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14/08/1912 Erstes Blatt
 
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Ueberdies entfaltete er selbst dichterisches Talent. Wie

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trilie von Marokto ihre Ausbildung zu erhalten pflegen. W Iert erwies er sich als ein begabter Schüler und konnte V [,.in den Elementarfächern zum Studium der arabischen I Ls,rache übergehen. Nach und nach erwarb er sich eine »literarische und wissenschaftlich'' Bildung, die ihn geradezu I pnn Gelehrten stempelte Er lernte den Koran auswendig, 1 hHerrschte die arabische Äelehrtensprachc in Wort und Schrift; er entwickelte sich zu einem Kenner auf dem Ge- litte der arabischen Tichtung und Literatur, und erwarb i p auch in anderen Wissenschaften, wie der Geschichte, c-tographic, Philosophie usw. immer nach marokkani- him Borstellungen und Ueberlieferungen tüchtige Kennt-

DuAftU n;Al. t es liebte, lange stille Stunden dem Studium der ara-

nUUUH nicnit' |djcn Dichter zu widmen, so schrieb er auch selbst zahl- ===== Giessen = reiche Gedichte ui der arabischen Lncratursprache. Als er

Marktstrasse ,24-8

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zu bauen. Auf die Frage des Vertreters der Rcichsbe- Hörde, Geh. Lberreaierungsrat Franke-Berlin, ob der FR ebn er die Borwurfe ausrechterhalte, erklärte Rahardt, er könne nicht- zurücknehmen Franke crflärte, er habe nach tenr (Hefdtehenen keinen Anlass mehr, den Verhandlungen weiter beizuwohnen und verlies', den Laal, gefolgt von den übrigen Regierungsvertretern Nachdem sich aus Ver­anlassung deS HerrenhausmitgliedeS und Obermeister- Plate die Versammlung einstiinmig gegen die Ausfüh­rungen Ral>ardts erklärt hatte, kehrten die Regierungsver- treter zurück.

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Deutsche Parirpilger.

Wir erhalten folgenden Pariser Brief:

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lit auch angegangen, von oll -enuiiviuuujuiiy aber seither nichts bekannt geworden vielleicht ist dem Inzwischen zum Sultan von Marokko avancierten Muley I^ajid das Geld hierfür ausgegangen.

In Marrakesch führte er die Provinzverwaltung und «zwar mit Einsicht und Tatkraft. Die dort ansässigen Euro- Kpaer l-atten sich mit ihm gut gestanden und waren mit ihm tvohl zufrieden. Was ihm bei seinen Landsleuten neben anderen Eigenschaften zu hohem Ansehen verhalf, Qcis war die bekanntlich im Oriente überall sehr hochgeschätzte »Schönheit und Stattlichkeit feiner körperlichen Erscheinung, freilich, wenn er einen Europäer, mit untergeschlageneu l^cincn auf seinem Tiwan sitzend, empfing, dann konnte mau wenig ahnen, daß dieser Manu von hohem, kräftigem, äebenmäßigem Körperbau war Seine Gesichtsfarbe zeigte, saß Sultan Muley Hassan sich ernst seine Mutter unter Men dunkleren Frauen seines Harems erkoren hatte. Sein Vitops- und Barthaar war glänzend schwarz, seine Augen Karen braun, groß, lebhaft und Rüg. Er saß gut zu PI erbe, liebte den Sport und das Militär, und ein Sck)wede

monatlichviertel« Varhfb Mk. 9.20; durch .'lbhole- il Ziveigttellen monatlich 65 Pl.; durch die Pest 2,'it. 2.viertel- läfcrL miSichl. Beüeila. Zetlenvrei»: lokal 15 p', auSivatt» 20 Blenniq. Ob*frebahtur:2L®ceH. Verantwortlich für den poltliichen Teil: 9lu^u<t Loetz. tüt .(jfiHÜe- lon',,Bei.uilchtetf und .GeiichtLsaal": H. Neu­rath; iiir .Stadl und $?anbe: E.Hev; iür den Anzeigenteil. H. Beck.

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sei Tank, dazu." Nizza und Monte Carlo wären ohne die Deutschen ruiniert, in Ostende sind die Deutschen Trumpf, und in Paris sind sie die Herren der Augustsaison.

Ter deutsche Parispilger lernt nie französisch sprechen; dabei ist er von der seltsamen Leidenschaft besessen, nut aller Welt französisch reden zu wollen auch mit dem Portier, der aus Berlin, und dem Barman, der aus Inster­burg ist, ja, auch mit dem seidenrauschenden weiblichen Stammgast der Marigny-Promenoirs und von Maxim, welcher weibliche Stammgast von der Sprache des Plotz nur sehr unbestimmte Vorstellungen hat. Dafür rächt sich der Teutsche dadurch, daß er an seinem Tisch mit Be­kannten und Verwandten möglichst laut und ungeniert deutsch spricht. Geht man in den Spälnachmitlagsstunden oder abends über die Boulevards, wird man im Stimmen­gewirr alle Dialekte des weiten deutschen Vaterlandes her- auserkennen. Im Louvre und an der Theaterkasse der Oper spricht man die Sprache Goethes, und aus dem Mont­martre und in dem sonstigen Paris bei Nacht, in dem man sich angeblich nicht langweilt, werden wir durch die neuesten Berliner Kalauer oder Gassenhauer erbaut. Früher hausten die Karawanen der deutschen Parispilger fast ausschließlich in gewissen, bekannten Hotels der inneren Stadt. Heute sindet man sie überall, auch in den fashionablen Hausern der Rue Rivoli, des Opern- und Champs-Elysees-Viertels. Man irägt ihnen denCoup" von Agadir nicht weiter nach und nimmt die blauen deutschen Scheine ebenso gern, wie die weißen englischen.

Der Deutsche, der noch vor fünfzehn Jahren eine wenig beneidenswerte Außenseiterstellung im Pariser Fremden­viertel einnahm, iir heute an Quantität allen anderen Lutetia-Wallsahrern überlegen und mißt sich kühnlich mit dem Angelsachsen an Qualität. Daß man den reisenden alboche" in Pans liebt, dieses zu behaupten, wurde zu weit gehen. Man betrachtet ihn so lange er gut zahlt mit der wohlwbllenden Neugier, mit der man einen Bar- baren betrachtet, der sich weil manierlicher auffuhrt, als man gedacht hatte, bei dem man aber doch nicht ganz sicher ist, ob er feine natürliche Wildheit wirklich ganz ab­gelegt hat. Nimmer immer kann man sagen, daß der reisende Deutsche den Parisern die Meinung beibringt, daß wir besser sind als un|cr Ruf. 3m großen ganzen beginnt

Mit Behagen lesen wir hier in Pari- von dem franzö- i.ischen Massenbesuch in Berlin. Deutsche Massenbesuche m Paris sind etwas alltägliches. Woran erkennt man die Kutschen Landsleute ? Die Boulevardeingeborenei^ ant­worten: am grünen Filzhut, am Lodenrock, an der xabat- Bjeife und vor allem der deutschnationalen Brille, -tie 1 putschen Frauen sollen durch ihre ©taubmäntel, ihre ab- cheuliche Kopfbedeckung und ihre noch abscheulichere Chanf- . jure auffallen. Natürlich ist das alles Legende. Befere Jenner des Teutonentums wollen die deutfchen Eindring- «hnge am Durst erkennen. Es ist aber eher daS Gegenteil

Gereizte Stimmung auf dem Baifan.

Sofia, 13. Ang. Eine wegen der Asjäre von Kok- chana einberufene Versammlung fand unter ungeheurer Beteiligung statt. Die T e i l n e b m e r z a h l wird auf 3 0 0 0 0 geschätzt Zahlreiche Gesellschaften und Korpo­rationen mit schwarzumflorten Fahnen waren erschienen. Die Läden waren geschlossen isäintliche Redner hielten sehr energische Reden und forderten die Regierung auf,diemazedonischeFrage durcheinen K rieg zu lösen. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der auf die fortgesetzten Provokationen der Türkei an ber Grenze und auf die Verschleppungstaktik der Pforte gegenüber allen Schritten Bulgariens hingewiesen wird. Gegenüber der tief gefühlten Entrüstung der bulgarischen öffentlichen Meinung würde cm untätiges Zusehen der Re­gierung die Ruhe und Ordnung im Lande bedrohen. Die Entschließung fordert daher die Regierung auf, alle Maß- nahmen zu ergreifen, um Mazedonien und das Wilajct Adrianopel vom türkischen Joche zu befreien, in dem Be­wußtsein, daß die ganze Nation sie einmütig unterstützt. Tie Entschließung wird der Regierung und dem König unterbreitet.

iHr wenn man will, schlechten alten Zeit war der Retusche 13 miserabler Trinkgeldgeber verrufen. Heute find die kellner vergnügt, wenn ]ic Deutsche an ihren -tild) be- bmmen. Unter allen Kulturmenschen ist der deutsche der t.nzige, der immer einzeln für sich und niemals in corona hsabit _ und alle Sachverständigen wißen, dag zehn ilenner mehr Trinkgeld bezahlen, als einer, der für zehn ßzahlt. Früher sagte man in Paris: ein Süncruancr (ibt für seinen five o clock mehr Geld aus, als der deutsche cm ganzen Tag. Auch über diese altmodische Redensart "kcht man heute achselzuckend zur Tagesordnung über, ^ur lie deutsche Volkswirtschaft mag es bedauerlich f ein, daß iei Teutsche die unbezwingliche Neigung hat, über feine ^lhaltnisse zu leben. Als BergnügungSrenendcr i|t er tatie dadurch zum Juwel geworden |ür bie f^anzo^>che ycembeninbuftne. So ist's tm Winter an der ^101^0, |0 im Sommer in Paris. Ter Deutsche verrat «ich da- ^:ch, daß er zeigt, - viel zu sehr zeigt: «aut cm paar - Ls'liis kommt es mir nicht an, nur haben » heute, Gott

scheu Tichter . ime Gedichte

zivanzig Jahre alt war, bestand er seine Prüfung an der ^Uniöeriität der Blaed Hamar mit Auszeichnung und nahm feinen Wohnsitz nun in Marrakesch. Hier sammelte er einen kreis gelehrter Freunde um sich, mit denen er sich gern ber wissenschaftliche Fragen unterhielt. Er hatte damals, svie erzählt wird, Papier und Bleistift stets bei sich, um e ober Gedanken, die ihm beifielen, sogleich zu Papier iu bringen. Schließlich sammelte sich eine so große An- ; Gedichte an, daß er die Absicht hatte, sie

Bande in Kairo erscheinen zu laffcn. Tas ist auch abgegangen, von der Veröffentlichung

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Wilhelm WundtS 80. Geburtstag. Der her­vorragendste Vertreter auf dem Gebiete der erverimeMellen Psycho­logie, der Begründer dieser Wissenschaft, Exzellenz Prof. Tr. phil, jur. et med. Wilhelm Wundt m Leipzig, vollendet am 16. August sein 80. Lebensjahr. Geboren zu Neckarau bet Mann­heim, wo sein Vater Pfarrer war, begann er 1851 feine mcbi-. zmijchen Studien in Tübingen, ,'eyte diese ^dann in Heidelberg! und Berlin fort und promovierte 1856 zum ^r. med 3m 3ahre 1857 habilitierte er sich alS Privatdozent der Physiologie in Heidelberg und wurde dort 1864 zum a. 0. Professor ernannt. AIS Vertreter Heidelbergs 1866 in die badische zweite Kammer gewählt, legte er dieses Mandat pdoch bald wieder nieder, ging. 1874 als Lrdinarius nach Zürich und folgte schlieylich 18,o einem Ruse nach Leipzig alS Nachfolger FechnerS Hier gründete er das Znstitut für exoerimentelle P'ychologte, noch helfen Mufter seitdem viele ähnliche Institute im In- und Ausland entstanden sind 1889 90 war Prof. Wundt Kektor btt Leipziger Hoch- schule Im Jahre 1902 ernannte ihn die Stadt Leipzig zum Ehrenbürgtti 1907 ebenfalls die Stadt Mannheim. Auvcrdem ehrte ihn die UniDcriuät Göttingen durch Ernennung zum zr. iur honor. causa. Wundt genießt einen großen Ruf als einer der ersten und gründlichsten Philosophen ber Gegenwart. Seme Lehre beruht durchaus auf exakter einzelwissemchaftlicher, in-- besondere naturwissenschaftlicher Forschung. Tie Schriften Wundts i'md zahlreich unD vielseitig. Neben naturwissenschaftlichen, haupt­sächlich poniwlogischen Arbeiten steht eine Fülle philosophi'chcr ^Handlungen und Werke. Hier seien nur h-rvorgehoben:Vor­lesungen über die Menschen- und Tierseele" (1V63 ,Grund;u^ der physiologischen Psychologie"' (1874),Logik' 118801883)/

(Ein gestürzter Sultan.

Commedia finita!" DaS gütige Frankreich hat Muley $ j pffb, dem Sultan von Marokko, huldvoll gestattet,unter | rwisscn Bedingungen" abzudanken. Man muß sagen, daß . i i ein tragisches Schicksal ist, das diesem zweiten Sohne 11< Sultans Mulch Hassan beschieden gewesen ist. Denn 1 ll.ilci) Hafid war nicht der Erste Beste, war kein Mann Monvöhnlichen Schlages, noch ein kindischen Vergnügungen I ergebener Müßiggänger, wie fein Bruder oder Vorgänger D-tdul Asis. Er war ein Mann von Bildung und von » Charakter. Im Gegensätze zu Abdul Asis hatte er eine I Ugfältigc Bildung, natürlich im Sinne und Geiste der rerokkanischen ilitltur, erhalten. Sckwn von seinem fünften B Jöljrc an besuchte er die Hochschule des Stammes der tlcifb Hamar in der Gegend von Marrakesch, wo nach 1 oder llcbcrlicfcrung die Angehörigen der sckferisischen Fa-

Ausland.

In der StadtralSsitzung m Wien ist ein Tringlich- keitsantrag einstimmig angenommen worden, in dem die Gemeinde­vertretung ihre innige Anteilnahme an dem schick,al der Hinterbliebenen der bei ber Grubenkatastrophe bei Bo- chuni verunglückten Bergarbeiter ausbrückt und zur Linderung der Notlage 5 0 00 Kronen spendet. _ ,

Aus Tokio wird gemeldet: Katsuro ist an Stelle des zurücktrctcnden Fürsten T 0 ku da i\ i zum Gr 0 ß f i egel be- wahrer und Großlammercr ernannt worden. Nach der Ab­haltung einer T 0 t c n f e 1 c r für ben verstorbenen Herrscher muri der Leichnam des Kaisers in die große Halle übergesührt, wo |ic bis zur Beisetzung aufgcbahrt bleibt. Tie Totcnwacht haUcu am Tage geistliche Würdenträger, zur Nachtzeit Minister uno andere hohe Staatsbeamte. 1

Das Gesetz über den Panamakanal.

New ?Jorf, 12. Aug. Die Bestimmung des Panama­kanalgesetzes, daß Schiffe der amerikanischen Ei f'enbahngesell sch asten von der Benutzung des Panamakanals ausgeschlossen sein sollen, ruft die Kritik von Eisenbahnmännern hervor. Der Präsident der New York-Newhaoen and Hartford-Bahn- gescllschaft erklärte, daß dadurch die Trustbildung in der Küstenschiffahrt begünstigt werben würde. Der Aus­schluß amerilanischer Bahngesellschaften würde die (Sanabiait Pacific Bahn in die Lage versetzen, den Kanal zu benutzen und die Interessen der kanadischen Häfen zu ungunsten; amerikanischer Häfen zu fördern. Ter Vi'^präfident der Pacifischen Mail Steam-Ship Company, die von der Sou- man aber doch auch an der Seine einzusehen, daß die alte Karikatur der reisenden Deutschen eben eine Karikatur ist, die der Wirklichkeit längst nicht mehr entspricht. In einem Punkt bedauern wir das fast: die Landsleute, die heute nach Paris kommen, vermögen nicht mehr unbefangen zu wür­digen, was sie sehen, sondern quälen oft sich und andere durch ewiges Dergleick-en zwischen dem gänzlich zurückge­bliebenen Paris und dem neumodischen Deutschland da- peim, womit sie sich fast ebenso lächerlich machen, wie die Pariswanderer älterer Zeit, die in jedem Steingerümpel Zeugen der uralten Kultur Seinebabels, in jedem Kram­laden Beweise für den überlegenen Geschmack der Pariser und in jedem vorüberlausenden, zerzausten, unsauberen, schlumpigen Frauenzimmer den unnachahmlichen Zauber der Französin laut bewundern zu müssen glaubten.

Ir. 190 Erstes Blatt 162. Jahrgang »lMwoof, 14- August 1912

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EZW General-Anzeiger für Gberheffen

r-m-b'Hofationsörud und Verlag der vrühl'ichen Univ.-Vnch. in» Sttinörudtrd R. lange. Heialtion, trpeöition und vrickerei- Schulftratze 7.

[ j Dotmiiiag» Vuhr. Büdingen: Zernsprecher Nr. 2b9 cheschüflrftelle vahnhofftrahelba._____________________________

Man gehe in ein Boulevardrestaurant höheren Ranges, tic Tafelnden, die zum Tiner Bier trinken aus feinen IciftalHaraffcu find unfehlbar Franzosen. Sieht man iiacnbmü Champagner perlen, so wird man gleichzeitig ngelsächsische oder slavische Laute boren Ter ^.cutfche v: der Rotweintrinker. Man frage die sranzosifchcn e^a)- Kilchrten: nur die Deutschen wifsen noch einen wahren orbcaur oder Burgunder zu schätzen. Einst in der guten,

Hot ihn geradezu als den vollendeten Typus eines orien­talischen KriegsmanneS geschildert.

Aber trotzdem mar er der europäischen Kultur gegen­über nicht starrköpfig. Er interessierte sich z B. für Pho­tographie und gestattete, als eine seiner Frauen erkrankte, einem europäischen Arzte den Zutritt zu ihr. In Marra­kesch lebte er ein gutes und ruhigeS Leben bis der Unwille gegen den ungeschickten und schwachen Abdul Asis allgemein wurde. Ta schickte man zu ihm und bat ihn, das heilige Banner seiner Herrschaft zu erheben und Ma­rokko zu retten vor Abdul Asis und noch mehr vor den Franzosen Muley Hafid ließ sich von diesen An­erbietungen nicht leicht verlocken. Er ließ den stännnen sagen:Ich habe mein schöneS Hau- und Amt. Zahlreiche Frauen sind mein eigen (woraus Muley Hafid immer großen Wert gelegt hat). Fünfzig oder sechszig herrliche Rosse stehen in meinen Stallen Was kann sich ein Mensch mehr wünschen? Warum soll ich mich den Aufregungen preisgebcii, die meinen Bruder und Herren bebrängen?' 3o sprach Muley Hafid; als aber die Zahl der <stämme sich mehrte, die seine Erhebung zum Sultan wünschten, da gab er schließlich nach, und eine neue Aera schien unter dem energischen Manne für Marokko anbrechen zu sollen.

Heute ist das Spiel zu Ende; Muley Hafid ist ein müder und kranker Mann, und er wird froh sein, wenn Madame La ^anre ihm gnäbigft gestattet, in Tanger den Rest seiner Tage zu verleben. Lb er nicht manchmal weh­mutsvoll der fchönen Zeit gedenkt, da er Statthalter in Marrakesch war und der Frauen in seinem Harem und der Rosse in seinen Ställen sich friedlich erfreuen konnte?

Mazagan, 13. Aug. Aus Marrakesch wird un- term 10. August gemeldet, ber Prätendent El Hib a stehe zwei Wegsttinden vor der Stadt und sei von allen Kaids des Susgedietes zum Sultan aus gerufen wor­den. In Mazagan ist alles ruhig. Oberst Mangin ist zum Slommanoanteu des Hauzgebietes ernannt worden.

Der abgebanfte Sultan Mutay Hafid Hai dem Mitarbeiter des ,,M a 11 n" folgende Gründe für seinen Rücktritt angegeben: Meine Abreise ist der vollständigste Beweis meiner Aufrichtigkeit und Offenheit. Ich bleibe nicht, weil ich fühle, daß mein Tem­perament zweifellos Zwischenfalle vcrurfachen würde, und gerade weil ich fie vernveiden will, ziehe ich mich zurück. Ich habe den Wunsch und sogar das Bedürnns, mit Frank­reich in gutem Einverständnis zu bleiben. Meine Familie und mein Vermögen behoben sich in Marokko in Frankreichs Händen. Außerhalb aller [Duftigen Erwägungen ist ei also mein wohlver­standenes Interefse, Frankreickfs Freund zu bleiben.

Tas Abkommen zwischen Frankreich und Spanien.

Paris, 13. Aug. DerPetit Parisien" meldet, daß das Ablommen zwischen Frankreich und Spa­nien in den nächsten Tagen unterzeichnet werden wird. Nur das internationale Statut für die Stadt Sauger, das insbesondere England interessiert, ist noch nicht fertig.

Lin Zwischenfall auf dem deutschen handwerts- und Sewerbetammer-Tag.

Würzburg, 13. Aug. Heute mittag ereignete sich bei den Verhandlungen des Deutschen Handwerker- und Gewerbetamulertages cm Zwischenfall. Obermeister Ra­hardt- Berlin sprach über das Submissionswescn. irr warf b c r Regierung vor, es sei ihr nicht ernst mit ber Verbesserung des Submissionswesens; sie benutze letztere lediglich, um die Handwerker übers Ohr