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11/05/1912 Erstes Blatt
 
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Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 10. Mai. Körperverletzung bei der Geburtshilfe.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

WetteranSsichten in Hessen für Sonntag, den 12. Mai 1912: Trüb, zeitweise Siegen und Gewitter, warm.

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Leipzig, 10. Mai. Bor dem Rcichsgericht begann der Svionagevrozcst gegen den Änvicricijnueb Boellert-Ham- durg, dec beschuldigt ist, im 3uni 1911 auf der,Werft von Blohm und Buse den Plan eines zu bauenden Kreuzers entwendet und versuche ;u haben, den Plan durch Vermittelung des Hutmach'rs Lindinger an eine fremde Macht zu verlaufen. Gs find acht

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(hk) Straßburg i. Els. Dem Privatdozcnten für Kinder- beirfuiibc und Oberarzt an der Kinderklinik der Universität Straßburg i. Els. Tr. med. Hans Vogt wurde der Titel Pro­fessor verliehen. Dr. Vogt (geb. 1874 zu u Privatdozcnt in Marburg und Breslau, in Marburg und habilitierte sich ebenda

Vogt an die Breslauer Kinderklinik und trat in den Lehrkörper der dortigen mcdizinisd>en Fakultät ein. Mit Beginn des eom« mersemcsters 1910 wurde er Oberarzt in Straßburg.

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ehe unoprSZ? M Ter prakt. Arzt Tr. med. E. S. in Hangen ist angeklagt, um hnir? ?,umi^er (ttt Herbst vorigen Jahres eine 'ahrlässigc .Körperverletzung be-

? 5 ar, r *D unt | gangen zu haben, daß er bei Vornahme geburtshilflicher Täiig-

.. P oie ^olkslesehallr» leit an der Ehefrau H. D. in Hungen an dem vorgefallenen

imo von Äürgermeisler Jan- Arme des Kindes derart gezogen habe, daß das Aermchen ober­

halb des Ellbogen- abbrach und das Stinb mit einem Armstumpf zur Welt kam In der heutigen Berbandlung, zu der drei Sachverständige, darunter Professor v. Franqus, früher in Gießen, KCt Direktor der Frauenklinik in Bonn, und Dr. Lupserberg, Direktor der Hebammen-Lehranstalt in Mainz, geladen waren, drehte es fid) um die Frage, ob ein ärztlicher Kunstsehlcr ge­geben sei. Wenn fid) audj die Sachverständigen in der Beantwor­tung dieser Frage nicht einig waren, so ließen ihre Ausführungen doch erkennen, daß eine Fahrlässigkeit des Angeklagten ntcht

.Mai. Der Blumenpfltft t man hier seit Jahren 'Jt ; in biefem Jahre rourba inzen, bie die MÜch Tärlnecr an bie Lchüler bet obeic n zwecks Pflege während bc n herbsi werben bann bie bt:> reifen bedacht. - Eine günfiu. fjge Ernst Ludwig-schust jedem Jahr; sie beträgt >-?

ij TaunuS, 10. Mal. die Heidelbeeren m voller ,gesetzt und versprechen bi5

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neten Fällen soll ledock diese Erteilung der Ermäcktigung der Versammlung Vorbehalten bleiben Oberbürgermeister Dr. Göttelmann bemerkte hierzu, daß er in wichtigen Fällen das Gutachten des juristischen Ausschusses und der .-'adlverordnelenoersammlung einholen werde. Stadlv Adelung beantragte, daß die Juristen, die der Stadtoer ordnetenversammlung angehörten, von der Proreßführung in städtischen Angelegenheiten auszuschließen feien. Ter 5verbürg rmeister menbete sich aegen diesen Antrag, weil

em Versuch sei, die Befugnisse des Oberbürgermeisters u beschranken. 9tach längerer Aussprache wurde die Er- maditigung zur Prozeßführung dem Oberbürgermeister ein- stimmig erteilt uud der Airtrag Adelung mu allen geaen 1 Stimmen abgelehnt. Für die Höherlegung der Singer Straße wurden 16000 Mk. bewilligt.

Kreis Wetzlar.

---- Atzbach, 10. Mai. Nach Aufzeichnungen unserer i.^ronif sind jetzt 100 Jahre verflossen, daß vonder madigen Herrschaft, dem Herzog von fJlafjau*, die Leib- I eigenfdjaft im Amt Atzbach aufgehoben wurde. Bald

danach trat eine große Teuerung ein, das Achtel Gerste , kostete 21, daS Achtel Korn 28 und das Achtel Weizen sogar

32 Gulden.

== Frankenbach, 7. Mai. Am Himmelfahrtstage findet derSangertag deSDünSberg-Sängerbundeö : hier statt in Verbindung mit der Einweihung der Fahne des

ÄefangvereinS ,2eutonm*.

Heffen-Naffau.

X Hanau, 10. Mai. Die Stadtverordneten l haben in nichtöffentlicher Sitzung der Aufnahme einer ! Anleihe in Höhe von 8>/* Millionen Mark zuge- i stimmt. Tie Anleihe ist dazu bestimmt, die Mittel für den [ Bau einer Kaserne für das am 1. Oktober 1913 von Berlin I nach Hanau zu verlegende Eisenbahnregiment Nr. 2 zu be-

sich vielseitig behandeln, wirklich pflegen nur durch wenige Mittel. Das bekannte Shampoon mit dem schwarten Hopf*

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.0. Mai. Alls Lttaniassung bei üeDioramen-AuSstellua, und der Lergstrage in btt

anzimeNmen ist. Leim enunal galt eS für den Angeklagten zu banbeüt, da er fünf Stunden zu spät augezogen war und das Leben von Mutter und Kind in Gefahr fand. Sodann ergab sich die Möglichkeit, daß durch eine Bewegung der Wöch. nenn die Abtrennung de» Aermchens erfolgte. Das Gericht sprach den Angeklagten von Strafe und Kosten frei.

Die erste Zuchthausstrafe

erhielt der Knecht E. R. von Wolferborn. Zm Sommer und Herbst vorigen Wahres trieb er sich arbeitslos umher und er­schwindelte Mietgeld. Da er bereits häufig vorbestraft ist, wurde er wegen Betrug- im wiederholten Rückfalle mit 1 Jahr 10 Mo­naten Zuchthaus bestraft. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Tauer von 5 Jahren aberkannt.

Diebstahl im Rückfall

wird dem Arbeiter 23. W. von Apolda zur Last geleat. Auch er hat in drei Fällen versucht, sich Mietgeld zu verschonen, obwohl er offenbar überhaupt nicht vorhatte, eine stelle anzutreten. In einem Falle erhielt er den Taler, in den beiden anderen kein Geld, aber Kost und Nachtquartier. Da er außerdem bei der­artigen Gelegenheiten Diebstähle beging, wurde er unter An­nahme mildernder Umstände wegen Diebstahls und Betrugs im Rückfall zu 9 Monaten Gesängms verurteilt. 2 Monate Unter­suchungshaft wurden ihm auf die Strafe angerechnet.

Wegen Betrugs

wurde auf Berufung der Staatsanwaltschaft gegen den Tag­löhner H. N. von Bindsachen pprbanbclt, der vom Schöffen­gericht ireigesprochen worden war. N. hatte zu einer Zeit, olS er sich im Konkurse befand, bei einer Heuversteigerung einen falschen Namen abgegeben und hierdurch erreicht, daß ihm der Zuschlag erteilt wurde. Da auch fein späteres Verhalten da'ür sprach, daß er offenbar nicht die Absicht hatte, das Heu zu be­zahlen, wurde er mit 10 Mk. Geldstrafe belegt.

Erfolgreiche Berufung.

Ter Steinhauer K. Sch. von Kesselbach war vom Schöffen­gericht Grünberg wegen gefährlicher Körperverletzung mit 10 Mk. Geldstrafe belegt worden. Die Strafkammer erachtete einen aus­reichenden Nachweis der Tat nicht für erbracht und sprach den 'Angeklagten frei.

Tie Haftsumme beträgt Mk. 3000.. iS'tftanb der Mitgliederzahl Anfang 1911.....10

utdgmig keine und Zugang feine, daher Bestand der

Mitgliederzayl Er.de 1911.........10

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Zeugen und yvn Saldoeritöndige geladen. Tie Bervandlrmg wird öffentlich genibn. nur nuihrenb der Vernehmung der eadper- ständigen wird die OeffenUid kett zeitweise ausgeichloisen. Ter AngeNagte wurde wegen :>iückfa1ldiedstabts und oeriuduen Bcr- brcdiens gegen den § 3 des Spionabegesepes zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Fahren Ehrverlust vmirtcilt. Fünf Monate Untersuchungshaft wurden angereckmet. Nach Verkün­digung des Urteil» verfiel der AngeUagte in Raserei. Er sprang über alle Tische und wollte sich aus dem Fenster stürzen. Es gelang nur mit Mühe, ibn zu bändigen. Nachdem er kurze Zeit besinnungslos auf dem Fußdodeit gelegen hatte, geriet er von neuem in Raserei und fonntc nur mit 6kuralt abgesührt werden.

Kleine Logerchroni!.

Tie Santmlungcn für bie N a 11 o na l fl u g s p e n de haben, nachdem seit der.ersten Veröffentlichung deS Aufrufes noch nicht drei Wochen verflossen.sind, bereu» dte Summe von mehr als zwei Millionen ergeben, t

^n ©rum mb ad) bet Sdnnalkoldett verübten Zigeuner bei einem Gastwirt und dem Bürgermeister Einbrüche. Fast um bie gleiche Zeit hatten drei Zägcr im Pctersgrund einen Zu­sammenstoß mit Zigeunern. Sie befanden sich auf dem Anstande, als plötzlich aus dem Zigeunerlager mehrere Schüsse auf sie ab gegeben wurden. Die Zager erwiderten das Feuer und eS wurden etiva 100 Schüsse gewechselt. Schließlich zogen sich die Jäger zurück.

Arbeiter, der seinen vierjährigen Sohn im Äeiderschrank erhängte, ist in Köln verhaftet worden. Er gestand die Tat ohne Zeichen von Reue ein und gibt an, er habe auch die beiden anderen Kinder der Frau uni bangen wollen, weil er arbeitslos war.

Zm U n t e r i n n t a l ist das Wasser tuxi) immer imStetgen begriffen. Nach zwolfstündiger Unterbrechung begann der Regen wieder. Um Kitze bühel sind viele Felder mit Geröll bedeckt und die Wege zerstört. Zn Fieberbrunn brohen Häuser einzustürzen: eine Straße ist kilometerweit aufgerissen. Mili tat ist heute früh nach Fieberbrunn und heute mittag nach Brixen tal abgcgaitgcii.

Aus Verona ist am Donnerstag im Eastognierotal ein deutscher Freiballon oh ne Gon del niedergegangen. AuS der Zuschrift der Ballonhülle ist zu entnehmen, daß er aus Fried­ri ch s h a f en stammt. Mau befürchtet, daß die Luftschiffe, verunglückt sind.

Als der Bischof P e l l i z a r i am Donnerstag abend mit mehreren Geistlick-en von einer religiösen Zeremonie in Earavaggie nackt Piacenza zurückkehrte, wurde in der Nähe der Stadt ein wahres Steinbombardement janf den Wagen eröffnet. Fast sämtliche Znfassen wurden mehr ober weniger schwer ver­letzt.

Zn einer Pariser Besserungsanstalt mißhandelten 23 Mädchen im Alter von 16 und 18 Jahren ihre Aufseherin. Sie zerkrüminerten sämtlick-e Einrichtungsgegenstande, widersetzten sich auch den herbeigerufenen Sckwtzleuten und mußten teils gefesselt werden, ehe die Ruhe wieder hergestellt werden konnte.

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