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12.11.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Der Mongolei Glück und Ende.

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Line Niederlage der enclischen N gieruna bei der Beratung der englischen homeRäle-Gese.ies.

London, II. Nov. (Unterhaus.) Die Regierung ist bei der Beratung der Home-Nu le-Bill heute mit einer Majorität von 22 Stimmen geschlagen morden, indem ein Abänderungsantrag der Opposition in Bezug auf den finanziellen Teil des Gesetzes mit 228 Stimmen gegen 20o Stimmen angenommen wurde. Dos Haus hat sich unter großer Aufregung vertagt.

In einer heute abcno veröffentlichten Kundgebung erklärt die Regierung, das; sie die heutige Abstimmung nicht als eine solche ansehe, welche die Aenderung ihres Programms herbei­zuführen geeignet sei. Insoweit als die heutige Abstimmung den am letzten Donnerstag im Ausschuß mit einer Mehrheit von 101 Stimmen angenommenen Beschluß umstoße, werde die Re­gierung Schritte tun, um die wirkliche Meinung des Dauses zu erfahren. Die Kundgebung erinnert daran, daß Asauith in einer am 5. Oktober in Ladybank gehaltenen Rede erklärte, er würde sich ebenfalls nicht durch derartige un­erwartete Unterhausabstimmungen beeinflussen lassen.

Sofort nach der Pertaqunq wurde eine Kabinettssitzung einberusen, um die neu geschaffene Lage zu erwägen. Die Nieder­lage der Regierung veranlaßt große Schwierigkeiten technischer Natur, da das Amendement die Wirkung haben kann, baß dir

Der Beginn des Jahres 1912 sah die Nnabhängig- /eitserklärung der Mongolei, das zu Ende gehen de Jahr sieht ihre Abhän giAkeitscrklärung von Rußland: so umfaßt dies für den neuen wie für den alten Orient ereignisreiche Jahr der Mongolei Glück und Ende. Als um die Jahreswende 1911/12 derlebende

Der österreichisch-serbische Zwischenakt.

In den kriegerischen Ereignissen aus dem Hauptschau platz vor Konstantinopel ist eine kleine Stockung eingetreten, und die Diplomaten haben sich desto eifriger an die Arbeit begeben. Wie das Wolsfsche Bureau mitteilt, hat )ct türkische Minister des Auswärtigen einem Vertreter 'cs Bureaus mitgeteilt, die türkische Regierung habe jetzt bei den Balkanstaaten wegen der Friedensbedingungen an gefragt, aber noch keine Antwort bekommen. Daß die Diplomaten der Balkanstaaten ihre Antwort aufsparen, ist ein Wunder: ihre Truppen stehen offenbar vor weiteren Erfolgen, und je glänzender ihre kriegerischen Leistungen sind, desto machtvoller werden sie beim Friedensschluß ihre Ansprüche stellen. Ihre einzige Sorge ist daseuropäische Konzert". So hat denn das führende Bulgarien den Präfi deuten der Sobranje, Herrn Danew, zu wichtigen Konfe­renzen nach Ofenpest geschickt. Oesterreich-Ungarn ist der Wirt, ohne den Serbien bisher die Rechnung gemacht hat, und die Balkanstaaten sehen allmählich ein, daß Oester­reich denn doch ein gewichtiges Wort mitzurcden hat. Es besorgt dies bisher in durchaus ruhiger, friedlicher Weise. In London hat man die unvorsichtige Politik Poincarös endgültig verworfen. Serbien ist mit seinen Truppen ans adriatische Meer gezogen, und gestern hieß cs, Oester­reich habe mobilisiert! Es war aber nur ein halt­loses Gerücht. Vorerst wird noch verhandelt, und Oester­reich hat zweifellos die Einmütigkeit des Dreibundes hin­ter sich, dem sich, wie dieVoss. Ztg." heute aus Bukarest meldet, auch Rumänien rückhaltlos anschließt. So »pird also dem König Peter am Enoe nichts anderes übrig blei­ben, als an dem sich genügen zu lassen, was man ihm zugestehen wird, und sich nicht unnütz in weitere Kosten zu stürzen.

Der Präsident der bulgarischen Sobranje beim Kaiser Fran; Josef

DieWiener Sonn- unb Mvnlagszeitung" in.Ofen» p e st meldet: Der Präsident der bulgarischen Sobranje, Danew, hatte mit dem Grafen Berchtold eine ein- stündige Beratung. Vor seiner Reise nach Ofen­pest wurde Danew vom König der Bulgaren unb dem König von Serbien empfangen.

Ofen pest, 11. Nov. Der Kaiser empfing heute mittag den Präsidenten der bulgarischen Sobranje Danew in Audienz. Hierauf begab sich Da new zum Thron­folger und konferierte später mit dem Grafen Berch­told

Aus O f e n p e st wird gemeldet: Der Präsident der bulgarischen Sobronje, Danew, konferierte mit dem Grafen Berchtold und mit dem deutschen Bot­schafter v. Tschirsky.

Mehreren Pariser Blättern wird aus Sofia g-nneldet. daß die Gesandten Frankreichs, Deutschlands, Rußlands, Englands und Italiens der bul­garischen Regierung ein gemeinsames Ver­mittlungsanerbieten überreicht hätten. Oester, r e i ch - U n g a r n habe es abgelehnt, sich diesem Schritt anzuschließen. Es sei übrigens durchaus unwahrscheinlich, daß Bulgarien diese Vermittelung annehme.

Das Vor>ehen der Serben an das adriatische Meer.

Belgrad, 11. Nov. Privatmcldungen aus Uesküb zu­folge sind die Vortruppen der Dritten Serbischen Armeee bis an die Küste der Adria vorgedricn- g cn. Eine serbische Abteilung traf an der Mündung des Mali slusses südlich von Alessio mit montenegrinischen Trup Den zusammen und rückt die Meeresküste entlang gegen D u r e z z o vor. Eine zweite serbische Kolonne marschiert durch das D r i n t a l durch unwegsames Gelände geradenwegs auf Durazzo, ohne auf bewasfncten Widerstand zu stoßen. In­folge des meterhohen Schnees rückt sie jedoch nur sehr langsam vorwärts. In längstens zwei Tagen wird das Eintreffen der serbischen Truppen in Durazzo erfolgen.

Wie das Wiener Korr.-Bureau von zuständiger .Seite erfährt, ist die Zeitungsmeldung, daß die ^Kriegsmarine den österreichischen LlopddampferGraf Wurmbrand" als Aushilfsdampfer gechartert habe und mit einer Abteilung von 100 Mann Kriegsmarine na £ Durazzo ent-

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Zwecke paßt, schon austreiben.

Die Bedeutung der Mongolei für Rußland liegt vor allem in den wirtschaftlichen Kräften des Landes, denn neben der Mandschurei ist die Mongolei der wichtigste Lieferant von Vieh und Pferden für alle Städte, die auf der russischen Seile des Umars liegen. Auch bietet das Land guten Boden für den Anbau von Weizen und Bohnen, es ist reich an Mineralien, nicht nur an Kohle, Eisen und Kupfer, sondern auch an Silber und Gold. Das in sich zer­fallene, durch revolutionäre Gärungen mürbe und morsch aewordene chinesische Ricsenreich ist nicht in der Sage, dem inspruch der Mongolenfürsten Folge zu geben und den Russen diesen fetten Bissen zu entreißen. Von anderer Seite aber hat das Reich der Milte keine Selundantendienste zu er­warten, denn mit Japan hat das Zarenreich sich geeinigt, als es jenem England und die' Südmanschurei als In- teressensphälwe zuerrannte, England wird sich in Tibet schad­los hallen, und die 'Nordamerikanische Union dürfte unter dem demokratischen Regiment noch nreniger Neigung als vorher haben, in Ostafien Konfliktspolitik zu treiben.

Peking, 11. Nov. AuS Anlaß des russisch-mongolischen Abkommens fand im Hause des Präsidenten der chinesischen Republik Puanschikai eine lang dauernde außerordent­liche Beratung statt. Wie verlautet, wurde beschlossen, das Abkommen nicht anzuerkennen und die Rückkehr der Chalchamongolen unter die chinesische Herrschaft mit W a f f e n- gewalt zu erzwingen.

Buddha", dessen offizielle BezeichnungDschibzun Damba Kutuchtu" ist, während er gewöhnlichBogdo-Göggen" ge­nannt und von den RussenCheptlm Dampa Hutuktu" tituliert wird, von den Mongolenfürsten zum überhaupt der Ehalkamongolen ausgerufen und der chinesische Resident vertrieben wurde, war es klar, daß diese Unabhängigkeits- erklärung, die mit Hilfe des rollenden Rubels vollzogen worden war, lediglich zur höheren Ehre deS Zarenreiches vor sich gehe, und daß die sogenannte Selbständigkeit des neubegründeten Mongolenreiches einen jener weltpolitischen Scherze darstelle, die wir ja in neuerer Zeit genugsam kennen gelernt haben. War doch jene Unabhängigkeits- erklärung nur eine wohlberechnete Fortsetzung des russisch- chinesischen Konfliktes, der mit dem vielumstrittenen Kuldschavertrag vom Jahre 1881 begonnen hatte, und der jetzt mit dem neuesten russisch-mongolischen Abkommen das Ende findet, das von den Politikern des Zarenreiches mit anerkennenswerter Geschicklichkeit und mit kluger Benutzung der gegenwärtigen Weltlage, in der die europäische Diplo­matie durch den Balkankonflikt hinreichend beschäftigt ist, ins Werk gesetzt wurde.

Während die europäische Diplomatie über die Regu­lierung der Erbschaftsmasse deskranken Mannes" im alten Orient mit mehr Eifer als Erfolg sinnt und grübelt, schickt sich Rußland an, das Erbe des franfen Mannes im neuen Orient bei lebendigem Leibe anzutreten. Tenn nichts an­deres als eine Amputation der Mongolei vom Reiche der Mitte bedeutet das Abkommen, worin die Regierung des Zaren der Mongoleiihre Unterstützung bei der Aufrecht­erhaltung der autonomen Verwaltung, die sie errichtet hat, sowie in dem Recht auf ein nationales Heer und in dem Bestreben, chinesische Truppen und chinesische Ansiedler von ihrem Gebiete feritzuhalten", zusagt. Freilich wird in der offiziösen russischen Erläuterung hinzugefügt, daß das Ab­kommen der Regelung der Beziehungen zwischen der autono­men Mongolei zu Ehina nicht vovgreife, und daß die russische Regierung keinen Grund habe, eine Verständigung über die Anerkennung der chinesischen Souveränität durch die mon­golische Regierung zu verhindern, wem: nämlich die chi­nesische Regierung sich dem Abkommen in seinen grund­legenden Prinzipien anschließen wolle. Diese letztere Ein- sckMnkung mit der weiteren Feststellung, daß die Regierung des Zaren auf Grund des Schutzvertrages sofort die diplo­matische Vertretung der Mongolei im Ausland übernehmen werde, läßt erkennen, daß die russische Regierung in diesem Falle China gegenüber nach dem Motto jenes Feldwebels verfährt, der dein Rekruten zuries: Kerl, Halts Maul, wenn du mit mir sprichst!

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geordnete Girin en i gegen die serbischen Anspruch auf Albanien entschieden Stellung. Er schreibt, der Dreibund erlaube niemals eine Aufteilung

,Dailv G ra p hi c" bemerkt: Oesterreich kann für sich in An- prnch nehmen, daß auch Serbien keine Ansprüche auf einen Adria-Hasen bis zur allaemeinen Abrechnung aufschiebe. Die Times" begrüßt die (rrflärunticn des Preinicrmimuers über das enge Zusammenwirken der Machte. Das Blatt schreibt weiter: Es wäre unklug, aniuerfennen, daß das albanische Problem und die serbischen Ansprüche auf einen Hasen oder auch Häsen einen heftigen Streit Hervorrufen könnte. Wir sind in der Lage, an diesen Erörterungen teilzunchiuen, wahrend die Armeen noch tn den aktiven Operationen bearissen sind und wälncnd der streck selbst noch keinen offiziellen Eharalter angenommen hat. Je lven ig er darüber vor dem Wassenstillstand gesagt wird, desto besser. Tie Politik Englands strebt nach der Erhaltung des europäischen Frie­dens. Diese Politik wird nicht durch heftige Versuche gefördert für oder gegen stückweise Vorschläge zu Felde zu sieben, die nur einen Teil und nicht den wichtigsten oeS großen Problems bilden. Wenn wir die erwachende Eijersncht verschlimmern wollen, so ist das schnellste Mittel dazu die Verfügung Über noch nicht eroberte Landgebiete zu erörtern. Die serbische Macht il£ noch .lirfit in Durazzo, und wenn das Schwert wieder in der Scheide steckt, wird es Zeit genug fein, in Betracht zu ziehen, ob sie am besten dort bleiben würde. Die Frage von Durazzo ilt wie d i e Frage von S a lv n i k i. Die unmittelbare Besitzergreifung kann ihr entgülttges Schicksal nicht entscheiden.

Ein Vorgehen der türkischen Cffarincc?

Konstantinopel, 11. Nov. Privatnachrichten zu­folge rückte ein Teil der türkischen O st a r m e c, der sich in Corlu befand, gestern bis Luclc-Burgas vor und geriet in einen Kampf mit den Bul­garen. Die Türken sollen große Verluste er­litten haben. Tie Blät.ce meld n, daß da s S? aupt quartier wieder nach Corlu verlegt werde, was als Beweis dafür betrachtet lvird. daß die bei Tschataldscha konzentrierte Armee sich nicht auf die Defensive beschränken wird, sondern auch die Offensive ergreifen wird.

Siegesmeldungen der türkischen Wcstarmcc.

Die gestern bereits unterLetzte Nachr." veröffentlichte türkische Siegesmeldung wird in nachstehendem Telegramm bestätigt:

Konstantinopel, 11. Nov. Das Preßbnreau ver­öffentlicht offiziell ein Telegramm der Ko m m a n - deure der Westarmee, in welchem gemeldet wird, daß die türkischen Truppen die Griechen erneut bei Sorowitsch angegriffen und dabei sieben Ka­nonen und Munition erbeutet haben. D-ic Grie­chen flohen in Unordnung. Auch ain 9. Nov. hätten die Türken zehn griechische Kanonen und Munition erbeutet.

Dem ist folgende griechische Meldung gegenüber» zustellen:

Athen, 11. Nov. Die täglichen Angrisse der Türken gegen die bei Janina stehende griechische Armee, die seit dem 5. Tuo-- vember andauern, endeten in der vergangenen Nacht mit dem Rückzug des Feindes aus den Stellungen bei P e n t e p i g a d h i a. Die Griechen rückten vor unb besetzten diese Stellungen. Bei dem Angriff erlitt der Feind ernstliche Verluste.

Vombardcment von Rodosto durch die türkische Flotte.

Konstantinopel, 11. Nov. 8 Uhr morgens. Wie der Kommandant der türk scheu Flotte meldet, vernichtete die Flotte durch ihr Geschützseuer die bulgarische Batterie an der Käste von Rodosto (die Bulgaren waren auf ihrem Vormarsch auch nach Süden vorgerückt und hatten diese türkische Stabt am Marmara Meer, südlich von Luele- Burgas und Corlu, besetzt!.

Nach Zeitungsmeldungen besetzten die Bulgaren vor- gestern R o d o st o. Der KreuzerMessudije" erhielt darauf, hin den Befehl, R o d o st o z u b o m b a r d i c r e n und durch eine Landung von 3000 Mann, die auf zwei Transport­schiffen herangeschgfft waren, zu erleichtern. Die Lan­dung erfolgte gestern, worauf die Vulgaren die Stadt räumten, die die Türken wieder besetzten

Die türkischen Blätter melden, daß der iutcrimiftifd^ Kriegsminister Tewzi, Marschall Fuad Pascha, Vci Generale und etwa 50 Ulenas gestern abend n a.ch Tschataldscha abreisten. Prinz Abdul Halim, dessen Wunde geheilt ist, begab sich wieder zum Kriegsschauplatz! -Nach Privatmeldungen verließen zahlreiche Einwohner Dedegatsch und Cavalla.

Die Behandlung griechischer H ndelSschiffe durch die Türkei.

Wie die Agence HavaS meldet, hat die türkische Regierung auf die französischen Borstellun- oen beschlossen, den mit Getreide für neutrale Länder Geladenen griechischen Schiffen eine w it re Frist von einer Woche zum Auslaufen aus dem Schvarzi.n Meer zu geben.

b c r Türkei unter den Balkanstaaten Tie Aus­lassungen des serbischen Ministerpräsidenten seien unhalt bar. Serbien könne, wenn es das Meer erreichen wolle, den Weg zum Aegäischeu Meere einschlagen. Dagegen hält es der Abgeordnete Torre imEorriere della Sera" für gar nicht schlimm, wenn Serbien nörd­lich des Drin's einen Gebiets streifen erhielte, der ihm das Adriatische Meer offen ließe.

Die Londoner Zeitungen beschäftigen sich mit der Rede des Premierministers.Daily R e w s" tritt dafür ein, daß Serbien einen H afcn erwerben müsse.Daily Chronicle" erwartet, da» der Rat Mister Asquiths bei dem Grasen Berchtold ins Ge­wicht fallen würde und erwartet, daß die verhältnismäßig unbe­deutende Frage eines Adria-Hafens für Serbien nicht die gemeinsame Aktion der europäischen Mächte verhindere und eine Aktion der Großmächte an ihre Stelle setzen würde. Der Daily Telegraph" zweifelt, ob die Anregung des Premier­ministers, diese Frage bis zur allgemeinen Lösung nach Beendigung der Feindseligkeiten aufzuschieben, Zustimmung finden könne.

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Nun haben freilich, wie aus Shanghai berichtet wird, die mongolischen Fürsten in Urga an die chinesische Re­gierung einen Protest gegen den Geheimvertrag des Ku- tuchttl gerichtet, aber bei dem Mongolenvolke selbst dürfte dieser Protest wenig 'Widerhall finden, schon deshalb, weil ihnen der .stutuchtu, das int M(öfter Urga residierende £ber Haupt der buddhistischen Geistlichkeit, als die auf Erden fort­dauernde Fleischwerdung des heiligen Dranata, daS heißt alö wirkliche Gottheit gilt. Allerdings hat der gegenwärtige Kutuchtn, der der achte seines Zeichens und der Sohn eines tibetanischen Zollbeamten ist, durchaus nichts Göttliches au sich, sondern der Forscher Hans Leder berichtet auS eigener Kenntnis von ihm:Er war früher ein liebenswürdiger und sehr intelligenter Mensch, aber er trinkt jetzt schon lange zu viel Champagner und Kognak und neigt in seiner göttlichen llnverantwörtlichkeit zur Ueberhebung, Willkür und Grausamkeit." Was die Ueberhebung der Willkür bc trifft, so werden ihm diese die Russen, so weit das in ih

sandte, durchaus unrichtig. Der genannte Llond dampfer lief allerdings Durazzo an, um dem dortigen över­reich ungarischen .Konsul sich zum Schutze der öster­reich-ungarischen Kolonie zur Verfügung zu stellen. Doch ist er weder von der Kriegsmarine ge chartert noch bemannt worden. Auf dem Schiffe befindet sich nur die übliche Bemannung des Lloyddampfers.

Italiens Stellungnahme.

Rom, 11. Nov. In derStampa" nimmt der Ab-