Donnerstag, IV Juli 1912
162. Jahrgang
Erstes Blatt
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Die heutige Nummer umsaht 10 Seiten.
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Damit hat also die Erste Kammer einen der wtch- tiaitcn und heißumstrittensten Punkte der ganzen Vorlage abgelehnt und alle Mühe uub Arbeit der Zweiten Kamme?'
Be zn qSvretS: monattictt 75 M., viertel« jährlich Mk. 2.20; durch Jlbbole- u. Zweigstellen monatlich 65 PV: durch die Post Ttf.2.— viertel« fährt. ausidiL Besfrllq. Zcilenvreis: lokal auSwärtS 20 Pstnniq. Ehefredaktenr: A Goetz. Verantwortlich kür den politischen Teil: Sbjqufl Goey; tüt .Feutzle- ton* *, .VennischteS* und .(Aeiichtssaal": K. Ncu- rath; tut ,6tabt und Vanb": E.Heß; für den Slnjeiflcntcil: H. Beck.
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8(c Siebener Anzeiger erf^cint täglich, außer Imntags. - Beilagen: ,ermnl wöchentlich
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L.L. Die Ausstellung von Werken Eug. Br acht's in Darmstadt, die anläßl. des 70. Geburtstags des Künstlers
Konstantinopel, 10. Juli. Der Kriegsminister ist zurückgetreten. Er wurde zum Senator ernannt. Der Marineminister ist mit der Führung der Geschäfte des Kriegsmunsters beauftragt worden.
Mahmud Schefket Pascha mußte abtretcn, weil er trotz xS vom Parlament angenommenen Gesetzes mit den Politik Uäbcnden Offizieren jo wenig fertig geworden »rare, wie m t der dahintcrstehenden albanischen Frage. Man mußte x zinausschreien in die Leffentlichkeit: Die westlichen Lan- Xr werden vom Konstantinopeler Offizioscntum in uuver- int:vortlicl)cr Weise in Unkenntnis der wahren Verhältnisse i .ilten! Kein anderer als Gras Ferdinand V. Zeppelrn len es, der schon vor längerer Zeit die grundsätzliche Vcr- ili-denheit der Elemente, aus denen sich die Armee der L- ticn Türkei zusammensetzt, und deren Unverschinelzbartett Ifcttinnte. Er schrieb: „Auf der einen Seite die reut tur- Sfiicre Acntee mit ihren vielhundertsährigen Traditionen eint c nchmvollen Vergangenheit, ihrem ausgezeichneten enschenntaterial, nur zuructgehalten in ihrer Entwicklung Intel eine von den maßgebenden Stellen ihr gewordene knnachläfsigung sondergleicl-eu . . . Aus der andern Seite i.-ire, die ihre ,Entstehung der Erhebung der chmst tchen, jat Jalrrhunderten unterivorsenen Untertanen der Psorte v t" unten, Völker griechischen bezw. slawischen Ursprungs, d r?n Staatswesen noch heute viel unfertiges und unge-
von der Zweiten Kammer bewilligten <sätzen der Regierungsvorlage lu Prozent der nach diesen Sahen gewahrten Aufbesserung gestrichen und hat weiter den Lehrern nur die 11 Prozent Erhöhung bewilligt, die ihnen nach der Regierungsvorlage zugedacht waren. Es unterlag wohl keinem Zweifel, daß dte Kammer dem Antrag ihres Ausschusses zustimmcn werde. Das war auch ohne Widerspruch der Fall bei dem Antrag, den StaatSbemnten für das Etatsjahr 1912 Zulagen in Höhe von 90 Prozent der Bezüge, wie sie sich aus der Regierungsvorlage ergeben, zu bewilligen. Tie gleiche Einmütigkeit war aber nutzt ! vorhatwen bei dem weiteren Antrag des Ausschusses der Ersten Kammer in bezug auf den Artikel 3 der Vorlage. Hier beantragt der Ausschuß: Annahme be5 Artikels 3 unter Abänderung der Worte 15 Hundertteile in 11 HtmderUeile. Tie Lehrer fanden in dem Prälaten D. Flöring einen warmherzigen Vertreter ihrer Sache. Er hob hervor, daß es bei der Lage der Finanzen sehr wohl verständlich sei, daß Abstriche vorgenonnnen würden, nicht rat]am wäre
I es aber, eine fotdye Kürzung auch bei den Lehrergelstiltern vorzuuehrnen. Ihm er)d)ciiie ein Rüdgang aus 11 Prozent recht bedauerlich. Wenn die Vorlage der Regierung Zu- friedenheii ermeden solle, danii dür,e man einen so wichtigen Stand wie den Lehrerftand nicht in Unzufriedenheit lassen. Deshalb könne er nur dringend dazu raten, daß man den berechtigten Wünschen der Lehrer Rechnung trage. Wenn man aber durchaus nicht 15 Prozent glaube bewilligen zu tonnen, dann müßten wenigstens 13,5 Prozent für die Lehrer gegeben werden, was dem Abstriche von 10 Prozent etwa entsprechen würde. Darauf erklärte der
I Graf Erbach-Fürstenau, daß mit der Einnahme oder Ablehnung des vorgeschlagenen Prozentsatzes die ganze Vorlage stehe oder falle. Bei der Abstimmung ergab sich, daß der Ansschußantrag gegen die Stimme» des Prälaten ID. Flöring und des GeheimeratS Prof. Dr. Mittler, angenommen wurde.
bann aus den Kuppeln aller Mscheen angebracht un) ging z. gleich aur die Feldzeichen uuer. Vorher war die halbe Monoicyeibe auch das Wappen eines christlichen RUte-oroens gewesen: in der Tat begründete Karl von dnjou 1268 in Messina zur Erinnerung an seinen Steg bei Tagttacozzo den Mtteroroen des Valbmondes; der Orden erhielt den Wahlspruch: „Donec totum unpleat orbem", der später ebcnsalls von den Türken übernommen wurde, -ter Ritterorden vom Halbmonde wurde dann 1448 von Rens von Anjou, dem Grasen der Provence und König von Neapel, erneuert, die Ritter trugen den Halbmond an der ,yClobmbe, aber damals gab man dem Orden einen neuen Wahlspruch: „Loz en croissant", was nach dem Statut des Ordens bedeuten sollte; „Alle edlen und großen Herzen sollen täglich ihre guten Werke, ihre Löslichkeit, ihre Mchstenliebe und ihre Tapserkert in Gesahren und Schlachten bereichern und vermehren."
, kf Der Regen nimmt zu! Wetterkundige weissagen, daß der Sommer dieses Jahres genau so trocken werden wird, wie der des vorigen. Trotzdem aber nimmt der Regen zu. So behauptet wenigstens der bekannte französische Astronom Flam- marion, der eine große Regenstatistik von 1689 bis heute auf- nestellt und dabei die meteorologischen Auszeichnungen des Pw- rifer Observatoriums verwendet hat. Allerdings bezieht sich diese Sratittik nur aus die Stadt Paris. Tort aber hat in den 223 verflossenen Zähren die jährliche Regenhöhe ständig zugenommen, und zwar um nicht weniger als 10 Zentimeter, und das ^elmagigd Ansteigen der Kurve beweist, daß ein Rechensehler dabei mcht vorgekommen sein kann.
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— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen» schäft Der bekannte Nationalökonom Geh. Oberregierungsrat Pros. Tr. Wilhelm L e x i s in G ö 11 i n g e n vollendet am 17 Juli das 75. Lebensjahr. — Die Ausstellung „Der Mens ch" wird anfangs August an Gr. Residenz,chlov in D a r m - stabt eröffnet. Die Räume werden eben von dem Architekten Mar Dans Kühne künstlerisch ausgestallet. — Die Kaiser- Wil h e l m - G e s e l l s ch a ft zür Forderung der Wmenschaflcn wird ein Institut für experimentelle Therapie errichten, an dessen Spitze voraussichtlich Geheimrat v. Wassermann treten wird.
ihre Beit abzuwarten: es sind geborene Diplomaten, die den Iuugtüneu fleißig Halfen, Europ-a Potemlmsche zorfer eines ueuaufblühendeu türlischen Rechtsstaates vorznspie- geln, während in Wirklichleit in den seit der :)icuolution verflossenen Jahren für die kulturelle Hebung des Volkes, für Schulwesen, handel und Verkehr nichts, aber unbcftrit-1 ten nichts geschehen ist. Ganz Europa, vielleidst mit einziger Ausnahme der verschwiege» fyanbelnben Diplomatie und einiger ticferblidenben Zeitungslorrespondenle», bat geglaubt und gehofft. Nur die in wirklicher Vergsreiheit ausgewachsenen Albanese», düse iiibogcrmamfd);» Ur^uro- päer, hatten mit ihrem naive» Baueruverstand die angebhd) europäisierende, ui Wirklichkeit türlisierende Politik der Machthaber am Bosporus bald durchschaut, -turd) die immer schnellere .Heranziehung der vornehme» Albanesen ui.be» ersten Stelle» der Armee und des Zivildienstes entstand eine geistige Elite, die sich für die verlassene engere Heimat begeisterte und in deren Kreis täglich das zehnen wuchs, enblid) etwas fürs Vaterland zu leisten, cnbltd) von draußen der Heimat nü)<en zu können. So entstand die albanische Frage, so tarn der politisierende Offizier aus, so kam der Riß ins Türlenreich. Wiederum sollte letzt die
echt türkische" Armee, für die nur der tatsächliche Reichsdiktator Kriegsminister Mahmud Scheslet Pascha (übrigens ein Araber, wie den» alle Heerführer ausschliesslich Araber, Tschcrlesseii, Tataren, Bosuiale», Albanejeii und keine Os- manli find) außerordentliches geleistet hat, der verfehlten innfltürlifdien Politit aus der Patsche Helsen durd) einen neuen Bürgerkrieg. . . . Um den Bürgerkrieg als tfolge bes neuen Gesetzes gegen die politisierenden r. ss'.ziere zu vermeiden, opferte man den Generalissimus. Aber der Riß im Wtenreid) ist da, »eutc ftflrteu als je, und i>te ihn wieder zusammenslide» wollen, mußten allererste Meister i)cr öufbauenben StaatSkunst sein.
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Konstantinopel, 10. Juli. In seinem Rücktritt s ch r e i b e n erklärt dec Kriegsminister, biejtainmcr und der Senat hätten das Gesetz, durch das den Dffi8tcren ^ucu.
bie. Beschästiauna mit der PolMt verboten wird, angenom- abgeleynt uno anc o
SSn »SÄ* Lage' ivirb nicht unerhebM durch -ne Stellung.
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Ministers anaenommen wurde, ist von gestern datiert. | willigt werden konnten, sagt aber, day fie iuiter ben ob-
Dü) Kammer nahm fast de battelds uitter patribti^Hen i walkKden Umstünden den Vorschlägen des ^uanyaus- Kunda^unam die K r ie q s zu s chlä g e an. schusses der Ersten Kammer zustinnne. Sie erklärt sich
^er in? Senat eingebrachte Initiativantrag, nach dem ferner bereit, entsprechende Besdstusse des Plenums d^ kein Staatsbeamter und Geistlicher sich mit P«- irrsten Kaurmer der Zwcrtcu Kammer zur Annahme zu emp- litik belass en dars begegnet in der jungturkischen fehlen, zumal anzunehmen ist, daß die Beamten, Zehrer Dresse eiirer starken O p v o s iti v n. Der A.ttrag s'oll nach- usw. nur auf diese Weise davor bewahr werden können, ttäglich dem jährlich ftctttfindenden jungtürkischen Kongreß ihre berechtigten Hoffnungen völlig scheitern zu sehen, unterbreitet werden. I Tas ist eine Erklärung, die an Deutlidfkert nrd)ts zu.
Tas bereits durch die Pforte offiziell gemeldete E^n- wünschen übrig läßt. c. r ... . .
rüden von türkischen Truppe» in Kruja (Wtlajet ^ku- 'Welche Gründe hat nun die Erste Kammer für die tari), erfolgte nach einem heftige» Kampfe mit den Ablehnung dec löprozentigen Erhöhung der Lehrergehalter? albanesischen Rebellen. Die türtifdfen Truppen hatten Der Ausschußbericht gibt darüber Auskunft. „Der berich- aroße Verluste: angeblich ist eine ganze Kompagnie auf- tcnbe AussdMß kann eine solche Besserstettung der Vo tt,« qcricbcn worden. schullehrer in keiner Weise als berechtigt anerkennen, paben
ö Bon Dkonastir sind vier Bataillone nach Struga k1£ bisher jahrelang den Vorteil einer freien ^icnitroolp (Wilajet Janina aufgebrochen. nung gehabt, die für 400 Mark bei der ^"'^nieriuig ml- " -___-_.-----;--- - — I gerechnet wurde, so tonnen sie, da sie mit den mittleren
Die Beamtendejoldungsvorlage in Sejahr?
Wollte man nach dec Stimmung urteilen, die bei eine Erhöhung um 11 Prozent ihrer Bezüge fluchen, einiaen Mitgliedern der Zweite» Kammer nad) der An- Hierzu tommr nod), das; bei Wrgfall^ de» erhöhten Zu
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unter dem Ehrenschutz des Großherzogs im ftäbtifcncn Ausstcl- : lungsgebäude auf der Künstlerkolome veranstaltet wird, soll am Samstag, den 20. Juli in feierlicher Weise eröffnet werden. Rach den seitherigen Vorbereitungen wird hier eine Veranstaltung von hervorragender künstlerischer Bedeutung dte Auimerk- samkeit weiter Kreise auf sich lenken. Es werden insgesamt über 400 Werke des Wnftlers gezeigt werden, die jedoch nur eine Auslese aus dem ungemein reidjen Lebensimrk deS auch heute noch in der Vollkraft künstlerisclien Schaffens stehenden Meister- bilden., Zn Fühlung mit ihm sind nur die hervorragendsten Kunstwerke seiner verschiedenen Lchaffenspenoden vom Beginn der 60 er Jahre an herbeigeschafft worden, darunter etwa 300 zum ^.cjl noch nicht öffentlich gezeigte Werke aus dem Atelier des Künstlers, und daneben eine namhafte Zahl seiner hervorragendsten Bilder aus Galerien oder Privatbesitz. Die Gelegenheit, ,o viele Bilder des Künstlers in ihrer Giü'amtwtrkung zu betrachten, wird hier zum erstenmal geboten.
— Vom Ursprung des türkischen Halbmondes Es wird viele überraschen, daß der Halbmond als WapP.cn und .jahnriizeichen der Türkei verhältnismamg modernen, Ursprungs isf er wurde in der Tat erst nach der Eroberung Konitantinopels im Jahre 1512 bei Selims I. Thronbesteigung ontziell als Feldzeichen und Wahrzeichen der türkischen Nation eingesuhrt. Ame- rigo Searlatti, der sich in der Minerva Mit dem Ursprung des Halbmotides als heraldisches Zeichen be.chaMgt, Tidjrt aus daß nur die Bedeutung, die dieses Zeichen alsbald als,ein sinnbüd der mohammedanisck)en Religion gegenüber dem Christentum annahm die Anachronismeii erklärt, die in späterer Zeit von -r-lchtcrn und Künstlern so häufig begangen wurden, indem sie den Halbmond schoii zur Zeit der Sarazenen und bei den Kreuzzugen auftauchen lassen. Vor dem Halbmond führten die Türken als Wappen einen schwarzen Geier, ron dem der englische dichter ^letchcr noch 1663 berichtet: „Und dieser schwarze Geier, der seine surcht- baren Schwingen über die halbe Erde ausbreitet und dessen Blick die Musen entsetzte und in die Flucht trieb, senkt sich je$t berab und fällt mit müden Flügeln." Aber schon vorher hatte der Halbmond bei mancher schlacht in den Geldzeichen seine Rotte gespielt, denn er war nicht türkischen llripnwigs, sondern das Wahrzeichen des alten Byzanz: schon m vorchristlichen Berten führte diese Stadt den Halbmond als Wappen. Nach der. Eroberung Konstantinopels wurde der Halbmond von den ^urten
Roufjeaus Totenmatte.
Kaum hatte Jean Jacques Rousseau sein Leben ausgehauckst, Ils sein treuer Freund und Beschützer, der Marquis de Glardin Eilboten nach Paris zu dem berühmten Houdon sandte, der einen öiih-übguü der Totenmaske des großen Philosophen unfertigen fällte. Was ist nun das Schicksal dieser Totenmaske gewesen?
i darüber gibt Hippolyte Buffenoir in einem Aufsatze im „Mer- (tre de France" Aufschluß. Lange Zeit blieb das Original im Besitze des Künstlers selbst, der zu verschiedenen Malen die Ab-
. loü geäußert haben soll, es dem stanzösischcn Volke zum Gc^ tenf zu mad)cn. Doch der Tod hinderte ihn an der^Aus ü jeung seines Vorhabens. Im 3al)re 1828 gelangte die -Voten citisfc dann zur Versteigerung, Ulid sie wurde von einem Herrn tiohuin für 655 Franks erworben, der seinerseits ebenfalls die klbsicht hatte, sie dem Staate anzubieten. Ader wenn er auch nubt dafür eine Belohnung in barer Münze forderte, so knüpfte tr doch an die Ueberweisung des Gesckfenkes eine harte Bedingung: tr wollte nämlich die Totenmaske des großen Philosophen nur hiitem Staate überlassen, dessen Regierung die Todesstrafe ab icidiaffl habe. Und so scheiterte denn die ganze «ache an dieser Bedingung, denn bis zum heutigen Tage besteht )a noch die Lodesstrafe aud) bei unseren westlichen Nachbarn. Nach dem Lode Won ui ns gelangte die Totenmaske auf Betreiben feiner Witwe, )i< übrigen» eine richtige Nichte Houdsons selost war, zum zweiten Ü2ale zur Versteigerung, und diesmal erzielte sie einen Brei» oon 346,10 Franks. Der Erwerber war Emile Rafpail, dessen Lohn noch beute Besitzer der Totenmaske ist. Dies ist die einzige Luthenttsche Totenmaske des großen Philosophen. Ern bloßer 9 rrglcid) schon zeigt, daß die vielfach als echt angegebenen im -Ersitze der Museen von Parrs und Montnwrency bennblm^n
; Masken fcglidter Echtheit entbehren: denn sre haben auch nicht bLe geringste Aehnlichkeit mit dem als echt bezeugten Lnginal dos sich im Besitze des Tr. Raspail befindet. Uebrigen» hat iich Goudon auch mit dem Gedanken getragen, Rousseau em gnoßarttges öffentliches Denkmal zu setzen, und dte ersten i>ni- ivürfe dieses Planes sind uns überkommen. Aber dann tarn o.- )Qet)olution uird machte seine Pläne zuschanden.
H^tzenerZamMenblätteri C.'imal roörf)entl.Kt<i$« ttfüröenKreisfilefjen (Iimstag und Freitags-, jreimal monatl. £anb* iirl|d}aftlid)t 5citfraa<n sinifprech - Anschlüsse: , w
General-Anzeiger für Gbechefsen
ina^me wiTwigffl Rotationsdruck und Verlag der vrSHI'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion. Lkpcdition und Druckerei: Schuiftratz« r. «i- eonmuagT9miM vüdingen: zernsprecher Nr. 269 Seichäitrstelle vahnhoistratze ktza.
•6as Zeppelin da audeutete, hat ein anderer deutscher Beobachter, der in dc» letzten Tagen vielgenannte General- : ßiptlt v d. Goltz, tiod) schärfer beschrieben. Das andere uuverschmelzbare Element der türkischen Militärmacht find nuiidid) vor allem die „Aufgebote der großen Feudalherren in Albanien und Epirus, der Behs, denen der Grund und Äodeil gehört, aus jenen Gegeudeit, wo das Leben wenig aili, ivo man Menschen oft wie die Hühner abschlachtet. Die strl ische Regierung betrachtet sie aud) nicht als ein einfaches, oft zweifelhaftes „Volksaufgebot", sondern als MouavenS", d. h. Hilfstruppen. Nach ihrem ,,Tienst- Kcal erneut" ordneten sich die Albanesen beim Angriffe dem £Jetbcfehl der türlisd)en Generale urtter, beim Rückzüge alxr nur den ei/jencii Ehefs, eine eigexartige Bestimmung, DiC wohl nur für bau Fall gemacht wurde, um im Notfälle ö.e Berge der Heimat verteidigen zu können".
Die Albanesen leben aber nicht etwa nur im Lande UKutten, sondern sie durchsetzen die ganze türtisdfe Armee ldli5 persönlich durd) die Offiziere und Mannschaften alba- nifcher Herkunft, teils politisch durd) die nationale, anti- I ciuralistische Idee. Im Kampf gegen diese Idee lauft tie neue Türkei nun Gefahr, zu verbluten, schlim- iiei und l)offnungsloser, als in Tripolis oder einem fonsti- ßtn äußeren Kriege. Die )ungtürtifd)e Regierung in Kon- rrditinopel, insbesondere die durd) europäischen Bildungs- blinlcl und Knltttrfirnis ihrem Volte längst entfremdeten Iiinl-Gffcnbis hatten sich die Ausgestaltung und Festigung des neuen türkischeii Reiches viel zu einfad) vorgestellt^ Bon dcu siegreichen albanesischen und bulgarqdje» Revolution w Monastir aus de»i Nichts kleiner Bureaukraten und 'chriftfteller auf den Schild erhoben, von dem selbstlos-sieg- •.0111)111 Mazedonierheer unter Mahmut Scheslet Pascha noel) einmal aus de» Klauen Abdul Hamids gerettet und zu Mi- .u.em gemacht, wähnten diese juiigtürlisd>en Ehauvinisten, ihrer osmanischen Rasse durd) rudfichtsloje Türkisierung die Hegemonie über die ihnen an Bildung, Kultur, Intelligenz ober mindestens körperlicher Tüchtigkeit überlegenen 'Nationalitäten sichern zu können. Bulgaren und Gried)en, Ar- nunier und Araber duckten sich zum Scheine, um schlau


