Ausgabe 
14.9.1912 Erstes Blatt
 
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ganze Szene war von hnnderten von Bogenlam­pen glänzend erleuchtet. Zwischen den einzelnen Ab- teüungen schritten Gruppen von Fackelträgern, im ganzen 800 Mann, deren Fackeln unheimlich flackerndes Licht aus den Zug warfen. Unmittelbar vor dem Sarge schritten der Lberzeremonien meister und der Minister des kaiserlichen Dauses, beide in alt- japanischen schwarzen Leinengewändern. Den Leichenwagen selb st umgab eine glänzende Gruppe von hohen Offizieren des Heeres und der Marine, sowie die Hofbeamten, unter letzteren der Lberstkämmerer, der aus Kissen die kaiserlichen Sandalen trug. Dann folgte Prinz Kanin ass Vertreter des Kaisers, Prinz F u s h i n i als Präsident der kaiserlichen Bestattungskommission, die übrigen Prinzen und die Staatsminister, die koreanischen Peers und die Vertreter beider Däuser des Reichstages. Den Schluß bildete eine militärische Ehrengarde. Wie Beamten und Würdenträger erschienen in alten Nationalkostümen und trugen mit weißem Papier umkleidete Dolz- stäbe. Der von der Stadtverwaltung hergestellte Traucrschmuck der Straßen, durch die der Leicherizug sich bewegte, erforderte einen Aufwand von 250 000 Den.

Selbstmord des Generals Rogi und seiner Gattin.

Tokio, 13. Sept. General Graf Rogi, der Er­oberer von Port Arthur, und seine Gattin begingen nach einer religiösen Zeremonie in Verbindung mit der Leichenfeier für den verstorbenen Kaiser Selbst- nror d.

Der Kaiser und die Kaiserin gingen dem großen Katafalk langsam entgegen, hinter ihiten die kaiserlichen Prinzen und Prinzessinnen, und begrüßten den Sarg feier­lich. Als der Zug zum Sojoden vorüberzog, begaoen sie sich wieder zurück, um. ihre Plätze wieder einzunehmen. Darauf wurden Opfergaben an Lebensmitteln, Seidcn- gewändern, Lichtern und Bäumchen vor dem Sarge nieder- gelegt, während die japanischen Instrumente eine besondere Klagemusik anstimmten. Darauf las der erste Priester ein Gebet. Die Zeremonie erreichte jetzt ihren feierlichsten Augenblick. Nach einer eindrucksvollen Pause schritt der Kaiser langsam vor, verrichtete allein, vor dem Sojoden niederknieend, ein stilles Gebet für den verstorbenen Vater und verlas die Trauerbot­schaft. Es war eine tiefcrgreifende Szene. Sie wurde noch ergreifender, als die Kaiserin sich ebenfalls vom Platz erhob, um über dem Toten das letzte Gebet zu sprechen. Auch die Prinzen und Prinzessinnen erwiesen in gleicher Weise dem verstorbenen Kaiser die letzte Ehre.

Darauf verlas Marquis Saionji im Namen der Untertanen des japanischen Kaiserreiches vor dem Sarge lange vaterländische Adressen. Graf Wata­nabe verlas im Namen der kaiserlichen Hofbeamten eine Traucradresse. Darauf erwiesen alle anderen anwesenden Notabilitäten mit ihren Frauen der Reihe nach dem Ver­storbenen ihre Ehrerbietung. Die Mitglieder der kaiser­lichen Familie zogen sich nunmehr zurück. Kurz darauf wurde der Sarg in den kaiserlichen Zug gebracht, der auf dem bis hinter dem Sojoden gelegten besonderen Geleise wartet, um den verstorbenen Kaiser nach Momvhama zu bringen.

Prinz Heinrich und die anderen fremden Abge­sandten wohnten der Feier im Palais nicht bei, sondern begaben sich direkt zum Paradefeld, wo sie Ehrenplätze bei dem Sojoden einnahmen.

lieber bie Konzentrierung ber französischen Seeftreirtröhe im Mittelmeer

äußerte sich der ehemalige Befehlshaber des französischen Mwtelmeergeschwaders Vize-Admiral Germinet zu einem Mitarbeiter desEcho de Paris" unter anderem folgendermaßen:

Tie Behauptung, daß Frankreich damit nur das Spiel Eng­lands besorge, ist unrichtig. Frankreich muß seine Verbindungen zwischen den Küsten der Provence und der algerischen und tunesischen Küste unter allen Umständen aufrecht er­halten können. Es verteidigt also mit dieser Maßnahme seine tgencn Interessen. Um so besser, wenn wir zwei Fliegen mit einem Schlage tr essen und auch den Interessen der englischen Verteidigung dienen. Im Falle eines Krieges zwischen Deutschland und England oder den Mächten der Triplo-Entente und dem Dreibund wird sich im Norden eine ähnliche Lage ergeben, indem England durch die Verteidigung seiner Küsten gegen die beutfeben Seestreitkräfte auch die Sickzer- heit für unsere >vestlick)cn und nörblidjcn Küsten verbirgt. Die Rolle der französischen Marine im Norden muß darin bestehen, daß sie jeder feindlichen Flotte den Eintritt in den A er melkanal verwehrt. Ich gehe weiter und spreche e5 als meine persönliche Ueberzeugung aus, daß England und Frankreich, die den Aermelkanal mit Recht als englisches und französisches Gewässer ansehen, im Falle einer Kriegs­erklärung sofort den neutralen Mächten die D u r dr fahrt durch den Aermelkanal verbieten werden. Auf diese Weise wird man wenigstens wissen, mit wem man es zu tun hat. Es ist dies eine elementare» Verteidigungsmaßnahme und ein unzweifelhaftes Recht der Kriegführenden.

Wuf die Frage, ob die sechs Panzerschiffe des dritten GesckM'aders eine hinreichende Verstärkung der Mittelmeer­flotte bildeten, um die vereinigten österreichischen und ita­lienischen Seestreitkräfte zu besiegen, antwortete Germinet:

Wenn man unsere Mittelmeerstreitkräfte mit denen imfercr wahrscheinlichen Gegner vergleicht, so sicht man leider nur zu sehr, daß sie eine unzureichende Ueberlegenheit be­sitzen. ES ist die höchste Zeit, daß wir mnsere Schiffsbauten etwas bescisteunigen, um rasch die uns gegenwärtig fehlende aus­gesprochene Ueberlegenheit zu erlangen.

Paris, 13. Sept. Die Brester Handelskam­mer richtete an den M a r in em iuister dos Ersuchen, er möge, falls die Entsendung des dritten Geschwaders nach dem Hofen von Touliu nicht mehr rückgängig ge- rnacht werden rönne, im H a f e n v v n B r e st unter anderem ein leichtes Geschwader von sechs Panzer­schiffen mit vollständigen Besatzungen stationieren und die Torpedoboots- und Unter seebovtsflottille verstärken-so­wie ein Schulyeschwader errichten.

Großfürst Nikolaus von Rußland ist am Freitag früh in Paris eingetroffen. Er wurde vom Ztzriegsminister Millerand empfangen. Im Laufe der Manöver wurde heute früh General Marion, der Befehlshaber der roten Armee, mit seinem ganzen Stabe von einer Ab­teilung Kavallerie gefangen genommen in der Nähe eines Dorfes, von dem aus er die Bewegungen der verschiedenen Korps leitete.

In O fen pest wurden Mitteilungen veröffentlicht über große Marineforderungen Ocsterr eich-Un- aarns im Betrage von vorläufig 200 Millionen Kronen.

Der Kampf bei Marratesch.

Paris, 13. Sept. Ein Telegramm des Obersten M a n 0 x n schildert den Kampf vom 6. und 7. Sept, der dem Einzüge in Marrakesch vorausging. Die feind- liche Kolon ne, etwa 10000 Mann, darunter 3000Reiter, griff danach die Franzosen mit großer Wucht

an. Der Ansturm des Feindes wurde durch energisches Artillerie- und Jnfanteriefeuer gebrochen. Als die französische Abteilung dann ihren Marsch fortsetzte, stieß sie auf neue feindliche Massen, die durch Maschinen gewehrfeuer in die Flucht getrieben wurden. Eine Schwa bron, unterstützt durch Hilfstruppen aus der Schanja und vom Stamme Rehamna, ferner durch Gonmiers, eine Batte rie und berittene Senegalesen, drangen darauf durch das Tal Urtul ins feindliche Lager ein, tötete über hundert feindliche Krieger mit der blanken Waffe und nahm zwei Kanonen, Standarten und große Mengen Munition weg. Auf französischer Seite wurden zwölf Mann verletzt, darunter zwei schwer.

Aus Anlaß der Einnahme von Marrakesch richtete Generalrefident Liautey an den Sultan ein Telegramm, in dem er ihm von dem Einmarsch der Truppen und der Auslieferung der gefangenen Franzosen in Kenntnis setzt. Der Generalresident gibt der Hoffnung Ausdruck, daß es dem Sultan bald möglich sei, selbst nach Marrakesch zu kommen und versichert ihm feiner Mitwirkung bei der Wiederherstellung der Ordnung und des Friedens zur ge­deihlichen Entwicklung Marokkos.

Auf das Telegramm antwortete d er Sultan, er freue sich über den Einmarsch der Franzosen, der die Be­völkerung von Marrakesch beruhigt und die bösen Auf­wiegler zur Flucht gezwungen hätte. Er, der Sultan, sei glücklich, daß die Franzosen ohne Schaden ausgeliefert worden seien. Der Sultan schließt mit der Versicherung, er sei bereit, sich nach Marrakesch zu begeben.

Deutsches Ueich.

Bayern und seine Eisenbahnpolitik.

In der bayerischen Kammer der Abgeordneten legte bei der Beratung des Eisenbahnvoranschlags Abg. D ä b e r l c i n (Lib.) dar, daß Bayern aus wirtschaftlichen und finanziellen Grün­den gift daran tue, sich dem Reichseisenbahnverband a n z u s ch l i e ß e n. Tic Redner der Sozialdemokraten, des Zen­trums, der bayerischen Dauernbündler uno des Bundes der Land­wirte sprachen sich gegen eine solche Angliederung der bayerischen Eisenbahnen an Preußen aus. Verkehrsminister v. Seid­lei n erklärte, er fei der Ansicht, daß die Betriebsmittelgemein schaff bei den deutschen Eisenbahnen kein Allheilmittel sei. Er sei gegen den Eintritt Bayerns in eine solche Betriebsmittel- gemcinschast aus finanziellen, wirtschaftlichen und politischen Grün­den, weil dann auch die Einzelstaaten keinerlei Einwirkungsrecht mehr hätten. Ein Bedürfnis für den Anschluß an die Reichs- eisenbahngemeinschast liege nicht vor. Allgemeine Vereinfachungen im Interesse des Verkehrs seien schon durchgesührt. T.i e Frage des Anschlusses der gesamten Eisenbahnen an das Reich sei also ausgeschlossen, es wolle dies auch keine der beteiligten Regierungen. Tic Hockhaltung des reinen bayerischen Eisenbahnbetriebs sei politisch und wirtschaftlich von höchster Bedeutung: nur Selbständigkeit mache es Bayern möglich, der wirtschaftlichen Eigenart des Landes Rechnung zu tragen.

Auf dem Deutschen Handelslag ist folgendes Schreiben des Staatssekretärs des Innern eingegangen: Amtlichen Nachrichten zufolge besteht bei der römischen Kurie ebensowenig wie bei der für die griechisch-katholische .Kirche maßgebenden Stelle Geneigtheit, auf die Fest­legung d es Osterfestes einzugehen. Ich fehe des­halb zurzeit keine Möglichkeit, die Angelegenheit mit Aus­ficht auf Erfolg zu betreiben."

Aus Stuttgart wird berichtet: Mit Rücksicht auf die namentlich auf der Alb verspätete Ernte sind die Korpsmanöver ab befteHt worden.

Ausland.

Der Kaiser von Japan I>at einen Straferlaß bekannt gegeben, dessen .Ausführung in den Einzelheiten den Behörden überlassend, und eine Million für wohl­tätige Zwecke gestiftet. Um den Trauerfeierlich­keiten, die am Freitag morgen um 8 Uhr begonnen haben, beizuwohnen, sammelten sich seit Mitternacht ungeheure Menschenmengen in den Straßen an.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 14. September 1912.

Große Srfiau» und Passagierstüge beabsichtigt der Luftfahrer-Verein Gießen im Oktober d. I. zu veranstalten und hat dazu, wie wir hören, bereits die bekannten Flieger Curt von Stoephasius und Frau- lein Chärlotte Möhring verpflichtet. Diese haben unter dem Protektorat des Großherzoglich Hessi­schen Verbandes für Flugwesen eine FNeger- fchulein Mainz gegründet und bereits in Tilsit und Stal- lupönen wohlgelungene Flugfeste veranstaltet und halten morgen ein solches in Lyck ab, worüber wir noch näheres berichten werden. So wird auch unserer hessischen Jugend Gelegenheit geboten, die witnderbare Errungenschaft in der Beherrschung der Luft nicht nur zu sehen und zu bestaunen, sondern auch auf hessischem Boden zu erlernen, um als Flugschüler, Mitfahrer oder Pilot sich hoch in die Lüfte zu erheben. Wem aber versagt ist, tätig dabei mitzuwirken, oer wird sich von der Schönheit und Ausbildungsmöglichkeit der Flugkunst überzeugen und sich davon begeistern lassen, bleichzeitig aber auch verstehen lernen, wie bitter not uns ihre weitere Verbreitung tut, damit wir den großen Vor­sprung, den unser westlicher Nachbar immer noch vor uns besitzt, im Interesse der Sicherheit unseres Vaterlandes bald wieder einholen. Wer bisher noch abseits gestanden hat, aus Mangel an Interesse, ober aus Furcht vor der Gefahr, die doch mit jeder wichtigen Entdeckung und Er­oberung verbunden ist, oder wer der Flugkunst gar feindlich gegenüber stand, weil er sie für einen überflüssigen und nutzlosen Sport hielt, der wird sich überzeugen, daß sie die Grenzen eines gefährlichen Sportes längst überschritten hat und zu einer ernsten und wichtigen Arbeit auf dem Gebiete der Technik, der Wissenschaft und der Landesvertei­digung geworden ist. Der wird erkennen, daß sie sich hohe Ziele gesteckt hat, die mir zu erreichen sind, wenn das gesamte Volk, arm und reich, hoch und niedrig an dieser idealen und doch so praktischen und notwendigen Arbeit sich beteiligt und ein jeder nach feinem Können durch begeisterte Verbreitung der Ideen, durch praktische Betätigung, durch Geldspenden und Beiträge oder wie fönst daran teil nimmt.

Um das Jntereffe noch weiter zu wecken und das Verständnis zu fördern, wird der Luftfahrer-Dereiu Gießen im Laufe des Herbstes und Winters eine Reihe interessanter Vorträge halten lassen und feine, durch notwendige Vorbereitungen unterbrochen gewesenen, Bal­lonaufstiege bei günstigem Wetter fortfetzen, nachdem durch den ersten wissenschaftlichen Aufstieg der Herren Dr. Peppler und Stuchtey vom gestrigen Tage der An- fang wieder gemacht ist. Die Ankündigung aller Veranstal- Hingen wird jeweils im Inseratenteil des Gießener An­zeigers erfolgen.

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Schmerzhafte Wohltätigkeit

könnte man den Eifer vieler Tarnen nennen, vc>n ihren Lj- feranten allerhand Liebesgaben für. ihre winterlichen .. ba>ar^ ,,Armenballe" undUnterstützungsfeste" zu erbitten. Ti- sckriftTic Deutsche Frau" Verlag von Velbagen und Klasj^, Leipzig weift darauf hin, daß diese allzu häufigen, unter med oder minder sanftem Druck bewilligten Graben dem iduner hm> senden Kleinhändler unter Umständen edensovie: entziehen, > der einzelne Ucberschwemmte oder Abgebrannte schließlich erbet für dessen Ortschaft oder KrriS der Wohltätigkeüsbasdr ftattnn^v

Das nützt dem Kaufmann eine Kundschaft, die von Zn: - Zeit, sagen wir eininal im Jahre, solch ein Ansinnen stellt, ui; die sosort zu einem andern Geschäft übergeht, ivenn ihrer Vit» nickt entsprochen wird? Der solide .'raufmann bat lernen » großen Verdienst an den Sacken, daß er Körbe voll Darnr gnr, umsonst geben könnte. Es geht bei vielen Sachen da bucküaon^ um Pfennige.

Das Schlimmste aber ist unseres Erachtens noch nicht einmli diese erzwungene Svende und das erzwungene Interesse des manires an Unternehmungen, von deren Notwendigkeit er snb irct überzeugen kann, sondern daß unter Umständen diese notgcbrunqtj- Gabe ihn auch noch geschäftlich schädigen kann. Er gibt seine Geschenke bin, wahrscheinlich mit Preisangabe. Ader -o o dieser Preis innogehalten? Viellercht im Anfang, ganz sicher ruat am Schlüsse eines BasarS. Ist es nickt ein schroffer Widersinn Man besucht einen Basar mit dem angenehmen Hochgefühl, weh tätig zu fein, und manramscht" schließlich wie in Konkursansverkauf.

Der Kaufmann, der Konsektton führt, weiß ganz genau, m* halb er Ausverkauf hält Ist die Saison fast zu Ende, so sind ou Sachen für ihn Ballast. Wird das junge Gemüse reif, so raLir man mit dem vorjährigen. Aber das Pfund Fleischcnrakt, Tose Kakao usw. brauchen nicht auSverkauft zu werden, und wnr, ich die Pfunddose Liebig mit 4,50 Mk. bezahle, weil bicrwü. tätige'7 Tarne sie mir zu diesem Preise entbietet, so habe ich Basar, den Kaufmann und mich selbst geschädigt, wenn auö in verschiedener Weise.

Man muß die Geschichte von der Entstehung derWobltäne- keitszentrale der Berliner Kaufmannschaft" aufmerksam venc-l- haben, um zu wissen, bis zu welchem (faabe die Qieicbäfte inS» spruch genommen wurden, so daß schließlich diese Gründung als zwingende Notwendigkeit erwies.

Ju ihrem Bericht finden wir außer allem, was sich uns Außenstehenden schon ausdrängte, noch erwähnt, daß z. B die Livr, zu Weihnachten den Kunden sogenannte Puppenlappen zu schenk», geradezu zur Unsitte geworden ist. Viele kleinere Geschäft,- rr bitten vom Großlieferanten bie Ueberweisung von Resten, inbti sie glaubhaft nachweisen, daß sie sonst nickt imstande find, tr Wünsche ihrer KuNdsckwff auch nur annähernd zu befriedigen (fc erscheint uns dringend notwendig, auch über diesen "tzunkl b, Kunden aufzuklären, die vielleicht gerade in dem Erbittenun> loser" Reste eine besondere Beschcidcnljeit erblicken.

So ist denn die Berliner Kaufmannschaft entschlossen Selbsthilfe übergegangen und hat dieWohltättgkeitszenntze gegründet, deren erster Jahresbettcht ietzt vorliegt.

Alle Gesuche, die bei den atigeschlosscncn Firmen cingdu werden der Geschäftsstelle Berlin W 35, Flottwcllstraßc 4a, je Prüfling überwiesen. Ter Sinn für eine moderne, zwecknWff Organisation der Wohltättgkeit soll bei allen Mitgliedern r weckt werden. Waren ober Gelbspcnden sollen nicht zur Ctt.< lichung von Festen und Basaren gegeben werden, sondern nur bau. wenn sic für die Bedürfttgen unmittelbar verwendet werde».

Ter Zentrale gingen in diesem Jahre 2168 Gesuche z». il> gelehnt wurden 757 Gesuche.

Um den Betrieb im ersten Jahre zu ermöglichen, haben bi- Verbände und Firmen, die die Zcnttale grünbeten, bebaut?* Zuschüsse geleistet. Es fleht zu hoffen, daß sich immer mehr schäfte dem Verbände anschließen, und daß auck in anderen bt*l scheu Städten sich diese Vereine bilden, Reformwerke auf dem biete der Wohlfahrtspflege.

** Tageskalender Landw. KreiSschau. I 15. Sept.: Vormittags 8 Uhr: Dtffnung der Ausstellung, t» I mittags 11 Uhr: Frühschoppenkonzert. Nachmittags 26 üc Konzert aus dem Festplahe, währenddessen Vorführung der ptän- ierten PKrde. Nachmittags 6 Uhr: Geselliges Zusammensein rt Tanzbelustigung. Nachmittags: Ausstieg eines Fliegers oer abends Feuerwerk.

Montag, 16. Sept.: Vormittags 8 Uhr: Oeffnung der L-s- stellung. Vormittags 10 Uhr: Auszahlung der zuerkannten Tret und Frühschoppenkonzert. Nachmittags 3 Uhr: VreiSreiten,<bai- fahren, Svringkonkurrenz und Rennen mit Auslaus bei fionti aus dem Festplatz. Nachmittags 6 Uhr: Schluß der Auöi:et.un.

Kinematograph: Täglich Vorstellung. Biograph-Lichtspiele: Täglich Vorstellung. Museum des oberhessischen Ge s ch i ch l Sverei». ©eöffnet Sonntag vormittags 111 Uhr unentgeltlich.

Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Somvage vormittags von 111 Uhr.

** Ordensangekegenheiten. Der GroßherN»g V! dem Geh. Baurat T-r.-Jng. Th. Lands berg in BcrliN'Ml mersdorf bie Erlaubnis zur Annahme und zum Iragcn bei M von dem König von Preußen verliehenen bloten Adlcr-OrdA 4. Klasse erteilt, sowie dem Reallehrer Ludw. Stahl an 6rl Oberrealschule am Friedrichsplatz in Offenback aus Anlob wiri Versetzung in den Ruhestand die Krone zum Ritterkreuz 2. MA des Verdienstordens Philipps des Großmütigen oerlicdeu.

**Lehrerperfonakien. Ucbertragen wurde hn| Schulverwalter Johs. Pflanz zu Holzheim eine Ik'brtrileN an der Gemeindeschule daselbst und dem Schulverwalter Gg ü c4 ter zu Kelsterbach eine Lehrerftelle an der Gcmcmdefchult c? Kelsterbach.

** Aus dem Militärwochenblatt. General tM Bülow ist zum Generalobersten befördert und zum kde' ** 3. Armeeinspektion ernannt worden. Generalleutnant v. D ackr, Direktor des Zentraldepartements im Kricgsministerium, tw* zum General der Infanterie besördett. General der Infante« v. Eichhorn, kommandierender General des 18. Anneck ist zum Chef der neuen 7. Armeeinspektion, Generaile^v^r v. Schenck zum kommandierenden Gerreral des 18. Armrfet* General der Artillerie Scholtz zum kommanoierenden Corneil des neuen 20. Armeekorps, General der Infanterie v. Bel ii zum kommandierenden General des neuen 21. Armeekorps '' nannt worden. Herzbruch, Major und Bats.-Kommand<l im Jnj.-Reat. v. Wittich (3. jturbqf.) Nr. 83, wurde mit *" gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt und zum tfonirr deur des Landwehrbezirks Piarburg ernannt. Boeck, Lt 1 Niederrhein. Füs.-Rcgt. Nr. 39, wurde auf ein Jahr zur lcistung beim 2. Hess. Feldart..Regt. Nr. 61, kommandien -S Fcstungsbault.V Schrader bei ber Forttfikatton aus vrl lanb wurde zur Fortisikation Mainz und Jagusck bei Fortisikation in Mainz zur Fottifikatton auf Helgoland ow U v. Geldern-Crispendorf, Lt. im Großh Art Kartfi 1. Hess. Feldartillerie-Rcgirnent Nr 25, scheidet aus dem v'M aus und wurde in der Schutztruppe für SÜbwestafrika Hauptmann Ring wurde unter Enthebung von der als Adjutant ber 16. Jns.-Brig. und unter Versetzung m ! Inf.-Reg. Prinz Carl (4. Hess.) Nr. 118 ein einjähriger urlt* bewilligt. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches muy mit der gesetzlichen Pension zur Disp. gestellt v. r an c_o iv Gen.-Maior und Kommandeur der 49. Jns.-Brig. (1. 1

Assistenzarzt Dr. Wichm a n n beim 2. Hess. Feldart.-RegtJn- wurde zum Oberarzt beförbert. Die Assistenzärzte d Wei.- Klein und Dr. Koch (Gießen) wurden zu Oberärzten w bett. Dem Stabsarzt Dr. Ebner (Mainz) und dem ubctc Dr. Bernoulli der Res. (I Darmstadt), diesem bdnu^ Uer* tritts in König!. Württemberg. Militärdienste, wurde der - schied bewilligt. Kirstein, ProviantamtSmsp wurde nach Frankfurt a. M. versetzt. Die Versetzung deS^, viantamtsinsp. H in tzon von Mainz nach Frankfutt ist auMym.