Die heutige Nummer umsahl 16 Seiten.
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Rücktritt des österreichischen Kriegs-- ministerr.
Das neueste sensationelle Ereignis in der internationalen Lage ist der Rücktritt des österreichischen Krieys- ministcrs v. Auffenberg. Zwar liegt darüber noch kerne amtliche Nachricht vor, allein an der Richtigkeit der Meldung ist nicht zu zweifeln. Da auch der Generalstabschef v. schemua, der erst vor einigen Tagen in Berlin war, zurückzutrcten scheint, so darf man annehmen, daß diese Vorgänge von nicht zu unterschätzender Tragweite sein werden. Eonrad v. Hoctzendorss, der wieder an die Spitze des Gcneralstabs treten soll, ist kein Mann, dem man Zaghaftigkeit nachsagen kann. Trotzdem wird in Wien bestritten, daß diese Pcrfonalvcränderungen eine ernste Wendung anzcigten. Serbien will sich freilich kein weiteres Entgegenkommen mehr versprechen können, und wir werden wohl bald vor irgend einer Entscheidung stehen.
Es sind im Laufe des Vormittags folgende Meldungen eingegangen:
Wien, 10. Dez. Die „Neue Freie Presse" meldet: Wie in politischen Kreisen mit Bestimmtheit verlautet, hat Kriegsminister von Auffcnberg dem Kaiser ein Gesuch um Enthebung von seinem Po st en überreicht. Der Kaiser habe das Demissionsgesuch angenom^ men. Zu seinem Nachfolger sei Feldzeugmeister von Kro- b a t i n bestimmt. Auch der Ches des General st abes von Schemua habe seine Entlassung gegeben und werde durch den Armeeinspckteur Frhr. Conrad von Hoctzendorff ersetzt werden.
Das Wolffsche Bureau bemerkt dazu: Nach in Wien eingezogcnen Erkundigungen lag bis um 2 Uhr nachts eine amtliche Bestätigung dieser Nachricht nicht vor.
Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Wien: Der Rücktritt des Kricasministers von Auffenberg ist angeblich wegen eines Konfliktes mit dem Thronfolger Franz Ferdinand erfolgt. Die Ersetzung des Generalstabs- chcfS Schemua durch den Frhr. Conrad v. Hoctzendorss wird darauf zurückgeführt, daß in militärischen Kreisen, wie verlautet, schon lange der Wunsch bestand, daß an die Spitze des Generalstabs eine Persönlichkeit trete, die sich des Ansehens und der Autorität erfreue wie Frhr v. Hoctzendorss. Schemua tritt in den Ruhestand. Äuffenberg wird an Stelle v. Hoetzendorffs zum Armeeinspekteur ernannt.
Der Berliner ,',Lokalanz'" meldet dagegen aus Wien: Der Grund des Rücktritts v. Auffenbergs liege in inner- po 'itischen Verhältnissen. Es heiße, Auffenberg sei ein -Cpfer der Ungarn, die seit Einbringung der Wehrgesetz c in schroffstem Konflikt mit ihm ständen. Der Rücktritt Schemuas sei noch nicht entschieden, aber in seinem Vollzug wäre kein Moment zu erblicken, daß Oesterreich- Ungarn vor entscheidenden militärischen Ereignissen steht. Gut informierte Kreise halten im Gegenteil die Veränderungen in den höchsten Stellen der Armee für einen Beweis einer friedlichen Entwicklung der Lage. Die Veränderungen sind als eine Folge der in den letzten drei Tagen in dem Konflikt mit Serbien eingetretcnen völligen Entspannung anzuschcn. Wenn ein Konflikt bevor
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Sturmfluten.
Dem furchtbaren Taifun, der jüngst auf den Philippinen gewütet hat, sind nach den neuesten Berichten gegen 20 000 Menschen zum Opfer gefallen, und Madagaskar ist eben gleichfalls von einer schweren Katastrophe l)eimgesucht worden. In den tropisck^en Küstenländern und auf den in tropischen Meeren zerstreuten Inseln sind derartige Katastrophen nicht so selten, und die Geschichte kennt noch weit schlimmere als die jüngst gemeldete. Die schrecklichen Verwüstungen werden nicht allein durch die Gewalt des Orkans, sondern hauptsächlich durch die von den Wirbelstürmen erzeugten Flutwellen herbeigesührt. Bei dem „großen Orkan", der 1780 die Insel Martinique heimsuchte, hotte sich das Meer sieben Meter über den höchsten Stand der Flut erhoben, und 9000 Menschen verloren dabei auf Martinique und 6000 auf 2. Lucia das Leben. Ein von Wirbelstürmen uiid Sturmfluten ganz besonders heimaesuchtes Land ist die Niederung von Bengalen an der Mündung des Gouges und des Megna. Katastrophen, bei denen 10*000 bis 20000 Menschen zugrunde gingen, zählten in den letzten beiden Jahrhunderten nach Dutzenden. Zwei Sturmfluten aber haben sich tief in das Gedächtnis der Menschen eingegraben, denn sie gestalteten sich zu wahren Sintfluten. Am 1. November 1876 erreichte ein gewaltiger Taifun von Süden kommend die Mündung des Megna: er warf eine furchtbare Flutwelle auf das Küstenland und staute den Fluß, der infolgedessen rasch aus seinen Ufern trat. Binnen kurzer Zeit tvaren 141 geographische Quadrat- meilen überschwemmt und stellenweise bis zu 15 Meter lwch mit Wasser bedeckt. Nach der niedrigsten Schätzung sollen damals 100 000 Menschen ertrunken sein. Entsetzlich lauteten die Schilderungen der Beamten von dem Zustande des Landes nach der Katastrophe: die Häuser waren zerstört, die Bäume ihrer Blätter beraubt, das Land mit Lachen bedeckt und in Haufen waren Leichname von Menschen und Rindern zusammengefegt — das wahre Abbild einer vorübergegangenen Sintflut. Noch schlimmer hatte der Taifun vom Jahre 1737 gewütet. In der Nacht vom 11. zum 12. Oktober trat er in den Ganges ein, und seine Flutwelle staute den Fluß und ergoß sich über das Land. Im Ganges hatte sich das Wasser 40 Fuß über den gewöhnlichen Stand
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erhoben. Schiffe von 60 Tonnen Tragfähigkeit wurden über Bäume hinweg landeinwärts getragen. In dieser Schreckensnacht sollen mindestens 300 000 Menschen das Leben verloren haben. Mag die Zahl auch übertrieber sein, so war es doch allem Anschein nach die furchtbarste Katastrophe dieser Art, von der die Menschheit in geschichtlicher Zeit heimgesucht wurde.
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ff. Ein moderner Salomo. In Paris erwartet man gegenwärtig mit Neugierde den Ausgang einer Gerichtsverhandlung, bei der der Nickst er dieselbe Frage entscheiden soll, wie weiland König Salomo: wem gehört das Kind? Es sind zwei Mütter vorhanden und mir ein Kind, und beide Mütter behaupten mit gleicher Beredsamkeit, das Kind sei ihr Fleisch und Blut. Um der Sache auf den Grund zu kommen, muß man um ungefähr fünf Jahre zurückgreifen, denn so alt ist das Kind. Damals übergab eine arme Näherin in Brüssel ihr neugeborenes Kind einer Älteren Dame", die sich in der Zeitung erbot, ein neugeborenes Kind für eigen zu übernehmen, ohne etwas dafür zu fordern. Die gleiche An^ige las eine Bäckersfrau, die sich in ebenso dürftigen Umständen befand, wie die Näherin, und auch sie übergab ihr Kind der „älteren Ttame". Mittlerweile hu sich nun herausgestellt, daß die „ältere Dame" durchaus keine geeignete Pflegemutter für fremde Kinder war, denn, obwohl sie nicht gerade als Engelmacherin, zu bezeichnen ist, so hotten die Kinder es dock) bei ihr recht schlecht und wurden gröblich mißhandelt. Außer den Kindern der Näherin und der Bäckersfrau hatte sie auch noch andere Kinder zu sich genommen. Nachbarn erstatteten schließlich Anzeige, die Gerichte untersucksten den Fall, und eines Tages lasen die Näherin sowohl wie die Bäckersfrau in der Zeitung von der Gerichtsverhandlung, wobei sie erfuhren, daß die Pflegekinder albe von ihren Müttern wieder abgeholt worden seien — bis auf eins. Beide Frauen meldeten sich sogleich, und nun soll der Richter entscheiden, wem das Kind gehört. Die Methode des Königs Salomo kann er nun zwar nicht anwenden. In einer Beziehung aber sind wir heute dem König Salomo überlegen: man weiß nämlich, daß die Linien der Fingerspitzen vererblich sind, und so wird dem Richter nichts übrig bleiben, als nach der größeren oder geringeren Aehnlichkeit der Fingerabdrücke des Kindes mit denen der beiden Mütter seine Entscheidung zu treffen. Rätselhaft tteibt bei der ganzen Angelegenheit nur noch eins: wo ist das fehlende Kind geliehen? Dafür, daß der „älteren Dame" (die verdientermaßen jetzt im Gefängnis sitzt) eins der Kinder gestorben sei, fehlt jeder Anhalt.
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Aus Berlin wird uns geschrieben:
Die beschleunigte und demonstrative Erneuerung Dreibunds hat in Berliner politischen Kreisen einen ... danken auf leben lassen, mit dem sich Persönlichkeiten, die zu Dänemark, Schweden und Norwegen Beziehungen haben, seit etwa einem halben Jahre sehr eingehend beschäftigen. Man erinnert sich wohl der Vorträge Sven Hcdins über die „russische Gefahr" und seiner Flugschrift „Ein Warnungs- ivort", worin der große Forscher und Geograph schilderte, wie die Russen seit Peter dem Großen versuchen, eine Küste am offenen Meere zu erreichen, nnb wie ihr Streben niemals zielbewußter und energischer gewesen als in den letzten zehn Jahren; da eine Großmacht sich mit einem einzigen Hafen am freien Meere nicht zufrieden geben könne, werde Rußland die Küste südwärts Schritt für Schritt biS nach Trondhjenl verfolgen, Schweden wäre dann auf drei Seite?: von ben Russen umgeben, man brauchte nur das Netz zuzuziehen und es würde in ihm ersticken Sven he^in erinnerte seine schwedischen Landsleute auch daran, wie sich die Russen schleichend und still in Finnland festsetzten, wie Finnland gezwungen wurde, Eisenbahnen für russische Truppentransporte zu bauen, wie das finnische Eisenbahnnetz in gleicher Spurweite mit dem russischen verknüpft worden ist und nun Truppen aus dem Herzen Dtßlands ahne Umladung bis nach Tornea (an der Grenze) gelangen können. Die Vergewaltigung, unter der Finnland leidet, habe nicht den Zweck, die Finnen zu quälen, sondern nur den, die Kosakengrenze näher an Schweden
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Ernst von Postart als Rabbi Stichel.
Gießen, 10. Dezember 1912.
Ernst von Possarts Kunst, die in einer ganz anderen Zeit wurzelt imb unter ganz anderen Bedingungen sich entfaltete unb entwickelte, als die unserer heutigen Sckstmspteler, bedeutet einen Höhepunkt in der Geschichte der deutschen Schauspielkunst. '.'Iber es ist eine Kunst, für die unsere jetzigen Dichter augenblicklich keine Stücke mehr schreiben, weil uns die klassische Gebärde, der Zug ins Gewaltige für einige Jahre oder Jahrzehnte verloren gegangen ist. An ihre Stelle ist die dem leibhaftigen Leben abgelauschte Bewegung entstanden, die zwar viel gutes, aber auch viel übles im Gefolge gehabt hat. Neben der stark gesteigerten Kunst ticfsckmrfender Seelenanalyse haben wir in den letzten zwei Jahrzehnten allerlei auf unseren deutschen Bühnen gesehen, und wie der muntere David könnte man die verschiedenen Wegen an den Fingern Herunterzählen. Da ist die Hemdärmel- und Schlarrock- Weis, die Pantoffel- und Nackstjacken-Weis, die Gelispel- und die Geflüster-Weis und wie sie alle heißen mögen, die Wegen, die )üir gelernt haben, seit wir aus den Prlmkgcmack>ern des Heldenstückes in die Wohnstube des Bürgers zurückgekehrt und. ,^atz es auch in dieser bescheidenen Umgebung erbaulich und genuferetd) ist, wenn gut und bedachtsam gesprochen wird, das bewies gestern abend Herr v. Possart als stiabbi Stickwl m Erkmamt^Cka- ttians gemütlichem Lustspiel vom Fremrd Fritz, dem ehei d>cuen Epikuräer Er erfüllte den guten wackeren Rabbi mit so viel (Mute und so viel Schalkheit, daß man eine große Freude halte und sich von der musikalischen Tönung seines Organes tragen liefe, obschon man manchmal empfindet, daß die Wwägung des Dones zu bewußt sorgfältig, die Sorgfalt zu beirufet abgewogen ist eine vollendete Technik, die sich manchmal Tür Selbstzweck zu hatten scheint, aber doch ein großer, erlesener Genun. Und den noch: der Rabbi Stichel hat die Ringfabel des Nathan m cht er- reichen Tonnen, darin ist Possart doch am größten und henten.
Von den übrigen Darstellern, die sich recht tüchtig zeigten, isi zunächst Herr Volck als Freund Fritz zu nennen, und die Herren Goll und Grosser als sein treues tvreundespaar. Sehr niedlich ivar Fräulein de Bruhn als Sn,el, und die Teschick-te der Rebekka brachte sie gam* allerliebst vor faulem Scholz war eine liebevolle Wirts ckwfterui. <ic Regie, die, wie verständlich ist, nickst alle Anzeichen einer rascher Einstudierung abzuschleifen vernwckst hatte, führte .v>err ± ro o r ’ o_ro » r i. Tast ein Teil der Mauer im Verhrltms zu ihrer Perspektive 'Lisch aufgestellt leer auf der re.stren, statt auf der linken Lichnenseitc — sei als besonderer Veleuchtungsessekt gebucht. N
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zu rücken; es seien alles nur Glieder in einer Kette.
Sven Hedin hatte die russische Gefahr so grell wie nur möglich gemalt. Mer ganz unabhängig von seinen Aufrufen haben ähnliche Gedanken und Abwehrbestrebun- aen zu der großen nationalen Flottenspende geführt, die der schwedisck>en Regierung zwölf Millionen zum Bau eines Panzerschiffes zur Verfügung stellte. Sven Hedins Flugschrift ist auch in deutscher Sprache erschienen und fand im Deutschen Reiche allgemeine Beachtung. Unterdessen hat bcr schwedische Staatswissenschaftler Pontus Erland Fahl- deck, Mitglied der Ersten Kammer des Reichstags, Professor der 'Universität Lund eine Broschüre veröffentlicht, Die an den interessierten Stellen größtes Aufsehen hervvrgerufen hat. Fabkbeck fordert nicht mehr und nicht weniger als den Anschluß der nordischen Mächte an den Dreibund. Der Kern^odanke seiner Vorschläge ist: Eine schwedische und nordische auswärtige Politik, die auf einer starken Entwicklung der eigenen Landesverteidigung und einem Anschluß an den Dreibund zu beruhen hätte, löst auf einmal viele der politischen Probleme, die zurzeit auf Europa lasten. Nicht nur Rußland-Skandinavien, sondern auch die beiden anderen, Frankreich-Deutschland und England-Deutschland, könnten in dieser Weise ihre Lösung erhalten. Die Lösung wäre eine Einigung über allmähliche Einschränkung der Rüstungen, und eine derartige Einigung könnte erzielt werden, wenn der Friede, dank der Stellungnahme der skandinavischen Staaten, voll Dauer wäre, und die großpolitische Spannung deshalb nachließe.
Es ist zweifellos richtig: Weder Frankreich noch Rußland dürfte es wagen, ohne England einen Z^rieg gegen
Deutschland zu beginnen, wenn der Dreibund durch den Anschluß Skandinaviens erweitert wäre England wiederum kann Deutschland nicht ohne Verbündete augreifen. England könnte sicher auf Frankreich als verbündete Mackn, dagegen nicht auf Rußland rechnen, das sich die Sache nicht bloß einmal überlegen würde, wenn es wüßte, daß cs die aefamte Streitmacht nicht nur Oesterreichs, sondern auch Schwedens gegen sich bekäme. Rußland wäre faktisch gebunden, wenn sich der Dreibund durch den Zutritt Skandinaviens in einen Vicrbund verwandelte. Dies würde aber Englands Kriegslust bedeutend abkühleu, und zwar um so mehr, weil cs baüoit ausgehen müßte, daß eine Blockade Deutschland weniger schaden und schwerer durchzuführen wäre, wenn die skandiilavischen Staaten zu den Verbündeten Deutschlands gehörten.
Was speziell Schweden betrifft, könnte ein Bund mit Deutschland etwa auf folgender Grundlage beruhen: Schweden verpflichtet sich, Deutschland mit Waffengewalt beizu- stehen, wenn es gleichzeitig von zwei Großmächten, von denen Rußland die eine fei, angegriffen werde. Deutschland seinerseits übernehnie die Verpflichtung, Schweden mit ganzer Kraft beizustehen, wenn es von irgendwelcher Großmacht angegriffen werde. Unter dieser Großmacht wäre natürlich nur Rußlano zu verstehen. Ter Zusammenschluß aller drei nordischen Reiche zum Beitritt in den Dreibund wäre deshalb notwendig und zu beschleunigen, weil Rußland, wie man in ein geweiht en Kreisen munkelt, dem Deutschen Reiche bereits Angebote gemacht haben soll, als Kompensation für den Erwerb eisfreier Häfen an der norwegischen Küste -- Jütland zu nehmen. Um diesen geheimen Pmncn Rußlands zu begegnen, müsse Dänemark, so sagt man sich, enger an Schweden angcschlossen und ein Verteidigungsbund mit Norwegen vereinbart werden. Man wird sieh mit diesen Gcdanlengängen und Vorschlägen jetzt auch in der deutschen Ocsfcntlichkeit beschäftigen; sic weifen den Weg zu einer außerordentlichen Kräftigung unserer Auslandspolitik.
Jtalimifche Preffestimmen.
Rom, 9. Dez. Das „G i o r n a l e d'J t a l i e" schreibt: Die vorzeitige Erneuerung des Dreibundes zeigt, daß die drei Machte das gegenwärtige europäische Gleichgewicht und den Frieden, um den sich der Dreibund zweiselsvbnc verdient gemacht hat, aufrecht erhalten und einttächtig an die Lösung dec Orient- krise herantreten wollen. Man täte int Auslande unrecht daran, die Erneuerung als eine Herausforderung einer Mächtegruppe an eine andere zu deuten. Italien kann nickst umhin, seine durchaus friedliche auswärtige Politik fortzusetzen, die Politik des Gleichgewichts zwischen den Bündnissen und Freundschaften.
„(E o rriete d'J talic" schreibt:
Die Erneuerung des Dreibundes bildet eilt Ereignis von hervorragender Wichtigkeit in der Geschichte unserer auswärtigen Politik, weil die Gruppientng der Kräfte, auf bcr über 30 Jahre die Ausrechterhaltung des Friedens beruhen konnte, für Italien eine Bürgschaft für die Festigkeit und ruhigen Entfaltung seiner Tätigkeit int europäisckren Konzert bedeutet.
„l'J t a I i e" erklärt:
Der Dreibund, der in der Vergangenheit die Probe bestand, wird ungeändert der Angelpunkt der italienischen Politik bleiben und die sicherste Garantie bilden für den Erfolg und die Größe einer segensreichen Zukunst.
„Popolo Romano" bespricht die Erneuerung ähnlich wie die „Tribuna".
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Ur. 291 Erstes Blatt 162. Jahrgang Dienstag, 10. Dezember 1912
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