herrn Hopp von Kesselbach, sowie Tanz, beschlossen den Abend, der als ein recht gelungener zu bezeichnen ist. — Der Männergesangverein — gegenwärtig unter der Leitung des Lehrers Schmidt von Kesselbach stehend — beschloß in seiner letzten Hauptversammlung, auch in diesem Jahre wieder an einem größeren OKsangswettstreite teilzunehmen.
Kreis Büdingen.
H. Büdingen, 12. Febr. Die Festlichkeiten des Winters in Büdingen sind nun bald beendet. Fast alle Vereine haben ihre Stiftungstage durch Llbhaltung eines Balles oder enter Abendunterhaltung gefeiert. Die beiden Turnvereine veranstalteten zwei gut besuchte Abend- unterhaltungen. Der Sck)ützen-, Militär- und Veteranenverein sowie die freiw. Feuerwehr feierten ihren Stiftungstag durch Abhaltung eines BalleS. Im Fürstenhose fand am vergangenen Sonntag ein Gesangskonzert des Gesangvereins Liederkranz in Büdingen statt. Die Lieder wurden vvn den Sängern vorzüglich Borgetragen und ernteten reichen Beifall. Mcht unerwähnt zu lassen sind auch die Musikvvrträge der Herren Schwarze und Sohne aus Wiesbaden. Am Samstag hatte die Turngesellschaft ihre Mitglieder zu einem Maskenball int Fürstenhos eingeladen. Ein fröhliches Maskeittreiben in allen möglichen Kostümen hielt die Besucher bis zunt Morgen in der fröhlichsten und angeregtesten Stimmung. Originelle und charakteristische Masken waren in großer Zahl anwesend. Prinz Karneval kannßnit seinen Untertanen auch in Büdingen wohl zufrieden sein. Auch der GeseNschaftsverein, dessen Mitglieder nur aus der ausgewähltesten Büdinger Gesellschaft bestehen, veranstaltet nächsten Sonntag einen Maskenball. Damit werden wohl die Fesllichtetten für diesen Winter beendet fein und der gequälte Geldbeutel wird endlich zur Ruhe Tomnten. — Der auf den 20. Februar festgesetzte Vieh- markt wurde von der Aufsichtsbehörde wegen der zurzett im Kreis Büdingen berrfdKnben Maul- und Klauenseuche verboten. Seiber haben die bis jetzt erlassenen Besttm- uTungcn nicht vermocht, ein Ausbreiten der Seuche zu verhindern.
cq. Echzell, 13. Febr. Letzten Sonntag abend hielt der Zweigverein Eckyell des Evanq. Bundes seinen ersten Familien ab end ab. Der Äaal des Gasthauses „Zur Traube" war bis aus den letzten Platz besetzt. Dr Eichenberg, der Vorsitzende, wies auf den Wert eines Zusammenschlusses aller Evangel^chqi IM. Der Mchtk-
verein sorgte für beste Musik und der Gesangverein Liederkranz erfreute durch seine schönsten Gesänge. Die Schülerinnen Frieda Reuß und Ida Busch trugen recht geschickt Gedichte vor. Schulverwalter H ahn hielt einen beifällig aufgenommenen Vortrag über „Luthers Bedeutung für die Schule". Der Bund und die von ihm ins Leben gerufene Bücherei hatten einen erfreulichen Zuwachs von Mitgliedern zu verzeichnen. — Nächsten Samstag ist hier Beigeordnetenwahl. Kandidaten: die Gemeinderäte Philipp Stoll II. und Wilhelm Heller. — Der Metzger und Wirt Wilhelm Stoll wurde dieser Tage um über 200 Marl an barem Gelde bestohlen. Man hat das Dienstmädchen int Verdacht, das seinen Tiettst heimlich verließ. — Die Gruppe Ecyzell des V. H.-C. hält am 25. d. M. ihr erstes Fest. Bon der Gruppe haben sich die Reichelsheimer Mitglieder losgelöst, um einen eigenen Zweigverein zu gründen.
X Nidda, 12. Febr. Gestern abend hielt der Zweigverein Nidda des Evang. Bundes seinen zweiten Farnilien- aben b ab. Im Mittelpunkt stand der Vortrag des Professors Schobt von Friedberg über das Thema: Die Lebenskraft des deutschen Protestantismus der Gegenwart. Er führte aus, „daß trotz der pessimistischen Anschauungen von der Rechten und Linken, der deutsche Protestantismus eine unverwüstliche Lebenskraft besitze. Tas zeige die allgemeine Opferwilligkeit für kirchliche Zwecke und ebenso die persönliche: dies erstere komme zum Ausdruck in der Steigerung her pekuniären Leistungen, die letztere in der wachsenden Zahl von Personen, welche sich freiwillig in den Dienst der Kirche stellen. Tas beweisen ferner die Ausdehnungder Arbeitsgebiete /Mission) und ihre Erfolge. Man brauche nur Vergleiche zu ziehen zwischen 1810 und 1910. Das beweise ferner die dem Protestantismus innewohnende religiöse und sittliche K r a s t, die von ihm begründete Selbstverantwortung, das Pflichtgefühl. Auch die vom Protestantismus geleistete Kulturarbeit sei ein Zeugnis hierfür. Der Protestantismus habe eine besondere Assimilationskraft, baß er sei im Stande, fremde Stoffe zum eignen Aufbau sich anzueignen; bei den Katholiken sei diese Assimilation eine äußerliche, beim Protestantismus eine innerliche. Es sei doch nicht zu leugnen, daß durch die Reformation das religiöse Leben eine andere Richtung genommen habe und auch die katholische Kirche dadurch beeinflußt worden sei. Trotz der teilweisen Abnahme äußerlicher Kirchlichleit, die auch nicht überall konstatiert werden könne, zeige doch der Protestantismus eine unbesiegbare Lebenskraft." Ter Vottrag sowie ein Rechenschaftsbericht, welcher ein Wachsen des Bundes konstatierte, wurden umrahmt von musikalischen Darbietungen.
Kreis Alsfeld.
F. K. Alsfeld, 13. Febr. Am 1. März hält Ober- schnlrat Block an der hiesigen Oberrealschule die mündliche Maturitätsprüfung ab. 16 Oberprimaner unterziehen sich der Prüfung.
Kreis Friedberg.
A Friedberg, 13. Febr. Die kirchlich-positive Vereinigung des GroßherzogtumS Hessen hielt heute nachmittag in ber.Harmonie" eine Versammlung ab. Pfarrer Nebel-Laubach hielt einen Vottrag über „Die kirchliche Lage in Hessen".
L. Friedberg, 13. Febr. Eine aufregende Szene spielte sich heute nachmittag auf dem Lerladeplatz deS Bahnhofes ab. Beim Ausladen von Kühen wurde ein Tier
scheu und rannte durch die Straßen der Stadt. Sie stieß
die Scheiben eines Erkers ein und wollte sich nicht bändigen
lassen. Schließlich gelang eS, sie zu fesseln, den Kopf mit
Tüchern zu umwickeln und sie in den Metzgermagen zu bringen.
= Friedberg, 13. Febr. Die 4. Hauptversammlung des Vereins ehemaligerr Schüler der Großh. Landwirtschaftsschule zu Groß-Umstadt fand dieser Tage im Hotel Trapp hier statt. Der Friedberger landw. Schülervcrein war dabei sehr gut vertreten. ^Der Vorsitzende, Herr Gg. Grünewald-Lengfeld, erstattete den Jahresbericht. Die satzungsaemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden durch Zuruf wieder gewählt. Hierauf hielt Privatdozent Dr. Kleb er g er-Gießen einen Vortrag über „Die GrenzenderAufwendungenanf bein Gebiet der Tierhaltung und des Pflanzenbau s". Seine Ausführungen gipfelten in dem Satze, daß große Roherträge auf dem Acker und im Stalle noch lange keine hohen Reinerträge bedeuteten. Das richtige Maß sei nur durch genaue Versuchsanstellung und Rechnung zu finden. Reicher Beifall lohnte den Redner. An der Be- fprechung beteiligten sich die Herren Hensel, Waitz und Weith, die den Ausführungen des Redners beitraten. Nunmehr begannen die Verhandlungen über den engeren Zusammenschluß der oberhessischen landw. Schülervereinigungen mit dem Verein ehemal. Schüler der Groß-Umstädter Landwirtschaftsschule, die der Vorsitzende mit einigen Worten einleitete. An der sehr lebhaften Aussprache beteiligten sich die Landtagsabg. Fenchel und Breidenbach, Realschuldirektor Gockel, Prof. Dr. Biedenkopf, Oekonomierat Spieß und Weber- Gr.-Umstadt. Der Vorstand wurde beauftragt, weitere Schritte in dieser Richtung einzuleiten. Ein gemeinsames Mahl, das noch durch manches ernste und heitere Wort gewürzt war, vereinigte noch längere Zett die Teilnehmer.
Starkenburg und Rheinhessen.
(Ml Offenbach, 13. Febr. Das & ei) alt des Bürgermeister Dr. Dullo wurde laut Beschluß des Ausschusses mit Wirkung vom April von 10- auf 12 000 Mark erhöbt. Bei dieser Gelegenheit wurde die Festsetzung der Ruhegehälter der Beigeordneten sowie des Bürgermeisters beraten und beschlossen, diese nach den Bestimmungen des Artikels 82 nad> der neuen Städteordnung sestzulegen, wonach die Vordienstzeit bis zum 29. Lebensjahr in Anrechnung gebracht wird und die Trüberen Vereinbarungen in Wegfall kommen. — Die Offenbacher Metz- Ier-Jnnung hat einen Fleischabschlag auf Schweine- lei sch eintreten lassen. Danach kostet das Psund Schweine- eisch 70 Pß, Hals-, Rippen- und Rauchfleisch 85 Pf., Dörr- leisch und Solberfleisch 1 Mk. das Pfund.
Kreis Wetzlar.
rv. Wetzlar, 13. Febr. Um die Verbreitung guter einträglicher Obstsorten zu fördern, werden an die Lbstzüchter des Kreises Wetzlar aus der KreiSobstbaurnschule Edelreiser bewährter Sorten unentgeltlich abgegeben.
A Groß- Altenstädten, 13. Febr. Dem Krieger- oerein Groß-Altenstädten ist daS Recht zur Führung einer Fahne verliehen worden. Der Verein beabsichtigt, die Fahnenweihe am Sonntag nach Pfingsten zu begehen.
Hessen-Nassau.
§ Marburg, 13. Febr. Gestern bemerkten Einwohner von Wehrda, daß em städttsch gekleidetes lunges Mädchen auf der dortigen Lahnbrücke hin und her lief und dann plötzlich in das Wasser sprang. Tie Versuche, das Mädchen zu retten, waren erfolglos. Es handelt sich um ein seit Sonntag vermißtes, in Marburg bedienstetes Mädchen. Es ist dies feit zwei Monaten der dritte Fall, daß junge Mädchen im Atter von noch nickt 20 Ihren freiwillig den Tod in der Lahn fanden.
w. M a r b u r g, 13. Febr Unter den Teilnehmern an der Grönland--Expedition des Kapitäns Koch befindet
sich audi Tr Wegener, 205ent an der Unwersttal Marburg. Gleichzeitig mit Kochs Expedition geht eine Zulauds ervedition unter dem Schweizer Tr. Alfred de Ouervain vom Jakfe-Fjord ab. Tas Material bei der Expedition ivird (röter verglichen werden.
F. E. Wiesbaden, 13. Febr. Tie beute vormittag vom Magistrat veranstaltete Zählung von Arbeitslosen Wiesbaden stellte das Vorhandensein vvii 247 arbeitslosen Her Tonen fest. Bei der leptcn int November 1909 veranstalteten Zählung mar das Ergebnis 596. Tas günstige Ergebnis ist dem Umstand zuzuschreiben, daß bei den von der Stadt ausqc führten Notstandsarbeiten eine große Zahl ^lrbeitsloser Besckä'- tigung gesunden hat.
Landwirtschaft.
□ Friedberg, 13. Febr. Heute nachmittag tagte im Hotel „Trei Schmetter" die Hauptversammlungen bco landwirtschaftlichen Bezirksvereins Friedberg und des landwirtschaftlicheit Provinzialvereins für die Provinr Ober Hessen. Tie Tovveloersammlung war recht gut besucht. Kreisrat Schliephake hieß die (h schienen en willkommen. Ter Provinziolverein und die Bezir^- vereine hätten in ihrem 75 iährigcn Bestehen zum Segen ber Landwirtschaft erfolgreich gewirkt. Ter Kreisverein Alsfeld stellte 1910 den Antrag auf Auslösung. Toch wurde der Antrag ab • gelehnt. Ter Provinzialverein hat sich zum Ziel gesetzt, Durch Borträge zu wirken und lanbrnittschafttiche Dienstboten zu ehren Auch die Bezirksvereine müssen fortbestehen, um das Jnteres>> der Landwirte durch ihre Tätigkeiten aufs neue zu beleben, (s sollen öfters Versammlungen mit belehrenden Vorträgen ab- gehalten werden. So wird Oberingenieur Stadler-Tarrnstad: sprechen über „Die Verwendung der Elektrizität in der Landwir: schäft und im Haushalt", ein anderer Redner über das Reich» - seuchengesetz und die Maul- und Klauenseuche. Da gerade diele beiden Fragen sehr zeitgemäß sind, so bittet der Kreisrat um zahlreichen Besuch, wird doch im begonnenen Jahr der ganze Kreis mit den Drähten der elektrischelc Zenttale überzogen. — Zur Ehrung landwirtschaftlicher Dienstboten sür langjährige Dienstzeit teilt Kreisrat Schliephake mit, daß der Provinzialverein lv schlossen habe, Dienstboten, die 15 bezw. 25 Jahre umuitcrbrodk n I bei einer Herrschaft tätig sind, zu ehren. Mit 15 jähriger Dienst zeit erhalten Männer Medaillen, Frauen Broschen, mit 25 Jahren gibt es künstlerische Ehrendiplome: die Herrschaft soll gebeten werden, ein Geldgeschenk von mindestens 25 Mark zu überreichen. .Der Dienstherr muß Mitglied des landwirtschasttichcn Vereins sein. Die Kosten dieser Ehrung betragen 1150 Mk. — Die Rechnung für 1911 ergab an Einnahmen 1347,67 Mk. (Mit- glieberbeiträgc 284 Mk., von der Ztteiskasse 100 Mk, von Gemeinden 120 Mk.) und an Ausgaben 282,75 Mk., so daß das Vermögen auf 1064,92 Mk. angewachsen ist. Dem Rechner Getrost wird Entlastung erteilt. Der Voranschlag für 1912 sieht in Einnahme und Ausgabe 1767,92 Mk. vor und findet einstimmige Annahme. Der Vorsitzende teilt mit, daß er ein Schreiben von der landwirtschaftlichen Hauptgenossenschast für Oberhefsen erhalten hat, das auf die ncucrrichtete landwirtschaftliche Au» kunftsstelle unter Leitung des Dr. Lipschütz hinmeift. Sw unternimmt aus Wunsch Düngungsversuche unb hält Lichtbildervot trage ab. Bei den Vorstandswahlen für den Bezirksvereins-Aussckuß werden gewählt: stellvertretender Vorsitzender: Bürgermeister Alles, Oberslorstadt; als Ausschußmitglieder für den Bezirk Vilbel: Aug. Schaub-Büdesheim, Seibold-Nieder-Eschback, Bürgermeister Moscherosch-Burggräfenrode, Beigeordneter Jakobi-Rodheim; Bezirk Friedberg: Richard Geck-Mclbach, Ed. Kipv-Ockstadt, Zerb- Dorheim, E. Grünewald III.-Bad-Nauheim: Bezirk Butzback: Bürgermeister Rumpf'Ziegenberg, Rcitz-Butzback, Bürgermeister Fenchel-Griedel und Jak. Reis. Als Vertreter für den Pro vinzialverein werden gewählt: Bürgermeister Moscherosch-Burg- gräfenrode, Beigeordneter Jakobi-Rodheim und Seibold-Nieder- Eschbach. — Danach begann unter Leitung des Oekonomierats S chl en ke- Friedberg die Hauptversammlung deS Provin- zicrlv erei ns. Er weift auf die Notwendigkeit des Fott- bestandes deä landwittschaftlichen Provinzialvereins neben dec Landwirtschaftskammer hin und teilt mit, daß von jetzt an außer der Hauptversammlung in Gießen alljährlich noch drei weitere Hauptversammlungen in anderen Kreisstädten abgehalten werden sollen, die interessante Vorträge bringen werden. Daraus ergriff der Sekretär der Landwirtschaftskammer Dr. Hamann-Darm- ftadt das Wort zu seinem Vortrag: „Die Ergebnisse der Kartoffelbauversuche der Landwirtschaftskammer und einige wichtige Fragen aus dem Gebiete des Kartofielbaues".
GerichtSsaal.
Zum Frankfurter Presseskanöal.
Frankfurt a. M., 13. Febr. In einer bis nachts 2 Uhr dauernden Sitzung verhandelte bad Schöffengericht die Beleiditt aungsklage der „Frankfurter Nachrichteil" gegen den Herausgeber Des Wochenblattes „Die Fackel", Müller-Herfutth, der zahlreich« Angriffe gegen Verlag und Redaktion der „Nachrichten" gerichtet! hatte. Müller-Herfurth wurde wegen öffentlidrer Beleidigung zu lOOOMarkGeldftrafe verurteilt. Auf seine Widerklage das Gericht auch Verleger und Chefredakteur der „Frankfurter Nachrichten" der öffentlichen Beleidigung schuldig und erkannte ' gegen diese aus je 30 Mark Geldsttafe.I
Luftschisfahrt.
Br einen, 13. Febr. Unter Leitung des Hauptmanns Rom^ berS sind gestern abend, der „Weserzeitung" zufolge, für den im kommenden Sommer stattfindenden nordwestdeutschen Rundßu.: die grunMegenben Bedingungen festgesetzt worden. Ter FIu^ soll unter anderem die Städte Osnabrück, Münster, Oldenburg, Bremen, Hannover, Braunschweig, Lübeck und Hamburg berühren. An Geldpreisen stehen 80000 Mark zur Verfügung. Auch steht zu ermatten, daß das preußische KricgSministerium tc ein Flug-euc der beiden erften siegreichen TypS -um Mindestfatzc von 25 000 Mark ankaufen nnrb.
vermischtes.
* Ein Kampf zwischen Himmel und Erbe. Aut Neupork wirb gemelbet: Der Flieger Beattie war auf fein an Zweibecker mit einer Dame aufgefhegen, als in einer Höhe htm 1000 Fuß die Maschine infolge Einfrierens beS Benzins füll staub. Der Flieger begann bereits seinen Abstieg, als die Tcunc in hysterische Angst verfiel unb sich aus bem Flugzeug stürzen wollte. In seiner gefährlichen Lage mußte bet Mann mit bfi Tarne kämpfen. Schließlich gelang es ihm, sie mit einem Arm sestzuhalten, wähvenb er mit ber freien Hand die Maschine un Gleitflug wohlbehalten zur Erde brachte. Eine groIe Menschenmenge wohnte dem aufregenden Schauspiel bei.
kf. Künstlich gealterter Käse. Feinschmecker ke- roerten manche Käfeart um so höher, je älter ber Käse ist, etwa besonders alte Jahrgänge des Holländers. Neuerdings ist nun em Mittel entdeckt worden, jungem Käse ans künstlichem Wege alli Eigenschaften alten KafeS zu verleihen, so daß seine reiten «eigen- schäften start ausgesprochen z««r Geltung kommen. Wie Proiesior P 0 t 0 n i s in der „Naturwissenschaftlichen Wochenschrift" mitteilt. hat S. Gockes sich feine .Ersinbung zum künstlichen Rei'en von Käse" durch Reichspateul schützen lassen. TaS Reiten wird au< elektrischem Wege bewirkt: junger Käse wirb unter Luftzutritt einen» Wechselströme von etwa 100Ö0 Volt und 0,2 Ampere auSgesetzl. TaS Altern beS Käses, wozu sonst lange Zeit nötig ist, soll hierdurch in 24 Stunben erreicht werben.
Kleine Tagerchronik.
Der wegen Begünsttguna der Flucht des Hauptmanns Lux inhastterte französische Sprachlehrer B e r rn 01 wurde, nach einer Meldung aus Breslau, mangels von Vc- weifen freigelafsen. Er ist als lästtger Ausländer ausgewiesen worden.
In Zöschingen in Bayrisch-Schlvabcn flüchtete ein Postagent mtt 15000 Mt. eingclaujener HoßgtlokL


