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11.5.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umsatzt 22 Seiten -_______

wähl siegte dann Traeger mit 15629 Stimmen über Hug, der 13 92.'> Stimmen erhielt.

Ta-3 vorliegende Stichwahlergebnis zeigt gegenüber der Stichwahl vom Januar einen Rückgang der sozialdemokra tischen Stimmen um etwa 400. Bei der letzten .\-mupl- wahl hatten die fortschrittlichen Crgatie zugestehen müssen, daß Tr Wiemer an die Popularität t>cd alten Träger nicht heranrcicheu konnte. Tie Entscheidung am 9. Mai ist von der Bevölkerung daher nach rein politisckx'n Gesichts Punkten getroffen worden. Tie fortschrittlichen Reserven haben sich wieder gesammelt, und die Rativnalliberalen scheinen trotz beb lokalen Zerwürfnisses der beiden libe­ralen Parteien der Aufforderung ihrer Zentralleitung ge­mäß ziemlich einstimmig für Tr. Wiemer eingetreten zu sein. Vielleicht haben auch biindlerischc Wähler den Sieg des bürgerlichen Kandidaten vervollständigen Helsen. Tn parlamentarischen Lorbeeren der 110 Sozialdemokraten im Reichstag haben keine neuen Bewunderer gefnirden, und wenn die letzten Auftritte im preußischen Abgeordneten­haus rechtzeitig vor der Stichwahl stattgefunden hätten, |o würde Herr Bebel vielleicht noch ein größeres Minus an Stimmen gebucht haben. In dem Verhalten der äußer­sten Rechten aber, aus bereit Reihen auf Stimmenthal­tung hingewirkt worden war, hat sich ein ähnlicher Mangel an politischer Weisheit gezeigt wie bei der Geschäftsfüh­rung des Präsidenten Frhrn. v. Erffa. Richt mit fchnei- biger Traufgeherei allein gewinnt man Schlachten. Wenn man bic politischen unb gesellschaftlichen Mängel des Geg­ners treffen unb beleuchten will, muß man den sachlick-en Gegensatz herausarbeiten, darf man nicht in die Fehler dessen verfallen, den man bekäinpfen roilL Tann gilt cs vielmehr, die eigenen Grundsätze in ihrer vollen Reinheit zu erhalten. In der Politik ist die Selbstbeherrschung eine vornehmliche Tugend, während Haß und Rachsucht schlechte Berater sind und die ganze Atmosphäre vergiften Diese politische Reise besitzen noch nicht alle Volkskreise. Schreitet man aber aus diesen Wegen der Einsicht immer mehr voran, dann wird das Problem der Bekämpfung» des Umsturzes leichter zu lösen sein.

Die Rückreise öes Hailers.

Genua, 10. Mai. Tie Fahrt derH o h e n z o l l e r n" und desKolberg" von Korfu nach Genua verlief schön. Messina wurde gestern früh, Neapel gestern abend passiert. Die Weiterreise nach Karlsruhe erfolgt um 5 Uhr 30 Min. mittels Sonderzug.

Nachdem um 2.45 Uhr dieHohenzollern" am Friedrich Wilhelm-Kai festgemacht hatte, begaben sich der deutsche Botschafter v. Iagow, der deutsche Generalkonsul von Genua, v. H e r f f, der Präfekt, der Oberbürgermeister und der Hafenkapitän von Genua, die Generäle Eadorna und Tommasi und die deutsche Kolonie, die am Kai das Ein­treffen derHohenzollern" erwartet hatte, an Bord, um den Kaiser und die Fürstlichkeiten zu begrüßen. Den Prinzessinnen wurden vom Bürgermeister, dem Hasen­kapitän, Frau v. Herff und den deutschen Damen prächtige Blumenkörbe überreicht. Der Kaiser empfing die Ver­treter der Behörden auf dem Promenadendeck, während die Prinzessinnen mit den Damen sich in den Salon be­gaben. Tie italienischen Herren verließen kurz nach 3 Uhr dieHohenzollern", während der deutsche Botschafter, der Generalkonsul und einige Mitglieder der deutschen Kolonie noch an Bord blieben.

Die Karlsruher Konferenzen.

Berlin,. 10. Vtai. Der Reichskanzler,. Staatssekretär des Aeußern und Botschafter o. Marschall sind heute abend nach »barlsruhe abgereist. DerBerliner Lokalanzeiger" veröffentlicht unter der

wiesen. Im vorliegenden Streit liegt auf seiner Seite der Mangel an Blick und Geschick, während die Schuld an beni schmählichen Vorfall in dem unqualifizierbaren, allem Anstand Holm sprechenden Benehmen des sozialdemo kratischenAbgeordnetenBorckmrdt zu suchen ist. Diesem Herrn fehlen ganz gewiß alle Attribute eines Märtyrers. Und die sozialdemokratische Partei wird, trotz der großen Ent rüstnngsmache, die sie jetzt in Szene fetzt, sich fragen nrüfsen, ob solches Abgeordnetenmaterial Werbekrast zu entwickeln imstande ist oder ob es nicht vielmehr ihr Ansehen bei allen anständigen Menschen herabmindert. Tie prompte Ein­berufung von sechs Agitationsversammlungen am gestri gen Freitag in der Reichshauptstadt, der sich daran an­schließende Umzug mehrerer Tausend Personen, die die Marseillaise sangen, zeigen, daß die führenden Berliner Genossen sich noch etwas versprechen. Man braucht aber nicht in die höchsten Stände hinaufzugehen, um auf An- standsgefühl und Ordnungsliebe zu treffen: das öffent­liche Schaufpiel, das der Abgeordnete Borchardt und seine Helfer geboten haben und das durch keine juristischen Fragen verschleiert werden kann, spricht ohne alles Hinzutun für sich selber. Namentlich ist es bezeichnend, daß Borchardt, es sich an der einen unwürdigen Szene nicht genügen ließ und, wie ein eigensinniges Kind, es auf eine Wieder­holung der gewaltsamen Entfernung anlegre.

Beim Falle Leinert, der den Schutzleuten zu ihrem Einschreiten gegen Borchardt keinen Raum geben wollte und daher gleichsalls mit Anwendung von Gewalt entfernt werden mußte, interessiert uns auch weniger die juristische Toltorfrage als das moralische Verhalten Leinerts. Es war nutzlose Herausforderung eines Konflikts, als er dem polizeilichen Eingreifen gegen feinen Parteigenossen hinder­lich bleiben wollte. Man wirft dem Präsidenten vor, daß er Herrn Reinert nicht zum zeitweiligen Verlassen seines Platzes aufgefordert habe. Aendert dies aber etwas daran, daß Herr Leinert nicht von selbst gewußt hat, wie er sich nach der Lage der Umstände zu benehmen hatte? Ter Genosse Borchardt hätte seinen Strafantrag auch bei einfacherem Tatbestand stellen können. Es war ober eben alles auf Sensation berechnet.

Stehen nun wirtlich bic am 6. Mai 1910 beschlossenen scharfen Bestimmungen der Geschäftsordnung des preußi­schen Abgeordnetenhauses im Widerspruch zu § 105 des Strafgesetzbuches, wonach unter Androhung von Zuchthaus- oder Festungsstrafe untersagt ist, Mitglieder einer gesetz­gebenden Versammlung gewaltsam aus dem Sitzungssaale zu entfernen? Tiefe Frage mögen die Fachjuristen ent­scheiden. Schön und erfreulich ist derHausknechts­paragraph" nicht. Unb der Präsident hätte besser alles mögliche tun sollen, um von einer Anwendung tm Falle Borchardt abzuseyen. Es standen ihm noch andere Mittel zu Gebote, um das skandalöse Verhalten des Sozialdemo­kraten in das richtige Licht zu stellen. Wer sich aber gegen den scharfen Paragraphen der Geschäftsordnung gar so sehr ereifert, der mag daran erinnert worden, daß in der französischen Kammer solche gewaltsame Maßregeln eben­falls geschäftsorbnungsmäßtg vorgesehen sind. Tie dort vorherrschende Temotratie hat daran keinen .Anstoß ge­nommen.

Tie Stichwahl in Varel-Ierer hat ein erfreuliches Er­gebnis gehabt: Dr. Wienter ist nach der vorläufigen amt­lichen Zählung mit 15 954 gegen 13 561 sozialdemokratische Stimmen gewählt worden. In der Haupiwahl am 26. April hatte Tr. Wiemer (Fortfchr. Vp.) 10 901 Stimmen erhalten, Hug (Soz.) 12557, Tr. Albrecht (Natl.) 1898 und Frei­herr v. H a m m e r st e i n (Bd. d. Landw.) 998 Stimmen. Bei den allgemeinen Wahlen am 12. Januar d. I. harten erhalten Traeger (Fortschr. Vp.) 12204, Hug (Soz.) 13 014, Tr. Strube (Natl.) 4335 Stimmen. In der Stich-

uOHr.

Darmstädter Theatersorgen.

Darmstadt, 7. Mai.

Das Tarmstädter Hofthcatcr wird, wie wir vor längerer Zeit chon initgctcilt haben, mit dem Ende der jetzigen Spielzeit eine enbere Leitung erhalten. Anstelle des seitherigen Generaldirektors ferner wird der gegenwärtige Regisseur am Prager Landesrheaier Dr. Eger treten. Dem Wechsel in der Direktion sehen nicht nur das Personal, sondern auch die Bevöllerung mit Spannung und, man darf wohl sagen, mit großen Hoffnungen, entgegen. Leider genießt das Hostheater heute das Interesse nicht mehr, das ihm stützet in reichem Maße bargebracht wurde. Unter dem Groß Herzog Ludwig III. ging sein Ruf weit über die Grenzen Hessens hinaus: iafclrctdic Fremde kamen um hervorragende Vorstellungen ;n sehen, beute hört man mehr Tadel, viel Beschwerden, viel unzufriedene Kritik über Leitung, Darstellung, RäumiiaKcit und Svielplan.

Im Heim der Frauenrechtlerin. Eine klein, Anekdote wird aus dem Heim einer bekannten englischen Frauen­rechtlerin erzählt. Tie Haussrau ist natürlich nicht daheim, der Herr Gemahl greift, um sich die Wartezeit zu kürzen, zur Zeitung und beginnt zu lesen. Ta tritt bet Heine vierjährige Sohu herbei, weist auf die Zeitung und fragt:Was hört man denn Neues von Muttchen?"

Kurze Nachrichten aus Kun st und Wissen­schaft. Tie 5 9. Versammlung mi11elrheinischer Aerzte iuUX dieses Jahr in Heidelberg am 2. Juni (Sonntag) in althergebrachter Weise statt. Professor Tr. Fei dinand Fischer, Tirektor der chemisch-technologischen Samw hing an der Universität Göttingen, feiert am 13. Mai seinen 70. Geburtstag. Ter Feuilletonist unb Dramatiker Benno Jacobson, früherer langjähriger Theaterkritiker desBör, Cour.", ist nach langem Leiben im Alter von 53 tagten in Berlin gestorben.

politische Wochenschau.

Gießen, 11. Mai.

Ter vietgeschmäpte jetzige Reichskanzler hat sich am Donnerstag in der Rolle des liebenswürdigen Gastgebers gefallen Er wurde, so heißt es in dem Bericht, nicht müde, immer neue Gäste in das Gespräch zu ziehen. Eft ist fein rechtschaffener Charakter gelobt worden, aber wir wissen es nicht, ob er die feine K u n st der Lebensart in so hohem Maße besitzt wie fein Amtsvorgänger. Gerade am Politiker schätzen wir diese Gabe sehr hoch, und sie kann ihm bei seinem Geschäft eines der besten Hilfsmittel werden. Auch Bismarck besaß die aus dem innersten \ Herzen quellende Macht über di>- Menschen in hohem Matze | Bedeutende und hochgestellte Männer wirken damit auf I ihre Umwelt erhebend und, wo Angriffe und Kämpfe drohen, versöhnend, die Sitten mildernd. Man sollte auch Herrn v. Bethmann^Hollweg, den kaum noch semand für einen großen Meister der Staatskunst hält, als Menschen mit Unvoreingenommenheit und Achtung begegnen. An ihm aber schäumt die Flut der Schmähsuchl und des Hasses in der letzten Zeit mächtig empor. Tie Verwilderung der Sitten in unserem politischen Leben hat gerade vor ihm, demRepräsentanten des schwarzblauen Blockes", ein dor­niges Gestrüpp aufgeführt. PolitischeGrundsätze" erstick­ten die menschliche und gerechte Prüfung von Fall zu Fall, man fragte und handelte zunächst nach groben Partei zielen. Man darf sich nicht darüber wundern, daß bei den letzten Kämpfen die Waffen stumpf geworden sind, daß ein wahrer Wetteifer in plumpen, auf die Massen berechneten Parteischachzügen entstanden ist. Tie Parlamentarier und Politiker haben viel weniger Recht und Unrecht, als viel­mehr Vorteile und Nachteile abgewägt. Und das, ivas gerade den Politiker als Persönlichkeit auszeichuen sollte, Lebensart und Wohlerzogenheit, wurde von der politischen | Front gänzlich zurückgezogen.

Tie Folgen haben sich am Touuerstag im preußischen I Abgeordnetenhause in geradezu abschreckender Weise gc f zeigt. Tort hatte sich Konfliktstoff in hohen Haufen an- gesammelt. Ter noch immer unentschiedene Kampf um Reform des Wahlrechtes halt die Gemüter in dauernder Erhitzung und Erbitterung. Die sechs Sozialdemokraten, btc als sehr kleine Minderheit im Parlament keinen großen Einfluß üben können, werfen sich mit doppeltem Ungestüm daraus, in Temonstratiouen das Volk zu entflammen. Der bekannte Sauherdenton feierte parlamentarische Triumphe. Tie konservative Mehrheit des Abgeordnetenhauses übt den entsprechenden Gegendruck, und die Umgangsformen zwi- I scheu rechts und links wurden von Tag zu Tag schroffer.

Zweifellos hat unter solchen Verhältnissen der Präsi­dent höchst wichtige Aufgaben. Wenn er ein Manu von vornehmer Lebensart ist, wird er die Gegensätze nicht schü­ren, sondern zu mildern suchen. Er wird als Politiker, der die rauhen Praktiken und ihre Ziele durchschaut, mit Höflichkeit und tluger Zurückhaltung im Parlament die Heißsporne entwaffnen, und dem Volke demagogische Ver- - juche entlarven. Tas tumultuarische Verhalten der Sozial­demokraten im preußischen Abgeordnetenhaus durfte nicht mit möglichst schneidiger Geschäftshandlung und heraus­fordernder Strenge beantwortet werden. Jeder blamiert sich, so gut er kann, und der stillschweigende ?lppcll an x bic öffentliche Meinung, das kühle Tiskanzyalten gegenüber I parlamentarischen Ungezogenheiten hätte dem Präs identen f mehr Einfluß und Wirkensmöglichkeit verschafft als barsche I Hirechtweisungen im Kommandotone. Freiherr v. Erffa I tat sich nicht als das Muster eines klugen Präsidenten er-

Gewiß ist wie immer, cm leit der Beschwerden unbegründet, sicherlich liegen die Gründe auch in den oernnberrat Zeiiverhau Nissen. Aber in Tarmstadi maß man der bisherigen Leitung viel ; schuld bei und erhofft allein schon durch den Wechsel der Direktion nne völlige Aenderung. Ganz abgesehen aber von den allgc meinen Zeitläuften, unter denen alte Theater leiden, abgesehen ton den schon oft erwähnten Mängeln der Leitung, die hier nicht ttörtert werden sollen, kann bei unbefangener Betrachtung kein Zweifel fein, daß viel Unzufriedenheit auf Ursachen zurückgmg, fit die weder Darstellung noch Tireltion verannvortlich gemadn herben lönnen. Tenn Ersprießliches können Künstler und Regie nur leisten, wenn iie finanziell genügend Mittel haben, um nicht tut Mäßiges, sondern auch. Außergewöhnliches wagen zu können, -c» Geld zu diesem Zwecke vermögen beide nicht zu schaffen, ohne las opserfreudige Interesse der die Kunst Genießenden. Und hier l egt der Punkt, an dem der Wandel beginnen muß. Viel Einzel­le Len an Darstellung und Svie^ian Hai die Kritik in den letzten Zähren gerügt, manchmal hat iie mit Recht auf die Teilnahms- pNigteit des Publikums hingewiesen, aber selten und sicher nicht SiTiügcnb ist mu Deutlichkeit darauf hingewiesen worden, daß h,er 'bei Hebel anzusetzen ist, wenn eine grundlegende Aenderung ein peten soll.

Das Hoftheater bilanziert jährlich mit einer Summe, die "0)000 biv 700 000 Mark wohl nicht beträchtlich überiteigen otr hinter, fidi lat'icn wird Eine Vierielmlitwn etwa betragt :n Zuschuß des .Großherzogs, außer einer Beisteuer der, Stadt

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n Gestern ereignete sich v merlicher UnglMall. ÄN- r Uhe einer ^alkgrnbt ein imges Bin

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wohl in der Lage wären, sich hier überhaupt oder doch umfang­reicher zu betätigen.

Auch bei dem anderen Publikum ist das Interesse in den letzten fahren immer geringer geworden. Man klagt über den schlechten svielplan und geringe Abwechslung, übersieht aber, daß nur durch zahlreichen Besuch und dadurch erhöhte Mittet die Tiretiion größere Tätigkeit entfalten kann. Auch die eingesührten Volksvorstellung en haben dem Theater sinanziell feinen Vorteil gebracht, «Jedenfalls weil es nid)t richtig angefangen wurde. T. Red.) zahlreiche An­gehörige der besseren Stände warten heute ab, ob nicht ein neues Stück demnächst als Volksvorstellung zu ganz billigen Preisen erscheint. Und dod) sind solche Volksoorstellungen cingesührt, da­mit ganz kleine Kreise mit geringem Einkommen sich den Besuch des Theaters als einen der ivesentlichsten Bildungsmittel erlauben können. Man hat vielleicht etwas übertrieben, sicher aber bezeich­nend, manche Bollsvorstetlung schonGeheimratsvorstellung" ge­nannt. Tas soziale Emvffnden müßte hier die Beamten bestimmen, solche Gelegenheiten dem Heinen Mann zu überlassen.

Will das Tarmstädter Publikum eine Aenderung seiner Theattroerhältnisse, so muß es ourch rege Teilnahme die Tirektion unterstützen. Ter neue Leiter hat dann immer noch genügend mit Abstellen anderer Mängel zu tun, deren Beseitigung ihm ohne Mittel erheblich schwerer, wenn nicht unmöglich roerben wirb. -s-

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L Wie aruMch durch bd ähren die Listvlä-eiw BogelveU beseitigt ver­mal die heldbereiiiiMg in eckendes BeiM Bor kam imgung beschlossen, unb seit j aus unserer Gemeinde vei- rundbesitzer gehen von bar, l urbares Land zu besitzen M wirb, wenn er im FrutM er jahrelang sein Nest bmm en, enttäuscht denAckmkch^

Tarrnstadt von 20 000 Mark, bilden beit Rest die Einnahmen aus Monnementsgeldern und der Tageskasse. Tie Kabinettsdirektion rechnet nunmehr mit einem um 36 000 Mark erhöhten jährlichen Zuschuß, ein Beweis, daß nach deu letztjährigen Ergebnissen ein solcher Ausfall zu verzeichnen war. Wer aber weiß, mit ivelchen Müßen, mit welchen Einjchränkungcn nonvenbige ober gar ange bracht unb empfehlenswerte Ausgaben biescs nicht erhcbtid)e Teffztt möglichst klein gehalten würbe? Niemanb kann bei ben heute hoch gesteigerten Theatcrunkostrn das Bubgct ber Hofbühne zu groß nnben; betrachtet man bie Sache näher, hört man Einzelheiten über Gehälter bes technischen Personals, der Hofmusik unb bcs Balletts, er sahn man bic Gagen von Solomitglicbem unb Ehor unb audj den Etat von Neuanschaffungen, Teiorationen unb Reauisitcn, so muß jeder Zweifel fdiiumben, baß bic vorhandeneii Mittel für cut erstklassiges Kunstinstiiut burchaus unzureichenb sinb.

Tie Abhängigleit ber Einnahmen von dem Interesse ber bie Kunst Genießenben ist bereits betont. Tieser ftreis von Personen um saßt aber nid t nur bas Etntrittsgelb zahkenbe Publtkitm, son- bern aud) den Hof und seiner Gesamtheit.

Zu dem Hof gehören außer dem Großherzog und seiner nächsten Familie noch eine reiche Anzahl von Personen, die ihm teils verwandt oder verschwägert, teils Hofbeamte find.

Es wird nun niemand etwas dabei finden, wenn Hosbeamte bei Festiichkeient, wo der Berus ihre Anweienhett erfordert, freien Zutritt genügen. Es ist weiter verständlich, daß der Landesherr ans erklärlichem Gefühl möglid-sl freigebig mit folcher Erlaubnis fein möchte. Eine andere Frage aber ist es, ob die Angehörigen des Hofes, abgesehen von erheblichen Fällen, davon Gebrauch machen sollen. Zahlreiche Hvsbeamie haben dauernd Freiplätze in ben besten Lagen, ohne mit ber Leitung des Theaters etwas zu tun zu haben. Andere Familien, btc am Hofe verkehren, haben in beit letzten Jahren ihren Besuch eingeschränkt. Unb boch sollte man annehmen, baß gerabc hier Mittel unb Interesse für bas bem Großherzog gehörige Kunstinstitut oorhanden sei. Umsomehr, als in diesen schwierigen Zeiten, in denen die Theater von b<n volkstümlichen Kincmatographen erdrückt zu werben b rohen, ber Hof bem Publttum mit bestem Beispiel vorangehen sollte. Damit soll gewiß nrcht gesagt sein, baß alle Hosbeamten unb alle Hos- fbbigen sich im Theater abonnieren sollen ober müssen. Aber es besinben sich zahlreiche Personen banuuer, bie nach ihren Ber- mögensurnständen unb nach ihrer gejellschaftlicher; Stellung seh;

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d. Mai. Das L a s j i a - trd am 23., 24. und 25. Zum mit dem 25jährigen Ltis- ervereins. Tie Festplah. wierigkeiten bereitete, ist jept ,l9 gewordene Verlegung ist > erzielt worden. Nach den Fest schön zu werben; 6m. I Vereine ergangen. - Ter seinen Turngang auf den mheim festgesetzt.

.. Tie Vorarbeiten zu dein Kadfahrer-Lliflungs- c Festausschuß beschäftigt sich

TU. Ul Erster Blatt 162. Jahrgang Samstag, y. mal (912

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