landesgerichtspräsident Erz. v. Damm und Geheimrat Fränkel (Breslau, für Die Devise „Erziehung und nicht Strafe" ein.
Tie Verhandlungen werden morgen fortgesetzt.
Sitzung der Stadtverordneten.
Gießen, 10. Oktober.
Als Urkundspersonen werden die Stadw. ) a n n und 2 i che- nauer bestimmt. .
Anwesend: Oberbürgermeister Mecum; die Beigeordneten Keller und EmmeliuZ: die Stadtverordneten Eichenauer, Faber, Friedberger, Habcnick.t, Tr. Haberkorn, Heichelheim, Helfrich, Helm, Huhn, Jann, Krumm, Loder, Orbig, Plank, Simon, Trotz, Urstadt, Vetters, Wallenfels.
Mitteilungen.
In der letzten Sitzung war gesagt worden, daß der Kreis die Kreisstraße nach Rodheim habe mit Kleinpflaster versehen lassen wollen, die Bieberlalbahn habe dies aber verhindert, xxiä. ist nach einer Mitteilung der- Vorsitzenden nicht richtig. Ter Kreis habe einen Plan ausgestellt, daß eine Reihe von Kreis- straßen Kleinpflaster erhalten soll. Die Kvsten hierfür betragen ly, Million Mark, die durch eine Anleihe aufgebracht werden sollen. Mittel sur die Pflasterung der Rodheimer Straße sind zunächst nicht vorhanden, weshalb die Stratze provisorisch ein- gewalzt wurde. , , _ „
Ter Landwirt schastsk ammerausschuß für Ober- Hessen hat noch einmal für die Stiftung von 300 Mk. für Ehrcn preise für die hiesige landw. Kreisschau gedankt und Mitteilung über die Verwendung dieses Betrages gemacht.
Vom Kaninchen-Zucht- u nh P f l e g e v e r c i n ist ein Dankschreiben für die Beioilligung von Ehrenpreisen eingegangcn und zugleich eine Einladung zu der Ausstellung und dem damit verbundenen Vortrag ergangen.
Stadtv. L ö b e r verweist aus das Vorgehen der Stadt Schöne berg zur Förderung der Kaninchenzucht und führt aus es sei bei der jetzigen Fleischteuerung notwendig und gerechtfertigt, die Kaninchenzuclst tatkräftig zu unterstützen.
Diese Anregung wird zunächst den sozialpolitischen Ausschuß beschäftigen.
Vom evang. Gesamtkirchenvorstand ist eine Zuschrift einge gangen, wonach er in der jetzigen Zusammensetzung der Armen deputation, der die beiden ersten evangelischen Geistlichen niclst mehr angehören, eine Beeinträchtigung seiner stiftungsmäßigen Rechte erblickt. Früher waren beide Geistliche Mitglieder^der hospitalkvmmission, der auch die Verwaltung der Plockschen Slis tung zustand. Diese imirbc später mit der Armendeputation vereinigt und beide Geistliche gehörten auch dieser an. Nachdem dies durch die Bestimmungen der Städteordnung nicht mehr mög lich ist, regt der Kirchenvorstand an, die frühere Hospitalkom Mission (nebst der Verwaltung der Plockschen Stiftung) t trieb er herzustellen, damit die Geistlichen gemäß der früheren Hebung, die auf Stiftungsbestimmungen zurückzusiihren ist, wieder daran beteiligt werden können. Auf Vorschlag des Beig. Keller geht die Eingabe an den Rechtsausschuß. Wie Beig. Keller weiter missül-rt, Hot Kirchenrat D. Schlosser seit 1875, Dekan Beyer seit 1892 und Pfarrer Schwabe seit 1907 der Armendeputation angehört. Alle drei, namentlich aber Kirchenrat D. Schlosser haben außerordentlich segensreich gewirkt. Ter Redner erbittet und erhält die Ennäastlgung, den drei Herren den Dank der Versammlung zu übermitteln.
Baugesuche ufw.
Die Hoch- und Tiefbau gesellschast will in der Nähe der Marburger Straße zwar Einfamilienhäuser errichten. 'Da dort noch kein Bauplan festgesetzt ist, wird der erforderliche Dispens nicht befürwortet. Wie Oberbürgermeister Mecum noch mitteilt, entspricht der von der Firma beabsichtigte Straßenplan nicht den städtisclnm Plänen, auch ist die Ausführung der Kanalisation nicht möglich.
Bankier Herz will unmittelbar an der Diezstraße eine einstöckige Automobillwlle errichten. Der Dispens wird nicht befürwortet, zumal die Platzverhältnisse nod) eine andere Lösung Anlassen.
Nicht genelnnigt wird die Anbringung von Firmenschildern Kirchen platz 11 >R. Mas«) und Seltersweg 52 (Th. Budde), weil in beiden Fällen die Ausladung der vorgesehenen Schilder zu gryß ist.
W. Plank erhält die Erlaubnis, die Entwässerung der Sri) freite Mühl st raße 3 zu ändern unter der Bedingung, daß er die Kosten des Straßenaufbruchs trägt.
Städtische Strahen-und Grundstncksangelegenheiten.
Für die S ch ü tz e n st r a ß e wird eine Baufluchtlinie festgesetzt, die für den nördlichen Teil 6 Meier tiefe Vorgärten vor sieht. Du durch die SBerlcpung der Kreisstraße nach Krofdorf vielfach hinsichtlich der Bezetchnung Krofdorfer Straße Irrtümer entstehen, wird eine Aenderung der Straßennamen in der Art beantragt, daß die jetzige Krofdorfer Straße die Bezeichnung „Alte" und die SclTützenftraße den Namen „Neue Krofdorfer Straße" erhalten soll.
Stadw. Eichenauer schlägt für eine der Straßen den Nomen Gleiberger Straße vor, während dieStadtv. Krumm und Simon die beiden seitherigen Straßen einfach gewechselt haben wollen. Stadw. L ö b c r meint, der Volksmund habe sich schon für alte und nene Krofdorfer Straße entschieden. Stadtv. Troß ist sur Brückenstraße: er weist ferner ans die Mißstände )nn, die dadurch entstanden sind, daß ein Teil der Schützcnstraßc noch Kreisstraße ist. Der Vorsitzende bemerkt dazn, daß gegenwärtig int K^reiSansschnß darüber verhandelt werde, diese Zustände überall zu beseitigen.
Man nimmt die Bezeichnungen „Mtc" und „Nene Krofdorfer Straße" an.
Mit Fran Direktor Schrader und Professor v. Eicken ist ein Abkommen wegen des Ausbaues der Friedrichstraße getrofsen worden, das von der Versammlung genehmigt wird.
Ter Verlegung einer der Bahnverwaltung geyörenden Wasserleitung durch städtisches Gelände an den Bahnhöfen wird zugestimmt gegen Zahlung einer jährlichen Anerkennungsgebühr von 3 Mk.
Tie früher in Aussicht genommene Entwässerung und Planierung des vorderen Teils des Triebs würde 20000 Mk. erfordern. Man beschließt, angesichts der Höhe dieses Betrages von der Herstellung abjzusehen. Ans Antrag des Beig. Einmelinö wird beschlossen, die fehlenden Bäume durch neue zu ersetzen.
Heber die seinerzeit von Stadtv. Simon angeregte Verbesserung des Feldwegs von der „Schönen Aussicht" nach dem Bergwerk, die 1600 Mk. kosten würde, entsteht eine Aussprache. Vom Ticfbuunmt wird die Ausbesserung des Weges mit altem Deckmaterial auS der Ludwigstraße vorgeichlagen, was nach Ansicht der Stadtv. Simon, Hels.rich und Habe nicht nicht genügt. Stadtv. W a l l e n f e l s regt die Pflanzung von Bäumen an. Tie Angelegenheit wird an die Baudeputation zurückverwiesen.
Für die A n l agc von Bogelschutzgehöl-en werden 532 Mk. angesorderl. Stadtv. P l a n k macht auf die Oedländereien an der Harot aufmerksam, die für diesen Zweck febr geeignet feien. Stadtv. Simon hätte geivstnscht, daß die Sache schon früher vor gelegt worden sei und empfiehlt, auch für ein Schutzgehölz an der Klärbeckenaulage die Mittel gleich zu bewilligen. Eisenbahn birettor Zimmermann sei bereit, aus dem Bahndamm an der
Hammstraße ein Schutzgehölz anzulegen. Er bitte, Herrn Rimmer mann hierfür die Hilfe des für solche Anlagen ausgebildeten Forstwarts Geisel zu gewähren und 300—400 ^rchtenpflanzen zu bewilligen. In der weiteren Besprechung vertreten die maucn Redner den Standpunkt, zunächst die 532 Mk zu bewilligen und wegen der Anlage am Klärbecken zu warten, bis ein Voranschlag vorliegt. In diesem Sinne wird auch beichlossen.
zlabt >che Limiten und leeruugen......
In dem Schulgebäude an der Ludwigstraße u: noch Ofenheizung vorhanden, während das neue Gebäude an der Stephanltraße Zentralheizung erhalten toll. ,ru später soll auch das ältere Haus Zentralheizung erhalten «.» Wunsch des Geh. Schulrats Rausch wird deichlonen, die .lnlag. schon im nächsten Jahr auszuführen und die Arbeit im engeren Wettbewerb auszufchreiben. , t
Stadtv. Habenicht fragt, wie weit die beabiichtigte Ein führung der Zentralheizung in dem Schulhaus an der West- Anlage gediehen sei. ,
Der Vorsitzende jagt, es werde hieran gearbeitet. Es sei möglich, das Schulhaus und auch das Bolksbad vom Gier trizitatsw^tk aus mit Heizung und warmem Wasser zu venchcn. Ter Vorstand des Volksbades würde das mit Freuden begrünen.
Bei der Vergebung der Lieferung von Schreibmaterial i e n und Drucksachen haben sich die in Frage tom menben Geschäftsleute geeinigt. Es wird beschlossen,, die Liese rungen an sie zu vergeben unter der Bedingung, day die Verteilung im einzelnen durch den Oberbürgermeister erfolgt.
ebenes.
Tie Rechnung des diesjährigen Jugend fest e s schließt mit einem Fehlbetrag von 2000,99 Mk. ab, 400 Mk. mehr als bei dem Feste vorher. Tie Mehrausgabe erklärt sich in der Hauptsache daraus, daß fünf Klassen mehr dabei beteiligt waren.
Zwei. Gesuche um Erlaubnis zum Smankwirt- schaftsbetriebe — von Ernst Kürschner für Schnsen- berger Weg 63 und von Karl Dietzel für Ludwigstraße 55 werden befürwortet. Es handelt sich in beiden fällen um den Hebergang bestehender Wirtsckwften in anderen Besitz.
Stadtv. Vetters bringt zur Sprache, die ftaötnme Ä r - b e i t s v'r d n u n g sehe an den Samstagen und den Tagen vor Feiertagen vor, daß eine Stunde früher als sonst Feierabend eintrete. Ten Arbeitern werde diese Stunde abgezogen, was gegen den Sinn der Arbeitsordnung und den Willen der Versammlung sei und bei den Arbeitern Verstimmung beroorrute. Es sei auch in Privatbetrieben allgemein üblich, bi eie -stunden zu bezahlen.
Beig. Keller führt aus, daß die Arbeitsordnung den Abzug für die gewöhnlichen Samstage, an denen um 5 Hhr Schluß gemacht werde, vors'ehe. Dagegen würde füf die Zeit von 4—5 Hhr vor Feiertagen nichts abgezogen. Tie «ache sei aus Anregung der Betriebsleiter so geregelt und von der Versammlung ohne Widerspruch geregelt worden. Tie Sache könne ja nochmals geprüft roerben.
Ter Vorsitzende stellt fest, daß die Arbeiter beim T,es- bauanit, die int Winter täglich eine Stunde weniger arbeiten, das ganze Jahr hindurch einen höheren Stundenlohn bekommen, so daß der entstehende Aussall reichlich gedeckt werde.
Stadtv. Krumm hielt es für selbstverständlich, daß für die frühere Feierabendstuiide keine Lohnkürzung eintritt.
Er fragt weiter, wie es denn mit der Abhaltung der Vieh- Märkte hier stehe. Tie Veterinärbehörde sei auf dem besten Wege, den Gießener Markt völlig zu ruinieren. Da helfe nur die Flucht in die DeffentlicbFeit. Irgendeine Instanz müsse es ooch noch geben, um gegenüber untergeordneten Beamten die bedrohten Ermerbsinteressen der Bevölkerung zu schützen.
Der Vorsitzende teilt mit, baß anf 2. Oktober bas Kreis- amt die Abhaltung der Märkte am 8. und 22. Oktober erlaubt habe. Am 3. Oktober habe bann das Ministerium die Märkte mit Rücksicht auf das Vorhandensein der Seuche in Lang-Göns nicht genehmigt. Die Seuche sei am 4. Oktober als abgeheilt zu betrachten gewesen nnd für den 19. Oktober fei sie als erloschen erklärt. Daraufhin sei die Mhaltung des Marktes für den 22. Oktober genehmigt worden unter ber Voraussetzung, daß innerhalb 15 Kilometer von Wiegen kein neuer Seuchenfall ans brechen werde und der von der Stadt vorgesehene provisorische Marktplatz den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend hergerichtet wird. Zugelassen wird nur Vieh aus Oberhessen. Die Stadt hat darauf am 9. Oktober an das Kreisamt berichtet, daß der Markt abgehalten werden solle.
Stadtv. I a n n fragt, wie es mit der Besoldungsvorlage stehe und bittet, sie bald am die Tagesordnung zu setzen.
Ter V o r s i tz e n d e erwidert, das werde wahrscheinlich in der nächsten Sitzung geschehen. Die Vorlage gehe nächste Woche an den Finanzausschuß.
Stadtv. Troß bemerkt während dieser Anftagen zur Geschäftsordnung, daß heute Anftagen vor Erledigung der ganzen Tagesordnung zugelassen und beantwortet würden, während man ihm dies früher unter Bezugnahme auf einen Beschluß ber Versammlung verweigert habe. Es müsse doch mit gleichem Maß gemessen werden.
Der Vorsitzende erwidert, daß ihm der Beschluß augenblicklich nicht gegenwärtig gewesen sei, er hätte sonst selbstverständlich danach gehandelt.
In der hierüber sich entspinnenden Aussprache vertraten hauptsächlich die Stadtv. K r u m m nnd Vetters den Standpunkt, daß Anfragen stets gestellt werden dürsten und zu beantworten seien, .während die Stadtv. Heichelheim und Tr. Haber- körn zunächst die ganze Tagesordnung erledigt haben wollen. Der Vorsitzende ersucht schließlich, beabsichtigte Anfragen ihm möglichst acht Tage vorher mitzuteilen, damit sie noch auf die Tagesordnung gesetzt werden könnten. Die Stellung eiliger Anfragen könne durch Beschluß der Versammlung jederzeit ermöglicht werden.
Gictzencr Strafkammer.
Gießen 8. Oktober.
Erfolgreiche Berufung.
Der Schlosser F. M. von Gröningen war von dem Schöffengericht wegen Körperverletzung zu 10 Mk. Strafe verurteilt wor- oen weil er dem Taglobner S. bei einer aus geringfügigem Disput entstandenen Schlägerei Verletzungen im Gesicht beigebracht hatte. M. verfolgte gegen das schösfengerichtlichc Urteil Berufung und erzielte Freifprechung, da das Gericht auf Grund der heutigen Beweisaufnahme die Heberzeugung gewann, daß sich der Angeklagte in Notwehr befunden hat.
Kostenfällige Zurückweisung der Berufung erfolgte in der Strafsache gegen den Fuhrmann A. G. zu Rödgen bei Bad-Nauheim. Ter Angeklagte war seinerzeit auf Station Ostheim in angetrunkenem Zustand in den Zug Gießen—Frankfurt eingestiegen. In dem Eisenbahnabteil belästigte er das Publikum und minhanbelte einen Handelsmann aus Frankfurt, der von ihm gar keine Notiz genommen hatte, indem er ihn auf den Boden warf, an der Kehle würgte und mit Füßen trat. Ter Mitreisenden bemächtigte sich ein derartiger Schrecken, daß einer die Notbremse zog und den Zu« zum Stehen brachte. Der Verletzte lag an den Folgen der Mißhandlung drei Tage krank zu Bett und war zwölf Tage arbeitsunfähig, xaö Schöffengericht hatte gegen den Angeklagten wegen Körperverletzung auf eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten erkannt. Seine Berufung stützte G. auf die Be
haupiung, er fei von dem Verletzten gereizt roorbcu. Die heutige Beweisaufnahme bestätigte jedoch den Tatbestand des ersttnidanz- lichen Urteile, weshalb Zurückweisung der Berufung eriolgte. B-ri der Urteilsverkündung brachte der Vorsitzende zum Ausdruck daß das Gericht eine Erhöhung der erkannten <straK herbeigeiuhrt haben würde, wenn auch von der Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt worden wäre. . .
Vergehen gegen das B i e h, e ch e n s c tz.
Ter Schäfer I. N. von Grüningen war vom ^chösfengerrcht Lich zu 5 Mk Geldstrafe verurteilt worden, well er im Februar ■mb Mürz 1. I., als in Grüningen die Maul- und tflauenfeuthc ausgebrochen und die Stallfperre verhängt worden war, ferne 3dmfe sur Weide getrieben hatte. Gegen das Schosfengerichts- •irteil hatte der Staatsanwalt Berufung verfolgt. Der Angeklagte .nljchuidigte sich damit, daß er kein Futter gehabt und die Schafe erst zur Weide getrieben habe, nachdem zwei von ihnen Düngers gestorben leien. Tie Strafkammer erkannte auf 15 Mk. Geldmafe.
Die Landwirte I. P. F. von Ober-Erlenbach, K W. I, P. E. K F K II I F H. und F. L. von Haingründau nnd angeklagt, aus preußischem Gebiet Vieh einaeführt, die Einführung angemeldet und mit Ausnahme des F. L. das emgcnlhrtc Vieh auch in Ställen untergebracht zu haben, in denen Klauenvieh war. Die Angeklagten berufen sich darauf, baß ihnen die gesetzlichen Bestimmungen und kreisamtlichen Verordnungen unbekannt ge- wefen seien. Tas Gericht erkannte gegen jeben ber fünf Grit- genannten auf die Mindeststrafe von zweimal 15 Mk. wegen Vergebens in je zwei Fällen. Ter Angeklagte <j. L. von Hain- grünbaii wurde wegen des gleichen Vergehens in einem erall zu 15 Mk. Geldstrafe verurteilt.
Vcrmifcbtcs.
Ter Militärballon M. 3 verbrannt.
Reinickendorf bei Berlin, 10. Okt. Der Militär- lenkballon „M. 3", welcher gestern abend eine Fahrt unternommen hatte und heute früh zu einer neuen Fahrt auf- steigen sollte, wurde gegen Vs? Ulyr morgens uachgefüllt. Dabei entstand aus noch nickft aufgeklärter Hrsache eine Stichflamme. Der Ballonexplodiertc und wurde vollständig vernichtet. Die Luftschiffhalle ist teilweise zerstört. Personen wurden nicht verleht. Das Luftschifferbataillon scrivie die Charlottenburger Feuerwehr hatte stundenlang mit den Lösch- und Aufräumungsarbeiten z» tun. Der Ballon hätte nach der heutigen Morgenfahrt Metz als ständige Station erhalten sollen.
Lrrftschiffahrt.
— Londo n—B oNibah mit der Flngmaschine. In Bombgy bat sich ein Komitee indischer ^pvrtsfteundc gebildet, das im kommenden Sommer einen interessanten großen Fernflug veranstalten soll: Flugmaschinen und Pilot sollen im WeNkarnpf ihre Fähigkeit erweisen, die Reise voii lLondon nach Bombay zurück- znlegen. Tie mit Hilfe der britischen.geographischen Gesellschaft zusaiirmengestellte Flugroute beginnt in London und -führt über Calais, Brüssel, Köln, Rastatt nach Wien, Budapest, Belgrad, Sofia unb Konstantinopel, wo die europäische Strecke endet. Dann wird der Bosporus überflogen, die Strecke erreidjt bei Meskine den Euphrat, führt dann über den Tigris nach Basra und folgt hier der Küstenlinie bis Karachi Bon l-ier aus muß dann Bombay in einem Fluge erreicht werden. ES Ftrnnnt bei diesem nernfluge weniger auf die Schnelligkeit an, als auf die sichere Ueberrombung der gewaltigen Entfernungen; man rechnet, daß der Flug London—Bombay insgesamt gegen 14 Tage erwidern wird. Eine Reihe indischer Fürsten unterstützen den Plan mit iiattliri ui b'’lbi'ycnfrcn.
Lingesandt.
(Für Form unb Inhalt aller unter dieser Nubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Saasen. Seit 1. Okt d. I. fährt nachmittags 1.17 ab Gießen ein gemischter Zug n a ch Grün berg, der an allen Haltestellen anhält. Hierdurch ist es den Schülern ermöglicht, auch im Winterhalbjahr direkt nach Schluß der Schulen nach Hause zu sahren, währetid sie seither bis 2.16, beziehungsweise, da der Schnellzug nur in Großen-Buseck unb Grünberg anhält, bis 3.15 (3.33) in Gießen warten mußten. Hierburch ist ein lange gehegter Wunsch sowohl der Eltern wie der Schüler erfüllt worden, und alle Beteiligten werden unserem Reichstagsabgeordneten Dr. Werner, dessen diesbezüglichen Bemühungen die Erfüllung dieses Wunsches wohl in erster Linie zuzuschreiben ist, und ber Kroyh. Kgl. Eisenbahndirektion sehr dankbar sein. Außer von den Schülern dürste dieser Zug auch von anderen Leuten gerne benutzt werden.
weisse
:rger Anstal- Exlcrikultur,
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Trotz de* Gebrauche* aller möglichen Mittel wurden — meine Z3hne immer schiech- ter, bis ich das Koimodont- System kennen lernte, so daü mich Jetzt alle Bekann-i len um meine tadellos wei- ßenZIhnebeneiden FrI C.B.
' -s.-'s
MwQ . licht und zu Erkältungen noch eher geneigt Mm&MI macht, wichtiger ist es, ihnen bei ungünstiger Witterung einige der ausgezeichneten Wnbert.Tablelten zu geben, die die At-
pnfaiensniekii
9 Kinder auch bei rauhem Wetter gem, ohne an M| eine Erkaltung und ihre Folgen zu denken. Aengstliche Mütter halten sie dann gern t» Zimmer, obwohl die Zimmerluft sie oerweich.
mungsorgane kräftigen. Unentbehrlich sind die Wtibert-Tablelten bei cintTdau- dem Küsten, den sie rasch und sicher vertreiben; sie kostm in allen Apotheken unb Drogerien 1 Mark pro Schachtel Niederlagen in Gießen: Pelikan Apo. theke u. Löwen-Drogerie.
Unterröcke in U°b7L°v°°U-»°L 1 Salomon 4 Cie.
KNORR
Jochen macht Vergnügen mit
J(norr— Suppen und Bouillon - Würfel


