162. Jahrgang
Drittes Blatt
Ur. 11
Gießener Anzeiger
Erlcheml kSgliL mtl Sit»na6me deS Sonntags.
General-Anzeiger für Oberheffen
Tie „Siebener LamiliendlStter" roerben dem .Anzeiger^ otennal wöchentlich beigeleflt, daS „Kreiiblati für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Tie Landwirtschaftlichen Seit- fragen" «scheinen monatlich zweimal.
Samstag, 13. Januar 1912
Rotanonsdruck und Verlag der Br üblichen Universums • Buch- und Eieindnickeret.
R. Lange, Sieben.
Redaktion, Exvedition und Truderet: 6if>uU ftraüe 7. Erped non und Verlag: 6L
Redaktion:«^ 112. Tel.-Ad ru Anze,gerSietzen.
Die Wahl in der Dielung.
Alles Interesse wird gegenwärtig von den Reichstags- Wahlen beherrscht und von der mächtigen, für das moderne Leben so charakteristischen Bewegung, die durch sic veranlaßt wird. Es konnte nicht fehlen, das; eine so bedeutende Erscheinung des öffentlichen Levens auch die Aufmerksam- t'ctt der Dichter ans sich zog und sie dazu aussorderte, das interessante Motiv der politischen Wahlen anszunupen. Wer eine beschichte der Darstellung der Wahlen und Wahl- bewcgungen in der Literatur zu schreiben unternähme, der wurde eine Fülle anziehender und merkwürdiger literarischer Parallelen und Kontraste aufzeigen können. Wohl der erftc Tichter, der die Wahlen in die Literatur eingefuhrt hat, ist jener große Brite gewesen, der für soviele heut moderne Lebensformen Ange hatte, als sie noch nicht modern waren. In der berühmten dritten Szene des zweiten Auszuges des „C o r i o l a n s" hat 2 h a k e s p c a r e eilten Wahlvorgang, versetzt auf den Boden des alten Roms, geschildert, und was er darin vor allem zum Ausdrucke gebracht hat, das ist eine Geringschätzung des Wankelmutes der Menge, die dem ihr feindlich gesinnten Aristokraten schließlich doch ihre Stimmen gibt, wenn er sich nur dazu hcrabläfzt, freundlich drum zu bitten". Es kann nicht überraschen, daß gerade in England die Wahlen zum ersten Male literarisch verwandt wurden: war doch England zu Msarc- spcares Zeiten das einzige Land, das ein parlamentarisches Leben in Formen, die den heutigen verwandt waren, kannte; und so hat wohl Shakespeare in jener Eoriolan-Szene nur geschildert, was er in verwandter Gestalt im Leben beobachtet haben mag.
Mehrere Jahrhunderte später Hut dann ein anderer Sohii des englischen Volkes wieder eine klassische Schilderung des Wahllebens gegeben. Wer, der Tickens unsterbliche „Pickwickier" keimt, erinnere sich nicht mit ungeteiltem Vergnügen der Schilderung der Wahl von Eatonswill, jenes homerischen Kampfes der beiden von zwei feindlichen Blättern und ihren Redaiteuren (die besseren Hälften nicht zu vergessen) geführten Parteien und ihrer gewaltigen Anstrengungen; wer gedächte nicht der (östlichen Szene, wie der Wahlmaclser seinem Kandidaten bei der großen Versammlung den Rat gibt, zur Erhöhung seiner Volkstümlichteit einem Kinde aus der Menge einen guß zu geben und wie seine Zuversicht und Begeisterung eine schwindelnde Höhe erreicht, als der ursprünglich dieser Agitationssorm sehr widerstrebende Kandidat sich so weit überwindet, die gesamte zur Stelle anwesende Kinderschar abzulüssen ? Mit ubermüiigerem Humore ist der Vorgang der Wahlen sicherlich nie geschildert worden.
In der klassischen Wahlkomödie unserer Literatur, in G u.st a v I r ey t a g s Journalisten", ist der politische öintergriino immerhin ernster gezeichnet, wenn auch die Vorgänge der Wahlbewegung selost durchaus ms Licht humorvoller Betrachtung gerückt sind. Der Wahlkampf in oen „Journalisten" wird mit Eifer und Hingebung ausge- jochten, aber, von unserem heutigen Standpunkte aus betrachtet, hält er sich doch jo sehr in den Grenzen der Gemütlichleit, daß er uns beinahe wie ein Idyll im Biedermeierstiele anmutet.
Wesentlich jchärsere Töne hat der bittere Norweger angeschlagen. Ibsens „Bund der Jugend", mit dem er iucr|t bau Gebiet des modernen Gesenichaftsstückes betrat, ist eine dornige Satire auf das moderne Wahlwesen, deren volles Verständnis mir dem zugänglich ist, der die unlösliche Verquiaung politischer uni) peri örtlicher Motive und Interessen in den recht engen Verhältnissen der Heimat Josens hat beobachten rönnen. Im Mirteipunkt dieses Jbsenschen Wahlslnckes steht die Macht der Phrase, die ja freilich, <o lange es Wahlen gibt, dabei eine große Rolle gcfpiclt
5um Stande ter polarsorschung.
Ter bekannte Polarforscher Professor Otto von Nordens kjö Id, der stch gegenwärtig aus Entladung einer Reche wijseniaiastlicher Vereine au, einer Bortrag^urnee dura) .-wUifa)- land besiiidel, hat auf der Durchreise einem Mltaroeuer der „Deuticaen Iournalpost" eine Unterredung gewahrt und stch in interessanter Weise über verschiedene Einzell/ecken der polanor- .^t^^^tvrdenskwld, ein Neffe des berühmten Entdeckers der Nordoslpassage, ist ein Mann von ctrci 40 Zähren, Führung der schwedischen Südpoiarezpcditwn in den Zähren luJL bis 1'JOJ hat ihn nut einem Schlage ui die voroerne bt:u,c der Polarforscher gesellt. Aus feinen Mitteilungen geoen.wir fol- genees wieder: Gegenwärtig sind nicht weniger ms rum Expeüi- i^ncn nach dem Südpol unterwegs, scholl vor einigen ^aijren hatle.i die Japaner eine Expedition naa) Dem südpoi ausgeiandt, die aber wegen mangelnder 'nusrüsmng tiaglia- srnerterte. ■<iebi ist wieder eine neue japanische Expedition niucrwegs, der aver auch nicht viele Erfolge bcici icbcn sein dürsten, denn oic Japaner sind auf dem Gebiete der Polarsorschung noa> zu ivemg erfahren, ihr Unternehmen stellt sich mehr als ein Experiment dar Eine ziveite Expedition hat Vuiitrnlicn ausgerüstcr. sie ist gut vorbereitet und steht unter der Leitung eines Vertreters von ^haiue- toii. Größer? Erwartungen darf man an die drei übrigen linier- nehmungen knüpfen, die dcutfchc Expedition unter dem Ller- leutnant Fitchner, die englische unter Scott und die norwegische unter Amundsen. Tie.e Expeditionen sind fumt- lich gut organisiert und mit vorzüglicher ^Ausrüstung versehen. Lepterer ist inzwischen int geheimen abgefahren, wahrscheinlich um Soett zuvorzurommcii. Milchners Absicht ist in er,.er Linie die, geographische Entdeaung.n zu machen, die Errcunnng de. Südpols tommt bei ihm er,t in zweck er Reihe in Betraau. Eine Möglichkeit, mit Luftschiffen die Pole zu errei^en, iit vorhanden: ob das Experünent freilich v e i b c in g c g c n iv a r 11 g e Stande der Technik gltiucn wird, erfck-Knr zum muid.,.eri nicht sicher. Tie Schwierigteilen sind beim Südpol größer <u. beim Nordpol. Lei diesem liegt die Kun,i darin, cw einmal bm- zukommen; die Iiücksahrt wurde sich relativ leichter gestallen, da die vorn Nordpol aowehendcn Winde in der Me.,.rzecht lato. Haupkersorbernisse, um bei einer Potarsahet gute Erge^ms.e zu erzielen, sind gute Eisoerhältnisse und eine, reick.lic., Portion Gluck. Am Nordpol findet sich, w.e 'Nansen ,c;ifci;clit Hai, e.e.:o eis bei einer Tiefe von 30*30 Meiern, wavre. o |i-j am ^ilirjl CL.: antarlliscter Kontinent bis zu 3JJJ^S.-Jte.er.ijo^be u-
beiden großen Vullane Erebus und Terror, die verelts E.ei eu.- deckte, find noch in voller Tätigkeit, no.n <o,ialcke'eon uno ^eo.. haben ihre Feuersäulen gesehen. Ter in vee i«vne:i Bon t
hat. Tas schöne Wort von dem Rechte und dem Bunde der Juaend, das der skrupellose Rechtsanwalt Steensgaard in bi? Wählerschaft wirft, wirkt auf sie so hinreißend, bas; clbjt sein Gegenlandidat, der vornehme alte Kamincrherr, )ie Berechkiguug des Gedankens nicht ablehnen will. Wie dann dieser Phrasenheld und gewissenlose Demagog zwischen icn Parteien schivankt, wie er nach der alten sranzösischen Weisheit leer ausgeht, weil er zuviel erreichen will, bas lat ja IIsen überaus geistreich, freilich auch bnrchträntl von der ganzen BitterrKk politischer Mcnschcnvcrachtung, bic ihm eigen war, geschildert.
Ms ein Geg-nrs ck zu Ibsens von schneidender Ironie getragenem Werte .: nn man die ruhige unb reife Behandlung des Motivs bezeichnen, bic Meister Gottfried Keller in seiner klastischen Erzichungsnovelle „Frau Pc- gula Amrain unb ihr Jüngster" geliefert hat. Tic -clllirc btcfcu ^lobcUc mag beit Dcatfcheu in biesen ernsten ^agen nachdrücklich empfohlen werben: ibneit allen möfjcn^ bic schönen, würbigen und kräftigen Worte gesagt sein, bic &rau Pegula über bic Wahlpflicht spricht. Gaii^ im Gegensatz zu Jbsenschcr Bitterkeit steht die anmutige Ochoikhaflig'i'evt, mit ber Keller bann den zuerst wahlfanlcn Fritz bei der Wahlhandlung beu geplanten Wahlschwindel durchkreuzen und zur Herbeiführung einer redlichen Wahl mi.wirken laßt. Tie Verhältnisse, die bic Novelle schildert, sind schwelzerifch klein, aber bic Gesinn.mg, von der sie getragen ist, ist groß.
Als ein Tichtcr, der für alle mobcriicit Lebensformen ein besonbers Helles Auge hatte und unbedenklich zur Darstellung dessen griff, was das Leben seiner Zeil ihm bot, hat Theodor Fontane das Wahlmoliv wiederholt verwendet. Mehr episodischer Natur ist die Kandidatur des Kommerzienrates Treidel im Wahlkreise Zofsen--veupitz, blC baut der Ungeschicklichkeit seines Wahlagenten so unglücklill) verläuft. Dieser Waichagent, der yrotesie Exleutnant Vogelsang, ber Begründer unb zugleich einzige Anhänger der „RoyaldemOiratic", ist wohin bie Gestalt, um derentwillen Fontane hauptsächlich tie ganze Wahlepisobe in feine Frau Jenny Treidel eingefüge hat. Breiter und großer angelegt ist die Schilberung ber Wahl in Pheinsberg^Wutz in Fontanes letzteni Werne, dem „Siechlin". Hier stehen wir ganz unb gar auf modernstem Loben: ber märkische Groß- grunbbesitzer unterliegt bem Sozialdemokraten, und von köstlicher, echt Fontancscher Ironie ist ber Schluß dieses ganzen Wahlcapitels: wie Dudslav Stechlin, ber durcyge- jallene Kanbibat, ben alten Tuxcn trifft und von ihm erführt, baß er für den Sozi alb emo trat eit Torgeldw gestimmt habe. Ja, warum denn? Nun, fie hätten gesagt, er wolle was für bic armen Leute tun, und sie sollten auch ein „Stück Tüffetlanb" bciommeu. Vorläufig aber reicht igm Stechlin eine freundliche Gabe, gibt ihn guten Rat unb heißt ihn hübsch nach Hrnise^u gefeit und von Tiisfellanb zu träumen. Politische Phrase und Wirtlichkeit!
Zum Schlüsse dieser kleinen Blütenlesc mag daran erinnert sein, baß Mark Twain in einer seiner Skizzen „Wie ich mich um ben Gouverneurposten bewarb" amerikanische Wahlsitten geschilbcrt hat. Er toenbet auch in dieser Skizze, bas ihm cigenrümliclj€ Kunstmittel ber gro- tesien llebertreibung an, aber hinter seiner schilberung, wie ein ehrlicher Mann, nur weil er in den Wahuampf cm- tritt, zum Meineidigen, Diebe, Leichenschänber, Säuscr und dergleichen gestempelt wirb, liegt, wie man weiß, recht viel Wahrheit. Unb wenngleich ber Wahuampf auch bet und so Manches bringt, was wir nicht gerade ins ber Ehren anfzeichnen mögen, so bürien wir doch, ohne in Phariüsismns zu verfallen, ange.iajts solcher Formen des Wahllebens sagen: Seht! Wir Wilde sind doch bef,erc Ptenschen!
An» StaM und Land.
Gieße n, 13. Januar 1912.
•• Bahnpersoualien. Der GroßHerzog hat dem Strccfcnarbcitcr Ludwig S tack in Rödgen bet Gießen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue 'Arbeit" verlieben.
♦♦ Stadttheater. Auf bic nm Sonntag itncnmtnag stattsinbeude Wieberholung von „P o l n i s ch c Ä i r t - s ch a f t" fei besonders hingewiesen, bii^zunächsi keine wetlere Aufführung ber beliebten Vaubevill.' Operette vorgesehen ift. Die Aufführung sinbet bei kleinen Preisen statt.
" Zitherkonzert. Zu dem morgen, Sonntag, den 14. d. Bits., im großen Saale von Steins Garten slatt- findciiden Zither-Konzert mit Gesang wird unS geschrieben: Der Verein „Zit he r kränzt aus Marburg hat es sich zur Ausgabe gemaetjt, neben der Pflege der Zithermusik, bei der übrigens noch eine Anzahl anderer Instrumente, wie: Lallten, Mandolinen, Violinen, Cello, Flöte und Concertino mitwirken, den frischen Tirolergesang in vieritinnuigem, gemischtem Ehor zur Geltimg zu bringen. Der Dirigent, Herr G. Walienbrocf, hat mit seinen Sängern und üAnsilern bereits in mehreren Konzerten gro'je 9lnerlcnnung unb lebhaften Beifall gefunden. Hervorheben möchten wir noch, daß sämtliche Biltwirkenden in echten Tiroler-Kostümen auftrclen. Tas Programm ist sehr reichhaltig unb abwechselnd; nach jedem Zitherfviel folgt ein fesches Tirolerlied (Chor ober Quartett). 'Nach Schluß des Konzerts wirb ber ,Zither- (rang* noch auf einige Stunden, bis zur Heimfahrt, in Konzertlokal ein Tänzchen arrangieren, zu dem alle Konzert« teilnebmer freundlichst eingelaben sind.
* * Vesitzwechsel. Der ehemalige Restaurateur Heinrich Hahn kaufte vom Revisionsbcamten Georg Grü- nig dessen Haus, Henjelstraßc 3, für 36000 Mk.
Lanbkrcis G.efzcu.
- m. Birklar, 13. Jan. Beim Holzfällen im Walde verunglückte gestern vormittag der. hiesige verheiratete Georg E h r i s p e n s; er brach ein Bein.
Steinberg (Kr. Gießen), 12. Jan. Der Gelang- verein „Jugendfreund", der fich schon mehrere Jahre an Gesangswettstrellen beteiligt Cat, bealhidjtigt auch atts Anlaß seines 2ojährigen Westehens nächstes Jahr (1913) einen nationalen Gesangswettitreit zu vcranstaitcii.
- - Steinbach, 12. Jan. Nächsten Sonntag hält ber Bur sch entlud Gemütlichkeit sein erstes Winter- vergnügen in Form einer Abend Unterhaltung mit Ball im Gast Yuns „Zum Einhorn" ab.
Kreis Büdingen.
? Merkenfritz, 12. Jan. Unser Nachbarort Gebern hatte sich im verstossenen Jahre zum Anschluß an das Elektrizitätswerk zu WöLsersyeim bereit er Hart. Da jedoch infolge ber zu großen Entfernung bic Einleitung der elektrischen Energie mit Schwierigkeiten verbunden ist^ so beab,ichtigt Gedern in Gcmeinsn/aft mit anderen umliegenden Orten das hiesige Elektrizitätswerk käuflich zu erwerben. Tas Werk ist nun ,chon feit vier Jahren außer Betrieb.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 12. Jan. Der hessische Feuerwehr tag wird dieses Jahr in un.erer Seavt abgehalten. Vom 22. bis 23. Juni werden sämtliche Wehren unwres Landes zur Beratung hier zusammentrelen. Die benachbarten preußischen Wehren Homburg, Frankfurt usw. sind eingelaben. Mau rechnet auf 3 bis 6u00 Feuerwehrmänner. Die hiesige freiwillige Wepr tu iw eine A.ugÜifs. buug vvr- s uh reu. Als Festplatz wird bie Scewicse oieneu.
genannte Amerikaner Eook, der Namensvetter des berühmten ^Engländers, iit ein etwa phamastisajer Herr, er nimmt bu jäxia)e nici/t genau, wie man zu sagen pflegt, daß er aber nut Avficht )a)ivinDeit, ist woht omsgesütmicn. Im übrigen hat er ;a Pyvto- graph:en mitgebracht, an L ano deren man leine Bwaup.nngcu wirb nachprüfen können. Pcary ist ein durchaus crntthaft^zu nel'menbcr Forscher, dem große Mittel zur Seite liehen,
Meer um ben Süvpol i.t sehr reich an Waten, iiamcntlid) an din> waten. Nachbcm sich bic Engländer Von dem Fang mehr und mehr zurüctgezogen haben, i|t er, im wcsLNttia>en verantalü^durck) bie schwedif'Ge Expedllion von schweRsck-en und norwcgiichen Dampfern wieder aufgenommen worocu. Ter Fang wirv oirerl vom Tampser aus bettieven, im leisten Jahr bCtief fioj der Wert des Fanges auf etwa 30 Millionen Mark
uebcr feine weiteren '.putiie üw.lke pch Nordrnsllolo nicht weiter aus-assen, er deutete nur an, daß er feine Foricyectatigkeck noQ) nia.t fuc abgcschlosfen Halle.
— Gießener Stad11hcater. 'Tie Hochzeit von B a l e n i. Sonsten in der gesiiteien Welt i.t es üölim, daß man die Jugend fünden eines Menschen rüasichtsvo.l n.u dem, manchmal ja allerdings sehr fadenscheinigen Mant.l der Näch,ienlicoe de- occkt, aber sobald sie einmal schwarz auf weiß da liehen, i,t der Missetäter nie mehr iLi.r, se.b,r rocn.i c: :njrci|<3i i'.roimatia-e^ gcä'irict hat. Ganghofer Hai nun seck d.'ii aajliigcr ^ahrei manaferlci geleistet uno cs cigcntim) ni^t vervie.»., daß man oicscn dramatisierten Hinllrrreppe.-.roman naa) einem Vleriellahe- i,unaert ivicjcr an daS Licpt d.r Rampe zieh:, denn wozu wäre das uüde' Sechfl bei einer so guten Tarsteitung, wie wir iic gcacrn unter Herrn BakofS Leitung sähe.-, kann diese rü^r'e.ige, langatmige Mar nichts gewinnen. W.r sckuo heute g üaUw.rw.ue an bessere Kost gewohnt und wünschen uets die Z.cken, da cer Vul^a- befitzer ein Kaf en,nick war, wahrhackig nient ine. e iua.d. _ii; cm,a ciöcni-e Ter.abe ber neuen ueuti-,c.t Lüera.u» liegt 5.vi,c »n oau'.als und heute. . .
Erfreuiia» luer bic n<.ii?,e Aufführung insoweit, a.5 sie einem Tcue bc_' Personals Eelegenh-it gab, in größeren RR.cu za glänzen, vor ackem Frauiein de la Eh a pel l <c, die leider nur jC-teii in wichtigeren biv.lcn zu sehen i,r. ^ic sp.cnc b.c^ u.u ihr ^ibc;i-g üa dc.rog-nc Zig.uncrin a.ie ii. er, g.ute..h.if;cr '-ck.rwrpe- rung uno zeia.nlle iu) fjtv) jbre, üoerz.usenoe, hc.z.ia) i>c;e.uc Tar,.e^lu'NI besonder.- -aas. Ein '<e..j.vU’.t., c.c auf nuferer Sühne ja eine Se.ien.,... sind, ctjr.e die Knn,iieein l-ewno- .e. ...wer Sühne gao ve.n c..we ^orsng.m-e.i
iMtaeic ।.ine vckig-WLNiü., :u;rrc eian.i, v.e t,LS 1. c e.li.i-. e iu,ari h.rau.zuuroeiten uiu) auuj i.t vcn ^tnz.r.jil.en uucu;.
,i\nc uiu> üage Eear-ii^.zei- -Ni.g usieut. -ver^
t/t 6 p c v o r t üi» fvicuc niu,t nne on v.ii ^u./.rcru un
Gerichtssaal Triumphe, bock) wäre geraoe bei ber Verteidigungsrede, bic manchmal von bem Lärm der ausständigen Bauern übertönt würbe, eine schärfere Phrasierung nicht seht am Ort gctocfen. Im übrigen aaer war feine Darnellnng, bic sich den schon genannten würdig anreihte, eine sehr erfteuliche und hervorragende Leistimg. Fräulein Sasinibt ipieite bic Pta reckt schön, boch wäre eine größere Illthc vor allein in den Genen sehr zu wünsü-cn. In den Leineren biolleit sind noch zu nennen Frl. Scholz als Para- tiha sowie bie Herren Steingoetter (Tragofw, Gott -No- lara -, '.Qor ben (Oleseu), Bakof (Barbu), Eonradi (Ginn- ipea't), Volck «.Fortunat, und Carlo ^Gorowe). — Von einigen ^ruaielstern in ber Besprechung der Frosche ift vor allem riajlv.i zu sieiien, bas; ber Darftcller des DiomisoS nicht Jurgens, sondern Jurgas hieß. N.
— Eine Zentralstelle für telegraphische Zeit- übertragung, welche mit Hil.e ber eleltrischeu Wellen sämtliche Dfientiiaje Uhren Teutichianos völlig uberelnillmmeuo betreiben soll, wirb nach bet „Umfckwu" in ber Nahe Fulbas errichtet werden. Zu diesem Zwecke wird ein Lcudcturm von circa 100 Meter Höhe gebaut. Jede Minute sendet eine der drei in ber Zeitze.nrale befindlichen Normaluhren einen Hoch- fpannungsstromflosj zur Senbeantenue, von der aus bte clel- iriichcn Wellen aiSbann aus.trahlen. Tie in gant Dcutschland auigciicllten Emviangsuhren werden jede Minute durch bie>e eletirischeu Weileu weiter gestellt. Tas gesamte Uhceujy .em ist uuemviäuglich gegen jejlitpe fremde Wellen, so baß Storungen iclb,t dura) atmofphari,c^e Äeuen ausgeschlossen sind.
(ff) Elektrische Kartosfelzucht. 2lus Tumfries weiß der Etauvaro" über oic Erioige zu vcricht.n, die eine Land- luirtin in Lundcluben mit elektrischen Kartosselzuchlrermcken er- 'iell hat. Auf ihren Landgute wurden auf gleichartigem Boden zwei gleich große stücke von je 8 acres mit gleichen wcengen em und beri'clben Martouelart angepflanzt. Das eine Versuchsfeld rccr mit elektrischen Entlabungsavparaten nach dem cDfiemc Ellver Lodgc--tewman versehen. Die Enlladungsdrähte waren um das <>c.o l;.rum und aun) aucr oariioer l.i tutet .st)0i)C rock nickt ganz iunr Metern ausgefpannt. Im ^an-m r urdc Mährend einet Feil von vier Monaten das Versuchs,clö täglich ekitriicg be,irai>i. ??Qbci rource die Zeit der Bestrahluttg nach dem Wetter geregelt. An trüben Tagen lleß man bic Elellrizität morgens uni) abends wirken, während man an sonnigen Tagen nur ben Abend Wählte. \.'i gcireit tonnlc bie Elet.riztmt 413 stunden e.iircrrtcit. ^te günstige Wirkung l:r clellrismen Entladungen ioü sich recht bald ■ mctijai" geinaüti haben, a. as E.ioergCi,,'..^ war, ba;z bas eie. ir.st.) behanoelle Maiioiieljelb sechs Tonnen mehr Kartoffeln trug, als bas unbejitaijit geolteoene. Ter „Ltandard" gtot ntchi au, rcie groß ric Ernten überhaupt waren und sagt auch nichts üuev Cie Hcjicn der eletrrisigc» Bestrahluns.


