Ausgabe 
14.9.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten.

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Weg herab. Auf Anordnung der

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25 Jahre Kunstwart. Ser von Tr. Ferdinand Avenarius herausgegeoene Hunftwart hat im September feinen 25. Jahrgang vollendet und tritt nun in sein zweites Viertel- lahrhunden. Zehn Fahre lang hat er fast vergebens um An- crtiunung für seine Gebauten ringen müssen. Ader bann begann er sich durck zusetzen: vom Beginn des zweiten Jahrzehnls ab befand er sich in ununterbrochenem Aufstieg, und dieser Ausstieg dauert noch immer fon. Tast der Kunstwart zu einem so maß- gcöenden Crgan mr Kunst- und Kultursragen werden konnte, wie er es heut überall ist, wo deutsch geuTrodjcn wird, hat wohl ,m wesentlichen zwei Grünbc: (rr ist von ieinem Herausgeber niemals als bloße» Gesckäfräunternehnten, niemals nur al» einegute Zeitschrift" auigefaßt worden, sondern als Mittel _gur Forderung und Vertiefung unserer künstlerischen Kultur. Tor Kunstwart wollte etwas, und was er wollte, beruhte auf klarer Einsicht in die Mängel der Zeit. Als ycänwfer für ästhetische und ethische Werte tarn er den Bedürfnissen der Besten im Volke entgegen und sand ihre tatkräftige Untertußung. Und ferner: er be­schränke sich nicht au: bloße Kritik, sondern wies auf das cor- handelte time hin. irr tann sich rühmen, im weitencn Umfang positive Arbeit geleistet zu haoen. Keine andere Zeuschntt hat so nachdrücklich sur die allgemeine Anerkennung vieler lange C7r- fannten Drosten unserer Literatur, Kunst und Musik gearbeitet: jür Mönke, ycbbel, Keller, Raabe, Böcklin, Klinger, Thoma,

und Nikolaus Guibal. Maschinen und Garderobe wurden größten- teil» neu tcrgciiellt. Lbwoht die Geldmittel fnapv waren und sehr Diel zu tun war, wurde man doch noch rechtzeitig fettig, und das neue voflheaicr konnte am 30. August 1750 jcierlich ein geweiht werden. Tas Lrchester, das bei der ersten Vorstellung von Bianchini geleitet wurde, war vielleicht zum Teil aus Bay- reuth auf 45 Kopfe verstärkt worden. Allzuviele Tänzer hatte man wegen Zeitmangels nicht mehr bekommen können, jebod) Latte man den Pariser Solotänzer Tesie gewonnen. Als erste Vorstellung ging die von Metastasio gedichtete und von Graun lomponierte LeerAnarserie" über die Bühne, die sieben Jahre früher bereits in Berlin au'gesührt worden war. Legen der großen UebercUung machte die erste Vorstellung einen etwas iniprovl'ierten Eindruck. Erst im nächsten Karneval war das junge Hoti Heater volllommen auf der Höhe, und während des ganzen Karnevals wurde regelmäßig jeben Dienstag und Freitag Cpct gespielt.

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icmcren Technik ist unaufhörlich gesargt worben. Seit dem 20. Fahrgang hat sich die Arbeit des Kunstworts über da^ Gebiet der Künste hinaus mehr utrd mehr auf die Kultur überhaupt erstreckt, uuo mit Dem neuen Fahrgang iviro, ohne Verna ckläffigung der Kunst, das neue Feld gründlicher bearbeitet werden, xenn Die immer mächtiger andrängenden allgemeinen Probleme ge­statten nicht mehr, die Kunst allem für sich, abgesondert von der übrigen Kultur, zu behandeln. Wir hosfen, daß die Arbeit des Kunüwarts sich auch in dieser 9iia;tung nicht weniger fruchtbar erweisen wird als seine Tätigkeit mr die Hebung und Brrhcrung der ästhetischen Kultur unseres Volkes.

Preisausschreiben. Ter Magistrat der Stabt Bar­celona hat einen Preis von 20 000 Pesetas für das beste Lriginalwerk über spanische .Archäologie ausgetchrieben. Zuge­lassen werden gedruckte oder hano-christliaie Arbeiten von >ra- niicven oder ausländischen Verfaiicm m lateinischer, iranischer, katalanischer, franzöiischer, italienischer ober DorrugtefildKr Sprache. Sie Beiverbungsarbeiien sind unter den üblichen Bedingungen bis zum 23. Lktober 1916, mittags, an das Sekretariat Der Stadt­verwaltung von Barcelona cuizureichen. Sie Zuerkennung des Preises erfolgt am 23. April 1917.

Die Gesellschaft deutscher Naturforscher und.Aerzte hat ein Archiv begründet, das neben seiner Haupt­aufgabe, der Sammlung und CrOnmig des ganzen Aktenmaterials der früheren Versammlungen, auch beabsichtigt, biographisches Material über Die Troger dieser Ereignisse, die deutschen Natur­forscher und Aerzte, zusammenzutragen. Ser Leiter des Archivs, Geheimrat Prof. Tr. S u d h o s f - L e i p ; l g, richtet daher an alle Naturforscher und 3er$te Teunchlands das Ersuchen, in ihrem Besitz befindliche Briefe von verstorbenen Verwandten und Freunden, desgleichen biographische Aufzeichnungen und Nekro­loge, ferner in der Tagesliteratur erschienene Lebensberichte bet seitlichen Gelegenheiten und beim Todesfall dem Archiv schenk- weise oder leihweise m Verwahrung zu geben. Tie Redaktionen cer naturwissenschaftlichen und medizinischen Zeitschriften wer­den besonders ersucht, für Die Zukun't von allen 3übel- und Ge- Lachtnisschristen über deutsche Naturforscher und Aerzte einen Sonoeradzug dem Irchw ^Leipzig, Talstraße 33 ll- zur Ver­fügung zu stellen.

Deuteten: Wir trauern um unfern Kaiser! Sie Prozession be­wegte sich langsam zur großen Topvclbrucke über die den Palast umgebenden Grähen, die nur vom Kaiser selbst und von den fremden Gesandten ober hohen Würdenträgern am Neiijahistage benutzt wird. Sic geisterhaften Töne der heimischen Leichenmusik der besonders Reinen Bambusflöten, die mit iljren durchdringenden klagenden Tönen überiiatürliche, geheimnisvolle Wirkung verliehen, verkündeten die Annäherung des Zuges der roartenben Menge, die den ausgedehnten Raum austerhalb der Brücke erfüllte. Tie brennenden Fackeln, das An- und Abschwellen Der iaufoent 2», klagenden Töne der japanischen Jnstniineute, die rhythmisck-e Be­wegung der Soldaten über die kiesbedeckten Wege, die altertüm­lichen Kostüme der Hosbeantten zusammen mit den glanzenden Uniformen und das Ganze sich durch ein wahres Menschmmeer bewegend, ohne einen anderen Ton als den Klang der Musik und gelegentliches-krampfhaftes Schluchzen, ergab ein wundersames Bild von tiefstem Eindruck. Tie große Stabt war totenstill, doch waren Die Straßen die ganzen drei Meilen bis nach Aoyama an den Seiten gedrängt voll Mcnsck)en. Von der Zahl der auf dem Paradefeld selbst versammelten Menschen auch nur eine Schätzung zu geben, ist unmöglich.

Am oberen Ende des Paradeseldes war eigens für die Leichenfeier ein Gebäude hergestellt, an bem tau­send Arbeiter einen Monat gearbeitet haben. Am Noroende dieses reservierten Platzes befand sich das Sojoden, oder die Leichen- halle, die zur Aufnahme des Sarges und lür die Feier der Bcgiab- niszeremnien bestimmt ist, em heiligenschreinähnliches Gebäude, auf der Vorderseite offen, hinten und auf den Seiten mit weißen Vorhängen verhängt. Zu beiden Seiten bejanöen fid) die Ge­bäude furden Kais erunddie Kais erliche Familie, iür Priester und Musiker, während weiter vom Sojoocn entfernt zwei bedachte Gebäude sich befanoen, die von Würdenträgern und ihren Frauen eingenommen wurden. Auch dem Diplomatischen Korps waren die Platze in diesen Gebäuden angewiesen. Die

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uns cm, dost das Pismarcksche Wcbilbe des Dreibundes wieder in der alten Stärke aitflcben soll.

DaS Volk heischt Antwort", so ruft brrVorwärts" in feiner letzten Nummer, unb er meint, bie Sozialdemo- lratie habe in bet Teuerungsfrage allein ihre Schuldig­keit getan Als ob von bett bürgerlichen Parteien, fus- befonbere bat liberalen, bie Notlage nicht auch alsbald ernstlich erörtert worden sei! Fm Reichsamt bcs Innern hat am Mittwoch eine fünffriiitbigc Konferenz getagt, die sich mit den Maßnahmen gegen die Teuerung befasste: bas hat sicherlich weber derVorwärts" mit seinen Keulenschlägen, noch ber sozialbcmvkratische Parteivorstanb mit seiner ge­harnischtenEntschliestung" erwirkt. Hat ber fHciajä- kanzlcr int leisten Winter auf bie Teuerungsvorstellungcn eine ziemlich unbtfricbigatbe Antwort gegeben, f^ist er sich setzt mit ber großen Mehrheit des Volkes öTirüber einig, bast man diesen. Nöten der Zeit auf irgeitb eine Weise ent^egenroirfen müsse. Freilich, auch wir siud ber Ansicht, btc füiifftimbigc Konferenz müßte schließlich auch ein Ergebnis Haber. Unb die langen und geheimen Be­ratungen wollat uns gar nicht so recht gefallen. Tenn um nroö es sich handeln muß, darüber gibt es doch mir eine Meinung: um bie Einführung von Gefrierfleisch aus Ar­genlinien unb Australien, jinti bie Jraae ist nur, ob ber 8 12 bcs Fleischdeschaugcsetzes abgeänbert werben muß ober nicht. Die Sack-verständigen meinen, baß es unmög­lich sei, halbe ober ganze Rinder mit batcblcn" inneren Teilen in gefrorenem Zustande cinzuführen; die Art der Behandlung werbe sonst zu teuer werben Nun, bann sollte bie Entscheidung doch nicht so lange aufgeschoben werden. Warum sollten wir uns so beharrlich dagegen strauben, was England, Belgien, die Schweiz und Ftalien längst getan haben! Führen wir doch das Gefrierfleisch so ein, wie es bie argentinische Regierung zur Zufriedenheit der genannten Staaten exportieren läßt, und wenn der Wort­laut eines Gesetze» damit in Widerspruch steht, so ändern wir ihn eben! Man soll uns nicht mehr so lange mit den' Konferenzen unb Ausschüssen vertrösten! Auch bie hessische Regierung hatte unseres Erachtens besser $>araii getan, sich selbständig schlüssig yi werben unb ben Reichsinstanzen entsprechende Vorstellu.'.gcu zu machen als diese Konferenz auszubieten, bietunlichst in ber nächsten Woche" über bie Flcischteuerung, ihre Ursache unb ihre Be­kämpfung, beraten soll. Wissen wir benn nicht sck-on, was dabei herauskommen wird? Einstimmigkeit wirb sicher nicht erzielt Unb bie Regierung wirb um einen Entschluß, eine Tat, nicht herumlomnien, wenn sie ihrem lobenswerten Vorgehen, als erster beutscher Bundesstaat ber Teuerung entgegcnzuwirlen, irgend eine Wirksamkeit sichern will. Tic Sozialbemokratic hat in ihrer Presse bemängelt, baß zu der erwähnten Konferenz keine Arbeiter zugezogen worben seien. Ja, alle Kategorien ber Fleischesser hätte man zuzichcn sollen: auch Arocitcr, Dienstboten, Privat- bebicnstcie, Beamte i nur notorische Hungerleider, w.e etwa freie Künstler unb Schriftsteller, hätte man ausnehmen tonnen, benn sie Haden sich an die Teuerungszustänbe ge­wohnt. Im Ernsie, keine Konferenz, sondern ein ent­schlossenes Handeln lvärc noch besser gewesen. Was heute in Darmstadt jür zweckmäßig und oieivcripreche.nd g>.l)alteit wirb, nämlich oie Konferenz befonber» berufener Bvll.'ver- ireter, wirb vielleicht ein wenig rühmliches Ende nehmen. Tie Regierung, biein Gesellfchafl von Adepten sich in die schwarze Küche schloß", loiro vermutlich nur eineRcso- luuon" zutage fördern. Hoffentlich kommt daneben we­nigstens eine Anregung zu örtlichen Abhilseniaßregeln zustande.

und 4 Vorhänge und Pyramiden iür 3600 Gulden lieferte. I Hugo Wolf und viele andere, keine andere Zeilschntt hat ihren klebrigen» bchiclt der Herzog ihn dauernd in seinen Diensten. -Lichtungen, ihren Bildern und Noten u joldyer Maisenvc.brlilmig Sic Mitarbeiter Eolombas i.aren hauptsächlich Antonio Bittio I verhalfen wie sie. Sie Bilderbeilagen z. B. haben nach Zahl und Qualität stetig zugenontmen, iür Die Ausbildung einer immer

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politische Wochenschau.

Gießen, 14 Sept.

C8 ist eine seltsame Wendung in der Weltgeschichte, daß russische Erinncrungsfeier an die großen Ereignisse 100 Jahren von einer Abordnung französischer Cffi- te mitgemacht und besichtigt wird. Die ehemaligen nde sind versöhnt, unb ba3 schaurige Bilb ber brennen- t alten Zarenstadt Moskau beschwört leinen Haß mehr auf. Der Zar läßt Tankgebete zum Himmel schicken, ) feine französischen Gäste falten dabci viclleickst auch ir Hände. Ob sie sich dabei eine Vorstellung machen, wie ib heute ihres Ruhms Geschichte stände, wenn den Welt- -perer damals nicht die unüoerwindlichen Generale No­iber und Dezember zu Boden geworfen hätten? Die sprachen des Zaren, so weit nutz in Westeuropa etwas n übermittelt worden ist, waren ziemlich blutlos und [tenfeni. Wie anders würden unseres Kaisers histo- er Sinn und Beredsamkeit von so gewaltigen ß:r in lie­gen angeregt worden fein! Zar Nikolaus beschräntte darauf, seine Soldatc-n zu mahnen, bie gleiche Treue b Hingebung an das Vaterlmib zu betvahren, wie bie efahreu. Breies hat sich geänbert, aber bie alte Selbft- tlichkeit, bie dem Volke zwar feine Ziele zeigt, es aber Bier Umständen zu kriegerischen Taten zusammenrafst, geblieben. Die Verstecktheit der russischen Politik ist le so ausfallend wie vor 100 Jahren. Während Rustlano nals mit England gegen Napoleon zusammenflaub, tferii heute bie beiben Rresenreiche ber mobernen Ma- oniie bie Mittel zu großem Aufwanb unb Aufputz. Die uptad)ehina bes franzofisck-en National- unb Revanche- icidbld wirb aber heute am nachhaltigsten von Englanb chessrgt, dem guten Vetter, der bem deutschen Miä-el so O't unb bieder die Hand entgegengestreckt hat für den (Ll, daß er auf eine kostspielige Luxusflotte verzichte und ghDifbac von den Mitteln und Gnaden des reichen Ler- W-ndten leben wolle. Wo finb heute die Friedensstörer in) Unruhesttster, die ein gefährliches Spiel mit dem Itair treiben? In Deutschland sitzen sie nicht. Mit immer Halfteren Farben aber wird uns bie Kriegsgefahr von den u. ue-Genoffen an die Wand genullt, isngland hat be- n nftratio feine Flotte in der Vtorbfee konzentriert unb, iüe einem Buirdesgenosfen, ben Schutz seiner Mittelmeer- mereffen Frankreich anvertraut. Dazu erörtert bie fran- »plichc Presse in voller Offeicheit, wie man Deutschlanb $i Falle eines Krieges zur See gleich beim Schopfe zu r sc ii unb wie Frankreich bnrch bie Bershrrtung seiner »utclmeerflotte die italienische und österreichische Marine ^besiegen gedenke.

Ter Sepiembcrartikcl derDeutschen Revue", gegen tci ber aUbeuifche Verbanb auf seiner letzten Tagung t kutschiebcu Widerspruch erleben hat, ist nach einer Notiz jijc5 Blattes n i 0t von ber beutscheii Regierung inspiriert tvefen. Die bemjche Polint kann sich ihren Kurs auch gar i<: mehr suchen, sondern sie bejinoet sich burch bas Ber- i.u*ii Ei'.gtands mitten in einer Strömung, gegen die t nicht angehen kann. Sa bie Ententc-Mächte bie Ge­il i. n, bie uns beb rohen sollen, uns so lebhaft au »malen, übt uns nur ber Gebaute, wie wir uns davor schützen inen. Der Altreichskanzler könnte heute seine Zwei- .meiirebe wieder Hullen. Und die neueste Zusainincn- W.sl des Herrn v. Bethrnann Hollweg mit bem Grafen «cchtold sonne dessen beabsichtigte Reise in ad) Italien zeigen

Dom ersten Stuttgarter hostheater.

| Zur Einweihung der neuen Hofihrater in Stuttgart, 14. und 15. September.

, So glänzende Feste, wie sie der Stabt Stuttgart bei ber Ein- Rvhüng Der neuen TiNmannfchen Hoftheaterbauteil bcvorf.ehen, |l Die württanbergiidK Rcfidcn- schon einmal erlebt. Sas war El Fahre 1750, als das erste Stuttgarter Hoftheattr feierlich Kjcwciht wurde.

[ Bis dahin hatte der württcmbcrgifchc Hoi zwar deutichc wie Mländifche Truppen in Den verschiedensten Gebäuden für iid> f jüiuiige» veranstalten lassen, aber der junge Herzog Karl Kjoi, Der am Hofe Friedriü/S des Großen Geschmack an Theater ji Mujik gefunden hatte, diese Neigung mit seiner Gemahlin nie, und sogar selbst mit ihr Thcaier >vielte und zwar nicht Vicht, wie Wilhelmine von Bayreuth verfiel,cn>, Karl Eugen alfo E|ie auch fein eigenes Hotthcater in der Residenz Stuttgart haben tu liraduc diesen Plan mit uberrafchender Schnelligkeit zur Ver- Mltichung, nachdem im Fruyiahr 1750 die berühmte <sopran- Ibjcciii Marianne Pirker als erste Kratt gemiiinani mit ihrem .< :en gewonnen worden war. Ihr Gatte, ein Violinspieler von nu übermäßiger Begabung, war cs, der gemeinsam mit Sehend

l Mannheim und dem Italiener Scotti unter der Lcilung des iibaudirektors Rctti anstelle des vier Fahre vorher abgetragenen ! uiergebäudc» cm Hottheater cinridteie. Sas Lusthaus, in jtu großem Saal on früher THeatervornellungcn naiig:- 13tu hatten, wuroe gründlich umjeoaui. 'Jiur zwei Monaic

s man zur Verfügung; innerhalb dieser Zeil bauten etwa Arbeiter iür Die Summe von 300 000 Gulden für jene Zeit ai Ricsenbetrag das Gebäude um. Sie Vorder- wie Die terfeite erhielten Anbauten. Ser Saal mit feiner Länge

>01 Fuß, seiner Breite von 71 Fuß und stiner Hohe von Kuß war. Da die Decke nicht aus Säulen riiii:, sondern am thMuhl versckraubl aufgehaiijt war, sehr geeignet, die Bühne pL ,)cn Zusck-auerranm abzugeben. Nach der Sariicllung von M-u'i bcjiGnö Der Zusck-auecraum aus dem Parterre und drei Riemen. Er soll, was kaum glaublich klingt, vienauiend Per- fic m gefaßt haben. Die -.'tnzahl der Sitzplätze betrug nicht ganz y imtDert. Fn der Mitte de» crlten Ranges befand nch et: große Hoflogc. Sic Bühne hatte eine Tiefe von 1b Ku Of.n. 7 Vorhänge und 58 Szenerien wurden für sie vcriceiigt, Uti lußerbcm tonnte man auch einen Teil der Setqrationen Qi )cm alten Komödienhausc verwendcii. Die vcrgroßerr und üä:mall wurden. Zur Anfcttigung der neuen Stucke wurde

Theatermaler Innozenz Eolomba berufen, der 6 Szenerien

Die Beisetzung öes verewigten Kaifcrs von Japan.

To kio, 13. Sept. Die Leiche bcS verewigten Kaisers wurde gestern abend kurz nach 8 Uhr aus dem Kaiserpalast nad) dem Aoyamo-Parabefcld gebracht. Beim Scheine eines aus dem Hose brennenden WachtscucrS und ausgestecktcr Fackeln fuhr ber uralter Sitte gemäß von fünf Ochsen gezogene Leichenwagen zum Palastcingaug, wo der sarg ausgenommen würbe. Ter Kaiser tn ber (Gala­uniform des Daigaufni (Oberbefehlshaber aller Land- unb Sccftrcitfräfte) mit Trauerflor, bie Kaiserin unb bie Kai­serinwitwe in attfapanischer Tracht bunfclbraun unb orange) mit aufgelöstem Haar, ber Kronprinz unb seine beiben jüngeren Brübcr geleiteten ben Sarg dis zum Portal, sdjlossen sich jebod; nicht bem übrigen Traucrgefolge an, sonbcrn fuhren auf einem anberen Wege nnd) bem Aoyamo- selbe, um dort bie sterblichen Ucbcrrestc bes Kaisers bei ber Ankunft zu empfangen.

Ter große Zug, welcher ber Leiche folgte, nahm inzwischen den Weg nach Dem Paradeseld. Zu dem mililarischen Ehren­dienste hatte daS Landhecr 20 000, Die Kriegsflotte 10 000 Mann gcftcllt Alle Truppenteile, einschließlich der in Korea und der Mandschurei, auf Formosa und Sachalin stehenden Tnippon, waten vertreten. Tic gesamte kaiserliche Leibgardc-Division eskortierte den Sarg, während die anderen Truppen Spalier bildeten. Der endlose Trauerzug, in dein Sonnenbanner, Mondbanner und viele andere kriegerisä-e Embleme getragen wurden, gewährte in seiner fremdartigen Mannigfaltigkeit ein seltsames, höchst eindrucksvolles Schauspiel.

Vor dem kaiserlichen Eingang zum Palast am Nijubashi- Tor bis zum Babasaki-Tor an der Grenze des Palastes bewegte sich Fer Trauerzug durch gigantische Trauerbäume. Von den Wipfeln der Bäume hingen lange schwarze und weiße Papier­wimpel herab. Zwischen den Baumen loderten Fichtensackeln auf achi Fuß hohen Trcttüßen. Zehn Reihen von mächtigen Bogen­lampen warsen außerdem das Licht von oben auf Den breiten

llr. 2\I _____Erster Blatt 162. Jahrgang Samstag, 14. September 1912

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