Ausgabe 
13.2.1912 Erstes Blatt
 
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Dte heutige Nummer umfahl 10 Seiten-

als musikalischer

Vie Krips im Reichstag.

Im Reichstage herrscht eine höchst verworrene Lage. Nachdem die Rechte gestreikt hat, indem sre veranlaßte daß Spahn von seinem Präsidentenposten zumcktrat, frißt bic Krisis weiter, denn nun weigern sich auch die National­liberalen, mit der Linken allein das Präsidium zu bilden. Tas Volk wird sich staunend und voll Erbitterung fragen,

Wellen. . J «erlauf an ui A

äugen. E, n: 44 M w bt. Wellen.

igen, 32 Rm.

der SrciSftrim.

längnisvolle Tendenz, bic zum religiösen Jndifscrentismus führe.

Bon Köln aus legte man in einem vertraulichen Rund chreiben Verwahrung ein gegen dieses Buch. Wer die Correfpondance bc Rome", deren Redakteur Benigni mit dem Gencralstaatssekrctär Merry del Val in guten Bezieh­ungen stand, nahm sich des Weitzschen Werkes kräftig an. Ebenso erklärte das katholische Pariser BlattUnivers , das deutsche Zentrum werde immer mehr ein Gegenstand der Sorge Roms, weil es von der Kölner Richtung beherrscht werde: diese aber sei schlecht und gefährlich, weil sie einen

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VieKölner und dieberliner" Richtung.

Tiefe Ausdrücke bezeichnen zwei Richtungen innerhalb her bnu1d>cn Katholiken, deren gegenseitige Befehdung der «Achtkalholik zunächst schwer verstehen wird, weil sie beide t-iing sind im Festhalten am katholischen Glauben und in der Anhänglichkeit an den Papst. Und doch sollte auch der Außenstehende diesen (Gegensatz und feine Entwicklung ver­folgen, zumal da er in der Zukunft vielleicht noch an Bc- deutung gewinnen kann. Er ist ein Symptom dafür, daß der' Kamps gegen denModernismus" innerhalb der kcttho- nur aus das theologische und philo-

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rozent unter ;euRt "W chlcndkrprciiu.

bezögen.

In ähnlichem Geiste ,ind die umfangreichen Aufsätze, gehalten, bic Abb4 Barbier auf Grunb beutschen Materials in ber Pariser WochenschriftChronique be la Presse" (Nr. 582585 vom 23. November bis 14. Dezember 1911) veröffentlicht hat unter dem Titel: Kommers et choses de lAllemagne catholique. Er will darin zeigen, wie c? ge kommen sei, daßdie bewundernswerte Organisation ber deutschen Katholiken heute eine ernste Gefahr für bic von ihr vertretenen Interessen geworden sei". DemVolks verein für das katholische Deutschland" wie demZentrum" wird ein Streben nachEntklerikalisierung" vorgeworsen: die christlichen Gewerkschasten werben beschuldigt, da» ,ie Sozialisten den katholischen Gewerkschaftlern Vorzügen. Selbst Männer wie Peter Spahn und Freiherr v. Hertling entgehen ber Zensur nicht: jenerhängt von Köln ab", dieser (als Präsident derGörresgesellschaft" > i|t einer von jenen,welche der Wissenschaft eine sehr weitgehende Frei­heit gegenüber der Kirche bewilligen wollen".

Rut­in. *(!.$«*

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brausen usw., je nachdem, wie e« der Verfasser eines Stückes ro.- geschrieben hat. Bei dieser Tätigkeit lebt er ständig in einem liebenswürdigen Kampfe mit den Seliausri.tern des -Lheatre <Vran- cfliv. Sagt einer auf der Probe:Das ist zu laut", so laßt Herr L4on den Doimer bereitwillig etwas leiser donnern oder den Wind geräuschloser pfeifen, und ebenso verstärkt er nut der gleichen Bereitwilligkeit die Tonstärke der BübneugerauschiV'Derr Ltzon ist übrigens ein Schüler Osteubachs. e>nt bem ^ahrc IHö' wirtt ec am Theatre Francais mit dem größten Ertolge, obwohl er eigentlich von Hause aus Mediziner ist. In der langen Jen feiner Wirksamkeit hat er nid^t nur die Begleitmusik zu zahlr^ch^r Stücken geschrieben, sondern auch ein Zutes ^tück von der trau zösischen Bühnenliteratur Tennen gelernt. Er lernt nämlich bei kaum emer Vorstellung im Theatre Francais und hat fett 18.97, fast 20 000 Vorstellungen gesehen!

kf Wie die Sonne den Puls schlag &cigt. Einen sinnreichen Hausversuch, bei dem der menschliche Puls schlag nut Hilfe eines Sonnenstrahls deutlich sichtbar gemacht iverdcn kann, bat jüngst ein englischer (Mehrtet angegeben. Man bramht dazu nichts als ein sonnenbeschiemiies, durch einen L^ren ver,chlottenes Zimmer und eine Schale mit Wasser. Der .renUerlrden muß eine kleine Ceffrautg enthalten, durch die ein Heines Bündel sonnen; Nrahlcn in d-as Zimmer fällt Das kleine Wassergciatz stellt man so, daß die Sonnenstrabsen gerade auf die Oberdecke 'allen, w daß die Spiegelung, ein kleiner Sonnendeck, aut die Wand oder an die Decke geworfen wird Ter einfache Apparat ist ein Werl- eng dos auf gan; geringe Bewegungen sehr Hart anspricht. Ganz ruh in ist der Sonnenfleck nie, und wenn gar ein Wagen auf der Straße oorbeiiäbrt, gerät er in heftiges Schwanken, während der Beobachter im Zimmer selbst unmittelbar die Erschütterung kaum n al rnimmt. Vegt man nun bas Handgelenk so an die schustkl, daß Die Pulsader beinahe der äußeren Wandung anliegt, so über- traoen fick' ihre Bewegungen auf Den Inhalt der schussel und der Sonnenfleck an der Decke gibt mit seinen Zuckungen genau den Pulsschlag wieder.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- schatt (Vct.imer Rat Professor Tr. med. Ferdinand Lieht er, der bekannte Gmiäkologe der Heidelberger Unwerntat, voll­endet am 16 d. M. bas 75. Lebensjahr. Er nammt aus iyunters- blum in Rheinhessen. Seine akac.miscke Laufbahn begann et 1864 al« Privatdozent in ließen Hier wurde er vier .saljre |pater Etttaordinarius und 1872 ore ntlicher Professor; er siedelte 1*81 nach Heidelberg über, wo er bis 1903 die Klinik für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten leitete. In Lemberg starb der emeritierte ord. Professor der Kirchengeschichte^in der theologiichen Fakultät ber dortigen Universität Dr. tbcol. Iaiet ^elliewicz, im 90. Lebensjahre. In Wien ist der Hosburgichauspielep Konrad Loewe im Aller von 56 Jahren gestorben..

aifiai!

ahnhofstr. I

Siebener Konzertverein.

2. Orchesterabcnd: Meininger Hoftapellc.

Gießen, 12. Februar.

Der heutige Orck'esterabcnd stand unter dem Zeichen Max fieger- der mit feiner Meininger Hofkapelle gegenwärtig eint erfolgreiche Konzert-Tournee durchführt Was den Werdeaang Negers und den Inhalt )einer beiden uns heute vorgefuhrten Werke betrifft so können wir uns, um Wiederholungen »u vermeiden, a^die mehrfachen Notizen beziehen die an dieser Strile hieruber (hmt gebracht worden find und. alles lurdas gioße Ulblik im Bissenswerte so ziemlich erschöpfen. Ob die«sehr hoheEin fchätzung Regers besonders al« Komponist unbedingt stichMtig ist Lbt dahin- das Urteil der Fachwelt ist noch em geteiltes, und Tic ich alaude vermag auch das Publikum, soweit es ehrlich nach den eigenen unbeeinflußten Eindrücken u^^ri n'ckt durchweg der enthusiastischen Wertschätzung der Kompositionen Regers sich

Im Laufe des Jahres 1911 ist ber Zwist auch in ber Zentrumsfraktion selbst einmal angebrochen Nis der Straßburger OfeschichtSprofefior Martin <-pahn (ber Sohn Pctcr Spahns) in einer Nachwahl Reichstagsabgeordneter für Warburg s?öfter geworben war, erklärte sich eine Auzabl Zentrunisabgeordneter unter Führung des Grafen Oppers- borff gegen b ess en Aufnahme in bic Fraktion. Spahn hatte sich nämlich früher (besonders in Artikeln ber Monatsschrift Hochland" über politische Fragen wiederholt in einer Weise ausgesprochen, die ihn de« Modernismus verdächtig machte. Nachdem Spahii beruhigende Erklärungen abge­geben hatte, wurde er gleichwohl in die Fraktion auf^enom- men. Tie Preßfehbe aber ging weiter. In ihrem Verlauf beschloß der Vorstaud desAugustiuusvererns", (dem fast bic gesamte Zcntrumspreffe angehört > den Grafen Oppers- bonl aus der Liste feiner Mitglieder zu streichen. Auch wurde dieser bei der Ncnwihl in seinem Wahlkreis Glatz- Habelschwerdt vom Zentrum nicht wieder als Kandidat auf- gestellt.

Andererseits bildete sich im September in Schlesien einAktionskomitee", das zwei Programmpimkte aufstellte.- 1 Wir erstreben die Anertennung, daß das Zentrum eine politische Partei ist, welche die Interessen des gesamten Volkes nach den katholischen Grundsätzen auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens zu vertreten hak 2. Wir verlangen, daß die gesamte andere Betätigung der Ka­tholiken im öffentlichen Leben im innigsten Anschluß an die hl. katholische Kirche und ihr Oberhaupt zu geschehen

kämpser um die

Richard Strauß, der ihm anderseits ... - und sinnfälliger Klangwirkung überlegen ist. - hn4

arüblcrifdie Trockenheit, ein einseitiges Lick,verbohren, i - tvrmaistechnische ist auch jetzt noch an vielen «teum cim - kundige und darum offen zuzugebende Schattenseite Regere . -

je interessant und geistreich gemacht ist ja tast alles aver, die Wirkung auf da« Ohr ist oft der aus dem ^tenpapiir au gewendeten stupenden Kunstfertigkeit nicht ganz adaqaat, uno buldigen einmal der momentan allerdings etwasiinmob ileberjeugung, daß die Musik eine Kunst für« Ohr ist -je ' Züge und Verdienste Regers sind so bedeutend, daß sie otc L »ellungen ohne Einbuße ertragen können Lu lemcn Vorzug rechnen wir unfcrcricit« auch seine oft gefabelte ^rovurnv . mag sie bei ihm auch nicht ganz so unmittelbar auellcnd« toiu ßstn, wie g. S. bei Schubert, jo ist sie doch inindejtens al; Lrroe -

hat".

Don allen diesen Zwistigkeiten war auf ber großen Heerschau bad katholisch^ Deutschland, dem M^ainzer Ka­tholik e n t a g (Anfang Augustl kaum etwas zu verspüren Auf Wunsch deS Kardinals Kopp hatte man davon abge­sehen, die Frage der Gewerkschastsorganisation zu bei)an« dein.'natürlich ließ es ber bevorftchenbe schwere Wahlkampf bringend wünschenswert erscheinen, nad, außen hm ge- sclckossen auszutreten. Aber nunmehr n a d) der Wahl wird der Streit voraussichtlich wieder anheben. An Anzeichen dafür fehlt es nicht. Graf Oppersdorff ist gegen den Willen der Zentrumsleitung im Wahlkreis Fraustadt-Lissa gewählt worben- in bic Partei wirb er, wie es scheint, nicht tmeber ausgenommen. Auch wirb bic Grünbnng eines gegen bicKölner Richtung" fick) wenbenden OrgansDas ka­tholische Deutschland" betrieben. Ob bicKölner Rich­tung" bauerub siegreich bleiben wird, ist nicht sicher. Es wirb bavon abpängen, ob unb wie lange ber Papst sic bulbct. Daß er dies nur ungern und lediglich aus Opportu- nitätsrücksichten tut, ist nicht zweifelhaft. Er hat die fran­zösische sozialpolitische Organisation desSillon", er hat bic italienische Dcmokratenliga unter Muril ausgelost, weil sie sich ber bischöflichen Oberleitung entzogen; er wird fchwerlid) auf bic Dauer beim Zentrum unb ben christlichen Gewerkschaften trotzdem Aehnliches dulden.

August Messer.

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politischen Modernismus vertrete.

Dagegen crTob nun aber bic gesamte beutsck)e Zentrums' presse so einmütig Protest, baß ber Münchener Nuntius Fruhwirth, ja sogar Merrh bei Val sich veranlaßt sahen, berEorrespondanee" jeden offiziellen ober offiziösen Eba raftcr abzuspreckieu. And, erklärten sie, Pins X. habe nicht eine frühere Ansicht geändert, daß diechristlicken" Or­ganisationen ebenso zulässig seien, wie diekatholischen".

Damit schien bicKölner" Richtung wieder einen ent- d)icbencn Sieg bavongetragen zu haben. Wie wenig aber eine solche offizielle, vom Nuntius unb von bet Kurie üus- gehende Beschwidirigung ber in Rom tat ächlid) lu"- schenden Stimmung entspricht, bas z igt ein inzwischen befa mt ge­worbener älterer) Geheim bei id)t des römifdjen Be. treters berKöln. Bolkszdg". Darin heißt es: Derpoli.ifchc Grundgebanke" der Kurie ist:ieinertei selbständige polit lche Betätigung her Katholiken, sondern besinnungslo,es Sichzur- versügungftellen, je nackibem Von Fall zu Fall bic tirdj idie Autorität tommanbiert! Dafür kann man allerbings Weber ein pol irisch unabhängiges, uidittonfessionelles Zentrum, nod) interkonfessionelle Owwerkschas en gcbraudien Deshalb kann man and) turialen Bersid)erungcn gegenüber, gewisse Kunbgebungen . . . bezögen jidi niriit direkt auf beutsche Verhältnisse, nid)t vorsichtig genug sein."

Es ist nad) alle dem auch nicht zu verwundern, daß der litcrarisd)e Kampf gegen dieKölner" Richtung unb ihre Verketzerung alsmoberniftifd)" bald wieder einletzte. So erhob der BerlinerArbeiter" gegen diechristlichen" Gewerkschaften u a. die Beschuldigung, daß sie bic kirchliche Autorität bekämpfen, sobald diese der gewerkschaftlichen Organisation als solcher Weisungen zugehen ließe, bic sich auf bic religiös-sittliche Seite der gewerkschaftlichen Aktion

einer mächtig brängenben Begabung unb energischen Lchafiens- reube hoher Achtung wert. ,

Tic Wiedergabe der beiden, zum Teil autzerordentlich schwierigen, Werke ReaerS durch die Meininger war ihres alten Ruhmes würdig. Besonders die Holzbläser zeichnen um durch vollendete Feinheit aus: die Blechbläser entwickelten ftellcnroene eine für die Raumverhältnisse unseres Theaters allzugrelle Don fülle Das Variationenwerk stellt an die Ausfuhreiiden wie an die Hörer die stärksten Anforderungen. Auch der ge­schworenste Anhänger Regers wird kaum leugnen tonnen, daß hier dicku neben Genialem und Packendem ott ode strecken von Willkür und Gezwungenem liegen, durch bic man ihm ichlieylich nur noch mit achtungsvoller Abgcvanntheit und alleinalls mit sormaltechnischem Interesse folgen kann. 'Die entzückend an­mutsvolle Rosamunde Mulit loroic die hier erstmals gehörte wahr­haft monumentale E Moll-Sinfonie von Brahms kamen ganz mustergültig zur Ausfühtting. Tie Tonwrache Brahms uheint Reger besonders kongenial zu sein: ne roent «ruck m der -tat mehrere verwandte Züge in den ^.icht- wie ui den schatten feiten mit der künstlerischen Eigenart Regers aut. Einige -teilen der Symphonie nabm der Dirigent mit ungewohnt breitem Tempo was indes der Verständlichkeit zugute kommt: beton bers schön gelang das Andante und die in wunder,amer Verkla­rung schimmernde E-Tur-Bariotion im Finale Wie manche Brahm«scke Werke bedarf auch die E-Moll-Limanic mehrmaligen körens unb womöglich Stud^ims in der Partitur um in ifter vollen Größe unb Kunst erlaßt zu werden. Wir halten dm es Werk für das bedeutendste des Meisters neben leinem^eiipchen fKcquiem Leitung bes Konzertvereins gebührt warmer

TQnf für die heutige loertvolle B.reicherung unsere« muiikalnchen Wissens und Genießen-. Die wäre es, wenn sie sich brr verdien,t vollen Mühe unterzöge unb uns in funmgen rmeiterabenben

einmal mit dem Rivalen Brahms um den Lorbeer.de- ^cethorcnfchen Sinfonikers näher bekannt macheii wurdi ^ir meinen Bruckner, der ,a an reifem Kumtveritand und lieber cm Maßhalten Brahms nadiftchen mag, an natürlicher Warme und schöpferischer Urkraft ihn aber.vielleicht noch ubertriTTt. P-

kf Ter Geräuschdirektor" des Theatre Fr a n= cai«. Wer bat schon einmal von demGeräuschdircktor".d7s Tfeatre Franyais in Paris gehört? -irit 55 Jahren maltet Herr Smirent 2 6 o n still hinter den Kulmen Zeines gerauldtijkcn «tmte« Außerdem ist er auch Leiter des Lräteiters dc« Theatre -rautoi«, von dessen Vorhanden'em M:mge Leute außerhalb des Theflter-5 eine richtige Boritettung haben, obwohl es mu einer Cumme'ron 32 009 Mark in den Zavresabrechnungen des Theatre Francais üuTtrin Was hat Herr Leon nun eigentlich zu tiin? Er donnen, er läßt den Srmrm hnllen, den Wind Plenen, da- Meer

gegen denModernismus mncrnaiü ucr iniiu- hschon Kirche nicht nur auf das theologische unb philo- , [ sophifchc Gebiet sich besck)ränkt, sondern auch auf das poli- snsche und wirtschaftliche übergreift.

1 Es handelt sich dabei um nichts geringeres als um die ssrage, ob das Zentrum in feiner jetzigen (offiziellen?) Ge­holt als eineinterkonfessionelle", von her Kurieun­abhängige" Partei fortbestehen wird, und ob diediriftüchcn Gewerkschaften Deutschlands" (Sitz Köln) in ihrer bis­herigen Form rocitercrifticren werden. Tie Lösung dieser ,'ragc aber ist natürlich von großer Bedeutung für die Haltung des überwiegenden Teils unserer katholischen Bolks-- qenosfen zu deii anderen Konfessionen, zu unserem Staats- mefen und zur modernen Miittur.

Es ist eine wahre Ironie des Schicksals, daß das entrum, das von der Zeit des Kulturkampfs an so geschickt unb unermüdlich für die Sache RomS eingetretcn ist, nun» in ehr einer Richtung im Katholizismus, ja der Shine selbst, oewissermaßen desModernismus" verdächtig geworden t. Die einflußreichsten Vorkämpfer dieserstrengen" Rich- mng sind in Deutschland der Kardinal Kopp von Breslau und der Bisctzos Mo rum von Trier. Ihre Schutztruppe bilden hieK atholische Arbeitervereine", die in dench r i st - lichen Gcwcrkschaftcii" eine unerwünschte Konkurrenz sehen, und deren Standpunkt von dem Berliner OrganDer Arbeiter" besonders schroff vertreten wird. Auch das Ber­liner ZentrumsblattGermania" steht dieser Riditung nahe.

Das Hauptorgail der Gegenseite ist die im Bachemschcn Verlag erscheinendeKölnische Volkszeitung"; ihr Gönner ist der Kardinal Fifdh?r von Köln; auf dieser Sette steht auch überwiegend da« Zentrum und der 6700 OOO Mit­glieder umfassendeVolksverein für das katholische Deutsch- Imd", beffen Sitz in Münd)en-0lladbach fick) befindet.

Dor Kampf dieser beiden Richtungen: derBerliner" unb ber .Kölner" (oberMünchcn-Glabbacher") macht sich schon feil ein paar Jahren bemerkbar. Hier seien nur bte des Streites, die das Jahr 1911 gebracht hat, erung. Ur§ Zu^An'fang des Jahres erschien ein 2 bändige« Werl ! ereiHohenfol» ides Tominikaners Albert Maria WeißLebens- und Ge- chmittags 2'-ll ; wissensfragen der Gegenwart", in dern^offen gegen die Kol- 6 "ncr Richtung polemisiert wurde e>tc verweltliche den Katholizismus; die Laien drängten darin, auch bei der ltzehandlung tirchenpolitischer Fragen, deren Einftuß der Hierarchie 'zurück Ein derartiges Laicnregiment in reli- ciiösen Dingen sei nnkatholisch. Auch die soziale Frage sei eine religiöse, und sic dürfte nur nad) der Weisung der Bischöfe behandelt werden. Wenn man um nationaler bvecke willen da« protestantische Element als gleichberech­tigte« mit dem katholischen anfehe und interkoitteNionellc Organisationen bevorzuge, so fei das ebenfalls eine ver­

gebet. Ij : 4Rm. BirkenZl lgen,KLliickö«q gen 87 Übn- meist Stammmül icke, 19 Hdl.

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ar. 57 Erstes Blatt 162. Jahrgang Dienstag, Id. Sebruar 1912

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knitpred,-Anfchluffe: MW MM Politiken teil: August

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Amahme von Anzeigen Rotationsörnd unö Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Sleindruckerei R. Lange. Redaktion, LrpedlNon und Druacrci. dkyuistraye r. oanb-. E.Heß: für den Büöingtn: $crn|prcd)tr Nr. 269 «elchäslsftrll- Vahn6o,ftr°tz- 16«._________________________________P-

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Meines (i'raditenö ist su einem abichlie^nden Urteii die Zeu noch nicht gekommen, dazu brauchen wir ctmnv mebi~- wir stehen dem Werden und Wirken des.K ^n''ler^ iiochzuiahe und auch er selber bat die ichillernde llnruheeimillurmi,chiN Entwicklung nom nicht ganz uberwunben. Unoerfen ift bi- energisch aufsteigende Linie 'einer kungler chen ^atigkeit rnsbe,ändere in der Beherrschung bev Orchesters ch der ^rvchri 3- B. von feiner Simometta zuÄiller-Bariationen bochn erfreulich Tiefes Variationenwerk, das roir neben icincit neu Lustspiel-Ouvertüre hier erstmals hören durtten 'st"l woh den Höhepunkt seines bisherigen Schäftens dar und.imponiert vor allem durck, die erstaunliche Kratt uitb heute''Rcaer

als musikalischer Form .Künstler, ja -Virtuose Neht wohl als Erster da, und hierin überragt ei and, 'einen

Siegespalme unter den lebenden Kolonisten - - du üppigem Raffinement

Eine gewine