Ausgabe 
15.8.1912 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

Ur. M

162. Jahrgang

Giehener Anzeiger

Lrfcheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag».

und (Efjrtnpn

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fid> mit Crgaiü- unb bei Antrüg«

Verein Eich jen unter deinen

nur mit SBiberftrcben; die Zahl dieser Beamtinnen betrug damals knapp 100. Sie stieg ganz allmählich in 20 Jahren auf 2000, erst 1900 begann der weibliche Ansturm bei der Post, jetzt sind es rund 20000 Tarnen, die die Post, Tele- phonie und Telegraphie beschäftigt.

Die Einstellung weiblicher Kräfte bei der Reichspoft in erhöhtem Maße st

_ al sich als notwendig erwiesen, um den

Bcamtenzugang bei der Post einzuschränken.

70 Denkmäler erfreuen können: dann folgen die mit 58 und die Künstler mit 48 Denkmälern.

Zahl der Denkmäler als Maßstab für die nationale ^Verehrung ansehen kann, dann ist die größte Nationalheldin ,Frankreichs die Jungfrau von Orleans, die man in 12 Denkmälern verewigt hat. Dann erst folgt Napoleon mit 9 Denkmälern. Tie meinen der Denkmäler find Werke David Angers, nämlich 21; bann folgt De Dubran mit 11. Was nun die Verteilung der Denk­mäler in der französischen Republik unbetont, so steht an der Spitze das Tcpartcment de la Chöte d'or, das^iich 21 Denkmäler erfreuen kann, unb zu allerletzt kommt das Departement de la Vienne, das kein einziges Denkmal fein eigen nennt. Uebrigens ist cs höchst bemerkenswert, da» der Aufschwung der Denkmäler erst nach der Revolution eingesetzt hat. Vor der Revolution gab es nämlich wohlgemerkt außerhalb der Mauern von Paris'. nur zwei: ein Denkmal Ludwig XV, in Reims und eins der Jungfrau von Orleans in Rouen.

Apolitische Tagesschau«

Zue Einstellung von weiblichen Beamten bei der NeichLpost schreibt ein Postbeamter:

Donnerstag, 15. August 1912

Rotationsdruck und Verlag der Br übl ichen Universität» - Buch- und 6tetnbruderci.

9L Lange, Dießen.

DieGießener FaMlliendliNer" werden dem »Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da» Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tielandwirtschaftlichen Seit- fragen" erfchemen monatlich zweimal.

General-Anzeiger für Gberhesjen ___M«

Tie vierte geschlossene Versammlung beschäftigte zunächst sich mit den Anträgen des .uorüen Aus­schusses Diese Anträge betragen u. a die I u g e nd pt l c g e. Abg Gerstenberger wünschte, daß auch die katholische Jugend­pflege ,'ich tu der Richtung der Webrkraftbestrebuiigen bemegen solle. Die Jugend mache gern Ausflüge und körperliche Hebungen, und wenn daS die katholische Jugendpflege nicht mümadx, bann gingen die inngen Leute zur Jungdeutschland-Bewegung über. Ein zweiter Antrag .beschäftigte sich mit her thtTforac jut Zu- ziehende In dem dritten Antrag nntrbe eine wirksamere Beteiligung der Katholiken am WirtschastS- leben verlangt Die folgenden Anträge beschäftigten der Frage ber Pripatangestellten, der Schaffung von fationen für die weiblichen Handwerkerinnen Förberung deS katholischen Frauenbundes. «ämUiche

Deutscher Aatholitentag.

Aachen, 14. August-

4. Tag.

Tie heutige Tagung begann mit einer großen Misstons­versammlung, die von den verschiedenen an der Mission interessierten Organisationen veranstaltet war. Das Präsidium übernahm Fürst Löwenstein. Bischof Geher aus Ehar- tum sprach über die Ausgaben der Missionare. Er schilderte ein­gehend, wie mühevoll der Missionar arbeiten müsse, ehe eS ihm gelinge, das Vertrauen der £>eibcn zu erwerben. Ein scharfer Feind der christlichen Mission sei der Islam. Die bisherigen Erfolge der Missionare in den deutschen Schutzgebieten seien glanzend. Don den nichtbeutschen Okbietcn gefiele es den Mis­sionaren in den englischen Kolonien am besten.

Rektor Janssen «Ohligs) sprach über die Pflege des Mis- sionsgedankens bei ber Jugend.

utes Wirtschafts­weise zu haben ;en (eingetr. Dm >er

- Telephon 658

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redakioiu^EllL. TeL-Abr^AnzcigerAietzen.

Bon der Rührigkeit der fozialdemokratifchrn Partei

1 egt ber Bericht beS Parteivorstanbes an ben Parteitag in Chemnitz Zeugnis ab. Ter Vorwärts macht daraus einige Mitteilungen:Tic KreiSorganisationcn zählten am 30. Juni bieseS Jahres fast eine Million Mitglieber, rund 16 v. £». mehr als im Jahre vorher. Tie Parteiprcsse hatte fast 1 300000 Abonnenten, rund 170000 mehr als im Jahre vorher. Tic Zahl der sozialdemokratischen Land- tagsabgeordneten ist um 36 auf 224 gestiegen: feinen Ver­treter haben mir außer den beiden Mecklenburg das Herzog­tum Braunsckuveig, die Fürstentümer Schwarzburg-Son- berahaufen, Waldeck und Reust ä. L. Die Partei hat in 470 Städten 2531 unb in 2680 Landgemeinben 7593 Ver­treter, außerbem in 50 Stäbtcn UM Magistratsmitglieder unb in 157 Landgemeinden 204 Mitglieder des Gemeinde- vorstanbes. Für bic Wahlen sind von ber Zentralkasse 910 000 Mark ausgegcben worden, dies ist fast doppelt so­viel wie die ReichstagSwahlen im Jahre 1907 erjorberten. Den Reserven würben 233 000 Mark entnommen." Die sozialdemokratischen Gewerlschajlcn haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 72 Millionen Mark eingenommen, das sind 8 Millionen Mark mehr als im Jahre vorher. Vor 20 Jah­ren hatten die Wewerffdjaften. nur eine Einnahme von einer Million Mark. Ihr Vermögen betrug damals noch nicht eine halbe Million Mark, jetzt 62 Millionen Mark.

Kampfe könnte auch der Adel etwas mdjr tun.

Rentmeister Eickhoss (Münster) empfahl ebenfalls ein Zu­sammenarbeiten der Konfessionen. Wir haben sogar einen Juden nicht versckjmäht, und er hat sich als ein sehr nützliches Mitglied erwiesen , _

Oberlandesgerichlsrak Marr bitief, alle katholiichen Kreise für die gute Sache mobil zu machen. Wenn sich weite Bolkskreise weiter erheben und die Verseuchung der Jugend sich nicht gefallen lassen, werde auch bic Rechtssprechung sich ändern. Der Redner bonfr ber preußischen Justizverwaltung, daß sie die BekämzLung der Schmutzliteratur bet ber Staatsanwaltschaft in Berlin -zentra­lisiert habe. Vielleicht empfehle es sich, eine Zentrale für ganz Deutschland zu schassen. (Beifall.)

Sämtliche Anträge wurden mit unwesentlichen Aendcnmgen angenommen.

Der Beginn ber

vierten geschlossenen Versammlun g gestaltete sich zu einer großen Ovation für ben Grafen Droste- Vis ch e r i n g aus Anlaß von dessen 80. Geburtstage. Der Vorsitzende dankte dem Grafen für alles, was er für die katholische ÜirdK getan habe, worauf der Graf bewegt erwiderte.

Reittistagsabgeordneter Arbettersekretar GieSberis (M- Gladbach * behandelte die Frage:Welche Ausgaben stellt uns die Binnenwanderungder Bevölkerung". Er schilderte ben Umfang der Abwanderung ber jugendlichen Arbeiter in die Großstädte und die Gefahren, die ihne^ hier auf sittlichem Ge­biete drohen. Gar leicht fielen sie auch der Sozialdemo­krat ie in bic töänbc, bereu Parole laute! Erst rot, dann Brot. Die erste Fürsorge für die Auswanderung soll in der Heimatge- mrinbe einsetzen, die Hauptaufgabe fällt aber den Zuwanderungs- plärcn zu, wo Fürsorgestellen für Zu wandernde errichtet werden müßten, wie dies schon in einigen «tobten in großzügiger Weise geschehen sei.

Sladtpfarrer Knebel (Mannheim) sprach über Stellung unb Aufgaben der katholischen Frau im Leben der Gegenwart.

wurden einstimmig angenommen.

Die Versammlung ging dann zur Beratung ber beS dritten Ausschusses über In dem Antrag betreifenb die B er u i s v o r rn u n b s cha ft wird auf die Gcahr aufmerfiam gemacht, welche bic immer weiter um sich greifende Bewegung zur Bcrufsvormundscliaft der Gemeinden für die religiös siitltärc Erziehung der ihr unterstellten Mündel auf dem Boden ihres Bekenntnisses mit sich bringt. Ter tziveitr Antrag, verlangte einen innigeren Zusammenhang zwischen den Katholiken des Mutter­landes und bee« Auslandes. Rach einer Pause wurden bic Anträge betreffenb die Unterstützung deS Josefs MissionsvereinS, die För­derung katholischer Kiuberhorte und der Fürsorgevcreinc für die icfäbrbctc männliche Jugend, endlich bic Unterstützungen bei tzuizcnzvereinS erledigt Der letzte Antrag bezog sich aut die Bekämpfung der öffentlichen Unfittlidifcit, er wurde Don Mons. Werthmann « Freiburg i. Br begründet.

In der Ausfpraclie hierüber führte AmlSgerichtSrat L ü ck i n g auS: Man sage nicht, daß in einzelnen, besonders in kleinen Orten, gegen die Unsittlichkeit nichts zu tun sei. Man erntet ja in dem Kampf gegen die Unsittlickkcit wenig Lorbeeren, eher etwa- anderes. Der deutsche Michel trägt eine so starke Rüstung gegen den äußeren Feind, es ist notwendig, eine immer stärkere Rültung auch gegen den inneren Feind zu schaffen. Wir erleben c6 alle Tage, daß wir von ber Staatsanwaltschaft eine Zu rückwcisung bekommen, wenn wir sie ver­anlassen wollen, gegen Unsittlichkeiten vorzugehen In der letzten Zeit ist das allerdings nicht mehr so fdjlimm. Man sollte unseren Vereinen zur Bekämpfung der Unsittlichkeit das selb­ständige Klagcrecht geben, wie bas in England längst der Fall ist. Die Bekämpfung der Unsittlichkeit ist ein Gebiet, auf dem bic Konfessionen zusammenarbeiten können. In diesem

Seit Jahren herrscht bei ber Post- unb Telegraphenver- waltung eine Ueberfüllung ber Beamlenstellen, bic auf bas Avancement ungünstig einwirkt. Da bei ber Reichspost bas bestreben herrscht, alle minber wichtigen Arbeiten auf ge­ringer besoldete Kräfte zu übertragen, so muß in ber An- rmbitte unb AuSbilbung neuer Beamtenanwärter vorsichtig oorgegangen werben, uni bic schon herrschende Ueberfüllung nicht noch schlimmer zu gestalten. Seit Jahren finb zahl- cnche Arbeiten, bic ben mittleren Beamten übertragen raren, von Untcrbeanrtmi in gehobener Stellung ausge- iuhrt nrorben, so ber Päckerei- unb Bahnhofsbienst, ver- iichsweife sollen solck-e Beamte auch Schalterbienst ver­sehen, so bes Nachts an Telegraphenschaltern usw. Diese Kaßnahmen, bie bie Billigung beS Parlaments fanben, er­fordern für bic Ankunft eine Beschränkung ber Zahl ber ßostanwärter. Bisher wurden in der Regel bie Anwärter nir den mittleren Dienst auf den kleinen Aemtern ausgebil­det, ba sie hier in den praktischen Dienst schneller unb besser ngeführt werden konnten. Diese Anwärter wurden nach fi lieben der Afsistentenprüfung nach einigen Jahren an- gestellt. Es hat sich jetzt herausgestellt, daß bei Fortdauer ? escs Zustandes viel zu viel Beamte ausgebildet werden, b'.c später feine etatmäßige Anstellung finden können, auch wenn sie allen Anforderungen genügen. Um diesen l'cbelständen entgegenzuwirken, wird bic Zahl ber Anwärter erheblich eingeschränkt werben müssen, unb es werben nur s-viel Anwärter in Zukunft probetveise beschäftigt werden, als später als Assistenten gebraucht werben Die übrigen f teilen auf ben kleinen Aemtern in ber .'Hauptsache han- )?lt es sich nur um solche sollen von weiblichen Beamten

N«nst, Witzenschaft nnd Leben.

kf Der 200. Geburtstag bes Erfinders des Aegcilfchir in S. Ungefeiert, säst unbemerkt ist der 200. Ge­burtstag des Mannes vorübergegangen, dem wir den Regen- schirm verdanken. JonaS Haimvay- der am 1- August 1712 geboren wurde, kann in der -rat, wenn auch nicht als Er- sinder deS Regenschirms, doch als der Mann bezeichnet werden, auf den diese nützliche Waffe gegen den Regen zuruckgebt. Emc alte Chronik der Stadt Konstanz weist zwar zu melden, dast bereits der Papst Johann XXIII. auf dem großen Konzil vor beinahe fünfhundert Jahren einen Regenschirm benutz^habe alüii' dies war ein riesiges Gerat, an dem cm Mann im ^a"el 'chwer »u tragen batte, wahrend JonaS vanwav wirklich

der mit einem einigermaßen handlichen Regen,chirm m den -braßen Londons nmberzugehen wagte, damals war cs nämlich w'rllich noch ein Wagnis, sich mit einem Rcgcmckirme gegen den Reg.n ni schützen, und wer dies tat, war als Weichling!^n ,chwernei. Beleidigungen in Dort und Lat ausgeictzt. Das brtte auch JonaS Danwah en'alwen müssen, als er in den

wahrfcheinlich zuerst 175b in London leinen Regenschirm benützte. Sein Regenschirm wog etwa 10 dmnd, batte kraUige Rwpeu auS Fischbein und war mvt ,cb^rem Oeltuch be,Pannl. so daß ei- mit den heutigen Regen,chirmen nicht allju. mel .lejn lichkeit batte, aber Ionas vanway trug ibn doch, ohne nw um bie Beleidigungen, denen er auSgceyt war, zu kümmern Er fand einige Anhänger, und nach stmem^Lode <1/^Xkh sich der Regenschinn allmählich über England, Frankreich und bas übrige europäische Festland. Im Jahre 1780 jibngcn-. in England bereits das erste Rcgenich^paten , eine rag Vorrichtung betreffend, erteilt, worden zic Vollständigkeit er ,erbert es, hinzu zufügen, dast JonaS Vanwav nach einem an großen Reisen reichen Jugendleben sich in ponben nieb^gdancn unb dort eine außerordentliche fruchtbare fchriststclleruche ^a ig

_ Ditznamen Für die einzelnen Gewerbe kennt b:c Sprache zahlreiäx' witzige Benennungen. Der Schneider ist der Ritier von der Radel, Fadenbeißer, Zwirn, Meister Bügcleistn, Mcckmeck, Ziegenbock, and) bloß Bock, Schneider Dippov: der Schuster Meister .tnicncm, Meister Pfriem, Lickleder (= leck baÄ Leder, Pechhengst ^aus der Stubentem'prache, Pechdraht, Zickenbrabt (=- zieh ben Draht): der butmcdier Kopfschuster: ber Bäcker Mehlwurm, niederdeutsch Kik in n Aden guck in den Ofen. Hutzelbäcker vutzel = gedörrtes Cbn,, Rnubrf- bärfer (ftnubeln, von schlechtem Gebäck, Dcrgastc: der Muller Mehlhofe, Klappcn'chütz, niederdeutsch auch Motte- oder Multc- fängcr von der sog. Molter ober Molt, die ein bestimmtes Rom- mast war, auch der Anteil von dem zu mahlenden Korn, den ber Müller für sich behalten durfte, wobei er nickst immer ehrlich oerfubr Der Fleischer Metzger. Schlächter heißt Katzorf (Haimmpraäc , vannnelmörbcr, Kälbertöter, niederbentich Ferkes- stecker 7vcrfcnftcdx*T : der Brauer Plaufchmichel, Waffer- boktor- ber Tischler Schreiner'' Lwlzwurm, tzobelmajor, Leim- tiegel- der Zimmermann Meister Winkelmaß, Lattenhauer 'Latte' -- Tack,hol;, Sparren , Zimmerochse: der M au rer Dreck- schwalbe, Lciinkläckcr Lchmtlicker : der Zimmermaler Vüi- ftrridtcr Landstreicher niederdeun'ch fulen Landstriker , Farbcn- kleckfer, Pinselauäler, Sckmiicrlapv: der Schmied Rußwurm, Flammer Gaunersprache , Pinkepank, nicberbeuti-ßSIah ov't Jsen: ber Schlosser Katzcnkopf, nieberbeutfeh Satten fopp Gauner smache, Ambostpinker: der Schornsteinfeger Schwarzkünst- | [cr Fcucrrüpel, Kaminrat, Röhrenkieker, Klinkenträgcr .stliuke

Die UnfaIIgefaf)ren in der tzolzinduftrie.

Zu unserem gestrigen Artikel über bic Wanderaus­stellung bei- deutschen Holzarbeiterverbandcs in Darmstadt schreibt man uns noch:

Die Unfallgefahren in der Holzindustrie sind ohne Zweifel größer als in vielen anderen Gewerbszweigen Das bringen die mancherlei gefahrbringenden Maschinen mit sich, die in Sckircinereien, Waanereien und Sägewerken zur Anwendung kommen. Durch die beiden Ueberland- zentralen in Gießen und Wölfersheim werden sicher­lich sehr viele Handwerker zur Anschaffung von Maschinen veranlaßt werden. Es ist deshalb ein guter Rat bei Zeiten wohl am Platz. Mögen die Meister cs ja nicht versäumen, bei ihren Bestellungen die Lieferanten schriftlich zu ver­pflichten, daß sie alle Maschinen und sonstige Betriebs- cinrichtungen den gesetzlichen Vorsärriften entsprechend und mit allen "Schutzvorrichtungen der Berufe-genossenschaft lie­fern und alle nach den Feststellungen durch Revisionsbeamte noch fehlenden oder für ungenügend erachteten Schutzvor- rid)hingen innerhalb einer bestimmten Frist kostenfrei nacfc liefern und ergänzen. Dadurch bleiben die Meister von manchem Verdruß verschont, die Betriebsgefahren sind nach Menschciimöglichkeit beseitigt, und der Revisor hat die halbe Arbeit.

Schmutze herumrührt): ber ttcher Rumtreiber, nieberbeutfd) Rümbriwer (weil cr, indem er bic Reifen festschläat, herumläuft): ber Gerber Fcllncpper, Satten filier (= ber Katzen bas Fell abzicht), Krauter tbct Kraut uni er die Lohe mischt i: ber Weber Svulkaier, Läppchen, nieberbeulsch Galgenvogel (Galgen ein Teil des Wcbstuhls/: ber Seiler Galgenstrick, Krebs (weil er rück­wärts gebt : ber Wagner Krummholz: ber Tuchmacher Tuchscherer, Feilläppchen, Flockendrescher, Scherkinb: der Fär­ber Lappeiitunkcr: ber Jäger Grünhvsc, Grünspecht, Laub­frosch, nieberbeutfd) Buschkrüper: ber gewerbsmäßige Mäuse­fänger Kammerjäger: ber Schiffer Blaujacke, Teerjacke, Wasserratte, Seebär: der Barbier Baibutz, Bartkratzer, Schaum­schläger, Schnutenfeger, Verschönerungsrat. Imme (Essen).

Die Geschichte eine- Leibt-Bildes. ,42 Jabrc lang ist ein klassisches Derk der deutschen Kunst ber Oencntlichkcit völlig entzogen gewesen: nun aber hat eS aus der Fremde den Weg in bic Heimat roiebcr zurückgesunben und wird hoffentlich bald der größeren Allgemeinheit zugänglich sein. Dieser roiebcr- geroonncnc Schatz ist Leibis rounbcrvollcs Bilbnis ber Frau Geben, lieber bie Geschichte bieses Gemäldes macht Tr. B4la Lazar in derKunst für Alle" interessante Mitteilungen. Zum erstenmal erschien das Bild auf der Münchener Internationalen Kunstausstellung von 1869, roo es großes Llufsehen erregte. Nicht nur bie bcutidic Krüik, »onbern auch ber berühmte französische Kunsthistoriker Eugen Müntz waren deS LobcS voll.Tie Hand ist noch ungeübt," schrieb Müntz in berGazette deS Deaux ArtS", aber diese Hand, man erkennt sie schon von weitem: daS Wissen mangelt, aber nicht bas Talent." Sogar Eourbet, ber von ben Münchener jungen Künstlern verehrte Bahnbrecher ber mo­dern en Kunst, wendete Letbl Anerkennung, vor allem auf Grund imc5 Bildnisses der Frau Geben. Das Werk würbe 1670 in Paris mit einer Medaille ausgezeichnet unb für 6000 Franks an ben Sammler Garoane verkamt. Bon biefem Augenblick an war die herrliche Arbeit für die Welt verloren; cs wurde von dem ciien'uditiq wachenden Besitzer besonders vor Fremden streng verborgen: man wußte kaum nock, wo c5 sich befand. Leid! hatte übrigens das Bild zunächst jur Frau Geben seihst gemalt, aber als sich in Paris ein Käufer dafür fand, verkaufte er eS, ohne Gebens davon Mitteilung zu machen. Geben hatte di ei'e Rücksichtslesiakeit Leibi sehr übel genommen unb sich noch nach Jahren barüber beklagt. Das Werk, das in der LebenSarbcft Lcibls eine so große Bedeutung entnimmt, stellt jenen eigentümlichen

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Tauer,

gesetzt werden, die gegen Diäten beschäftigt werden lind denen eine Anwartschaft auf etatmäßige Anstellung licht zusteht. Diese Damen werden in gleicher Weise 'chaftigt wie die jetziaen Anwärter, zuerst im Innendienst, jpäter auch im Schalterdienst mit leichten Arbeiten. Auf diese Weise werden allerdings jedes Jahr Tausende von Anwärtern für die mittlere Postkarricre ausgeschkosfen Tiefer Ausschluß ist besser als spätere Gnttäuschung über lange Wartezeiten unb unzulängliche Diätenbcfolbung.

Ob durch diese Maßnahmen ivesentliche Ersparnisse flcjcitigt werden können, läßt sich noch nicht übersehen Mas die Tauglichkeit der Gehilfinnen anbelangt, so haben sie sich bisher bewährt. Hat doch die Derwalhing saft 6000 etatmäßige Beamtinnen unb über 13 000 nicht | «tatmäßige 64elftlfinnen. Die Mehrzahl wirb in ber Tcle- II phonie verwenbet, aitbcrc in Postämtern zur Bebienung n»u Schreib- und Rcckzenmaschinen, ncuerdfttgs ist die Zahl ber Gehilfinnen bei den Scheckamtern stark vermehrt war ben. Int eigentlichen Posldienst wurden Gehilfinnen nur | vereinzelt beschäftigt, meist in kleineren Städten: daneben sind Tanten in den letzten Jahren zur Vertretung mönn- I Heber Beamten im Sommer verlvendet worden und haben | in diesen Stellen nicht versagt. Zu den 19000 weiblichen I Beamten werden allmählich 6000 neue in den nächsten Jahren hinzu treten, ein stattliches Heer, daS keine andere Behörde aufweisen kann.

Die De rgütungfürdieweibliche n Beamten ihei den Nachgeordneten Stellen der Postämter III. Klasse Iwird im Durchschnitt 750 Mark pro Jahr betragen, das­selbe beziehen Gehilfen, während nichtetatrnäßige Asst- . stenten dis 1825 Mark erhalten.

Tic ersten weiblichen Beamten bei der Reichspost waren bic sächsischen und badischen Gehilfinnen bei der Uebcr- | nähme dieser Posten auf die Reichspost, 1874 wurden die I ersten Telegraphengchilfinnen eingestellt, als die Benutzung Telephons allgemeiner wurde. Stephan tat dies aber

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Schriftsteller durchzuzichen): ber Klempner Bleck,ral, Lölkolbcn: der T v p - Wenn man bic fer Kachclrat, Tonkünstler, Klamvttcrich (berlinisch «Klamotte = , zerbrochener Mauerstein', niederbeutfch Sckjitklarrer (= ber im

trit entfaltet hatte.

Eine französische Denkmalsstatistik. Nickt tneniger als" 20 Jahre hat Öcnrh J o^u i n baran ctzen mujnn, r-m eine ausfükirlicke T?enfmalJ)tari|txf tyranfreicf)^ leinen ^anb.^ l'-'uten zum Geschenke zu machen. 600 Setten hat er voll ge '"ürieben, bic die Erklärungen zu ber Unzahl der Tran>o tuficn

Äb UhftbÄptfh-gd' bic er in ben »amu. buEnßt. um ben Besen